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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
sowie eine Vorrichtung zur interferometrischen Untersuchung eines
Messobjekts, wobei die Vorrichtung mindestens eine inkohärentes oder
kurzkohärentes Quelllicht
emittierende Lichtquelle, eine Quelllicht in Referenzlicht und Messlicht
aufteilende erste Interferometereinheit und Mittel zur Einkopplung
des vom Messobjekt reflektierten Messlichts und des Referenzlichts
in eine zweite Interferometereinheit sowie einen Detektor aufweisende
Auswerteinrichtung umfasst.
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Ein interferometrisches Verfahren
sowie eine interferometrische Messvorrichtung der vorgenannten Art
sind zum Zwecke der absoluten Abstandsmessung aus der
DE 195 20 305 A1 bekannt.
Danach wird ein einzelnes Messlichtbündel an einem Messobjekt reflektiert,
das sich in einem bestimmten, zu ermittelnden Abstand zu einem Referenzobjekt, nämlich einem
Strahlteiler der ersten Interferometereinheit befindet. Dieser Abstand
erzeugt zwischen Referenzlichtbündel
und Messlichtbündel
einen optischen Wegstreckenunterschied, der dem doppelten zu ermittelnden
Abstand entspricht. Referenzlichtbündel und Messlichtbündel werden
der zweiten Interferometereinheit zugeführt. Durch unterschiedliche
Strahlengänge
in der zweiten Interferometereinheit wird der optische Wegstreckenunterschied
zwischen Messlichtbündel
und Referenzlichtbündel
ausgeglichen, so dass über
eine Interferenz zwischen Messlichtbündel und Referenzlichtbündel in
der zweiten Interferometereinheit eine Aussage über den zu messenden Abstand
getroffen werden kann.
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Aus der
US 2003/0025913 A1 sind
ein interferometrisches Messverfahren sowie eine interferometrische
Messvorrichtung für
kurzkohärentes
Licht bekannt, denenzufolge eine Oberfläche mit einem Messlichtstrahl
abgerastert wird. Es wird eine Frequenzcodierung des Messlichts
eingesetzt, welche zur Unterscheidung unterschiedlicher optischer
Verzögerungen
dient, so dass unterschiedliche Tiefen am Messobjekt gleichzeitig
gemessen werden können.
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Es ist nun Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zur Verfügung
zu stellen, die eine erheblich erhöhte Messgeschwindigkeit erlauben.
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Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren
der eingangs genannten Art gelöst,
bei dem
- a) ein eine Vielzahl von einzeln schaltbaren und/oder
steuerbaren Modulatorelementen aufweisender räumlicher Lichtmodulator mit
inkohärentem
oder kurzkohärentem
Quelllicht flächig
beleuchtet wird, wobei mindestens zwei Anteile des Quelllichts auf
unterschiedliche Weise codiert werden und jeder unterschiedlich
codierte Anteil einen anderen Bereich des räumlichen Lichtmodulators flächig beleuchtet,
- b) mittels der Modulatorelemente aus jedem unterschiedlich codierten
Anteil des Quelllichts ein separates Quelllichtbündel gebildet und in eine erste
Interferometereinheit eingekoppelt wird,
- c) in der ersten Interferometereinheit jedes Quelllichtbündel jeweils
in ein Messlichtbündel
und ein zugehöriges
Referenzlichtbündel
aufgeteilt wird,
- d) die Messlichtbündel
flächig
voneinander getrennt über
die zu untersuchende Messobjektoberfläche gerastert werden,
- e) die von der Messobjektoberfläche reflektierten Messlichtbündel und
die zugehörigen
Referenzlichtbündel
einer zweiten Interferometereinheit zugeführt werden,
- f) in der zweiten Interterometereinheit Anteile jedes Messlichtbündels jeweils
mit Anteilen des zugehörigen
Referenzlichtbündels
nach Durchlaufen unterschiedlicher optischer Wegstrecken überlagert
und auftretende Interferenzen in Zuordnung zur jeweiligen optischen
Wegstrecke festgestellt werden, und
- g) die von den miteinander interferierenden Anteilen des Messlichts
und des zugehörigen
Referenzlichts in der zweiten Interferometereinheit zurückgelegten
optischen Wegstrecken nach den Codierungen getrennt ausgewertet
werden.
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Da auf diese Weise die Messobjektoberfläche durch
mindestens zwei Messlichtbündel
gleichzeitig gerastert wird, kann gegenüber dem oben dargestellten
Stand der Technik die Messgeschwindigkeit entsprechend um mindestens
den Faktor zwei erhöht
werden. Zudem kann mit hoher Flexibilität gemessen werden. So ist es
z.B. möglich,
die Messlichtbündel
unabhängig
voneinander über
lediglich die Bereiche der Objektoberfläche zu rastern, die in besonderer
Weise interessieren. Ein Abrastern der gesamten Oberfläche ist
somit nicht erforderlich.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch so ausgeführt werden,
dass als räumlicher
Lichtmodulator eine digitale Spiegeleinheit (Digital Mirror Device,
DMD) verwendet wird. Derartige Mikrospiegel sind zum Beispiel aus
der
DE 198 11 202
C2 bekannt, wo sie dazu verwendet werden, bei einem konfokalen Scanmikroskop
eine zu vermessende Oberfläche
mit einer Mehrzahl von Lichtpunkten abzurastern. Die einzelnen Mikrospiegelelemente
der Spiegeleinheit sind unabhängig
voneinander steuerbar, so dass Gruppen von Mikrospiegelelementen
jeweils für
ein Quelllichtbündel
zuständig
sein können.
Ein Quelllichtbündel
kann alternativ auch durch ein einzelnes Mikrospiegelelement erzeugt
werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch so ausgeführt werden,
dass als räumlicher
Lichtmodulator eine Flüssigkristallanzeige
(LCD) eingesetzt wird. Die Flüssigkristallanzeige
kann für
bestimmte Bereiche undurchlässig
für die
eingesetzte Strahlung geschaltet werden, so dass separate Quelllichtbündel erzeugbar
sind.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann so ausgeführt werden,
dass eine Farbcodierung verwendet wird, indem das Quelllicht in
mindestens zwei Anteile mit unterschiedlichen Wellenlängen oder
unterschiedlichen Wellenlängenbereichen
aufgeteilt wird. Quelllichtbündel
mit unterschiedlichen Wellenlängen
können
völlig
unabhängig
voneinander über die
Messobjektoberfläche
geführt
und separat ausgewertet werden.
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Alternativ ist es auch möglich, das
erfindungsgemäße Verfahren
so auszuführen,
dass eine Intensitätscodierung
verwendet wird, indem das Quelllicht in mindestens zwei Anteile
mit unterschiedlichen Intensitätswerten
aufgeteilt wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch so ausgeführt werden,
dass die Oberflächentopographie
des Messobjekts bestimmt wird oder ein dreidimensionales Tiefenprofil
des Messobjekts bestimmt wird.
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Es kann vorteilhaft sein, das erfindungsgemäße Verfahren
so auszuführen,
dass
- a) jedes Messlichtbündel und jedes Referenzlichtbündel in
der zweiten Interferometereinheit jeweils in ein erstes und ein
zweites Teilbündel
aufgeteilt wird,
- b) jedes erste Messlichtteilbündel und jedes erste Referenzlichtteilbündel einen
ersten Strahlengang durchläuft
und dabei an einem mindestens ein Messstufenfeld aufweisenden Stufenkörper reflektiert
wird, wobei die optische Wegstrecke im ersten Strahlengang vom Ort
der Reflexion auf dem Stufenkörper
abhängt,
- c) jedes zweite Messlichtteilbündel und jedes zweite Referenzlichtteilbündel einen
zweiten Strahlengang der zweiten Interferometereinheit durchläuft,
- d) sämtliche
Teilbündel
einem Detektor zugeführt werden,
der sich am Ende einer beiden Strahlengängen gemeinsamen Interferenzstrecke
befindet,
- e) die Stufen des mindestens einen Messstufenfeldes optisch
auf ein Bildsensorfeld des Detektors abgebildet werden und
- g) die Position der Abbildungen von zwischen jedem Messlichtteilbündel und
dem zugehörigen Referenzlichtteilbündel auftretenden
Messinterferenzen in der Abbildung des Messstufenfeldes auf dem
Detektor zur Messung herangezogen wird.
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Aufgrund der kurzen Kohärenzlänge des
eingesetzten Lichts interferiert lediglich der Anteil des Referenzlichtteilbündels mit
dem zugehörigen
Messlichtteilbündel,
der an dem die geeignete Wegstrecke erzeugenden Ort am Stufenkörper reflektiert
wurde. Dies ist dann der Fall, wenn der in der ersten Interferometereinheit
erzeugte Wegstreckenunterschied zwischen dem Referenzlichtbündel und
dem Messlichtbündel
in der zweiten Interterometereinheit ausgeglichen wurde. Die Messinterferenz
zwischen den überlagerten
Teillichtbündeln
wird zusammen mit der Reflexionsfläche des Stufenkörpers in
einer zur optischen Achse senkrechten Ebene optisch auf das Bildsensorfeld
des Detektors abgebildet. In dieser Abbildung kann die die Messinterferenz
erzeugende Reflexionsstelle am Stufenkörper ermittelt und hieraus
sowie aus den bekannten optischen Wegstreckenlängen unmittelbar auf einen
zu bestimmenden Wert, z. B. einen Abstand, geschlossen werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch so ausgeführt werden,
dass
- a) der Stufenkörper derart angeordnet wird,
dass eine durch Reflexion an der Reflexionsfläche einer Kalibrierstufe erzeugte
optische Kalibrierwegstrecke im ersten Strahlengang mit der optischen Wegstrecke
im zweiten Strahlengang exakt übereinstimmt,
- b) die Kalibrierstufe ebenfalls optisch auf das Bildsensorfeld
des Detektors abgebildet wird und
- c) die durch die jeweilige Überlagerung
der Messlichtteilbündel
mit dem zugehörigen
Referenzlichtteilbündel
beim Durchlaufen der Kalibrierwegstrecke und des zweiten Strahlenganges
in der Interferenzstrecke erzeugten Kalibrierinterferenzen zur Überprüfung der
Position des Stufenkörpers festgestellt
werden
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Bei Übereinstimmung der Kalibrierwegstrecke
mit der des zweiten Strahlenganges wird in der zweiten Interferometereinheit
auch mit kurzkohärentem
Licht stets eine Interferenz, die Kalibrierinterferenz, erzeugt,
nämlich
jeweils zwischen den beiden Teilbündeln eines jeden Referenzlichtbündels oder Messlichtbündels, da
jeweils ein – Anteil
der den ersten Strahlengang durchlaufenden Teilbündel an der Kalibrierstufe
reflektiert wird. Wird eine solche Kalibrierinterferenz detektiert,
steht fest, dass der Stufenkörper
korrekt innerhalb des zweiten Messinterferometers positioniert ist.
Aus der bekannten Geometrie des Stufenkörpers sowie aus der Position
der Messinterferenzen im Bereich der Messstufen kann dann direkt
die zu messende Größe, z. B.
ein Abstand, ermittelt werden.
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Ist die Reflexionsfläche der
Kalibrierstufe genau senkrecht zur optischen Achse des ersten Strahlenganges,
kommt die Kalibrierinterferenz nur zustande, wenn der Stufenkörper in
der geeigneten Position steht und müsste bei fehlender Kalibrierinterferenz
entsprechend nachjustiert werden. Aufgrund dessen kann es vorteilhaft
sein, das erfindungsgemäße Verfahren
so auszuführen,
dass der Stufenkörper
derart angeordnet wird, dass die Flächennormalen der Reflexionsflächen der
Kalibrierstufe und/oder der Stufen des Messstufenfeldes zur optischen
Achse des ersten Strahlenganges geneigt sind, und die Position der
Kalibriennterferenzen in der Abbildung der Reflexionsfläche der
Kalibrierstufe auf dem Detektor festgestellt und zur Kalibrierung
des Messergebnisses verwendet wird.
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Bei einer geeigneten Ausdehnung der
Kalibrierstufe senkrecht zur Kippachse ist für die Position des Stufenkörpers in
der zweiten Interferometereinheit ein entsprechender Spielraum gegeben.
Mit dem Detektor kann festgestellt werden, von welchem Ort auf der
Kalibrierstufe die die Kalibrierinterferenz erzeugende Reflexion
ausgeht. Bei Positionsverschiebungen aufgrund mechanischer Einwirkungen und/oder
Wärmeausdehnungseffekten
kann sich diese Stelle auf der Kalibrierstufe verschieben. Diese Verschiebung
wird festgestellt und für
die Berechnung der zu messenden Größe berücksichtigt. Eine Positionsanpassung
durch mechanisches Verschieben des Stufenkörpers ist somit überflüssig. Da
sowohl die Kalibrierinterferenz als auch die Messinterferenzen gleichzeitig
ausgewertet werden können,
ist eine laufende Kalibrierung während
der Messung möglich.
Die Neigung der Messstufenfelder zur optischen Achse kann so gewählt werden,
dass ein kontinuierlicher Messbereich abgedeckt ist. Alternativ oder
auch zusätzlich
zur Verkippung kann die Kalibrierstufe und können auch die Messstufen in
sich nochmals gestuft sein, wobei die Richtung dieser Unterstufung
senkrecht zu der der Hauptstufung ist.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auch so ausgeführt werden,
dass die Kalibrierstufe und/oder die Stufen des Messstufenfeldes
einzeln und jeweils mittels separater optischer Mittel auf jeweils
eine oder zwei zueinander benachbarte Bildsensorzeilen abgebildet
werden. Hierzu kann es vorteilhaft sein, als separate optische Mittel
Stablinsen zu verwenden. Schließlich
kann es auch vorteilhaft sein, nur die Bildsensorzeilen auszulesen,
auf die die Stufen des Stufenkörpers
abgebildet werden. Die Verwendung von Stablinsen hat den Vorteil,
dass die Abbildung der einzelnen Stufen auf den Bildsensorzeilen
mit erhöhter
Intensität
erfolgt. Zudem brauchen nur die Bildsensorzeilen ausgelesen zu werden, auf
denen Stufen des Messstufenfeldes abgebildet sind, wodurch sich
die Messgeschwindigkeit weiter deutlich erhöhen lässt. Zudem könnte es
sinnvoll sein, die Reihenfolge der Auslesung der einzelnen Bildsensorzeilen
abhängig
vom erwarteten Messergebnis zu machen. Wird z. B. mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
ein sich in eine bestimmte Richtung laufend ändernder Abstand durch eine
Vielzahl von Messungen kontrolliert, so könnte anhand der jüngsten Messergebnisse
eine Tendenz festgestellt werden, aus der für die nächste zukünftige Messung ein zu erwartendes
Messergebnis abgeleitet werden kann. Das erwartete Messergebnis
könnte
dann zum Festlegen der Bildsensorzeile dienen, die als erstes ausgelesen
wird. Solange keine Messinterferenz festgestellt wird, werden anschließend die
benachbarten Bildsensorzeilen ausgelesen. Ständig ausgelesen wird hingegen
die Bildsensorzeile, auf die die Kalibrierstufe und die Kalibrierinterferenz
abgebildet sind.
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Die oben erwähnte Aufgabe wird des Weiteren
bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art gelöst durch
eine Codiereinheit mit mindestens zwei flächig voneinander getrennten
Codierbereichen zur Codierung des Quelllichts, in Strahlrichtung
des Quelllichts gesehen hinter der Codiereinheit und vor der ersten
Interterometereinheit einen vom unterschiedlich codierten Quelllicht
in unterschiedlichen Bereichen flächig beleuchtbaren, räumlichen
Lichtmodulator mit einer Vielzahl einzeln schaltbarer und/oder steuerbarer
Modulatorelementen, mit denen kontrolliert mindestens zwei flächig gegeneinander
abgegrenzte, unterschiedlich codierte Quelllichtbündel erzeugbar
sind, und eine Auswerteeinrichtung zur nach Codierung getrennten
Auswertung.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindungen ergeben sich aus den Unteransprüchen 15 bis 24.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
sowie eine vorteilhafte Ausbildungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
werden im Folgenden anhand von Figuren erläutert.
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Es zeigen schematisch
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1:
eine Vorrichtung zur Messung der Oberflächentopografie eines Messobjekts,
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2:
eine Codierplatte für
eine Farbcodierung,
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3:
eine Codierplatte für
eine Intensitätscodierung,
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4:
eine Grafik zur Darstellung der Abhängigkeit der Transmissivität der Codierplatte
gemäß 3,
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5:
einen Stufenkörper,
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6:
ein Gehäuse
und eine Gehäusehalterung
für eine
Detektoroptik,
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7:
einen seitlichen Schnitt durch die Detektoroptik mit Gehäuse und
Gehäusehalterung
und
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8:
eine geschnittene Schrägaufsicht
auf das Gehäuse
mit Stablinsen.
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1 zeigt
eine Vorrichtung, mit der die Oberflächentopografie eines Messobjekts 1 ermittelt werden
kann. Kurzkohärentes
Licht einer Lichtquelle 2 wird mittels einer Einkoppeloptik 3 in
eine lichtleitende Zuleitungsfaser 4 eingekoppelt und über eine Aufweitungsoptik 5 als
paralleler Quelllichtstrahl 6 auf einen Strahlteilwürfel 8 geleitet.
Von dort wird der Quelllichtstrahl 6 auf eine DMD-Einheit 9 (Digital
Mirror Decvice) gelenkt. Die DMD-Einheit 9 besteht aus einer
großen
Anzahl einzeln beweg- und steuerbarer Mikrospiegelelemente, die
hier nicht im Einzelnen dargestellt sind. Vor Auftreffen auf die
DMD-Einheit 9 durchläuft
der Quelllichtstrahl 6 eine Codierplatte 10. Dabei
kann es sich um eine Farbcodierplatte 11 handeln, wie sie
in 2 schematisch wiedergegeben ist.
Die Farbcodierplatte 11 ist hier beispielhaft in drei Zonen 12, 13 und 14 aufgeteilt,
die jeweils für
unterschiedliche Wellenlängen λ1, λ2, λ3 selektiv
durchlässig
sind. Entsprechend der Codierung durch die Codierplatte 10 treffen
auf die DMD-Einheit 9 nun drei Quelllichtteilstrahlen mit
unterschiedlichen Wellenlängen
auf. Mittels der Mikrospiegelelemente der DMD-Einheit 9 wird
aus jedem Quelllichtteilstrahl ein Quelllichtbündel 15, 16 erzeugt,
von denen in 1 lediglich
zwei gezeigt sind. Die Quelllichtbündel 15 und 16 durchlaufen
einen zweiten Strahlteilerwürfel 17 sowie
als erste Interferometereinheit ein Mirau-Interferometer 18 und
treffen anschließend
auf die Oberfläche
des zu untersuchenden Messobjekts 1. Das Mirau-Interferometer 18 umfasst
zwei Strahlteilerplatten 19 und 20. Der Anteil
jedes Quelllichtbündels 15, 16,
der an der hinteren Strahlteilerplatte 20 reflektiert wird
und das Messobjekt 1 nicht erreicht, bildet jeweils ein
Referenzlichtbündel.
Der Anteil der Quelllichtbündel 15, 16,
der das Messobjekt erreicht, ist jeweils ein Messlichtbündel 21, 22.
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Sowohl die hier nicht gesondert dargestellten Referenzlichtbündel als
auch die vom Messobjekt 1 reflektierten Messlichtbündel 21, 22 werden über den zweiten
Strahlteilenwürfel 17 über eine
zweite Einkoppeloptik 23 in ein Lichtleiterkabel 24 eingespeist. Über eine
zweite Aufweitungsoptik 25 werden die Referenzlichtbündel und
Messlichtbündel 21, 22 als
jeweils parallele Bündel
auf einen dritten Strahlteilerwürfel 26 eines
Michelson-Interferometers 27 gegeben. Am dritten Strahlteilerwürfel 26 werden
Anteile der Messlichtbündel 21, 22 und
Referenzlichtbündel in
Richtung auf einen Stufenspiegel 28 gelenkt. Der Stufenspiegel 28 ist
in 5 in vergrößerter Weise und
anderer Orientierung als in 1 dargestellt
und wird in seiner Funktionsweise weiter unten erläutert. Der
Pfeil in 5 zeigt in
Richtung der optischen Achse des ersten Strahlengangs. Die vom Stufenspiegel 28 reflektierten
Messlichtteilbündel
und Referenzlichtteilbündel
durchlaufen anschließend
wieder den dritten Strahlteilerwürfel 26 und
treffen dort über eine
Detektoroptik 29 auf einen Detektor 30.
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Der nicht vom dritten Strahlteilerwürfel 26 abgelenkte
Anteil der Messlichtbündel 21, 22 sowie
der Referenzlichtbündel
trifft auf einen planen Spiegel 31, wird von dort reflektiert
und vom dritten Strahlteilerwürfel 26 ebenfalls über die
Detektoroptik 29 auf den Detektor 30 gegeben.
Im Michelson-Interferometer 27 ist ein erster Strahlengang
durch den dritten Strahlteilerwürfel 26,
den Stufenspiegel 28 und den Detektor 30 definiert.
Ein zweiter Strahlengang ist durch den dritten Strahlteilerwürfel 26,
den planen Spiegel 31 und den Detektor 30 definiert.
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Die optische Wegstrecke im ersten
Strahlengang hängt
davon ab, an welchem Ort am Stufenspiegel 28 das Licht
reflektiert wird. Die Abstände
des planen Spiegels 31 vom Strahlteiler 26 und
des Stufenspiegels 28 vom Strahlteiler 26 sind
so gewählt, dass
der durch das Mirau-Interferometer 18 erzeugte Unterschied
in der optischen Wegstrecke zwischen den Messlichtbündeln einerseits
und den Referenzlichtbündeln
andererseits in etwa ausgeglichen ist, wenn einer der Referenzlichtteilbündel z.
B. den ersten Strahlengang und das zugehörige Messlichtteilbündel den
zweiten Strahlengang durchläuft.
In diesem Fall kommt es auf der dem ersten Strahlengang und dem
zweiten Strahlengang gemeinsamen Interferenzstrecke 32 zu
Messinterferenzen zwischen zueinander gehörenden Referenzlichtteilbündeln und Messlichtteilbündeln. Eine
Messinterferenz wird jedoch nur von dem Anteil des Referenzlichtteilbündels erzeugt,
für den
bei der gegebenen kurzen Kohärenzlänge des
eingesetzten Quelllichts der Ausgleich des in der ersten Interferometereinheit 7 erzeugten Wegunterschiedes
zum zugehörigen
Messlichtbündel
hinreichend genau ist. Dies gilt in der Regel nur für einen
auf einer bestimmten Messstufe 33 (siehe 5) eines Messstufenfeldes 7 des
Stufenspiegels 28 reflektierten Anteil. Sowohl die Messinterferenz als
auch der Stufenspiegel 28 werden auf dem hier nicht dargestellten
Bildsensorarray des Detektors 30 optisch abgebildet. Somit
kann festgestellt werden, welche Messstufe 33 die Interferenz
erzeugt. Aus den bekannten geometrischen Gegebenheiten kann dann
unmittelbar auf den zu bestimmenden Abstand zwischen der zweiten
Strahlteilerplatte
20 und der Oberfläche des Messobjekts 1 für eine bestimmte Rasterstellung
geschlossen werden.
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Um eine eindeutige Aussage zum zu
bestimmenden Abstand machen zu können,
ist eine Kalibrierung des Michelson-Interferometers 27 notwendig. Hierzu
ist am Stufenspiegel 28 eine Kalibrierstufe 34 (siehe 5) vorgesehen. Die Kalibrierstufe 34 erzeugt
im ersten Strahlengang eine Kalibrierwegstrecke, welche die kürzeste optische
Wegstrecke im ersten Strahlengang ist. Der Stufenspiegel 28 und der
plane Spiegel 31 werden so platziert, dass der Abstand
der Reflexionsfläche 35 der
Kalibrierstufe 34 vom Strahlteiler 26 möglichst
exakt mit dem Abstand des planen Spiegels 31 vom Strahlteiler 26 übereinstimmt.
Der Abstand des Messstufenfeldes 7 von der Reflexionsfläche 35 der
Kalibrierstufe 34 und die Ausdehnung des Messstufenfeldes 7 in
Richtung der optischen Achse des ersten Strahlenganges legt somit
den Messbereich fest. Sämtliche
am Strahlteiler 26 erzeugten Teilbündel der Referenzlichtbündel sowie
der Messlichtbündel 21, 22 interferieren
bei hinreichend genauer Übereinstimmung
der Kalibrierwegstrecke mit der optischen Wegstrecke des zweiten
Strahlenganges in der Interferenzstrecke 32 miteinander.
Diese von der Kalibrierstufe 34 erzeugte Kalibrierinterferenz
bestätigt
somit die gewünschten geometrischen
Verhältnisse.
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Aus der bekannten Höhe der Kalibrierstufe 34 und
den bekannten Stufenhöhen
der Messstufen 33 lässt
sich aus der Position der in der Interferenzstrecke 32 erzeugten
Messinterferenzen in der Abbildung im Detektor 30 der optische
Wegstreckenunterschied zwischen dem den interferierenden Anteilen der
einander zugeordneten Referenzlichtteilbündel und Messlichtteilbündel und
damit der jeweils zu bestimmende Abstand pro Rasterpunkt ermitteln. Über sämtliche
Rasterpunkte hinweg ergibt sich somit das Oberflächenprofil des Messobjekts.
Beim Detektor 30 handelt es sich um eine farbempfindliche CCD-Kamera,
so dass die verschiedenen Messlichtbündel 21, 22 gleichzeitig
ausgewertet werden können.
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Es ist vorteilhaft, den Stufenspiegel 28 um
einen zur optischen Achse ersten Strahlenganges sowie zur Flächennormalen
der Spiegelflächen
des Stufenspiegels 28 senkrechten Kippachse zu neigen. Aufgrund
der gegebenen Breite der Kalibrierstufe 34 entsteht mit
der Neigung ein die Kalibrierwegstrecke enthaltender Kalibrierbereich.
Somit können
aufgrund mechanischer oder thermischer Einflüsse erzeugte Verschiebungen
des Stufenspiegels 28 festgestellt werden, in dem sich
die Kalibrierinterferenz in der optischen Abbildung im Detektor 30 auf
der Reflexionsfläche 35 der
Kalibrierstufe 34 verschiebt. Wird eine solche Verschiebung
festgestellt, braucht der Stufenspiegel 28 nicht mit mechanischen
Hilfsmitteln neu positioniert zu werden. Vielmehr kann die Verschiebung
mittels der Bildverarbeitung festgestellt und in die Berechnung
des zu bestimmenden jeweiligen Abstands eingearbeitet werden. Somit
ist es möglich,
selbst während
einer Messung entstehende Verschiebungen oder Positionsänderungen
des Stufenspiegels 28 festzustellen und für die Ermittlung des
Messergebnisses zu berücksichtigen.
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In den 6 bis 8 ist die Detektoroptik 29 näher erläutert.
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In 6 ist
der Detektor 30 abgebildet, der sich dort auf einer in 1 nicht gezeigten Platine 35 befindet.
Auf der Platine 35 ist mittels in Schraublöchern 36 versenkten,
hier nicht dargestellten Schrauben eine Gehäusehalterung 37 fixiert.
Ein Gehäuse 38 ist
in einer zylindrischen Durchführung
der Gehäusehalterung 37 in
Richtung senkrecht zur Platine 35 geführt. Das Gehäuse 38 kann
mittels einer Fixierungsschraube 39 fixiert werden.
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8 zeigt
eine geschnittene Schrägaufsicht
auf das Gehäuse 38.
In dem Gehäuse 38 ist eine
Linsenhalterung 40 angeordnet, auf der zwei Stablinsen 41 fixiert
sind. Wenn das Gehäuse 38 auf das
Deckglas des Detektors 30 (6)
abgesenkt wird, stützt
sich die Linsenhalterung 40 unmittelbar auf diesem Deckglas
ab und wird gegen einen elastischen Ausgleichsring 42 gepresst,
der sich wiederum an einer als Abstützelement dienenden Kante 43 in der
Wand des Gehäuses 38 abstützt.
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Durch die Fixierung der Gehäusehalterung 37 auf
der Platine 35 ist die Längsachse der Durchführung in
der Gehäusehalterung 37 und
somit die Längsachse
des Gehäuses 38 senkrecht
zur Ebene der Platine 35 ausgerichtet. Aufgrund fertigungstechnischer
Toleranzen kann der Detektorchip 30 und damit das zum Detektorchip 30 in
aller Regel parallele Deckglas zur Ebene der Platine 35 verkippt
sein. Durch den elastischen Ausgleichsring 42 wird diese Verkippung
aufgefangen, so dass bei fixiertem Gehäuse 38 die Linsenhalterung 40 und
damit die Linsen 41 parallel zum Detektorchip 30 ausgerichtet bleibt.
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Durch Drehen des Gehäuses 38 um
seine Längsachse
können
die Stablinsen 41 parallel zu den hier nicht gesondert
dargestellten Sensorzeilen des Detektorchips 30 ausgerichtet
werden, so dass von jeder Stablinse 41 die Strahlung auf
zum Beispiel genau eine bestimmte Sensorzeile fokussiert wird. Den Auslesevorgang
kann man auf die mit der fokussierten Strahlung beaufschlagten Sensorzeilen
beschränken,
so dass hohe Messfrequenzen möglich sind.
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7 zeigt
eine Alternative Ausbildungsform der Detektoroptik 29 in
einem seitlichen Querschnitt. Einander entsprechende Elemente sind
den 6 bis 8 mit den gleichen Bezugszeichen
versehen. So ist auch hier die Gehäusehalterung 37 auf
der Platine 35 fixiert. Alternativ zu einer Befestigung
mit Schrauben, kann die Gehäusehalterung 37 beispielsweise auch
aufgeklebt sein. In der Gehäusehalterung 37 ist das
Gehäuse 38 mit
zylindrischer Form geführt,
in welchem die Linsenhalterung 40 mit einer oder mehreren
Stablinsen 41 angeordnet ist. Je nach der gewählten Optik
ist es erforderlich, zum Detektorchip 30 einen bestimmten
Abstand einzuhalten. Aufgrund dessen ist ein zylinderförmiger Abstandhalter 44 vorgesehen,
der sich unmittelbar auf dem Deckglas des Detektorchips 30 abstützt. Bei
Absenken des Gehäuses 38 wird
die Linsenhalterung 40 über
die Kante 43 und den Ausgleichsring 42 auf den
Abstandhalter 44 gestützt.
Es ist möglich,
Linsenhalterung 40 und Abstandhalter 44 einstöckig auszubilden.
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In allen Ausführungsbeispielen der Detektoroptik 29 können im
Gehäuse 38 oder
vor dem Gehäuse 38 weitere,
in den Fig. nicht dargestellte optische Elemente, wie z.B. eine
Sammellinse, vorgesehen sein, die im Zusammenspiel mit den im Gehäuse angeordneten
Linsen 41 die gewünschten
Effekte bewirken.
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3 zeigt
als Alternative zur farbgestützten Codierung
des Quelllichts eine Codierplatte 45, deren Durchlässigkeit
für die
verwendete Strahlung in einer Richtung zunimmt. Dies ist in 3 durch die abnehmende Dichte
der eingezeichneten Linien angedeutet. 4 stellt die Durchlässigkeit der Codierplatte in
Abhängigkeit
von ihrer Längsausdehnung grafisch
dar. Die Codierung erfolgt hier mittels der Intensitätsunterschiede
zwischen verschiedenen Quellstrahlbündeln. Die am Detektor 30 festgestellten
Interferenzen können
anhand ihrer Intensitätsunterschiede
den zugehörigen
Quellstrahlbündeln
zugeordnet werden.
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- 1
- Messobjekt
- 2
- Lichtquelle
- 3
- Einkoppeloptik
- 4
- Zuleitungsfaser
- 5
- Aufweitungsoptik
- 6
- Quelllichtstrahl
- 7
- Messstufenfeld
- 8
- Strahlteilerwürfel
- 9
- DMD-Einheit
- 10
- Codierplatte
- 11
- Farbcodierplatte
- 12
bis 14
- Zonen
der Farbcodierplatte
- 15
bis 16
- Quelllichtbündel
- 17
- zweiter
Strahlteilerwürfel
- 18
- Mirau-Interterometer
- 19
- Strahlteilerplatte
- 20
- Strahlteilerplatte
- 21
- Messlichtbündel
- 22
- Messlichtbündel
- 23
- zweite
Einkoppeloptik
- 24
- Lichtleiterkabel
- 25
- zweite
Aufweitungsoptik
- 26
- dritter
Strahlteilerwürfel
- 27
- Michelson-Interterometer
- 28
- Stufenspiegel
- 29
- Detektoroptik
- 30
- Detektor
- 31
- Spiegel
- 32
- Interterenzstrecke
- 33
- Messstufe
- 34
- Kalibrierstufe
- 35
- Platine
- 36
- Schraubloch
- 37
- Gehäusehalterung
- 38
- Gehäuse
- 39
- Fixierungsschraube
- 40
- Linsenhalterung
- 41
- Stablinse
- 42
- Ausgleichsring
- 43
- Kante
- 44
- Abstandhalter
- 45
- Codierplatte