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Die Erfindung betrifft ein Selbstbedienungs- (=
SB) Regal, insbesondere ein SB-Wandregal
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
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Derartige Regale sind vorliegend
bestimmt zum Angebot von unverpackter Nahrungsmittel-Ware. Dabei
dienen die zur Kundenseite hin auch durch Verschlussklappen abgeschlossenen
Abdeckhauben zur hygienischen Rundum-Abschirmung der unverpackten
Ware, vorliegend insbesondere Backware wie Brot, Brötchen, Käsestangen
oder dergleichen. Um die Ware zur Kundenseite hin übersichtlich
zu präsentieren,
bestehen die Abdeckhauben aus einem durchsichtigen Werkstoff, insbesondere
aus Acrylglas. Die Warennatur ist daher weitgehend ungehindert von
der Kundenseite her erkennbar. Zur weiteren Verbesserung der Übersichtlichkeit
sind die Warenböden
in Gebrauchsstellung zur Kundenseite hin geneigt. Der Neigungswinkel
ist auch danach bemessen, dass die Ware selbsttätig in eine günstige Griffposition
zur Kundenseite hin nachrutscht, wenn ein Warenelement im SB-Wege
entnommen ist.
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Bei derartigen SB-Regalen ist die
geschäftsseitige
Nachladung mit SB-Ware problematisch. Die nachzuladende Neu-Ware
kann nämlich
nicht von der Entnahmeseite her in Tunnellängsrichtung unter die tunnelartige
Abdeckhaube eingeschoben werden. Bei SB-Wandregalen für unverpackte
Nahrungsmittel wie Brot sind nämlich
im Bereich der Entnahmeöffnung
der Abdeckhauben konstruktive Maßnahmen getroffen, die das
Zurückschieben
von einmal entnommener Ware von der Kundenseite her unmöglich machen.
Eine Neubeladung der Warenböden
ist nur von oben möglich
und das bereitet inbesondere beim obersten Warenboden eines solchen Wandregals
erhebliche Probleme.
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Bei herkömmlichen Regalen der eingangs genannten
Art sind die aus hygienischen Gründen
erforderlichen Abdeckhauben am Regal unbeweglich fixiert. Zur Nachladung
wird bei den herkömmlichen Regalen
ein in Richtung auf die Kundenseite geneigt unter der Abdeckhaube
positionierter Regalboden motorisch in Richtung zur Käuferseite
hin schräg nach
unten ausgefahren, von oben beladen und wieder schräg nach oben
in seine Gebrauchsstellung zurückgefahren.
Diese hygienisch einwandfreie Konstruktion ist baulich außerordentlich
aufwändig.
Einen weiteren Nachteil bedeutet die erhebliche Wartungsbedürftigkeit.
Weiter unterliegt ein derartiges SB-Regal der gesetzlichen Maschinenrichtlinie
mit belastenden Vorschriften.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
derartiges SB-Regal ohne hygienische Beeinträchtigung zu vereinfachen. Diese
Aufgabe wird durch Anspruch 1 gelöst.
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Die erfindungsgemäße Lösung sieht vor, dass die einem
jeden Warenboden oder seinem Tragelement zugeordneten Abdeckhauben
nicht ortsfest, sondern hochschwenkbar am rückseitig durch eine vertikale
Wand abgeschlossenen Standgestell angelenkt sind. Die Schwenkachse
verläuft
dabei i. wes. horizontal parallel zur Rückwand des Gestells. Das Hochschwenken
wird durch das schubladenartige Herausziehen des jeweiligen Tragelements
aus seiner Gebrauchsstellung in eine ausgezogene Ladestellung bewirkt.
Dazu sind die Tragelemente nicht schräg nach unten, sondern i. wes.
horizontal herausziehbar am Regalgestell geführt. Die schubladenartige Herausziehbewegung
der Tragelemente aus ihrer Gebrauchsstellung in die Ladestellung
ist die Antriebsbewegung, die mit dem Ziehen des Tragelements gleichzeitig
die Abdeckhaube hochschwenkt. Die Hochschwenkbewegung wird also
durch das schubladenartige Ausziehen des den Warenboden tragenden
Tragelementes bewirkt und der Hubantrieb erfolgt dabei durch nockenartige
Einwirkung seitens des Tragelements auf die Abdeckhaube.
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Die erfindungsgemäß horizontale schubladenartige
Verschiebeführung
des Tragrahmens und des mit ihm verbundenen Warenbodens erfordert weitere
be sondere Maßnahmen
zur in eingeschobener Gebrauchsstellung gewünschten Schrägneigung des
Warenbodens zur Kundenseite hin, insbesondere wenn die Fachhöhe, also
die Abstandshöhe
des Trageelementes bzw. seines Warenbodens zum im Regal darüber positionierten
Tragelement bzw. Warenboden weitgehend beliebig wählbar sein
soll, um eine möglichst
rationale Ausnutzung des Regalraumes zu ermöglichen. Auch dazu sieht die
Erfindung nach Anspruch 2 vor, dass bei der Nachladung mit dazu
ausgezogenem Tragelement der Warenboden weitgehend horizontal ausgerichtet
ist und erst beim Einschub bzw. beim Zurückschieben des Tragelements
in die Gebrauchsstellung des Regals der Warenboden in eine der Kundenseite
zugeneigte Schrägstellung
angehoben bzw. hochgeschwenkt wird. Die Ansprüche 3 und 4 beinhalten Ausführungsformen
des Warenbodens, welche diese Hochschwenkbewegung einleiten, was
etwa im Mittelbereich des Einschubweges geschieht.
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Weitere Merkmale des Erfindungsgegenstandes
dienen der Funktionsverbesserung bei der Überführung des Regals von der Ladestellung
in die Gebrauchsstellung seiner Tragelemente bzw. Warenböden und
diese Merkmale sind Gegenstand der Ansprüche 5 ff.
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Der Gegenstand der Erfindung wird
anhand der Figuren beispielsweise erläutert.
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Es zeigen:
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1 die
obere Etage eines erfindungsgemäßen Regals
in Gebrauchsstellung mit durch mehrere nebeneinander positionierte
Frontklappen verschlossener, den Warenboden überwölbender Abdeckhaube,
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2 die
Regaletage nach 1 bei
in Richtung auf die Ladestellung teilweise ausgezogenen Tragelement
bzw. Warenboden,
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3 eine
Ansicht analog 2, wobei
das Tragelement mit seinem Warenboden noch weiter in Richtung Ladestellung
ausgezogen ist,
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4 eine
Darstellung analog 2 und 3 bei in Ladestellung ausgezogenem
Tragrahmen bzw. Warenboden,
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5 eine
Seitenansicht der oberen Etage des Regals analog 1 im Gebrauchszustand mit gestrichelt
angedeuteter Position der zur Warenentnahme hochgeschwenkten Frontklappe
der Abdeckhaube,
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6 eine
schematische Seitenansicht analog 5 aller
Funktionsstellungen von Tragrahmen, Warenboden und Abdeckhaube gemäß den 1–4,
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7 die
Seitenansicht eines Teilbereiches des Standgestells mit daran fixiertem
Steuernocken und zugeordnetem, in eingeschobener Gebrauchsstellung
befindlichem Tragelement,
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8 eine
Draufsicht analog Pfeil VIII in 7,
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9 eine
Vorderansicht der Regaletage gemäß 7 und 8 in Pfeilrichtung IX von 8.
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Das Regal 1 enthält ein Standgestell 2 mit
einer zwischen den beiden seitlich voneinander positionierten Standstreben 3, 4 positionierten
Rückwand 5.
Wenn Regal 1 als „Wand"-Regal bezeichnet
ist, so ist damit nicht ausgedrückt,
dass es etwa zu einer Aufstellung nur an einer Gebäudewand
vorgesehen bzw. geeignet ist. Vielmehr ist damit zum Ausdruck gebracht,
dass das Regal im Bereich seiner zur Warenaufnahme vorgesehenen
Regaletagen wirksam eine Rückwand
(5) zum rückseitigen
Abschluss des tablettähnlich
wirksamen Warenbodens (6) aufweist und der letztere dient
zum Aufstellen der SB-Ware.
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Der Warenboden 6 liegt auf
dem Tragelement 7 auf. Es ist in Horizontalrichtung 8 verschiebbar
am Standgestell 2 zwischen seiner Gebrauchsstellung (Einschubstellung 1, 5 und 7)
und seiner Ladestellung (Auszugsstellung 4, 6 rechts
gestrichelt) im wesentlichen in Horizontalrichtung 8 geführt. Das
Tragelement 7 ist im wesentlichen durch einen rechteckigen
Rahmen gebildet und dessen zur Rückwand 5 parallele
Rahmenstreben 9, 10 sind insbesondere in den 5–7 verdeutlicht.
Das als Rechteckrahmen dargestellte Tragelement 7 hält den von
oben her aufgesattelten Warenboden 6. Der Warenboden 6 ist
mit seiner der Rahmenstrebe 10 zugewandten und zu ihr parallelen
Vorderkante 11 (5, 6) um die zur Rahmenstrebe 10 parallele
Horizontalachse 12 schwenkbar am Trag element 7 gelagert. Durch
diese Schwenklagerung ist der Warenboden 6 mit seiner der
Rückwand 5 zugewandten
Seite, also mit seiner Rückseite 13 aus
seiner im wesentlichen horizontalen Auflageposition (4) auf dem Tragelement 7 hochschwenkbar
(1–3).
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Das Tragelement 7 mit dem
aufgesattelten Warenboden 6 ist von einer Abdeckhaube 14 überdeckt.
Die Abdeckhaube 14 ist mit ihrem der Zugseite 15 bzw.
der Rahmenstrebe 10 diagonal abgewandten Haubenende 16 gestellseitig
an der Rückwand
5 um eine zu den Schwenkachsen 12 etwa parallele Achse 17 aus
ihrer abgesenkten, den Warenboden 6 abdeckenden Gebrauchsstellung
(1, 5) in die Nachladestellung (4, 6) nach oben schwenkgelagert.
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Mindestens eine Unterkante 18 (3–5) der
Abdeckhaube 14 ist als passiver Steuernocken oder Steuerpolygon
ausgebildet. Die Unterkante 18 liegt auf dem vom Tragelement 7 hochstehenden Steuerausleger 19 auf.
Der Steuerausleger 19 schwenkt beim schubladenartigen Ziehen
des Tragelements 7 die dem Tragelement 7 zugeordnete
Abdeckhaube 14 hoch (2–4 und 6).
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An der Gestellrückwand 5 ist im Bereich
des Tragelements 7 ein zur Rückwand 5 ansteigender Steuernocken 20 fixiert.
Die Steuerseite 21 des Steuernockens 20 reicht über die
Höhenposition
des Tragelements 7 hinaus. Das ist besonders eindeutig
in den 6 und 7 dargestellt. Dadurch steht
der Steuernocken 20 mit seiner Steuerseite 21 in
den Verschiebeweg des aufliegenden Warenbodens 6 hinein.
Beim Einschieben des Tragelements 7 zum Standgestell 2 hin
in Richtung Gebrauchsstellung läuft
der Warenboden 6 zwangsläufig mit seinem gestellseitigen
Ende auf die Steuerseite 21 des Steuernockens 20 auf.
Bei weiterem Einschieben des Tragelements 7 in das Standgestell 2 gleitet
der Warenboden 6 mit seiner Außenseite auf die Steuerseite 21 des
Steuernockens 20 in Richtung zur Gestellrückwand 5 auf
und wird dabei mit seiner der Gestellrückwand 5 zugewandten
Rückseite 13 angehoben.
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Es nimmt also der Warenboden 6 in
Einschubendstellung (1, 5) des Tragelements 7 seine
für die
Gebrauchsstellung des Regals 1 gewünschte endgültige Schrägstellung zur Entnahmeseite
(Kundenseite 22; 5)
hin ein. Diese Neigestellung ist nicht nur für die Übersichtlichkeit der auf dem
Warenboden 6 aufliegenden Waren (Brotlaibe 23, 5) vorteilhaft, sondern
sie ist auch zum selbsttätigen Nachrutschen
von hinter dem entnommenen Brotlaib 23 für eine weitere
Entnahme in Wartestellung befindlichen Vorrats-Brotlaiben 23 von
Vorteil.
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Gemäss dem gestrichelten Teil von 5 schwenkt die Entnahmeperson 24 die
schwerkraftbedingt die Abdeckhaube 14 verschließende, nach
unten hängende
Frontklappe 25 mit der rechten Bedienungshand 26 hoch,
um mit der linken Bedienungshand 27 den in vorderer Entnahmeposition
befindlichen Brotlaib 23 ungehindert zu entnehmen. Die Oberseite 28 dieses
Brotlaibes 23 ist von einem vom horizontalen Oberteil der
Abdeckhaube 14 nach unten vorstehenden Rückhaltebügel 29 beaufschlagt. Der
Rückhaltebügel 29 dient
dazu, ein Wiedereinschieben des bereits entnommenen Warenstückes, hier
also des bereits entnommenen Brotlaibes (5) wirksam zu verhindern, nämlich zu
sperren. Die Neubeladung des Warenbodens 6 erfordert zwingend
ein Hochschwenken der Abdeckhaube 14 und das ist nur durch
das schubladenartige Ziehen des Tragelements 7 mit dem
aufliegenden Warenboden 6 in Horizontalrichtung 8 möglich (6).
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Der Warenboden 6 ist an
seiner der Rückwand 5 zugewandten
Seite, also gestellseitig mit einer zur Steuerseite 21 hin
wirksamen Auflaufschräge 30 versehen
( 5). Die Auflaufschräge ist dort durch
die gleitkufenartig abgerundete Außenseite des Übergangs
des Warenbodens 6 in eine über ihn hinausstehende Abschlusswand 31 gebildet,
also gleitkufenartig wie eine Skischaufel wirksam.
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Das Anheben der Abdeckhaube 14 durch das
Tragelement 7 erfolgt über
den mit dem Tragelement 7 zu einer Einheit fest verbundenen
Steuerausleger 19 (4, 7) mittels einer um eine
etwa horizontale Achse drehbar gelagerten Steuerrolle 33.
Die Steuerrolle 33 begünstigt
die Funktionsfähigkeit (Rollreibung
statt Gleitreibung) der Anhebebewegung der Abdeckhaube 14 beim Ziehen
des Tragele ments 7. Dieser Bewegungsvorgang ist besonders anschaulich
in 6 dargestellt. Der
Umfang der Steuerrolle 33 ist zur Erhöhung ihrer Funktionsfähigkeit
mit einer Spurrille zur geführten
Einlage der Unterkante 18 der Abdeckhaube 14 versehen.
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Statt der Steuerrolle 33 kann
auch ein Gleitschuh mit zweckmäßig ebenfalls
an seiner Beaufschlagungsseite angeordneter Spurrille zur Führung der
Unterkante 18 der Abdeckhaube 14 ortsfest am Steuerausleger 19 fixiert
sein.
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Zweckmäßig kann auch die Gängigkeit
der Längsführung des
Tragelements 7 am Standgestell 2 durch eine teleskopartig
ausziehbare Längsführung verbessert
sein. Solche teleskopartig ausziehbaren Längsführungen sind von Schubladenlagerungen
her geläufig,
so dass hier eine nähere
Beschreibung überflüssig erscheint.
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- 1
- Regal
- 2
- Regalgestell
- 3
- Standstrebe
- 4
- Standstrebe
- 5
- Rückwand
- 6
- Warenboden
- 7
- Tragelement
- 8
- Horizontalrichtung
- 9
- Rahmenstrebe
- 10
- Rahmenstrebe
- 11
- Vorderkante
- 12
- Schwenkachse
- 13
- Rückseite
(Warenboden)
- 14
- Abdeckhaube
- 15
- Zugseite
- 16
- Haubenende
- 17
- Schwenkachse
- 18
- Unterkante
- 19
- Steuerausleger
- 20
- Steuernocken
- 21
- Steuerseite
- 22
- Kundenseite
- 23
- Brotlaib
- 24
- Person
- 25
- Frontklappe
- 26
- rechte
Bedienungshand
- 27
- linke
Bedienungshand
- 28
- Oberseite
Brotlaib
- 29
- Rückhaltebügel
- 30
- Auflaufschräge
- 31
- Abschlusswand
- 32
- Seitenwand
- 33
- Steuerrolle