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Stand der
Technik
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung
eines Kühlsystems
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, bei dem ein Kühlmittel
von einer Kühlmittelpumpe
umgewälzt wird
und bei dem das Kühlmittel
außerhalb
der Brennkraftmaschine wenigstens durch einen Kühlerzweig und durch einen Bypasszweig
fließt.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin eine Steuerung und/oder Regelung eines
Kühlsystems
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, mit einer Kühlmittelpumpe
zum Umwälzen
eines Kühlmittels und
mit wenigstens einem Kühlerzweig
und einem Bypasszweig, durch die Kühlmittel außerhalb der Brennkraftmaschine
fließen
kann.
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Zu
einem Kühlkreislauf
für eine
Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs gehören in der Regel eine zu kühlende Wärmequelle
(der Brennkraftmaschine), die mittels eines Kühlmittels durch freie oder erzwungene
Konvektion gekühlt
wird. Die Temperaturdifferenz über
der Wärmequelle
ist vom Wärmeeintrag
und von der Größe des Kühlmittelstroms
abhängig,
während
die absolute Temperatur des Kühlmittels
durch den Wärmeeintrag
der Wärmequelle, die
Wärmeabfuhr über im Kreislauf
befindliche Kühler
und die Wärmekapazitäten der
Materialien bestimmt wird.
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Derzeit
werden in Motorkühlsystemen
von Kraftfahrzeugen mechanische Wasserpumpen eingesetzt, die über Keilriemen
von der Kurbelwelle des Motors angetrieben werden. Die Pumpen sind
hierbei derart dimensioniert, dass selbst in kritischsten Betriebszuständen, beispielsweise
bei Bergfahrt mit hoher Drehzahl, hoher Last und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit,
keine unzulässig
hohe Motortemperatur bzw. Temperaturdifferenz über dem Motor entsteht. Das
Mischverhältnis
zwischen dein Bypasszweig und dem Kühlerzweig wird durch ein dehnstoffbetriebenes
Thermostatventil in Abhängigkeit
von der Kühlmitteltemperatur
eingestellt. Das Thermostatventil ist so dimensioniert, dass sich
keine unzulässig
hohe Kühlmitteltemperatur
einstellt.
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Um
ein effizienteres Wärmemanagement
im Kühlsystem
einer Brennkraftmaschine für
ein Kraftfahrzeug zu erreichen, besteht z. B. die Möglichkeit einer
bedarfsgerechten Ansteuerung bzw. Regelung des Motorkühlsystems
mit dem Ziel, den Kraftstoffverbrauch und die Emission zu verringern
bzw. Abgasgrenzwerte einzuhalten und zudem den Komfort zu erhöhen. Dabei
dürfen
kritische Grenzen der Bauteilbelastung nicht überschritten werden. Ein besonders
kritisches Bauteil ist hierbei z. B. die Zylinderkopftemperatur.
Diese Ziele können
durch eine Optimierung des Kühlmittelstroms
und die lastabhängige Regelung
des Temperaturniveaus des Motors erreicht werden.
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Eine
Alternative, die eine bedarfsgerechte Einstellung des Kühlmittelstroms
ermöglicht,
sieht eine elektrisch regelbare Wasserpumpe vor, die jedoch den
Nachteil aufweist, dass sie zum einen deutlich teurer als eine mechanische
Wasserpumpe ist und zum anderen in heutigen Bordnetzen mit 12V Spannung
teilweise die benötigten
Pumpleistungen nicht ohne Weiteres realisierbar sind.
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Aus
dem SAE Technical Paper Series 961813 von Jilian Yangg von der Ford
Motor Co. mit dem Titel „Coolant
Pump Throttling – A
Simple Method to Improve the Control Over SI Engine Cooling System" von der International
Off-Highway & Powerplant
Congress & Exposition,
Indianapolis, Indiana, August 26–28, 1996 ist ein Kühlsystem
für eine Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeugs bekannt geworden, bei dem die Pumpe als eine
mechanisch angetriebene Kühlmittelpumpe
ausgeführt
ist. Mit dem Ziel eines verbesserten Erwärmens der Brennräume nach
einem Kaltstart und einer Verbesserung von Abgas- und Verbrauchswerten schlägt der Autor vor,
den Kühlmittelstrom
der Kühlmittelpumpe
zu drosseln. Hierzu werden zwei unterschiedliche Ausführungen
vorgeschlagen. Zum einen schlägt
der Autor vor, in den Bypasszweig des Kühlsystems eine Drosselblende
einzusetzen. Zum anderen schlägt der
Autor vor, eine Drosselklappe unmittelbar am Pumpenausgang anzubringen.
Bei der ersten Alternative kann der Kühlmittelstrom im By passzweig
geregelt werden, während
bei der zweiten Alternative der Gesamt-Kühlmittelstrom
des Kühlsystems
geregelt werden kann.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine flexible Steuerung und/oder
Regelung der Kühlmittelströme in einem
Kühlsystem
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs anzugeben.
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Vorteile der
Erfindung
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Die
Aufgabe wird gelöst
durch ein Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung eines Kühlsystems
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, bei dem ein Kühlmittel
von einer Kühlmittelpumpe
umgewälzt
wird, bei dem das Kühlmittel
außerhalb
der Brennkraftmaschine wenigstens durch einen Kühlerzweig und durch einen Bypasszweig fließt und bei
dein mit Steuer- und/oder Regelmitteln eine Drosselung eines Kühlmittelstroms
durch den Kühlerzweig
und eines Kühlmittelstroms
durch den Bypasszweig unabhängig
voneinander durchgeführt wird.
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Durch
die voneinander unabhängige
Steuerung und/oder Regelung der Kühlmittelströme durch den Kühlerzweig
und durch den Bypasszweig können
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Kühlmittelströme besonders
flexibel vorgegeben werden. Insbesondere ist es gegenüber konventionellen
Kühlkreislaufsystemen
möglich,
nach einem Kaltstart nicht nur den Kühlerzweig vollständig zu
unterbrechen, um eine schnellere Erwärmung der Brennkraftmaschine
zu erreichen, sondern es kann zusätzlich der Kühlmittelstrom
durch den Bypasszweig gedrosselt werden, um das Erwärmen der
Brennkraftmaschine noch schneller zu erreichen.
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Eine
Maßnahme
sieht vor, dass mittels einer vorgebbaren Ansteuerung der Steuer- und/oder Regelmittel
eine gewünschte
Temperatur des Kühlmittels
eingestellt wird. Durch diese Weiterbildung wird das erfindungsgemäße Verfahren
dazu genutzt, in besonders flexibler Art und Weise eine Kühlmittelsolltemperatur
einzustellen.
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Eine
andere Weiterbildung sieht vor, dass mittels der Steuer- und/oder
Regelmittel ein vorgebbarer Gesamt-Kühlmittelstrom eingestellt wird.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ermöglicht
es weiterhin, dass unabhängig
von der Randbedingung des vorgegebenen Gesamt-Kühlmittelstroms mittels der
Steuer- und/oder Regelmittel ein vorgebbares Mischverhältnis der
Kühlmittelströme durch
Kühler-
und Bypasszweig eingestellt werden kann. Mit anderen Worten: Es
ist möglich,
gleichzeitig einen bestimmten Gesamt-Kühlmittelstrom und ein Mischverhältnis der
Kühlmittelströme zwischen
dein Kühler-
und dem Bypasszweig einzustellen. (Das Mischverhältnis ist die Stellgröße zur Motortemperatur-Regelung).
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Die
Aufgabe wird weiterhin gelöst
durch eine Steuerung und/oder Regelung eines Kühlsystems einer Brennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeugs, mit einer Kühlmittelpumpe zum Umwälzen eines
Kühlmittels
und mit wenigstens einem Kühlerzweig
und einem Bypasszweig, durch die Kühlmittel außerhalb der Brennkraftmaschine
fließen
kann, wobei das Steuer- und/oder Regelmittel zur unabhängigen Drosselung
eines Kühlmittelstroms
durch den Kühlerzweig
und eines Kühlmittelstroms
durch den Bypasszweig ausgebildet ist.
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Die
erfindungsgemäße Steuerung
und/oder Regelung weist die gleichen Vorteile auf wie das erfindungsgemäße Verfahren.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Steuerung
und/oder Regelung ergeben sich aus abhängigen Ansprüchen sowie
aus der nachfolgenden Beschreibung.
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Zeichnung
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1 zeigt ein Kühlsystem
nach dem Stand der Technik, 2 zeigt
ein Kühlsystem
gemäß der Erfindung, 3a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Verfahrens, 3b zeigt das gleiche Ausführungsbeispiel
in anderer Darstellung, 4 zeigt
ein hydraulisches Netzwerk entsprechend der Erfindung und 5 zeigt eine Darstellung
zur Ermittlung des gewünschten
hydraulischen Widerstands entsprechend der Erfindung.
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Die
Regelung des Kühlmittelstroms
(Volumenstrom) und des Temperaturniveaus in einem Kühlsystem
der Brennkraftmaschine ist auch mit konventioneller mechanischer
Wasserpumpe möglich, wenn
der Bypass- und der Kühlerzweig
entkoppelt voneinander angedrosselt werden können. Durch die unabhängig voneinander
mögliche
Androsselung des Kühler-
und des Bypasszweiges kann das Mischverhältnis der Kühlmittelströme durch den Kühler- und
den Bypasszweig flexibel eingestellt werden. Der Kühlmittelstrom
kann trotz des durch die Drehzahl der Brennkraftmaschine festgelegten
Arbeitspunkts der mechanischen Wasserpumpe eingestellt werden, indem
der hydraulische Gesamtwiderstand des Systems verändert wird.
Dabei werden die Drosselventile derart eingestellt, dass sich im
System das gewünschte
Mischverhältnis
zwischen dem Kühler-
und dem Bypasszweig sowie der gewünschte hydraulische Gesamtwiderstand
einstellt, aus dein sich ein gewünschter
Gesamt-Kühlmittelstrom
des Kühlsystems
ergibt. Eine Voraussetzung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die Kenntnis der hydraulischen Widerstände der Kühlkreislaufkomponenten sowie
die Kenntnis der Pumpenkennlinie der mechanischen Wasserpumpe.
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1 zeigt ein Beispiel eines
konventionellen Kühlsystems.
Entsprechend 1 wird
eine Brennkraftmaschine 1 von einem Kühlmittel durchflossen. Das
Kühlmittel
fließt über eine
Leitung 2 aus der Brennkraftmaschine 1 heraus
und fließt über ein Dreiwegekühlerventil 3, über einen
Bypasszweig 4, eine Kühlmittelpumpe 5 und
eine Leitung 6 zurück
in die Brennkraftmaschine 1. Weiterhin fließt ein Teil des
Kühlmittels,
ausgehend vom Dreiwegekühlerventil 3, über eine
Leitung 7 zu einem Kühler 8,
von dort über
eine Leitung 9 und ebenfalls über die Kühlmittelpumpe 5 und
Leitung 6 zurück
zur Brennkraftmaschine 1.
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An
anderer Stelle verlässt
das Kühlmittel über eine
Leitung 10 die Brennkraftmaschine 1 und fließt von dort über ein
Heizungsventil 11, eine Leitung 12, einen Heizungswärmeübertrager 13,
eine Leitung 14, der Kühlmittelpumpe 5 und
Leitung 6 zurück
zur Brennkraftmaschine 1. Die Leitung 10, das Heizungsventil 11,
die Leitung 12, der Heizungswärmübertrager 13 sowie
die Leitung 14 bilden einen Heizzweig.
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In 1 sind weiterhin drei Temperatursensoren
gezeigt, die die Temperaturen an bestimmten Stellen des Kühlsystems
erfassen. Dies sind der Temperatursensor 15, der die Temperatur
in Leitung 2 erfasst, der Temperatursensor 16,
der die Temperatur in Leitung 6 erfasst und der Temperatursensor 17, der
die Temperatur in Leitung 9 erfasst. Der Temperatursensor 15 erfasst
somit die Temperatur an einem Ausgang der Brennkraftmaschine 1.
Der Temperatursensor 16 erfasst somit die Temperatur an
einem Eingang der Brennkraftmaschine 1. Der Temperatursensor 17 erfasst
somit die Temperatur des Kühlmittels an
einem Ausgang des Kühlerlüftersystems 8.
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2 zeigt ein Kühlsystem
entsprechend der Erfindung. Hierbei sind diejenigen Teile, die mit den
in 1 gezeigten Teilen übereinstimmen
jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen und es wird im Folgenden
lediglich auf den Unterschied zur 1 eingegangen.
Im Unterschied zu 1 ist
das dort gezeigte Dreiwegekühlerventil 3 durch
zwei getrennte Ventile 3a und 3b ersetzt. Hierbei
ist ein Kühlerventil 3a in
die Leitung 7 eingesetzt, wodurch sich die Leitung 7 in
zwei Teilleitungen 7a und 7b aufteilt. In die
Leitung 4 wurde ein Bypassventil 3b eingesetzt,
wodurch die Leitung 4 in die Teile 4a und 4b aufgeteilt
wird. Das Kühlerventil 3,
die Teilleitungen 7a, 7b, der Kühler 8 und
die Leitung 9 bilden einen Kühlerzweig. Das Bypassventil 3 und
die Teilleitungen 4a, 4b bilden einen Bypasszweig.
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Durch
den erfindungsgemäßen Einsatz
von zwei getrennten Ventilen 3a und 3b können das Soll-Mischverhältnis und
der Gesamtsoll-Kühlmittelstrom
eingestellt werden. Gegebenenfalls muss hierbei vorausgesetzt werden,
dass sämtliche
die Kühlmittelpumpe 5 kurzschließenden anderen
Zweige ebenfalls abgetrennt werden können, wie beispielsweise der
Heizzweig 10–14.
Auf die Ermittlung des Soll-Mischverhältnisses zwischen dem Kühlerzweig 3, 7a, 7b, 8, 9 und
dem Bypasszweig 3b, 4a, 4b sowie auf
die Ermittlung des Gesamt-Kühlmittelstroms durch
das gesamte Kühlsystem
wird im Rahmen dieser Erfindung nicht weiter eingegangen, da dies
für das
Wesen der Erfindung nicht von Bedeutung ist und diese Daten in einer
separaten Thermomanagement-Prozessführung ermittelt werden können.
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3a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
Hierbei ist schematisch dargestellt, wie aus dem Soll-Mischverhältnis und
dem Gesamtsoll-Kühlmittelstrom
die entsprechenden Stellungen der zwei Ventile 3a und 3b nach 2 ermittelt werden.
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Zunächst wird
in Abhängigkeit
von der Drehzahl n der Brennkraftmaschine 1 der Arbeitspunkt
der Kühlmittelpumpe 5 bestimmt
und in Abhängigkeit
von dein Gesamtsoll-Kühlmittelstrom
Vp mittels eines ersten Kennfeldes 31 der gewünschte hydraulische Systemwiderstand
R ermittelt. Dieser gewünschte hydraulische
Systemwiderstand R und ein gewünschtes
Mischverhältnis
MV sind die Eingänge des
zweiten und dritten Kenn felds 32, 33. Aus dein zweiten
Kennfeld 32 heraus wird das Kühlerventil 3a und
aus dem dritten Kennfeld 33 heraus das Bypassventil 3b angesteuert.
Aus den beiden Kennfeldern 32, 33 werden demnach
Signale gewonnen, die den Sollstellungen des Ventile 3a, 3b entsprechen.
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Durch
die entsprechende Verschaltung der drei Kennfelder 31, 32, 33 wird
also die erfindungsgemäße Ansteuerung
der Ventile 3a und 3b erreicht. Alternativ kann
statt der drei zweidimensionalen Kennfelder 31, 32, 33 auch
auf zwei dreidimensionale Kennfelder zurückgegriffen werden.
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3b zeigt das gleiche Ausführungsbeispiel
in anderer Darstellung. In einem ersten Schritt 34 werden
die Eingangsgrößen Soll-Mischverhältnis MV,
Gesamtsoll-Kühlmittelstrom
Vp und Drehzahl n der Brennkraftmaschine 1 erfasst. Ausgehend
von diesen Eingangsdaten wird in einem Schritt 35 mittels des
Gesamtsoll-Kühlmittelstrom
Vp und der Drehzahl n der hydraulische Gesamtwiderstand R des Kühlsystems
ermittelt. Dieser hydraulische Gesamtwiderstand R wird an den Schritt 36 übermittelt,
worin, ausgehend vom Soll-Mischverhältnis MV und des Gesamtsoll-Kühlmittelstrom
Vp Ansteuergrößen für das Kühlerventil 3a und
das Bypassventil 3b bestimmt werden. Im abschließenden Schritt 37 werden schließlich das
Kühlerventil 3a und
das Bypassventil 3b entsprechend angesteuert.
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Das
erste Kennfeld 3l zur Ermittlung des gewünschten
hydraulischen Widerstands R sowie gegebenenfalls das zweite und
dritte Kennfeld 32, 33 können bei der Applikation der
Brennkraftmaschine automatisch generiert werden. Hierbei muss das Kennfeld
der Kühlmittelpumpe 5 bekannt
sein, das die Druckdifferenz über
der Pumpenabhängigkeit
des Kuhlmittelstroms und der Pumpen- bzw. Brennkraftmaschinendrehzahl
angibt. Weiterhin sollten gegebenenfalls die hydraulischen Widerstände der
Komponenten bekannt sein. Im Falle des Pumpenkennfelds kann zu jedem
Datenpaar aus Kühlmittelstrom und
Drehzahl eindeutig ein hydraulischer Widerstand gefunden werden.
Zur Ermittlung der Kennfelder 32, 33 muss in dem
jeweiligen Kennfeld in Abhängigkeit vom
gewünschten
Mischverhältnis
und dein gewünschten
hydraulischen Widerstand die jeweilige Ventil- bzw. Drosselkörperstellung abgelegt sein.
Die Daten der Kennfelder 32, 33 sind stark miteinander verkoppelt,
da das Mischverhältnis
und, je nach Arbeitspunkt, auch der hydraulische Widerstand des Kühlsystems
stark von der Ventilstellung jedes einzelnen Ventils 3a, 3b bzw.
von der Stellung jedes Drosselkörpers
abhängt.
Unter der Annahme von turbulenter Strömung ist der Druckabfall näherungsweise
proportional zum Quadrat des Kuhlmittelstroms. Für alle Ventilstellungen kann
in Analogie zur Elektrotechnik ein hydraulischer Ersatzwiderstand
R des Kühlsystems
mithilfe eines hydraulischen Netzes ermittelt werden, sofern die
hydraulischen Widerstände der
Komponenten sowie die Widerstandskennlinien der Ventile 3a, 3b bekannt
sind.
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Ein
Beispiel für
ein solches hydraulisches Netzwerk entsprechend der Erfindung ist
in 4 dargestellt. Die
Einzelwiderstände
der Komponenten addieren sich analog einer elektrischen Schaltung zum
Gesamtwiderstand. Daraus ergibt sich die Systemkennlinie. Der gesuchte
Gesamt-Kühlmittelstrom des
Kühlsystems
durch die Kühlmittelpumpe 5 ergibt sich
dann aus dem Schnitt der Pumpenkennlinie mit der Systemkennlinie.
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Im
Einzelnen sind in 4 dargestellt:
der hydraulische Widerstand 41 der Brennkraftmaschine 1,
der hydraulische Widerstand 42 des Heizzweiges 10–14,
der hydraulische Widerstand 43 eines nicht näher gezeigten,
in der Brennkraftmaschine 1 enthaltenen Zylinderkopfes,
der hydraulische Widerstand 44 des Bypassventils 3b,
der hydraulische Widerstand 45 des Bypasszweiges 4a, 4b ohne
das Bypassventil 3b, der hydraulische Widerstand 46 des Kühlerventils 3a und
der hydraulische Widerstand 47 des restlichen Kühlerzweiges 7a, 7b, 8, 9 ohne
das Kühlerventil 3a.
Hierbei sind die hydraulischen Widerstände 44, 45 des
Bypassventils 3b und des restlichen Bypasszweigs 4a, 4b in
Reihe geschaltet. Diese Reihenschaltung ist wiederum parallel geschaltet zur
Reihenschaltung aus hydraulischem Widerstand 46 des Kühlerventils 3a und
hydraulischem Widerstand 47 des restlichen Kühlerzweiges 7a, 7, 8, 9.
Die Parallelschaltung der hydraulischen Widerstände 44, 45 einerseits
und 46, 47 andererseits ist wiederum in Reihe
geschaltet zum hydraulischen Widerstand 43 des Zylinderkopfes
der Brennkraftmaschine 1. Die somit entstandene Reihenschaltung
der hydraulischen Widerstände
ist wiederum parallel geschaltet zum hydraulischen Widerstand 42 des
Heizzweiges 10–14.
Die bis jetzt vorliegende Schaltung der hydraulischen Widerstände 42–47 ist
ihrerseits in Reihe geschaltet zum hydraulischen Widerstand 41 der Brennkraftmaschine 1.
Insgesamt ergeben sich aus der in 4 gezeigten
Reihen- und Parallelschaltung der hydraulischen Widerstände 41–47 der
hydraulische Gesamtwiderstand des Kühlsystems. Außerdem ergibt
sich aus der Parallelschaltung der Reihenschaltungen der hydraulischen
Widerstände 44, 45 und 46, 47 das
Verhältnis
der Durchströmung
des Bypass- und Kühlerzweigs 3b, 4a, 4b; 3a, 7a, 7b, 8, 9 und
somit das Mischverhältnis.
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5 zeigt Kennlinien zur Ermittlung
des gewünschten
hydraulischen Widerstands. In 5 sind auf
der waagerechten Achse Kühlmittelströme Vp dargestellt,
während
auf der senkrechten Achse Druckdifferenzen dp dargestellt sind.
Für die
Drehzahlen n1, n2 und n3 (n1 > n2 > n3) sind jeweils Pumpenkennlinien 51, 52, 53 dargestellt.
Weiterhin dargestellt ist eine Systemkennlinie 54, die
sich (bei turbulenter Strömung)
aus der Multiplikation des hydraulischen Widerstandes R mit dem
Quadrat des Kuhlmittelstroms Vp ergibt. Mathematisch gesehen stellt
somit die Systemkennlinie 54 eine Parabel dar, wobei die
Druckdifferenz dp eine Funktion des Quadrats des Kühlmittelstroms
Vp ist, wobei das Quadrat des Kühlmittelstroms
Vp mit dem hydraulischen Widerstand R als Faktor verknüpft ist.
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Mit
sinkendem hydraulischem Widerstand R wird somit die Steigung der
Systemkennlinie 54 geringer und resultiert schließlich in
einem systembedingten minimalen hydraulischen Widerstand R sys min,
dessen Abhängigkeit
vom Kühlmittelstrom
Vp mit der Bezugszahl 55 versehen ist. Steigt hingegen der
hydraulische Widerstand R, ergibt sich eine größere Steigung der Systemkennlinie 54,
und die Systemkennlinie 54 würde sich weiter in Richtung
der senkrechten Achse verschieben. In Kenntnis der aktuellen Drehzahl
n der Brennkraftmaschine 1 und eines gewünschten
Sollgesamt-Kühlmittelstroms
Vp lässt
sich somit aus dem Schnittpunkt des gesuchten Kühlmittelstroms Vp mit der entsprechend
Pumpenkennlinie 51–53 die
gesuchte Systemkennlinie bestimmen, aus welcher der gesuchte hydraulische
Widerstand R bestimmt werden kann. Beispielsweise sind in der Darstellung
nach 5 für die Kühlmittelströme Vp1,
Vp2, Vp3 die Schnittpunkte 56, 57 und 58 mit
der jeweils entsprechenden Pumpenkennlinie 51–53 gezeigt.
Durch diese Schnittpunkte 56–58 ergibt sich die
Systemkennlinie 54, wodurch auf den gesuchten hydraulischen
Widerstand R rückgeschlossen
werden kann.
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Das
dargestellte erfindungsgemäße Verfahren
kann beispielsweise in einem Steuergerät eines Kraftfahrzeugs integriert
sein, welches zusätzlich
beispielsweise die Aufgabe der Steuerung der Brennkraftmaschine 1 übernimmt.
Die gezeigten funktionalen Zusammenhänge können z. B. durch entsprechende
mathematische Funktionen, ein mehrdimensionales Kennfeld oder auch
durch mehrere Kennfelder im Motorsteuergerät abgebildet sein. Insgesamt ergibt
sich eine besonders flexible und exakte Möglichkeit der unabhängigen Steuerung
von Kühlmittelströmen Vp und
Mischungsverhältnissen
zwischen Kühlerzweig 3a, 7a, 7b, 8, 9 und
Bypasszweig 3b, 4a, 4b, wodurch eine
einfache, gegebenenfalls rechnergestützte bzw. automatisierte Applizierbarkeit
gegeben ist. Die für
die Applikati on benötigten
Daten sind leicht messbar, sollten aber auch im Rahmen der Kühlsystemdimensionierung
vom Fahrzeughersteller bzw. vom Komponentenlieferanten her bekannt
sein bzw. bekannt gemacht werden.