-
Die Erfindung betrifft eine Struktur,
insbesondere eine Halbleiterstruktur, mit einem Substrat, das eine
diamant- oder zinkselenidartige Gitterstruktur hat, und mit mindestens
einer isolierenden Schicht auf dem Substrat.
-
Derartige Strukturen werden beispielsweise für nicht
flüchtige
Datenspeicher mit hoher Dichte und Logikschaltungen eingesetzt,
beispielsweise wenn ferroelektrische oder hohe Dielektrizitätskonstanten
benötigt
werden. Dabei werden Einkristall-Dünnfilme epitaktisch auf eine
möglichst
geordnete und stabile Substratstruktur, beispielsweise Silizium
aufgewachsen.
-
Die Erfindung betrifft weiterhin
ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Struktur mit den Schritten:
- – Aufbringen
einer Ionenzwischenschicht auf eine Substratoberfläche; und
- – Aufbringen
mindestens einer Ionendeckschicht auf die Ionenzwischenschicht.
-
In dem US-Patent 5,225,031 ist ein
Verfahren und eine Struktur mit einem Siliziumsubstrat beschrieben,
auf dessen Oberfläche
epitaktisch eine Oxidschicht aufgebracht ist, beispielsweise Bariumoxid
BaO und Bariumtitanat BaTiO3. Hierbei wird
eine Viertel Monolage von Barium auf die (001)-Ebene des
Siliziumsubstrats auf der Basis einer kubischen BaSi2-Struktur
durch Reaktionsepitaxie bei Temperaturen größer als 850°C aufgebracht.
-
In dem US-Patent 6,241,821 und dem US-Patent
6,248,459 sind Verfahren zur Herstellung einer Halbleiterstruktur
und die Halbleiterstruktur selbst beschrieben, bei der eine Ionenzwischenschicht
aus einem Material der Zusammensetzung XSiO2 erzeugt
wird, wobei X ein Metall ist.
-
Diese bekannten Strukturen sind metallisch und
damit leitend. Sie sind zudem nicht ausreichend stabil. Die herkömmlichen
Strukturen bilden entweder ein Silicid oder eine Struktur mit Siliziumatomen, die
nicht direkt an das Substrat gebunden sind.
-
Beispielsweise bei Halbleiterbauelementen ist
es jedoch erforderlich, möglichst
dünne isolierende
Schichten zu schaffen, die z. B. als sogenanntes Gate-Oxid bei MOS-FET-Transistoren
eingesetzt werden. Dieses Gate-Oxid hat seine Funktion als Dielektrikum
eines Kondensators, mit dem Leitungsträger in den Kanal eines MOS-FET-Transistors
gebracht werden. Durch Anlegen und Abschalten einer Spannung an
dem Gate wird der Transistor geschaltet. Herkömmlicherweise hat das Gate-Oxid
eine Dicke von etwa 2 bis 3 nm. Dies entspricht nur wenigen Atomlagen.
Bei einer Reduzierung der Dicke unter etwa 1,5 nm ist das Oxid so
dünn, dass
es seine isolierenden Eigenschaften verliert und damit die Funktion
der Bauelemente stark beeinträchtigt
wird. Daher werden, wie in dem oben genannten Stand der Technik,
Oxide mit einer höheren
Dielektrizitätskonstanten
eingesetzt, die High-K-Oxide genannt werden. Diese High-K-Oxide
müssen
eine thermodynamische Stabilität,
eine kleine Anzahl von Grenzflächenzuständen, einen
hinreichend großen
Band-Offset sowie eine geringe Dichte von Störstellen aufweisen. Als geeignet
erscheinen Oxide mit Strontium Sr, Barium Ba, Yttrium Y, Zirkonium
Zr, Hafnium Hf, Aluminium Al sowie Lanthanide. Bei einer erheblichen
Verringerung der Dicke der isolierenden Oxidschicht dürfte der
Einsatz kristalliner Oxide notwendig werden.
-
Aufgabe der Erfindung ist es daher,
eine verbesserte Struktur mit einer isolierenden Schicht zu schaffen,
die eine geringe Dicke und hohe Stabilität aufweist.
-
Die Aufgabe wird mit der gattungsgemäßen Struktur
erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass im Bereich der isolierenden Schicht
- – im Wesentlichen
alle Atome des Substrates auf den Gitterpositionen des Substratgitters
sind, die Atome der obersten Substratlage dimerisiert sind, und
die Substratoberfläche
silicidfrei ist;
- – mindestens
eine Ionenzwischenschicht unmittelbar an die Substratoberfläche angrenzt,
und
- – mindestens
eine Ionendeckschicht auf der Ionenzwischenschicht ist.
-
Erfindungsgemäß wird somit eine Ionenzwischenschicht
eingesetzt, die unmittelbar an die Substratoberfläche angrenzt.
Dabei ist wesentlich, dass die Substratoberfläche silicidfrei bleibt. Hierdurch wird
sichergestellt, dass die Substratoberfläche sowie die Ionenzwischenschicht
nicht metallisieren, sondern ein Dielektrikum ausbilden und isolierend sind.
Auf die Ionenzwischenschicht kann dann die eigentliche Ionendeckschicht
aufgebracht werden, die beispielsweise ein Oxid oder Nitrid ist.
-
Das für die erfindungsgemäße Struktur
eingesetzte Substrat hat eine diamant- oder zinkselenidartige Gitterstruktur.
Die oberste Substratlage ist entweder durch direkte Bindungen oder
Sauerstoffbrücken
dimerisiert. Das Substrat kann zudem Sauerstoffatome enthalten,
die an die oberste Substratlage gebunden sind. Sauerstoffbrücken treten
nur innerhalb der obersten Substratlage auf.
-
Im Falle von Silizium als Substrat
entspricht die Anzahl der Siliziumatome der obersten Substratlage
einer Monolage, die auch monoatomare Schicht genannt wird. Entsprechendes
gilt für
andere Substratmaterialien.
-
Bevorzugt enthält die Ionenzwischenschicht Metallkationen.
Sie hat die Funktion, die offenen Bindungen des Substrates elektronisch
abzusättigen.
-
Im Falle von Silizium als Substratatom
wird eine elektronisch abgesättigte
Struktur erzielt, indem jeweils ein Elektron für jedes Siliziumatom der obersten
Substratlage hinzugefügt
wird.
-
Die Ionenzwischenschicht sollte vorzugsweise
eine Anzahl von Kationen aufweisen, die einem Anteil der auf der
obersten Lage der Substratoberfläche
befindlichen Anzahl von Kationen entspricht, wobei die Anzahl der
Kationen so gewählt
ist, dass alle offenen Bindungen des Substrats mit Elektronen gefüllt sind.
Eine offene Bindung kann maximal zwei Elektronen beinhalten. Die
Anzahl der Elektronen, die von den Kationen zur Verfügung gestellt
wird, entspricht der Wertigkeit abzüglich der Elektronen, die durch
Bindungen in der Ionenzwischenschicht und zu der Ionendeckschicht
verbraucht werden. Wenn die Ionenzwischenschicht aus einem einwertigen
Metall gebildet ist, sollte somit die Ionenzwischenschicht eine
Monolage ausbilden. Entsprechend sollte bei einem zweiwertigen Metall
eine halbe Monolage und bei einem dreiwertigen Metall eine Drittel
Monolage vorgesehen sein.
-
Die Ionenzwischenschicht sollte bevorzugt Metallionen,
insbesondere Erdalkalimetellionen oder Lanthanoide aufweisen. Die
Erdalkalimetallionen können
beispielsweise aus der Gruppe der Elemente Barium Ba und Strontium
Sr gewählt
sein.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn
die oberste Substratlage oxidiert ist. Damit ist es nunmehr möglich, den
Band-Offset einzustellen, da das selektive Oxidieren der Siliziumatome
der obersten Substratlage zu Dipolen führt, die das Potential und
damit den Band-Offset verlagern.
-
Die Atome der Ionenzwischenschicht
können
entweder über
der durch die obersten Atome des Substrates gebildeten Fläche, oder
aber in diese Fläche
hinein gesenkt sein. Dabei befinden sich in der Regel die Atome
der Ionenzwischenschicht in den Lücken der Gitterstruktur der
Substratoberfläche.
-
Die Dimere auf der (001)-Substratoberfläche können zeilenweise
angeordnet sein. Dann sollten die Kationen der Ionenzwischenschicht
zwischen den Zeilen der Dimere angeordnet sein.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn
die Atome der Ionenzwischenschicht und die Atome des Substrates
ein zweidimensionales periodisches Gitter mit zu Dimeren gebundenen
Substratatomen und mit Atomen der Ionenzwischenschicht jeweils zwischen zwei
Dimeren oder in der Mitte von vier Dimeren bilden. Auf diese Weise
wird eine langzeitstabile symmetrisch ausgerichtete Struktur geschaffen.
-
Vorzugsweise sollte die Ionendeckschicht eine
an das Gitter der Ionenzwischenschicht angepasste Gitterstruktur
haben und keinen Elektronenüberschuss
oder Elektronenunerschuss aufweisen. Das heißt, dass die Bindungselektronen
gesättigt sein
sollten, so dass ein Elektronenfluss vermieden wird und die Ionendeckschicht
sowie die Ionenzwischenschicht einen Isolator bilden.
-
Es ist weiterhin vorteilhaft, wenn
eine sauerstoffhaltige, ionenleitende Materialstruktur in einem Grenzbereich
zu der Ionenzwischenschicht oder der Ionendeckschicht vorgesehen
ist. Dabei kann die Ionendeckschicht Teil der Materialstruktur sein.
Die sauerstoffhaltige, ionenleitende Materialstruktur dient als
Sauerstoffreservoir und sollte derart gewählt und eingebaut sein, dass
ausdiffundierende Sauerstoffionen aus der sauerstoffhaltigen, ionenleitenden
Materialstruktur weitgehend ersetzt werden. Auf diese Weise kann
die Langzeitstabilität
der Struktur verbessert werden. Die Materialstruktur kann auch eingesetzt
werden, um den Sauerstoffmangel der Ionendeckschicht, beispielsweise
des Gate-Oxids, auszugleichen.
-
Die sauerstoffhaltige, ionenleitende
Materialstruktur sollte ein Hilfsoxid mit einer geringen Bildungsenergie
für Sauerstoffleerstellen
enthalten. Das Hilfsoxid sollte in einem Bereich eingelagert werden,
in dem die Schaltungseigenschaften nicht beeinflusst werden, z.
B. in Abstandsschichten. Das Hilfsoxid und die Materialien zwischen
dem Hilfsoxid und dem Gate-Oxid sollte eine ausreichend hohe Sauerstoffdiffusionskonstante
haben, so dass die Sauerstoffatome effizient zu dem Gate-Oxid gelangen
können.
-
Durch die erfindungsgemäße Ionenzwischenschicht
in Verbindung mit der silicidfreien Substratoberfläche wird
erreicht, dass die Bindungselektronen der Substratoberfläche gesättigt sind
und direkt einer nichtpolaren Oxidschicht ausgesetzt werden können, ohne
dass die Substratoberfläche
selbst ein Silicid bildet. Durch die Ionenzwischenschicht wird die
Substratoberfläche
somit elektronisch abgesättigt.
-
Aufgabe der Erfindung ist es weiterhin,
ein verbessertes Verfahren zum Einstellen des Band-Offsets einer
oben beschriebenen erfindungsgemäßen Struktur
zu schaffen. Das Einstellen des Band-Offsets wird herkömmlicherweise
durch Änderung
der chemischen Zusammensetzung der eingesetzten Oxide vorgenommen.
-
Erfindungsgemäß wird Sauerstoff an die Substratoberfläche eingebracht
und ein gewünschter energetischer
Abstand der Bandkanten der isolierenden Schicht relativ zu den Bandkanten
des Substrates durch Einstellen des Sauerstoffgehalts an der Substratoberfläche eingestellt.
-
Durch die selektive Oxidierung der
Grenzfläche
des Substrates zur Ionenzwischenschicht werden Dipole eingeführt, die
das Potential und damit den Band-Offset
verlagern.
-
Bei dem Verfahren wird der Sauerstoff-Partialdruck
während
oder nach der Herstellung des Substrats vorzugsweise erhöht, um den
gewünschten Abstand
der Bandkanten einzustellen.
-
Die Erfindung wird nachfolgend anhand
der beigefügten
Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
-
1a Skizze
einer Seitenansicht der Atomstruktur einer reinen Silizium(001)-Substratoberfläche in einer
Dimer-Rekonstruktion in [110]-Richtung;
-
1b Skizze
einer Seitenansicht der Atomstruktur einer reinen Silizium(001)-Substratoberfläche in einer
Dimer-Rekonstruktion in [110]-Richtung;
-
2a Skizze
einer Seitenansicht der Atomstruktur einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Ionenzwischenschicht
aus Strontiumatomen in den Lücken
der Gitterstruktur einer Siliziumsubstratoberfläche in [110]-Richtung;
-
2b Skizze
einer Seitenansicht der Atomstruktur einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Ionenzwischenschicht
aus Strontiumatomen in den Lücken
der Gitterstruktur einer Siliziumsubstratoberfläche in [110]-Richtung;
-
3 Draufsicht
auf die Atomstruktur aus der 2,
wobei die Ionenzwischenschicht und die dimerisierten Siliziumatome
der obersten Substratlage dargestellt ist;
-
4 Draufsicht
auf die Atomstruktur aus der 2,
wobei Ionenzwischenschicht und die beiden oberen Atomschichten des
Substrates dargestellt sind;
-
5 Draufsicht
auf das Ladungsmuster der Ionenzwischenschicht und der obersten
Substratlage gemäß 2 bis 4;
-
6a Skizze
einer Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Struktur mit einer Ionendeckschicht
auf der Ionenzwischenschicht gemäß 2 in [110]-Richtung;
-
6b Skizze
einer Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Struktur mit einer Ionendeckschicht
auf der Ionenzwischenschicht gemäß 2 in [110]-Richtung;
-
7a Seitenansicht
einer Ionendeckschicht auf einer Ionenzwischenschicht gemäß 2 mit einem zusätzlichen
Sauerstoff-Monolage, die einfach an die oberste Substratlage gebunden
ist, in [110]-Richtung;
-
7b Seitenansicht
einer Ionendeckschicht auf einer Ionenzwischenschicht gemäß 2 mit einem zusätzlichen
Sauerstoff-Monolage, die einfach an die oberste Substratlage gebunden
ist, in [110]-Richtung.
-
Die 1a lässt eine
Seitenansicht der Atomstruktur einer reinen Silizium-Substratoberfläche in der
durch die [001] und [110]-Richtung aufgespannten
Ebene erkennen, wobei die oberste Substratlage in einer Dimer-Rekonstruktion
dimerisiert ist. Das Siliziumsubstrat hat eine diamantartige Gitterstruktur.
-
Eine solche hoch reine (001)-Substratoberfläche mit
einer Dimer-Rekonstruktion kann mit herkömmlichen Reinigungsverfahren,
z. B. durch thermische Desorption von Siliziumoxid SiO2 bei
einer Temperatur größer oder
gleich 850°C,
oder durch Entfernen von Wasserstoff aus einer durch Wasserstoff
abgeschlossenen (1 × 1)
rekonstruierten Siliziumsubstratoberfläche bei einer Temperatur größer oder gleich
300°C in
einem Ultrahochvakuum gewonnen werden. Der Wasserstoffabschluss
ist ein bekanntes Verfahren, bei dem Wasserstoff lose zu den sogenannten „Dangling-Bonds" des Siliziums an
der Substratoberfläche
gebunden wird, um die Kristallstruktur abzusättigen.
-
Anstelle des in der 1 dargestellten Silizium-Substrates kann
eine Struktur gleichermaßen
basierend auf anderen geeigneten Substraten aufgebaut werden.
-
Zum Ausbilden einer möglichst
dünnen
isolierenden Schicht auf dem Substrat werden vorzugsweise Metallionen
als Ionenzwischenschicht auf der Substratoberfläche abgeschieden. Das Wachstum der
Ionenzwischenschicht kann beispielsweise durch ein Hochenergie-Elektronenreflektionsbeugungs-Messverfahen (Reflexion
High Energie Electron Defraction – RHEED) überwacht werden. Dieses Verfahren
kann während
des Entwicklungsschrittes in der Abscheidungskammer für die Ionenzwischenschicht
eingesetzt werden und dient zur Detektierung oder Messung der Oberflächenkristallstrukturen.
-
Der Bedeckungsgrad der Ionenzwischenschicht
kann auch durch die Änderung
der Bandspektren durch Nachvollziehen der Positionen der Rumpfenergieniveaus überprüft werden,
wie aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt ist. Unterhalb
eines Bedeckungsgrades einer halben Monolage eines Erdalkalimetalls
als Ionenzwischenschicht liegt das Fermi-Niveau im unteren Bereich
der Silizium-Bandlücke, während sie
bei einer größeren Bedeckung
im oberen Bereich des Leitungsbandes ist.
-
Die 2a und 2b lassen die Atomstruktur
in der durch die [001] und [110]-Richtung aufgespannten
Ebene eines Silizium-Substrates mit unmittelbar an die Substratoberfläche angrenzender
Ionenzwischenschicht aus Strontiumatomen erkennen. Es wird deutlich,
dass die Strontiumatome der Ionenzwischenschicht in die Lücken der
Gitterstruktur der Substratoberfläche eingelagert sind. Die mittleren
lateralen Abstände
der Strontiumatome der Ionenzwischenschicht zu den jeweils benachbarten
Siliziumatomen des Substrates an der (001)-Substratoberfläche sind dabei gleich.
-
Durch die Ionenzwischenschicht wird
erreicht, dass die Elektronenstruktur der Substratoberfläche gesättigt ist,
so dass eine Ionendeckschicht auf eine inerte Ionenzwischenschicht
bzw. Substratoberfläche
aufgebracht werden kann. Auf diese Weise kann eine sehr dünne isolierende
Schicht, insbesondere mit High-K-Oxiden,
erzielt werden, die zudem stabil ist.
-
Das Aufbringen der erfindungsgemäßen Ionenzwischenschicht
kann durch Auftragen eines Erdalkalimetalls auf die hochreine Substratoberfläche mit
bekannten Verfahren, z.B. Epitaxie, erfolgen. Vorzugsweise beginnt
das Abscheiden bei einer hohen Temperatur, um möglicherweise verbleibenden
Sauerstoff und Wasserstoff zu desorbieren. Dann wird die Substrattemperatur
vorzugsweise auf etwa 650 bis 750°C
verringert. Dies kann beispielsweise in einer Molekularstrahl-Epitaxiekammer erfolgen
oder das Siliziumsubstrat kann mindestens teilweise in einer Vorbereitungskammer
erhitzt und anschließend in
eine Aufwachskammer überführt werden,
in der der Heizvorgang abgeschlossen wird.
-
Sobald das Siliziumsubstrat geeignet
erwärmt
und der Druck in der Aufwachskammer auf ein passendes Maß reduziert
wurde, wird die Oberfläche des
Siliziumsubstrates einem Metallstrahl ausgesetzt, vorzugsweise einem
Erdalkalimetall-Strahl.
In einer bevorzugten Ausführungsform
wird Barium oder Strontium eingesetzt, das zu einer Ionenzwischenschicht
mit einer mit geringen Anzahl von Gitterfehlern führt.
-
Die in der 2 skizzierten Strontiumatome der Ionenzwischenschicht
sind teilweise in die Substratoberfläche des Siliziumsubstrates
eingelassen und bilden eine Fläche
mit den Dimeren der Substratoberfläche. Eine solche Ionenzwischenschicht
kann bei Temperaturen zwischen etwa 650 bis 750°C mit einem Dampfabscheidungsverfahren
erzielt werden.
-
Die zwei Valenzelektronen der Strontiumatome
werden jeweils in die nur teilweise gefüllten „Dangling-Bonds" der Siliziumatome
an der Substratoberfläche übertragen.
Dadurch ist die Substratoberfläche
elektronisch gesättigt
und die Bandlücke auf
einen Wert im Bereich der Bandlücke
des Substrats eingestellt.
-
Die 3 und 4 zeigen Draufsichten auf
die Atomstruktur mit den dimerisierten Siliziumatomen der obersten
Substratlage und den Strontiumatomen der Ionenzwischenschicht. In
der 4 ist zusätzlich noch
die unter der obersten Substratlage liegende Atomschicht des Substrates
dargestellt.
-
Es wird deutlich, dass die Strontiumatome der
Ionenzwischenschicht in die Lücken
der Gitterstruktur des Substrates regelmäßig in einer halben Monolage
bezogen auf die Anzahl der Siliziumatome auf der obersten Substratlage
eingebaut sind.
-
Die 5 lässt eine
Draufsicht auf das Ladungsmuster der Ionenzwischenschicht und der obersten
Substratlage gemäß 3 erkennen. Es wird deutlich,
dass die Ladung der zweifach positiv geladenen Strontiumatome jene
der einfach negativ geladenen Siliziumatome kompensiert, wenn die
Ionenzwischenschicht eine halbe Monolage der Strontiumatome enthält.
-
Nachdem die Ionenzwischenschicht
gebildet ist, werden eine oder mehrere Ionendeckschichten vorzugsweise
aus einem Einzelkristalloxid auf der auf die Ionenzwischenschicht
aufgebracht.
-
Die 6a und 6b lassen eine solche vervollständigte Struktur
mit Substratoberfläche,
Ionenzwischenschicht und Ionendeckschicht erkennen, wobei die Ionendeckschicht
aus Strontiumatomen, Titanatomen und Sauerstoffatomen gebildet ist.
-
Optional kann die Ionendeckschicht
eine Zwischenlage angrenzend an die Ionenzwischenschicht aus einem
Erdalkalimetalloxid, wie beispielsweise Bariumoxid Ba0 oder SrO,
haben.
-
Die Bildung der Ionendeckschicht
kann beispielsweise durch Verringerung der Temperatur erfolgen,
während
die Ionenzwischenschicht beibehalten wird, beispielsweise bei mindestens
einer halben Monolage von Erdalkalimetallatomen. Die verringerte Temperatur
kann erforderlich sein, um eine Desorption der Erdalkalimetalle
zu vermeiden. Sauerstoff und Strontium werden dann entweder gleichzeitig
oder alternierend eingebracht, um eine Deckschicht mit einer Monolage
Strontium und einer Monolage Sauerstoff zu erzielen. Alternativ
kann der Sauerstoff-Partialdruck auf einen Wert angehoben werden,
der jedoch geringer sein muss, als zum Oxidieren des Siliziumsubstrates
erforderlich ist. Hierdurch wird ein (1 × 1) rekonstruiertes Erdalkalimetalloxid
auf der mit einer halben Monolage der Ionenzwischenschicht abgedeckten
Substratoberfläche
ausgebildet. In Abhängigkeit
von der Temperatur und der Zusammensetzung kann die Erdalkalimetalloxid-Monolage
verzerren. Das RHEED-Muster wird dadurch unbestimmt. Nach Abscheiden
weiterer Ionendeckschichten, die nicht notwendigerweise die gleiche
Materialzusammensetzung haben muss, wird die Verzerrung instabil
und die Struktur rekonstruiert in dem gewünschten Muster. Beispielsweise
kann als weitere Oxidschicht Titanoxid im Fall des Aufwachsens von SrTiO3 eingesetzt werden.
-
Vorteilhaft ist, wenn die Ionenzusammensetzung
der Ionendeckschicht eine an die Ionenzwischenschicht und der obersten
Substratlage angepasste Gitterstruktur und eine unpolare (ungeladene) Grenzfläche zur
Ionenzwischenschicht gewährleisten.
-
Die fertiggestellte Struktur mit
Substrat, Ionenzwischenschicht und mindestens einer Ionendeckschicht
wird dann einem Sauerstoff-Partialdruck ausgesetzt, der so niedrig
ist, dass kein Siliziumoxid SiO2 gebildet
wird, und der so groß ist,
dass das Oxid der Ionendeckschicht eine gute Qualität hat, insbesondere
eine geringe Sauerstoffleerstellen-Konzentration. Während des
Auftragens der Schichten sollte eine Oxidation des Substrates vermieden
werden. Daher sollte das Abscheiden bei einem Sauerstoff-Partialdruck
erfolgen, der nicht zur Ausbildung von SiO2 ausreicht,
aber groß genug
ist, um eine Silicidbildung der Substratoberfläche zu vermeiden. Dies führt dazu,
dass das Oxid der Ionendeckschicht sauerstoffreich und ein guter
Isolator ist.
-
Die 7a und 7b lassen die Seitenansicht einer
Ionendeckschicht auf einer Ionenzwischenschicht mit einer zusätzlichen
Monolage von an die Substratoberfläche gebundenen Sauerstoff in [110]-Richtung
und [110]-Richtung erkennen. Die Ionenzwischenschicht weist
eine halbe Monolage Strontium auf. Die Ionendeckschicht beinhaltet Strontiumatome,
Titanatome und Sauerstoffatome.
-
Das Einbringen von Sauerstoff kann
während
oder nach der Herstellung der Ionenzwischenschicht erfolgen. Es
bietet sich aber auch an, in einem abschließenden Schritt nach Aufbringen
der Ionendeckschicht Sauerstoff beispielsweise mit einem Gas-Anneal-Verfahren
einzubringen. Damit wird der Sauerstoffgehalt im Oxid eingestellt
und freie Gitterpositionen und Bindungen werden mit Sauerstoff aufgefüllt und
eventuell die oberste Substratlage selektiv oxidiert.
-
Die Auswahl eines geeigneten Sauerstoff-Partialdrucks
zum Einstellen des Sauerstoffgehalts ist dem Fachmann hinreichend
bekannt. Bei zu niedrigem Partialdruck wird die Qualität der Ionendeckschicht
beeinträchtigt,
so dass sie kein guter Isolator ist. Bei zu hohem Partialdruck wird
das Substrat auch unterhalb der obersten Substratlage oxidiert, was
die dielektrischen Eigenschaften (Kapazität) der Struktur beeinträchtigt.
-
Während
der Lebensdauer der Struktur können
Sauerstoffatome aus der isolierenden Schicht herausdiffundieren,
was zu einer Qualitätsverminderung
führt.
So können
freiwerdende Sauerstoffpositionen elektrische Defekte aufgrund von
Leckströmen sowie
chemische Prozesse verursachen, die die Lebensdauer der Struktur
verringern. Durch Einbringen eines Sauerstoffreservoirs mit einer
niedrigen Bildungsenergie von Sauerstoffleerstellen kann der Sauerstoffverlust
ausgeglichen werden. Die Materialstruktur für das Sauerstoffreservoir sollte
in einem Bereich eingelagert werden, in dem ein verarmtes Sauerstoffreservoir
die Funktionalität
nicht negativ beeinträchtigt.
Das Sauerstoffreservoir und das Material mit dem Sauerstoffmaterial
und der isolierenden Schicht sollten eine ausreichend hohe Sauerstoffdiffussionskonstante
haben, so dass Sauerstoffatome effizient zur isolierenden Schicht
gelangen können.