-
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zum Filtern der Spülflüssigkeit
einer Geschirrspülmaschine.
-
Bei herkömmlichen Geschirrspülmaschinen findet
die Filterung des Waschwassers zumeist im Sumpf des Waschbottichs
statt. Dort ist das derzeit bekannte Filtersystem angeordnet, das
i.d.R. aus einem Filterblech, das einen Bereich des Bodens des Waschbottichs
bedeckt und in dessen Mitte ein weiteres Filter angeordnet ist,
besteht. Dieses weitere, insbesondere zylindrische Filter kann mehrteilig
aufgebaut sein und reicht unterhalb des Niveaus des eigentlichen
Waschbottichs hinein. Durch dieses gesamte Filtersystem wird die
Spülflüssigkeit
mittels einer Pumpe abgepumpt und über die Sprüharme wieder in den Waschbottich
zurück
verbracht. Dabei sind Geschirrspüler
mit nur einer Pumpe bekannt, die gleichzeitig Umwälz- und
Entleerungspumpe ist. Ein anderer Typ von Geschirrspülern verfügt über zwei Pumpen,
wobei die eine als Entleerungspumpe und die andere als Umwälzpumpe
dient.
-
Bei den bekannten Geschirrspülern sind
die Geschirrspülprogramme
in mehrere Phasen unterteilt, wobei bei jeder Phase ein mehr oder
weniger vollständiger
Wasserwechsel durchgeführt
wird. Diese Wasserwechsel sind nötig
um die bereits abgelösten
Verschmutzungen aus dem Gerät
zu entfernen und somit die Gefahr von Rückverschmutzungen zu minimieren.
-
Nach dem derzeitigen Stand der Technik werden
bei einem vollständigen
Wasserwechsel ca. 4 Liter Spülflüssigkeit
gegen Frischwasser ausgetauscht. Der Wasserverbrauch heutiger Geschirrspülmaschinen
ist dabei relativ groß,
da während
des Ablaufes eines Geschirrspülprogramms
je nach Programmabschnitten, wie Vorspülen, Reinigen, verschiedene
Zwischenspülgänge, Klarspülen, bis
zu fünf
oder mehr Füllvorgänge durchgeführt werden.
-
Um den Wasserverbrauch zu minimieren,
ist es bekannt, unvollständige
Wasserwechsel durchzuführen.
Dabei wird die verunreinigte Spülflüssigkeit nur
teilweise abgepumpt und zur verbleibenden Spülflüssigkeit Frischwasser hinzugeführt. Dieses
Verfahren ist unter dem Begriff „Verschneiden von Schmutz- und
Frischwasser" bekannt.
-
Bei den bekannten Verfahren kann
es vorkommen, dass bei stark verschmutzten Sieben die Menge an abgepumptem
Wasser nicht mehr in der Lage ist, den Schmutz vollständig zu
entfernen. Werden die Siebe nicht sorgfältig und regelmäßig gereinigt,
ist die Gefahr einer Rückverschmutzung
von bereits sauberem Geschirr groß.
-
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb,
eine Vorrichtung bereitzustellen, mit der der Wasserverbrauch gesenkt
und die Rückverschmutzung
von Geschirr minimiert werden können.
-
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum
Filtern der Spülflüssigkeit
einer Geschirrspülmaschine
gelöst,
wobei im Abpumpbereich ein Filtersystem bestehend aus einem Sieb
und einem Stellglied angeordnet ist, wobei das Sieb abströmseitig
mit dem Spülbottich
verbunden ist und das Sieb sowie das Stellglied anströmseitig
so angeordnet sind, dass der abgelagerte Schmutz bei geöffnetem
Stellglied abgepumpt wird.
-
Für
eine Geschirrspülmaschine
die nach dem Einmotorenprinzip arbeitet, d. h. bei der für den Abpump-
und den Spülvorgang
nur eine Pumpe vorgesehen ist, besteht eine vorteilhafte Ausbildung
der Erfindung darin, dass das Sieb abströmseitig mit den zu den Sprüharmen führenden
Zirkulationssystemen verbunden ist. Bei dieser einfachen Ausbildung
der Erfindung muss die Pumpe gegebenenfalls stärker ausgelegt werden, da das
Sieb den Wasserwiderstand erhöht.
-
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung
der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Sieb abströmseitig über eine
gesonderte Leitung bzw. ein gesondertes Kanalsystem mit dem Spülbottich
verbunden ist. Diese Ausbildung der Erfindung eignet sich besonders
für eine
Geschirrspülmaschine
die mit zwei Pumpen, d.h. mit einer Entleerungspumpe und einer gesonderten
Umwälzpumpe
ausgestattet ist.
-
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung
der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass im anströmseitigen
Bereich des Siebes ein Behälter
angeordnet ist, der mit dem Spülbottich
nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren in Wirkverbin dung steht.
Füllt man
diesen Behälter
mit Spülflüssigkeit über das
Niveau der Spülflüssigkeit
im Spülbottich, so
erreicht man eine Rückströmung der
Spülflüssigkeit
aus dem Behälter
durch das Filter allein durch die Gewichtskraft der Spülflüssigkeit.
-
Nach weiteren Ausbildungen der Erfindung kann
das Stellglied elektromechanisch aber auch hydraulisch betätigbar sein.
Für die
hydraulische Betätigung
des Stellgliedes bietet sich vorteilhaft eine steuer- oder regelbare
Pumpe an. Sofern dabei in der Geschirrspülmaschine ein Trübungssensor
u.a. zur Bestimmung der Verschmutzung der Spülflüssigkeit vorgesehen ist, kann
die Steuerung oder Regelung der Pumpe in Abhängigkeit des kontinuierlich
oder diskontinuierlich erfassten Verschmutzungsgrades der Spülflüssigkeit
erfolgen, indem z.B. bei Überschreiten
bzw. Unterschreiten zumindest eines vorgebbaren Parameter einer
Trübungmessung
eine Betätigung
des Stellgliedes erfolgt oder aber dessen Betätigung erfolgt zu zumindest
einem fest vorgebbaren Zeitpunkt des Spülprogrammablaufes. In Abhängigkeit
eines zumindest zeitweise während
eines Programmablaufes ermittelten Trübungsverlaufes kann ferner
zumindest ein ggf. fest vorgegebener Zeitpunkt zur Betätigung des
Stellgliedes verschoben werden. Als weitere Alternative ist es auch
denkbar, die zeitabhängige
und trübungsabhängige Betätigung des
Stellgliedes durch die Programmsteuerung gleichzeitig oder alterierend
durchzuführen.
-
Verschiedene Ausbildungen der Erfindung werden
im folgenden anhand der Figuren näher beschrieben. Dabei zeigen:
-
1:
Eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Filterung der
Spülflüssigkeit über das Sprüharmsystem
(SA)
-
2:
Eine Vorrichtung zur Filterung der Spülflüssigkeit einer Geschirrspülmaschine über ein gesondertes
Leitungssystem (LS)
-
3:
Eine Vorrichtung gemäß 2 mit einem zusätzlichen
Behälter
(T)
-
1 zeigt
in sehr vereinfachter Darstellung den Waschbottich B mit der Spülflüssigkeit
F wobei die Niveaus N1 und N2 angegeben sind. N1 ist das Niveau
der Spülflüssigkeit
F bei dem der Spülvorgang
gestartet werden kann. N2 ist das Niveau der Spülflüssigkeit F, das nach einem
Abpumpvorgang erreicht wird.
-
In 1 ist
das herkömmliche,
hinlänglich bekannte
Filtersystem, das wie Eingangs beschrieben im Sumpf des Spülbottichs
B angeordnet ist, nicht dargestellt. Dieses herkömmliche Filtersystem trägt zur Erfindung
nicht bei und kann durch das hier beschriebene Filtersystem vollständig ersetzt
werden. Es ist aber auch eine Kombination des herkömmlichen
Filtersystems mit dem hier beschriebenen möglich.
-
1 zeigt
weiterhin die Entleerungs- und Umwälzleitung L1, die vom Spülbottich
B zu der Abpumpleitung AL führt,
an die sich in der Regel der Ablaufschlauch anschließt. Vor der
Abpumpleitung AL befindet sich ein Stellglied SG. In der Leitung
L1 ist die Pumpe P angeordnet. Des weiteren verzweigt sich die Leitung
L1 zu dem Sprüharmsystem
SA, wobei erfindungsgemäß an dem
Sprüharmsystem
SA ein Sieb S angeordnet ist. Das Sieb S befindet sich vorteilhaft
direkt an der Verzweigungsstelle der Leitung L1 mit dem Sprüharmsystem
SA.
-
Im Spülbetrieb, d.h. im Umwälzbetrieb
wird über
die Pumpe P die Spülflüssigkeit
F aus dem Spülbottich
B gesaugt und durch das Sieb S über
das Sprüharmsystem
SA den – hier
der Einfachheit halber nicht dargestellten – Sprüharmen zugeführt und somit
wieder in den Spülbottich
B verbracht. Das Sieb S filtert die Schmutzpartikel aus, wobei sich
der Schmutz BÄ unterhalb
des Siebes S und vor dem Stellglied SG ablagert. Das Stellglied
SG kann nun elektromechanisch in Abhängigkeit von der Spülprogrammsteuerung
des Geschirrspülers
geöffnet
werden. Bei geöffnetem
Stellglied SG wird der abgelagerte Schmutz über die Abpumpleitung AL und
den Ablaufschlauch abgepumpt und in die Kanalisation geführt. Danach
wird das Stellglied SG wieder geschlossen, und der Vorgang beginnt
von vorne. Der Schaltzeitpunkt für
das geöffnete
Stellglied SG kann dabei in vorgegebenen Zeitintervallen erfolgen,
wobei diese Zeitintervalle abhängig
vom, Waschprogramm auch unterschiedlich sein können. Die Vorgabe dieser Schaltzeitpunkte
bleibt dem Fachmann vorbehalten. I.d.R. wird sie am Anfang, d.h.
bei den Vorspül-
und Reinigungsprogrammen häufiger
sein und dann in immer größeren Abständen erfolgen,
weil der Grad der Verunreinigung der Spülflüssigkeit zum. Schluss des Spülprogramms
hin abnimmt. Wenn ein Trübungssensor
TS zur Messung des Verschmutzungs grades der Spülflüssigkeit vorgesehen ist, kann
die Steuerung des Stellgliedes SG auch in Abhängigkeit von der gemessenen
Trübung
der Spülflüssigkeit
erfolgen,
Die Darstellung gemäß 2 zeigt eine weitere Vorrichtung zum
Filtern der Spülflüssigkeit
einer Geschirrspülmaschine.
Diese Vorrichtung weist den Spülbottich
B auf, an dessen Ausgang sich wieder das aus 1 bekannte Leitungssystem L1 befindet. Im
Leitungssystem L1 ist wieder die Pumpe P angeordnet. Dabei handelt
es sich hierbei nur um die Entleerungspumpe P, während das Umwälzsystem über eine
gesonderte Pumpe erfolgt, die der Übersichtlichkeit halber nicht
dargestellt ist. Bei dieser Ausführung der
Erfindung handelt es sich also um eine Geschirrspülmaschine,
die nach dem Zwei-Motoren- bzw. Zwei-Pumpen-Prinzip arbeitet. Auch
bei diesem System kann, wie bei allen hier beschriebenen Systemen,
das bei herkömmlichen
Geschirrspülern
im Sumpf befindliche Filtersystem weggelassen werden oder in Kombination
mit dem hier beschriebenen Filtersystem verwendet werden.
-
Am Ende des Leitungssystems L1 ist
wieder ein Stellglied SG1 angeordnet, das elektromechanisch oder
auch hydraulisch betätigbar
ist.
-
Weiter ist am Leitungssystem L1 ein
zusätzliches
Leitungssystem LS angeordnet, wobei sich ein Sieb S an der Verbindungsstelle
der beiden Leitungssysteme L1 und LS befindet. Das Leitungssystem
LS führt
aber nicht, wie in 1,
zu den Sprüharmen, sondern
führt zurück in den
Spülbottich.
Im hier gezeigten Beispiel führt
es am unteren Ende des Spül bottichs
zurück
in diesen, wobei am Eingang des Spülbottichs B ein drittes Stellglied
SG3 vorgesehen is. Dieses dritte Stellglied SG3, das lediglich als selbstschließende Klappe
ausgebildet sein kann, dient der Verhinderung des Rückflusses
von Spülflüssigkeit
in das Leitungssystem LS. Ein zweites Stellglied SG2 ist am Ausgang
des Spülbottichs
B angeordnet.
-
Die Wirkungsweise der in 2 beschriebenen Ausbildung
der Erfindung ist wie folgt. Beim Reinigungsvorgang bleibt das Stellglied
SG1 geschlossen. Über
die Pumpe P wird die Spülflüssigkeit
F aus dem Spülbottich
B gesaugt und über
das Sieb S, das Leitungssystem LS und die Klappe SG3 wieder zurück in den
Spülbottich
8 verbracht. Dieser Kreislauf ist durch die mit Pfeilen versehene
Strömungslinie dargestellt.
Dabei lagert sich der Schmutz BÄ wieder vor
dem Stellglied SG1 und auf der Anströmseite des Siebes S ab. Durch Öffnen des
Stellgliedes SG und durch Einschalten der Pumpe P wird der Schmutz durch
die Abpumpleitung AL in den hier nicht dargestellten Ablaufschlauch
und damit in die Kanalisation abgepumpt.
-
Für
die Öffnungszeiten
des Stellgliedes SG1 gilt das zur 1 gesagte
entsprechend. Auch hier kann das Stellglied SG1 in Abhängigkeit
vom Messergebnis eines Trübungssensors
TS gesteuert werden.
-
Da bei dem Zwei-Motoren-Prinzip die
Entleerungspumpe P unabhängig
von der – nicht
dargestellten – Umwälzpumpe
betrieben werden kann, könnte hier
sogar ein Filtervorgang während
des laufenden Spülbetriebes
stattfinden. Der Fil tervorgang könnte dabei
in vorgegebenen Zeitintervallen oder auch ständig parallel zum laufenden
Spülbetrieb
durchgeführt
werden, wobei das Entfernen des Schmutzes BÄ immer wieder bei hohem Pumpendruck
und sehr kurzzeitig ebenfalls während
des laufenden Spülprogramms
durchgeführt
werden könnte.
Der dadurch bedingte geringe Entzug von Spülflüssigkeit F könnte durch
Zulauf von Wasser ausgeglichen werden. Mit diesem Verfahren kann,
ebenso wie in der Ausbildung gemäß 1, eine ständige Filterung
der Spülflüssigkeit
erreicht werden. ' Die
Darstellung gemäß 3 zeigt im wesentlichen
die gleichen Elemente wie die Darstellung gemäß 2. Zusätzlich ist am Leitungssystem
L1 oberhalb des Siebes S noch ein Behälter T angeschlossen, der parallel
zum Spülbottich
B liegt und mit dem Spülbottich
B nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren in Wirkverbindung steht.
-
Beim Filtervorgang wird hier bei
geschlossenem Stellglied SG1 die Spülflüssigkeit F aus dem Spülbottich
B gepumpt und durch das Stellglied SG2 am Zurückfließen gehindert. Das Stellglied
SG2 ist als Klappe ausgebildet, die sich die eigene Gewichtskraft
schließt
und durch den Saugdruck der Pumpe P öffnet. Die Spülflüssigkeit
F wird über
das Rohrleitungssystem L1, das Sieb S, das Leitungssystem LS und
die Klappe SG3 in den Spülbottich
B zurückverbracht.
Gleichzeitig wird Spülflüssigkeit
in den Behälter
T verbracht und erreicht dort ein Niveau, das höher ist als das im Spülbottich
B. Nach Abschalten der Pumpe P fließt die Spülflüssigkeit aus dem Behälter T über das
Sieb S, das Leitungssystem LS und die Klappe SG3 ebenfalls zurück in den
Spülbottich
B.
-
Auch hier wird sich der Schmutz BÄ wieder vor
dem Stellglied SG1 und auf der Anströmseite des Siebes S ablagern
und kann durch Öffnen
des Stellgliedes SG1 über
das Ablaufssystem AL in den Ablaufsschlauch abgepumpt werden. Die
Schaltzeiten für
das Stellglied SG1 können
entsprechend dem gemäß 1 und 2 gemachten Ausführungen gewählt werden.
-
Das Stellglied SG1 kann auch hydraulisch betätigt werden.
Eine Möglichkeit
dazu besteht darin, dass das Stellglied SG1 mittels Federkraft in
geschlossenem Zustand gehalten wird, wobei die Federkraft so groß gewählt ist,
dass bei der für
den Filtriervorgang erforderlichen Pumpenleistung das Stellglied
SG1 noch nicht öffnet.
Beim Abpump- bzw. Entleerungsvorgang wird dann der Pumpendruck erhöht, so dass
die Federkraft überwunden
wird und sich das Stellglied SG1 öffnet.