-
Verfahren und Einrichtung zur gleichzeitigen elektrischen Übertragung
mehrerer, mechanischer Meßgrößen mittels einer sich ständig wiederholenden Folge
lagemodulierter Impulse Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gleichzeitigen
elektrischen Übertragung der Augenblickswerte mehrerer, beispielsweise mechanischer
Meßgrößen mittels einer sich ständig wiederholenden Folge lagemodulierter Impulse,
wobei die Impulse durch Induktionsspulen und gegenüber den Induktionsspulen bewegte
Anker erzeugt werden und jede Impulsfolge einen innerhalb aller Folgen festen Bezugsimpuls
sowie für je eine Meßgröße einen lagemodulierten Impuls enthält und der Abstand
der lagemodulierten Impulse von dem Bezugsimpuls innerhalb einer Folge dem jeweiligen
Augenblickswert der zugeordneten Meßgröße entspricht.
-
Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Einrichtung, mit der das
erfindungsgemäße Verfahren in zweckmäßiger Weise durchgeführt werden kann.
-
Es ist bekannt, die Augenblickstellung beweglicher Teile mittels lagemodulierter
elektrischer Impulse zu übertragen. Hierbei kennzeichnet die Lage eines elektrischen
Impulses bzw. der zeitliche Abstand zwischen zwei elektrischen Impulsen die augenblickliche
Stellung des beweglichen Teiles. Zu diesem Zweck wird in regelmäßigen Abständen
ein Bezugsimpuls ausgesandt, wobei der zeitliche Abstand zwischen diesen Bezugsimpulsen
und dem eigentlichen Meßimpuls dein zu übertragenden Meßwert entspricht.
-
Bei einer bekannten, nach diesem Prinzip arbeitenden Vorrichtung wird
die augenblickliche Stellung des Zeigers eines Meßinstrumentes fernübertragen. Zu
diesem Zweck ist eine Verzögerungsleitung so angeordnet, daß sich der Zeiger des
Meßinstrumentes bei seiner Verstellung längs dieser Verzögerungsleitung bewegt.
An den Eingang der Verzögerungsleitung wird eine regelmäßige Folge von elektrischen
Impulsen gegeben, die einen konstanten gegenseitigen Abstand haben und von einem
Oszillator erzeugt werden.
-
An dem Zeiger des Meßinstrumentes ist eine Platte befestigt, die eine
kapazitative Kopplung mit der Verzögerungsleitung herstellt. Je nach der Stellung
des Zeigers ändert sich der Abstand dieser Platte von dem Eingang der Verzögerungsleitung
und damit auch die Zeit, die der auf den Eingang gegebene Impuls benötigt, um bis
zu der Stelle der Verzögerungsleitung zu gelangen, wo sich die Platte gerade befindet
und wo der Impuls von der Platte kapazitativ abgenommen wird.
-
Am Anfang der Verzögerungsleitung, nahe deren Eingang, sind feste
Kondensatorplatten angebracht, die den Bezugsimpuls auf kapazitativem Wege abnehmen.
Der von der am Zeiger befestigten Platte abgenommene Meßimpuls hat von dem von den
festen Kondensatorplatten abgenommenen Bezugsimpuls einen zeitlichen Abstand, der
proportional dem räumliehen Abstand der Platte am Zeiger von den feststelzenden
Kondensatorplatten ist.
-
Diese bekannte Anordnung ist in ihrem Aufbau umständlich und empfindlich
und besitzt nicht die für viele in der Praxis auszuführende mechanische Messungen
erforderliche Robustheit. Der Bau einer geeigneten elektrischen Verzögerungsleitung
bereitet bekanntlich Schwierigkeiten. Außerdem sind die kapazitativ gewonnenen Impulse
recht schwach und müssen erheblich verstärkt werden, bevor sie über einen längeren
Übertragungsweg gegeben werden können. Sollen mit dieser bekannten Vorrichtung gleichzeitig
zwei oder noch mehr Meßwerte übertragen werden, so besteht keine Möglichkeit, die
den verschiedenen Meßgrößen zugeordneten Meßimpulse voneinander, z. B. durch unterschiedliche
Richtung, zu unterscheiden.
-
Demgegenüber schlägt die Erfindung ein Verfahren vor, das sich dadurch
auszeichnet, daß es außerordentlich wenig störanfällig ist und sich zur Übertragung
beliebig vieler Meßgrößen eignet.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß jede Meßgröße so
auf die Winkelstellung je einer um eine zu ihrer Längsrichtung senkrechte Achse
schwenkbaren Induktionsspule einwirkt, daß jedem
Augenblickswert
der Meßgröße eine bestimmte- Winkelstellung der Induktionsspule entspricht, wobei
alle Induktionsspulen um die gleiche Achse schwenkbar sind und konzentrisch zu dieser
Achse synchron und mit einer der Frequenz der Impulsfolgen entsprechenden konstanten
Geschwindigkeit Anker umlaufen, von denen jeder je einer Induktionsspule zugeordnet
ist und bei einer bestimmten Wizikelstellung zur Induktionsspule in dieser einen
Spannungsimpuls erzeugt, während der Bezugsimpuls durch einen vor einer feststehenden
Induktionsspule umlaufenden Anker erzeugt wird.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich also von dem bekannten
Stand der Technik durch die Art aus, in der die den einzelnen Meßgrößen zugeordneten
Impulse lagemoduliert werden. Das wesentliche Merkmal dieses Verfahrens besteht
darin, daß die Augenblickswerte der zu übertragenden, beispielsweise mechanischen
Meßgrößen die Winkelstellungen einer entsprechenden Anzahl von Induktionsspulen
beeinflussen. Es werden so viele um eine zu ihrer Längsrichtung senkrechte Achse
schwenkbare Induktionsspulen verwendet, als Meßgrößen übertragen werden sollen.
Außerdem wird eine feststehende Induktionsspule vorgesehen, die zur Erzeugung eines
zeitlich konstanten Bezugsimpulses dient. Alle Induktionsspulen sind um eine gemeinsame
Achse auf Kreisbögen schwenkbar. Jede Winkelstellung einer Induktionsspule auf einem
Kreisbogen entspricht einem bestimmten Momentanwert der zu übertragenden Meßj röß
e.
-
Alle Kreisbögen, auf denen die Induktionsspulen schwenkbar sind, haben
die gleiche Achse. Zentrisch in diesen Kreisbögen laufen auf einer `Felle festsitzende
Anker aus permanentmagnetischem Material mit konstanter Geschwindigkeit um. Diese
Anker haben einen spiralförmigen Umfang und besitzen an einer Stelle des Umfangs
eine stufenförmige Unstetigkeit, die beim Vorbeigang an der dem betreffenden Anker
zugeordneten Induktionsspule in dieser einen Impuls erzeugt.
-
Die von den einzelnen Induktionsspulen erzeugten und den verschiedenen
Meßgrößen zugeordneten Impulse kann man dadurch unterscheiden, daß man ihnen beispielsweise
unterschiedliche Längen oder verschiedene Richtungen von einer Bezugslinie aus oder
unterschiedliche Amplituden gibt.
-
Es ist zwar bekannt, daß man in Induktionsspulen Impulse erzeugen
kann, indem man einen ferromagnetischen Körper an ihnen vorbeibewegt. Jedoch ist
dieses Prinzip bisher noch nicht in der Weise zur Übertragung von Meßgrößen ausgenutzt
worden wie bei dem erfindungsgemäßen Verfahren.
-
Mit den von den einzelnen Impulserzeugern gelieferten kleßimpulsen
sowie dem Bezugsimpuls kann man nun in an sich bekannter Weise eine Hochfrequenzschwingung
modulieren, so daß sämtliche Impulse mittels einer einzigen Trägerfrequenz, z. B.
über eine einzelne Leitung, übertragen werden können. Die Umlaufsgeschwindigkeit
der allen Ankern gemeinsamen Welle bestimmt die Impulsfolgefrequenz, d. h. den Abstand
zwischen zwei gleichartigen Impulsen, z. B. zwischen zwei Bezugsimpulsen, und kann
den jeweiligen Bedürfnissen und Bedingungen angepaßt werden.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders geeignet für die elektrische
Übertragung der Anzeige eines mit einer Skala versehenen Meßinstrumentes, wobei
der Abstand der lagemodulierten Impulse von einem festen Bezugsimpuls den vom Meßinstrument
angezeigten Skalenwert angibt. Eine für diesen Zweck besonders geeignete Einrichtung
besteht nach einem weiteren Merkmal der Erfindung aus einem Impulserzeuger mit einer
mit konstanter Drehgeschwindigkeit umlaufenden Welle, auf der mit axialem Abstand
mindestens zwei scheibenförmige Anker aus magne-. tischen Material befestigt sind,
deren sonst vorzugsweise spiralförmiger Umfang an einer Stelle eine stufenförmige
Unstetigkeit des Radius hat, wobei jedem Anker je ein von der Welle unabhängiger
magnetischer Tastkopf, z. B. in Form einer Induktionsspule, so zugeordnet ist, daß
er bei dem Vorbei-' gang der Unstetigkeit des zugehörigen Ankers einen. Spannungsimpuls
erzeugt, wobei der eine Tastkopf ortsfest ist und den Bezugsimpuls liefert, während
die anderen Tastköpfe auf zur Welle konzentrischen Kreisbögen schwenkbar sind und
auf diesen Kreisbögen winkelmäßig in Abhängigkeit von den zu übertragenden Skalenwerten
verstellt werden.
-
Da es mit Hilfe der Erfindung keine Schwierigkeiten bereitet, gleichzeitig
zwei Meßwerte bzw. zwei Meßgrößen zu übertragen, läßt sich dieErfindung auch zur
Erhöhung der Meß- bzw. Ablesegenauigkeit benutzen, indem man in an sich bekannter
Weise den gesamten Meßbereich in mehrere einzelne Bereiche unterteilt und zwei Größen
überträgt, von denen die eine angibt, in welchem der einzelnen Meßberenche die augenblickliche
Meßgröße liegt, und die andere die: genaue Lage der Meßgröße innerhalb des Bereichs
kennzeichnet. Auf diese Weise lassen sich mit der erfindungsgemäßen Einrichtung
die Augenblickswerte einer Meßgröße mit außerordentlich großer. Genauigkeit übertragen,
wie an Hand eines Ausführungsbeispiels erläutert werden soll.
-
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles der erfindungsgemäßen Einrichtung,
das in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigt Fig. 1 eine schematische perspektivische
Darstellung eines nach der Erfindung ausgebildeten Impulserzeugers, der insbesondere
bei Flüssigkeitsstandmessungen Verwendung finden kann.
-
Fig. 2 eine Ansicht eines Teiles des in Fig. 1 dargestellten Impulserzeugers,
Fig. 3 Oszillogramme der vom Impulserzeuger erzeugten Impulse (Fig. 3 a) und einer
mit diesen Impulsenmodulierten Hochfrequenzschwingung (Fig. 3 b) ; Fig.4 ein Schaltschema
eines geeigneten Hochfrequenzgenerators, der durch die Impulse des Impulserzeugers
moduliert wird, Fig. 5 das Schaltschema eines Empfängers für die Wiedergabe der
Impulse auf dem Bildschirm eines Oszillographen und Fig. 6 den Bildschirm dieses
Oszillographen.
-
In Fig. 1 ist 1 eine drehbare Scheibe, an der ein Anzeigewert mittels
eines feststehenden Zeigers 2 abgelesen werden kann. Diese Messung soll zu einer
entfernten Stelle mit möglichst großer Genauigkeit (in der Größenordnung von etwa
1/looo) übertragen werden. Die Scheibe 1 sitzt starr auf einer Spule 3, auf der
eine weitere Scheibe 4 festgekeilt ist. Im gezeigten Beispiel wird angenommen, daß
die Anzeige des Flüssigkeitsstandes in einem Behälter 5 übertragen werden soll.
Der Flüssigkeitsstand wird durch einen Schwimmer 6 abgetastet, der an einem Ende
eines über die Scheibe 4 laufenden Drahtes aufgehängt ist, an dessen anderem Ende
ein mit einem Zeiger versehenes Gegengewicht 8 befestigt ist. Der Draht wird auf
diese Weise ständig straff gehalten, und der Flüssigkeitsstand
kann
auf einer Skala. 9 abgelesen werden.
-
Dieser Teil der Einrichtung ist stark vereinfacht dargestellt, da
er kein Bestandteil der Erfindung ist und durch jede ähnliche mechanische Vorrichtung
ersetzt werden kann. Falls sich auf andere veränderbare N@"erte beziehende #:lessungen
übertragen werden sollen (beispielsweise Strömungen, Stromstärken, Kräfte usw.),
so inüßte gegebenenfalls zum Drehen der Spindel 3 eine geeignete Vorrichtung verwendet
werden, nötigenfalls unter Zwischenschaltung eines Verstärkers bekannter Bauart,
damit ein ausreichendes Drehmoment entsteht, Die Drehung der Scheibe 1 und der Spindel
3 wird mittels Zahnräder 10, 11 auf eine Welle 12 übertragen. Das Übersetzungsverhältnis
der Zahnräder 10, 11 ist derart gewählt, daß bei Drehung der Scheibe 1 aus der Nullstellung
(0) in die maximale Stellung (1f1) des Meßbereichs die Welle 12 so, viele voll ständige
Umdrehungen ausführt, wie derMeßbereich Abschnitte, d. h. die Scheibe 1 Teilstriche
hat, also im gezeugten Beispiel fünfundzwanzig Umdrehungen. Auf der Welle 12 sind
ein Zahnrad 13 und eine mit einem Antriebsfinger 15 versehene Scheibe 14 festgekeilt.
Das Zahnrad 13 kämmt mit einer außenverzahnten Hohltrommel 16 gleichen Durchmessers
und treibt diese an, so daß sie beispielsweise fünfundzwanzig Umdrehungen ausführt,
wenn sich die Scheibe 1 von 0 bis ild dreht.
-
Jedesmal, wenn die Scheibe 14 (und somit die Welle 12 und die verzahnte
Trommel 16) eine volle Umdrehung macht, bewegt der Antriebsfinger 15 eine Kerbscheibe
17 um einen Schritt vorwärts oder rückwärts. Ein fest mit der Kerbscheibe 17 verbundenes
Ritzel 18 treibt eine außenverzahnte Trommel 19, die der Trommel 16 gleich ist und
koaxial zu dieser liegt. Die Anzahl der Einkerbungen in der Scheibe 17 und das Übersetzungsverhältnis
zwischen dem Ritzel 18 und der Trommel 19 sind so gewählt, daß die Trominel 19 sich
bei einer Drehung der Scheibe 1 von 0 bis 111 um einen Winkel dreht, der gleich
dem ganzen Winkelbereich der Kreisskala der Scheibe 1 ist, während die Trommel 16
fünfundzwanzig vollständige Umdrehungen macht. Die Drehung der Trommel 19 findet
stufenweise statt, wobei sie sechsundzwanzig verschiedene Stellungen einnehmen kann,
die den sechsundzwanzig Teilstrichen entsprechen, die die fünfundzwanzig Teile der
kreisförmigen Skala der Scheibe 1 begrenzen. Eine bestimmte Winkelstellung der Scheibe
1 hat somit eine dem nächsten vor dem Zeiger 2 liegenden Teilstrich der Scheibe
1 entsprechende Stellung der Trommel 19 zur Folge und eine genau den Winkel
zwischen diesem Teilstrich und dem Zeiger 2 anzeigende Winkelstellung der Trommel
16.
-
Wenn z. B. die Winkelstellung der Scheibe 1 einem Flüssigkeitsstand
im Behälter 5 entspricht, so würde die Trommel 19 in der dreizehnten Stufe ihrer
Winkelstellung stehen (wobei sie die Zahl »Zwölf« kennzeichnet, da die erste Stellung
»Null« entspricht), während die Trommel 16 zwei Fünftel einer vollen 'Umdrehung
von ihrer Nullstellung aus ausgeführt hat.
-
Im Innern der verzahnten Hohltrommeln 16 und 19 ist je ein magnetischer
Tastkopf 20 und 21 in Form einer auf einem Dauermagneten gewickelten Induktionsspule
fest angebracht. Außerdem sind feststehende Tastköpfe 22 und 62 vorgesehen. Gegenüber
den Tastköpfen 20, 21, 22 und 62 laufen scheibenförmige Anker 23. 24, 25 um, die
aus einem Material hoher magnetischer Permeabilität bestehen und auf einer gemeinsamen
Welle 26 befestigt sind, die zentrisch in den Trommelei 16 und 19 gelagert ist und
mit hoher Geschwindigkeit durch einen Motor, vorzugsweise einen Svnchrontnotor 27
mit praktisch konstanter Geschwindigkeit angetrieben wird. Die Anker haben einen
spiralförmigen Umfang mit einer stufenförmigen Unstetigkeit 28 (Feg. 2). In dem
Augenblick, da die Unstetigkeit 28 an einem Tastkopf vorbeigeht, wird ein Impuls
in der Induktionsspule des entsprechendem Tastkopfes induziert. Demzufolge erzeugen
vier Tastköpfe bei jeder Umdrehung der Welle 26 je einen Impuls, so daß vier Impulsfolgen
entstehen.
-
Der minimale Zwischenraum zwischen dem größten Radius der Anker 23,
24, 25 und den Tastköpfen 20, 21, 22 und 26 ist sehr gering. Durch geeignete Wahl
der Impedanz der Induktionsspulen und der Stärke der Dauermagnete können bei einer
Umdrehungsgeschwindigkeit von 1500 Umdrehungen pro Minute Impulse von 30 bis 40
Volt erzielt werden. Die Winkeleinstellung des Tastkopfes 62 gegen den Tastkopf
22 von z. B. 90° C wird ein für allemal festgelegt. Der Tastkopf 62 erzeugt einen
Eichimpuls, dessen Zweck noch erläutert wird.
-
Die von den Tastköpfen 20 und 21 erzeugten Impulse haben eine zeitliche
Phasenverschiebung gegenüber dem vom festen Tastkopf 22 erzeugten Bezugsimpuls,
die von der Winkelstellung der Tastköpfe 20 und 21 gegenüber dem feststehenden Tastkopf
22 abhängt. Die Lage der Meßimpulse ist daher von den Stellungen der Trommeln 16
und 19 und somit von der Stellung der Scheibe 1 abhängig.
-
Die Impulse werden an den Anschlüssen 22' des Tastkopfes 22, an den
Anschlüssen 62' des Tastkopfes 62 und den Anschlüssen 20' und 21' der Tastköpfe
20, 21 abgenommen. Durch geeignete Wahl der Meßimpulslage können drei periodische
Impulsfolgen erzielt werden nach Form und Phase, wie in Fig. 3 angedeutet. In dieser
Figur bedeutet 29 die vom festen Tastkopf 22 erzeugten Bezugsimpulse, 30 die von
dem Tastkopf 20 erzeugten Meßimpulse, 31 die von dem Tastkopf 21 erzeugten Meßimpulse
und. 63 die vom festen Tastkopf 62 erzeugten Eichimpulse. Der Abstand zwischen den
Impulsen 29 und 31, der beim Drehen der Scheibe 1 schrittweise verändert wird, zeigt
den Abschnitt der Scheibe 1 an, in dem die Messung liegt, während der Abstand zwischen
den Impulsen 29 und 30 die genaue Stellung der Scheibe 1 innerhalb dieses Abschnittes,
d. h. den Winkel zwischen dem vorderen Teilstrich des betreffenden Abschnittes und
der genauen Stellung der Scheibe 1, angibt.
-
Für die Übertragung der Meßwerte wird eine Hochfrequenzschwingung
durch die vier Impulse 29, 30, 31 und 63 in einem Hochfrequenzgenerator 32 moduliert.
Die modulierte Hochfrequenzschwingung ist in Fig. 3 b zu sehen. Der negativ gerichtete
Bezugsinipuis 29 sperrt die Hochfrequenz in 29'. während die positiv gerichteten
Impulse 30 und 63 eine Vergrößerung der Amplituden bei 30' und 63' und der negative
Impuls 31 eine Verringerung der Amplituden bei 31' verursachen.
-
In einer zweckmäßigen Ausführungsform (Feg. 4) besteht der Hochfrequenzgenerator
32 aus einer Doppelröhre, nämlich einer Triode-Pentode 35, deren Triodenteil als
durch einen Quarz 36 stabilisierter Oszillato,r arbeitet, während der Pentodentell
als Mischverstärker dient, der eine ausreichende Ausgangsleistung (etwa in der Größenordnung
von 3 Watt) abgibt. Die Hochfrequenzspannung gelangt
über einen
schematisch angedeuteten Anpassungskreis 34 in die Übertragungsleitung 33.
-
Der von dem festen Tastkopf 22 erzeugte negative Bezugsimpuls 29 wird
über den Kreis 37 dem Schirmgitter 38 des Pentodenteils der Röhre 35 aufgedrückt
und sperrt den Anodenstrom während der Dauer des Impulses 29. Der ebenfalls zu dem
Schirmgitter 38 gelangende positive Eichimpuls 63 erhöht dagegen den Anodenstrom.
-
Die beiden Meßimpulse 30 und 31, die durch geeignete Wahl der Magnetköpfe
20 und 21 verschiedene Richtungen von einer Bezugslinie aus haben, werden über eine
gemeinsame Leitung 39 dem Steuergitter 40 des Pentodenteils zugeleitet, das normalerweise
so stark negativ vorgespannt ist, daß die Hochfrequenzschwingung eine Amplitude
von nur etwa der Hälfte bis einem Drittel der maximalen Amplitude hat, solange keine
Impulse eintreffen. Ein positiver Impuls erhöht die Amplitude, während ein negativer
Impuls die Amplitude vermindert, so daß die Hochfrequenzimpulse 30' und 31' (Fig.
3 b) entstehen. Ein Netzanschlußgerät 41 (Fig. 4) enthält wie üblich einen Netztransformator,
einen Doppeldiodengleichrichter und ein Siebfilter.
-
Für die Wiedergabe der übertragenen Meßwerte ist ein einfacher Empfänger
vorgesehen (Fig. 5), der nacheinander die von einigen entfernt gelegenen Impulserzeugern
P1, P2 gelieferten und mittels impulsmodulierter Hochfreqenzen F1 bzw. F2 übertragenen
Werte anzeigt. Nach ihrer Verstärkung werden die empfangenen modulierten Hochfrequezschwingungen
mit der Frequenz eines lokalen Oszillators gemischt, der auf genaue feste Frequenzen
f1, f2 eingestellt werden kann, so daß feste Zwischenfrequenzen F1 ± f l,
F2 ± f2 entstehen.
-
In einer zweckmäßigen Ausführungsform werden die von den Impulserzeugern
modulierten Hochfrequenzschwingungen über die Leitung 33 (Fig. 5) dem Empfänger
über Kondensatoren 42 zugeleitet, die als Sperrkondensator wirken, wenn beispielsweise
eine gewöhnliche Licht- oder Kraftleitung als Übertragungsleitung benutzt wird.
Dann werden sie über einen Anpassungstransformator 43 einer Vorverstärkerröhre 44
zugeführt, deren Ausgang mit dem Steuergitter des Hexodenteiles einer Triode-Hexode
45 verbunden ist. Der Triodenteil der Röhre 45 dient als Oszillator, während der
Hexodenteil als Mischröhre dient. In dem Oszillatorkreis gestattet ein Mehrfachschalter
46 ein wahlweises Umschalten auf einen der Quarze 471, 472 zur Abstimmung des Kreises
auf die Frequenzen f l, f 2 USW., so daß eine impulsmodulierte
feste Zwischenfrequenz am Ausgang der Mischhexode entsteht. Die Zwischenfrequenz
wird in einem üblichen Zwischenfrequenzverstärker 48 verstärkt. Der Ausgang des
Verstärkers. 48 führt zu einem aus einer Doppeldiode 49 gebildeten Gleichrichter,
der in zwei Ausgangskreisen einerseits die ursprünglichen Impulse 29, 30, 31, 63
und andererseits die gleichen, aber entgegengesetzt gerichteten Impulse 29", 30",
31", 63" liefert.
-
Diese Impulse werden getrennt in einer Doppeltriode 50-50" verstärkt,
deren Ausgang zu zwei Verstärkern 52 bzw. 52" führt. Der Verstärker 52" ist so vorgespannt,
daß er nur den Durchgang der positiven Impulse mit großer Amplitude gestattet. Er
sperrt also die negativen Impulse 30" und 63" (d. h. die umgekehrten Impulse 30
und 63) sowie den positiven Impuls 31" mit kleiner Amplitude und nimmt nur den großen
positiven Bezugsimpuls 29" auf. Der Bezugsimpuls 29" wird über 53" zum Kipposzillator
eines Zeitablenkungsgenerators 54 gefühlt, der eine Sägezahuspannung 55 mit gleicher
Periode wie die der Impulse liefert. Die Sägezahnspannung 55 wird über 56 den vertikalen
Ablenkplatten 57-57' einer Kathodenstrahlröhre 58 zugeführt.
-
Wenn keine horizontale Ablenkung vorhanden ist, läuft der Leuchtpunkt
der Kathodenstrahlröhre entsprechend der Impulsfrequenz auf einer vertikale Linie.
Die Meßimpulse 30, 31 sowie die Bezugs- und Eichimpulse 29 bzw. 63 werden nach ihrer
Verstärkung in 50 bis 52 über die Leitung 53 den horizontalen Ablenkplatten 59-59'
der Kathodenstrahlröhre zugeführt. Demzufolge schreibt der Leuchtpunkt entsprechend
den ankommenden Impulsen 29, 30, 31, 63 auf dem Schirm 60 vier Zacken 29"', 30"',
31"', 63"' (s. Fig. 6). Die Bezugszacke 29"' dient als Zeitmaßstab und Abgrenzung
der Skala. Die Phasenverschiebung der Zacken 30"' und 31"' gegen 29"' ist proportional
dem Abstand zwischen diesen Zacken und der Zacke 29"'. Bei Verwendung von zwei geeigneten
Skalen (Fig. 6) 61 und 61' ist es möglich, an der Zacke 31"' den in Betracht kommenden
Abschnitt des Meßbereiches und an der Zacke 30" den Meßwert innerhalb dieses Bereiches
unmittelbar abzulesen.
-
Die vertikale Ablenkspannung kann nun geringfügigen Schwankungen unterliegen,
die eine Differenz zwischen dem Abstand zweier aufeinanderfolgender Bezugsimpulse
29"' und der Länge der Ableseskale verursachen würden. Es kommt aber selten vor,
daß zwei Bezugsimpulse gleichzeitig auf dem Schirm sichtbar sind, so daß diese Differenz
nicht festgestellt werden kann. Aus diesem Grunde ist der Eichimpuls 63"' vorgesehen.
Wenn einer der Bezugsimpulse 29"' beispielsweise dem Nullpunkt der Skalen gegenübergestellt
wird, so zeigt die Lage des Eichimpulses 63"', der eine feste Phasenlage hat, an,
ob- die Abdesun:gen richtig sind oder in welchem Umfange sie zu korrigieren sind.