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DE10300896A1 - Automatische, von Hydrogelen getriebene Fördereinrichtung mit einstellbarer Abgabecharakteristik zum Fördern eines Mediums, insbesondere Insulin - Google Patents

Automatische, von Hydrogelen getriebene Fördereinrichtung mit einstellbarer Abgabecharakteristik zum Fördern eines Mediums, insbesondere Insulin Download PDF

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DE10300896A1
DE10300896A1 DE10300896A DE10300896A DE10300896A1 DE 10300896 A1 DE10300896 A1 DE 10300896A1 DE 10300896 A DE10300896 A DE 10300896A DE 10300896 A DE10300896 A DE 10300896A DE 10300896 A1 DE10300896 A1 DE 10300896A1
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DE
Germany
Prior art keywords
actuator
swelling agent
adjustable
automatic conveyor
pump
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Withdrawn
Application number
DE10300896A
Other languages
English (en)
Inventor
Andreas Dr.-Ing. Richter
Christian Dipl.-Ing. Klenke
Karl-Friedrich Prof. Dr.rer.nat.hab Arndt
Gilbert Dr. Schiltges
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Tecpharma Licensing AG
Original Assignee
Disetronic Licensing AG
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Publication date
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Priority to DE10300896A priority Critical patent/DE10300896A1/de
Priority to EP04701347A priority patent/EP1587559A1/de
Priority to JP2006500546A priority patent/JP2006514871A/ja
Priority to CA002511565A priority patent/CA2511565A1/en
Priority to PCT/EP2004/000138 priority patent/WO2004062714A1/de
Publication of DE10300896A1 publication Critical patent/DE10300896A1/de
Priority to US11/180,315 priority patent/US7479135B2/en
Withdrawn legal-status Critical Current

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Abstract

Die Erfindung betrifft eine extrakorporale automatische fluidische Fördereinrichtung auf Hydrogelbasis, welche einen drehbar einfachen Aufbau und geringe Abmessungen bei einer vom Nutzer einstellbaren Zeit- und Fördercharakteristik besitzt sowie für den ein- und/oder mehrmaligen Gebrauch bestimmt ist.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine extrakorporale automatische fluidische Fördereinrichtung auf Hydrogelbasis, insbesondere zur Abgabe von Insulin, welche einen denkbar einfachen Aufbau und geringe Abmessungen bei einer vom Nutzer einstellbaren Zeit- und Fördercharakteristik besitzt sowie für den ein- und/oder mehrmaligen Gebrauch bestimmt ist.
  • Man schätzt, daß in Deutschland zur Zeit mehrere Millionen chronisch Kranke leben. Von ihnen gehören mehrere Hunderttausend zu dem Patiententyp, die einer ständigen Medikamentierung bedürfen. Ein solcher Patient hat einen kontinuierlichen Basisbedarf an einem oder mehreren bestimmten Wirkstoffen. Der individuell ermittelte Grundbedarf, der mit einem Injektionsgerät unter die Haut gespritzt wird, ist notwendig, um bei dem Betroffenen eine Normalsituation zu erreichen. Zuzüglich zu diesem Grundbedarf besteht bei bestimmten Ereignissen ein weiterer Bedarf an Wirkstoffen.
  • Der besondere Nutzen der Erfindung ergibt sich wie folgt:
    • – Bei diversen chronischen Krankheiten ist es erforderlich, sich während der Nacht zu einer bestimmten Zeit das Medikament subkutan zu verabreichen. Die hier beschriebene Pumpe wird vom Patienten am Abend angebracht und aktiviert. Sie fördert dann, zur vorgesehenen Zeit automatisch das Medikament, ohne dabei einer weiteren Aktion des Patienten zu bedürfen. Als spezieller Anwendungsfall kann Diabetes mellitus betrachtet werden, bei welchem es in den frühen Morgenstunden zu einem erhöhten Insulinbedarf (Dawn-Phänomen) kommt. Dieser erhöhte Bedarf kann von der Pumpe mit Hydrogelaktor patientenspezifisch gedeckt werden, ohne dazu den Patienten wecken zu müssen.
    • – Das Pumpenprinzip ermöglicht es in einer seiner hier beschriebenen Ausführungsvarianten, einen konstanten kleinen Volumenfluß über einen längeren Zeitraum zu generieren. Dies ist in bestimmten technischen/medizinischen Applikationen relevant. Insbesondere kann damit bei Typ2 Diabetikern der Basisinsulinbedarf gedeckt werden. Im Gegensatz zu den auf dem Markt erhältlichen langwirkenden Insulinen wird hiermit eine konstante Insulinförderung und – aufnahme ab und innerhalb bestimmter Zeiträume sichergestellt.
    • – Aufgrund der rein mechanisch einstellbaren Pumpencharakteristika, wie z.B. der Zeitpunkt des Einsetzens der Förderung, der Kennlinienverlauf und das zu fördernde Medienvolumen, kann das Pumpenprinzip in einfacher und hilfsenergiefreier Weise auch komplizierte, programmierbare Abläufe, wie sie beispielsweise bei der Insulinpumpen-Therapie (CSII) benötigt werden, realisieren.
    • – Bei Einsatz smarter Hydrogele ist eine Mehrfachverwendung der Pumpen möglich.
  • Um die Medikamentierung dauerhaft und kontinuierlich zu ermöglichen, werden bisher elektromechanisch, pneumatisch oder osmotisch angetriebene Medikamentendosiersysteme genutzt.
  • Aus WO 93/16740 ist ein elektromechanisch betriebener Injektionspen bekannt. Er ist für die Selbstmedikamentierung mit flüssigen zu injizierenden Medikamenten oder Hilfsstoffen entwickelt worden. Das Austreiben der Flüssigkeit wird durch den Vortrieb eines an eine Spindel gekoppelten Kolbens mittels Motorkraft ermöglicht. Der Nachteil dieser bislang bekannten Einrichtungen ist ihr komplexer Aufbau und die Abhängigkeit von einer Energieversorgung mittels Batterie.
  • Aus DE 41 06 624 ist ein osmotisch betriebenes Injektionssystem für die langsame und stetige Medikamenteninjektion bekannt. Der Vortrieb des Spritzenkolbens erfolgt hier über Salinations- oder osmotische Kräfte. Ein Fluid höherer Konzentration wird infolge osmotischer Aufnahme von einem Fluid geringerer Konzentration unter Volumenzunahme verdünnt. Der dabei erzeugte Arbeitsdruck wird für den Vortrieb des Kolbens genutzt. Die Funktionalität wird durch herausstehende bewegliche Teile sowie einen fehlenden Aktivierungs- und Auslöseverzögerungsmechanismus beeinträchtigt. Es ist kein pulsatiler Betrieb mit dieser Pumpe möglich.
  • Unter US 56 72167 ist ebenfalls eine osmotisch angetriebene portable extrakorporale Infusionspumpe offengelegt. Sie besteht aus zwei Vorratsbeuteln, in einem ist das zu fördernde Fluid untergebracht und der zweite Beutel enthält die treibende Flüssigkeit. Es werden wiederum Salinations- bzw. osmotische Kräfte aus dem Konzentrationsausgleich zweier Flüssigkeiten zur Fluidförderung genutzt. Die Infusionsrate ist von den Eigenschaften der zwischenliegenden semipermeablen Membran abhängig und muß daher werksseitig voreingestellt werden. Aktiviert wird die Pumpe durch ein Ventil bzw. durch das Zerstören einer Siegelschicht. Ein pulsatiler Betrieb ist nur durch Verwendung von herkömmlichen energiebetriebenen zeitgesteuerten Pumpen möglich.
  • In Patent US2001047161 wird eine implantierbares osmotisch betriebenes Medikamentenapplikationssystem beschrieben. Es dient der Langzeitmedikamentierung mit flüssigen oder löslichen Arzneistoffen. Die Abgabecharakteristik wird über die Wahl der Membran sowie über die stofflichen Eigenschaften des quellenden Stoffes werkseitig eingestellt. Eine nachträgliche Einstellung des Auslösezeitpunktes sowie eine nachträgliche Anpassung der Förderkennlinie an die Bedürfnisse des Patienten durch den Arzt ist nicht möglich.
  • Es sind bereits Pumpsysteme in US5340590 offengelegt, welche durch Kombination mehrerer Lagen unterschiedlicher osmotischer und quellender Stoffe einen pulsatilen Betrieb der Pumpe ermöglichen. Eine Anpassung der Kennlinie an die Patientenbedürfnisse ist nur während der Herstellung möglich. Das Pumpsystem besitzt kein eigenes Quellmittelreservoir und ist daher auf die Zuführung von Feuchtigkeit aus dem umgebenden Medium angewiesen. Es ist daher nur als Implantat bzw. als einzunehmende Kapsel konzipiert. Eine Auslöseverzögerung bzw. ein Einschaltmechanismus ist nicht angezeigt.
  • Unter US5209746 ist die pulsatile Betriebsart einer osmotischen Pumpe durch konstruktive Mittel wie Verengungen oder mechanische Barrieren gelöst. Die Nachteile dieser Systeme sind ihre ausschließlich werkseitige Anpassung der Kennlinie der Pumpe an die Patientenbedürfnisse und ihre Beschränkung auf intrakorporale Anwendung auf Grund eines fehlenden Quellmittelreservoirs. Eine Auslöseverzögerung bzw. ein Einschaltmechanismus ist nicht angezeigt.
  • Eine Auslöseverzögerung für osmotisch betriebene Pumpen wird in US4976966 offengelegt. Sie wird durch das Herauspressen eines Pumpenkernes mit einer semipermeablen Membran und einem osmotischen Antrieb aus einer undurchlässigen Hülle erreicht.
  • Das Herauspressen erfolgt ebenfalls durch einen osmotischen Antrieb, welcher sich am Grund der äußeren Hülle befindet. Die äußere Hülle ist an ihrem Grund perforiert bzw. semipermeabel gestaltet. Diese Auslöseverzögerung ist vom Nutzer nicht einstellbar und die Pumpe funktioniert nur innerhalb einer feuchten Umgebung, also implantiert bzw. im Verdauungstrakt.
  • Die beschriebenen Anwendungen weisen eine Reihe von Mängeln auf. Extrakorporale Insulinpumpen verfügen zwar über zum Teil sehr vielfältige Einstellfunktionen und individuell anpaßbare Programmabläufe, sind jedoch sehr kompliziert aufgebaut, deshalb teuer und benötigen in der Regel Hilfsenergie. Die beschriebenen implantierbaren Medikamentenabgabesysteme nach dem Prinzip osmotischer Pumpen sind sehr einfach aufgebaut. Nachteilig an ihnen ist jedoch die immer mit hohem Aufwand und Risiken verbundene Implantation sowie die Unmöglichkeit einer patientenseitigen Einstellung der Pumpenabgabecharakteristik. Diese Einrichtungen können zudem nur den basalen Grundbedarf des Patienten abdecken.
  • Aufgabe der Erfindung ist es, automatisch wirkende extrakorporale Pumpen zu entwickeln, welche einen einfachen Aufbau besitzen, kostengünstig herstellbar sind, hilfsenergiefrei arbeiten und über die Möglichkeit der patientenseitigen Einstellbarkeit der Abgabecharakteristik verfügen. Weiterhin sollen sich die Pumpen durch eine geringe Störanfälligkeit auszeichnen.
  • Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Ansprüchen 2 bis 21 angegeben.
  • Die erfindungsgemäßen Pumpen nutzen als Aktor Hydrogele, die aufgrund ihrer Volumenzunahme infolge Quellmittelaufnahme auch als ein Spezialfall der osmotischen Antriebe gelten. Hydrogele sind die Festkörpereffektträger mit der größten nutzbaren Volumenänderung und arbeiten hilfsenergiefrei, d.h., sie benötigen keine externe Energiezufuhr, z.B. in Form von elektrischen Größen. Durch diese Hydrogel-Eigenschaften lassen sich sehr einfache Pumpen realisieren, die bauartbedingt eine vorgegebene Abgabe-Charakteristik besitzen.
  • An moderne Insulin-Abgabesysteme wird die Forderung an eine einstellbare und damit individuell durch Arzt oder Patient anpaßbare Abgabe-Charakteristik gestellt. Dies kann einerseits durch Modifizierung der Eigenschaften des Hydrogelaktors erfolgen, was aber im Regelfall eine komplizierte Bedienung voraussetzt. Zum anderen ist die Einstellbarkeit des Pumpenverhaltens durch konstruktive Maßnahmen realisierbar. Diese Möglichkeit bietet den Vorteil einer einfachen Bedienung.
  • Funktionell sind drei Einstellmöglichkeiten einer Insulinpumpe relevant:
    • I. die Verzögerungszeit von der Pumpeninbetriebnahme bis zum Einsetzen der Medikamentenförderung
    • II. der Förderzeitraum des Medikamentes inklusive der abgegebenen Menge pro Zeiteinheit, sowie
    • III. der Verlauf der Kennlinie (konstant, pulsatil).
  • Die Erfindung beruht insbesondere für II. und III. auf der Erkenntnis, daß zum nachträglichen Einstellen des Pumpenverhaltens die Aktordynamik variierbar sein muß. Diese kann durch die Differenz des chemischen Lösungsmittel-Potentials zwischen Gel und Umgebung ΔμA = μA(Gel) – μA(Umgebung)festgelegt werden. Diese Gleichung besagt zunächst, daß bis zum Erreichen eines Gleichgewichtszustandes das Gel sein Volumen durch Quellmittelaufnahme vergrößert. Die erste Beeinflussungsmöglichkeit ergibt sich durch das chemische Potential des Lösungsmittels im Hydrogel μA(Gel). Dieses ist eine materialspezifische Größe, die durch die chemische Zusammensetzung, Vernetzungsdichte etc. bestimmt wird. Zum Einstellen der Aktordynamik über diese Größe muß ein Aktor aus einem Hydrogel mit der gewünschten Quellcharakteristik an der Aktorplatz einer Pumpe eingesetzt werden, was z.B. in Kartuschen-, Tabletten- oder ähnlicher Form geschehen kann. Allerdings ist diese Möglichkeit mit einem recht komplizierten Bedienprozeß verbunden.
  • Weitere Möglichkeiten zur nachträglichen Einstellung der Quellkinetik bzw. Aktordynamik bietet die Variation des chemischen Potentials des Lösungsmittels in der Umgebung μA(Umgebung) . Dies kann sehr einfach dadurch geschehen, daß das Quellmittel dosiert bereitgestellt wird. Konstruktiv ist dies durch eine Einstellbarkeit des Querschnitts der Quellmittelzuführung möglich.
  • Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß μA(Umgebung) durch Variation des Quellmittelgemisches geändert wird. Diese Methode beinhaltet allerdings ebenfalls eine aufwendige Bedienung.
  • Der Potentialunterschied ΔμA zwischen Gel und Umgebung kann auch durch einen dem Quellungsdruck entgegenwirkenden Druck beeinflußt werden. Ein solcher Druck ist konstruktiv durch ein Federelement oder durch ein Element, welches infolge Reibung eine dem Quellvorgang entgegenwirkende Kraft erzeugt, realisierbar.
  • Da der Quellprozeß von Hydrogelen diffusionskontrolliert ist, läßt sich die Aktordynamik auch durch die Dimension und makroskopische Struktur des Hydrogelaktors festlegen. Die den zeitlichen Quellvorgang bestimmende Relaxationszeitkonstante verhält sich zu
    Figure 00070001
  • Die Gleichung besagt, daß neben dem das System Quellmittel-Hydrogel beschreibenden kooperativen Diffusionskoeffizienten die kleinste charakteristische Dimension des Hydrogelaktors über eine quadratische Proportionalität dessen Zeitverhalten bestimmt. Für geringe Quellzeiten sind also kleine Hydrogelstrukturen, für hohe Quellzeiten große Hydrogelstrukturen anzustreben.
  • Um einen benutzerseitig einstellbaren pulsatilen Kennlinienverlauf erreichen zu können, ist es erforderlich, den Pumpenantrieb so zu aktivieren, daß er in einer gewünschten zeitlichen Reihenfolge die jeweils benötigten Förderraten (Fördermenge pro Zeiteinheit) realisiert. Hierfür sind die bereits genannten Beeinflussungsmöglichkeiten nutzbar.
  • So können z.B. durch in Serie geschaltete Aktorsegmente mit jeweils unterschiedlichen Quelleigenschaften pulsatile Kennlinieverläufe verwirklicht werden. In Bereichen, in denen keine Förderung vorhanden sein soll, sind Materialsegmente aus Stoffen, die sich in einer definierten Zeit durch Lösungsmitteleinwirkung auflösen, einsetzbar. Nach dem Auflöseprozeß wird das nächste aktorisch wirksame Hydrogelsegment durch Quellmitteleinwirkung aktiviert. Eine Einstellmöglichkeit besteht in der benutzerseitigen Zusammenstellung des Aktors aus den benötigten Segmenten.
  • Auch die benutzerseitige Variation des Quellmittelgemisches ist nutzbar, indem beispielsweise in der erforderlichen Reihenfolge verschiedene Lösungsmittelreservoire zum Quellmittelreservoir zugeschaltet werden und durch das sich ergebende Quellmittelgemisch die Aktordynamik entsprechend den Forderungen einstellt.
  • Als weitere Einstellmöglichkeit kann das Aufbringen unterschiedlicher Gegenkräfte in der notwendigen Reihenfolge genutzt werden. Werden die Gegenkräfte z.B. durch Reibpaarungen von Bohrungen und Rundstabsegmenten mit jeweils definierten Reibungskoeffizienten aufgebracht, läßt sich die Gegenkraft durch Variation des Innendurchmessers (Bohrungsdurchmesser) verändern, da der Außendurchmesser des Rundstabsegmentes konstant ist. Die Wirkungsdauer der jeweiligen Gegenkraft ist durch die Führungslänge des Rundstabsegmentes in dem bestimmten Innendurchmesser festlegbar.
  • Eine weitere Einstellungsmöglichkeit des Kennlinienverlaufes ist das Verwenden hydraulischer Übersetzungsmechanismen. Durch Variation des Querschnittes der Aktorkammer in seiner Quell- bzw. Wirkrichtung kann nach dem Satz von der Erhaltung der Arbeit sowohl seine Kraftwirkung als auch sein Stellweg verändert werden.
  • Auch durch Variation des Querschnittes der Quellmittelzuführung ist die Pumpenkennlinie veränderbar. Wird der Querschnitt verengt, fördert die Pumpe langsam, wird er erweitert, kann der Aktor schneller quellen und die Pumpe besitzt eine höhere Förderrate. Bei Unterbinden der Quellmittelzufuhr wird die Pumpenfunktion unterbrochen. Dies kann auch als Notaus-Funktion genutzt werden.
  • Die geschilderten Einstellmöglichkeiten der Pumpenkenrilinie sind selbstverständlich auch in Kombination nutzbar.
  • Eine einstellbare Zeitverzögerung von der Pumpeninbetriebnahme bis zum Einsetzen der tatsächlichen Förderung läßt sich ebenfalls mit verschiedenen Methoden realisieren.
  • So können wiederum auflösbare Quellmittelbarrieren in den Zuleitungsweg eingesetzt werden, ihre Verzögerungszeit ist durch das verwendete Material und dessen effektiv wirksamer Dicke festlegbar.
  • Als weiteres Einstellprinzip der Zeitverzögerung kann ein Leerlaufstellweg des Hydrogelaktors verwendet werden. Nach Aktivierung muß er sich zunächst in einem aktorisch unwirksamen Hohlraum ausdehnen, um danach auf das Medikamentenreservoir einwirken zu können. Die Zeitverzögerung ist in diesem Fall eine Funktion des zu absolvierenden Leerlaufstellweges.
  • Im Gegensatz zu implantierbaren Hydrogelpumpen wird das Quellmittel nicht durch die Pumpenumgebung bereitgestellt (bei implantierten Pens wird die Körperflüssigkeit als Quellmittel genutzt). Es muß deshalb ein Quellmittelreservoir in die Pumpe integriert sein. Um eine Unabhängigkeit der Pumpenfunktion von der Lage des Applikators zu erreichen (d.h., das Quellmittel muß immer verfügbar sein), ist das Quellmittelreservoir mit einem solchen Überdruck zu beaufschlagen, daß auch im ungünstigsten Lagefall eine das Quellmittel in die Aktorkammer treibende Druckdifferenz vorhanden ist. Der im Quellmittelreservoir benötigte hydrostatische Überdruck kann z.B. durch eine vorgespannte elastische Umhüllung oder durch eine einwirkende Feder realisiert werden.
  • Die bisherigen hydrogelbasierten Pumpen sind im Regelfall nur für den einmaligen Gebrauch konzipiert. Um Pumpen für einen mehrmaligen Gebrauch verwenden zu können, muß der Antrieb in seinen Ausgangszustand zurückversetzt werden können. Dies ist durch den Einsatz von smarten Hydrogelen bzw. quellfähigen Polymernetzwerken mit diskontinuierlichem Phasenübergangsverhalten möglich. Diese smarten Hydrogele besitzen die Eigenschaft, in ihrem Phasenübergangsbereich auf geringe Änderungen spezieller Umgebungsgrößen mit ausgeprägten Volumenänderungen zu reagieren. So sind Hydrogele mit einer sogenannten lower critical solution temperature-Charakteristik bekannt, die bei Temperaturen unterhalb ihrer Phasenübergangstemperatur gequollen und oberhalb entquollen sind.
  • So besitzt beispielsweise das Homopolymer Poly(N-Isopropylacrylamid) in wäßriger Umgebung eine Phasenübergangstemperatur von ca. 33°C. Durch Copolymerisation und auch durch Variation der Quellmittelzusammensetzung ist die Lage dieses Phasenübergangs nahezu beliebig zwischen 5 und 50°C einstellbar.
  • Ein Pumpennutzer kann z.B. bei einem Aktor aus einem Poly(N-Isopropylacrylamid)-Copolymer mit einer Phasenübergangstemperatur von 45°C die Pumpe durch einlegen in einen Hitzesterilisator oder in kochendes Wasser die Pumpe nicht nur sterilisieren, sondern den Pumpenantrieb aus dem smarten Hydrogel wieder in den Ausgangs- resp. entquollenen Zustand zurückversetzen, so daß diese danach wiederverwendbar ist.
  • Die Erfindung soll an einigen Beispielen ausführlicher erläutert werden.
  • Die nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele und Einsatzfelder stehen nur exemplarisch für viele weitere denkbare Möglichkeiten und sind keinesfalls erschöpfend.
  • In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
  • 1 Automatisch wirkende Pumpe mit einstellbarer Zeitverzögerung von der Pumpeninbetriebnahme bis zum Fördern des Wirkstoffes; insbesondere geeignet zur Behandlung des Dawn-Phänomens oder zur kontinuierlichen Wirkstoffabgabe über einen definierten Zeitraum
  • 2 Ein Prinzip zur Realisierung des Zeitverzögerungsmechanismus für eine Pumpe nach 1
  • 2a Pumpenkonfiguration in Ausgangsstellung (nichtaktivierter Zustand)
  • 2b Pumpenkonfiguration nach Ablauf der Verzögerungszeit
  • 3 Die Wirkungsweise einer der Quellkraft entgegenwirkenden Reibungskraft
  • 4 Die Förderkennlinie einer Pumpe nach 1
  • 5 Eine automatische Pumpe für eine kontinuierliche Förderung mit einer definierten Wirkstoff-Abgabemenge pro Zeiteinheit über einen bestimmten, einstellbaren Zeitraum
  • 5a Verdeutlichung des Wählsystems der automatischen Pumpe nach 5
  • 6 Eine automatisch wirkende Pumpe mit mechanischem Zeitverzögerungsmechanismus und mechanischer Wahl des Verlaufes der Abgabekennlinie (Pulsatil wirkende Pumpe)
  • 6a Die Baugruppe zur mechanischen Programmierung der Pumpe nach 6.
  • Anhand von 1, 2a und 2b sowie 3 soll der prinzipielle Aufbau, die Fertigung, Besonderheiten bei der Konstruktion und die Funktionsweise der erfindungsgemäßen automatischen Wirkstoffpumpen erläutert werden.
  • Da die Pumpen insbesondere auch den Aspekten einer Massenfertigung genügen sollen, ist ein modularer Aufbau mit möglichst wenigen Einzelteilen vorteilhaft, da dann beim Montageprozeß die einzelnen Baugruppen nur noch gefügt werden müssen.
  • Die Pumpe nach 1 besitzt eine benutzerseitig einstellbare Zeitverzögerung und ist insbesondere für die Behandlung des Down-Phänomens konzipiert. Sie fördert nach Ablauf der Zeitverzögerung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes die benötigte Menge Wirkstoff. Sie versetzt den Nutzer in die Lage, vor dem Schlafengehen die nötige Verzögerungszeit einzustellen, die Pumpe zu applizieren und zu aktivieren. Nach der eingestellten Zeit fördert die Pumpe automatisch den Wirkstoff, so das der Nutzer durchschlafen kann. Die Pumpe nach 1 besteht aus einem Pumpenkörper 1; der zunächst die mechanische Funktionssicherheit gewährleistet und den Bauraum für die weiteren Funktionselemente definiert.
  • Anders als bei implantierbaren Pumpen kann eine extrakorporale Pumpe das Quellmittel nicht aus ihrer Umgebung in Form von Körperflüssigkeit beziehen. Die Pumpe enthält deshalb ein Quellmittelreservoir 4, in dem das Quellmittel zur Verfügung gestellt wird. Um eine von der Pumpenlage unabhängige Quellmittelzuführung sicherzustellen, wird das Reservoir 4 mit einem Überdruck durch die Vorspanneinrichtung 6 beaufschlagt. Der damit erzeugte hydrostatische Überdruck muß groß genug sein, die Schwerkraft des Quellmittels zuverlässig zu überwinden und das Quellmittel jederzeit in die Aktorkammer 3 zu drücken. Das Quellmittelreservoir kann eine feste, formstabile Hülle oder eine elastische Umhüllung besitzen. Bedingung bei einer formstabilen Umhüllung, deren Aufgabe auch vom Pumpengehäuse 1 übernommen werden kann, ist ein lauffähiger und abdichtender Stopfen, über den der Überdruck in das Quellmittel eingekoppelt werden kann. Wird für eine elastische Umhüllung ein gummielastisches Material eingesetzt, beispielsweise ein Latex- oder Silikonformteil, kann der hydrostatische Überdruck zum Realisieren der lageunabhängigen Quellmittelbereitstellung in Funktionenintegration durch die elastische Rückstellkraft der Umhüllung aufgebracht werden.
  • Zur Inbetriebnahme der Pumpe ist der Pumpenauslöser 7 zu betätigen. In der dargestellten Anordnung kann er nach zwei Prinzipen arbeiten. Wenn er mit einem zerstörenden Element, beispielsweise einem Haken, ausgestattet ist, zerstört er die Umhüllung des Quellmittelreservoirs 4, so daß das Quellmittel durch das Quellmittelzuführungselement 7a in die Aktorkammer 3 gelangen kann. Ist er als Sperrventil ausgeführt, stellt er bei Betätigung eine Verbindung zwischen Quellmittelreservoir 4 und Aktorkammer 3 her. Das Quellmittelzuführungselement 7a besitzt neben seiner Aufgabe als Auslösersitz die Aufgabe, das Quellmittel nach Pumpeninbetriebnahme in einer bestimmten Menge pro Zeiteinheit dem Gelaktor 2 definiert bereitzustellen. Diese Zuleitungsrate ist konstruktiv über den effektiven durchströmbaren Zuleitungsquerschnitt sowie die Größe des hydrostatischen Überdruckes des Quellmittelreservoirs festlegbar. Der Zuleitungsquerschnitt kann z.B. durch den Durchmesser und die Anzahl von Bohrungen im Quellmittelzuführungselement 7a oder durch den Einsatz poröser Materialien bzw. Membranen festgelegt werden. Da poröse bzw. Membranmaterialien mit definierten Durchlässigkeiten und geringen Toleranzen nahezu jeder Größenordnung käuflich erwerbbar sind, bietet sich ihr Einsatz im Quellmittelzuführungselement 7a an.
  • Nachdem das Quellmittel die Aktorkammer 3 erreicht hat, beginnt das Aktormaterial 2 aus einem quellfähigen Polymernetzwerk infolge Quellmittelaufnahme an zu quellen. Aufgrund des einzigen verfügbaren Freiheitsgrades wird der Aktor 2 sich nun eindirektional in Richtung Wirkstoffreservoir und Verzögerungsscheibe ausdehnen.
  • Die in 1 dargestellte Aktorkammer 3 besitzt eine formflexible Umhüllung, z.B. in Form von Latex- oder Polyethylenfolienmaterial. Diese dehnt sich bei elastischer Ausführung (z.B. gummielastische Latexumhüllung) entsprechend der Volumenzunahme des Gels, oder wird von diesem mehr und mehr ausgefüllt (beispielsweise formflexible Polyethylenfolienhülle). Die Aktorkammer selbst kann auch eine starre Umhüllung besitzen, wie es beispielsweise der Fall ist, wenn die Aktorkammerwände vom Pumpengehäuse 1, dem fest sitzenden Quellmittelzuleitungselement 7a und der beweglichen Verzögerungsscheibe 14 gebildet werden.
  • Das Aktormaterial 2 selbst besteht aus quellfähigen Polymernetzwerken. Als besonders geeignet erscheinen käuflich erwerbbare Materialien, die beispielsweise als Superabsorber zum Einsatz kommen. Diese zeichnen sich neben einem geringen Preis durch sehr gute aktorische Eigenschaften, eine hohe Volumendehnung und gute Konstanz der Eigenschaften aus. Die wichtigsten Aktormaterialien sind Polymere auf Acrylsäurebasis, wie z.B. anionische Polyacrylate wie Na-Polyacrylat. Selbstverständlich sind auch andere quellfähige Polymernetzwerke mit den erforderlichen Eigenschaften einsetzbar. Da dieses Feld sehr groß ist, werden nur einige Derivatklassen ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufgezählt: Acrylamide, Vinylalkohole, Urethane, Vinylether, Cellulose, Gelatine.
  • Das Aktormaterial und seine makroskopische Struktur bestimmt im Wechselspiel mit dem zur Verfügung stehenden Quellmittel, dessen Menge pro Zeiteinheit sowie den dem Aktor entgegenwirkenden Kräften maßgeblich die Pumpenkrennlinie.
  • Drei Materialparameter sind für die aktorischen Eigenschaften relevant. Als erstes bestimmt die chemische Zusammensetzung des Polymernetzwerkes den realisierbaren Rahmen der aktorischen Eigenschaften sowie des zeitlichen Quellverhaltens. Als zweites kann durch Einstellung der Vernetzungsbedingungen über die Vernetzungsdichte sowie die mikroskopische Struktur (z.B. homogenes oder poröses Polymernetzwerk) ebenfalls das zeitliche Verhalten, der erreichbare maximale Quellungsgrad sowie der mögliche Quellungsdruck festgelegt werden.
  • Der dritte Materialparameter zum Einstellen der Aktoreigenschaften ist dessen makroskopische Struktur. Das Aktormaterial wird meist nicht als Ganzkörper, sondern in Partikelform in die Aktorkammer 3 gefüllt. Die Partikelgröße und die Partikelgrößenverteilung bestimmen den maximal möglichen Aktorhub, das zeitliche Verhalten sowie die Wiederholgenauigkeit des Aktorverhaltens. Dieser Effekt wird durch das Verhältnis des Gesamtaktorvolumens zum Trockenvolumen des Polymernetzwerkes verursacht. Ist der effektive Leerraum zwischen den einzelnen Partikeln groß, müssen die Partikel einen beträchtlichen Teil ihres Quellvorganges zum Ausfüllen dieser Hohlräume nutzen, so daß sowohl der maximal mögliche Aktorhub als auch die effektive Quellzeit des Aktors abnehmen. Die Partikelgrößenverteilung hingegen beeinflußt die Wiederholgenauigkeit des Aktorverhaltens. Wird sie zu breit gewählt, wird das zeitliche Verhalten und der Aktorhub stark variieren.
  • Die entsprechenden Partikelgrößen und Partikelgrößenverteilungen lassen sich sehr einfach durch Mahlen des Ausgangsmaterials und anschließendes Sichten mit Prüfsieben gewinnen. Charakteristische Partikelgrößen liegen zwischen 50μm und 1500μm, die Partikelgrößenverteilungen sollten die Schranken von ± 100μm nicht überschreiten.
  • Zu Beginn der eindirektionalen Ausdehnung des Gelaktors 2 infolge Quellmitteleinwirkung wird er die Verzögerungsscheibe 14 erreichen. Dieses Bauteil ist für die Pumpe nicht von grundsätzlicher Bedeutung, dient aber der Verringerung der Pumpenbaulänge. Die Funktionsweise der Verzögerungsscheibe verdeutlicht 3. Muß der Aktor 2 beim Quellvorgang lediglich die Kraft F überwinden, wird er nach einer bestimmten Zeit sein für F charakteristisches Quellungsgleichgewicht einstellen. Arbeitet er jedoch gegen eine Kraft der Größe 2F, wie sie durch eine Reibpaarung (Preß- bzw. Übergangspassung) von Verzögerungsscheibe 14 und Pumpengehäuse 1 vorliegt, so wird der Aktor sein für 2F charakteristisches Quellungsgleichgewicht bei einem geringeren Aktorhub bei etwa gleicher Zeit erreichen. Eine nachfolgende Entlastung auf F, wie es z.B. bei dem Bewegen der Verzögerungsscheibe 14 aus dem Reib- bzw. Preßpassungsbereich in einen Spielpassungsbereich geschieht, bewirkt ein erneutes Einsetzen des Quellvorganges auf das charakteristische Quellungsgleichgewicht der Kraft F.
  • Das Prinzip der Zeitverzögerung zwischen Pumpeninbetriebnahme und dem Einsetzen der Wirkstoff-Förderung wird durch die 2a und 2b illustriert. In 2a ist der Ausgangszustand der Pumpe kurz nach Aktiveren des Aktors 2 dargestellt. Infolge der Aktorquellung wird nun der Aktor 2 die Verzögerungsscheibe 14, wenn diese vorhanden ist, sowie das Wirkstoffreservoir 5, wenn dies beweglich ist, in Richtung des Öffneranstiches 10 über eine Länge lVZ schieben, bis die Endposition des Zeitverzögerungsvorganges nach 2b erreicht ist, bei der das Wirkstoffreservoir 5 an den Öffneranstich 10 gepreßt wird.
  • Die Zeitverzögerung ist eine Funktion der Länge lVZ. Je größer lVZ ist, um so länger ist die Zeitverzögerung. Der Pumpennutzer kann die Zeitverzögerung einstellen, indem er die Länge lVZ durch Drehen der Einstellschraube 11, welche mit einem Gewinde am Pumpengehäuse 1 befestigt ist, verändert. Vorteilhaft befindet sich auf dem Pumpengehäuse 1 eine entsprechende Zeitskala und an der Einstellschraube 11 eine Markierung. Der Zusammenhang Zeitverzögerung – lVZ kann als linear angenommen werden, wenn der Aktor 2 überdimensioniert ist und somit nur der praktisch lineare Anstieg der Aktorkennlinie (siehe 3) genutzt wird. Dieser Zusammenhang ist eine Optimierungsgröße, der experimentell an die jeweilige Förderaufgabe angepaßt werden muß .
  • Nach dem Passieren der Zeitverzögerungseinheit wird das bis dahin steril verschlossene Wirkstoffreservoir 5 durch den Aktor 2 so an den Öffneranstich 10 gepreßt, das die Wirkstoffreservoirumhüllung von diesem durchstochen und damit geöffnet wird. Mit dem verbleibenden Aktorhub wird nun in einer bestimmten Zeit das Wirkstoffreservoir, welches im dargestellten Fall eine elastische Umhüllung besitzt, über den Wirkstoffauslaß 8 entleert. Im Falle einer starren Reservoirausführung 5 muß aktorseitig ein bewegliches Glied, z.B. ein Stopfen, anstichseitig eine durchstechbare Membran vorliegen.
  • Ist ein Schutz gegen übermäßige Wirkstoffausschüttung erforderlich, wie sie z.B. bei mechanischer Deformation eines elastischen Pumpengehäuses 1 auftreten kann, läßt sich eine Flußbegrenzungseinrichtung 9 in Form von Kugelventilen (siehe 1), Klappenventilen o.ä. leicht zwischen Anstich 10 und Wirkstoffauslaß 8 plazieren. Diese Ventile sind druckdifferenzgesteuert. Bei niedrigen Druckdifferenzen bzw. Strömungsgeschwindigkeiten sind sie geöffnet, während sie bei Überschreiten bestimmter Druckdifferenzen bzw. Strömungsgeschwindigkeiten zwischen Ein- und Ausgang schließen.
  • Für die in 1 dargestellte Pumpe soll anhand von 4 ein Anwendungsbeispiel vorgestellt werden. Ein anzunehmender Nutzer möchte 21.00 Uhr ins Bett gehen. Er muß sich seinen Wirkstoff gegen 3.00 Uhr applizieren. Deshalb stellt er eine Zeitverzögerung von 6h durch entsprechende Drehung der Einstellschraube 11 ein. Anschließend setzt er die Pumpe an und nimmt sie durch Betätigung des Pumpenauslösers 7 in Betrieb. Nach sechsstündiger Verzögerungszeit fördert die Pumpe innerhalb von etwa 90min 475μl Wirkstoff. Die für die in 4 dargestellte Abgabecharakteristik verwendete Pumpe besitzt den in 1 dargestellten Aufbau. Als Aktormaterial 2 kam ein kommerziell erhältliches Na-Polyacrylat-Hydrogel der Fa. BASF zum Einsatz, welches eine Partikelgröße von (650 ± 50)μm aufwies.
  • Anhand von 5 sollen Pumpen vorgestellt werden, die für eine kontinuierliche Förderung mit einer definierten Wirkstoff-Abgabemenge pro Zeiteinheit über einen bestimmten, einstellbaren Zeitraum konzipiert sind.
  • Die Pumpe besitzt zunächst die gleichen Hauptbestandteile wie die nach 1, jedoch ohne Zeitverzögerungseinheit, da diese für die nun beschriebene Anwendung unnötig ist. Sie wird durch Betätigen des Pumpenauslösers 7 in Betrieb genommen, indem der vom Nutzer erzeugte Kraftfluß über die vollständig zusammengedrückte Vorspannfeder 6 auf das Quellmittelreservoir 4 so geleitet wird, daß die zum Durchstechen der aktorseitigen Umwandung des Quellmittelreservoirs 4 mit dem Anstich 13 nötige Kraft überschritten wird. Durch die Anstichnadel 13 kann nun das Quellmittel zum Aktor 2 gelangen. Die Lageunabhängigkeit der Quellmittelzuführung wird wieder durch die Vorspanneinrichtung 6 mittels hydrostatischem Überdruck gewährleistet.
  • Zunächst muß das Quellmittel jedoch die Wahlscheibe des effektiven Zuleitungsquerschnittes 17 passieren. In 5 besitzt das Element 17 drei konzentrisch angeordnete Bereiche mit unterschiedlichen Zuleitungsquerschnitten 17a, b, c (siehe auch 5a). Da die Wahlscheibe 17 drehbar gelagert ist, kann der Nutzer einen entsprechenden Zuleitungsquerschnitt auswählen und so die bereitstehende Quellmittelmenge pro Zeiteinheit festlegen. Damit kann er die Förderrate der Pumpe festlegen, also, wieviel Wirkstoff pro Zeiteinheit gefördert werden soll.
  • Nun gelangt das zeitlich dosierte Quellmittel an die Wahlscheibe 12, welche beispielsweise mit drei, entsprechend der konzentrischen Anordnung der Zuleitungsquerschnitte des Elementes 17, plazierten Funktionsbohrungen versehen ist. In diesen Funktionsbohrungen befinden sich z.B. drei verschiedene Aktorsegmente 2a, 2b, 2c (siehe 5a), die sowohl eine verschiedene Aktormaterialzusammensetzung als auch verschiedene Füllmengen enthalten können. Durch entsprechende Wahl des zu aktivierenden Aktors 2a, b, c kann u.a. das maximal förderbare Gesamtvolumen über die aktorisch wirksame Füllmenge an Aktormaterial eingestellt werden. Weiterhin ist eine Feineinstellung der Aktordynamik usw. denkbar. Prinzipiell kann durch Einsatz der verschiedenen bereits vorgestellten Kennlinieneinstellmöglichkeiten in dem Wahlscheibensystem sowie deren Kombination der gleiche Effekt einer kontinuierliche Förderung mit einer definierten Wirkstoff-Abgabemenge pro Zeiteinheit über einen bestimmten, einstellbaren Zeitraum erreicht werden. Auch das Wahlsystem kann anders, als hier geschildert, ausgeführt sein.
  • Das durch das Wahlelement 17 zeitlich dosierte Quellmittel aktiviert nun das mit Wahlscheibe 12 ausgewählte Aktorsegment wie z.B. 2a. Dieses drückt nun auf das ebenfalls konzentrisch gelagerte Wirkstoffreservoir 5 und drückt dieses bis zum Durchstechen an den Anstich 10. Der Anstich 10 öffnet nun das bis dahin steril verschlossene Wirkstoffreservoir 5 und ermöglicht den Wirkstoffabfluß durch den Wirkstoffauslaß B. Der verbleibende Aktorhub treibt den Wirkstoff bis zu der von Aktormaterial bzw. Aktorfüllmenge vorgegebenen Menge aus.
  • Durch eine entsprechende Kombination mehrerer Wahlelemente kann eine automatisch fördernde Pumpe mit einstellbarer, pulsatiler Abgabekennlinie realisiert werden. Eine solche Pumpe ist beispielhaft in 6 dargestellt.
  • Zunächst ist der Funktionsablauf der gleiche, wie er für die Konfiguration nach 5 beschrieben ist. Nach einsetzen des Quellmittelzuflusses muß das Quellmittel einen definierten Zuleitungsquerschnitt passieren, der wiederum als Wahlscheibe, oder wie in 6a dargestellt, in Form der Trennmembranen 16a, b, c als Bestandteil der Wahlscheibe 12a ausgeführt sein kann. Danach erreicht das Quellmittel das mit der Wahlscheibe 12a ausgewählte Aktorsegment 2a, b oder c, welches nun anfängt zu quellen. Die Quellmittelfront durchdringt das ausgewählte Aktorsegment der Wählscheibe 12a vollständig und erreicht nun das durch die Wählscheibe 12b zugeschaltete Aktorsegment, welches andere zeitlich-aktorische Eigenschaften als das von 12a besitzen kann. Der gleiche Ablauf erfolgt bei der Wählscheibe 12c.
  • Durch den jeweiligen Aktorhub werden die nachgeschalteten Aktorsegmente aus ihrer Lage in den Wählscheiben gedrängt. Dies ist jedoch unkritisch, da mit den Wählscheiben 12a, b, c nur die Zusammenstellung einzelner Förderabschnitte und deren zeitlicher Ablauf festgelegt wird. Die Funktionsbohrungen 15a, b, c der Wählscheiben 12 können neben Aktormaterial auch aktorisch unwirksames, aber den Aktorhub und die Quellmittelfront weiterleitendes Material enthalten. Dies ist vor allem für Förderunterbrechungen relevant.
  • Der resultierende zeitlich definierte Aktorhub öffnet nun in der bereits bei 5 geschilderten Form das Wirkstoffreservoir 5 und treibt den Wirkstoff pulsatil über den Wirkstoffauslaß 8 aus der Pumpe aus.
  • Auch diese mechanisch programmierbare Pumpe kann ausschließlich oder in Kombination auf den bereits geschilderten anderen Möglichkeiten der Pumpenkennlinienbeeinflussung beruhen.
  • 1
    Pumpengehäuse
    1a
    Abdeckkappe
    1b
    Gehäuseteil 1
    1c
    Gehäuseteil 2
    2
    Gelaktor
    2a
    Aktorsegment 1
    2b
    Aktorsegment 2
    2c
    Aktorsegment 3
    3
    Aktorkammer
    4
    Quellmittelreservoir
    5
    Wirkstoffreservoir
    6
    Vorspanneinrichtung
    7
    Pumpenauslöser
    7a
    Quellmittelzuführungselement
    8
    Wirkstoffauslaß
    9
    Floßbegrenzung
    10
    Öffneranstich Wirkstoffreservoir
    11
    Einstellschraube für die Zeitverzögerung; Abdeckkappe
    12
    Wahlscheiben
    12a
    Wahlscheibe 1
    12b
    Wahlscheibe 2
    12c
    Wahlscheibe 3
    13
    Öffneranstich Quellmittelreservoir
    14
    Verzögerungsscheibe
    15
    Funktionsbohrung
    15a
    Funktionsbohrung 1
    15b
    Funktionsbohrung 2
    15c
    Funktionsbohrung 3
    16
    Trennmembran
    16a
    Trennmembran 1
    16b
    Trennmembran 2
    16c
    Trennmembran 3
    17
    Wahlscheibe des effektiven Quellmittelzuleitungsquerschnittes
    17a
    Zuleitungsquerschnitt 1
    17b
    Zuleitungsquerschnitt 2
    17c
    Zuleitungsquerschnitt 3

Claims (24)

  1. Einrichtung zur dosierten Abgabe einer Substanz mit einem osmotischen Antrieb, wobei der zeitliche Verlauf der Substanzabgabe einstellbar ist.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei der zeitliche Verlauf der Substanzabgabe durch eine materialspezifische Größe eines Quellmittels, insbesondere ein chemisches Lösungsmittelpotential einstellbar ist.
  3. Automatische Fördereinrichtung mit einer einstellbaren Abgabecharakteristik zum Fördern eines Mediums, insbesondere Insulin, dadurch gekennzeichnet, daß durch Zuschalten eines geeigneten Quellmittels ein Aktor auf Basis mindestens eines quellfähigen Polymernetzwerkes aktiviert wird, der eine automatische Aktionskette auslöst, und deren Glieder hinsichtlich (a) der Verzögerungszeit von der benutzerseitigen Pumpen-Inbetriebnahme bis zum Einsetzen der Förderung und / oder (b) dem Zeitraum, innerhalb dessen das Medium tatsächlich gefördert wird, und /oder (c) dem Kennlinienverlauf beim Fördern, insbesondere kontinuierlich bzw. pulsatil, und / oder (d) dem zu fördernden Medienvolumen pro Zeiteinheit, und / oder (e) dem zu fördernden Gesamt-Medienvolumen benutzerseitig einstellbar sind.
  4. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verzögerungszeit von der benutzerseitigen Pumpen- Inbetriebnahme bis zum Einsetzen der Förderung durch nutzerseitige Variierbarkeit eines Leerlaufstellweges lVZ des Hydrogelaktors (2) einstellbar ist.
  5. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderrate bzw. die geförderte Menge pro Zeiteinheit der Fördereinrichtung, insbesondere für eine im wesentlichen kontinuierliche Förderung, durch benutzerseitige Variierbarkeit des effektiven Querschnittes der Quellmittelzuführung und/oder der von der Quellmittelzuführung dem Aktor zugeführten Quellmittelmenge pro Zeiteinheit einstellbar ist.
  6. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderrate bzw. die geförderte Menge pro Zeiteinheit der Fördereinrichtung, insbesondere für eine im wesentlichen kontinuierliche Förderung, durch benutzerseitige Auswahl des Aktormaterials einstellbar ist.
  7. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitraum, innerhalb dessen das Medium tatsächlich gefördert wird, durch benutzerseitige Wahl des Aktormaterials und / oder das Aktormaterialvolumen einstellbar ist.
  8. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das zu fördernde Gesamt-Medienvolumen durch benutzerseitige Einstellbarkeit der insgesamt zur Verfügung stehenden Quellmittelmenge und/oder der insgesamt zur Verfügung stehenden Menge an quellbarem Aktormaterial einstellbar ist.
  9. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kennlinienverlauf beim Fördern, insbesondere bei pulsatiler Förderung, durch eine entsprechende Anzahl seriell angeordneter Wahlelemente, z.B. Wahlscheiben (12) mit konzentrisch angeordneten Funktionsbohrungen (15), benutzerseitig durch entsprechendes Zusammenschalten einstellbar ist.
  10. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seriell angeordneten Wahlelemente Aktorsegmente verschiedener stofflicher Basis, mikro- / makroskopischer Struktur und / oder Füllmenge zusammenschalten können.
  11. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seriell angeordneten Wahlelemente Segmente mit Materialien enthalten, die in den aktorischen Kraftfluß geschalten werden können, aber nicht aktorisch wirksam sind, sondern dem Zwecke der Förderunterbrechung dienen und lediglich die Aktorkräfte sowie das Quellmittel weiterleiten.
  12. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seriell angeordneten Wahlelemente Segmente verschiedener Quellmittelzuleitungsquerschnitte mit definierter Quellmitteldurchlaßmenge pro Zeiteinheit enthalten.
  13. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seriell angeordneten Wahlelemente Segmente aus Materialien mit zeitlich definierten Auflöseeigenschaften im Aktorquellmittel enthalten.
  14. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die seriell angeordneten Wahlelemente Segmente verschiedener Querschnitte enthalten, mit denen hydraulisch wirksame Über- und Untersetzungsmechanismen realisiert werden können.
  15. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Quellmittelzuführung zum Aktor unabhängig von der Lage der Fördereinrichtung dadurch gewährleistet ist, daß das Quellmittelreservoir mit einem hydrostatischen Überdruck beaufschlagt ist.
  16. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Quellmittelzuführung zum Aktor unabhängig von der Lage der Fördereinrichtung dadurch gewährleistet ist, daß das Quellmittel vom Reservoir zum Aktor durch ein quellmittelleitendes Material, z.B. infolge von Kapillarkräften, dem Aktor zugeleitet wird.
  17. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der zum Realisieren der Zeitverzögerung notwendige Leerlaufstellweg lVZ durch das Aufbringen einer Gegenkraft, z.B. in Form einer Reibpaarung, verringert wird.
  18. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Wirkstoffreservoir erst unmittelbar vor Einsetzen des Fördervorganges durch Herandrücken des Wirkstoffreservoirs durch den Aktor an einen Öffnungsmechanismus 10 geöffnet wird.
  19. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Aktormaterialien sehr gut in wäßrigen Lösungen quellbare Polymernetzwerke, insbesondere Superabsorber, wie z.B. Polyacrylate, zum Einsatz kommen.
  20. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Quellmittel Wasser und / oder wäßrige Lösungen zum Einsatz kommen.
  21. Automatische Fördereinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Aktoreinheit der Fördereinrichtung durch Einsatz durch das Einwirken geeigneter Umgebungsgrößen in den Ausgangszustand zurückgestellt werden kann und damit mehrfachverwendbar ist.
  22. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß als Aktormaterialien temperatursensitive quellfähige Polymernetzwerke mit diskontinuierlichem Phasenübergangsverhalten, insbesondere mit lower critical solution – Charakteristik, zum Einsatz kommen.
  23. Automatische Fördereinrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß als aktor-rückstellende Umgebungsgröße die Temperatur, insbesondere aufgebracht durch Einlegen in kochendes Wasser oder Wasserdampf, genutzt wird.
  24. Verfahren zur Abgabe einer Substanz mit einem osmotischen Antrieb, wobei die Substanz dosiert gemäß einem vorgegebenem zeitlichen Verlauf der Substanzabgabe abgegeben wird.
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