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DE10316304A1 - Abgasventil - Google Patents

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Publication number
DE10316304A1
DE10316304A1 DE2003116304 DE10316304A DE10316304A1 DE 10316304 A1 DE10316304 A1 DE 10316304A1 DE 2003116304 DE2003116304 DE 2003116304 DE 10316304 A DE10316304 A DE 10316304A DE 10316304 A1 DE10316304 A1 DE 10316304A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
exhaust valve
shaft
bearing
exhaust gas
density
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE2003116304
Other languages
English (en)
Inventor
Thomas Klotten
Roman Heckt
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Visteon Global Technologies Inc
Original Assignee
Visteon Global Technologies Inc
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Visteon Global Technologies Inc filed Critical Visteon Global Technologies Inc
Priority to DE2003116304 priority Critical patent/DE10316304A1/de
Publication of DE10316304A1 publication Critical patent/DE10316304A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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Classifications

    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F02COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
    • F02DCONTROLLING COMBUSTION ENGINES
    • F02D9/00Controlling engines by throttling air or fuel-and-air induction conduits or exhaust conduits
    • F02D9/04Controlling engines by throttling air or fuel-and-air induction conduits or exhaust conduits concerning exhaust conduits

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Lift Valve (AREA)
  • Control Of Throttle Valves Provided In The Intake System Or In The Exhaust System (AREA)

Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein hochdichtes Abgasventil zum Einbau in eine Abgasleitung eines Kraftfahrzeugs. Das Abgasventil weist eine innerhalb eines Gehäuses angeordnete Sperrklappe auf, die auf einer quer zur Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordneten Welle befestigt und auf dieser Welle zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung schwenkbar ist. Die Welle ist in einem ersten Lager und einem zweiten Lager drehbar gelagert. Die Sperrklappe stützt sich in Öffnungsstellung an Kontaktstellen im ersten Lager und im zweiten Lager mechanisch am Gehäuse ab. Weiterhin bildet das Gehäuse eine erste und eine zweite Anschlagfläche für eine Anlage der Sperrklappe in Schließstellung aus. Beim Übergang von der Öffnungsstellung in die Schließstellung wird der mechanische Kontakt im zweiten Lager im Wesentlichen aufgehoben. In Schließstellung stützt sich die Sperrklappe an Kontaktstellen im ersten Lager und über eine erste und eine zweite Dichtfläche an der ersten und der zweiten Anschlagfläche mechanisch am Gehäuse ab.

Description

  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein hochdichtes Abgasventil zum Einbau in eine Abgasleitung eines Kraftfahrzeuges mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Hauptanspruchs.
  • Im Zuge der weiteren Verschärfung der Abgasnormen für Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ist es erforderlich, technische Lösungen für das Problem der hohen Schadstoffemission der Verbrennungsmotoren zu finden, bevor diese ihre Betriebstemperatur erreicht haben. Hierzu schlägt beispielsweise DE 19526765 vor, die Abgase in der Startphase des Motors, in der die relevanten Abgasreinigungskomponenten ihre Betriebstemperatur noch nicht erreicht haben, zeitweise durch einen Absorber zu leiten, in dem die Schadstoffe zwischengespeichert werden. Das in der zweiten Phase wärmere Abgas wird wegen der in zwischen abnehmenden Absorptionsfähigkeit des Absorbers ohne Durchströmung des Absorbers durch den Hauptkatalysator geleitet und verursacht eine schnelle Erwärmung des selbigen. Nach Erreichen der Betriebstemperatur des Hauptkatalysators wird der Absorber erneut durchströmt und die zwischengespeicherten Schadstoffe werden ausgetrieben und anschleißend im Hauptkatalysator gereinigt. Eine derartige Verschaltung zur Reduzierung der Schadstoffemissionen in der Startphase eines Kraftfahrzeugs erfordert mindestens ein aktives hochdichtes Abgasventil.
  • In einem alternativen oder ergänzenden Ansatz wird die Abgasleitung des Verbrennungsmotors mittels eines geeigneten hochdichten Abgasventils verschlossen, so dass der Verbrennungsmotor gegen einen erhöhten Abgasdruck arbeiten muss. Wird die eingespritzte Kraftstoffmenge konstant gehalten, so hat der erhöhte Abgasdruck im Allgemeinen eine Abnahme der Drehzahl zur Folge. Wird beispielsweise von einer elektronischen Motorsteuerung die Drehzahl des Verbrennungsmotors konstant gehalten, so wird hierzu die eingespritzte Kraftstoffmenge erhöht. Insgesamt ergibt sich hieraus eine Erhöhung der im Verbrennungsmotor anfallenden Abwärme, die zu einer deutlichen Beschleunigung des Aufwärmvorgangs führt. Hat die Verbrennungsmotor die gewünschte Temperatur erreicht oder wird er – beispielsweise bedingt durch eine Fahrbewegung des Kraftfahrzeuges – mit einer erhöhten Last betrieben, so wird das Abgasventil wieder geöffnet, so dass der Verbrennungsmotor wieder bei normalem Abgasdruck arbeitet.
  • An das für solche Einsatzzwecke zu verwendende Abgasventil sind hohe Anforderungen zu stellen, die mit den aus dem Stand der Technik bekannten Konstruktionen nicht zu realisieren sind. Im geöffneten Zustand des Abgasventils ist ein möglichst geringer Strömungswiderstand zu realisieren. Im geschlossenen Zustand hingegen soll die Abgasleitung möglichst vollständig geschlossen sein. Eine entsprechende Ventilcharakteristik weisen grundsätzlich aus dem Stand der Technik bekannte Drosselklappenventile auf, von denen bereits eine Vielzahl auch zum Einsatz in Abgasleitungen von Verbrennungsmotoren vorgesehen ist.
  • So ist beispielsweise aus der WO 01/50047A1 ein Abgasventil für einen Verbrennungsmotor bekannt, welches als Drosselklappenventil ausgebildet ist. Es ist dazu vorgesehen, in die Abgasleitung eines Kraftfahrzeugs eingesetzt zu werden und zur Steuerung des Abgasstroms durch eine Hauptleitung oder durch eine Bypassleitung eingesetzt zu werden. Das in der genannten Schrift offenbarte Abgasventil umfasst ein Gehäuse, in dem auf ei ner senkrechte zum Abgasstrom angeordneten und in zwei Lagern drehbar gelagerten Welle eine Sperrklappe schwenkbar zwischen einer Schließstellung und einer Öffnungsstellung angeordnet ist. Dabei weist die Sperrklappe eine längs ihres äußeren Umfangs umlaufende Nut auf, in die eine geeignete, temperaturstabile Dichtung eingesetzt ist. Das Gehäuse des Drosselventils ist dabei so ausgebildet, dass sich in der Öffnungsstellung der Sperrklappe nur geringe Berührflächen zwischen der Dichtung und dem Gehäuse ausbilden, in der Schließstellung jedoch die Dichtung am gesamten Innenumfang des Gehäuses anliegt und den Zwischenraum zwischen der Sperrklappe und der Gehäuseinnenwandung vollständig ausfüllt. Das so realisierte Abgasventil weist einen niedrigen Strömungswiderstand in seinem geöffneten Zustand auf und versperrt in seinem geschlossenen Zustand die Abgasleitung praktisch vollständig. Unter einer praktisch vollständigen Absperrung ist in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass sich auch bei hohen Überdrucken von 1 bar und darüber im abgesperrten Bereich des Abgassystems, nur eine geringe Leckrate durch das geschlossene Abgasventil ergibt. Auf diese Weise ist es möglich, auch bei einem geringen Abgasstrom – beispielsweise im Leerlauf des Verbrennungsmotors – einen hohen Gegendruck auf der Abgasseite des Verbrennungsmotors zu erzielen und damit zu einer schnellen Erwärmung des Verbrennungsmotors zu gelangen.
  • Nachteilig an dem aus der WO 01/500 47 A1 bekannten Abgasventil ist jedoch die für eine ordnungsgemäße Funktion unbedingt elastische Dichtung. Eine solche Dichtung muss geeignete mechanische Eigenschaften wie eine ausreichende elastische Verformbarkeit aufweisen, und darüber hinaus den hohen Temperaturen der ausströmenden Abgase sowie der aggressiven Atmosphäre im Abgasstrom widerstehen. Im praktischen Einsatz hat es sich als schwierig erwiesen, geeignete Dichtungsmaterialen mit einer ausreichenden Standfestigkeit zu finden.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein als Drosselklappenventil ausgebildetes Abgasventil anzugeben, welches eine geringe Leckrate auch bei hohen Überdrucken aufweist und hohe Standzeiten ermöglicht. Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Abgasventil mit den Merkmalen des Hauptanspruchs.
  • Ein solches Abgasventil weist eine innerhalb eines Gehäuses angeordnete Sperrklappe auf, die auf einer quer zur Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordneten Welle befestigt ist. Die Sperrklappe ist auf dieser Welle zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung schwenkbar. Die Welle ist in einem ersten und einem zweiten Lager drehbar gelagert. Erfindungsgemäß bildet nun das Gehäuse Anschlagflächen für eine Anlage der Sperrklappe in Schließstellung aus. Weiterhin ist das Abgasventil erfindungsgemäß so ausgebildet, dass sich die Sperrklappe in Öffnungsstellung an Kontaktstellen im ersten und im zweiten Lager mechanisch am Gehäuse abstützt. Beim Übergang der Sperrklappe von der Öffnungsstellung in die Schließstellung wird der mechanische Kontakt im zweiten Lager im Wesentlich aufgehoben. Befindet sich die Sperrklappe schließlich in ihrer Schließstellung, so ergibt sich ein mechanischer Kontakt zwischen der Sperrklappe und der Welle einerseits und dem Gehäuse andererseits nur noch im ersten Lager und im Bereich der Anschlagflächen, so dass sich die Sperrklappe im Wesentlichen nur noch an diesen Kontaktstellen mechanisch am Gehäuse des Abgasventils abstützt.
  • In einer bevorzugten Weiterbildung führt die Welle der Sperrklappe beim Übergang von der Öffnungsstellung in die Schließstellung und umgekehrt eine Kippbewegung aus. Hierzu ist das zweite Lager vorzugsweise so ausgebildet, dass es ein kontrolliertes Radialspiel der gelagerten Welle erlaubt. Das erste Lager weist ebenfalls ein gewisses Radialspiel auf, welches aber deutlich geringer gehalten sein kann und sich im Allgemeinen von selbst ergibt, wenn das erste Lager so ausgebildet ist, dass es eine Drehbewegung der gelagerten Welle unter allen Betriebsbedingungen, insbesondere allen auftretenden Betriebstemperaturen, die im Bereich zwischen –50°C und +500°C liegen können, erlaubt. Auf eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Lager wird im Rahmen der Ausführungsbeispiele näher eingegangen.
  • In dieser Weiterbildung ist die Welle des Abgasventils daher im ersten Lager weitgehend spielfrei gelagert, wobei jedoch eine geringfügige Kippbewegung der Welle im ersten Lager möglich ist, und die Welle schwimmend im zweiten Lager gelagert, so dass die beschriebene Kippbewegung beim Übergang von Öffnungszustand in den Schließzustand und umgekehrt möglich ist.
  • Besondere Vorteile ergeben sich, wenn die Anschlagflächen im Gehäuse, d.h., diejenigen Bereiche, an denen sich die Sperrklappe in ihrem Schließzustand anlegt, mit der für eine Dichtfläche erforderlichen Genauigkeit ausgeführt sind und mit einer Toleranz von weniger als 10/100 mm relativ zueinander im Gehäuse angeordnet sind.
  • Eine besonders hohe Dichtheit kann weiterhin dadurch erzielt werden, dass der Drehpunkt des ersten Lagers und die Kontaktbereiche der Anlagenflächen im Gehäuse in ihrer relativen Anordnung ebenfalls eine Toleranz von weniger als 10/100 mm aufweisen. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn der Drehpunkt des ersten Lagers stromabwärts außen-mittig zwischen den der Anschlagflächen des Gehäuses angeordnet ist.
  • Aufgrund einer mechanischen Vorspannung eines die Stellklappe betätigendes Aktuators und/oder des Abgasdrucks der laufenden Verbrennungskraftmaschine liegt die schwimmend im zweiten Lager gelagerte Welle in ihrer Öffnungsstellung sowie auch beim Übergang zwischen Öffnungs- und Schließstellung einseitig im zweiten Lager an. Im Allgemeinen ergibt sich eine Kontaktstelle, die auf der stromabwärts gerichteten Seite des zweiten Lagers liegt. In dieser Position der Welle erfolgt der größte Teil der Drehbewegung der Welle beim Übergang von der Öffnungsstellung in die Schließstellung und umgekehrt, hier bildet sich ein weitgehend fester erster Drehpunkt im zweiten Lager aus. Besondere Vorteile ergeben sich nun, wenn dieser erste Drehpunkt im zweiten Lager außermittig zwischen den Kontaktbereichen der Anschlagflächen des Gehäuses angeordnet ist, insbesondere um einen definierten Betrag stromabwärts außermittig angeordnet ist.
  • Beim Übergang in die Schließstellung der Sperrklappe bewegt sich die Längsachse der Welle aus dem ersten Drehpunkt des zweiten Lagers heraus und bewegt sich in einen zweiten Drehpunkt. Der sich ergebende zweite Drehpunkt ist dabei im Wesentlichen durch die Geometrie der Anschlagsflächen des Gehäuses und der Sperrklappe bestimmt, hier insbesondere ihre Dichtflächen, die für ein Anlage an die Anschlagsflächen ausgebildet sind. Die Drehflächen der Sperrklappe sind dabei mit der gleichen Präzision wie die Anschlagflächen bearbeitet, beispielsweise durch eine Fräs- oder Schleifbearbeitung.
  • Die effektive Dicke d der Sperrklappe in Schließstellung, unter der der Abstand der Dichtflächen der Sperrklappe in Strömungsrichtung verstanden wird, ist dabei vorzugsweise so gewählt, dass der sich ergebende zweite Drehpunkt der Welle im zweiten Lager mittig in diesem angeordnet ist, zumindest jedoch so, dass ein mechanischer Kontakt zwischen der Welle und dem zweiten Lager in der Schließstellung vermieden wird.
  • Die effektive Dicke d der Sperrklappe wird i. a. so gewählt, dass sie geringfügig kleiner ist als der effektive Abstand A der Anschlagflächen des Gehäuses, wobei unter dem effektiven Abstand A wiederum der Abstand in Strömungsrichtung des Abgasstroms zu verstehen ist. Vorzugsweise wird die effektive Dicke d der Sperrklappe kleiner oder maximal gleich dem effektiven Abstand A der Anschlagflächen gewählt.
  • Das erfindungsgemäße Abgasventil weist eine hohe Dichtheit auf, die es erlaubt, Überdrucke im Bereich von 1 bar und darüber auch bei niedriger Motordrehzahl zu erzeugen. Aufgrund der neuartigen Abdichtung des Ventils, die auf der Verwendung rein metallischer Dichtflächen basiert, kann die Standfestigkeit des Ventils gegenüber den auf elastischen Dichtungen basie renden Konstruktionen wesentlich erhöht werden. Die auf Siliziumstabilisiertem Stahl in verschiedenen Kristallstrukturen basierenden hochtemperaturfesten Gleitlager erlauben es, auf die Verwendung kostenintensiver Keramiklager zu verzichten. Schließlich ist es möglich, zur Abdichtung der durch das Gehäuse des Ventils hindurch greifenden Welle einfache SiC-Dichtringe einzusetzen. Hierdurch wird die erforderlich Bearbeitung der zugeordneten metallischen Dichtflächen wesentlich vereinfacht, wodurch erneut deutliche Kostenvorteile realisiert werden können.
  • Weitere Vorteile und Merkmale des erfindungsgemäßen Abgasventils ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie den nun folgenden Ausführungsbeispielen, die anhand der Zeichnung erläutert werden. In dieser zeigen:
  • 1: eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Abgasventils,
  • 2: einen Schnitt durch das Abgasventil aus 1 in Aufsicht auf das zweite Lager,
  • 3: einen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Abgasventils in Aufsicht auf das erste Lager im geöffneten Zustand der Sperrklappe, und
  • 4: einen Schnitt durch das Lager aus 1 in Aufsicht auf das erste Lager im geschlossenen Zustand der Sperrklappe.
  • 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Abgasventils in perspektivischer Ansicht. Das Abgasventil 10 besteht aus einem metallischen Gehäuse 20, welches beispielsweise mittels Feinguss hergestellt werden kann. In der Wandung des Gehäuses 20 sind zwei Bohrungen ausgeführt, in denen ein erstes Lager 28 und ein zweites Lager 30 für eine quer zur Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordnete Welle 16 angeordnet sind.
  • Das erste Lager 28 ist in einem Sackloch angeordnet. Dieses Sackloch kann beispielsweise durch Durchbohren der Wandung des Gehäuses 20 und nachträgliches Verschließen mittels eines Stopfens ausgebildet werden.
  • Das zweite Lager 30 ist in einer Durchgangsbohrung angeordnet, durch die die Welle 16 hindurch greift, so dass sie aus dem Gehäuse 20 hinausragt. Auf dem durch das zweite Lager 30 hindurch greifenden Ende der Welle 16 ist ein Hebel 14 angeordnet, der für eine Betätigung der Welle 16 durch einen Aktuator 12 vorgesehen ist. Dieser Aktuator 12 kann beispielsweise ein Federvorgespannter Druckluftbetätigter Aktuator sein. Darüber hinaus können alle weiteren für den Einsatz in einem Kraftfahrzeug geeigneten Stellelemente verwendet werden. Der Aktuator 12 ermöglicht eine kontrollierte Drehbewegung der Welle 16 im ersten und zweiten Lager 28, 30 um einen Winkel, der im Bereich von etwa 90° liegt.
  • Auf der Welle 16 ist mittels eines Befestigungsclips 24 eine Sperrklappe 18 befestigt, z.B. durch Verschraubung mit den Befestigungsbohrungen 26. Die Formgebung der Sperrklappe 18 ist an den Innenquerschnitt des Gehäuses 20 angepasst. In den gezeigten Ausführungsbeispielen ist die Innenwandung 22 des Gehäuses 20 glatt ausgebildet und das Gehäuse 20 weist einen kreisförmigen Querschnitt auf.
  • Die Sperrklappe 18 ist dabei so auf der Welle 16 angeordnet, dass sie eine Öffnungsstellung aufweist, bei der die Sperrklappe 18 im Wesentlichen in Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordnet ist, wie beispielsweise in 3 gezeigt ist. Weiterhin weist sie eine Schließstellung auf, in der die Sperrklappe 18 senkrecht zur Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordnet ist, wie beispielsweise aus 4 ersichtlich ist. Der Aktuator 12 ist dazu eingerichtet, die Sperrklappe 18 zwischen ihrer Öffnungsstellung und ihrer Schließstellung zu verstellen.
  • Das erste Lager 28 und das zweite Lager 30 sind außermittig im Gehäuse 20 angeordnet, so dass sich die Welle 16 außermittig durch den Innenraum des Gehäuses 20 erstreckt, wie insbesondere den 3 und 4 zu entnehmen ist. Die Sperrklappe 18 weist einen kreisförmigen Querschnitt auf und ist so mit der Welle 16 verbunden, dass der Mittelpunkt des kreisförmigen Querschnitts der Sperrklappe 18 nicht mit der sich ergebenden Drehachse der Welle 16 zusammenfällt. Wie den 3 und 4 entnommen werden kann, ergibt sich auf dieser Weise ein kurzes und ein langes Ende der Sperrklappe 18. Wie insbesondere 4 entnommen werden kann, ist dabei das lange Ende der Sperrklappe 18 so angeordnet, dass der Abgasdruck im abgesperrten Teil der Abgasleitung ein Drehmoment auf die Welle 16 ausübt, so dass die Sperrklappe 18 auch gegen die Kraft des Aktuators 12 in ihre Öffnungsposition verdreht werden kann, wenn ein bestimmter Überdruck in der abgesperrten Abgasleitung überschritten wird. Dies stellt ein Sicherheitsmerkmal da, welches einen Betrieb des Kraftfahrzeugs erlaubt, auch wenn das erfindungsgemäße Abgasventil beispielsweise aufgrund eines Ausfalls eines Aktuators 12 oder einer Fehlfunktion der zugehörigen Steuerelektronik in seiner ordnungsgemäßen Funktion gestört ist.
  • Die Sperrklappe 18 und das Gehäuse 20 können vorteilhaft in einem gängigen Feingussverfahren hergestellt werden, insbesondere im Sandguss. Die erforderliche Präzision bei der Bearbeitung der ersten und zweiten Anschlagfläche 44, 46 des ersten und zweiten Dichtungsvorsprungs 32, 34 lässt sich durch eine stechende Bearbeitung der Dichtungsvorsprünge 32, 34 sowie eine nachfolgende Fräsbearbeitung realisieren.
  • Das Abgasventil 10 ist mittels der aus 2 ersichtlichen Anschlussstücke 42 in die Abgasleitung des Kraftfahrzeugs eingefügt und gasdicht z.B. mittels Verschweißen mit dieser verbunden.
  • Bis zu diesem Punkt entspricht der Aufbau des Abgasventils dem Aufbau des aus der WO 01/500 47 A1 bekannten Abgasventils. Abweichend von dem Aufbau des genannten Abgasventils weist nun das erfindungsgemäße Abgasventil keine umlaufenden Nut in der Sperrklappe 18 auf, vielmehr ist der Außenumfang 54 der Sperrklappe 18 als glatte Zylinderfläche ausgebildet, wie beispielsweise der 3 entnommen werden kann. Der Außendurchmesser der Sperrklappe 18 ist dabei geringfügig kleiner gewählt als der Innendurchmesser des Gehäuses 20, so dass eine Drehbewegung der Sperrklappe 18 auf der Welle 16 möglich ist.
  • Im Gegensatz zu dem aus der WO 01/500 47 A1 bekannten Abgasventil erfolgt die Abdichtung des Erfindungsgemäß Abgasventils 10 über eine elastische Dichtung, sondern nunmehr durch Ausbildung erster und zweiter Dichtungsvorsprünge 32, 34 auf der Innenwandung 22 des Gehäuses 20, über eine Ausbildung geeigneter Dichtflächen 50, 52 auf der Sperrklappe 18 sowie über eine besonders geartete Ausbildung des ersten und des zweiten Lagers 28, 30. Diese Merkmale werden im Folgenden anhand der 2, 3 und 4 näher erläutert, die ein zweites Ausführungsbeispiel zeigen, welches geringfügig gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel in 1 abgewandelt ist. Das zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich vom ersten durch Ausbildung eines geänderten ersten Dichtungsvorsprungs 32 und eines geänderten zweiten Dichtungsvorsprungs 34 auf der Innenwandung 22 des Gehäuses 20.
  • 2 zeigt einen Schnitt durch das Gehäuse 20 längs der durch die Pfeile A-A gekennzeichneten Ebene in 1. Dabei zeigt 2 eine Aufsicht auf das zweite Lager 30 des Abgasventils 10. Wie bereits ausgeführt, ist die Lagerbohrung 40 des zweiten Lagers 30 als Durchgangsbohrung ausgeführt, wobei der Innendurchmesser der Lagerbohrung 40 deutlich größer ist als der Außendurchmesser der Welle 16 im Bereich des zweiten Lagers 30. Als besonders geeignet hat es sich herausgestellt, wenn die Differenz beider Durchmesser zwischen 3 und 15% des Wellendurchmessers beträgt. Das zweite Lager 30 ist dabei als reines Gleitlager ausgebildet, wobei unter Um ständen auf die Verwendung einer zusätzlichen Lagerbuchse verzichtet werden kann, die in die Lagerbohrung 40 eingesetzt wird. Dies wird im Folgenden ausführlich beschrieben. In einer solchen Ausführung gleitet die Welle 16 in der Lagerbohrung 40 unmittelbar auf dem Material des Gehäuses 20. Aufgrund der unterschiedlich dimensionierten Durchmesser von Lagerbohrung 40 und Welle 16 ergibt sich eine schwimmende Lagerung der Welle 16 im zweiten Lager 30. Diese schwimmende Lagerung ist wesentlich für die Funktion des erfindungsgemäßen Abgasventils.
  • Das erste Lager 28 kann ebenfalls als Gleitlager ausgebildet sein, welches in einem Sackloch im Gehäuse 20 angeordnet sein kann. Auch hier ist es möglich, durch eine geeignete Materialwahl, auf die im Folgenden noch eingegangen werden wird, auf eine zusätzliche Lagerbuchse zu verzichten, so dass sich ein Lauf der Welle 16 unmittelbar auf dem Material des Gehäuses 20 ergibt.
  • Das erste Lager 28 weist im Gegensatz zum zweiten Lager 30 nur ein geringes Radialspiel auf, so dass sich im ersten Lager 28 ein im Wesentlichen festliegender Drehpunkt 48 ausbildet. Das Lagerspiel des ersten Lagers 28 wird so gewählt, dass unter allen Betriebsbedingungen des Abgasventils eine Drehbewegung der Welle 16 in der ersten Lagerbohrung 56 möglich ist. Es hat sich für die erfindungsgemäße Funktion des Abgasventils 10 als günstig herausgestellt, wenn die Differenz zwischen dem Innendurchmesser der ersten Lagerbohrung 56 und dem Außendurchmesser der Welle 16 im Bereich des ersten Lagers zwischen etwa 1% und 7% des Außendurchmessers der Welle 16 im Bereich des ersten Lagers 28 beträgt. Dieser Größenunterschied erlaubt für die gewählte Materialkombination, auf die noch eingegangen werden wird, unter allen Betriebsbedingungen des Kraftfahrzeugs eine Drehbewegung der Welle 16 in der ersten Lagerbohrung 56, wobei das auftretende Lagerspiel minimal ist.
  • Das Lagerspiel des ersten Lagers 28 ist in jedem Falle ausreichend zu be messen, dass eine geringfügige Kippbewegung der Welle 16 im ersten Lager und damit eine weitgehend freie Bewegung der Welle 16 im als schwimmende Lagerung ausgebildeten zweiten Lager 30 möglich ist. Das Lagerspiel des ersten Lagers 28 darf nicht so bemessen werden, das eine Kippbewegung der Welle 16 im ersten Lager 28 unmöglich wird.
  • 2 kann ebenfalls die Formgebung des erfindungsgemäß vorgesehenen ersten Dichtungsvorsprungs 32 und des zweiten Dichtungsvorsprungs 34 entnommen werden. Beide Dichtungsvorsprünge weisen einen dreieckförmigen Querschnitt auf und sind rotationssymmetrisch jeweils über 180° gegeneinander versetzt auf dem Innenumfang 22 des Gehäuses 20 ausgebildet. Dabei bildet der erste Dichtungsvorsprung 32 eine im Wesentlichen senkrecht zur Stromrichtung des Abgasstroms orientierte erste Anschlagfläche 44 aus, und der zweite Dichtungsvorsprung 34 eine ebenfalls im Wesentlichen senkrecht zur Stromrichtung des Abgasstroms orientierte zweite Anschlagfläche 46. Die erste und die zweite Anschlagfläche 44, 46 sind zueinander hin orientiert und mit der zur Ausbildung einer metallischen Dichtfläche erforderlichen Präzision bearbeitet.
  • Wie 2 entnommen werden kann, weist die erste Anschlagfläche 44 einen effektiven Abstand A von der zweiten Anschlagfläche 46 auf. Dieser effektive Abstand A ist dabei geringfügig größer gewählt als die effektive Dicke d der Sperrklappe 18, die ebenfalls in 2 angedeutet ist und darüber hinaus 3 entnommen werden kann. Als besonders geeignet hat es sich herausgestellt, wenn die Differenz zwischen dem effektiven Abstand A und der effektiven Dicke d das 0,002 – 0,01-fache des Außendurchmessers K der Sperrklappe 18 beträgt, mithin wenn gilt: 0,002 ≤ (A – d)/K ≤ 0,01
  • Die Position der ersten Lagerbohrung 56 wird so gewählt, dass ihr Mittelpunkt, der im Wesentlichen mit dem Drehpunkt 48 der Welle 16 in der ers ten Lagerbohrung 56 zusammenfällt, nicht in der Mitte zwischen der ersten Anschlagfläche 44 und der zweiten Anschlagfläche 46 liegt. Vielmehr wird die Position der ersten Lagerbohrung 56 so gewählt, das der Mittelpunkt geringfügig näher an der Anschlagfläche 44 des stromaufwärts orientierten ersten Dichtungsvorsprungs 32 liegt. Der Mittelpunkt liegt daher geringfügig stromaufwärts außermittig zwischen der ersten Anschlagfläche 44 und der zweiten Anschlagfläche 46.
  • Der Abstand zwischen dem Mittelpunkt der ersten Lagerbohrung 56 und der Mittellinie 58 der Sperrklappe 18 in ihrer geschlossenen Position muss dabei der halben Differenz zwischen dem Innendurchmesser der ersten Lagerbohrung 56 und dem Außendurchmesser der Welle 16 im Bereich des ersten Lagers 28 entsprechen. Es hat sich als wesentlich herausgestellt, dass der Innendurchmesser der ersten Lagerbohrung 56, der Außendurchmesser der Welle 16 im Bereich des ersten Lagers 28 sowie die Position der ersten Lagerbohrung 56 mit hoher Präzision gefertigt werden, insbesondere mit einer Genauigkeit von besser als 10/100 mm.
  • Ein besonders einfacher Aufbau des ersten Lagers 28 und des zweiten Lagers 30 ergibt sich, wenn geeignete Materialien für die Welle 16 und das Gehäuse 20 gewählt werden. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn sowohl die Welle 16 als auch das Gehäuse 20 aus einem Siliziumstabilisierten Stahl bestehen. Dieser Siliziumstabilisierte Stahl bildet beim Erhitzen an seiner Oberfläche eine siliziumhaltige Schicht aus, die sehr glatt ist und eine hohe Abriebfestigkeit aufweist.
  • Durch eine geeignete Wahl der Kristallstrukturen der Materialien von Welle 16 und Gehäuse 20 ist es darüber hinaus möglich, eine Hitzebedingte Versinterung von Welle 16 und Gehäuse 20 zu vermeiden. Es hat sich als günstig herausgestellt, die thermisch höher belastete Welle 16 aus einem Siliziumstabilisierten Stahl in einer austernitischen Kristallstruktur zu fertigen. Eine Welle aus einem solchen Material weist günstige Gleiteigenschaften in einem Gehäuse 20 auf, welches ebenfalls aus einem Siliziumstabilisierten Stahl, hier jedoch in einer austernitisch-ferritischen in eine rein ferritischen Kristallstruktur, gefertigt ist.
  • Ein erfindungsgemäßes Abgasventil mit einem Stahl für die Welle 16 gemäß DIN 1.4828 und einem Stahl gemäß DIN 1.4822 für das Gehäuse 20 wurde unter allen relevanten Betriebsbedingungen erfolgreich getestet.
  • Gegenstand der vorliegenden Anmeldung ist neben einem Abgasventil mit den Merkmalen gemäß der Ansprüche auch eine als Gleitlagerung ausgebildete Drehlagerung für thermisch Hochbelastete Gleitlager, welche auf der beschriebenen Verwendung Siliziumstabilisierter Stähle in unterschiedlichen Kristallstrukturen basiert.
  • Befindet sich die Sperrklappe 18 in ihrem Öffnungszustand, so befindet sich die Welle 16 aufgrund der Anordnung des Aktuators 12 sowie des Hebels 14 im zweiten Lager 30 in mechanischem Kontakt mit der Innenwandung der zweiten Lagerbohrung 40. Dieser mechanische Kontakt bildet sich dabei aus auf der stromabwärts gelegenen Seite der zweiten Lagerbohrung 40, wie aus 2 ersichtlich ist. Die Sperrklappe 18 nimmt dabei die aus 3 ersichtliche Position ein, in der sie im Wesentlichen senkrecht zum Abgasstrom orientiert ist und den Strömungswiderstand des erfindungsgemäßen Abgasventils 10 minimiert. Es ist ohne weiteres möglich, auf der als kreisförmige Scheibe ausgebildeten Sperrklappe 18 Leitbleche oder Verstärkungen vorzusehen, um ihre strömungstechnischen oder mechanischen Eigenschaften zu verbessern, wie in 3 und 4 angedeutet ist.
  • In der geöffneten Position der Sperrklappe bildet sich ein erster Drehpunkt 36 der im zweiten Lager 30 gelagerten Welle 16 aus, der aus 2 ersichtlich ist. Wird nun die Sperrklappe 18 aus ihrer Öffnungsstellung in ihre Schließstellung durch eine Betätigung der Welle 16 durch den Aktuator 12 verdreht, so ergibt sich über einen weiten Winkelbereich eine Drehbewegung der Welle 16 im zweiten Lager 30 um diesen ersten Drehpunkt 36. Im ersten Lager 28 erfolgt die Drehbewegung der Welle 16 dabei um einen im Wesentlichen festliegenden Drehpunkt 48.
  • Hat die Sperrklappe 18 fast ihre Schließposition erreicht, so gelangt sie mit ihrer ersten Dichtfläche 50 und ihrer zweiten Dichtfläche 52, die aus den 3 und 4 ersichtlich sind, in mechanischen Kontakt mit den als Dichtflächen ausgebildeten ersten und zweiten Anschlagflächen 44, 46 des ersten und zweiten Dichtungsvorsprungs 32, 34.
  • Auch nach Ausbilden eines ersten mechanischen Kontakts zwischen der Sperrklappe 18 und dem Gehäuse 20 im Bereich der beschriebenen Flächen ist eine weitere Aktuator-vermittelte Dreh- und schließlich Kippbewegung der Welle 16 aufgrund der schwimmenden Lagerung der Welle 16 im zweiten Lager möglich. Eine weitere Drehbewegung der Welle 16 bewirkt aufgrund der Hebelwirkung der an den Anschlagflächen anliegenden Sperrklappe 18 eine Kippbewegung der Welle 16. Die Welle 16 bleibt im Bereich des ersten Lagers 28 in dessen Drehpunkt 48 im Wesentlichen festgelegt, löst sich jedoch im zweiten Lager 30 aus dem ersten Drehpunkt 36 heraus und geht in einen zweiten Drehpunkt 38 über, der ebenfalls in 2 ersichtlich ist. Die genaue Lage dieses zweiten Drehpunkts 38 ist durch die geometrischen Bedingungen im Abgasventil 10 bestimmt, insbesondere von den Dimensionen der Sperrklappe 18, ihrer Anordnung auf der Welle 16 sowie der Relativanordnung der Dichtungsvorsprünge 32 und 34 sowie der ersten Lagerbohrung 56 und der zweiten Lagerbohrung 40. Erfindungsgemäß liegt dieser zweite Drehpunkt 38 des zweiten Lagers 30 so innerhalb des zweiten Lagers, dass im Schließzustand der Sperrklappe 18 der mechanische Kontakt der Welle 18 im zweiten Lager 30 praktisch vollständig aufgehoben wird.
  • Erfindungsgemäß ergibt sich in der Schließstellung aufgrund der beschriebenen geometrischen Verhältnisse des Abgasventils und der Kippbewegung der Welle 16 beim Übergang in die Schließstellung ein großflächiger mecha nischer Kontakt zwischen der ersten Dichtfläche 50 und dem ersten Dichtungsvorsprung 32 sowie der zweiten Dichtfläche 52 und dem zweiten Dichtungsvorsprung 34. Darüber hinaus stützt sich die Sperrklappe 18 nur noch im Bereich des ersten Lagers 28 am Gehäuse 20 ab. Dabei ermöglicht die Kippbewegung der Welle 16 beim Schließvorgang dieses großflächige „Anlegen" der Dichtflächen 50, 52 der Sperrklappe 18 an die Anschlagflächen 44 der Dichtungsvorsprünge 32, 34. Die Kippbewegung erlaubt es damit, eine außerordentlich hohe Dichtheit des erfindungsgemäßen Abgasventils zu realisieren. Dies erlaubt, auch bei niedrigen Abgasströmen, die beispielsweise im Leerlauf der Verbrennungskraftmaschine des Kraftfahrzeuges auftreten, hohe Überdrucke im Bereich von 1 bar und darüber aufzubauen.
  • Das erfindungsgemäße Abgasventil kommt vollständig ohne verschleißanfällige elastische Dichtungen aus, was zu einer drastischen Erhöhung seiner Standzeit führt. Darüber hinaus ist es kostengünstig herzustellen, da die erforderlichen Drehlagerungen als einfache metallische Gleitlager ausgeführt werden können, die vollständig auf den Einsatz zusätzlicher Buchsen verzichten können. Insbesondere ist es nicht länger erforderlich, wie bei den aus dem Stand der Technik bekannten Konstruktionen kostenintensive Keramiklagerungen für die Wellenlagerung einzusetzen.
  • Die erfindungsgemäße schwimmende Lagerung der Welle 16 im zweiten Lager 30 erfordert gegenüber dem aus dem Stand der Technik bekannten Abgasventil eine veränderte Dichtung, die jedoch ebenfalls ein vereinfachten Aufbau aufweisen kann. Die Abdichtung des zweiten Lagers 30 kann beispielsweise als zweifache Stirnflächendichtung unter Verwendung von SiC-Dichtringen zwischen jeweils zwei Stahldichtflächen ausgeführt werden. Eine Abdichtung des Lagers 30 ist bei dem genannten Aufbau nur in axialer Richtung erforderlich. Eine Abdichtung des Lagers 30 in radialer Richtung ist nicht erforderlich. Dies erlaubt es, zusätzliche Kostenvorteile bei der Fertigung zu realisieren, da ausschließlich Dichtflächen, die in axialer Richtung orientiert sind, geschliffen werden müssen.
  • 10
    Abgasventil
    12
    Aktuator
    14
    Hebel
    16
    Welle
    18
    Sperrklappe
    20
    Gehäuse
    22
    Innenwandung
    24
    Befestigungsclip
    26
    Befestigungsbohrung
    28
    erstes Lager
    30
    zweites Lager
    32
    erster Dichtungsvorsprung
    34
    zweiter Dichtungsvorsprung
    36
    erster Drehpunkt
    38
    zweiter Drehpunkt
    40
    Lagerbohrung
    42
    Anschlussstück
    44
    erste Anschlagfläche
    46
    zweite Anschlagfläche
    48
    Drehpunkt
    50
    erste Dichtfläche
    52
    zweite Dichtfläche
    54
    Außenumfang
    56
    erste Lagerbohrung
    58
    Mittellinie

Claims (13)

  1. Hochdichtes Abgasventil (10) zum Einbau in eine Abgasleitung eines Kraftfahrzeugs, wobei das Abgasventil (10) eine innerhalb eines Gehäuses (20) angeordnete Sperrklappe (18) aufweist, die auf einer quer zur Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordneten Welle (16) befestigt und auf dieser Welle (16) zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung schwenkbar ist, wobei die Welle (16) in einem ersten Lager (28) und einem zweiten Lager (30) drehbar gelagert ist, und sich die Sperrklappe (18) in Öffnungsstellung an Kontaktstellen im ersten Lager (28) und im zweiten Lager (30) mechanisch am Gehäuse (20) abstützt, dadurch gekennzeichnet, dass a. das Gehäuse (20) eine erste Anschlagfläche (44) und eine zweite Anschlagfläche (46) für eine Anlage der Sperrklappe (18) in Schließstellung ausbildet, b. beim Übergang von der Öffnungsstellung in die Schließstellung der mechanische Kontakt im zweiten Lager (30) im wesentlichen aufgehoben wird, und c. in Schließstellung sich die Sperrklappe (18) an Kontaktstellen im ersten Lager (28) und über eine erste und eine zweite Dichtfläche (50, 52) an der ersten und der zweiten Anschlagfläche (44, 46) mechanisch am Gehäuse (20) abstützt.
  2. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Lager (28) in einem Sackloch im Gehäuse (20) angeordnet ist.
  3. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Lager (30) ein kontrolliertes Radialspiel der gelagerten Welle (16) erlaubt.
  4. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (16) durch das zweite Lager (30) hindurch greift, so dass sie von einem außerhalb des Gehäuses (20) angeordneten Aktuator (12) betätigt werden kann, wobei im Bereich des Durchgangs der Welle (16) durch das zweite Lager (30) eine im wesentlichen in Axialrichtung wirkende Dichtung eingesetzt ist.
  5. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Anschlagfläche (44, 46) und die erste und die zweite Dichtfläche (50, 52) eine Ebenheit von 10/100 Millimetern oder besser aufweisen.
  6. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Anschlagfläche (44, 46) in ihrer relativen Anordnung eine Toleranz von weniger als 10/100 Millime tern aufweisen.
  7. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der effektive Abstand A zwischen der ersten und der zweiten Anschlagfläche (44, 46) größer ist als die effektive Dicke d der Sperrklappe (18).
  8. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass für den Dickenunterschied A – d gilt: 0,002 ≤ (A – d)/K ≤ 0,01
  9. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehpunkt (48) der Welle (16) im ersten Lager (28) und die erste und die zweite Dichtfläche (50, 52) in ihrer relativen Anordnung eine Toleranz von weniger als 10/100 Millimetern aufweisen.
  10. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Lager (30) einen ersten Drehpunkt (36) und einen zweiten Drehpunkt (38) aufweist, wobei der erste Drehpunkt (38) außermittig stromabwärts zwischen der ersten und der zweiten Anschlagfläche (44, 46) angeordnet ist.
  11. Hochdichtes Abgasventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Lager (28) und/oder das zweite Lager (30) als hochtemperaturfestes Gleitlager ausgebildet ist, wobei die Buchse und die Welle (16) aus einem Siliziumstabilisierten Stahl bestehen.
  12. Hochdichtes Abgasventil gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle des hochtemperaturfesten Gleitlagers eine austernitisch/ferritische oder ferritische Kristallstruktur aufweist und die Buchse des hochtemperaturfesten Gleitlagers eine austernitische Kristallstruktur aufweist.
  13. Hochdichtes Abgasventil gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Welle (16) des hochtemperaturfesten Gleitlagers aus einem Stahl gemäß DIN 1.4828 gefertigt ist und die Buchse des hochtemperaturfesten Gleitlagers aus einem Stahl gemäß DIN 1.4822 gefertigt ist
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE102006043559B4 (de) * 2006-09-16 2008-12-04 Pierburg Gmbh Drosselklappenvorrichtung für Hochtemperaturanwendungen in Verbrennungskraftmaschinen
DE102016111710A1 (de) 2016-06-27 2017-12-28 Pierburg Gmbh Abgasklappenvorrichtung und Verfahren zur Montage einer derartigen Abgasklappenvorrichtung

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