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Die Erfindung betrifft einen Zähler- und/oder Verteilerschrank,
an dessen Rückwand
für Einbauten spezifische
Sitze oder/und Teile solcher Einbauten angeformt sind.
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Zähler-
und Verteilerschränke
solcher Art sind durch Benutzung bekannt. Die zur Rückwand senkrechten
Korpuswände
dieser aus Kunststoff hergestellten Zähler- und Verteilerschränke sind
einstückig
an die Rückwand
angeformt.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
die Aufgabe zugrunde, einen neuen Zähler- und/oder Verteilerschrank der eingangs
erwähnten
Art zu schaffen, der sich komplett bestückt mit allen Einbauten rationell fertigen
lässt.
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Der diese Aufgabe lösende Zähler- und/oder Verteilerschrank
nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Rückwand durch
eine separate, zur Verbindung mit zur Rückwand senkrechten Korpuswandteilen
vorgesehene Plattform, welche die Sitz- bzw. Teileanformungen aufweist,
gebildet ist.
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Vorteilhaft lässt sich die Plattform unbehindert
durch Korpuswände
vor deren Verbindung mit der Rückwand
bestücken.
Insbesondere ist der seitliche Zugang zur Plattform für die Arme
von Montagerobotern nicht gestört.
In rationeller Fließfertigung können die
Einbauten nach und nach an der Plattform angebracht werden, wobei
die Plattform selbst als Trägerpalette
dienen kann, die vor Beginn der Montage mit allen Einbauteilert
belegbar ist.
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Es ist denkbar, eine Zähler- oder/und
Verteilereinrichtung allein durch die bestückte Plattform ohne weitere
Schrankwandteile zu bilden.
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Bei den Sitzen oder/und Teilen kann
es sich um Aufnahmesitze oder/und von der Plattform vorstehende
Träger
für Sammelschienen,
Hutprofilträgerschienen
oder/und Abdeckungen handeln.
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An der zweckmäßig durch Kunststoffspritzgießen, Tiefziehen,
Pressen, Schäumen
oder dergleichen hergestellten Plattform kann ferner ein Aufnahmesitz
für eine
im Abstand von der Plattform angeordnete Zählerträgerplatte mit einer Öffnung für die Durchführung von
am Stromzähler
anzuschließenden
Leitern angeformt sein.
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In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung
der Erfindung kann an der Plattform wenigstens ein Aufnahmesitz
für eine
Schiene eines Zählerkreuzes
gebildet sein.
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In einer die Zählerfrägerplatte verwendenden Ausführungsform
der Erfindung kann die Zählerplatte
einen zu dieser Zählerkreuzschiene
ausgerichteten Schlitzausschnitt aufweisen. Der Zähler kann dann
vorzugsweise an einer an der Plattform befestigten Vertikalschiene
und einer dazu senkrechten, auf der Zählerfrägerplatte befestigten Schiene
befestigt sein. Das Gewicht des Zählers wird so zum Teil unmittelbar
in die Plattform eingeleitet.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung
können
an die Plattform Sitze für
Kontaktelemente sowie Verbindungselemente zur elektrisch und mechanisch verschraubungsfreien
Ankopplung eines Zählers
angeformt sein.
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Neben Sitzen für und Teilen von Einbauten können an
die Plattform Kabelführungen
angeformt sein, die vorzugsweise auf ihrer der Plattform abgewandten
Seite offen sind, so dass bei der Bestückung der Plattform Kabel bequem
von oben eingelegt werden können.
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Insbesondere lassen sich Kabelführungen für die Aufnahme
einzelner Leiter anformen, in denen die Leiter ggf. einklemmbar
und dadurch fixierbar sind. Solche Kabelführungen können insbesondere zwischen
der Plattform und der Zählertragplatte
für die
einzelnen Phasenleiter gebildet sein, wobei sich die Zählertragplatte
vorteilhaft durch Stege abstützen lässt, welche
zur Bildung der Kabelführungen
von der Plattform vorstehen.
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In weiterer Ausgestaltung der Endung
können
in der Plattform Leiter angeordnet und insbesondere in das Plattformmaterial,
ggf. durch Eingießen, eingebettet
sein.
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Bei solchen Leitern kann es sich
z.B. um Leiterstücke
in die Rückwand
integrierter Verteileranschlussleisten handeln, wobei für solche
Verteileranschlussleisten auch vertikale Anordnungen in Betracht
kommen.
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Die Plattform kann durch wenigstens
einen isolierenden Trennsteg in Felder, vorzugsweise ein Zählerfeld
und ein Verteilerfeld unterteilt sein. Dieser angeformte Trennsteg
macht zusätzliche
Isoliertrennwände überflüssig.
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Die Plattform kann einteilig ausgebildet
sein, aber auch aus mehreren, vorzugsweise form- oder stoffschlüssig miteinander
verbindbaren, Teilen bestehen, wobei z.B. ein Plattformteil ein
Zählerplatzfeld
und ein weiterer Plattformteil ein Verteilerfeld bildet.
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In der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die Plattform mit Eckteilen verbunden, auf welche
von jeglicher Tragfunktion entlastete Korpuswände des Schrankes aufgesteckt
sind.
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Die Erfindung soll nun anhand eines
Ausführungsbeispiels
und der beiliegenden, sich auf dieses Ausführungsbeispiel beziehenden
Zeichnungen näher
erläutert
werden. Es zeigen:
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1 einen
offenen Zähler-
und Verteilerschrank nach der Erfindung in einer perspektivischen Ansicht,
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2 und 3 die Schrankrückwand bildende Plattformteile
des Zähler-
und Verteilerschranks von 1,
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4 die
komplette Rückwand-Plattform des
Verteilerschranks von 1,
teilweise bestückt,
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5 den
Verteilerschrank von 1 mit abgenommenen
Innenabdeckungen,
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6 eine
perspektivische Teilansicht des Zähler- und Verteilerschranks
von 1, teilweise in Explosionsdarstellung,
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7 eine
perspektivische Darstellung des Verteilerschranks von 1 ohne die bestückte Rückwand-Plattform.
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Der in den Figuren dargestellte Zähler- und Verteilerschrank
weist eine Rückwand 1 und
zu ihr senkrechte Korpuswände 2 bis 5 auf.
Eine durch eine Tür
gebildete Vorderwand des Schranks ist in den Figuren nicht gezeigt.
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Die Rückwand 1 ist durch
eine Plattform gebildet, welche in dem gezeigten Ausführungsbeispiel aus
zwei, in 2 und 3 gesondert dargestellten Plattformteilen 6 und 7 besteht.
Die Plattformteile sind jeweils einstückig durch Spritzgießen aus
einem Kunststoff hergestellt. Zur Verbindung der Plattformteile 6 und 7 dienen
schwalbenschwanzartige Ansätze 8 an
dem Plattformteil 6, welche in entsprechende, in 3 nicht sichtbare Gegenstücke am Plattformteil 7 einschiebbar
sind.
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Das Plattformteil 6 bildet
ein Zählerfeld,
das Plattformteil 7 ein Verteilerfeld. An ihren Längsrändern weisen
die Plattformteile 6 und 7 Randerhöhungen 9 und 10 bzw. 11 und 12 auf,
welche die Plattformteile stabilisieren. Die Randerhöhungen 10 und 11 bilden
darüber
hinaus, u.a. zwischen dem Zählerfeld
und dem Verteilerfeld, isolierende Wände.
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Das durch das Plattformteil 6 gebildete
Zählerfeld
gliedert sich in einen unteren Anschlussbereich 13, einen
Zählerplatzbereich 14 und
einen oberen Anschlussbereich 15. In dem betreffenden Ausführungsbeispiel
entsprechen die vertikalen Längen der
Bereiche den Normmaßen
von 30, 45 und 15 cm.
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Das durch das Plattformteil 7 gebildete
Verteilerfeld gliedert sich in einen Verteilerbereich 16 und einen
Installationsbereich 17, welcher vorzugsweise Steuergeräten oder/und
Einrichtungen der Telekommunikationstechnik vorbehalten ist.
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An den Längsenden beider Plattformteile 6 und 7 sind
jeweils zwei Öffnungen 18 bzw. 18' für die Durchführung von
Kabeln gebildet, welche in einer den Zählerschrank aufnehmenden Montagewand
unter Putz verlegt sind.
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Absenkungen der Randerhöhungen 9 und 10 des
Plattformteils 6 im unteren Anschlussbereich 13 weisen
Sitzausnehmungen 19 für
insgesamt fünf Sammelschienen
auf.
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Im Zählerplatzbereich 14 gebildete
Kabelführungen 20 für Phasenleiter
L1, L2 und L3 sowie den Nullleiter bzw. Neutralleiter sind auf ihrer
dem Plattformteilboden abge wandten Seite offen und weisen jeweils
einen Endabschnitt auf, in welchem der betreffende Leiter eingeklemmt
werden kann.
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Im Zählerplatzbereich 14 sind
an dem Plattformteil 6 zwischen angeformten Stegen ferner
Kabelführungen 22 für die aus
dem Zähler
herausgeführter
Phasenleiter sowie Neutralleiter und einen Schutzleiter gebildet.
Wie die Kabelführungen 20 sind
auch die Kabelführungen 22 auf
ihrer dem Plattformteilboden abgewandten Seite offen und weisen einen
verengten Endabschnitt 23 bzw. 46 zur lösbaren Einklemmung
des darin geführten
Leiters auf.
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Das Bezugszeichen 24 weist
auf zwei Turmanformungen hin, welche Träger für eine im Abstand vom Plattformteilboden
angeordnete Hutprofilschiene bilden. Weitere turmförmige Anformungen 25 sind
am unteren Ende des unteren Anschlussbereichs 13 gebildet
und bilden Träger-
und Aufnahmesitze für
eine Abdeckung.
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Das Bezugszeichen 26 verweist
auf eine Anformung am Plattformteil 6, welche einen Sitz
für eine Schiene
eines Zählerkreuzes
bildet.
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Jeweils nahe den verstärkten Ecken
der Plattformteile 6 und 7 gebildete Öffnungen 27 dienen der
Befestigung der zu einer Schrankrückwand zusammengesetzten Plattformteile
an weiter unten beschriebenen Schrankeckenteilen.
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Eine Ausnehmung 28 an der
Randerhöhung 10 des
Plattformteils 6 und eine Randausnehmung 29 an
der Randerhöhung 11 des
Plattformteils 7 bilden eine Kabeldurchführung für aus dem
Zählerfeld in
das Verteilerfeld zu überführende Leitungen.
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Auf zwei vertikalen, an den Boden
des Plattformteils 7 angeformten Längsstegen 30 sind
insgesamt sechs Turmanformungen 31 für die Aufnahme von drei Hutprofilschienen
vorgesehen. Zwischen den Längsstegen 30 und
den Randerhöhungen 11, 12 ist
jeweils eine Kabelführung 32 gebildet,
welche auf ihrer dem Boden des Plattformteils 7 abgewandten
Seite offen ist.
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Die Randerhöhungen 9 bis 12 der
Plattformteile 6 und 7 weisen jeweils eine Abstufung 33 auf, welche
der Stabilisierung der Plattformteile dient und in gewisser Weise
die Trägerschienen
sonst für
den Einbau in Zählerschränke verwendeter,
die Einbauten haltender Traggerüste
ersetzt.
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Die Steganformungen 30 des
Plattformteils 7 weisen ferner jeweils zwei Sitzausnehmungen 34 für eine mit
Steuer- oder/und Telekommunikationsgeräten zu bestückende Montageplatte (nicht
gezeigt) auf.
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In 4,
welche die beiden zu der Rückwand 1 zusammengefügten Plattformteile 6 und 7 zeigt,
ist die Bestückung
der Plattformteile vorangeschritten. In die Sitzausnehmungen 19 sind
Sammelschienen 35 aus Kupfer eingesetzt, an den Turmanformungen 24 ist
eine Hutprofilschiene 36 angebracht, nicht sichtbare, mit
den Turmanformungen 31 verbundene Hutprofilschienen tragen
Leitungsschutzschalter 37. Am oberen Ende des Plattformteils 7 sind
PE/N-Verteilerklemmen 38 angebracht. Ferner sind die Plattformteilen 6 und 7 an
dafür vorgesehenen
Sitzen mit Trägertürmen 39 für die Aufnahme
von Abdeckungen 55, 56 und 57 (1) bestückt.
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5 zeigt
die in einen Schrankkorpus mit den Korpuswänden 2 bis 5 eingebaute
Anordnung von 4, wobei
das Plattformteil 6 zusätzlich
mit einer Zählertragplatte 40 in
Form eines einseitig offenen Kastens bestückt ist. Die Zählertragplatte 40 sitzt auf
den seitlichen Abstufungen 33 sowie den die Kabelführungen 22 bildenden
Steganformungen sowie auf dem Rand der Sitzanformung 26 auf.
An eine auf der Zählertragplatte 40 angebrachte
Anschlussklemme 43 lassen sich durch eine Öffnung 42 in
der Zählertragplatte
zugeführte
Leiter anschließen.
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Die Zählertragplatte 40 weist
ferner einen länglichen
Ausschnitt 44 auf, durch den hindurch eine Schiene 41 eines
Zählerkreuzes
zugänglich
ist, welche in der Sitzanformung 26 am Plattformteil 6 befestigt
werden kann.
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In der Explosionsdarstellung von 6 erkennt man vom Zähler wegführende Phasenleiter 45, die
in den kurzen Kabelführungen 46 verlegt
sind, in welchen sich diese Leiter einklemmen lassen. Zu dem Zähler hinführende Phasenleiter 47 sind
in die Kabelführungen 20 eingelegt.
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Das Bezugszeichen 48 weist
auf eine Befestigungsleiste für
die in die Sitzausnehmungen 19 einzulegenden Sammelschienen 35 auf.
Die Befestigungsleiste 48 besteht aus einem Kunststoffmaterial, das
den für
den Kontakt mit Sammelschienen erforderlichen Isolationsanforderungen
genügt.
Die Verwendung eines solchen Kunststoffmaterials für das gesamte
Plattformteil 6 lässt
sich vermeiden, wenn die Sammelschienen 35 nicht direkt
mit dem Plattformteil sondern mit einem die Sitzausnehmun gen 19 bildenden
Einlegeteil aus einem Material höherer
Isolationsfähigkeit
in Berührung
kommen.
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In der nur den Korpus des Verteilerschranks von 1 und 5 zeigenden 7 deutet das Bezugszeichen 50 auf
durch Kunststoffteile abdeckbare Öffnungen für die Durchführung von
Kabeln hin. Der Korpus weist winkelförmige Eckenteile 51 mit
einem plattenartigen Fußteil 52 auf,
wobei sich die Plattenebene des Fußteils parallel zur Ebene der
durch die Plattformteile 6 und 7 gebildeten Schrankrückwand 1 erstreckt.
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An den Fußteilen 52 sind Zapfen 53 zum
Eingriff in die Öffnungen 27, 27' in der durch
die Plattformteile 6 und 7 gebildeten Schrankrückwand 1 vorgesehen.
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Bei den Korpuswänden 2 bis 5 handelt
es sich um Blechteile mit mehreren, u.a. ein U-Profil bildenden
Abwinklungen an ihren Längsrändern, welche
sich auf an den Eckteilen 51 vorbereitete Sitze aufstecken
lassen.
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Der vorangehend beschriebene Zähler- und Verteilerschrank,
der z.B. zur Installation in Einfamilienhäusern in Betracht kommt, wird
vorzugsweise werkseitig komplett mit der in 1 gezeigten Bestückung vorgefertigt.
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Vorteilhaft werden die Plattformteile 6 und 7 im
Rahmen einer Fließfertigung
von der Seite und von oben her bestückt und die betreffenden Einbauteile
verdrahtet, wobei insbesondere vorgeformte Leiter zum Einsatz kommen
können,
die sich bequem in die Kabelführungen
einlegen lassen.
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Im Rahmen der Endmontage des Schranks werden
die bestückten
Plattformteile 6 und 7, sofern sie nicht schon
im verbundenen Zustand bestückt worden
sind, miteinander verbunden und in den in 7 gezeigten, vorgefertigten Korpus eingelegt, wobei
die Zapfen 53 an den Fußplatten 52 der Eckenteile 51 in
die Öffnungen 27, 27' an den Plattformteilen 6 und 7,
ggf. lösbar,
einrasten. Es wäre
möglich,
an den Fußplatten
Verbindungselemente derart zu bilden, dass umgekehrt der vorgefertigte
Korpus auf die Plattformteile aufgesetzt werden kann.
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In den Plattformteilen und/oder Fußplatten können bei
der Aufhängung
des Schranks an einer Trägerwand
nutzbare Öffnungen
gebildet sein.
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In diesem Zähler- und Verteilerschrank
wird die Last der Einbauten primär
allein durch die Rückwand
aufgenommen. Die Korpuswände
einschließlich
der nicht gezeigten Tür
brauchen lediglich eine die Schutzanforderungen an solche Schränke gewährleistende
Abdeckung zu bilden.
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Ein über die Schiene 41 mit
dem Plattformteil 6 verbundener Zähler lässt sich stabil und in genauer vertikaler
Ausrichtung montieren, wobei der Zähler nochmals an der Zählertragplatte 5 durch
eine Zählerkreuzschiene 60 zu
befestigen ist.
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Es ist denkbar, an den Plattformteilen
Einrichtungen für
die Anbringung von Schienen vorzusehen, an denen mehrere der gezeigten
Zähler-
und Verteilerschränke
nebeneinander angebracht und an einer Wand befestigt werden können.
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Es ist ferner denkbar, den Integrationsgrad weiter
zu erhöhen
und z.B. PE/N-Anschlussverteilerklemmen direkt in die Rückwand zu
integrieren und insbesondere Leiterteile dieser Anschlusselemente in
das Kunststoffmaterial einzubetten. Hierbei ist auch an vertikal
verlaufende Verteileranschlussklemmen zu denken, die es ermöglichen,
für die
Verdrahtung im Verteilerfeld weitgehend gleich lange Leiterstücke zu verwenden.
Die Zahl der Leiterstückvarianten
lässt sich
dadurch gering halten.