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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Montage eines Dichtungselementes mit zumindest einer Öffnung auf
einem Bauteil und eine Vorrichtung, insbesondere zur Durchführung des
Verfahrens.
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In der Automobilindustrie werden
beispielsweise Gelenkwellen als Teil einer Lenkung eingesetzt. Diese
Gelenkwellen weisen zwischen einem Gestänge und einer Radaufnahme einen
Gelenkkopf auf. Damit deren Funktionstüchtigkeit über einen langen Zeitraum gegeben
ist, werden Dichtungsmanschetten oder Dichtungsbalge an dem Gelenkkopf vorgesehen,
um eine dauerhafte Schmierung der bewegten Teile zu erzielen. Die
Montage von Baugruppen, wie beispielsweise von Fahrzeuggelenken,
sind in der Automobilindustrie weitestgehend aus Kostengründen auto matisiert.
Bei der Anbringung von Dichtungselementen, wie beispielsweise den
Dichtungsmanschetten, ist erforderlich, dass zunächst eine Öffnung des Dichtungselementes
aufgeweitet wird, um ein Bauteil einzusetzen. Diese Aufweitung muss
frei von Beschädigungen
erfolgen, um ein sicheres Anliegen des Dichtungselementes an dem
Bauteil zu ermöglichen
und eine Abdichtung sicherzustellen.
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Zur automatischen Montage einer Dichtungsmanschette,
welche zum Einsetzen eines Gelenkzapfens und eines daran angeordneten
Gelenkkopfes aufgeweitet wird, wurde bislang ein Spreizwerkzeug
vorgesehen, welches während
dem Einsetzen des Gelenkzapfens die Öffnung des Dichtungselementes
aufweitet. Nach dem Einsetzen des Gelenkzapfens wurde die Spreizvorrichtung
aus der Öffnung
des Dichtungselementes entfernt.
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Diese Montage der Dichtungselemente
weist den Nachteil auf, dass die Öffnung des Dichtungselementes
in erheblichem Maße
aufgeweitet werden muss, damit der Gelenkzapfen eingesetzt werden kann.
Des weiteren besteht eine hohe Reiß- oder Bruchgefahr durch das über die
Maße hinausgehende
Aufweiten der Öffnung
als auch bei der Entnahme der Spannvorrichtung nach dem Einsetzen
des Gelenkzapfens in die Öffnung
des Dichtungselementes.
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Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zur Montage eines Dichtungselementes mit
zumindest einer Öffnung
auf einem Bauteil sowie eine Vorrichtung, insbesondere zur Durchführung des
Verfahrens, zu schaffen, bei dem eine geringere Aufweitung und sichere
Anbringung des Dichtungselementes auf dem Bauteil ermöglicht ist.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale der selbständigen
Verfahrensansprüche
gelöst.
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Durch diese Aufnahme des Dichtungselementes
ist eine Montage von zumindest einem Bauteil ermöglicht, bei dem die zumindest
eine Öffnung des
Dichtungselementes in einem nur geringen Maße aufgeweitet wird, um das
zumindest eine Bauteil einzusetzen. Dabei wird das Dich tungselement außerhalb
der aufgeweiteten Öffnung
durch eine Halteeinrichtung fixiert, so dass die Öffnung frei
zugänglich
ist und die Aufweitung der Öffnung
auf den Bauteildurchmesser beziehungsweise auf den Bauteilquerschnitt
abgestimmt wird. Dadurch wird eine Überdehnung des Dichtungselementes
verhindert. Des weiteren ist durch die frei zugängliche Öffnung und dem ausschließlichen
Einsetzen eines Bauteils in die Öffnung
eine geringere Beschädigungsgefahr des
Dichtungselementes gegeben. Dadurch können auch Bauteile in die automatische
Montage eingebunden werden, welche bislang aufgrund nur gering aufweitbaren
Dichtungselementen manuell gefertigt werden mussten. Selbstverständlich können auch zwei
oder mehrere Dichtungen parallel auf zumindest einem Bauteil montiert
werden.
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Dieses Verfahren weist des weiteren
den Vorteil auf, dass Dichtungselemente mit unterschiedlicher Geometrie
und Querschnittsform in der Öffnung
in einfacher Weise und mit einer hohen Taktzeit montiert werden.
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Die zumindest eine Öffnung des
Dichtungselementes wird vorteilhafterweise durch eine Spann- oder
Spreizvorrichtung aufgeweitet und im aufgeweiteten Zustand der zumindest
einen Öffnung
des Dichtungselementes der Halteeinrichtung übergeben. Dadurch erfolgt eine
Aufteilung einzelner Handhabungsschritte auf unterschiedliche Vorrichtungen, wodurch
eine weitere Reduzierung der Taktzeiten erzielt wird. Darüber hinaus
kann die Halteeinrichtung in einfacher Weise ausgebildet sein, um
das Dichtungselement aufzunehmen. Des weiteren ist ermöglicht,
dass sowohl die Halteeinrichtung als auch die Spreizvorrichtung
an bestehenden Vorrichtungen nachrüstbar ist, um dieses Verfahren
durchzuführen.
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Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung
der Erfindung ist vorgesehen, dass die Halteeinrichtung an einem
zumindest teilweise radial nach außen weisenden Abschnitt des
Dichtungselementes angreift, um die zumindest eine Öffnung in
einer aufgeweiteten Position zu fixieren. Dadurch ist eine sichere
Aufnahme und Fixierung des Dichtungselementes während der Montage des zumindest
einen Bauteils gegeben. Gleichzeitig kann eine Aufnahme des Dichtungselementes
in einer im wesentlichen gleichmäßig aufgeweiteten
Position vorgesehen sein.
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Die zumindest eine Öffnung des
Dichtungselementes wird mit einer Öffnungsweite gehalten, welche
größer als
der Durchmesser des zumindest einen in die Öffnung eingeführten Abschnitts
des Bauteils ausgebildet ist. Dadurch kann ein beschädigungsfreies
Einführen
des Bauteils erfolgen, wobei die Öffnungsweite bevorzugt nur
geringfügig
größer als
der maximale Querschnitt des Bauteils ausgebildet ist, damit nur
eine geringe Dehnung auf die Öffnung
des Bauteils während
der Montage erfolgt.
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Das zumindest eine Bauteil wird in
die zumindest eine aufgeweitete Öffnung
des Dichtungselementes eingeführt,
bis eine Aufnahme des Bauteils, welche für die Anlage eines entsprechenden
Abschnitts der Dichtung vorgesehen ist, gegenüberliegt. Dadurch kann nach
Positionierung des Bauteils zum Dichtungselement durch Lösen der
Halteeinrichtung ein einfaches Überführen der Öffnung des
Dichtungselementes in die vorgesehene Position erfolgen. Der Randabschnitt
der Öffnung
des Dichtungselementes wird unmittelbar in seine Endlage übergeführt.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung
der Erfindung sieht vor, dass die zumindest eine Öffnung des
Dichtungselementes von einem Spann- oder Spreizelement aufgenommen
und in einer Montageöffnung
der Halteeinrichtung eingeführt
wird. Somit kann in einem Arbeitsgang das Dichtungselement von einer
Zuführvorrichtung
oder einem Speicherelement aufgenommen und in die Montageposition übergeführt werden.
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Die Aufweitung der zumindest einen Öffnung des
Dichtungselementes erfolgt nach einer bevorzugten Ausführungsform
durch Einfahren eines Spannkonus in eine segmentierte Spannhülse der Spann-
oder Spreizvorrichtung. In Abhängigkeit
der Tiefe der Eintauchbewegung kann eine an den jeweiligen Anwendungsfall
angepasste Aufweitung der Öffnung
ermöglicht
werden. Gleichzeitig ist eine Feineinstellung für die Aufweitung vorgesehen
beziehungsweise für
die Ausrichtung der radial nach außen stehenden Abschnitte, um
ein sicheres Fixieren durch die Halteeinrichtung zu ermöglichen.
Alternativ kann zur Aufweitung auch eine Linearbewegung von Segmenten,
beispielsweise eine Linearführung,
vorgesehen sein.
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Nach der Übernahme des Dichtungselementes
mit einer aufgeweiteten Öffnung
durch die Halteeinrichtung wird die Spann- oder Spreizvorrichtung vorteilhafterweise
vollständig
aus der Öffnung
herausgeführt,
so dass die Öffnung
für das
einzuführende
Bauteil vollständig
und frei zugänglich
ist. Dadurch wird der Arbeitsschritt, bei dem das Bauteil in die
zumindest eine Öffnung
des Dichtungselementes eingesetzt wird, erheblich erleichtert.
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Nach einer alternativen Ausgestaltung
der Erfindung ist vorgesehen, dass das Dichtungselement in einem
Ausgangszustand von der Halteeinrichtung fixiert wird und die Öffnung des
Dichtungselementes durch die Halteeinrichtung aufgeweitet und in
einen Montagezustand übergeführt wird.
Die Halteeinrichtung ist hierfür
vorteilhafterweise mit segmentierten Abschnitten ausgebildet, welche
radial nach außen
geschwenkt oder verfahrbar positioniert werden, um die Aufweitung
der zumindest einen Öffnung
des zumindest einen Dichtungselementes zu bewirken.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
des Verfahrens sind in den weiteren Ansprüchen angegeben.
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Die der Erfindung zugrundeliegenden
Aufgabe und insbesondere die Durchführung des Verfahrens wird durch
die Merkmale des selbständigen
Vorrichtungsanspruchs gelöst.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht,
die zumindest eine Öffnung
des Dichtungselementes aufzuweiten, wobei die Öffnung des Dichtungselementes
für ein
zu montierendes Bauteil oder einzufügendes Bauteil frei zugänglich ist.
Die Halteeinrichtung greift an zumindest einem radial nach außen weisenden
Abschnitt des Dichtungselementes zumindest teilweise an und hält dieses
Dichtungselement in einer Montageposition, bei der die Öffnung gegenüber dem
Ausgangszustand aufgeweitet ist. Eine freie Zugänglichkeit des Bauteils zum
Einführen in
die zumindest eine aufgeweitete Öffnung
verringert die Beschädigung.
Darüber
hinaus wird durch die geringe Dehnung eine Materialschwächung oder
-ermüdung
verhindert.
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Die Halteeinrichtung weist bevorzugt
eine Dichtungsaufnahme und ein Klemmelement auf, die relativ zueinander
bewegbar ausgebildet sind. Durch das Aufeinanderzubewegen erfolgt
eine Klemmung des zumindest einen radial nach außen weisenden Abschnitts des
Dichtungselementes. Dieser zumindest eine radial nach außen weisende
Abschnitt des Dichtungselementes ist für die Dichtfunktion selbst nicht
oder von untergeordneter Bedeutung. Dadurch kann ein zur Längsmittelachse
weisender Ringabschnitt der zumindest einen Öffnung des Dichtungselementes
in der aufgeweiteten Montageposition fixiert sein, ohne dass Elemente
der Halteeinrichtung daran angreifen oder darin eingreifen.
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Zur Aufnahme des Dichtungselementes
für die
Montage kann eine an der Dichtungsaufnahme angeordnete Ringfläche genügen, welche
als Anlagefläche
für den
radial nach außen
weisenden Abschnitt des Dichtungselementes ausgebildet ist. Diese
Ringfläche
kann auch nur abschnittsweise ausgebildet sein. Ebenfalls kann der
radial nach außen
weisende Abschnitt des Dichtungselementes segmentweise oder abschnittsweise
vorgesehen sein.
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Die Klemmwirkung zwischen dem Klemmelement
und der Dichtungsaufnahme kann über
einen vorteilhafterweise einstellbaren Verschiebeweg vorbestimmt
sein. In Abhängigkeit
der Materialstärke des
zumindest einen radial nach außen
weisenden Abschnitts sowie dessen Elastizität ist der Verschiebeweg-einstellbar.
Darüber
hinaus kann durch die Größe des Verschiebeweges
auch die Arbeitsgeschwindigkeit zwischen Klemmung und loser Position
bestimmt werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Klemmelement unter Krafteinwirkung, insbesondere Federkraft,
in einer Montageposition zur Dichtungsaufnahme positionierbar. Dadurch
kann sichergestellt sein, dass während
eines Notstops oder kurzfristigen Stillstands der Handhabungsmaschine
das Dichtungselement beziehungsweise das zum Dichtungselement angeordnete
Bauteil gesichert aufgenommen ist und sich nicht aus der Montageposition selbständig löst.
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Der Verschiebeweg beziehungsweise
der Abstand zwischen einer Ringfläche der Dichtungsaufnahme und
einer Stirnseite des Klemmelementes ist bevorzugt durch einen Anschlag
einstellbar. Dadurch können
Quetschungen oder Beschädigungen des
zumindest einen radial nach außen
weisenden Abschnitts verhindert werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
der Halteeinrichtung ist vorgesehen, dass die Dichtungsaufnahme
als rotationssymmetrisches Teil ausgebildet ist, welches, im Bereich
der Montageöffnung
eine Ringfläche
und eine daran angrenzende zylindrische Wandung aufweist und dass
innerhalb der zylindrischen Wandung des rotationssymmetrischen Teils das
Klemmelement geführt
ist. Dadurch kann eine kompakte Bauweise ermöglicht werden. Darüber hinaus
kann innerhalb des zylindrischen Klemmelementes wenigstens ein weiteres
Bauteil für
die Handhabung der Montage geführt
werden. Beispielsweise kann ein Gegenhalter ein eintauchendes Ende
des Bauteils, auf welches das Dichtungselement montiert wird, aufnehmen.
Gleichzeitig kann beispielsweise ein Abstreiferelement oder dergleichen
innerhalb der zylindrischen Wand vorgesehen sein, um eine weitere Öffnung des
Dichtungselementes in eine lagerichtige Position zum Bauteil überzuführen.
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In einer alternativen Ausführungsform
der Halteeinrichtung ist anstelle eines starren rotationssymmetrischen
Teils zur Ausbildung der Dichtungsaufnahme ein ring- oder plattenförmiges Element, welches
auch außerhalb
der Dichtungsaufnahme geführt
ist, oder eine segmentierte Dichtungsaufnahme vorgesehen. Das Klemmelement
ist ebenfalls segmentiert ausgebildet und bevorzugt deckungsgleich zu
den einzelnen Segmenten der Dichtungsaufnahme angeordnet. Dadurch
kann die Halteeinrichtung selbständig
eine Aufweitung der zumindest einen Öffnung des Dichtungselementes
durchführen.
Diese Halteeinrichtung kann insbesondere bei Handhabungsmaschinen
eingesetzt werden, bei denen aufgrund des geringen Bauraumes eine
Spreizvorrichtung nicht eingesetzt werden kann oder eine Spreizvorrichtung
nicht vorgesehen ist.
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Die Segmente der Dichtungsaufnahme
und des Klemmelementes sind vorteilhafterweise durch eine Schwenk-
und/oder Schiebbewegung radial nach außen bewegbar, so dass die zumindest
eine Öffnung
des Dichtungselementes in eine aufgeweitete Montageposition überführbar ist.
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Die segmentförmig ausgebildete Dichtungsaufnahme
und Klemmelemente weisen bevorzugt Angriffsbereiche auf, welche
an jedem Segment ein- oder
mehrfach vorgesehen sind. Dadurch kann eine gleichmäßige Aufweitung
der zumindest einen Öffnung
des Dichtungselementes erzielt werden. Zudem werden die Spannungsunterschiede
im Übergangsabschnitt
vom Angriffsbereich zum nicht fixierten Bereich zwischen den Segmenten
vermindert.
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Zur sicheren Aufnahme der Dichtungselemente
während
der Montage von zumindest einem Bauteil sind die Greifflächen an
die Handhabungsaufgabe angepasst. Für eine Vielzahl von Anwendungsfällen kann
die Ringfläche
beziehungsweise die segmentierte Ringfläche der Dichtungsaufnahme als auch
die Stirnseite des Klemmelementes beziehungsweise die segmentierte
Stirnseite des Klemmelementes durch eine ebene und glatte Oberfläche ausgebildet
sein. Bevorzugt können
Greifelemente austauschbar an diesen Flächen vorgesehen sein, welche
für unterschiedliche
Handhabungszwecke der Dichtungselemente austauschbar vorgesehen sind.
Beispielsweise können
in Abhängigkeit
der Größe, Geometrie
und der verwendeten Materialien und Materialeigenschaften der Dichtungselemente
entsprechend daran angepasste Greifelemente vorgesehen sein. Beispielsweise
kann eine geriffelte, gerändelte
oder raue Oberflächenstruktur
aus Stahl, Kunststoff oder Holz vorgesehen sein. Alternativ kann
die Oberfläche
auch beschichtet oder oberflächenbehandelt
ausgebildet werden. Des weiteren können geriffelte, gewellte Oberflächen ausgebildet sein,
welche während
der Klemmung des zumindest einen radial nach außen weisenden Abschnitts des Dichtungselementes
zumindest teilweise ineinander greifen. Somit können auch Dichtungselementen
mit einer geringen Elastizität
eine höhere
Dehnung für die
Montage aufgezwungen werden.
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Als Dichtungselemente können Dichtungsbalge,
Dichtungsmanschetten als auch gummielastische Dichtungsringe beziehungsweise
O-Ringe mit verschiedenen Geometrien, Durchmessern, Wandstärken und
derglei chen eingesetzt werden. Beim Einsatz von nicht rotationssymmetrischen
Dichtungselementen ist selbstverständlich, dass der Spreiz- oder
Spannvorgang zum Aufweiten der Öffnung
an die Geometrie der Öffnung
angepasst wird. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung
sind in den weiteren Ansprüchen
angegeben.
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Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte
Ausführungsformen
und Weiterbildungen derselben werden im folgenden anhand dem in
der Zeichnung dargestellten Beispiel näher beschrieben und erläutert. Die
der Beschreibung und der Zeichnung zu entnehmenden Merkmale können einzeln
für sich
oder zu mehreren in beliebiger Kombination erfindungsgemäß angewandt
werden. Es zeigen:
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1 eine
schematische Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
an der ein Dichtungselement positioniert ist,
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2 eine
schematische Schnittdarstellung der Vorrichtung gemäß 1 in einer weiteren Arbeitsposition,
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3 eine
schematische Schnittdarstellung einer Spannvorrichtung für das Dichtungselement,
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4 eine
alternative Ausführungsform
der Erfindung zu 1 und
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5a–g eine
schematische Schnittdarstellung der Verfahrensschritte zur Montage
eines Dichtungselementes auf einem Bauteil.
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In den 1 und 2 ist eine schematische Schnittdarstellung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 11 zur
Montage eines Dichtungselementes 12 auf einem Bauteil 14 dargestellt.
Die nachfolgenden Ausführungen
sind beispielhaft für
das Aufbringen einer Dichtungsmanschette auf einen Gelenkkopf dargelegt.
Der Gegenstand der Erfindung ist hierauf jedoch nicht beschränkt und
kann für
jegliche beliebige weitere Anwendungsfälle, Dichtungselemente und Bauteile
eingesetzt werden.
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Die Vorrichtung 11 umfasst
eine Halteeinrichtung 16, welche eine Dichtungsaufnahme 17 umfasst,
die als rotationssymmetrisches Bauteil ausgebildet ist. Die Dichtungsaufnahme 17 weist
an ihrem vorderen freien Ende eine Ringfläche 18 auf, welche eine
Montageöffnung 19 begrenzt.
Gegenüberliegend
ist ein Flansch 20 vorgesehen, welcher zur Aufnahme von
Betätigungselementen
oder Halteelementen ausgebildet ist, auf die später eingegangen wird. Die Dichtungsaufnahme 17 nimmt
ein Klemmelement 22 auf, welches in der Dichtungsaufnahme 17 an
der Innenwand geführt
ist. Das Klemmelement 22 weist eine Stirnfläche 23 auf,
welche zur Ringfläche 18 gerichtet
ist. An die Stirnfläche 23 angrenzend
ist ein Führungsabschnitt 24 vorgesehen,
der von einer Führungsfläche 26 der
Dichtungsaufnahme 17 geführt ist. Zwischen der Ringfläche 18 und
der Stirnfläche 23 des
Klemmelementes 22 in einer Ruheposition gemäß 1 ist ein Freiraum 28 als
umlaufende Nut ausgebildet.
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Alternativ kann auch ein Klemmelement und/oder
eine Dichtungsaufnahme für
nicht rotationssymmetrische Teile vorgesehen sein, die extern geführt werden,
beispielsweise über
Wellenführungen oder
Schienenführungen.
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Das Klemmelement 22 ist
an einer Montageplatte 31 befestigt, welche durch Antriebselemente 32 gemäß Pfeil 33 bewegbar
angeordnet sind. Die Dichtungsaufnahme 17 ist durch eine
Schraubverbindung federgelagert zur Montageplatte 31 vorgesehen.
Zwischen einem Flansch 21 des Klemmelementes 22 und
einem Ringbund 36 der Dichtungsaufnahme 17 ist
ein Abstand 37 vorgesehen, welcher einen Verschiebeweg
freigibt. Dieser Verschiebeweg ist in Abhängigkeit des Dichtungselementes 12 beziehungsweise
seines radial nach außen
weisenden Abschnitts 41 einstellbar, der durch Klemmung
in einer Montageposition zur Halteeinrichtung 16 fixiert
wird. Durch die gefederte Schraubverbindung wird der radial nach
außen
weisende Abschnitt 41 bei Nichtbetätigung der Antriebselemente 32 in
einer Klemmposition gehalten. Diese Klemmpositi on ist gleichzeitig die
Montageposition zum Einsetzen eines Bauteils 14, wie nachfolgend
noch beschrieben wird.
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Das in 1 dargestellte
Dichtungselement 12 weist eine Öffnung 43 auf, welche
im Bereich der Montageöffnung 19 angeordnet
ist. Des weiteren ist eine kleinere Öffnung 44 vorgesehen,
welche am gegenüberliegenden
Ende des Dichtungselementes 12 liegt. Die radial äußeren Randabschnitte 41 werden gemäß Pfeil 46 nach
außen
geführt,
so dass die Öffnung 43 aufgeweitet
ist und durch die Haltevorrichtung 16 beispieisweise durch
Verschieben der Klemmelemente 22 zur Ringfläche 18 fixiert
werden. Alternativ kann ebenso eine Relativbewegung beider Teile oder
eine Bewegung der Ringfläche 18 auf
das Klemmelement 22 vorgesehen sein.
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In 2 ist
das Dichtungselement 12 auf dem Bauteil 14 montiert
dargestellt und kann aus der Vorrichtung 11 entnommen werden.
Die Vorrichtung 11 weist in der Längsmittelachse 47 des
Bauteils 14 ein Zentrierelement 48 auf, welches
nach dem Einsetzen des Bauteils 12 in die Vorrichtung 11 eine
lagerichtige Aufnahme übernimmt.
Das Bauteil 14 weist zum erleichterten Einführen eine
Schutzhülle 49 auf,
an deren linken Ende gemäß Darstellung
eine Zentrierbuchse 51 vorgesehen ist, welche in das Zentriereiement 48 eingreift.
Dadurch kann das Bauteil 14 in der Längsmittelachse 47 positioniert
werden als auch bezüglich
deren Eintauchtiefe in die Vorrichtung 11 lagerichtig aufgenommen
werden. Des weiteren sind innerhalb der Halteeinrichtung 16 verfahrbare
Abstreiferelemente 52 vorgesehen, welche entlang der Schutzhülle 49 verfahrbar
und federgelagert vorgesehen sind, um während dem Einführen des Bauteils 14 ein Überstrecken
des Dichtungselementes 12 in axialer Richtung entgegenzuwirken.
Die vorderen freien Ende der Abstreiferelemente 52 bewirken,
dass die Öffnung 44 lagerichtig
in eine Position übergeführt wird,
in der der Dichtungsbereich 54 der Öffnung 44 in einer
entsprechenden Nut am Bauteil 14 angreift.
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In 3 ist
in einer schematischen Schnittdarstellung eine Spann- oder Spreizvorrichtung 56 dargestellt.
Diese Spreizvorrichtung 56 kann das Dichtungselement 12 aus
einem Spender entnehmen und das Dich tungselement 12 der
Vorrichtung 11 zuführen
und in die Montageöffnung 19 einsetzen. Die
Spreizvorrichtung 56 weist eine segmentförmig ausgebildete
Spreizhülse 57 auf.
Zum Aufweiten der Öffnung 43 des
Dichtungselementes 12 wird ein Spannkonus 58 gemäß Pfeil 59 verfahren,
wodurch die Spreizhülse 57 aufgeweitet
wird. In umgekehrter Reihenfolge kann die Spreizvorrichtung 56 aus
dem Dichtungselement 12 herausgeführt werden. Die Spreizhülse 57 wird
in einem ersten Ausführungsbeispiel
nach dem Einsetzen des Dichtungselementes 12 in die Montageöffnung 19 gemäß 1 aktiviert, um die Öffnung 43 aufzuweiten,
damit eine Fixierung im aufgeweiteten Zustand zwischen dem Klemmelement 22 und
der Ringfläche 18 erfolgt.
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In 4 ist
eine alternative Ausführungsform der
Halteeinrichtung 16 dargestellt. Die Dichtungsaufnahme 17 und
das Klemmelement 22 sind segmentförmig ausgebildet. Beispielsweise
sind sechs Segmente 61 vorgesehen. Jedes der Segmente 61 greift
an dem Abschnitt 41 des Dichtungselementes 12 an.
Nach der Klemmung des Abschnitts 41 des Dichtungselements 12 werden
die Segmente 61 radial nach außen geführt gemäß Pfeil 62, wodurch
eine Aufweitung der Öffnung 43 erzielt
wird. Die Angriffsfläche
an dem Abschnitt 41 zwischen dem Klemmelement 22 und
der Ringfläche 18 der
Dichtungsaufnahme 17 kann sich vollständig oder nur teilweise über das
Segment 61 erstrecken. Alternativ können auch Angriffsbereiche 63 vorgesehen
sein, welche je Segment 61 ein- oder mehrere punktuelle Angriffe ermöglichen.
Dadurch kann eine gleichmäßige Aufweitung
der zwischen den Angriffsbereichen 63 liegenden freien
Zonen des Abschnitts 41 gegeben sein. Derartige Angriffsbereiche 63 können ebenso
auch an der in den 1 und 2 dargestellten Ausführungsform
vorgesehen sein.
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Die Haltevorrichtung 16 gemäß den 1 und 2 als auch 4 ist
mit deren Antriebselemente 32 derart ausgebildet, dass
diese an bestehenden Handhabungsmaschinen nachrüstbar ist. Derartige Halteeinrichtungen 16 sind
nicht auf die in den Figuren beschriebene Ausgestaltung beschränkt. Wesentlich
für die
Halteeinrichtung 16 ist jedoch, dass die Öffnung 43 in
einer aufgeweiteten Montageposition fixierbar ist, wobei die Haltevorrichtung 16 außerhalb
des inneren Randbereiches der Öffnung 43 angreift.
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Im nachfolgenden wird anhand der 5a bis g schrittweise
die Montage eines Dichtungselementes 12 auf einem Bauteil 14 beschrieben,
wobei diese Montage mit einer Vorrichtung nach den 1 bis 3 erfolgt.
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Eine Spreizvorrichtung 56 wird
mit der Spreizhülse 57 in
der Öffnung 43 des
Dichtungselementes 12 positioniert. An einem Ringbund 64 liegt das
Dichtungselement 12 auf, um eine lagerichtige Positionierung
sicherzustellen. Der Spannkonus 58 fährt um einen geringen Betrag
in die Spreizhülse 57 ein,
so dass die Spreizhülse 57 mit
geringer Vorspannung das Dichtungselement 12 aufnimmt.
In einem nächsten
Montageschritt gemäß 5b fährt die Spreizvorrichtung 56 in
die Montageöffnung 19 der Halteeinrichtung 16 ein,
bis die radial nach außen weisenden
Abschnitte 41 im Bereich des Freiraumes 28 angeordnet
sind. Nachfolgend wird die Spreizhülse 57 durch Eintauchen
des Spannkonus 58 expandiert (5c), so dass die Öffnung 43 aufgeweitet wird.
Die radial nach außen
weisenden Abschnitte 41 werden in den Freiraum 28 übergeführt. Nachdem die Öffnung 43 in
der vorgesehenen Größe aufgespreizt
ist, wird diese Position durch die Spreizvorrichtung solange gehalten,
bis das Klemmelement 22 zur Ringfläche 18 verschoben
wird, um eine Klemmung, Fixierung des radialen äußeren Abschnitts 41 zu
erzielen ( 5d). Sobald
das Klemmelement 22 den radial äußeren Abschnitt 41 zur
Dichtungsaufnahme 17 gespannt aufnimmt, wird der Spannkonus 58 aus
der Spreizhülse 57 herausgefahren
und die Spreizvorrichtung 56 aus der Öffnung herausgeführt. Das
Dichtungselement 12 wird gemäß 5e mit einer aufgeweiteten Öffnung 43 gehalten.
Der innere Bereich der Öffnung 43 ist
frei und vollständig
zugänglich.
Das Bauteil 14 mit der aufgesetzten Schutzhülle 49 wird
zuerst in die Öffnung 43 und
anschließend
in die Öffnung 44 eingeführt. In
einer Endposition, welche durch die Zentrierbuchse 51 gemäß 2 bestimmt ist, wird das
Bauteil 14 in der in 5f dargestellten
Position vorgesehen. Anschließend
wird die Klemmung zwischen dem Klemmelement 22 und der
Dichtungsaufnahme 17 gelöst, wobei der innere Randbereich
der Öffnung 43 in
eine Aufnah me oder Nut 67 des Gelenkkopfes eingreift. Die Öffnung 44 wird
mittels Abstreiferelemente 52 ebenfalls in eine Aufnahme 68 übergeführt, wie 2 zeigt.
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In Abhängigkeit des Anwendungsfalles
kann nahe dem radial nach außen
weisenden Abschnitt 41 ein Spannelement 69 vorgesehen
sein, wodurch ermöglicht
ist, dass nach dem Aufbringen des Dichtungselementes 12 gleichzeitig
ein sicheres Anliegen durch das Spannelement 69 sichergestellt
ist. Das Bauteil 14 mit dem darauf montierten Dichtungselement 12 wird
aus der Halteeinrichtung 16 herausgeführt. Ein mit dem Dichtungselement
montiertes Bauteil 14 als vormontierte Baugruppe zur weiteren
Montage ist in 5g dargestellt.
Die auf dem Gelenkzapfen angeordnete Schutzhülle 49 wird in einem
der nachfolgenden Arbeitsgänge
entfernt. Diese dient lediglich zum Schutz des inneren Randbereiches
der Öffnung 44 während der
Montage des Bauteils 14.
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Die Montage des Dichtungselementes 12 auf dem
Bauteil 14 mit einer alternativen Vorrichtung gemäß 4 verläuft analog der zuvor beschriebenen Montage.
Die Aufweitung der Öffnung 43 wird
anstelle von der Spreizvorrichtung 56 durch die Halteeinrichtung 16 selbst
durchgeführt.
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Zur Erhöhung der Flexibilität der Halteeinrichtung 16 kann
vorgesehen sein, dass die Ringfläche 18 der
Dichtungsaufnahme 17 als auch die Stirnfläche 23 des
Klemmelementes 22 mit Aufsätzen oder Greifelementen bestückbar sind,
welche auf unterschiedliche Durchmesser der Dichtungen als auch auf
unterschiedliche Breiten der radial nach außen weisenden Abschnitte 41 oder
sonstige an die Öffnung
angrenzenden Geometrien und Formen der Abschnitte 41 angepasst
ist. Dadurch kann die Vorrichtung 16 schnell auf weitere
neue Anwendungs- und Montageaufgaben umgerüstet und angepasst werden.
Diese Aufsätze
können
durch magnetische Verbindungen mittels Schnellverschluss oder Steckverbindungen
auswechselbar an dem Klemmelement 22 und/oder der Dichtungsaufnahme 17 angeordnet sein.
Diese auswechselbaren Elemente können
auch gleiche Durchmesser mit unterschiedlicher Oberfläche, Struktur
oder dergleichen aufweisen, um für
unterschiedliche Materialien gleicher Größe eines Dichtungselements
einsetzbar zu sein.