DE1029279B - Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Tunneloefen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von TunneloefenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Tunnelöfen Benn Brennen keramischer Waren in einem Tunnelofen wird in bekannter Weise nach einem vorgeschriebenen Temperaturverlauf für das die Vorwärmzone, Brenn- und Abkühlzone durchwandernde Gut der Brennprozeß durchgeführt. Hierbei- spielt die Art des Gutes - grob- oder feinkeramisch - eine führende und die Brennstoff- und Beheizungsart eine maßgeblich beeinflussende Rolle. Während beim Brennen von Porzellan grundsätzlich die Beheizung gemuffelt erfolgt, kann man beim grobkeramischen Brenngut, wie Ziegel od. dgl., hierauf verzichten und den Ofen direkt befeuern.
- In netterer Zeit ist man dazu übergegangen, für den Brand von Ziegeln oder ähnlichem Gut neben der direkten Beheizung finit Gas (Generatorgas) nach einem bekannten Verfahren mit direkter Ölfeuerung zu arbeiten. Das Heizöl wird voll oben durch den Ofen geregelt zugeführt, und zwischen den einzelnen Gutsstapeln befinden sich frei gelassene Heizkanäle, in die das Öl hineintropft und vorerwärmt beim Auftreffen auf dein Boden dieser Heizkanäle verbrennt. Ein derartiges Verfahren ist aber nicht geeignet, um die hierbei auftretenden Nachteile der örtlichen Vberhitzung bzw. Schwachbrand zu vermeiden. Derartig gebrannte Ziegel kommen dann mit teilweisem Ausschuß aus dem Ofen heraus. Es fehlt ein geeignetes Mittel, um diese auf in einzelnen Querschnittsebenen senkrecht zur Ofenachse sehr unterschiedlichen Temperaturen zurückzuführenden Abweichungen gegenüber dem gewünschten Garbrand bei dein Fertigprodukt zu vermeiden.
- Es ist daher wichtig, dem flüssigen Brennstoff ein nicht brennbares körniges Schüttgut beizugeben, uni durch Beeinflussung des Flammenbildes eine vorzugsweise gleichmäßige Verbrennung sowie weiche Flamme zu erreichen. Für die je nach der .Anzahl quer zur Ofenachse im Gewölbe verteilten Brennstoffzufuhrleitungen sind entsprechende Auffangplatten zwischen den Gutsstapeln in Richtung Ofenachse vorzugsweise treppenartig an- oder absteigend vorgesehen, damit die Wärmeabgabe an das Gut in allen Stapelhöhen erfolgen kann. Als körniges Schüttgut hat sich besonders Sand als ein geeigneter Zusatzstoff erwiesen, der bei der Verbrennung des aufgesaugten Öles als Docht fungiert.
- Nach dem neuartigen Verfahren wird der Sand finit dem flüssigen Brennstoff gemischt, wobei der Sand den Brennstoff schwammartig aufsaugt und das Gemisch in diesem Zustand dem Ofen durch an sich bekannte Schürapparate aufgegeben wird. Die Verbrennung erfolgt nun nicht mehr wie bei den bekannten Verfahren konzentriert unter Bildung örtlicher Hochtemperaturen, sondern durch Anwesenheit des körnigen Schüttgutes zeitlich und örtlich ideal verteilt, so daß eine Überhitzung des Brenngutes vollkommen ausgeschaltet ist, wobei man es durch Regelung der Schürapparate und der Tropffeuerung für flüssige Brennstoffe in der Hand hat, die treppenartig angeordneten Auffangplatten beliebig mit dem Geinisch aus flüssigem Brennstoff und nicht brennbarem körnigem Schüttgut mengenmäßig zu beaufschlagen.
- Ein weiteres. Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Verwendungsmöglichkeit von bisher für derartige Brennprozesse ungeeigneten Abfallölen, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Ofens bei den verhältnismäßig hohen anteiligen Brennstoffkosten bedeutend verbessert wird.
- Schließlich ergibt sich als weiterer Vorteil, daß das nicht brennbare körnige Schüttgut, nachdem der aufgesaugte Brennstoff ausgebrannt ist, sich durch die in ihm enthaltene Wärme zwecks Temperaturausgleich günstig auf das Brenngut auswirkt. Das körnige Schüttgut kann dann in geeigneten Vorrichtungen aufgefangen bzw. nach Entfernung des Besatzes wieder verwendet werden. Je nach Art des Brenngutes kann auch als grobkörniges Zusatzmittel Kiesel verwendet werden.
- Gegenüber bekannten Verfahren der Beheizung mit Öl besteht ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens darin, daß die bisher lästigen Ölrückstände gänzlich in Fortfall kommen.
- Das Verfahren kann in verschiedenster Weise angewendet werden. Es enthält auch die Lösung, statt einer getrennten Zuführung von flüssigem Brennstoff und körnigem Schüttgut dein Ofen eine fertig aufbereitete Mischung zuzuführen. In einem Ausführungsbeispiel ist das Verfahren beschrieben.
- Abb. 1 zeigt einen vertikalen Ausschnitt eines Tunnelofens mit der verfahrensmäßigen Beheizung, Abb. 2 einen horizontalen Ausschnitt und Abb. 3 die Anordnurng der Feuerschächte auf dem Brennwagen in schematischer Darstellung.
- In der Abb. 1 stellt 1 den Tunnelofen, 2, 3, 4 und 5 einige Brennwagen mit Besatz während der Ofenreise dar. Die treppenförmig ansteigende oder absteigende Form (Anordnung) der Auffangplatten ist mit 6 bezeichnet.
- Zur Aufgabe des körnigen Schüttgutes dienen Schürapparate 7 bekannter Art und des flüssigen Brennstoffes Tropffeuerungen 8 bekannter Art, die in zweckbedingter Reihenfolge auf die Auffangplatten 6 arbeiten. In dem Horizontalabschnitt der Abb. 2 kann man zwei Reihen Schächte 9 zwischen den Gutsstapeln 2, 3, 4, 5 und 6 zur Aufnahme der Auffangplatten 6 erkennen.
- Die treppenförmige Anordnung der Auffangplatten nach Abb.3 auf dein Brennwagen ist ebenfalls nur ein Ausführungsbeispiel. Mit Rücksicht darauf, daß die oberen Besatzschichten nahe dem Ofengewölbe am heißesten sind, kann jede Art geometrischer Form der Schächte für die Auffangplatten der Art des Besatzes angepaßt werden und ist punktiert in Abb.3 angedeutet (Linie a, b, c). Man hat also durch zweckentsprechende Ausbildung der Schächte alle Möglichkeiten des Temperaturausgleiches in den Etagenschichten des Besatzes in der Hand. Bei der Formgebung der Feuerungsschächte kann auch der Rutschwinkel des Zusatzstoffes für die geometrische Kurve b, c berücksichtigt werden, so daß die oberen Besatzschichten nur durch Abstrahlung aufgeheizt werden. Schürapparat 7 und Tropföler 8 sind nach Abb. 1. regelbar.
- Zusammenfassend ist festzustellen, daß die treppenförmigen Ausbildungen der Feuerungsschächte infolge ihrer sprungweisen Höhenunterschiede für das Normalbrennen von Ziegeln ausreicht, dagegen die Ausführung nach der punktierten Kurve b bzw. c der idealen Form zwecks Temperaturausgleichs und in Abhängigkeit von andersartigem Besatz bedeutend näher kommt. Die ideale Form der Feuerungsschachtkurve kann nach den Faktoren Brenngut, Garbrandtempera.tur, Art des Zusatzstoffes, Brennstoff jeweils durch Probieren gefunden werden.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zum Betrieb von Tunnelöfen für grobkeramisches Brenngut, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufheizung mittels ,eines Gemisches von flüssigem Brennstoff und nicht brennbarem körnigem Schüttgut, insbesondere Sand, erfolgt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut, nachdem der beigemischte Brennstoff verbrannt ist, wieder zur Brennstelle zurückgeführt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gemisch vor der Aufgabe in den Ofen hergestellt wird.
- 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch auf den Brennwagen aufgebaute Auffangplatten für das Gemisch, die zweckmäßig in verschiedenen Höhenlagen angeordnet sind.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auffangplatten stufenförmig angeordnet sind und eine in Längsrichtung des Ofens verlaufende Treppe bilden.
- 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufgabe des Schüttgutes Schürapparate bekannter Art und des flüssigen Brennstoffes Tropffeuerungen bekannter Art dienen.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Schürapparat und Tropffeuerung mengenmäßig regelbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK29692A DE1029279B (de) | 1956-08-24 | 1956-08-24 | Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Tunneloefen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK29692A DE1029279B (de) | 1956-08-24 | 1956-08-24 | Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Tunneloefen |
Publications (1)
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| DE1029279B true DE1029279B (de) | 1958-04-30 |
Family
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DEK29692A Pending DE1029279B (de) | 1956-08-24 | 1956-08-24 | Verfahren und Vorrichtung zum Betrieb von Tunneloefen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1029279B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1099435B (de) | 1959-03-13 | 1961-02-09 | Keramische Ind Bedarfs Kom Ges | Einrichtung und Verfahren an oelbeheizten Mehrbahntunneloefen |
-
1956
- 1956-08-24 DE DEK29692A patent/DE1029279B/de active Pending
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| DE1099435B (de) | 1959-03-13 | 1961-02-09 | Keramische Ind Bedarfs Kom Ges | Einrichtung und Verfahren an oelbeheizten Mehrbahntunneloefen |
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