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Die
Erfindung betrifft eine Rollenhalterung, insbesondere für Andrück- und
Führungsrollen
für Ummantelungsmaschinen
mit einem Aufnahmeschaft und einer Rollenaufnahme zum drehbaren Festlegen
einer Andrück-
oder Führungsrolle,
die mittels einer Werkzeugaufnahme in einem Werkzeugträger arretiert
wird.
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Bei
Ummantelungsanlagen sind bekannterweise über die Länge der Anlage eine Vielzahl
von Andrück-
und Führungsrollen
vorzusehen, die nacheinander und versetzt zueinander in Abhängigkeit des
zu kaschierenden Profilmaterials in den unterschiedlichsten Ebenen
auf das Profilmaterial einwirken, um einerseits das Trägermaterial
zu führen
und andererseits das vorgeleimte Kaschiermaterial kontinuierlich
und gleichmäßig an die
vorgefertigte Form des Trägermaterials
anzupressen.
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Die
dazu erforderlichen Andrück-
und Führungsrollen
sind an Rollenhalterungen drehbar festgelegt, die über eine
Werkzeugaufnahme an parallel zur Anlage verlaufenden Werkzeugträgern festgelegt und
danach an die entsprechenden Ebenen und Winkel der zu kaschierenden
Profilform des Trägermaterials
angepaßt
und arretiert werden.
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Die
derzeit zu diesem Zweck verfügbaren Rollenhalterungen
bestehen, wie beispielsweise aus der
DE 200 05 900 U1 und der
DE 201 07 651 U1 bekannt,
aus einem Aufnahmeschaft, an dem die Aufnahmewelle für die Andrückrolle
oder Führungsrolle starr
festgelegt ist. Mit dieser bekannten Ausführungsart der Rollenhalterungen
wird zwar eine stabile Lage und zuverlässige Funktionsweise einer
Andrück-
oder Führungsrolle
während
dem Kaschierprozeß gewährleistet,
jedoch sind bei jedem Wechsel der Profilform des Trägermaterials
die Andrück-
und Führungsrollen
einzeln an das veränderte
Profil des Trägermaterials
unter Einhaltung einer bestimmten Vorspannung sehr präzise anzupassen
und aufeinander abzustimmen. Die dafür notwendigen Rüstarbeiten
sind zum einen sehr zeit- und
kostenaufwendig und führen
zum anderen zu langen Stillstandszeiten der hoch produktiven Ummantelungsanlagen. Folglich
wird die Wirtschaftlichkeit derartiger Anlagen, die bekanntlich
technologisch bedingt über
eine Vielzahl von Andrück-
und Führungsrollen
verfügen, erheblich
beeinträchtigt.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Rollenhalterung zu
entwickeln, mit der die Voraussetzung geschaffen wird, dass die
Umrüstung einer
Ummantelungsmaschine auf eine neue Profilform des Trägermaterials
wesentlich vereinfacht und die Stillstandszeit auf ein Minimum verkürzt werden kann.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den
Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst,
wobei der Aufnahmeschaft aus einer Hülse besteht, die an dem einen
Ende durch ein Gegenlager mit einer axial liegen- den Bohrung und an dem anderen Ende
durch ein Endstück
mit einer axial liegenden Bohrung geschlossen ist und dass die Hülse axial
von einer Spannschraube durchdrungen ist, an der ein um 360° stufenlos
um die Achse des Aufnahmeschafts drehbarer und gegen den Aufnahmeschaft
ver spannbarer Adapter festgelegt ist und dass auf dem Adapter die
Rollenaufnahme mit der Rolle über
eine Reibverbindung verspannt ist, die bei gelöster Reibverbindung stufenlos
um 180° auf
dem Adapter verschwenkbar ist.
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Überraschend
hat sich gezeigt, dass auch mit der erfinderischen verstellbaren
Rollenhalterung, bei der an sich das bekannte Grundprinzip der Reibverbindung
zur lösbaren
Befestigung von Konstruktionselementen genutzt wird, wie es beispielsweise aus
der
GB 15 50 711 bekannt
ist, eine Verbindung zwischen dem Aufnahmeschaft und dem Adapter
sowie zwischen dem Adapter und der Rollenaufnahme erreicht werden
kann, die eine stabile Lage und eine zuverlässige Funktionsweise der Andrück- und
Führungsrollen
während
des Kaschierprozesses gewährleistet
und folglich zu dem gleichen präzisen
Arbeitsergebnis führt,
wie es bisher nur mit einer starren Verbindung zwischen dem Aufnahmeschaft
und der Aufnahmewelle für
die Andrück-
oder Führungsrollen
in den Fachkreisen angenommen wurde.
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Mit
den ausgeführten
Reibverbindungen zwischen dem Aufnahmeschaft und dem Adapter sowie dem
Adapter und der Rollenaufnahme und der Verdrehbarkeit um 360° sowie der
Verschwenkbarkeit um 180° der
Andrück-
oder Führungsrollen
wird die Voraussetzung geschaffen, dass die Andrück- und Führungsrollen an der Rollenhalterung
auch nach dem Einsetzen der arretierten Werkzeugaufnahme in den
Werkzeugträger
problemlos an die verschiedensten Winkel und Arbeitsebenen einer
Profilform auch unter Vorgabe der Vorspannung angepaßt und arretiert
werden können.
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Damit
ist auch die Möglichkeit
gegeben, dass für
die unterschiedlichsten zu kaschierenden Profilformen die einzelnen
Andrück-
und Führungsrollen an
den Werkzeugaufnahmen unabhängig
von der Ummantelungsmaschine und ent sprechend des zugeordneten technologischen
Einsatzzweckes in einer separaten Vorrichtung exakt auf eine bestimmte
Profilform des Trägermaterials
im voraus einjustiert und arretiert werden können. Folglich kann bei einer
Ummantelungsmaschine, die mit geeigneten axialen Arretierungen im
Werkzeugträger
ausgebildet ist, die Rüstzeit
beim Umstellen der Anlage auf eine neue Profilform des Trägermaterials
erheblich verkürzt werden,
da lediglich die Werkzeugaufnahme mit den Rollenhalterungen und
bereits einjustierten Andrück- und
Führungsrollen
für die
neue Profilform entsprechend dem technologischen Ablauf in die Arretierung der
Werkzeugträger
eingesetzt und festgelegt werden müssen. Auf ein weiteres zeitaufwendiges
Anpassen und Justieren der Andrück-
und Führungsrollen
kann verzichtet werden. Folglich werden die Stillstandszeiten einer
Ummantelungsanlage auf ein Minimum beschränkt und die Verfügbarkeit
und damit die Wirtschaftlichkeit der hoch produktiven Ummantelungsmaschinen
erheblich verbessert.
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Mit
dem als Hülse
ausgebildeten Aufnahmeschaft kann aber auch die Herstellung des
Aufnahmeschafts selbst sehr kostengünstig erfolgen und es wird
auf eine einfache Weise eine sichere und behinderungsfreie axiale
Verbindung zwischen dem Aufnahmeschaft und dem Adapter geschaffen.
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Vorteilhafterweise
weist der Adapter an dem vom Endstück abgewandten Ende eine abgesetzte Aufnahmefläche mit
einer Gewindebohrung auf, über die
die Rollenhalterung annähernd
spielfrei verschwenkbar und verspannbar festgelegt ist. Mit dieser
Befestigung ist sichergestellt, dass die Rollenaufnahme sich zum
einen axial an den Aufnahmeschaft und den Adapter anschließt und und
zum anderen die Rollenaufnahme bei gelöster Reibverbindung behinderungsfrei
um 180° zum
Aufnahmeschaft verschwenkbar ist. Folglich kann die Rolle auch bei
einem fest eingespannten Aufnahmeschaft problemlos und exakt an
das zu kaschierende Profil angepaßt werden.
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Nach
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung weist die Bohrung des Endstücks des Aufnahmeschafts mindestens
teilweise einen sich zum Aufnahmeschaft hin verjüngenden Innenkonus und der
Adapter am angrenzenden Ende einen deckungsgleichen Außenkonus
auf, um auf diese Weise beim Verspannen des Adapters mit dem Aufnahmeschaft
eine ausreichende formschlüssige Verbindung
zu erreichen, die eine stabile und justierte Verspannbarkeit zwischen
dem Adapter und dem Aufnahmeschaft gewährleistet.
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Um
auch eine ausreichende stabile und justierte Verspannung zwischen
dem Adapter und der Rollenaufnahme zu gewährleisten, ist die Bohrung der
Rollenaufnahme am angrenzenden Ende zum Adapter teilweise mit einem
sich in das Verbindungsstück
verjüngenden
Innenkonus und die Gewindebohrung in der Aufnahmefläche des
Adapters mit einem umlaufenden deckungsgleichen Außenkonusansatz
versehen, über
die ebenfalls beim Verspannen die Verbindung formschlüssig ausgeführt wird.
Vorteilhaft ist dabei, wenn der Innenkonus der Bohrung und der Außenkonus
des Konusansatzes zueinander so bemessen sind, dass die Haftreibung ausschließlich über die
Konusflächen
erfolgt.
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Nach
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung weist die Außenkontur
und die Innenkontur der Hülse
mindestens eine über
die Länge
der Hülse
verlaufende Arretierung auf. Vorteilhafterweise wird die Arretierung
durch eine dafür
geeignete Profilform erreicht, die bevorzugt eine quadratische Profilform
ist.
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Damit
ist zum einen sichergestellt, dass auf eine kostengünstige Weise
das Gegenlager und das Endstück
gegen die Verdrehung in der Hülse
gesichert werden kann und zum anderen, dass bei einer entsprechenden
Ausbildung des Werkzeugträgers und
der Vorrichtung für
die Justierung der Rolle im voraus, die Rollenhalterung mit der
Rolle paßgenau und
unter der vorbestimmten Vorspannung zur Profilform des Trägermaterials
im Werkzeugträger
beim Umrüsten
eingesetzt werden kann.
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Um
eine gute Anpaßbarkeit
des Gegenlagers und des Endstücks
an die Hülse
zu erreichen, weist das Gegenlager und das Endstück eine Außenkontur und Abmessung auf,
die gleich der Außenkontur
und der Abmessung der Hülse
entsprechen. Vorteilhaft ist dabei, wenn das Gegenlager und das
Endstück
mit einem Ansatz ausgebildet ist, der bevorzugt der Innenkontur
der Hülse
entspricht und der eine Abmessung aufweist, die eine Klemmverbindung
in der Hülse
gewährleistet.
Damit kann die Verbindung zwischen der Hülse und dem Gegenlager bzw.
der Hülse
auf eine sehr einfache Weise behinderungsfrei ausgeführt werden
und das Gegenlager und das Endstück
ist gegen eine Verdrehung beim Verspannen gesichert.
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Nach
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist die Spannschraube eine zweigeteilte Spannschraube,
die über
eine Gewindebuchse verbunden ist, wobei die Gewindebuchse eine Außenkontur
aufweist, die der Innenkontur der Hülse entspricht und eine Abmessung,
die ein Verdrehen der Gewindebuchse verhindert aber eine frei gleitende axiale
Bewegung der Gewindebuchse in der Hülse gewährleistet. Mit dieser Ausführungsform
ist es möglich,
dass auch bei langen Rollenhalterungen auf kostengünstige standardisierte
und im Handel verfügbare
Verbindungsmittel zurückgegriffen
werden kann, die ein Verdrehen beim Verspannen des Adapters mit
dem Aufnahmeschaft verhindern.
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Um
eine Verletzungsgefahr auszuschließen und ein behinderungsfreies
Handhaben zu gewährleisten
sowie ein gutes optisches Erscheinungsbild der Rollenhalterung zu
erreichen, ist der Kopf der Spannschraube des Gegenlagers und der
Kopf der Schraube zur Verbindung der Rollenhalterung auf dem Adapter
versenkt ausgeführt
und die äußere Abmessung
des Adapters und des Verbindungsstücks der Rollenaufnahme an die äußere Form
und Abmessung des Aufnahmeschafts angepaßt.
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Weitere
Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung und den beigefügten
Zeichnungen, in denen bevorzugte Ausführungsformen beispielsweise
veranschaulicht sind.
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In
den Zeichnungen zeigen:
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1:
einen Längsschnitt
durch eine Rollenhalterung mit befestigter Rolle,
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2:
einen Längsschnitt
durch eine Rollenhalterung mit zweigeteilter Spannschraube und befestigter
Rolle.
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Die
Rollenhalterung 1 besteht im wesentlichen aus einem Aufnahmeschaft 2,
einem Adapter 3 und einem Verbindungsstück 18 mit der Aufnahmewelle 16 für die Rolle 17.
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Der
Aufnahmeschaft 2 besteht aus einer quadratischen länglichen
Hülse 7,
die an dem einen Ende durch ein Gegenlager 8 gleicher Außenkontur und
an dem anderen Ende durch ein Endstück 10 gleicher Außenkontur
verschlossen ist.
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Das
Gegenlager 8 und das Endstück 10 sind mit einem
Ansatz 33 bzw. Ansatz 32 versehen, die die Form
und Abmessung der Innenkontur der Hülse 7 aufweisen und
sind in der Hülse
lösbar
geklemmt. Im Gegenlager 8 und Endstück 10 ist eine axial
liegende Bohrung 9 bzw. 11 ausgebildet, durch
die sich eine Spannschraube 12 geführt erstreckt und die mit ihrem
Ende 13 das Endstück 10 durchdringt.
Die Spannschraube 12 ist bevorzugt eine Senkkopfschraube,
deren Kopf 29 im Gegenlager 8 versenkt ist.
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Die
Bohrung 11 des Endstücks 10 ist,
wie bei den gezeigten bevorzugten Ausführungsformen in 1 und 2 gezeigt,
teilweise mit einem Innenkonus 21 ausgebildet, der in Richtung
der Hülse 7 hin verjüngt.
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Am
durchdringenden Ende 13 der Spannschraube 12 ist
der Adapter 3, der mit einer analogen Gewindebohrung ausgebildet
ist, aufgeschraubt.
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Der
Adapter 3 ist in dem Abschnitt, der an das Endstück 10 angrenzt,
mit einem Außenkonus 22 versehen,
der deckungsgleich zum Innenkonus 21 des Endstücks 10 ist
und beim Verspannen über
die Spannschraube 12 eine formschlüssige Reibverbindung zwischen
dem Aufnahmeschaft 2 und dem Adapter 3 ausbildet.
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Der
von dem Aufnahmeschaft 2 abgewandte Abschnitt des Adapters 3 ist
mit einer abgesetzten Aufnahmefläche 14 ausgebildet,
auf der das Verbindungsstück 18 angeordnet
ist. Mittig in der Aufnahmefläche 14 ist
eine Gewindebohrung 15 vorgesehen, die mit einem umlaufenden
Außenkonusansatz versehen
ist, der in Richtung der angrenzenden Rollenaufnahme 5 hin
verjüngt.
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Die
Rollenaufnahme 5 ist einstückig und wird durch ein Verbindungsstück 18 und
die Aufnahmewelle 16 für
die Rolle gebildet.
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Das
Verbindungsstück 18 ist
an der zur Aufnahmefläche 14 angrenzenden
Seite mit einer abgesetzten Fläche 20 ausgebildet,
deren Tiefe größer ist als
die Höhe
der abgesetzten Aufnahmefläche 14 des
Adapters 3.
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Im
Verbindungsstück 18 ist
eine Bohrung 19 vorgesehen, die deckungsgleich zur Gewindebohrung 15 liegt,
die an der zur Aufnahmefläche 14 des Adapters 3 mit
einem Innenkonus 23 ausgebildet ist, der sich in Richtung
des Verbindungsstücks 18 hin verjüngt. Über die
Bohrung 19 mit dem Innenkonus 18, dem Außenkonusansatz 24 und
der Gewindebohrung 15 ist die Rollenaufnahme 5 mit
der Schraube 34, die ebenfalls eine Senkkopfschraube ist,
deren Kopf 30 in dem Verbindungsstück versenkt ist, verspannt,
wobei die Reibverbindung 6 ausschließlich über den Außenkonusansatz 24 und
den Innenkonus 23 der Bohrung 19 der Rollenaufnahme 5 ausgebildet
wird.
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Auf
der Aufnahmewelle 16 der Rollenaufnahme 5 ist
die Rolle 17 bevorzugt über
zwei Kugellager 25, 26 drehbar gelagert und mit
den Seegeringen 27, 28 auf der Aufnahmewelle gesichert.
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Bei
der in 2 gezeigten Ausführungsform ist die Spannschraube 12 als
eine zweiteilige Spannschraube 12a, 12b ausgeführt, die
durch eine Gewindebuchse 31 verbunden ist. Bei der bevorzugten Ausführungsform
der Hülse 7 in
quadratischer Form ist die Außenkontur
der Gewindebuchse 31 gleichfalls mit einer quadratischen
Form ausgebildet und weist eine Abmessung auf, die eine gleitende
axiale Bewegung der Gewindebuchse 31 in der Hülse 7 des Aufnahmeschafts 2 gestattet.
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- 1
- Rollenhalterung
- 2
- Aufnahmeschaft
- 3
- Adapter
- 4
- Reibverbindung
- 5
- Rollenaufnahme
- 6
- Reibverbindung
- 7
- Hülse
- 8
- Gegenlager
- 9
- Bohrung
- 10
- Endstück
- 11
- Bohrung
- 12
- Spannschraube
- 12a
- Spannschraube
- 12b
- Spannschraube
- 13
- Ende
der Spannschraube
- 14
- Aufnahmefläche
- 15
- Gewindebohrung
- 16
- Aufnahmewelle
- 17
- Rolle
- 18
- Verbindungsstück
- 19
- Bohrung
- 20
- Abgesetzte
Fläche
- 21
- Innenkonus
- 22
- Außenkonus
- 23
- Innenkonus
- 24
- Außenkonusansatz
- 25
- Kugellager
- 26
- Kugellager
- 27
- Seegering
- 28
- Seegering
- 29
- Kopf
- 30
- Kopf
- 31
- Gewindebuchse
- 32
- Ansatz
- 33
- Ansatz
- 34
- Schraube