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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung von Vinpocetin, dass sich aufgrund
der 2-stufigen Verfahrensführung
insbesondere durch seine Wirtschaftlichkeit auszeichnet.
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Hintergrund der Erfindung
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Vinpocetin (3α,16α-Eburnamenin-14-carbonsäureethylester)
ist dafür
bekannt, dass es als Vasodilator und Nootropicum zur Steigerung
der Hirntätigkeit
unter Erweiterung der Blutgefäße des Gehirns,
d.h. insbesondere auch bei cerebrovasculären Störungen, eingesetzt wird, wobei
zum Beispiel die cis-(3S,16S)-Verbindungen cerebrovasculäre Wirkungen
und die trans-(3R,16R)-Verbindungen signifikante periphere vasodilatorische
Wirkungen zeigen.
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Für
diese Verbindung sind im Stand der Technik zahlreiche Synthesewege
entwickelt worden. Die übliche
3-stufige Synthesesequenz zur Herstellung von Vinpocetin geht dabei
von Vincamin (14,15-Dihydro-14β-hydroxy-(3α,16α)-eburnamenin-14-carbonsäuermethylester)
aus, welches zur Vincaminsäure
verseift wird. Anschließend
wird die Vincaminsäure
zur Apovincaminsäure
umgesetzt und diese schließlich
in den entsprechenden Ethylester, das Vinpocetin (= Apo-Vincaminsäureethylester), überführt, wie
nachfolgend dargestellt:
Vincamin → Vincaminsäure → Apo-Vincaminsäure → Vinpocetin
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Ein derartiges Syntheseverfahren
beschreibt beispielsweise die
DE
22 53 750 , in der neben anderen Verfahrensvarianten die
Apo-Vincaminsäure
durch Veresterung zum Vinpocetin umgesetzt wird. Auch die Lehre
der
DE 36 39 583 beschäftigt sich
mit der Herstellung des Apo-Vincaminsäureethylesters, ausgehend von der
Apo-Vincaminsäure,
die bei Zimmertemperatur in Gegenwart von 2-Fluor-1,3,5-trinitrobenzol
und 4-Dimethylaminopyridin 3 bis 5 Stunden in einem organischen
polaren Lösungsmittel
mit Ethanol verestert wird.
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Nach der Offenbarung der
ES 2 052 449 wird das Vinpocetin
durch Veresterung von Apo-Vincaminsäure mit
Ethanol in einem polaren Lösungsmittel
bei Raumtemperatur in Gegenwart einer organischen Base und eines
Pentafluorbenzolderivats als Katalysator hergestellt. Als Probleme
werden die große
Zahl auftretender Nebenprodukte und die geringen Ausbeuten beschrieben,
die von der Art des Katalysators abhängen, und auch im Bereich von
nur 5 bis 10% liegen können.
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Die Herstellung von Apo-Vincaminsäureethylester
ausgehend von der Säure
unter Verwendung eines Ionenaustauscherharzes als Dehydratisierungsmittel
in Gegenwart von Ethanol und Schwefelsäure wird von der
CN 1 058 966 vorgeschlagen.
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Nach der
JP 02 073 083 wird die Vincaminsäure mit
Halogenierungsmittel in einem inerten organischen Lösungsmittel
in Gegewart einer Base zum Säurehalogenid
umgesetzt, das anschließend
mit Alkohol zum entsprechenden Ethylester reagiert.
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Neben der Veresterung der Säure zum
Ethylester ist auch die Herstellung von Apo-Vincaminsäureestern durch Dehydratisierung
von Vincaminsäureestern
bekannt. Beispielsweise beschreibt die
CH
644 860 die Herstellung von Apo-Vincaminsäurealkylestern
durch azeotrope Dehydratisierung von Vincaminsäurealkylestern (Alkylgruppe
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen) unter Einwirkung einer starken Säure, wie
einer aromatischen Sulfonsäure
oder Oxalsäure.
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Ferner offenbart die Lehre der
ES 490 305 die Herstellung
ausgehend von Vincamin durch Dehydratisierung mit konzentrierter
Schwefelsäure
in Ethanol direkt zum Vinpocetin.
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Aber auch 2-stufige Synthesen zur
Herstellung von Vinpocetin aus Vincamin sind im Stand der Technik bekannt:
Ein
2-stufiges oder je nach Reaktionsführung sogar 1-stufig verlaufendes
Herstellungsverfahren für
Vinpocetin, ausgehend von Vincamin, wird in Synth. Commun. (1994),
24(6), S. 759 bis 766 beschrieben. Dort werden. zwei Wege offenbart,
um Vinpocetin aus Vincamin herzustellen, und zwar zunächst eine
Umesterung vom Vincamin 1 zum Ethylvincaminat 2 und dann eine Dehydratisierung
zum Vinpocetin 4 oder erst eine Dehydratisierung vom Vincamin 1
zum Apo-Vincamin 3 und anschließend
eine Umesterung zum Vinpocetin 4, wie dies das nachfolgende Reaktionsschema
1 darstellt:
Reaktionsschema
1
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Es wurde festgestellt, dass durch
Wahl geeigneter Lewissäuren
einer der beiden Synthesewege begünstigt wird, oder eine direkte
Synthese von 1 nach 4 erfolgen kann. So führt der Einsatz von AlCl3, BF3·EtO2 und TiCl4 als Katalysator
ausgehend von 1 zu 3, während
die Lewissäure
FeCl3 direkt die Umsetzung von 1 nach 4
katalysiert.
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Jedoch soll nach dieser Veröffentlichung
die Reaktionsführung
von 1 über
3 nach 4 zahlreiche Nachteile aufweisen, so dass eine Synthese in
großindustriellem
Maßstab
nicht in Frage kommt. Da für
die Umsetzung eine höhere
Temperatur als die Siedetemperatur von Ethanol erforderlich ist,
muß ein
geschlossenes Gefäß verwendet
werden. Ferner sind die Reaktionszeiten außerordentlich lang, beispielsweise
mehr als 13 Stunden, wahrscheinlich weil die Umesterung von 3 nach
4 langsamer abläuft
als von 1 nach 2 und sich die Verbindung 3 durch Konjugation der
Estergruppe mit einer α,β-ungesättigten
Bindung stabilisieren kann. Daher wird der Syntheseweg über die
Umesterung, gefolgt von der Dehydratisierung (1 → 2 → 4), als deutlich effektiver
erachtet, wobei die kombinierten Katalysatoren ZnCl2 und
AlCl3 oder noch besser Ti(OR)4 mit
TiCl4 oder Methansulfonsäure zum Einsatz kommen.
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Der Erfindung liegt somit die Aufgabe
zugrunde, in Fortbildung des Standes der Technik ein Verfahren zur
Verfügung
zu stellen, welches eine geringe Anzahl an Verfahrensstufen umfaßt, wobei
hohe Ausbeuten erzielt und Nebenreaktionen vermieden werden sollen.
Dieses Verfahren soll auch in großtechnischem Maßstab umsetzbar,
d.h. kostengünstig
und daher in wirtschaftlicher Weise durchführbar sein.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Überraschenderweise
wurde gefunden, dass die vorstehend genannte Aufgabe der vorliegenden
Erfindung durch ein 2-stufiges Verfahren gelöst werden kann, wobei eine
Verbindung der Formel II, vorzugsweise Vincamin, zunächst unter
Zugabe eines Dehydratisierungsmittels zur Verbindung der Formel
III, vorzugsweise zum Apo-Vincamin, dehydratisiert und anschließend zum
Vinpocetin umgeestert wird. Dies gilt auch für die entsprechenden Strukturanalogen
und ist nachfolgend in Reaktionsschema 2 dargestellt:
Reaktionsschema
2
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Dementsprechend betrifft die vorliegende
Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel
I:
mit den nachfolgenden Schritten:
- (1) Dehydratisieren von Vincamin der Formel
II: wobei R einen Rest ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Methyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Pentyl, Phenyl
und Benzyl, vorzugsweise Methyl, bedeutet,
unter Zugabe eines
Dehydratisierungsmittels in Form von Thionylchlorid, Phosphoroxychlorid,
Phosphorpentoxid, Essigsäureanhydrid
oder Salzsäure,
vorzugsweise Thionylchlorid,
und Erhalt einer Verbindung der
Formel III:
und
- (2) Umestern der Verbindung der Formel III zum Vinpocetin der
Formel I.
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Demzufolge wird im erfindungsgemäßen Schritt
(1) zunächst
eine Dehydratisierung durchgeführt,
d.h. eine Wasserabspaltung aus dem Alkohol in Gegenwart einer Säure. Hierzu
ist es zweckmäßig, die
Verbindung der Formel II, vorzugsweise Vincamin, in einem geeigneten
organischen Lösungsmittel
zu suspendieren oder zu lösen.
Als organisches Lösungsmittel
für die
Dehydratisierung kommen beispielsweise in Frage: N-Methylpyrrolidon,
und/oder Dimethylformamid, N,N-Dimethylacetamid oder cyclische Harnstoffe,
wobei N-Methylpyrrolidon
besonders bevorzugt ist.
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Zu dieser Lösung oder Suspension gibt man
eine entsprechende Menge an Dehydratisierungsmittel, wie Thionylchlorid,
Phosphoroxychlorid, Phosphorpentoxid, Essigsäureanhydrid oder Salzsäure, vorzugsweise
im Bereich von etwa –20°C bis etwa
50°C, beispielsweise
durch Zutropfen oder portionsweises Zugeben zu. Besonders bevorzugt
wird als Dehydratisierungsmittel Thionylchlorid eingesetzt. Vorteilhafterweise
wird dabei ein Temperaturbereich von etwa 0°C bis etwa 40°C eingehalten,
besonders bevorzugt wird eine Temperatur von etwa 20°C nicht überschritten.
Es ist daher zweckmäßig, die
Reaktionsmischung während
der Zugabe zu kühlen,
zum Beispiel mit einem Kältebad
und die Innentemperatur mit einem Innenthermometer zu kontrollieren.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird die erhaltene Verbindung der Formel III, vorzugsweise
das erhaltene Apo-Vincamin, als Base ausgefällt, zum Beispiel durch Zugabe
einer Ammoniaklösung.
Besonders bevorzugt hat die Ammoniaklösung eine Konzentration von
etwa 10 bis 35%, insbesondere von etwa 15 bis 30%, ganz beson ders
bevorzugt von etwa 25%.
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Das erhaltene Rohprodukt kann durch
Behandeln mit Wasser, wie beispielsweise durch eine Wäsche mit
Wasser oder Rühren
in Wasser, insbesondere heißem
Wasser einer Temperatur von etwa 30 bis 60°C, bevorzugt von etwa 40 bis
50°C, gereinigt
werden; dies ist aber nicht in jedem Falle erforderlich.
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Ferner ist es erfindungsgemäß bevorzugt,
die in Schritt (1) erhaltene Verbindung der Formel III, vorzugsweise
das in Schritt (1) erhaltene Apo-Vincamin, vor der weiteren Umsetzung
in Schritt (2) zu trocknen. Dies kann in einer dem Fachmann bekannten
Weise erfolgen.
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Daran schließt sich die Umesterung der
Verbindung der Formel III, vorzugsweise des Apo-Vincamins, zum Vinpocetin nach dem erfindungsgemäßen Schritt
(2) des Verfahrens an. Unter Umesterung wird in der vorliegenden
Erfindung eine Reaktion verstanden, bei der der Methylester in den
entsprechenden Ethylester überführt wird.
Dies kann generell durch Alkoholyse in Gegenwart von Säuren oder
Basen oder durch Einwirkung von zwei verschiedenen Estern bei höheren Temperaturen
und in Gegenwart von Säuren
oder Alkalien durchgeführt
werden. Erfindungsgemäß ist eine
Alkoholyse besonders bevorzugt, d.h. man vermischt den Ester mit
demjenigen Alkohol, dessen Alkylrest eingeführt werden soll und erhitzt
in Gegenwart von einer Base oder Säure.
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Das entstehende Gleichgewicht kann
durch einen großen Überschuß an Alkohol
oder durch Abdestillieren des entstehenden Alkohols zugunsten des
gewünschten
Esters verschoben werden.
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Die Umesterung wird somit erfindungsgemäß in einem
Lösungsmittel
durchgeführt,
das als Hauptkomponente Ethanol enthält oder aus diesem besteht.
Vorteilhafterweise werden bei der erfindungsgemäßen Umesterung gemäß Schritt
(2) Basen als Katalysatoren eingesetzt, wobei Alkali- oder Erdalkalialkanolate,
wie Natriummethanolat oder -ethanolat, besonders bevorzugt sind.
Die Reaktion wird üblicherweise
in einem Temperaturbereich von etwa 20°C bis etwa 100°C durchgeführt.
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Das erhaltene Roh-Vinpocetin wird
vorzugsweise einer zusätzlichen
Reinigung unterzogen, wobei keine Isolierung erfolgen muß, sondern
unmittelbar mit der bereits vorliegenden Reaktionslösung weitergearbeitet werden
kann. Hierzu wird zur Vinpocetin-Lösung Kohle zugegeben, erhitzt
und anschließend
heiß filtriert.
Nach dem Abkühlen
fällt das
gewünschte
Produkt aus und kann in üblicher
Weise abgetrennt und aufgearbeitet werden.
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Der Fachmann ist anhand der obigen
Rahmenbedingungen ohne weiteres in der Lage, die gegebenen Parameter
entsprechend zu variieren und derart einzustellen, dass optimale
Ergebnisse resultieren und auch in großtechnischem Maßstab gearbeitet
werden kann.
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Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind vielschichtig. In völliger
Abkehr von den Erkenntnissen aus dem Stand der Technik, wonach die
Herstellung von Vinpocetin über
eine Dehydratisierung von Vincamin und eine anschließende Umesterung
als äußerst nachteilig
und unwirtschaftlich beschrieben wird, ist es mit der Lehre der
vorliegenden Erfindung in völlig überraschender
Weise gelungen, eine derartige 2-stufige Synthese bereitzustellen,
welche die beschriebenen Nachteile vermeidet. Auch die Aussagen
im Stand der Technik, dass eine großtechnische Herstellung über diesen
Weg nicht möglich
wäre, konnte
mit der erfindungsgemäßen Lehre
widerlegt werden.
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Tatsächlich können mit dem Verfahren der
Erfindung die Anforderungen an ein großtechnisches Verfahren in hohem
Maße erfüllt werden:
So hat es sich gezeigt, dass die Umesterung des Vincamins aufgrund seiner
relativ schlechten Löslichkeit
unwirtschaftlich ist. Demgegenüber
ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
im ersten Schritt möglich
unter Zugabe eines Dehydratisierungsmittels mit hohen Ausbeuten
eine Dehydratisierung durchzuführen.
Somit erhält
man die Verbindung der Formel III, beispielsweise das Apo-Vincamin, das in
einfacher Weise, zum Beispiel über
die Base, isoliert werden kann. Im Gegensatz zum Vincamin ist das
Apo-Vincamin in den einzusetzenden organischen Lösungsmitteln außerordentlich
gut löslich,
so dass eine überraschend
leichte Umesterung mit hohen Ausbeuten durchgeführt werden kann.
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Die hohe Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
resultiert dabei nicht nur aus der speziellen Reaktionsführung und
den daraus resultierenden hohen Ausbeuten der gewünschten
Produkte bei beiden erfindungsgemäßen Verfahrensschritten, sondern
auch im Einsatz billiger Ausgangsprodukte und Reagentien. So sind
zum Beispiel die im Stand der Technik verwendeten Lewissäuren, wie
TiCl4, sehr teure Reagentien, die zu erhöhten Kosten
des Verfahrens führen.
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Das Verfahren der Erfindung hat außerdem im
Vergleich zu den bekannten Verfahren insgesamt eine erheblich kürzere Reaktionszeit.
Das erfindungsgemäße Verfahren
ist somit den aufwendigen 3-stufigen Verfahren aus dem Stand der
Technik, die über
die Vincaminsäure
verlaufen, deutlich überlegen,
da ein Verfahrensschritt eingespart werden kann, was sich ganz besonders
gravierend bei der Produktivität
großtechnischer Ansätze auswirkt.
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Insgesamt wird demzufolge ein Verfahren
zur Verfügung
gestellt, dass in außerordentlich
wirtschaftlicher Weise zu wertvollen Produkten im Pharamziebereich
führt und
daher die Technik bereichert.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand
von Beispielen, welche die erfindungsgemäße Lehre nicht beschränken sollen,
im einzelnen beschrieben. Dem Fachmann sind im Rahmen der erfindungsgemäßen Offenbarung
weitere Ausführungsbeispiele
offensichtlich.
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Beispiel 1a:
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– Herstellung
von Apovincamin –
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Die Herstellung von Apovincamin aus
Vincamin erfolgte entsprechend dem nachfolgenden Reaktionsschema
3:
Reaktionsschema
3
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Es wurden 50 g Vincamin in einem
500 ml Dreihalskolben mit 150 ml 1-Methyl-2-pyrrolidon suspendiert und auf 5°C abgekühlt. Dann
wurden 15 ml Thionylchlorid so zu dem Reaktionsgemisch zugetropft,
dass die Innentemperatur 20°C
nicht überstieg.
Das Reaktionsgemisch wurde 1,5 h bei 20 bis 25°C nachgerührt. Nach der Dünnschichtchromatographie
lag kein Edukt mehr vor.
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Dann wurde die Suspension wieder
auf 5°C
abgekühlt
und mit 10 ml entionisiertem Wasser versetzt. Dabei sollte die Innentemperatur
30°C nicht übersteigen.
Dann wurde erneut auf 5°C
abgekühlt
und die Base mit 65 ml wässriger
Ammoniaklösung
(25%ig) bei 30°C
Innentemperatur gefällt.
Bei 5°C
wurde noch 2 h nachgerührt.
Die Base wurde abgesaugt und mit 300 ml entionisiertem Wasser nachgewaschen.
Rohausbeute
(noch feucht): 62g
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Die feuchte Rohausbeute wurde in
400 ml entionisiertem Wasser suspendiert und bei 70°C 1 h gerührt. Die
Suspension wurde abgesaugt und mit 200 ml entionisiertem Wasser
gewaschen. Anschließend
wurde bei 50°C
unter Stickstoff im Vakuumtrockenschrank bis zur Gewichtskonstanz
getrocknet. Ausbeute: 45,6 g = 96,2% d.Th.; NMR: ca. 95%ig
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Beispiel 1b:
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– Herstellung
von Vinpocetin –
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Die Herstellung von Vinpocetin aus
dem in Beispiel 1a erhaltenen Apo-Vincamin erfolgte entsprechend dem
nachfolgenden Reaktionsschema 4:
Reaktionsschema
4
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45 g des in Beispiel 1a erhaltenen
Apovincamins wurden in einem 750 ml Sulfierkolben mit 270 ml Ethanol
vorgelegt und mit 5,3 ml Natriumethylat-Lösung (21%ig) bei 23°C versetzt,
auf Rückflußtemperatur
erhitzt und 30 nun. bei dieser Temperatur gerührt. Das Vinpocetin begann
auszukristallisieren. Die HPLC zeigte, dass Apovincamin (Edukt) < 5% enthalten war.
Dann wurden 100 ml Ethanol abdestilliert und 280 ml frisches Ethanol
wieder zum Reaktionsgemisch zugesetzt. Anschließend wurde zum Rückfluß erhitzt
und 15 min nachgerührt.
Die HPLC zeigte, dass Apovincamin (Edukt) < 0,5% enthalten war.
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Man gab dann 9 g Aktivkohle zu der
Lösung
und rührte
1 h unter Rückfluß. Die heiße Lösung wurde über einen
Druckfilter heiß filtriert
und mit 100 ml heißem
Ethanol nachgespült.
Man ließ das
Filtrat unter Rühren
erkalten und saugte schließlich
bei 5°C
ab. Mit ca. 60 ml kaltem Ethanol wurde dann das Produkt gewaschen.
Man trocknete bei 50°C
und unter Stickstoff im abgedunkelten Vakuumtrockenschrank bis zur
Gewichtskonstanz.
Ausbeute: 37,4 g = 82,2% d.Th.
NMR: >95%ig
HPLC: 99,2%
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Beispiel 2a:
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– Herstellung von Apovincamin –
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60 l 1-Methyl-2-pyrrolidon wurden
in eine 100 l Rührwerksapparatur
(RWA) aus Emaille eingebracht. Dann wurden 20 kg Vincamin in die
100 l RWA eingetragen und gerührt.
Anschließend
wurden 10,1 kg Thionylchlorid unter Kühlung in die 100 l RWA so zu
dosiert, dass die Innentemperatur 20°C nicht überstieg. Im Anschluß daran
wurde 1 h bei dieser Temperatur gerührt. Es wurde eine Probe von
ca. 100 ml für
die Inprozeßkontrolle
1 (HPLC) gezogen. Das Vincamin-Edukt war nicht mehr nachweisbar.
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Der Inhalt der 100 l Rührwerksapparatur
wurde dann auf 10°C
abgekühlt
und 2 l entionisiertes Wasser so zudosiert, dass die Innentemperatur
30°C nicht überstieg.
Dann wurden unter Rühren
26 l Ammoniaklösung (25%ig)
in die 100 l RWA so zudosiert, dass die Innentemperatur 30°C nicht überstieg.
Nach Zugabe der Ammoniaklösung
(25%ig) wurde eine Probe entnommen, um den pH-Wert zu prüfen (pH-Papier).
Dieser sollte im alkalischen Bereich liegen. Dann wurde der Inhalt
der 100 l RWA auf 10 bis 20°C
abgekühlt.
Die Suspension aus der 100 l RWA wurde in einer Zentrifuge abgeschleudert
und mit 10 l entionisiertem Wasser nachgespült. Das Schleudergut wurde
mit 1501 entionisiertem Wasser in 3 Portionen gewaschen. Der Ablauf
der Waschlauge sollte nicht mehr gefärbt sein. Dann wurde das Schleudergut
erneut mit 80 l kaltem Ethanol in 4 Portionen gewaschen. Das Produkt
wurde anschließend
unter Stickstoff in einem abgedunkelten Vakuumtrockenschrank bei
max. 50°C
getrocknet.
Rohausbeute: 12,8 kg = 67,5% d.Th.
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Die Rohausbeute wurde in eine 100
l Rührwerksapparatur
aus Emaille eingebracht und 90 l entionisiertes Wasser zugegeben.
Der Inhalt der 100 l RWA wurde auf 70°C erwärmt und 1 h bei dieser Temperatur gerührt. Die
Suspension wurde aus der 100 l RWA in einer Zentrifuge abgeschleudert
und mit 10 l entionisiertem Wasser nachgespült. Das Schleudergut wurde
mit 90 l entionisiertem Wasser in 3 Portionen und im Anschluß noch mit
80 l kaltem Ethanol in 4 Portionen gewaschen. Das Produkt wurde
unter Stickstoff in einem abgedunkelten Vakuumtrockenschrank bei
max. 50°C
getrocknet.
Ausbeute: 12,61 kg = 66,4% HPLC: 99,26% (Flächenprozent)
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Beispiel 2b:
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– Herstellung
von Vinpocetin –
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Es wurden 10 kg des in Beispiel 2a
erhaltenen Apo-Vincamins in eine 250 l Rührwerksapparatur aus Emaille
eingebracht. Dann wurden 60 l Ethanol in die 250 l RWA zugegeben.
Unter Rühren
wurden bei 23°C 1,2
l Natriumethylat-Lösung
(20%ig) in die 250 l RWA zugegeben. Der Inhalt der 250 l RWA wurde
auf Rückflußtemperatur
erwärmt
und gelöst.
Nach ca. 30 min begann das Vinpocetin zu kristallisieren. Es wurde
eine Probe von ca. 100 ml für
die Inprozeßkontrolle
1 (HPLC) gezogen. Das Apovincamin-Edukt war < 5%.
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Unter Normaldruck wurden 45 l Ethanol
abdestilliert und anschließend
80 l frisches Ethanol zum Inhalt der 250 l RWA zugegeben. Der Inhalt
der 250 l RWA wurde unter Rückflußtemperatur
gelöst.
Es wurde eine Probe von ca. 100 ml für die Inprozeßkontrolle
2 (HPLC) gezogen. Der Apovincamin-Gehalt (Edukt) lag bei < 1%.
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Der Inhalt der 250 l RWA wurde auf
50°C abgekühlt. Dann
wurden 2 kg Aktivkohle mit 10 l Ethanol angeschlämmt und in die 250 l RWA eingebracht.
Es wurde auf Rückflußtemperatur
erhitzt und über
einen beheizten Linsenfilter in eine 100 l RWA mit Stickstoff filtriert.
Dann wurden 5 l Ethanol in die 250 l RWA gegeben, auf Rückflußtemperatur
erhitzt und zum Nachwaschen ebenfalls über einen beheizten Linsenfilter
in eine 100 l RWA filtriert. Man kühlte dann den Inhalt der 100
l RWA mittels Kühlsole
auf 5 bis 10°C
ab und rührte
1 h bei dieser Temperatur. Die Suspension aus der 100 l RWA wurde
in einer Zentrifuge abgeschleudert und mit 10 l kaltem Ethanol nachgespült. Das
Produkt wurde unter Stickstoff im abgedunkelten Vakuumtrockenschrank
bei max. 50°C
getrocknet.
Ausbeute: 8,34 kg = 80%o d.Th.
HPLC: 100,18%
Gehalt gegen Standard)