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Die Erfindung betrifft organische
Verbindungen, die eine Kern-Schale-Struktur aufweisen, ein Verfahren
zu deren Herstellung sowie ihre Verwendung als Halbleiter in elektronischen
Bauelementen.
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Das Feld molekularer Elektronik hat
sich in den letzten 15 Jahren mit der Entdeckung organischer leitender
und halbleitender Verbindungen rapide entwickelt. In dieser Zeit
wurden eine Vielzahl von Verbindungen gefunden, die halbleitende
oder elektrooptische Eigenschaften aufweisen. Es ist allgemeines
Verständnis, dass
die molekulare Elektronik nicht konventionelle Halbleiterbausteine
auf der Basis von Silizium verdrängen wird.
Stattdessen geht man davon aus, dass molekulare elektronische Bauelemente
sich neue Anwendungsgebiete eröffnen
werden, in denen die Eignung zur Beschichtung großer Flächen, strukturelle
Flexibilität,
Prozessierbarkeit bei niedrigen Temperaturen und niedrigen Kosten
benötigt
werden. Halbleitende organische Verbindungen werden derzeit für Anwendungsgebiete
wie organische Feld-Effekt-Transistoren (OFET's), organische Lumineszenzdioden (OLED's), Sensoren und
photovoltaische Elemente entwickelt. Durch einfache Strukturierung
und Integration von OFET's
in integrierte organische Halbleiterschaltungen werden preiswerte Lösungen für intelligente
Karten (smart cards) oder Preisschilder möglich, die sich bislang mit
Hilfe der Silzium-Technologie aufgrund des Preises und der mangelnden
Flexibilität
der Siliziumbausteine nicht realisieren lassen. Ebenfalls könnten OFET's als Schaltelemente
in großflächigen flexiblen
Matrixanzeigen verwendet werden. Eine Übersicht über organische Halbleiter,
integrierte Halbleiterschaltungen und deren Anwendungen ist beispielweise
in Electronics 2002, Band 15, S. 38 beschrieben.
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Ein Feldeffekttransistor ist ein
Dreielektroden-Element, in dem die Leitfähigkeit eines dünnen Leitungskanals
zwischen zwei Elektroden (genannt „Source" und „Drain") mittels einer an der dritten, durch
eine dünne Isolatorschicht
von dem Leitungskanal getrennten, Elektrode (genannt „Gate") kontrolliert wird.
Die wichtigsten charakteristischen Eigenschaften eines Feldeffekt-Transistors
sind die Mobilität
der Ladungsträger,
die entscheidend die Schaltgeschwindigkeit des Transistors bestimmen
und das Verhältnis
zwischen den Strömen
im geschalteten und angeschalteten Zustand, das sogenannte „On/Off-ratio".
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In organischen Feldeffekt-Transistoren
sind bislang zwei große
Klassen von Verbindungen verwendet worden. Sämtliche Verbindungen weisen
fortlaufende konjugierte Einheiten auf und werden je nach Molekulargewicht
und Aufbau in konjugierte Polymere und konjugierten Oligomere unterteilt.
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Oligomere weisen in der Regel eine
einheitliche molekulare Struktur und ein Molekulargewicht unter 10000
Dalton auf. Polymere bestehen in der Regel aus Ketten einheitlicher
Repetitionseinheiten mit einer Molekulargewichtsverteilung. Jedoch
besteht ein fließender Übergang
zwischen Oligomeren und Polymeren.
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Häufig
wird mit der Unterscheidung zwischen Oligomeren und Polymeren zum
Ausdruck gebracht, dass in der Verarbeitung dieser Verbindungen
eine grundsätzliche
Unterscheidung besteht. Oligomere sind häufig verdampfbar und werden über Aufdampfverfahren
auf Substrate aufgebracht. Als Polymere werden häufig unabhängig von ihrer molekularen
Struktur Verbindungen bezeichnet, die nicht mehr verdampfbar sind und
daher über
andere Verfahren aufgebracht werden. Bei Polymeren werden in der
Regel Verbindungen angestrebt, die in einem flüssigen Medium, beispielsweise
organischen Lösungsmitteln,
löslich
sind und sich dann über
entsprechende Auftragsverfahren aufbringen lassen. Ein sehr verbreitetes
Auftragsverfahren ist z.B. das Aufschleuderverfahren („Spin-Coating"). Eine besonders
elegante Methode ist das Ausbringen von halbleitenden Verbindungen über das
Ink-Jet-Verfahren. In diesem Verfahren wird eine Lösung der
halbleitenden Verbindung in Form feinster Tröpfchen auf das Substrat aufgebracht
und getrocknet. Dieses Verfahren erlaubt während des Aufbringens die Strukturierung
durchzuführen.
Eine Beschrei bung dieses Aufbringverfahrens für halbleitende Verbindungen
ist beispielsweise in Nature, Band 401, S. 685 beschrieben.
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Allgemein wird den nasschemischen
Verfahren ein größeres Potenzial
zugeschrieben, auf einfache Art und Weise zu preisgünstigen
organischen integrierten Halbleiterschaltungen zu kommen.
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Eine wichtige Voraussetzung zur Herstellung
hochwertiger organischer Halbleiterschaltungen sind Verbindungen
extrem hoher Reinheit. In Halbleitern spielen Ordnungsphänomene eine
große
Rolle. Behinderung an einheitlicher Ausrichtung der Verbindungen
und Ausprägungen
von Korngrenzen führt
zu einem dramatischen Abfall der Halbleitereigenschaften, so dass
organische Halbleiterschaltungen, die unter Verwendung nicht extrem
hochreiner Verbindungen gebaut wurden, in der Regel unbrauchbar
sind. Verbleibende Verunreinigungen können beispielsweise Ladungen
in die halbleitende Verbindung injizieren („Dotierung") und damit das On/Off-Ratio verkleinern
oder als Ladungsfallen dienen und damit die Mobilität drastisch
herabsetzen. Weiterhin können
Verunreinigung die Reaktion der halbleitenden Verbindungen mit Sauerstoff
initiieren und oxidierend wirkende Verunreinigungen können die
halbleitenden Verbindungen oxidieren und somit möglicher Lager-, Verarbeitungs-
und Betriebszeiten verkürzen.
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Die in der Regel notwendigen Reinheiten
sind solche, die durch die bekannten polymerchemischen Verfahren
wie Waschen, Umfällen
und Extraktion in der Regel nicht erreichbar sind. Oligomere können dagegen
als molekular einheitliche und häufig
flüchtige
Verbindungen relativ einfach durch Sublimation oder Chromatographie
gereinigt werden.
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Einige wichtige Vertreter halbleitender
Polymere sind im Folgenden beschrieben. Für Polyfluorene und Fluoren-copolymere,
beispielsweise Poly(9,9-dioctylfluoren-cobithiophen) (I)
wurden Ladungsmobilitäten, im
Folgenden auch kurz als Mobilitäten
bezeichnet, bis 0,02 cm
2/Vs erreicht (Science,
2000, Band 290, S. 2123), mit regioregulärem Poly(3-hexylthiophen-2,5-diyl) (II)
sogar Mobilitäten bis
zu 0,1 cm
2/Vs (Science, 1998, Band 280,
S. 1741). Polyfluoren, Polyfluoren-Copolymere und Poly(3-hexylthiophen-2,5-diyl)
bilden wie fast alle langkettigen Polymere nach Aufbringung aus
Lösung gute
Filme und sind daher einfach zu prozessieren. Als hochmolekulare
Polymere mit einer Molekulargewichtsverteilung können sie jedoch nicht durch
Vakuumsublimation und nur schwer durch Chromatographie gereinigt
werden.
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Wichtige Vertreter oligomerer halbleitender
Verbindungen sind beispielsweise Oligothiophene, insbesondere solche
mit endständigen
Alkylsubstituenten gemäß Formel
(III)
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Typische Mobilitäten, für z.B. α,α'-Dihexylquarter-, -quinque- und -sexithiophen
liegen bei 0.05 – 0.1 cm2/Vs.
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Mesophasen, insbesondere flüssigkristalline
Phasen scheinen in halbleitenden organischen Verbindungen eine besondere
Rolle zu spielen, die aber bislang von den Fachleuten nicht vollständig verstanden wurde.
Beispielsweise wird die bislang höchste Mobilität für Kristalle
aus α,α'-Dihexylquarterthiophene
berichtet (Chem. Mater., 1998, Band 10, S. 457), wobei diese Kristalle
bei einer Temperatur von 80°C
aus einer enantiotropen flüssigkristallinen
Phase kristallisierten (Synth. Met., 1999, Band 101, S. 544). Besonders
hohe Mobilitäten
kann man bei Verwendung von einzelnen Kristallen erhalten, z.B.
wurde eine Mobilität
von 1,1 cm2/Vs für einzelne Kristalle von α,α'-Sexithiophene beschrieben
(Science, 2000, Band 290, S. 963). Werden Oligomere aus Lösung aufgebracht,
so sinken die Mobilitäten
meist stark ab.
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In der Regel wird das Absinken der
halbleitenden Eigenschaften bei Prozessierung von oligomeren Verbindungen
aus Lösung
auf die mäßige Löslichkeit
und geringe Tendenz zur Filmbildung der oligomeren Verbindungen
zurückgeführt. So
werden Inhomogenitäten
beispielsweise auf Ausfällungen
während
der Trocknung aus der Lösung
zurückgeführt (Chem.
Mater., 1998, Band 10, S. 633).
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Es hat daher Versuche gegeben, die
guten Prozessierungs- und Filmbildungseigenschaften von halbleitenden
Polymeren mit den Eigenschaften von halbleitenden Oligomeren zu
verbinden. In
US-A 6.025.462 werden
leitfähige
Polymere mit Sternstruktur beschrieben, die aus einem verzeigten
Kern und einer Schale aus konjugierten Seitengruppen bestehen. Diese
weisen allerdings einige Nachteile auf. Werden die Seitengruppen
aus seitlich unsubstituierten konjugierten Strukturen gebildet,
so sind die resultierenden Verbindungen schwer- oder unlöslich und
nicht verarbeitbar. Substituiert man die konjugierten Einheiten
mit Seitengruppen, so führt
dies zwar zu einer verbesserten Löslichkeit, jedoch bewirken
die Seitengruppen durch ihren sterischen Bedarf eine innere Unordnung
und morphologische Störungen,
welche die halbleitenden Eigenschaften dieser Verbindungen beeinträchtigen.
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WO 02/26859 beschreibt Polymere aus
einem konjugierten Rückrad,
an das aromatische konjugierte Ketten angebracht werden. Die Polymere
tragen Diarylamin Seitengruppen, die eine Elektronenleitung ermöglichen.
Diese Verbindungen sind jedoch aufgrund der Diarylaminseitengruppen
als Halbleiter ungeeignet.
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Es besteht also weiterhin Bedarf
an Verbindungen, welche die Eigenschaften von organischen halbleitenden
Oligomeren und Polymeren verbinden.
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Die Aufgabe bestand daher darin organische
Verbindungen zur Verfügung
zu stellen, die aus gängigen Lösungsmitteln
prozessiert werden können
und gute halbleitende Eigenschaften besitzen. Solche organischen halbleitenden
Verbindungen würden
sich hervorragend für
die großflächige Beschichtung
eignen.
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Wünschenswert
wäre, dass
die Verbindungen hochwertige Schichten einheitlicher Dicke und Morphologie
bilden und für
elektronische Anwendungen geeignet sind.
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Es wurde nun überraschend gefunden, dass
organische Verbindungen die gewünschten
Eigenschaften aufweisen, wenn sie eine Kern-Schale-Struktur aufweisen
enthaltend einen Kern aufgebaut aus multifunktionalen Einheiten
und eine Schale aus linearen konjugierten oligomeren Ketten, welche
jeweils an der endständigen
Verknüpfungsstelle
durch eine flexible nichtkonjugierte Kette abgesättigt sind.
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Gegenstand der Erfindung sind daher
Verbindungen dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Kern-Schale-Struktur
aufweisen enthaltend einen Kern aufgebaut aus multifunktionalen
Einheiten und eine Schale aus linearen konjugierten oligomeren Ketten,
welche jeweils an der endständigen
Verknüpfungsstelle durch
eine flexible nichtkonjugierte Kette abgesättigt sind.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen können in
einer bevorzugten Ausfuhrungsform Oligomere oder Polymere sein.
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Im Rahmen der Erfindung handelt es
sich bei der Kern-Schale-Struktur um eine solche auf molekularer Ebene,
d.h. sie bezieht sich auf den Aufbau eines Moleküls.
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Unter der endständigen Verknüpfungsstelle
der linearen konjugierten oligomeren Kette ist die Stelle in der
endständigen
Einheit der linearen konjugierten oligomeren Kette zu verstehen, über die
keine weitere Verknüpfung
einer weiteren mehr erfolgt. Endständig ist im Sinne von am weitesten
vom Kern entfernt zu verstehen.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen besitzen bevorzugt
eine Kern-Schale-Struktur der allgemeinen Formel (Z),
worin
K ein n-funktionaler
Kern ist,
L eine lineare konjugierte oligomere Kette ist,
R
für geradkettige
oder verzweigte C
2-C
20-Alkylreste,
einfach oder mehrfach ungesättigte
C
2-C
20-Alkenylreste, C
2-C
20-Alkoxyreste,
C
2-C
20-Aralkylreste
oder C
2-C
20-Oligo-
oder C
2-C
20-Polyetherreste
steht,
n für
eine ganze Zahl größer oder
gleich 3, bevorzugt gößer oder
gleich 6 steht.
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Dabei wird die Schale aus den n linearen
konjugierten durch R abgesättigten
Ketten L gebildet.
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Für
beispielsweise n gleich 3 oder 6 sind dies Strukturen der Formeln
(Z-3) oder (Z-6)
worin K, L und R oben genannte
Bedeutung haben.
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Derartige Verbindungen werden so
konstruiert, dass ein aus multifunktionalen Einheiten aufgebauter, d.h.
verzweigter Kern, lineare konjugierte oligomere Ketten und flexible
nichtkonjugierte Ketten miteinander verbunden werden.
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Der aus multifunktionalen Einheiten
aufgebaute Kern weist dendritische oder hyperverzweigte Strukturen
auf.
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Hyperverzweigte Strukturen und ihre
Herstellung sind dem Fachmann an sich bekannt. Hyperverzweigte Polymere
oder Oligomere weisen eine besondere Struktur auf, die durch die
Struktur der eingesetzten Monomeren vorgegeben ist. Als Monomere
werden sog. ABn-Monomere eingesetzt, d.h. Monomere, die zwei verschiedene
Funktionalitäten
A und B tragen. Von diesen ist eine Funktionalität (A) pro Molekül nur einmal, die
andere Funktionalität
(B) mehrfach (n-mal) vorhanden. Die beiden Funktionalitäten A und
B können
miteinander unter Bildung einer chemischen Bindung umgesetzt, d.h
polymerisiert werden. Aufgrund der Monomerstruktur entstehen bei
der Polymerisation regelmäßig verzweigte
Polymere mit einer baumartigen Struktur, sogenannte hyperverzweigte
Polymere. Hyperverzweigte Polymere weisen keine regelmäßigen Verzweigungsstellen,
keine Ringe und praktisch ausschließlich B-Funktionalitäten an den
Kettenenden auf. Hyperverzweigte Polymere, deren Struktur, die Frage
der Verzweigung und deren Nomenklatur ist für das Beispiel von hyperverzweigten
Polymeren auf der Basis von Siliconen in L.J. Mathias, T.W. Carothers,
Adv. Dendritic Macromol. (1995), 2, 101–121 und den darin zitierten
Arbeiten beschrieben.
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Im Rahmen der Erfindung bevorzugte
hyperverzweigte Strukturen sind hyperverzweigte Polymere.
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Besonders bevorzugt weist der aus
multifunktionalen Einheiten aufgebaute Kern jedoch dendritische Strukturen
auf, da diese aufgrund ihres regelmäßigen Ausbaus besonders gut
geeignet sind.
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In Sinne der Erfindung sind dendritische
Strukturen synthetische makromolekulare Strukturen, die man schrittweise
durch Verknüpfung
von jeweils 2 oder mehr Monomeren mit jedem bereits gebundenen Monomeren
aufbaut, so dass mit jedem Schritt die Zahl der Monomer-Endgruppen
exponentiell anwächst
und am Ende eine kugelförmige
Baumstruktur entsteht. Auf diese Weise entstehen dreidimensionale,
makromolekulare Strukturen mit Gruppen, die Verzweigungspunkte aufweisen
und sich von einem Zentrum in regelmäßiger Art und Weise bis zur
Peripherie fortsetzen. Derartige Strukturen werden üblicherweise
durch den Fachmann bekannte Verfahren Schicht für Schicht aufgebaut. Die Anzahl
der Schichten wird üblicherweise
Generation genannt. Die Anzahl der Verzweigungen in jeder Schicht
wie auch die Anzahl endständiger
Gruppen erhöhen sich
mit steigender Generation. Dendritische Strukturen, Herstellmethoden
und Nomenklatur sind dem Fachmann bekannt und beispielsweise in
G.R.Newkome et.al., Dendrimers and Dendrons, Wiley-VCH, Weinheim, 2001
beschrieben.
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Die im aus dendritischen Strukturen
aufgebauten Kern, im Folgenden auch kurz als dendritischer Kern bezeichnet,
einsetzbaren Strukturen sind prinzipiell diejenigen, die in
US-A 6.025.462 beschrieben
werden. Dies sind beispielsweise hyperverzweigte Strukturen wie
Polyphenylene, Polyetherketone, Polylester, wie sie z.B. in
US-A 5.183.862 ,
US-A 5.225.522 und
US-A 5.270.402 beschrieben
werden, Aramide, wie sie z.B. in
US-A 5.264.543 beschrieben werden, Polyamide,
wie sie z.B. in
US-A
5.346.984 beschrieben werden, Polycarbosilane oder Polycarbosiloxane,
wie z.B. in
US 6.384.172 beschrieben
werden, oder Polyarylene, wie sie z.B. in
US-A 5.070.183 oder
US-A 5.145.930 beschrieben
werden, oder dendritische Strukturen wie beispielsweise Polyarylene,
Polyarylenether oder Polyamidoamine, wie sie z.B. in
US-A 4.435.548 und
US-A 4.507.466 beschrieben
werden, sowie Polyethylenimine, wie sie z.B. in
US-A 4.631.337 beschrieben
werden.
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Es können aber auch andere strukturelle
Einheiten zum Aufbau des dendritischen Kerns verwendet werden. Die
Rolle des dendritischen Kerns besteht vorwiegend darin, eine Reihe
von Funktionalitäten
zur Verfügung
zu stellen und damit eine Matrix zu bilden, an denen die linearen
konjugierten oligomeren Ketten angebracht und somit in einer Kern-Schale-Struktur
angeordnet werden können.
Die linearen konjugierten oligomeren Ketten werden durch Anbringung
an die Matrix vorgeordnet und erhöhen so ihre Wirksamkeit.
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Der dendritische Kern weist eine
Reihe von Funktionalitäten
auf, die zur Anknüpfung
der linearen konjugierten oligomeren Ketten geeignet sind. Erfindungsgemäß weist
der dendritische Kern ebenso wie der aus hyperverzweigten Strukturen
aufgebaute Kern mindestens 3, bevorzugt jedoch mindestens 6 Funktionalitäten auf.
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Bevorzugte Strukturen im dendritischen
Kern sind 1,3,5-Phenylen-Einheiten (Formel V-a) und Einheiten der
Formeln (V-b) bis (V-e), wobei mehrere gleiche oder verschiedene
Einheiten der Formeln (V-a) bis (V-e) miteinander verknüpft sind.
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Die mit * gekennzeichneten Positionen
in den Formeln (V-a) bis (V-e) sowie in weiteren im Folgenden verwendeten
Formeln kennzeichnen die Verknüpfungsstellen.
Die Einheiten (V-a) bis (V-e) werden über diese miteinander oder
mit den linearen konjugierten oligomeren Ketten verknüpft.
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Beispiele für dendritische Kerne aufgebaut
aus Einheiten der Formel (V-a) sind folgende:
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Über
die mit * gekennzeichneten Positionen erfolgt die Verknüpfung mit
den linearen konjugierten oligomeren Ketten.
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Die Schale der erfindungsgemäßen Verbindungen
wird aus linearen konjugierten oligomeren Ketten gebildet, welche
an den Kern angeknüpft
sind. Als lineare konjugierte oligomere Ketten sind prinzipiell
sämtliche
Ketten geeignet, die Strukturen aufweisen, die als leitfähige bzw.
halbleitende Oligomere oder Polymere bekannt sind. Dies sind beispielsweise
gegebenenfalls substituierte Polyaniline, Polythiophene, Polyethylendioxythiophene,
Polyphenylene, Polypyrrole, Polyacetylene, Polyisonaphtene, Polyphenylenvinylene,
Polyfluorene, die als Homopolymere oder -oligomere oder als Copolymere
oder -oligomere eingesetzt werden können. Beispiele solcher Strukturen,
die bevorzugt als lineare konjugierte oligomere Ketten eingesetzt
werden können,
sind Ketten aus 2 bis 10, besonders bevorzugt 2 bis 7 Einheiten
der allgemeinen Formeln (VI-a) bis (VI-e),
wobei
R
1,
R
2 und R
3 gleich
oder verschieden sein können
und für
Wasserstoff, geradkettige oder verzweigte C
1-C
20-Alky1- oder C
1-C
20-Alkoxygruppen stehen, bevorzugt gleich
sind und für
Wasserstoff stehen,
R
4 gleich oder
verschieden sein können
und für
Wasserstoff, geradkettigen oder verzweigten C
1-C
20-Alkylgruppen oder C
1-C
20-Alkoxygruppen, bevorzugt für Wasserstoff
oder C
6-C
12-Alkylgruppen
stehen und
R
5 für Wasserstoff oder eine Methyl-
oder Ethylgruppe, bevorzugt für
Wasserstoff steht.
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Die mit * gekennzeichneten Positionen
der Formeln (VI-a) bis (VI-e) kennzeichnen die Verknüpfungsstellen, über die
die Einheiten (VI-a) bis (VI-e) untereinander zur linearen konjugierten
oligomeren Kette verknüpft
sind bzw. an den jeweiligen Kettenenden an den Kern anknüpfen oder
die flexible nichtkonjugierte Kette tragen. Besonders bevorzugt
sind lineare konjugierte oligomere Ketten mit Einheiten aus gegebenenfalls
substituierten 2,5-Thiophenen (VI-a) oder (VI-b) oder gegebenenfalls
substituierten 1,4-Phenylenen enthalten (VI-c). Die vorangestellten
Zahlen 2,5- bzw. 1,4- geben an über
welche Positionen in den Einheiten die Verknüpfung erfolgt.
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Ganz besonders bevorzugt sind lineare
konjugierte oligomere Ketten mit Einheiten aus unsubstituierten über die
2,5-Thiophenen (VI-a) oder 2,5-(3,4-Ethylendioxythiophenen) (VI-b).
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Beispielhaft sei hier die Verbindung
der folgenden allgemeinen Formel (Z-6-1) genannt
worin R die oben für die allgemeine
Formel (Z) genannte Bedeutung hat und
p eine ganze Zahl von
2 bis 10, bevorzugt von 2 bis 7 ist.
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Die linearen konjugierten oligomeren
Ketten, in der allgemeinen Formel (Z) mit R bezeichnet, sind an der
endständigen
Verknüpfungsstelle
jeweils durch eine flexible nichtkonjugierte Kette abgesättigt. Flexible Ketten
sind solche, die eine hohe (intra)molekulare Beweglichkeit aufweisen,
dadurch mit Lösemittelmolekülen gut
Wechselwirken und so eine verbesserte Löslichkeit erzeugen. Flexibel
ist im Rahmen der Erfindung im Sinne von (intra)molekular beweglich
zu verstehen. Die flexiblen nichtkonjugierten Ketten, welche die
linearen konjugierten oligomeren Ketten an der endständigen Verknüpfungsstelle
tragen, sind gegebenenfalls durch Sauerstoff unterbrochene geradkettige
oder verzweigte aliphatische, ungesättigte oder araliphatische
Ketten mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 6 bis 20 Kohlenstoffatomen.
Bevorzugt sind aliphatische und oxyaliphatische Gruppen, d.h. Alkoxygruppen
oder durch Sauerstoff unterbrochene geradkettige oder verzweigte
aliphatische Gruppen wie Oligo- oder Polyether-Gruppen. Besonders
bevorzugt sind unverzweigte C1-C20-Alkyl- oder C1-C20-Alkoxygruppen. Beispiele geeigneter Ketten
sind Alkylgruppen wie n-Hexyl, n-Heptyl, n-Octyl, n-Nonyl, n-Decyl
und n-Dodecylgruppen
sowie Alkoxygruppen wie n-Hexyloxy-, n-Heptyloxy-, n-Octyloxy-,
n-Nonyloxy-, n-Decyloxy- und n-Dodecyloxygruppen.
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Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung sind Verbindungen mit Strukturen, die im dendritischen
Kern 1,3,5-Phenyleneinheiten, als lineare konjugierte oligomere
Ketten unsubstituierte Oligothiophenketten und Oligo(3,4-ethylendioxythiophen)ketten
mit 2 bis 4 Thiophen- bzw. 3,4-Ethylendioxythiophen-Einheiten sowie C6-C12-Alkylgruppen
als flexible nichtkonjugierte Ketten enthalten.
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Beispielhaft seien dazu die beiden
folgenden Verbindungen der Formeln (XII) und (XIII) genannt:
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind leitfähig oder
halbleitend. Bevorzugt Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind
solche Verbindungen, die halbleitend sind. Besonders bevorzugt sind
solche Verbindungen, die Mobilitäten
von mindestens 10–4 cm2/Vs
aufweisen
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Die erfindungsgemäßen organischen Verbindungen
sind in gängigen
Lösungsmitteln,
wie beispielsweise Chloroform, Toluol, Benzol, Diethylether, Dichlormethan
oder Tetrahydronfuran, gut löslich
und somit hervorragend für
die Prozessierung aus Lösung
geeignet. Überraschend
ist insbesondere, dass auch erfindungsgemäße Verbindungen mit unsubstituierten
Thiophen- bzw. 3,4-Ethylendioxythiophen-Einheiten in den linearen konjugierten
oligomeren Ketten eine sehr gute Löslichkeit zeigen ohne das durch
sterisch anspruchvolle Seitenketten die innere Ordnung bzw. Morphologie
gestört
wird. Entsprechend besitzen die erfindungsgemäßen organischen Verbindungen
gute halbleitende sowie außerdem
hervorragende Filmbildungseigenschaften. Sie eignen sich daher sehr
gut für
eine großflächige Beschichtung.
Die erfindungsgemäßen organischen
halbleitenden Verbindungen weisen weiterhin eine hervorragende thermischen
Stabilität
und gutes Alterungsverhalten auf.
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Für
die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen sind prinzipiell
zwei unterschiedliche Verfahrenwege möglich, die als divergenter
und konvergenter Herstellungsweg bezeichnet werden.
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Im konvergenten Herstellungsweg wird
in einem ersten Schritt die an einer Seite mit einer nichtkonjugierten
flexiblen Kette abgesättigte
lineare konjugierte oligomere Kette herstellt. Diese wird im Falle
eines dendritischen Kerns an einen Monodendron genannten Baustein,
d.h. einen Baustein, der einen Teil der dendritischen Struktur enthält und zu
einer dendritischen Struktur zusammengefügt werden kann, geknüpft. Im
letzten Herstellungsschritt werden mehrere Monodendronen zur Endstruktur
vereinigt.
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Im divergenten Herstellungsweg wird
im ersten Schritt der dendritische Kern oder der hyperverzweigte Strukturen
enthaltende Kern hergestellt. An diesen Kern können in einem anschließenden Schritt
die jeweils mit einer nichtkonjugierten flexiblen Kette abgesättigten
linearen konjugierten oligomeren Ketten angebracht werden.
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Für
Eigenschaften der erfindungsgemäßen Verbindungen
ist der Herstellungsweg prinzipiell unerheblich. Innerhalb der beschriebenen
Herstellungswege sind eine Reihe von Varianten möglich. So ist es beispielsweise
möglich,
die Reihenfolge der einzelnen Herstellungsschritte zu verändern und
beispielsweise die Anknüpfung
der nichtkonjugierten flexiblen Ketten an die linearen konjugierten
oligomeren Ketten als letzten Herstellungsschritt durchzuführen.
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Je nach herzustellender Struktur
kann es beispielsweise jedoch sinnvoll sein, die Anknüpfung der nichtkonjugierten
flexiblen Ketten an die linearen konjugierten oligomeren Ketten
zu einem frühen
Zeitpunkt durchzuführen,
da die flexiblen Ketten die Löslichkeit
der Bausteine erhöhen
und dadurch die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen erleichtern.
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Zum Aufbau des aus multifunktionalen
Einheiten aufgebauten Kerns, zur Verknüpfung dessen mit den linearen
konjugierten oligomeren Ketten und zur Anknüpfung der nichtkonjugierten
flexiblen Ketten an diese stehen eine Reihe von chemischen Reaktionen
zur Verfügung,
die dem Fachmann prinzipiell bekannt sind. Vorzugsweise werden als
chemische Reaktionen metallorganische Reaktionen ausgeführt. Diese
besitzen den Vorteil, dass sie in der Regel unter milden Reaktionsbedingungen
und hochselektiv verlaufen und hohe Reaktionsausbeuten erhalten
werden.
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Weiterhin Gegenstand der Erfindung
ist somit ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen
dadurch gekennzeichnet, dass diese durch metallorganische Reaktionen
hergestellt werden.
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Für
metallorganische Reaktionen ist es notwendig, entsprechende Funktionalitäten in den
dendritischen oder hyperverzweigten Kern, die linearen konjugierten
oligomeren Ketten und die flexiblen nichtkonjugierten Ketten einzubringen
und diese anschließend
miteinander zu verknüpfen.
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Derartige Funktionalitäten sind
beispielsweise Halogengruppen, beispielsweise Chlor-, Brom- und
Iodgruppen, vorzugsweise Bromgruppen, zinnorganische Gruppierungen
wie z.B. die Trimethyl- oder Triethylzinngruppe, siliziumorganische
Gruppierungen wie z.B. die Trimethylsilan- oder Triethylsilangruppe
oder bororganische Gruppierungen wie z.B. Boronsäuren.
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Besonders bevorzugte metallorganische
Reaktionen zum Kuppeln der einzelnen Bauteile der erfindungsgemäßen Verbindungen
sind die Kumada-Kupplung, in der zwei Bromgruppen über Grignard-Verbindungen
unter Verwendung von Palladium-Katalysatoren,
wie z.B. 1,1-Bis(diphenylposphino)ferrocendichlorpalladium(II),
gekuppelt werden und die Suzuki-Kupplung, in der borhaltige Gruppen
mit Bromgruppen basisch unter Verwendung von Palladiumkatalysatoren
gekuppelt werden. Beide Kupplungsreaktionen sind dem Fachmann in
ihrer Durchführung
bekannt.
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Bevorzugt werden die Zwischenstufen
zwischen den einzelnen Herstellungsschritten sowie die Endverbindungen
gereinigt. Dies kann nach den bekannten Methoden der Destillation,
Sublimation, Rekristallisation, Extraktion, Umfällung, Waschen oder Chromatographie
erfolgen. Bevorzugt werden Zwischenstufen und Endverbindungen durch
Destillation, Sublimation und Chromatographie gereinigt, da hierdurch
die höchsten Reinheiten
erhalten werden können.
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Dies bietet gegenüber den bekannten halbleitenden
Polymeren den Vorteil, das über
einfache gängige Reinigungsverfahren
die erfindungsgemäßen Verbindungen
in hohen Reinheiten hergestellt werden können und so für die Anwendung
in der Halbleitertechnik geeignet sind.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen können Mesophasen
(mesomorphe Phasen), d.h. physikalische Phasen zwischen dem festen
und flüssigen
Zustand bilden. Diese werden auch als flüssigkristalline Phasen bezeichnet
und unterstützen
eine Vorordnung der erfindungsgemäßen Verbindungen. Bevorzugt
bilden die erfindungsgemäßen Verbindungen
flüssigkristalline
Phasen im Bereich zwischen 50°C
und 300°C,
ganz besonders bevorzugt zwischen 80°C und 180°C.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen sind in üblichen
Lösungsmittel,
z.B. in Chloroform, Toluol, Benzol, Diethylether, Dichlormethan
oder Tetrahydrofuran, zu mindestens 0.1 % bevorzugt mindestens 1
%, besonderes bevorzugt mindestens 5 % löslich.
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Die erfindungsgemäßen Verbindungen bilden aus
Lösung
hochwertige Schichten einheitlicher Dicke und Morphologie und sind
daher für
elektronische Anwendungen geeignet.
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Weiterhin Gegenstand der Erfindung
ist schließlich
die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen
als Halbleiter in elektronischen Bauelementen wie Feld-Effekt-Transistoren,
lichtemittierenden Bauelementen, wie organischen Lumineszenzdioden,
oder photovoltaischen Zellen, Lasern und Sensoren.
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Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Verbindungen
in Form von Schichten für
diese Zwecke verwendet.
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Um als Halbleiter sinnvoll eine Funktionalität sicherstellen
zu können,
weisen die erfindungsgemäßen Verbindungen
eine ausreichende Mobilität,
z.B. mindestens 10–4 cm2/Vs
auf. Zur Verwendung werden die erfindungsgemäßen Verbindungen auf geeignete
Substrate, zum Beispiel auf mit elektrischen oder elektronischen
Strukturen versehene Silizium-Wafer, Polymerfolien oder Glasscheiben,
aufgetragen. Für
den Auftrag kommen prinzipiell sämtliche
Auftragsverfahren in Betracht. Vorzugsweise werden die erfindungsgemäßen Verbindungen
aus flüssiger
Phase, d.h. aus Lösung,
aufgetragen und das Lösungsmittel
anschließend
verdampft. Das Ausbringen aus Lösung
kann nach den bekannten Verfahren, beispielsweise durch Sprühen, Tauchen,
Drucken und Rakeln erfolgen. Besonders bevorzugt ist das Ausbringen
durch Spin-Coating und durch Ink-Jet-Druck.
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Die Schichten der erfindungsgemäßen Verbindungen
können
nach dem Ausbringen weiter modifiziert werden, beispielsweise durch
eine Temperaturbehandlung, z.B. unter Durchlaufen einer flüssigkristallinen Phase
oder zur Strukturierung z.B. durch Laserablation.
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Weiterhin Gegenstand der Erfindung
sind elektronische Bauelemente enthaltend die erfindungsgemäßen Verbindungen
als Halbleiter.
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Beispiele
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5-Decyl-2,2':5',2''-terthiophene (Synthesis, 1993, 5.1099;
Chem. Mater., 1993, Band 5, 5.430) und (3,5-Dibromophenyl)trimethylsilane
(J. Organomet. Chem, 1983, Band 215, 5.149) wurden nach den bekannten
zitierten Prozeduren hergestellt.
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Beispiel
1: (Zwischenstufe aus linearer konjugierter oligomerer Kette und
abschließender
Kette).
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Herstellung von (5''-Decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)-magnesiumbromid (VII):
Zu einer Lösung
aus 5-Decyl-2,2':5',2''-terthiophen (6.60 g, 14,4 mmol) in
abs. (absolutiertem) THF (100 ml) wird unter N2-Schutzgas
unter Rühren
bei 2°C über eine
Spritze Buthyllithium (1.6 M n-BuLi in Hexan, 8.8 ml, 14.0 mmol)
zugetropft. Nach Beendigung der Zugabe lässt man die Lösung auf
Raumtemperatur (23°C)
erwärmen
und rührt
für eine
Stunde nach. Anschließend
wird erneut auf 2°C
abgekühlt
und MgBr2·Et2O
(3.67 g, 14.2 mmol) in einem Guss zugegeben. Man lässt die
Reaktionsmischung erneut auf Raumtemperatur erwärmen und rührt eine Stunde nach. (5''-Decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)-magnesiumbromid wird
nicht isoliert sondern die erhaltene Lösung wird direkt für die weiteren
Umsetzungen verwendet.
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Beispiel
2: (Herstellung einer silanfuntionellen Monodendron-Zwischenstufe).
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Herstellung von [3,5-Bis(5''-decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)phenyl]-(trimethyl)silane
(VIII): Eine frisch zubereitete Lösung aus (5''-Decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)-magnesiumbromid (VII)
(14.0 mmol) in abs. THF (Beispiel 1) wird bei Raumtemperatur tropfenweise
zu einer Lösung
aus (3,5-Dibromophenyl)trimethylsilan (1.54 g, 5 mmol) und Pd(dppf)Cl2 (70 mg, 0.1 mmol) (dppf = diphenylphosphino)
in 50 ml abs. THF gegeben. Nach Beendigung der Zugabe wird die Lösung für zwei Stunden
gerührt.
Die Vollständigkeit
der Reaktion wird über DC
kontrolliert. Anschließend
wird die Reaktionsmischung in 300 ml kalten abs. Diethylether gegossen
und 200 ml Eiswasser, enthaltend 20 ml 1 M (1 molare) HCl, werden
zugegeben. Die Etherphase, welche einen gelben Niederschlag (das
gewünschte
Produkt) enthält,
wird abgetrennt und mit drei Portionen zu j e 100 ml Eiswasser nachgewaschen.
Die Etherphase wird über
einen G3 Glasfilter filtriert, das isolierte Produkt mit drei Portionen
zu je 50 ml kaltem abs. Diethylether gewaschen und im Vakuum getrocknet.
Man erhält
3.36 g Rohprodukt in Form dunkel gelber Kristalle. Nach Reinigung
mittels Säulenchromatographie
(Elutionsmittel Hexan-Chloroform 4:1) bei erhöhter Temperatur (40°C), und nachfolgender
Rekristallisation aus Hexan, werden 2,64 g hellgelber Kristalle
erhalten. Ausbeute: 57 %. Schmelzpunkt: 120 °C. 1H
NMR (400 MHz, CDCl3, TMS/ppm): 0.353 (s,
9H), 0.884 (t, 6H, J=6.9), 1.20–1.45
(überlappende
Peaks, 28 H), 1.688 (m, 4H, J=7.3, M=5), 2.798 (t, 4H, J=7.6), 6.692
(d, 2H, J=3.9), 6.996 (d, 2H, J=3.9), 7.021 (d, 2H, J=3.9), 7.109
(d, 2H, 3.9), 7.156 (d, 2H, 3.4), 7.287 (d, 2H, 3.9), 7.623 (d,
2H, J=2.0), 7.763 (t, 1H, J=1.7).
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Beispiel
3: (Herstellung einer borfunktionellen Monodendron-Zwischenstufe)
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Herstellung von 2-[3,5-Bis(5"-decyl-2,2':5',2"-terthien-5-yl)phenyl]-4,4,5,5-tetramethyl-1,3,2-dioxaborolan
(IX): Ein 100 ml Dreihalsrundkolben mit Rückflusskühler, Septum und Schutzgaseinlass
wird mit N2-Schutzgas gefüllt. Die
Verbindung (VIII) (2,31 g, 2,5 mmol) und abs. Tetrachlormethan (40
ml) werden zugegeben. Anschließend
werden 5 ml 1M BBr3-Lösung in Tetrachloromethan über eine
Polypropylen-Einwegspritze
in einer Portion über
das Septum zugegeben und die Reaktionsmischung wird 40 h lang unter
Rückfluss gekocht.
Anschließend
wird die Reaktionsmischung auf Raumtemperatur abgekühlt und
mit einer Spritze in einen 500 ml Erlenmeyerkolben, enthaltend 250
ml 1 M NaOH-Lösung, überführt. Dann
werden 200 ml Wasser zugegeben, die Mischung wird kräftig gerührt und
die Wasserphase wird abdekantiert. Das verbleibende nasse Salz wird
in einer Mischung aus Diethylether (200 ml), THF (100 ml) und 2
M HCl (300 ml) suspendiert und für 3
h kräftig
gerührt
bis sich zwei Phasen bilden. Die Etherphase wird abgetrennt und
die wässrige
Phase mit Diethylether nachgewaschen. Die vereinigten Etherphasen
werden mit drei Portionen zu je 100 ml Wasser gewaschen und über Na2SO4 getrocknet.
Das Lösungsmittel
wird am Rotationsverdampfer entfernt. Es werden 4 g nasses Boron säurederivat
in Form eines braunen Feststoffes erhalten, wozu Pinakol (330 mg,
2,75 mmol) und abs. Toluol (100 ml) gegeben werden. Es wird über Nacht
unter Rückfluss
mit einem Dean-Stark Apparat (Wasserabscheider) gekocht. Nach Abkühlen und
Entfernen des Toluols am Rotationsverdampfer werden 3 g Rohprodukt
in Form eines braunen Feststoffes erhalten. Reinigung mittels Säulenchromatographie (E1utionsmittel:
Toluol) ergibt 1,49 g sauberes Produkt als dunkel gelben Feststoff.
Ausbeute: 61 %. 1H NMR (400 MHz, CDCl3, TMS/ppm): 0.884 (t, 6H, J=6.9), 1.20-1.45
(überlappende
Peaks, 28 H), 1.388 (s, 12H), 1.688 (m, 4H, M=5, J=7.5), 2.798 (t,
4H, J=7.6), 6.692 (d, 2H, J=3.4), 6.995 (d, 2H, J=3.4), 7.071 (d,
2H, J=3.9), 7.104 (d, 2H, 3.9), 7.148 (d, 2H, 3.9), 7.334 (d, 2H,
3.4), 7.868 (t, 1H, J=1.7), 7.935 (d, 2H, J=2.0).
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Beispiel
4: (Herstellung einer silanfunktionellen Monodendron-Zwischenstufe)
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Herstellung von Trimethyl[3,3'',5,5''-tetrakis(5''-decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)-1,1':3',1''-terphenyl-5'-yl] silan (X): Ein 100-ml Dreihalskolben
mit Magnetrührer,
Rückflusskühler, Schutzgaseinlass
und Septum wird unter N2-Schutzgas mit (3,5-Dibromophenyl)trimethylsilan
(215 mg, 0.7 mmol) befüllt
und in einer Glovebox wird Pd(PPh3)4 (170 mg, 1.5 × 10–4 mol)
zugegeben. Die Glasapparatur wird zusam mengebaut und aus der Glovebox
ausgeschleust. Daraufhin werden Lösungen der Verbindung (IX)
(1.47 g, 1.5 mmol) in 30 ml Toluol und Na2CO3 (2 M aq. (wässrig), 10 ml) zubereitet und
unter Durchleiten von N2 desoxygeniert.
Diese Lösungen werden
in das Reaktionsgefäß gegeben
und die Reaktionsmischung für
36 h unter N2-Schutzgas zum Rückfluss erhitzt. Anschließend wird
die Reaktionsmischung auf Raumtemperatur abgekühlt und in einen Kolben 100
ml Wasser und 300 ml CH2Cl2 gegossen.
Die organische Phase wird abgetrennt und die wässrige Phase mit 100 ml CH2Cl2 nachgewaschen.
Die vereinigten CH2Cl2-Phasen
werden mit Wasser gewaschen, über MgSO4 getrocknet und eingeengt. Das Produkt wird
durch mehrfache Rekristallisation aus Hexan-Chloroform 4:1 Mischungen
gereinigt und es werden 763 mg reines Produkt in Form eines braunen
Feststoffes erhalten. Ausbeute: 59 %. Schmelzpunkt: 158 °C. GPC (Polystyrol-Standard):
MP = 1540. 1H NMR (400 MHz, CDCl3, TMS/ppm): 0.421 (s, 9H), 0.882 (t, 12H,
7=7.1), 1.20-1.45 (Überlappende
Peaks, 56 H), 1.684 (m, 8H, M=5, J=7.6), 2.792 (t, 8H, J=7.6), 6.684
(d, 4H, J=3.9), 6.992 (d, 4H, J=3.4), 7.012 (d, 4H, J=3.9), 7.117
(d, 4H, 3.9), 7.179 (d, 4H, 3.4), 7.369 (d, 4H, 3.4), 7.753 (d,
4H, J=1.5), 7.802 (d, 2H, J=1.5), 7.816 (t, 2H, J=1.5), 7.865 (t, 1H,
J=1.7).
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Beispiel
5: (Herstellung einer borfunktionellen Monodendron-Zwischenstufe)
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Herstellung von 4,4,5,5-Tetramethyl-2-[3,3'',5,5''-tetrakis(5"-decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)-1,1':3',1''-terphenyl-5'-yl]-1,3,2-dioxaborolan (XI): Die Verbindung
wird nach einem vergleichbaren Prozess zu dem in Beispiel 3 beschriebenen
aus der Verbindung (X) (610 mg, 0,33 mmol), 2 ml of 1M BBr3-Lösung
Tetrachloromethan und Pinakol (44 mg, 0,37 mmol) hergestellt. Waschvorgänge, wie
in Beispiel 3 beschrieben, und Trocknen im Vakuum 650 mg Rohprodukt
in Form eines braunen Feststoffes. Nach Reinigung mittels Säulenchromatographie
(Elutionsmittel: Toluol) werden 310 mg sauberes Produkt als gelb-braune
Kristalle erhalten. Ausbeute: 49 %.
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1H NMR(400
MHz, CDCl3, TMS/ppm): 0.882 (t, 12H, 7=7.1), 1.20-1.45 (überlappende
Peaks, 56 H), 1.683 (m, 8H, M=5, J=7,6), 2.790 (t, 8H, J=7.6), 6.682
(d, 4H, J=3.4), 6.987 (d, 4H, J=3.4), 7.001 (d, 4H, J=3.9), 7.112
(d, 4H, 3.9), 7.175 (d, 4H, 3.9), 7,374 (d, 4H, 3.9), 7.785 (d,
4H, J=2.0), 7.799 (t, 2H, J=1.7), 7.988 (t, 1H, J=1.7), 8.123 (d,
2H, J=1.5).
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Beispiel
6 (Beispiel zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbindung)
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Herstellung von 1,3,5-Tris-[3,5-bis(5"-decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)phenyl]benzol (XII):
Die Verbindung wird nach einem vergleichbaren Prozess zu dem in
Beispiel 4 beschriebenen aus der Verbindung (IX) (450 mg, 4.6 × 10–4 mol),
1,3,5-Tribromobenzol (40 mg, 1.27 × 10–4 mol)
und Pd(PPh3)4 (17
mg, 1.5 × 10–5 mol)
hergestellt. Nach Erhitzen zum Rückfluss
für 16
h unter N2-Schutzgas fällt gelber Niederschlag als
Hauptprodukt aus. Die Reaktionsmischung wird auf Raumtemperatur
gekühlt
und in 100 ml Wasser und 400 ml CH2Cl2 gegossen. Die organische Phase, enthaltend
den gelben Niederschlag, wird mit drei Portionen zu je 100 ml Wasser
gewaschen, über
einen G3 Glasfilter filtriert und der Filterrückstand (das Produkt) mit drei
Portionen zu je 20 ml CH2Cl2 nachgewaschen.
Nach Trocknen im Hochvakuum über
Nacht werden 330 mg des sauberen Produktes erhalten. Ausbeute: 99
%. Schmelzpunkt: 202 °C.
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Beispiel
7: (Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbindung)
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Herstellung von 1,3,5-Tris [3,3'',5,5''-tetrakis(5''-decyl-2,2':5',2''-terthien-5-yl)-1,1':3',1''-terphenyl-5'-yl]benzol (XIII): Die Verbindung wird
nach einem vergleichbaren Prozess zu dem in Beispiel 4 beschriebenen
aus der Verbindung (XI) (250 mg, 1.3 × 10–4 mol),
1,3,5-Tribromobenzol (12 mg, 3.8 × 10–5 mol)
und Pd(PPh3)4 (10
mg, 8.7 × 10–6 mol)
hergestellt. Nach Erhitzen zum Rückfluss
für 24
h unter N2-Schutzgas wird die Verbindung
gemäß dem Vorgang
beschrieben in Beispiel 4 isoliert. 275 mg des Rohproduktes in Form
eines braunen Feststoffes werden mittels Säulenchromatographie (Elutionsmittel:
Toluol) gereinigt und 210 mg des sauberen Produktes als brauner
glasartiger Feststoff erhalten. Ausbeute: 76 %. GPC (Polystyrol-Standard):
MP = 6900, DPI = 1.02.