DE10310546B3 - Verfahren zur Ermittlung von Mehrfachabzüge betreffenden Leistungswerten einer Sortiermaschine und eines Detektors zum Erkennen der Mehrfachabzüge - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Leistungsdaten eines Detektors zum Erkennen von Überlappungen von flachen Sendungen in einer Transportstrecke zur sequentiellen Förderung der Sendungen einer Sortiermaschine. Als erstes wird ein Fan-Sortierlauf durchgeführt, bei dem in m, m >= 1, Durchläufen jeweils nacheinander in P Sortierendstellen der Sortiermaschine jeweils eine aus einem Stapel vereinzelte Sendung bzw. ein Mehrfachabzug zu verteilen ist. Die Anzahl m der Durchläufe wird in Abhängigkeit von der benötigten Genauigkeit gewählt. Danach wird die Anzahl N¶AD¶ der mit dem Detektor gemessenen Mehrfachabzüge und die Anzahl N¶AS¶ der mit dem Detektor gemessenen Einzelabzüge festgestellt sowie die Anzahl N¶SD¶ der falsch detektierten Einzelabzüge und die Anzahl N¶DS¶ der falsch detektierten Mehrfachabzüge durch Vergleichen der Anzahl der in jeder einbezogenen Sortierendstelle befindlichen Sendungen mit dem der jeweiligen Sortierendstelle zugeordneten Messergebnis des Detektors ermittelt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Mehrfachabzüge betreffenden Leistungswerten einer Sortiermaschine und eines Detektors zum Erkennen der Mehrfachabzüge.
- Aus den Druckschriften
undJP 2002-239 471 AA sind Sortiermaschinen ersichtlich mit einer Abzugsvorrichtung zum Vereinzeln von flachen Sendungen von einem Stapel, einem Detektor zur Erkennung von Mehrfachabzügen, einer Zurückweisungs-/Rejectendstelle für Mehrfachabzüge, einer Vorrichtung zur Ermittlung von Adressinformationen und mit Sortierendstellen. Bei der üblichen Arbeitsweise derartiger Sortiermaschinen werden Sendungen nacheinander durch die Abzugsvorrichtung von einem Sendungsstapel abgezogen, an dem Detektor zur Erkennung von Überlappungen vorbeigeführt, erkannte Doppelabzüge in die Rejectendstelle geleitet und die übrigen Sendungen aufgrund der erkannten Adressinformationen in die Sortierendstellen geleitet. Dabei kann in der Regel eine Sortierendstelle mehrere, in mehreren Abzugsvorgängen abgezogene und für denselben Zielort bestimmte Sendungen aufnehmen.JP 2002-239 471 A - Es wurden bisher entsprechende Detektoren bekannt, die auf unterschiedlichen Messprinzipien beruhend Überlappungen, hervorgerufen durch Mehrfachabzüge der Vereinzelungseinrichtung, ermitteln.
- So wird in
DE 43 37 004 A1 eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Erkennen von Überlappungen von biegbaren flachen Sendungen beschrieben; wobei in der Transportstrecke mindestens ein Abschnitt jeder Sendung senkrecht zur Förderrichtung bewegbar ist. Mindestens ein Auslenkelement ist an der Trans portstrecke angeordnet, durch das die bewegbaren Sendungsabschnitte senkrecht zur Förderrichtung temporär um einen vorgegebenen Betrag während der Förderung in der Transportstrecke ausgelenkt werden. In einer Detektionsrichtung wird aufgrund des Rückschnellverhaltens der Sendungen, das Vorliegen von überlappenden Sendungsabschnitten detektiert. - Bei einer weiteren Lösung (
DE 196 25 044 A1 ) wird unter Verwendung von optischen Messmitteln für die Sendungshöhe bei einem ermittelten Höhensprung während des Durchlaufens der Sendungen durch das optische Messsystem und einer wiederholten Höhenmessung eine Überlappung gemeldet. - Zu den Leistungsdaten der Detektoren zum Erkennen von Überlappungen und zur Ermittlung der Leistungsdaten in der Sortiermaschine wurden in den genannten Druckschriften keine Aussagen gemacht.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein aufwandarmes Verfahren zur exakten Ermittlung von Mehrfachabzüge betreffenden Leistungswerten einer Sortiermaschine und eines Detektors zum Erkennen der Mehrfachabzüge zu schaffen.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
- Als erstes wird ein Fan-Sortierlauf durchgeführt mit m, m ≥ 1, Durchläufen. In jedem Durchlauf werden durch eine Abzugsvorrichtung nacheinander P Abzüge von einem Sendungsstapel flacher Sendungen vorgenommen. Für jeden Abzug wird durch einen Detektor zum Erkennen von Mehrfachabzügen jeweils das Vorliegen eines Einzelabzugs oder eines Mehrfachabzugs festgestellt und die jeweils abgezogene Sendungsmenge in eine von P leeren Sortierendstellen geleitet. Dann erfolgt das Ermitteln der Anzahl NSD(m) der in diesem Durchlauf falsch als Mehrfachabzug detektierten Einzelabzüge und der Anzahl NDS(m) der in diesem Durchlauf falsch als Einzelabzug detektierten Mehrfachabzüge, indem für jede der einbezogenen P Sortierendstellen die Anzahl der in ihr befindlichen Sendungen mit dem Messergebnis des Detektors verglichen wird. Für die in den m Durchläufen mit jeweils P Abzügen insgesamt vorgenommenen N Abzüge wird dann die Anzahl NAD der mit dem Detektor festgestellten Mehrfachabzüge und die Anzahl NAS der mit dem Detektor festgestellten Einzelabzüge ermittelt. Die Anzahl NSD der insgesamt falsch detektierten Einzelabzüge und die Anzahl NDS der insgesamt falsch detektierten Mehrfachabzüge wird durch Aufsummieren der Werte NSD(m) bzw. NDS(m) ermittelt. Aus den ermittelten Werten NAD, NAS, NSD und NDS erfolgt schließlich die Berechnung von Leistungswerten. Die Anzahl m der Durchläufe wird in Abhängigkeit von der benötigten Genauigkeit gewählt.
- Mit dem Verfahren ist es möglich, die Leistungsdaten im Verlauf des Sortierbetriebes zu kontrollieren, indem in festgelegten Abständen zwischen den normalen Sortierläufen Fan-Sortierläufe ausgeführt werden und nachfolgend die beschriebenen weiteren Verfahrensschritte durchgeführt werden.
- Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dargelegt.
-
- Damit erhält man eine die Vereinzelungseinrichtung der jeweiligen Sortiermaschine charakterisierende Größe unter Berücksichtigung der Fehlmessungen.
-
- Diese Größe gibt die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Messung eines Mehrfachabzuges als die Qualität des Detektors charakterisierendes Merkmal an.
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- Diese Größe beschreibt die relative Anzahl von fehlerhaft als Mehrfachabzug identifizierten Sendungen und charakterisiert damit die Leistungsfähigkeit von der Fehlerseite aus betrachtet.
- Anschließend wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
- Dabei zeigt
-
1 ein Prozessmodell für den Sortierprozess beim Einsatz einer Vorrichtung zum Erkennen von Überlappungen beim Vereinzeln von flachen Sendungen. - Das Prozessmodell für den Sortierprozess beim Einsatz einer Vorrichtung zum Erkennen von Überlappungen beim Vereinzeln von flachen Sendungen gemäß
1 dient zum besseren Verständnis des Ablaufes beim Vereinzeln der Sendungen, sowie bei der Detektion der Überlappungen und beim anschließenden Sortieren. - Im Vereinzelungsprozess mit P Vereinzelungen im Sortierbetrieb tritt sowohl eine Anzahl NS von Einzelabzügen als auch eine Anzahl ND von Mehrfachabzügen/Überlappungen (hauptsächlich Doppelabzüge) auf. Beim Detektionsprozess während des normalen Sortiervorganges wird einerseits eine Anzahl NDD von Überlappungen korrekt erkannt, die dann in eine sogenannte Rejectendstelle geleitet werden und andererseits kommt es vor, dass eine Anzahl NDS von Überlappungen nicht erkannt wird, die dann fälschlicherweise in normale Sortierendstellen geleitet werden.
- Von den tatsächlichen NS Einzelabzügen wird eine Anzahl NSS korrekt erkannt und in zugehörige Sortierendstellen transportiert. Gleichzeitig wird eine Anzahl NSD von Einzelabzügen fälschlicherweise als Überlappung detektiert und in die Rejectendstelle transportiert.
- Um zu den Leistungsdaten eines entsprechenden Detektors zu kommen, muss die Häufigkeit der verschiedenen Fehldetektionen bzw. der richtigen Detektion statistisch ermittelt werden. Als Leistungsdaten werden folgende Werte festgelegt:
- 1. Überlappungsrate
- 2. Erkennungsrate
- 3. Fehlerrate
- Die Anzahl der in die Rejectendstelle sortierten Sendungen und damit die Anzahl NAD der scheinbaren Mehrfachabzüge ergibt sich aus der Beziehung NAD = NDD + NSD und die Anzahl der scheinbaren Einzelabzüge NAS aus der Beziehung NAS = NSS + NDS.
- Unter Zuhilfenahme dieser Beziehungen wird im folgenden beschrieben, wie die Leistungsdaten eines Überlappungsdetektors exakt bestimmt werden können.
- Der Überlappungsdetektor ist dabei mit einer Software ausgerüstet, die folgenden Verfahrensablauf unterstützt:
- 1. Setzen des Detektors in den Modus zur Bestimmung der Leistungsdaten.
- 2. Durchführen eines Fan-Sortierlaufes, bei dem nacheinander in aufeinander folgende Sortierendstellen je eine Sendung bzw. ein Mehrfachabzug aus einem Stapel sortiert wird.
- 3. Feststellen der Anzahl der in jeder Sortierendstelle befindlichen Sendungen und Entleerung der Sortierendstellen.
- 4. Ermitteln der Anzahl NAD der mit dem Detektor gemessenen Mehrfachabzüge/Überlappungen und der Anzahl NAS der mit dem Detektor gemessenen Einzelabzüge.
- 5. Ermitteln der Anzahl NSD der falsch detektierten Einzelabzüge und der Anzahl NDS der falsch detektierten Mehrfachabzüge/Überlappungen durch Vergleichen der Anzahl der nach dem Fan-Sortierlauf in jeder Sortierendstelle befindlichen Sendungen mit dem der jeweiligen Sortierendstelle zugeordneten Messergebnis des Detektors.
- 6. Je nach geforderter Genauigkeit Durchführung weiterer Fan-Sortierläufe und Aufsummieren der nach Punkt 4 und 5 ermittelten Werte.
- 7. Berechnen der Überlappungsrate DFR, der Erkennungsrate DR und der Fehlerrate ER aus den entsprechend Punkt 4 und 5 ermittelten Gesamtwerten gemäß der Beziehungen:
- In der folgenden Tabelle 1 ist beispielhaft das Ergebnis eines Fan-Sortierlaufes mit einem Durchgang unter Verwendung von P=15 Sortierendstellen dargestellt, in welche die flachen Sendungen einsortiert werden. Beim Fan-Sortierlauf wird zu Beginn in die Sortierendstelle 1 der erste Abzug sortiert, dann der zweite Abzug in die Sortierendstelle 2 usw., bis abschließend der fünfzehnte Abzug in die Sortierendstelle 15 geleitet wird. Dabei kann ein Abzug sowohl aus einer Einzelsendung bei einem Einzelabzug als auch bei einem fehlerhaften Abzug aus mehreren überlappenden Sendungen bestehen. Tabelle 1
- Die meisten Detektionsergebnisse sind richtig, aber einige haben sich beim Vergleich mit den Inhalten der Sortierendstellen als falsch herausgestellt.
- In der ersten Zeile sind die 15 Endstellen aufgeführt, in der zweiten Zeile die den Sortierendstellen zugeordneten Detektionsergebnisse und in der dritten Zeile das Überprüfungsergebnis und Inhalt der jeweiligen Sortierendstelle.
- Dabei stellte sich folgendes heraus:
Der Detektor hat für die Sortierendstellen 2,5,8 und 15 eine Überlappung/Mehrfachabzug gemessen. Die Überprüfung ergab, dass dies für die Sortierendstellen 2 und 8 nicht stimmte, da dort nur Einzelsendungen vorhanden waren. Andererseits wurde für die Sortierendstelle 11 ein Einzelabzug detektiert, obwohl sich dort zwei überlappende Sendungen befanden. - Daraus ergeben sich folgende Werte:
NAD = 4
NAS = 11
NSD = 2
NDS = 1 -
Claims (4)
- Verfahren zur Ermittlung von Mehrfachabzüge betreffenden Leistungswerten einer Sortiermaschine und eines Detektors zum Erkennen der Mehrfachabzüge, wobei a) ein Fan-Sortierlauf mit m ≥ 1 Durchläufen durchgeführt wird, und in jedem Durchlauf des Fan-Sortierlaufs a1) durch eine Abzugsvorrichtung nacheinander P Abzüge von einem Sendungsstapel flacher Sendungen vorgenommen werden, a2) für jeden Abzug durch einen Detektor zum Erkennen von Mehrfachabzügen jeweils das Vorliegen eines Einzelabzugs oder eines Mehrfachabzugs festgestellt wird, a3) für jeden Abzug die jeweils abgezogene Sendungsmenge in eine von P leeren Sortierendstellen geleitet wird, a4) und die Anzahl NSD(m) der in diesem Durchlauf falsch als Mehrfachabzug detektierten Einzelabzüge und die Anzahl NDS(m) der in diesem Durchlauf falsch als Einzelabzug detektierten Mehrfachabzüge ermittelt wird, indem für jede der einbezogenen P Sortierendstellen die Anzahl der in ihr befindlichen Sendungen mit dem Messergebnis des Detektors verglichen wird, b) für die in den m Durchläufen mit jeweils P Abzügen insgesamt vorgenommenen N Abzüge die Anzahl NAD der mit dem Detektor festgestellten Mehrfachabzüge und die Anzahl NAS der mit dem Detektor festgestellten Einzelabzüge ermittelt wird, c) die Anzahl NSD der insgesamt falsch detektierten Einzelabzüge und die Anzahl NDS der insgesamt falsch detektierten Mehrfachabzüge durch Aufsummieren der Werte NSD(m) bzw. NDS(m) ermittelt wird, d) und aus den in den Schritten b) und c) ermittelten Werten NAD, NAS, NSD und NDS Leistungswerte berechnet werden.
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