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Die
Erfindung betrifft cholesterinsenkende Mittel aus Ballaststoffen,
insbesondere Johannisbrotfaser, und mindestens einem cholesterinsenkenden
Wirkstoff, insbesondere Guglipid und Sojaprotein. Weiterhin betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung solcher Mittel sowie
ihre Verwendung.
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Im
Rahmen einer unausgewogenen Ernährung
zeigt sich bei breiten Bevölkerungsschichten
ein überhöhter Gehalt
an Blutfettwerten, insbesondere an Blutcholesterinwerten. Ein Cholesterinwert
von über
200 mg/dl, insbesondere LDL-Cholesterinwerte über 130 mg/dl, wird als einer
der Hauptrisikofaktoren für Herz/Kreislauferkrankungen
gesehen. Daher ist eine therapeutische Behandlung im Falle von wesentlich
erhöhten
Cholesterinwerten, insbesondere LDL Cholesterin, dringend geboten.
Hierzu wurden eine Reihe von Lösungsansätzen bisher
beschrieben. Neben der meist nur schwach wirksamen Umstellung der
Lebens- und Ernährungsweise
wurde eine Reihe spezieller Wirkstoffe entwickelt, die auf unterschiedliche
Weise in die Aufnahme und den Stoffwechsel von Cholesterin eingreifen.
Dies sind unter anderem pharmakologisch wirksame Substanzen wie
Statine (u.a.
US 4,231,938 ;
US 4,444,784 ;
US 4,346,227 ), Inhibitoren der Gallensäureresorption
(u.a.
US 5,998,400 ;
US 6,277,831 ;
US 6,221,897 ) oder Gallensäurensequestrantien
(u.a.
US 4,027,009 ). Alle
diese Wirkstoffe müssen
unter ärztlicher
Verordnung und Kontrolle eingenommen werden.
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Zu
den Wirkstoffen können
auch aus pflanzlichen Quellen isolierte Cholesterinsenker gezählt werden. Hier
ist v.a. die cholesterinsenkende Wirkung einer Gruppe von Pflanzensterinen,
insbesondere Phytosterole, Phytostanole und die Ester der genannten
Verbindungsklassen (u.a. WO 96/38047, WO 99/56558,
US 6,087,353 ) zu nennen. Vor allem
letztere sind aber nicht für
alle Bevölkerungsgruppen
zum Verzehr geeignet (z.B. Ausschluss für Schwangere oder Kleinkinder)
und oftmals in Ihrer Anwendung beschränkt. Weitere natürliche cholesterinsenkende
Wirkstoffe schließen
auch Extrakte aus weiteren pflanzlichen Quellen ein wie z. B. Artischockenextrakte, tocotrienolreiche
Extrakte, Knoblauch oder Guglipidextrakte wie sie beispielsweise
in den Schriften
EP-A-1
238 590 oder
IN-A-166998 erwähnt sind.
Auch sojaproteinhaltige Produkte zeigen cholesterinsenkende Eigenschaften
(Anderson J W, Johnstone B M, Cook-Newell M E, Metaanalysis of the
effects of soy protein intake on serum lipids, NEW ENGLAND JOURNAL
OF MEDICINE, 1995, 333(5), 276-82).
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Demgegenüber stehen
Lebensmittelkomponenten, die mehrfach gezeigt haben, dass sie bei
ausreichender Aufnahme signifikant das Risiko von Herzkreislauferkrankungen,
insbesondere auch durch Senkung erhöhter Cholesterinspiegel, senken
können.
Für Ballaststoffe
als typische Lebensmittelkomponenten ist allgemein bekannt, dass
ein hoher Ballaststoffkonsum in der Ernährung im Vergleich zu einer
ballaststoffarmen Diät
positiv mit einem niedrigeren Risiko von Herzkreislauferkrankungen
verbunden ist (Jacobs et al. 1998; Am J Clin Nutr. 68: 248–257; Wolk
et al. 1999; JAMA 2281: 1998–2004).
Neben Vollkorngetreide wie Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, aber auch
Getreidekleien wie Haferkleie, Reiskleie, Weizenkleie, Sojakleie
usw., die allgemein ballaststoffreich sind, können auch andere Ballaststoffe
einen positiven Beitrag zur Reduktion des Herzkreislaufrisikos und
erhöhter
Cholesterinspiegel leisten. So zeigen eine Reihe von wasserlöslichen
Ballaststoffen wie z.B. β-Glucan
(aus Hafer oder Gerste), Psyllium, Pektin oder Guargummi eine senkende
Wirkung auf den Blutcholesterinspiegel (Brown et al. 1999; Am. J.
Clin. Nutr. 69: 30–42).
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Es
sind weiterhin als Lebensmittelkomponenten wasserunlösliche Johannisbrotfasern,
bevorzugt solche hergestellt nach einem Verfahren gemäß
EP-A-0 616780 ,
bekannt, die Serumcholesterinwerte, insbesondere das LDL-Cholesterin,
signifikant senken können
(Zunft et al. 2001; Adv. In Ther. 18: 230–36). Dabei bleibt der HDL-Wert
konstant, so dass sich das wichtige LDL/HDL-Verhältnis zum "guten Cholesterin" hin verschiebt und somit das Arterioskleroserisiko
abnimmt.
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Die
erreichbaren Effekte liegen bei den Lebensmittelkomponenten aber
deutlich unter denen, die mit therapeutischen Wirkstoffen erreicht
werden, und damit weitaus niedriger als wünschenswert. Auch wenn eine mit
Ballaststoffen, insbesondere mit Johannisbrotfaser, angereicherte
Diät damit
einen Beitrag zur Kontrolle des Cholesterinspiegels leisten kann,
ist sie in vielen Fällen,
insbesondere bei sehr hohen Cholesterinspiegeln (Gesamtcholesterin > 300 mg/dl), zur nachhaltigen
Absenkung nicht ausreichend.
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Eine
synergistische, cholesterinsenkende Wechselwirkung zwischen Lebensmittelkomponenten,
insbesondere Ballaststoffen wie Johannisbrotfaser, und Wirkstoffen
ist nicht bekannt. Innerhalb der Gruppe der Lebensmittelkomponenten
ist beispielsweise sogar eine antagonistische Wirkung bei löslichen
Ballaststoffen von Johannisbrotkernmehl mit wasserunlöslichen
Fasern des Johannisbrotfruchtfleischs beschrieben worden (Peres-Olleros
et al. 1999; J. Sci. Food Agric. 79, 173–178).
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Die
rein pharmakologischen Cholesterinsenker haben den Nachteil, dass
zur Erreichung der Therapieziele zum Teil erhebliche Konzentrationen
eingesetzt werden müssen.
Dabei können
unerwünschte,
zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen auftreten, auch in Kombination
mit anderen Therapiemitteln. Kombinationstherapien zur Erhöhung der
Wirksamkeit mit verschiedenen cholesterinsenkenden Wirkstoffen oder auch
anderen Therapiemitteln wie z. B. für Herz-Kreislauferkrankungen
sind aufgrund verschiedener gefährlicher
Kontraindikationen nicht immer nutzbar. So zeigen z. B. Kombinationen
von Fibraten mit Statinen eine erhöhte Gefahr für Myopathiesyndrome,
die im Fall von Kombinationen von Cerivastatin mit Gemfibrozil sogar tödlich enden
könnten.
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Des
weiteren sind Sättigungseffekte
bekannt, welche bewirken, dass mit einer erhöhten Aufnahme des Wirkstoffs
nur noch geringfügige
zusätzliche
Reduktionen des Cholesterinspiegels erzielt werden. Ein weiterer
Nachteil sind die hohen Kosten, die bei Langzeittherapien mit den
meist sehr teuren pharmakologischen Cholesterinsenkern auftreten.
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Bei
den aus pflanzlichen Quellen isolierten Cholesterinsenkern (z. B.
Phytosterine) gibt es Mengenbegrenzungen, um unerwünschte Nebenwirkungen
zu vermeiden.
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In
der WO 03/018024 werden Kombinationspräparate aus einem Ballaststoff
und 1,4-Benzothiepin-1,1-dioxidderivaten
und in der WO 03/018059 Kombinationspräparate aus einem Ballaststoff
und arylsubstituierten Propanolaminderivaten vorgeschlagen.
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Es
besteht daher nach wie vor ein Bedarf nach cholesterinsenkenden
Mitteln, die bei gleicher oder sogar verbesserter Wirksamkeit die
verabreichten Mengen des jeweiligen Wirkstoffes reduzieren und somit
die eventuell vorhandenen Nebenwirkungen und Kosten, insbesondere
von Langzeittherapien, verringern.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch cholesterinsenkende Mittel aus Ballaststoffen, insbesondere
Johannisbrotfaser, und mindestens einem cholesterinsenkenden Wirkstoff.
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Unter
Ballaststoffen im erfindungsgemäßen Sinn
werden Bestandteile der Pflanzenzellen und/oder isolierte natürliche oder
durch technologische Verfahren gewonnene Kohlenhydrate verstanden,
die durch das menschliche Enzymsystem im Dünndarm nicht zu resorbierbaren
Komponenten abgebaut werden. Sie können aber teilweise oder vollständig von
der Dickdarmflora fermentiert werden. Die Ballaststoffe können beispielsweise
aus einer oder mehreren der folgenden Substanzen ausgewählt werden:
Vollkorngetreide (Weizen, Hafer, Gerste, Roggen), Haferkleie (β-Glukan),
Reiskleie, Maiskleie, Gerste, Flohsamenschale (Psyllium), Guar, Johannisbrotkerne,
Traganth, Pektin, Inulin, nicht verdaubare Oligosaccharide, Johannisbrotfruchtfleisch, Leinsamen,
Sojaballaststoff, Sojakleie, Dextrine, Arabinoxylane, Arabinogalactane.
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Bevorzugte
Ballaststoffe im Sinne der Erfindung sind Johannisbrotfasern, die
durch einen hohen Gehalt an unlöslichen
Ballaststoffen aber auch Polyphenolen gekennzeichnet sind. Der Gehalt
an Gesamt-Ballaststoffen der Johannisbrotfaser, bestimmt nach AOAC-Methode
985.29, beträgt
mindestens 30 Gew.-%, bevorzugt mindestens 60 Gew.-%, besonders
bevorzugt jedoch mindestens 80 Gew-% (jeweils bezogen auf die Trockenmasse).
Ihr Gehalt an wasserunlöslichen
Ballaststoffen, bestimmt nach AOAC-Methode 991.42, beträgt mindestens
25 Gew.-%, bevorzugt mindestens 50 Gew.-%, besonders bevorzugt jedoch
mindestens 70 Gew-% (jeweils bezogen auf die Trockenmasse). Der
Ballaststoff wird so hergestellt, dass man das von den Johannisbrotkernen
befreite Fruchtfleisch in einem kontinuierlichen Extraktionsprozeß überwiegend
von den wasserlöslichen
Johannisbrotkomponenten trennt und den so gewonnenen Rückstand
trocknet, vermahlt und gegebenenfalls siebt, wobei Partikelgrößen von < 1000 μm, bevorzugt < 500 μm und insbesondere
bevorzugt von < 200 μm erhalten
werden. Besonders bevorzugt ist das Verfahren nach
EP-A-0 616 780 . Die so gewonnenen
Präparate
zeigen eine ausgeprägte
hypocholesterolämische
Wirkung und können
zur Anreicherung von Lebensmitteln genutzt werden.
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Unter
cholesterinsenkenden Wirkstoffen im erfindungsgemäßen Sinn
werden Wirkstoffe verstanden, die einen erhöhten Cholesterinspiegel (> 200 mg/dl), insbesondere
LDL Cholesterolspiegel > 130
mg/dl, senken können.
Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass sie spezifisch bestimmte
Stoffwechselprozesse beeinflussen und dadurch sekundär zu einer
Senkung des LDL Cholesterins und des Gesamtcholesterins (in der Regel
zwischen 10–55
%) führen.
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Zu
den Wirkstoffen im Sinne der Erfindung zählen cholesterinsenkende Stoffe
aus der Gruppe der Statine, der Gallensäurenresorptionsinhibitoren
und Gallensäurensequestrantien,
Cholesterinabsorptionsinhibitoren, Fibrate, Nicotinsäurederivate,
aber auch die Gruppe der Phytosterine und pflanzlichen Stanole sowie
cholesterinsenkende pflanzliche Extrakte, z. B. aus Artischocken
oder Guglipid, als auch sojaproteinhaltige Produkte.
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Unter
der Wirkgruppe Statine werden Verbindungen wie Lovastatin [s. Formel
1 unten] (z. B.
US-A-4,231,938 ),
Paravastatin (z. B.
US-A-4,346,227 ),
Simvastatin [s. Formel 2 unten] (z. B.
US-A 4,444,784 ), Fluvastatin
(z. B.
US-A-5,354,772 ),
Atorvastatin (z. B.
US-A-5,273,995 )
oder Cerivaststatin (z. B.
US-A-5,177,080 )
verstanden, die spezifisch über
eine Hemmung der Cholesterinsynthese (HMG CoA Reduktase Inhibitoren)
in der Leber wirken. Diese Wirksubstanzen sind mehrfach beschrieben
und werden zur Cholesterinabsenkung als Arzneimittel und zur Therapie
(z. B.
US-A-6,180,660 )
breit eingesetzt.
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Unter
Inhibitoren der Gallensäurenresorption
im Sinne der Erfindung werden Substanzen verstanden, die die Wiederaufnahme
von Gallensäuren
im Darm/Ileum über
einen Rezeptor vermittelten Prozess verhindern. Dies sind insbesondere
Benzothiazepinderivate (
US 5,998,400 ,
US 6,277,831 ), Benzothiepin-1,1-dioxidderivate
(
US 6,221,897 , WO 97/33882),
insbesondere Verbindungen gemäß den Formeln
3 und 4, die spezifisch im Darm, insbesondere im Ileum, eine Blockade
der Gallensäurerückresorption
bewirken.
Formel
3: Benzothiepin-Derivate (mit R = C
6H
4NHZR
3; R
1,R
4,R
5 = Me, Et, Pr, Bu; R
2 =
H, OH, NH
2, Amino(alkyl); R
3 =
Zuckerrest; Z = -(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-, -(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-NH-,
-(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-O-,
-(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-(C=O)
m oder
eine kovalente Bindung; n = 0 oder 1; m = 0 oder 1, sowie deren
Salze)
Formel
4: Benzothiazepin-Derivate (mit R
1 = Me, Et, Pr, Bu;
R
2 = H, OH; R
3 =
Zuckerrest; Z = -(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-, -(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-NH-, -(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-O-,
-(C=O)
n-(C
0-C
16)-Alkyl-(C=O)
m oder
eine kovalente Bindung; n = 0 oder 1; m = 0 oder 1, sowie deren
Salze)
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Cholesterinabsorptionsinhibitoren
sind Wirkstoffe, die im Darm den Rezeptor vermittelten Transport von
Cholesterin inhibieren und somit die Ausscheidung des Cholesterins
erhöhen,
was letztendlich zu einer moderaten Absenkung der Serumcholesterinspiegelführt. Dazu
zählen
insbesondere Hydroxy-substituierte Azetidinon Cholesterinabsorptionsinhibitoren
der Gruppe 1-(4-fluorophenyl)-3(R)-[3(S)-(4-fluorophenyl)-3-hydroxypropyl)]-4(S)-4-hydroxyphenyl)-2-azetidinon)
und 1-(4-fluorophenyl)-3(R)-[3(R)-(4-fluorophenyl)-3-hydroxypropyl)]-4(S)-4-hydroxyphenyl)-2-azetidinon)
und ihre pharmakologisch wirksamen Salze oder auch substituierte β-Lactam Cholesterinabsorptionsinhibitoren
(z. B. WO-A-95/35277, WO-A-02/058733, WO-A-02/50060).
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Zur
Gruppe der Fibrate gehören
u. a. Clofibrat, Etophyllinclofibrat, Bezafibrat, Ciprofibrat, Clinofibrat, Binifibrat,
Lifibrol, Fenofibrat, Gemfibrozil oder Etofibrat. Je nach Krankheitsbild
haben Fibrate eine moderat senkende Wirkung auf LDL-Cholesterin,
bei leichter Verbesserung der HDL-Cholesterinwerte. Serumtriglyderide
werden durch Fibrate stärker
beeinflusst.
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Nicotinsäurederivate
im Sinne der Erfindung sind natürliche
oder synthetisch hergestellte Nicotinsäure, ihre Ester oder synthetischen
Derivate wie z. B. Niceritrol, Nicofuranose, β-Pyridylcarbinol oder Acipimox. Diese
Substanzgruppe hat einen moderaten Effekt auf Gesamt- und LDL-Cholesterin,
bei gleichzeitig verbesserten HDL-Cholesterinspiegeln.
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Unter
Phytosterinen im Sinne der Erfindung werden 4-Demethylsterine, 4-Monomethylsterine
und 4,4-Dimethylsterine und die jeweiligen Ester sowie pflanzliche
Extrakte, Mischungen und Lebensmittel reich an Phytosterinen verstanden.
Dazu zählen β-Sitosterol,
Campesterol, Stigmatosterol, Brassicasterol, Desmosterol, Chalinosterol,
Poriferasterol, Clionasterol und alle ihre natürlichen oder synthetischen
oder isomeren Derivate. Unter pflanzlichen Stanolen werden hydrierte
Pflanzensterine verstanden wie z. B. Campestanol, Sitostanol und
die jeweiligen Ester sowie pflanzliche Extrakte, Mischungen und
Lebensmittel reich an pflanzlichen Stanolen.
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Weitere
pflanzliche Extrakte mit cholesterin-senkender Wirkung schließen u. a.
Artischockenextrakte und Extrakte aus Knoblauch und Guglipid mit
ein. Sie wurden schon lange als Naturheilmittel eingesetzt und zeigen
moderate Wirksamkeit auf den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel.
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Guglipid
(CAS 39025-24-6) im Sinne der Erfindung ist das Pflanzenexudat von
Commiphora mukul. (auch Commiphora wightii oder Balsamodendron mukul),
einem baumähnlichen
Gewächs
aus der Familie der Burseraceae. Guglipid im Sinne der Erfindung
ist ebenfalls das in der arjuvedischen Medizin verwendete „Guggulu", "Guggul", „Arka Guggalu" oder „Gum Guggul". Weiterhin sind
Guglipide im Sinne der Erfindung die aus den Pflanzen der Familie
Burseraceae gewonnenen Extrakte oder die daraus gewonnenen Isolate
bzw. Reinsubstanzen. Guglipide im Sinne der Erfindung sind auch
die Guggulsterine und deren Isomere wie z. B. Z-Guggulsterin (CAS
85769-67-1), Guggulsterin
I (CAS 39025-25-7), Guggulsterin II (CAS 39025-26-8), Guggulsterin
III (CAS 39025-27-9), Guggulsterin IV (CAS 20281-70-3), Guggulsterin
V (CAS 6120-71-4),
Guggulsterin VI (CAS 61391-01-3), 16-Epiguggulsterol III (CAS 84709-26-2),
E-Guggulsterin, M-Guggulsterin, Dihydro- Guggulsterin-M, Gugulsterin-Y
sowie Guggulsterone. Weiterhin sind Guglipide im Sinne der Erfindung
alle in den Pflanzen der Familie Burseraceae gefundenen Pflanzensterole
und Stanole, insbesondere Sitosterol, Stigmasterol, Cholesterol,
Campesterol und α-Spinasterol.
Des weiteren sind Guglipide im Sinne der Erfindung pharmazeutische
Produkte, welche aus dem Pflanzenexudat oder den reinen chemischen
Verbindungen hergestellt wurden, wie beispielsweise „Gugulipid" der Firma Legere
Pharmaceuticals oder Nahrungsergänzungsmittel
bzw. Nahrungsmittelzusatzstoffe wie z.B. "CholestGar" der Firma Planetary Formulas.
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Unter
sojaproteinhaltigen Produkten im Sinne der Erfindung werden Lebensmittel
oder Lebensmittelzutaten verstanden, die aus ganzen Sojabohnen bestehen
oder aus solchen hergestellt wurden, aber auch solche, die verarbeitete
Sojaproteinprodukte enthalten. Dazu zählen insbesondere Sojaproteinisolate,
Sojaproteinkonzentrate, Sojamehle, texturierte Sojaproteine (TSP)
oder texturierte Pflanzenproteine (TVP). Zusätzlich zu dem Proteinanteil
können
diese Lebensmittel und Lebensmittelzutaten andere natürlich vorkommende
Sojakomponenten wie Isoflavone, Ballaststoffe und Saponine enthalten.
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Die
erfindungsgemäßen Mittel
enthalten neben dem Ballaststoff, insbesondere der Johannisbrotfaser, mindestens
einen oder mehrere Wirkstoff/e. Darüber hinaus können die
cholesterinsenkenden Mittel übliche Additive
wie Lösungsmittel,
Füllstoffe,
Trägerstoffe
wie Methylcellulose, süßende Kohlenhydrate
und andere Süßungsmittel,
Aromen, Antioxidantien usw. enthalten. Die Kombination von Ballaststoff,
insbesondere Johannisbrotfaser, und Wirkstoffen kann auch in Form
von zwei verschiedenen Darreichungsformen verabreicht werden. Dabei
bieten sich für
die Ballaststoffe, insbesondere die Johannisbrotfaser, gängige Lebensmittelapplikationen
wie Backwaren, Cerealien, Snack- oder Fruchtriegel oder Getränkepulver
an. Darüber
hinaus ist auch der direkte Zusatz des Ballaststoffes in Lebensmittel
eigener Herstellung sowie ein Einsatz in Nahrungsergänzungmittel-typischer
Form (u. a. Tabletten, Dragees, Kapseln, Sachets, Granulate, Riegel
usw.) möglich,
während
die Wirkstoffe eher in Arzneimittel-typischer Weise verabreicht
werden (u. a. Tabletten, Dragees, Kapseln, Sachets, Granulate usw.).
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Die
erfindungsgemäßen Mittel
enthalten die Wirkstoffe in Mengen, die bei 2- bis 3-maliger täglicher Verabreichung
zur Erzielung des therapeutischen Effektes erforderlich sind. Die
Johannisbrotfaserkomponente ist in den erfindungsgemäßen Mitteln
ebenfalls in Konzentrationen enthalten, die eine deutliche Cholesterinsenkung
bewirken. Die Tagesdosis an Johannisbrotfaser kann dabei im Bereich
von 1–50
g, üblicherweise von
1–25 g,
bevorzugt von 5 bis 15 g und besonders bevorzugt 5–10 g, liegen.
Sie wird in diesen Mengen in Kombination mit den tagesüblichen
Dosen der Wirkstoffe eingesetzt, wenn eine besonders weitgehende
Reduktion des Cholesterinspiegels angestrebt wird. Für die bisher
für Einzelanwendung
notwendigen Konzentrationen an Wirkstoffen können die Einsatzkonzentrationen
aufgrund von Synergien bis zu 50–90% reduziert werden. Ggf.
vorhandenen Additive können
in Konzentrationen zweckmäßigerweise
von 1–90
Gew.-%, insbesondere von 10–60
Gew.-%, (bezogen auf die jeweilige Zubereitungsform) zugesetzt werden.
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Zur
Herstellung der erfindungsgemäßen Mittel
verfährt
man am besten so, dass man die gewünschten Mengen an Ballaststoff,
insbesondere Johannisbrotfaser, und Wirkstoff miteinander mischt,
sprühtrocknet, vom
Lösungsmittel
befreit, agglomeriert und/oder instantisiert. Des weiteren können alle
gängigen
lebensmitteltechnologischen, aber auch gallenischen Herstellungsverfahren
wie Pressen, Kneten oder Dragieren verwendet werden.
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Bei
der gemeinsamen Verabreichung gemäß vorliegender Erfindung wurde
gefunden, dass die kombinierte Aufnahme von Ballaststoffen, insbesondere
Johannisbrotfaser, und cholesterinsenkenden Wirkstoffen zu einer
deutlich stärkeren
Absenkung des Cholesterinspiegels führt als die Summe der Effekte
bei Verabreichung der Einzelkomponenten. Überraschend dabei ist, dass
die zusätzliche
Gabe von Ballaststoffen, insbesondere Johannisbrotfaser, zu den
Wirkstoffen die Aktivität
der Wirkstoffe nicht durch unspezifische Interferenz herabsetzt,
sondern dass die beobachteten Wirkungen deutlich über die
bei einzelner Verabreichung beider Stoffe erreichbaren Wirkungen
hinausgehen.
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Die
erfindungsgemäßen Mittel
erlauben damit, eine therapeutisch oft wünschenswerte, stärkere Absenkung
des Cholesterinspiegels als bisher zu erreichen oder Effekte in
vergleichbarer Höhe
wie bisher, jedoch mit geringeren Wirkstoffmengen, zu erzielen.
Sie stellen damit einen wesentlichen Fortschritt in der medikamentösen Therapie
der Hypercholesterinämie
oder Hyperlipidämie
dar.
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Die
erfindungsgemäßen Mittel
werden zweckmäßigerweise
in einer geeigneten, auf die am besten wirkenden Mengenverhältnisse
abgestimmten Zubereitung eingesetzt. Dafür kommen z. B. pulver- oder
tablettenförmige
Zubereitungen zur Auflösung,
aber auch Kautabletten in Frage. Diese Zubereitungen können außerdem weitere
Inhaltsstoffe (Additive) zur Verbesserung der Auflösung wie
lösliche
Trägerstoffe,
Tablettensprengmittel wie z. B. Stärke, Cellulose, Bentonit, Pektin
oder Peroxide und Carbonate in Kombination mit organischen Säuren und
allgemein Farbstoffe, Süßungsmittel
wie Saccharose, Glucose, Fructose und andere Kohlenhydrate, Zuckeralkohole
wie z. B. Sorbit, Xylit, Maltit und Isomalt oder Süßstoffe
wie z. B. Acesulfam-K, Cyclamat, Saccharin, Sucralose oder Aspartam
und insbesondere Aromastoffe zur Verbesserung der Akzeptanz enthalten.
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Die
erfindungsgemäßen Mittel
lassen sich aber auch getrennt in Form einer Arzneimittelzubereitung des
Wirkstoffs und eines den Ballaststoff, insbesondere die Johannisbrotfaser,
enthaltenden Lebensmittels oder Nahrungsergänzungsmittels verabreichen.
Für den
Wirkstoff kommen dabei die gängigen
Arzneimitteldarreichungsformen wie Tablette, Kapsel, Lösung zur
Einnahme als Tropfen oder aufzulösende
pulverförmige Zubereitung
oder Granulate in Frage. Bei dieser Kombinationstherapie eignet
sich als ballaststoffhaltiges, insbesondere Johannisbrotfaser enthaltendes
Lebensmittel grundsätzlich
jedes Lebensmittel, in das der Ballaststoff eingearbeitet werden
kann, wobei sich Grenzen aus den Eigenschaften der Lebensmittelkomponente
wie aus dem vorgesehenen Verwendungszweck ergeben. Besonders geeignet
wären demnach
Lebensmittel auf Getreidebasis wie Backwaren, Cerealien, Snack-
und Fruchtriegel, Desserts, spezielle Diätzubereitungen wie Getränke und
insbesondere Pulvergetränke
auf der Basis von Milch, Fruchtkonzentraten oder -pulvern, Kohlenhydraten
oder Zuckeralkoholen. Bei Phytosterinen und Pflanzenstanolen kommen
darüber
hinaus fetthaltige Lebensmittel in Frage wie z. B. Pflanzenstreichfette,
Dressings und Milchprodukte.
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Die
erfindungsgemäßen Mittel
lassen sich weiterhin als Zutat in der Tierernährung oder als Futtermittel verwenden.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen erläutert.
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Beispiel 1
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Bestimmung der hypocholesterolämischen
Wirkung von Johannisbrotfaser und Statinen in vivo
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Der
Hamster wird als geeignetes Tiermodell angesehen, um die vorliegende
Erfindung darzulegen, auch wenn die metabolischen Vorgänge im Hamster
und Menschen leicht differieren. Allerdings zeigen beide hierin
Kombination getesteten Substanzen für sich allein beim Menschen
einen senkenden Effekt auf die Serumcholesterinwerte, insbesondere
auf das LDL-Cholesterin. Die Wirkung einer kombinierten Gabe von
Johannisbrotfaser und einem Statin, hier Simvastatin, in diesem
Modell sollte daher Rückschlüsse auch
für den Menschen
geben.
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Männliche
Syrische Hamster (100–120
g zu Beginn der Studie) erhielten mit 0,35 Cholesterin angereichertes
Futter. Die Testsubstanzen Johannisbrotfaser, hergestellt nach dem
Verfahren nach
EP-A-0
616 780 , und das Statin Simvastatin wurden einzeln oder
in Kombination in das Futter mit eingemischt. Die Hamster wurden
in Gruppen von 9 Tieren eingeteilt und über einen Zeitraum von 28 Tagen
mit den Testsubstanzen behandelt. Nach Anästhesierung wurde Blut für die Bestimmung
der Serumcholesterinwerte gewonnen. Die Serumcholesteringehalte
wurden nach Gewinnung des Plasmas aus dem Vollblut mittels eines
käuflich
erwerblichen Enzymtest-Kits bestimmt. Die so ermittelten Gesamtcholesteringehalte
der Testgruppen wurden gegen die Ergebnisse einer Kontrollgruppe,
die keine Testsubstanzen erhielt, verglichen. Die Ergebnisse waren
wie folgt: Ergebnisse:
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Beispiel 2
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Bestimmung der hypocholesterolämischen
Wirkung von Johannisbrotfaser und Phytosterinen in vivo
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Die
Durchführung
dieses Versuches erfolgte analog zu Beispiel 1. Anstelle des Simvastatins
wurde Margarine mit Phytosterinen in das Futter der Hamster eingemischt.
Die Endkonzentration der Phytosterine im Futter betrug 0,5%. Ergebnisse:
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Die
Verwendungsmöglichkeiten
der erfindungsgemäßen Mittel
werden durch die folgenden Kombinationspräparate beispielhaft erläutert: Beispiel
3 Pulverförmige Zubereitung
(für eine
Portionsgröße)
| Simvastatin | 5
mg |
| Johannisbrotfaser | 3
g |
| Xanthan
(Stabilisator) | 150
mg |
| Vanillin | 15
mg |
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Das
Präparat
in 150 ml lauwarmer Milch durch Umrühren suspendieren und trinken. Beispiel
4 Kautablette
| Vegapure® 50
TP (Phytosterinester, Cognis Nutrition & Health, Deutschland) | 400
mg |
| Johannisbrotfaser | 2
g |
| Sorbit | 1,1
g |
| Magnesiumstearat | 15
mg |
| Acesulfam-K | 12
mg |
| Aspartam | 12
mg |
| Schokoladenaroma | q.s. |
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Die
Kautabletten werden in üblicher
Weise gemischt und gepresst.