DE10317671A1 - Motorradständer - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Motorradständer beschrieben mit einem Hauptständer und einem Zusatzhebel für die Betätigung des Hauptständers. Sowohl der Hauptständer als auch der Zusatzständer sind am Fahrzeugaufbau schwenkbar angelenkt. Beim Ausklappen des Hauptständers zum Aufbocken des Fahrzeuges drückt der Zusatzhebel über eine Kulissenführung auf den Hauptständer. Die Kulissenführung ermöglicht es, einen möglichst großen Anteil des Betätigungshubs zum eigentlichen Aufbocken zu nutzen.
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf einen Motorradständer, wie er im Oberbegriff des Hauptanspruchs beschrieben ist.
- Die
US 4,582,336 zeigt einen derartigen Motorradständer. Bei dieser Ausführung wird der Hauptständer über ein Drehgelenk von dem Zusatzhebel getragen, der wiederum schwenkbar am Fahrzeugaufbau lagert. Beim Aufbocken des Motorrades klappt der Fahrer zuerst der Hauptständer nach unten, bis er den Boden berührt. Dann tritt er auf den Zusatzhebel, der sich am Hauptständer abstützt. Durch den Bodenkontakt wirkt der Hauptständer dabei als Widerlager. Das Motorrad wird angehoben und es lässt sich in seine aufgebockte Endlage kippen. - Aufgabe der Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Motorradständer weiterzubilden, der einfach aufgebaut ist und mit dem durch verhältnismäßig geringe Kräfte das Motorrad aufgebockt werden kann.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
- Nach der Erfindung ist demnach neben dem Zusatzhebel auch der Hauptständer schwenkbar am Fahrzeugaufbau gelagert. Auf diese Weise werden die Schwenkbewegungen der beiden Bauteile voneinander getrennt, und für die Bauteile ergibt sich so ein größerer Gestaltungsspielraum. Erfindungsgemäß ist für die Kraftübertragung zwischen dem Zusatzhebel und Hauptständer eine Kulissenführung vorgesehen.
- Eine solche Kulissenführung erlaubt eine erste alleinige Schwenkbewegung des Hauptständers ähnlich dem Stand der Technik nach der erwähnten
US 4,582,336 . Darüber hinaus eignet sie sich für Lösungen, bei denen der Fahrer den Zusatzhebel von Anfang betätigt und den nahezu gesamten Betätigungshub zum Aufbocken des Motorrades ausnutzen kann. Der Kraftbedarf zum Aufbocken lässt sich damit deutlich verringern. Durch eine geschickte Formgebung der Kulissenbahn steht der überwiegende Teil des Fußhubes dem eigentlichen Aufbocken des Motorrads zur Verfügung. - In zweckmäßiger Weise läuft in der Bahn der Kulisse ein Rollkörper. Die Abrollbewegung zwischen dem Zusatzhebel und dem Hauptständer erfolgt dadurch leichtgängiger, so dass sich der Kraftbedarf für das Aufbocken noch weiter senken lässt.
- Es bietet sich in vielen Fällen an, die Kulisse am Zusatzhebel und den Rollkörper am Hauptständer anzubringen; zwingend notwendig ist dies aber nicht. Ebenso lässt sich in umgekehrter Weise die Kulisse am Hauptständer und entsprechend den Rollkörper am Zusatzhebel vorsehen. Ebenso lässt sich die Lage der einzelnen Drehgelenke zueinander und in Bezug auf den Fahrzeugaufbau je nach Anforderungen bezüglich der Fahrzeuggestaltung in weiten Grenzen variieren.
- Vorteilhaft ist es darüber hinaus, die Kulisse als getrenntes Bauteil austauschbar entweder am Zusatzhebel oder am Hauptständer zu befestigen. Damit lässt sich die Kulissenführung leicht anpassen, sei es bei der Modellpflege, bei kundenspezifischen Ausstattungsvarianten des entsprechenden Fahrzeugs oder bei sonstigen Bedürfnissen.
- Schließlich kann es zweckmäßig sein, den Zusatzhebel neben seiner beschriebenen Hauptfunktion noch so zu gestalten, dass er sich als Seitenstütze eignet.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung anhand der dazugehörenden Zeichnung. Es zeigen
-
1a –1c eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Motorradsständers in den unterschiedlichen Phasen des Aufbockvorganges, -
2a ,2b eine zweite Ausführungsform mit einem eingeklappten und einem gerade auf dem Boden aufsetzenden Hauptständer und -
3a ,3b eine dritte Ausführungsart mit einem Hauptständer in der horizontalen Ruhelage und in der Endlage. - Die Darstellung nach
1a – wie auch die nach den übrigen Figuren – zeigt lediglich die für das Verständnis der Erfindung notwendigen Bauteile. Das Fahrzeug für den erfindungsgemäßen Motorradständer ist ebenso wenig erkennbar wie die angrenzenden Abschnitte des Fahrzeugaufbaus, an denen die Bauteile angelenkt sind. - Aus der
1a geht ein Hauptständer1 hervor, der mit seinem unteren Endabschnitt gerade den Boden berührt. Dem gegenüberliegenden Ende des Hauptständers1 ist für seine schwenkbare Lagerung am Fahrzeug aufbau ein Drehgelenk2 zugeordnet. Die Drehachse verläuft dabei senkrecht zur Zeichnungsebene. - Auf den Hauptständer
1 wirkt ein zweiarmiger Zusatzhebel3 . Mit seinem Mittenabschnitt ist der Zusatzhebel3 über ein weiteres Drehgelenk4 am Fahrzeugaufbau gelagert. Die Drehachse verläuft ebenfalls senkrecht zur Zeichnungsebene und damit parallel zur Drehachse des Drehgelenks2 . Das Drehgelenk4 liegt in Fahrtrichtung gesehen hinter dem Drehgelenk2 ; die Fahrtrichtung wird in der1a – stellvertretend für alle anderen Figuren – durch den Richtungspfeil5 definiert. Das Drehgelenk4 unterteilt den Zusatzhebel3 in einen vorderen Hebelarm mit einer Kulisse6 an seinem Ende und einem hinteren Hebelarm mit einem ausgeformten Trittstück7 . Die Kulisse6 arbeitet mit einem Rollkörper8 am oberen Abschnitt des Hauptständers2 zusammen. - In
1a sind zwei Stellungen des Hauptständers1 gezeigt. In vollausgezogenen Strichen ist die bereits erwähnte Position dargestellt, in der er gerade auf den Boden aufsetzt. In der gestrichelten Darstellung befindet sich der Hauptständer in einer horizontalen Ruhelage, die er einnimmt, wenn das Fahrzeug bewegt wird. Beim Aufbocken des Fahrzeuges drückt der Fahrer den Hauptständer nach unten, wie dies ein Pfeil9 andeutet. Der Zusatzhebel3 wird dabei noch nicht betätigt. Sobald der Hauptständer den Boden berührt, wechselt der Fahrer auf den Zusatzhebel3 und drückt ihn über das Trittstück7 nach unten; dieser Vorgang ist in1b durch einen weiteren Pfeil10 verdeutlicht. Die Kulisse6 kommt in Kontakt mit dem Rollkörper8 , der sich bei dem weiteren Bewegungsvorgang in der Kulissenbahn abwälzt. Der weiter nach unten drehende Zusatzhebel3 drückt über die Kulissenführung den Hauptständer1 nach vorne. Dieser stemmt sich gegen den Boden ab und hebt das Motorrad an bis es die Gleichgewichtslage erreicht (1b ). Das Motorrad kann nun ihn eine stabile Aufbocklage auf das Hinterrad gekippt werden. Dabei bewegt sich der Hauptständer1 nach vorne in eine stabile, in etwa vertikale Endlage, wie in1c gezeigt. Das Fahrzeug ist aufgebockt. Eine nicht dargestellte Zugfeder kann schließlich den Zusatzhebel3 in seine Ursprungslage nach1a zurückholen. - Die Ausführungen nach den
2 und3 ähneln bezüglich der Bauteile der Ausführung nach1 . Ein Hauptständer1' bzw.1'' ist über ein Drehgelenk2' ,2'' am nichtgezeichneten Fahrzeugaufbau schwenkbar gelagert. Ein Zusatzhebel3' ,3'' mit einem entsprechenden Drehgelenk4' ,4'' trägt eine Kulisse6' und6'' , während ein Rollkörper8' und8'' am Hauptständer1' ,1'' vorgesehen ist. - Ein wesentlicher Unterschied dieser beiden Ausführungen zu dem Motorradständer nach
1 besteht darin, dass das Ausklappen des Hauptständers von Anfang durch den Zusatzhebel erfolgt, wie nachfolgend beschrieben. - Bei der Ausführung nach den
2a und2b ist der Zusatzhebel3' als einarmiger Hebel ausgelegt und sein Drehgelenk4' liegt in Fahrtrichtung vor dem Drehgelenk2' des Hauptständers1' . Seine Kulisse6' liegt etwa im vorderen Drittel seiner Längserstreckung und hinter dem Drehgelenk2' . Die Kulisse berührt dabei schon in der Ruhelage des Hauptständers1' den Rollkörper8' . - Will der Fahrer das Motorrad aufbocken, drückt er den Zusatzhebel
3' entsprechend dem Pfeil10' nach unten. Über die Kulissenführung klappt der Hauptständer1' in Richtung des Pfeils9' nach unten bis er auf dem Boden aufsetzt. Diesen Zustand zeigt2b . Durch weiteres Nach-unten-Drücken des Zusatzhebels3' lässt sich das Motorrad in oben beschriebener Weise über die Gleichgewichtslage in die stabile Aufbocklage hebeln (nicht dargestellt). - In den
3a und3b liegen die Drehgelenke2'' und4'' in etwa auf gleicher Höhe. Die Kulisse6'' ist wiederum am Zusatzhebel3'' ausgeformt, allerdings an einem Hebelabschnitt, der über das Drehgelenk2'' hinaus nach vorne ragt. Entsprechend sitzt der Rollkörper8'' auf einem ebenfalls nach vorne zeigenden, über das Drehgelenk hinausragenden Fortsatz des Hauptständers1'' . Wie in den2a undb stehen die Kulisse6'' und der Rollkörper8'' schon in der Ruhelage des Hauptständers1' (3a ) in Wirkverbindung und in prinzipiell der gleichen Weise wird der Hauptständer1'' durch Betätigen des Zusatzhebels3'' (Pfeil10'' ) in Richtung des Pfeils9'' nach unten geschwenkt, bis er seine in3b gezeigte, das Motorrad aufbockende Endlage einnimmt.
Claims (8)
- Motorradständer zum Aufbocken eines Motorrades mit einem Hauptständer (
1 ,1' 1'' ), der sich aus einer horizontalen Ruhelage in eine senkrechte, das Motorrad aufbockende Endlage verstellen lässt, und einem am Fahrzeugaufbau drehbar gelagerten Zusatzhebel (3 ,3' ,3'' ), der wenigstens im letzten Abschnitt des Verstellweges auf den Hauptständer wirkt und ihn in seine Endlage drängt und der hierfür ein Trittstück (7 ,7' ,7'' ) für die Einleitung der Betätigungskraft aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Hauptständer (1 ,1' 1'' ) ebenfalls am Fahrzeugaufbau drehbar gelagert ist und die Wirkverbindung zwischen ihm und dem Zusatzhebel (3 ,3' ,3'' ) durch eine Kulissenführung erfolgt. - Motorradständer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung aus einer am Zusatzhebel (
3 ,3' ,3'' ) vorgesehenen Kulisse (6 ,6' ,6'' ) besteht, in der sich ein am Hauptständer (1 ,1' 1'' ) gelagerter Rollkörper (8 ,8' ,8'' ) abwälzt oder umgekehrt. - Motorradständer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzhebel (
3 ) einen zweiarmigen Hebel bildet, dessen in etwa mittig angeordnetes Drehgelenk (4 ) in Fahrzeuglängsrichtung hinter dem Drehgelenk (2 ) des Hauptständers (1 ) liegt, und bei dem der hintere Hebelarm als Trittstück (7 ) dient, während der mit dem Haupt ständer (1 ) zusammenwirkende vordere Hebelarm die Kulisse (6 ) aufweist. - Motorradständer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzhebel (
3' ) ein einarmiger Hebel ist mit einem in Fahrzeuglängsrichtung vor der Drehachse des Hauptständers (1' ) liegenden Drehgelenk (2' ) und einer hinter dem Hauptständer (1' ) liegenden Kulisse (6' ). - Motorradständer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse eines Zusatzhebel (
3'' ) in Fahrzeuglängsrichtung etwa auf gleicher Höhe der Drehachse des Hauptständers (1'' ) liegt und dass der Zusatzhebel (3'' ) im Bereich seiner Drehachse eine nach vorne zeigende, über die Drehachse des Hauptständers hinausragende Kulisse (6'' ) aufweist, in der sich ein dem Hauptständer (1'' ) zugeordneter und vor dessen Drehachse liegender Rollkörper (8'' ) abwälzt. - Motorradständer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein nach vorne zeigender, vor der Drehachse des Hauptständers (
1'' ) liegender Fortsatz am Hauptständer (1'' ) den Rollkörper (8'' ) lagert. - Motorradständer nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (
6 ,6' ,6'' ) als getrenntes Bauteil austauschbar ist. - Motorradständer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzhebel (
3 ,3' ,3'' ) zusätzlich als Seitenstütze dient.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2003117671 DE10317671A1 (de) | 2003-04-17 | 2003-04-17 | Motorradständer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2003117671 DE10317671A1 (de) | 2003-04-17 | 2003-04-17 | Motorradständer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10317671A1 true DE10317671A1 (de) | 2004-10-28 |
Family
ID=33039119
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2003117671 Withdrawn DE10317671A1 (de) | 2003-04-17 | 2003-04-17 | Motorradständer |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10317671A1 (de) |
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