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Die Erfindung betrifft eine biologische
Kleinkläranlage
gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
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Bei der biologischen Abwasserbehandlung setzen
Mikroorganismen die organisch verwertbaren Inhaltsstoffe des aufzubereitenden
Abwassers zu Zellmaterial oder zu Gasen, wie beispielsweise CO2, Methan, Schwefelwasserstoff und anderen
um. Je nach Verfahrensführung
unterscheidet man aerobe oder anaerobe Verfahren, wobei bei komunalen
Abwässerkläranlagen
in der Regel- die besser beherrschbaren aeroben Verfahren verwendet
werden. Inbesondere in dünnbesiedelten
Regionen lohnt es sich häufig
nicht, eine zentrale Kläranlage
zu betreiben, so dass dezentrale Lösungen angestrebt werden. Eine
derartige dezentrale Abwasserreinigung kann beispielsweise durch
Hauskläranlagen
oder Ortsteilkläranlagen
erfolgen. Insbesondere in den letzten Jahren wurden auf dem Gebiet
der Konzeption derartiger Kleinkläranlagen große Fortschritte
gemacht.
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Unter www.3kplus.de wird eine abschnittsweise
betriebene Kleinkläranlage
mit SBR-Technologie (Sequenzing Batch Reaktor) beschrieben. Bei
einer derartigen diskontinuierlich betriebenen Kleinkläranlage
wird das zu behandelnde Abwasser in einem Festbett-reaktor aufbereitet.
Dieser Festbettreaktor hat einen Festbettblock mit einer großen spezifischen
Oberfläche,
die als Aufwuchsfläche
für eine Mikroorganismenpopulation
wirkt. Das heißt,
an der Oberfläche
des Festkörpers
bildet sich ein Biofilm aus, in dem eine Vielzahl von unterschiedlichen
Bakterienarten nebeneinander auf sehr engem Raum zusammen leben
können.
Diese Bakterien treten in Wechselwirkung mit dem zu behandelnden
Abwasser, wobei bei dem bekannten Verfahren dieser biologischen
Reinigung eine mechanische Reinigungstufe vorgeschaltet ist. Durch
eine Druckbelüftung
wird der Behälterinhalt
aus Belebtschlamm und Abwasser periodisch umgewälzt und die Mikroorganismen
mit dem für
den aeroben Reinigungsprozeß notwendigen
Sauerstoff versorgt.
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Je nach Anwendung kann sich an diese
aerobe biologische Reinigung noch eine weitere Reinigungsstufe,
beispielweise eine Nitrifikation und Denitrifikation anschließen, wobei
im Betrieb zwischen anoxischen und aeroben Phasen gewechselt wird.
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Nach dieser Nitrifikations- und Denitrifkationsphase
folgt dann eine Sedimentation der festen Inhaltsstoffe (Belebtschlamm),
so dass die Schlammphase von einer Klarwasserphase getrennt wird.
Die Klarwasserphase und der verbleibende Überschussschlamm werden nach
der Sedimentation abgezogen und gegenbenenfalls weiterbehandelt.
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Nachteilig bei dieser Lösung ist,
dass der absatzweise Betrieb zunächst
einen erheblichen verfahrenstechnischen Aufwand erfordert und des
Weiteren ein großer
Puffer vorgeschaltet werden muss, um den absatzweise Betrieb zu
ermöglichen.
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In dem Fachbuch Abwassertechnik,
Hosang/Bischof, 11. Auflage, Teubner Verlag, 1998 sind weitere Kleinkläranlagen
beschrieben, wobei neben diskontinuierlich betriebenen Kleinkläranlagen
auch Anlagen beschrieben sind, bei denen – ähnlich wie bei einer kommunalen
Kläranlage-
mehrere Stufen, beispielweise eine Vorklärung, eine anaerobe biologische
Behandlung und aerobe biologische Behandlung nacheinander geschaltet
sind, wobei jeweils eigene Reaktoren verwendet werden. Derartige
Lösungen
erfordern einen erheblichen vorrichtungstechnischen Aufwand und
Platzbedarf.
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Dem gegenüber liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, eine Kleinkläranlage
zu schaffen, die bei kompakten Abmessungen einem kontinuierlichen Betrieb
ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird durch eine biologische Kleinkläranlage
mit den Merkmalen des Patenanspruchs 1 gelöst.
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Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist
ein im wesentlichen anaerob betriebener Bioreaktor zentral angeordnet
und wird von einer Nitrifikations-/Denitrifikationsstufe und einem Sedimentationsraum umgriffen.
Dass zu behandelnde Abwasser strömt bei
der erfindungsgemäßen Lösung somit
vom zentral angeordneten anaeroben Bioreaktor etwa in Radialrichtung
{in der Draufsicht gesehen) nach außen in einen weiteren Bioreaktor
(Nitrifikations-/Denitrifikationsstufe) und schließlich in
den Sedimentationsraum, in dem die Trennung zwischen dem Überschussschlamm
und der Klarwasserphase erfolgt. Die beiden Phasen werden dann aus
diesen Sedimentationsraum abgezogen. Durch diese Strömungsführung von
einem zentralen Zulauf zu dem anaeroben Bioreaktor, der Denitrifikations- /Nitrifikationsstufe
und dem Sedimentationsraum nach aussen, kann die gesamte Anlage äußerst kompakt
ausgebildet werden, wobei die Verbindung der einzelnen Stufen mit
minimalem Aufwand ohne komplexe Rohrleitungssysteme ausgeführt werden
kann.
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Bei einer bevorzugten Lösung der
Erfindung erfolgt die Verbindung zwischen den einzelnen Stufen (Bioreaktor
Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe und Sedimentationsraum) jeweils
mittels eines Überlaufs.
D. h., es sind keinerlei Pumpen oder dergleichen erforderlich, um
die Abwasserströmung
innerhalb der Kleinkläranlage
aufrechtzuerhalten. Es ist lediglich erforderlich, durch geeignete
Strömungsführung, beispielsweise
durch Vorsehen einer Speisepumpe einen vorbestimmten Abwasservolumenstrom
im Bereich des Zulaufs sicherzustellen. Die weitere Abwasserströmung ist
durch geeignete Konstruktion der Überläufe bestimmt, ohne dass keine Energie
von aussen zugeführt
werden muss.
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Die Eliminationsleistung der Kleinkläranlage lässt sich
verbessern, wenn ein Teil des in der Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe
und im Sedimentationsraum behandelten Abwassers zur jeweils vorgeschalteten
Stufe zurückgeführt wird.
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Bei der erfindungsgemäßen Lösung ist
es besonders vorteilhaft, wenn dem anaeroben Bioreaktor eine Versäuerungsstufe
vorgeschaltet ist, in der zur Steuerung und Stabilisierung der Versäuerung und
Hydrolyse Mikroorganismen zugeführt
werden.
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Die Versäuerungsstufe wird vorzugsweise koaxial
zum anaerob betriebenen Bioreaktor ausgebildet und ist mit diesem
ebenfalls über
einen Überlauf
verbunden. Dabei wird es bevorzugt, wenn dieser Überlauf im Bodenbereich des
anaeroben Bioreaktors mündet.
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Die Zuführung des zu behandelnden Abwassers
ist besonders einfach, wenn der Versäuerungsstufe oder dem Bioreaktor
ein Abwasserzulauf vorgeschaltet ist, der einen Überlaufbehälter hat, dessen Überlauf
ebenfalls bodenseitig in der nächsten
Stufe, beispielsweise der Versäuerungsstufe
mündet.
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Ein derartiger Abwasserzulauf kann
einen Mischbehälter
aufweisen, der im Überlaufbehälter angeordnet
ist und diesen über
einen Überlauf
speist.
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In der Aerobstufe (Denitrifikation/Nitrifikation)
wird vorzugsweise eine ringförmige
Begasungseinheit zur Zuführung
von dem für
die Nitrifikation erforderlichen Sauerstoff vorgesehen.
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Diese Stufe ist bei einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel
durch ein Behältnis
mit drei Teilräumen
ausgebildet, die zickzackförmig
von Innen nach Aussen durchströmt
werden. Die Teilräume
sind so ausgebildet, dass auch eine Rückströmung zum jeweils stromaufwärts liegenden
Teilraum möglich
ist und somit die Leistung der Kläranlage verbessert wird.
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Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
hat der anaerob betriebene Bioreaktor zwei in Achsrichtung übereinanderliegende
Reaktorräume,
zwischen denen eine Trägerschicht
für Mikroorganismen
ausgebildet ist. An dieser Trägerschicht bildet
sich ein Biofilm aus, der die zum anaeroben Abbau erforderlichen
Mikroorganismen enthält
(Immobilisierung).
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Diese Trägerschicht kann beispielsweise
aus einer katalytisch wirkenden Keramik und/oder aus einem mit Aktivkohle
beschichteten Trägermaterial
bestehen.
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Bei einer Variante der Erfindung
besteht die Trägerschicht
aus abwechselnd angeordneter Keramik und dem mit Aktivkohle beschichtetem
Trägermaterial,
die kaskadenförmig
aufeinanderfolgend durchströmt
werden.
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Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung
kann der Bioreaktor zu seinem Boden hin konisch erweitert sein,
so dass im bodenseitigen Bereich eine geringere Strömungsgeschwindigkeit
als in dem darüberliegenden
Bereich vorliegt. Diese geringere Strömungsgeschwindigkeit des Abwassers unterstützt die
Sedimentation von Feststoffpartikeln im Bioreaktor.
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Bei einer derartigen Lösung wird
es bevorzugt, wenn das Abwasser im Bereich des Bodens des Bioreaktors
zugeführt
wird, wobei dieser Boden dann konkav gekrümmt ausgebildet ist, so dass
das Abwasser verwirbelt wird. Der Boden fällt dann zu seinen Randbereichen
hin wieder ab, so dass ein Raum zur Ablagerung des Sediments zur
Verfügung gestellt
ist.
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Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung haben der Bioreaktor und die aerobe Stufe in Achsrichtung
gesehen einen im wesentlichen runden Querschnitt, während der
diese beiden Stufen umgreifende Sedimentationsraum einen rechteckförmigen Aussenumfang
aufweist.
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Die Überläufe zur Verbindung einzelner
Stufen können
durch ein Überlaufrohr
gebildet sein, das einen trichterförmigen Einlass und vorzugsweise auch
einen trichterförmigen
Auslass hat, der im Bodenbereich des stromabwärtigen Behältnisses mündet.
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Als besonders Vorteilhaft hat es
sich herausgestellt, wenn zur biologischen Aufbereitung des Abwassers
eine Mischkultur verwendet wird, die einen Anteil an photosynthetisch
arbeitenden Mikroorganismen und Leuchtbakterien enthält. Derartige
Mikroorganismen sind beispielsweise in der
DE 101 49 447 A1 der Anmelderin
beschrieben, so dass der Einfachheit halber auf die diesbezügliche Offenbarung
verwiesen werden kann.
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Sonstige vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand weiterer Unteransprüche.
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Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
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1 einen
Querschnitt durch eine erfindungsgemäße biologische Kleinkläranlage
und
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2 eine
Detaildarstellung eines Bioreaktors eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer Kleinkläranlage.
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1 zeigt
einen Schnitt durch eine Kleinkläranlage 1,
in der häusliches
oder industrielles Abwasser gereinigt wird und die für eine Kapazität von 50
bis 1000 Einwohnergleichwerten ausgelegt ist. Die Kleinkläranlage 1 besteht
im Prinzip aus einem Abwasserzulauf 2, einer Versäuerungsstufe 4,
einem anaerob betriebenem Bioreaktor 6, einer diesen ringförmig umgreifenden
Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe 8, einem in der Draufsicht
die vorgenannten Stufen umgreifenden Sedimentationsraum 10 sowie einem
Schlammabzug 12 und einem Klarwasserablauf 14.
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Gemäß 1 sind der Abwasserzulauf 2, die
Versäuerungsstufe 4 und
der anaerob betriebene Bioreaktor 6 koaxial zu einer Mittelachse 16 übereinanderliegend
im Zentrum der Anlage 1 angeordnet. Die Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe 8 und
der Sedimentationsraum 12 umschließen den Bioreaktor 6, wobei
in der Draufsicht der Zulauf 2, die Versäuerungsstufe 4 und
der Bioreaktor 6 sowie die Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe 8 jeweils
einen etwa kreisförmigen
Querschnitt haben, während
der Sedimentationsraum in der Draufsicht vorzugsweise einen rechteckförmigen Querschnitt
hat. Es ist jedoch auch möglich,
den Sedimentationsraum 10 kreisförmig oder quadratisch auszubilden.
Die Kleinkläranlage wird
vorzugsweise aus Edelstahl hergestellt.
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Das zu reinigende häusliche
oder industrielle Abwasser gelangt über einen Kanal in einen nicht dargestellten
Abwassersammelschacht, der zur Abpufferung von Mengenstößen und
als Pumpvorlage dient. Eine in diesen Abwassersammelschacht eingebaute
Pumpe, der optional eine Schneideinrichtung zum Zerkleinern von
groben Abwasserinhaltsstoffen vorgeschaltet sein kann, fördert das
Wasser dann zum in 1 dargestellten
Abwasserzulauf 2. Bei besonderen Anforderungen ist es möglich, der
im folgenden näher
beschriebenen Kleinkläranlage 1 noch
eine mechansiche Aufbereitungsstufe vorzuschalten, um den Anteil
an Feststoffen im Abwasser zu verringern.
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Der Abwasserzulauf 2 hat
ein zentrales Zulaufrohr 18, über das das Abwasser einem
Mischbehälter 20 zugeführt wird.
Das Zulaufrohr 18 mündet knapp über dem
Boden des Mischbehälters 20,
so dass das zugeführte
Abwasser beim Einströmen
in den Mischbehälter 20 umgelenkt
und stark verwirbelt wird. Diese in 1 angedeutete
Verwirbelung führt dazu,
dass mit dem Abwasser mitgeführter
Schlamm sich teilweise bereits in den radial aussen liegenden Bereichen
des Mischbehälters 20 absetzen
kann. Diese Verwirbelung kann durch eine Schräganstellung der Zulaufrohrmündung 18 mit
Bezug zur Mittelachse 16 unterstützt werden.
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Der Mischbehälter 20 ist in einem Überlaufbehälter 22 angeordnet,
so dass das aus dem Mischbehälter 20 überlaufende
Abwasser in den Überlaufbehälter 22 einströmt. Dessen
Kapazität
ist so ausgelegt, dass eine gleichmäßige Beaufschlagung des Bioreaktors 6 unabhängig von
der Fördermenge
der Pumpe gewährleistet
ist. Ein Teil des mitgeführten Schlammes
setzt sich auch im Überlaufbehälter 22 ab,
dieser Schlamm und der sich im Mischbehälter 20 befindliche
Schlammanteil kann über
einen nicht dargestellten Schlammabzug abgeführt werden. Der Überlaufbehälter 22 hat
des Weiteren noch einen Rücklauf 24, über den überschüssiges Abwasser
zurück
zum Sammelschacht geführt
werden kann.
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Der Überlaufbehälter 22 ist über eine
Trennwandung von der Versäuerungsstufe 4 getrennt.
Das im Überlaufbehälter 22 vorgeklärte Abwasser
wird mittels eines Überlaufrohrs 24 in
die unterhalb des Überlaufbehälters 22 ausgebildete
Versäuerungsstufe 4 geleitet.
Das Überlaufrohr 24 hat
einen auf dem Niveau des Wasserspiegels WSP des Überlaufbehälters 22 angeordneten
trichterförmigen
Einlass 26 und einen ebenfalls trichterförmigen Auslass 28,
der im Bereich des Bodens der Versäuerungsstufe 4 mündet. Diese
trichterförmigen
Ein- und Auslässe 26, 28 können jeweils
mit v-förmigen
Einschnitten 30 versehen sein, durch die praktisch ein
von der Höhe
des Wasserspiegels abhängiger
Zu- bzw. Ablaufquerschnitt gebildet ist.
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Der Versäuerungsstufe
4 wird
eine makrobiotische Mischkultur zugeführt, die einen Anteil an photosynthetisch
arbeitenden Mikroorganismen und Leuchtbakterien oder ähnlich wirkenden
lichtemittierenden Mikroorganismen enthält. Das Wechselspiel zwischen
den photosynthetisch arbeitenden Mikroorganismen und den Leuchtbakterien
führt dazu,
dass die photosynthetisch arbeitenden Mikroorganismen durch das
emittierte Licht zur Photosynthese angeregt werden. Die Mikroorganismen
betreiben die Photosynthese mit Schwefelwasserstoff und Wasser als
Edukt und setzen Schwefel bzw. Sauerstoff frei. Ferner können sie
Stickstoff sowie Phosphat binden und organische sowie anorganische
Materie abbauen. Hinsichtlich der konkreten Zusammensetzung dieser
mikrobiotischen Mischkultur wird der Einfachheit halber auf die
eingangs erwähnte
DE 101 49 447 A1 oder
die
DE 100 62 812
A1 der Anmelderin verwiesen. Die im Bioreaktor
6 eingesetzten
Mikroorganismen entsprechen denjenigen, die der Versäuerungsstufe
zugeführt
wurden.
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Bei dem in 4 dargestellten
Ausführungsbeispiel
ist das Überlaufrohr 24 im
Randbereich, d. h. im Abstand zur Mittelachse 16 des Überlaufbehälters 22 bzw.
der koaxial zu diesem ausgebildeten Versäuerungsstufe 4 angeordnet.
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In der Versäuerungsstufe 4 ist
eine weiteres Überlaufrohr 32 angeordnet, über das
das versäuerte und
hydrolisierte Abwasser dem Bioreaktor 6 zugeführt wird.
Dieses Überlaufrohr 32 ist
koaxial zur Mittelachse 16 angeordnet und hat praktisch
den gleichen Grundaufbau wie das Überlaufrohr 26. Der trichterförmige Einlass 26 ist
in der Höhe
des Wasserspiegels WSP der Versäuerungsstufe 4 angeordnet
und der trichterförmige
Auslass 28 mündet
im Bodenbereich des Bioreaktors 6. D. h., sowohl die Versäuerungsstufe 4 als
auch der Bioreaktor 6 werden von unten, d. h. vom Boden,
nach oben zu ihrem jeweiligen Überlauf
hin durchströmt.
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Wie 1 entnehmbar
ist, hat der Bioreaktor 6 zwei in Achsrichtung übereinander
liegende Reaktorräume 34, 36,
zwischen denen eine im folgenden noch näher beschriebene Trägerschicht 38 für Mikroorganismen
angeordnet ist. Der den unteren Reaktorraum 34 begrenzende
Reaktormantel ist kegelförmig
von seinem Boden zur Trägerschicht 38 hin
verjüngt.
Durch diese Verringerung des Durchflussquerschnitts innerhalb des
Bioreaktors 6 zur Trägerschicht 38 hin,
stellt sich im Reaktor im Bereich des Bodens eine geringere Strömungsgeschwindigkeit als
im Bereich der Trägerschicht 38 ein,
so dass das Absetzen von Überschussschlamm
im Bodenbereich unterstützt
wird. Dieses Absetzen wird bei der erfindungsgemäßen Lösung durch eine besondere Bodengestaltung
weiter verbessert. Dazu ist der Boden des Bioreaktors 6 im
Mündungsbereich
des trichterförmigen
Auslasses 28 mit einem konkaven Verwirbelungsabschnitt 42 ausgebildet,
in den der Auslass 28 eintaucht. Dieser sich zu seinen
Randabschnitten hin aufwölbende
Verwirbelungsabschnitt 42 geht dann in einen wieder zum
Reaktormantel 40 hin abfallenden Bodenrand 44 über, durch
den ein Absetzraum für
den anaeroben Schlamm gebildet wird. Im Bereich dieses Bodenrandes 44 ist
dann der in 1 angedeutete
Abzug 46 für
den anaeroben Schlamm vorgesehen.
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Das durch das Überlaufrohr 32 in
den Bioreaktor 6 eintretende Abwasser wird durch den konkaven
Verwirbelungsabschnitt 42 verwirbelt, wobei sich der Schlamm
bevorzugt in den Randabschnitten des Reaktors absetzt und am Bodenrand 44 sammelt. Das
Abwasser strömt
aufwärts
hin zur Trägerschicht 38.
Diese dient als Aufwuchskörper
für die
eingesetzten Mikroorganismen und hat entsprechend eine möglichst
große
spezifische Oberfläche.
An dieser Trägerschicht 38 bildet
sich ein Biofilm aus, durch den die eingesetzten Mikroorganismen
immobilisiert werden.
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Bei dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die
praktisch ein Festbett bildende Trägerschicht 38 aus
porösen
PU-Matten, die mit Aktivkohle oder einem sonstig geeigneten Trägermaterial
beschichtet sind. Die im Biofilm immobilisierten anaeroben Mikroorganismen
bauen die organischen Inhaltsstoffe nach den bekannten Vorgängen durch Mechanisieren
ab. D. h., bei der Kläranlage
gemäß 1 wird die acetogene Phase
(Versäuerung)
im wesentlichen in der Versäuerungsstufe 4 und
die methanogene Phase im wesentlichen im Bioreaktor 6 durchgeführt.
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Nach Durchströmung des Festbetts (Trägerschicht 38)
gelangt das Abwasser in den oben liegenden Reaktorraum 36,
dessen Umfangswandungen ebenfalls noch mit Trägermaterial 46 zur
Ausbildung eines Biofilms und zur Immobilisierung von Mikroorganismen
ausgekleidet ist. Das entstehende Biogas wird dann über eine
in 1 angedeutete Gasmembran 48 aus
der Kleinkläranlage 1 abgezogen
und einer weiteren Verwendung zugeführt.
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Durch die photokatalytisch wirkende
Oberfläche
der Aufwuchskörper
(Trägerschicht 38,
Trägermaterial 46)
kommt es sehr schnell zu einer anoxygenen Photosynthese, so dass
die organischen Bestandteile des Abwassers schnell abgebaut werden können.
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Die Mikroorganismen wachsen während der Aufbereitung
des Abwassers relativ schnell an den durch die Trägerschicht 38 und
das Trägermaterial 46 gebildeten
Aufwuchsflächen.
Die Strömungsgeschwindigkeit
im Reaktor ist dabei so eingestellt, dass durch die während der
Strömung
erzeugten Scherspannungen im Biofilm die überschüssige Biomasse abgelöst und der
entstehende Überschussschlamm
abgeführt
wird – ein
Zusetzen und Verstopfen der Aufwuchsflächen wird somit verhindert.
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Der Reaktorraum 36 hat einen Überlauf, über den
das Abwasser nach dem anaeroben biologischen Abbau organischer Bestandteile
in eine weitere biologische Abbaustufe – die Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe 8 überströmt. Diese
Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe – im folgenden D/N-Stufe genannt,
ist durch einen Behälter
realisiert, der durch zwei innenliegende Trennwandungen 50, 52 in
drei Ringräume 54, 56, 58 unterteilt
ist. Der Außenmantel 60 der
D/N-Stufe ist kegelförmig
ausgebildet und verjüngt
sich zum Boden der Kläranlage 4 (nach
unten in 1) hin. In
dem mittleren Ringraum 56 wird eine Ringbelüftung 62 vorgesehen,
so dass dieser Raum gelüftet
werden kann. Diese kann bei besonderen Betriebsbedingungen entfallen.
Die erforderliche Druckluft wird von einem Kleinverdichter erzeugt.
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Das Abwasser strömt aus dem Reaktorraum 36 über den Überlauf
in den innenliegenden Ringraum 54 ein und durchströmt diesen
von oben nach unten. Das Abwasser gelangt dann in den sich trichterförmig verjüngenden
Bodenraum 64 der D/N-Stufe und tritt von dort in den zu
diesem Bodenraum 64 hin offenen, belüfteten mittleren Ringraum 56 ein.
In diesem Ringraum 56 erfolgt dann eine Nitrifikation des Abwassers,
d. h. es erfolgt eine mikrobielle Oxydation von Ammonium zu Nitrit
und Nitrat.
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Das Abwasser durchströmt den mittleren Ringraum 56 von
unten nach oben und gelangt dann über einen Überlauf 66 in den
aussenliegenden Ringraum 58. Aus diesem Ringraum 46 wird
ein Teilstrom über
einen weiteren Überlauf 68 in
den Sedimentationsraum abgezweigt, während der verbleibende Anteil
innerhalb des aussen liegenden Ringraums 58 nach unten
zurück
zum Bodenraum 64 strömt.
Der Bodenraum 64 ist über
eine Rückströmöffnung 70 mit
dem unten liegenden Reaktorraum 34 verbunden, so dass ein
Teil des sich im Bodenraum 64 befindlichen Abwassers nochmals
zum anaerob betriebenen Bioreaktor 6 zurückgeführt wird,
während
ein weiterer Teil, wie mit den Pfeilen in 1 dargestellt ist, nochmals in den Ringraum 56 zurückströmt und dort
nitrifiziert wird.
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In dem innenliegenden Ringraum 54 erfolgt eine
Denitrifikation, d. h. einer Reduktion des Nitrats zu gasförmigem Stickstoff.
Wie vorstehend erwähnt, kann
das Abwasser sowohl die anaerob betriebene Stufe als auch die aerob
betriebene Stufe mit der vorgeschalteten Denitrifikation mehrfach
durchlaufen, so dass sich der Wirkungsgrad der Anlage wesentlich verbessern
läßt. Zur
Anpassung an unterschiedliche Beladungen des Abwassers kann es vorteilhaft
sein, die die Rückströmung bestimmenden
Querschnitte über
Stelleinrichtungen zu steuern.
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Das durch den Überlauf 68 abströmende Abwasser
gelangt dann in den Sedimentationsraum 10, der durch eine
Trennwandung 72 in zwei Teilräume 74, 76 unterteilt
ist. Das Abwasser strömt
entlang des innenliegenden Teilraums 74 abwärts, wird
im Bodenbereich umgelenkt und strömt dann im Teilraum 76 aufwärts zum
Klarwasserablauf 14 hin. Der Sedimentationsraum 10 hat
einen vergleichsweise großen
Querschnitt, so dass geringe Strömungsgeschwindigkeiten
vorliegen, die das Absetzen des Überschussschlamms
unterstützen.
Durch die in der Draufsicht rechteckförmige Ausgestaltung des Sedimentationsraums 10 und
der damit verbundenen großen Querschnitte wird das Absetzen des Überschussschlamms weiter
verbessert. Die Überschussschlamm
wird dann über
den Schlammabzug 12 beispielsweise über ein Saugrohr oder dergleichen
abgezogen und das Klarwasser fließt über den Klarwasserablauf 14 ab.
Dieser Klarwasserablauf 14 ist mit geeigneten Rückhaltevorrichtungen
ausgeführt, über die
noch im Abwasser enthaltene Feststoffe zurückgehalten werden können.
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Die vorstehend beschriebene Kleinkläranlage
zeichnet sich durch einen äußerst kompakten
Aufbau aus, wobei die Eliminationsleistung durch die anaerobe Vorstufe
(Bioreaktor 6) und die aerobe Nachbehandlung (Nitrifikation)
optimiert ist. Die Versäuerung
in der Versäuerungsstufe 4 wird
durch die Zugabe der Mikroorganismen so gesteuert, dass kein oder nur
sehr wenig Schwefelwasserstoff und andere unerwünschte Gase produziert werden.
Die Anlage zeichnet sich des Weiteren durch einen minimalen Energieverbrauch
aus, da zur Umwälzung
der Stoffströme
lediglich die Pumpe zur Zuführung
des Abwassers und der Verdichter für die Belüftung erforderlich ist. Innerhalb
der Kleinkläranlage
sind keinerlei Pumpen erforderlich, um das Abwasser zwischen den
einzelnen Stufen zu fördern.
Durch die erfindungsgemäße Verfahrensführung entsteht
vergleichsweise wenig und besser absetzbarer Überschussschlamm, der auf einfache
Weise aus der Kleinkläranlage
abgezogen werden kann.
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In 2 ist
eine weitere Möglichkeit
zur Ausbildung von Aufwuchsflächen
mittels des Trägermaterials 38 ausgebildet.
Bei dieser Variante besteht das Trägermaterial 38 wechselweise
aus einem großporigen
Keramikmaterial, an das sich jeweils eine Schicht mit einem geeigneten
Katalysator, beispielsweise einem mit Aktivkohle beschichteten PU-Trägermaterial 72 anschließt. Es können mehrere
dieser Schichten nebeneinanderliegend vorgesehen werden, wobei die
katalytisch wirkende Keramik vorzugsweise aus Titandioxyd hergestellt
ist und einen Porendurchmesser von ca. 20 mm hat. Das PU-Trägermaterial
ist vergleichsweise kleinporig und hat einen Porendurchmesser von
2 mm. Die einzelnen Schichten 70, 72 werden in
der in 2 dargestellten
weise kaskadenförmig
nacheinander durchströmt,
so dass eine äußerst große Aufwuchsfläche zur
Ausbildung eines Biofilms zur Verfügung gestellt wird.
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Die Strömung wird dabei durch die Keramikschicht 70 stabilisiert,
während
sich der Biofilm bevorzugt an der nächsten Schicht (PU-Trägermaterial/Aktivkohle)
ausbildet, die durch die stabilisierte Strömung weniger zum Verstopfen
neigt.
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Offenbart ist eine Kleinkläranlage
mit einem anaerob betriebenen Reaktor, einer Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe
und einem Sedimentationsraum, wobei der Anaerobreaktor mittig angeordnet ist,
die Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe und der Sedimentationsraum
den Anaerobreaktor etwa ringförmig
umgreifen, so dass die vorgenannten Stufen in Radialrichtung von
Innen nach Aussen durchströmt werden.
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- 1
- Kleinkläranlage
- 2
- Abwasserzulauf
- 4
- Versäuerungsstufe
- 6
- Bioreaktor
(anaerob)
- 8
- Denitrifikations-/Nitrifikationsstufe
- 10
- Sedimentationsraum
- 12
- Schlammabzug
- 14
- Klarwasserablauf
- 16
- Mittelachse
- 18
- Zulaufrohr
- 20
- Mischbehälter
- 22
- Überlaufbehälter
- 24
- Überlaufrohr
- 26
- Einlass
- 28
- Auslass
- 30
- Einschnitt
- 32
- Überlaufrohr
- 34
- Reaktorraum
- 36
- Reaktorraum
- 38
- Trägerschicht
- 40
- Reaktormantel
- 42
- Verwirbelungsabschnitt
- 44
- Bodenrand
- 46
- Trägermaterial
- 48
- Gasmembran
- 50
- Trennwandung
- 52
- Trennwandung
- 54
- Ringraum
- 56
- Ringraum
- 58
- Ringraum
- 60
- Aussenmantel
- 62
- Ringbelüftung
- 64
- Bodenraum
- 66
- Überlauf
- 68
- Überlauf
- 70
- Rückströmöffnung
- 72
- Trennwand
- 74
- Teilraum
- 76
- Teilraum
- 78
- Keramik
- 80
- PU-Trägerschicht