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Die Erfindung betrifft ein Gemisch
oligomerer Phenaziniumverbindungen und dessen Herstellungsverfahren,
ein saures Bad zur elektrolytischen Abscheidung eines Kupferniederschlages,
enthaltend die oligomeren Phenaziniumverbindungen, sowie ein Verfahren
zum elektrolytischen Abscheiden eines Kupferniederschlages mit einem
das Gemisch enthaltenden Bad. Das erfindungsgemäße Gemisch ist als Bestandteil
in Verkupferungsbädern
einsetzbar, um insbesondere hochglänzende, eingeebnete Kupferniederschläge zur Erzeugung
dekorativer Oberflächen
herzustellen. Außerdem
kann das Gemisch als Bestandteil in Verkupferungsbädern auch
eingesetzt werden, um in Leiterplatten enthaltene Mikrosacklöcher selektiv
und vollständig
mit Kupfer zu füllen.
Ferner kann das Gemisch als Bestandteil in Verkupferungsbädern auch
eingesetzt werden, um einen Kupferniederschlag auf mit Vertiefungen
versehenen Halbleitersubstratoberflächen bei der Herstellung von
integrierten Schaltungen zu erzeugen, wobei die gesamte Halbleitersubstratoberfläche gleichmäßig mit Kupfer überzogen
wird.
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Zur Abscheidung glänzender
Kupferoberflächen
werden den meisten sauren Kupferelektrolyten in der Regel organische
Additive in geringen Mengen zugesetzt, um statt einer kristallin-matten
Abscheidung glänzende
Kupferschichten zu erhalten. Hierbei werden häufig eine Verbindung oder eine
Kombination aus mehreren Verbindungen von Zusatzstoffen, wie Polyethylenglykolen,
Thioharnstoffen nebst deren Derivaten, Thiohydantoin, Thiocarbaminsäureestern,
sowie Thiophosphorsäureestern,
zugesetzt. Allerdings besitzen die genannten Additive heutzutage
keinerlei Bedeutung mehr, da die Qualität der so erhalte nen Kupferschichten
den heutigen Anforderungen in keiner Weise mehr genügt. Die
so erhaltenen Überzüge sind
entweder zu spröde, oder
sie besitzen eine mangelhafte Glanzerscheinung und ungenügende Einebnung.
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Seit langem ist der Einsatz bestimmter
Safranine und der Derivate dieser Safranine zur Erzeugung glänzender
Kupferschichten bekannt, die gemäß
DE-PS 947 656 als
alleinige Additive verwendet werden, beispielsweise von Dimethylsafraninazodimethylanilin,
von Diethylsafraninazodimethylanilin, von Janusgrau und von Safraninazonaphthol.
Außerdem
ist auch bekannt, diese Verbindungen in Kombination mit anderen
Zusatzstoffen zu verwenden.
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In
DE-AS 1 004 880 ist die Kombination von Diethyltolusafraninazodimethylanilin,
Diethyltolusafraninazophenol, Tolusafraninazonaphthol oder Dimethyltolusafraninazodimethylanilin
oder von Phenosafranin, Tolusafranin, Fuchsia, Amethystviolett,
Mauvein, Diethyltolusafranin oder Dimethyltolusafranin mit Thioharnstoff und
Thioharnstoffderivaten zur Abscheidung von glänzenden, eingeebneten Kupferüberzügen vorgeschlagen worden
und in Patent Abstract of Japan zu
JP 60-056086 A die Kombination eines Phenazinfarbstoffes
mit Mono- oder Disulfiden, beispielsweise (3-Natriumsulfopropyl)-disulfid
und Bis-(3-natriumsulfoethyl)-disulfid,
und Polyethern zur Abscheidung hochglänzender, eingeebneter und duktiler
Kupferschichten. Die Vorschläge
in
DE-PS 947 656 ,
DE-AS 1 004 880 und
Patent Abstract of Japan zu
JP 60-056086 A führen jedoch lediglich zu Kupferüberzügen mit
unbefriedigenden Eigenschaften.
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Ferner wurde der Einsatz von Thioharnstoff-Formaldehyd-Kondensaten
als Additive zu sauren Verkupferungsbädern beschrieben: In
DE-AS 1 152 863 sind
Vorkondensate von Thioharnstoff-Formaldehyd als einzigem Einebner
in dem Bad beschrieben. Als Grundglänzer enthalten die beschriebenen
Bäder Verbindungen
vom Typ der Dithiocarbaminsäurederivate.
In
DE-AS 1 165 962 wird
die Verwendung von Vorkondensationsprodukten aus Thioharnstoff,
Formaldehyd und einer Verbindung mit mindestens zwei NH
2-Gruppen
in einem sauren Bad zur Herstellung einebnender Kupferüberzüge beschrieben.
Das Bad ent hält
weiterhin Grundglänzer.
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In
DE-AS 1 218 247 ist ein saures elektrolytisches
Kupferbad zur Herstellung hochglänzender,
eingeebneter Kupferüberzüge angegeben,
das in Wasser schwer lösliche
Verbindungen enthält,
die im Molekül
Thiocarbonylgruppen und Aryl- oder Aralkylreste im Verhältnis 1
: 1 aufweisen, wobei diese beiden Gruppen durch aneinander gebundene
oder auch durch Bestandteile eines Ringsystems bildende Heteroatome
getrennt sind. Es handelt sich hierbei beispielsweise um aromatische
N-Monosubstitutionsprodukte des Thiosemicarbazids, ferner um Thiosemicarbazone
aromatischer Aldehyde, Derivate des Thiocarbohydrazids, um heterocyclische Verbindungen
mit einer Thiocarbonylgruppe, um Thiuram-mono- und -polysulfide,
um Dixanthogen-mono- und -polysulfide und um Hydrazindithiocarbonamide.
Diese Verbindungen können
zusammen mit Derivaten von Sulfonen und Sulfoxiden der Formel RR'N-CS-S-(CH
2)
n-SO
xR'' verwendet werden.
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Obwohl auch mit den in
DE-AS 1 152 863 ,
DE-AS 1 165 962 und
DE-AS 1 218 247 offenbarten
Additiven glänzende
Kupferoberflächen
erhalten werden können,
entsprechen sie aufgrund ihres mangelhaften Einebnungsverhaltens
nicht den heutigen Praxisanforderungen.
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Des Weiteren ist die Anwendung von
Polyalkyleniminen mit organischen Thioverbindungen bekannt geworden:
In
DE-AS 1 246 347 ist
angegeben, dass ein oder mehrere geradkettige oder verzweigte Polyalkylenimine
oder deren funktionelle Derivate zur Erzeugung glänzender,
einebnender und dekorativ ansprechender Kupferüberzüge vorteilhaft sind, wobei
Glanz auch in einem erweiterten Stromdichtebereich erreichbar ist. Als
funktionelle Derivate werden insbesondere die Salze der Polyalkylenimine
und deren Umsetzungsprodukte mit Kohlendioxid, Kohlensäureestern,
Alkylhalogeniden oder Fettsäuren
genannt. Diese Stoffe können
in dem Bad zusammen mit anderen üblichen
Glanzbildnern und/oder Netzmitteln eingesetzt werden.
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Ferner werden in
DE-AS 1 521 062 Badzusammensetzungen
vorgeschlagen, die ein organisches mindestens eine Sulfonsäuregruppe
enthaltendes Sulfid sowie, im Gemisch damit oder chemisch gebunden,
einen Polyether enthalten, der mindestens drei, vorzugsweise sechs
Sauerstoffatome enthält
und frei ist von aliphatischen Kohlenwasserstoffketten mit mehr
als sechs C-Atomen. Diese Bäder
ermöglichen
die Abscheidung von glatten, glänzenden
und duktilen Kupferschichten. Als bevorzugte Polyether werden 1,3-Dioxolanpolymerisate
mit einem Molekulargewicht von mindestens 296, vorzugsweise von
etwa 5000, genannt. In Kombination mit den genannten Badadditiven
können
auch Phenazinfarbstoffe eingesetzt werden, beispielsweise Diethylphenosafraninazodimethylanilin,
Dimethylphenosafraninazodimethylanilin, Diethylphenosafraninazophenol und
Dimethylazo-(2-hydroxy-4-ethylamino-5-methyl)-benzol. Die Phenazinfarbstoffe
ermöglichen
eine hohe Einebnung und einen weiten Bereich einer glänzenden
Abscheidung.
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Die in
DE-AS 1 246 347 und
DE-AS 1 521 062 beschriebenen
Kupferelektrolyte erlauben jedoch nicht den Einsatz einer höheren kathodischen
Stromdichte. Außerdem
können
die abgeschiedenen Kupferoberflächen
nur nach einer vorausgegangenen Zwischenbehandlung vernickelt werden.
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Weiterhin ist in
US 4,551,212 A die Verwendung
einer Kombination von Janus-Grün B oder
Janus Schwarz R mit Safranin T zur Abscheidung von Kupferschichten,
die im μm-Bereich
bearbeitbar sind, offenbart. Die Eigenschaften dieser Schichten
sind im Hinblick auf die Korngröße und Härte optimiert.
Außer
den genannten Phenazinfarbstoffen kann das Bad ferner ein Netzmittel
sowie spannungsvermindernde Stoffe, beispielsweise Bis-(3-sulfopropyldisulfid)-Dinatriumsalz, enthalten.
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Darüber hinaus ist die Verwendung
von hydroxylierten und halogenierten Safraninfarbstoffen in Patent Abstracts
of Japan zu
JP 60-056086
A beschrieben worden.
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Die in
US 4,551,212 A und in Patent Abstracts of
Japan zu
JP 60-056086
A angegebenen Additive zeigen wie die übrigen vorstehend angegebenen
Dokumente nur Ergebnisse mit schlechter Brillanz und Einebnung.
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In
DE-AS 20 28 803 und
DE-AS 2 039 831 ist erstmalig
die Verwendung polymerer Phenaziniumverbindungen mit der allgemeinen
chemischen Formel <A> beschrieben worden:
in der R
1,
R
2, R
3, R
4, R
5, R
6,
R
7, R
8 und R
9 gleich oder verschieden sind und Wasserstoff,
niederes Alkyl oder gegebenenfalls durch Methyl, Ethyl, Methoxy
oder Ethoxy substituiertes Aryl und R
5 und
R
8 außerdem
mono- oder polymere Phenaziniumkationen, A einen Säurerest
und n eine ganze Zahl von 2 bis 100 darstellen. Zur Herstellung
dieser Verbindungen wird gemäß
DE-AS 20 39 831 von
einem schwefelsauren Amin, beispielsweise 2-Methyl-3-amino-6-dimethylamino-9-phenyl-phenazoniumsulfat,
ausgegangen. Dieses wird mit Schwefelsäure bei –5°C mit Nitrosylschwefelsäure und
salpetriger Säure
diazotiert. Die Reaktionslösung
wird nach Zerstörung
der salpetrigen Säure
auf 20°C
erwärmt.
Das Reaktionsgemisch wird dann mit Base neutralisiert.
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Die Abscheidung glänzender
und eingeebneter Kupferüberzüge ist bei
der Anwendung dieser Verbindungen in einem sauren Verkupferungselektrolyten
zwar grundsätzlich
möglich.
Allerdings zeigen sich oft stark schwankende Ergebnisse bei der
Verkupferung.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
von daher das Problem zugrunde, die Nachtei le der bekannten Kupferbäder zu umgehen
und insbesondere Additive zu finden, mit denen besonders gleichmäßige und
brillante, d.h. hochglänzende,
sowie eingeebnete und duktile Kupferüberzüge reproduzierbar herstellbar
sind. Außerdem
soll es auch möglich
sein, die Kupferschichten hochglänzend,
eingeebnet und duktil bei Anwendung einer relativ hohen Stromdichte
zu erzeugen. Die Zusammensetzung eines derartigen Kupferabscheidebades
soll über
einen langen Zeitraum bei einem Badbetrieb konstant ermöglichen,
dass die Kupferschichten in der gewünschten Qualität erhalten
werden.
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Das Problem wird gelöst durch
das Gemisch oligomerer Phenaziniumverbindungen nach Anspruch 1, das
Verfahren zur Herstellung des Gemisches der Verbindungen nach Anspruch
15, das saure Bad zur elektrolytischen Abscheidung eines Kupferniederschlages,
in dem das erfindungsgemäße Gemisch
der oligomeren Phenaziniumverbindungen enthalten ist, nach Anspruch
22 sowie das Verfahren zum elektrolytischen Abscheiden eines Kupferniederschlages
mit einem das Gemisch enthaltenden Bad nach Anspruch 26. Bevorzugte
Ausführungsformen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Das erfindungsgemäße Gemisch oligomerer Phenaziniumverbindungen
kann vorteilhaft in einem Bad zur elektrolytischen Herstellung eines
hochglänzenden,
eingeebneten Kupferniederschlages zur Erzeugung dekorativer Oberflächen verwendet
werden. Ferner kann das Gemisch auch vorteilhaft in einem Verkupferungsbad
zum elektrolytischen Abscheiden eines Kupferniederschlages auf Leiterplatten
eingesetzt werden, wobei der Kupferniederschlag in den Leiterplatten
enthaltene Mikrosacklöcher
selektiv und vollständig
auffüllt. Darüber hinaus
kann das Gemisch auch vorteilhaft in einem Verkupferungsbad zum
elektrolytischen Abscheiden eines Kupferniederschlages auf mit Vertiefungen
versehenen Oberflächen
von Halbleitersubstraten (Wafern) bei der Herstellung von integrierten
Schaltungen, insbesondere auf Oberflächen mit Vertiefungen mit hohem
Aspektverhältnis,
eingesetzt werden. Dabei wird der Kupferniederschlag gleichmäßig auf
der gesamten Oberfläche
des Halbleitersubstrats erzeugt.
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Unter erfindungsgemäßen Gemischen
oligomerer Phenaziniumverbindungen mit einer der allgemeinen chemischen
Formeln <I> und <II> werden nachfolgend
und in den Ansprüchen
Gemische oligomerer Phenaziniumverbindungen verstanden, die entweder
ausschließlich
mindestens eine der genannten oligomeren Phenaziniumverbindungen
mit einem Oligomerisationsgrad von 2 oder 3 enthalten, oder Gemische,
die zusätzlich
zu diesen Gemischen in geringem Umfange auch höhere oligomere Phenaziniumverbindungen
mit einem Oligomerisationsgrad von mindestens 4 enthalten. Gemäß der vorliegenden
Erfindung enthalten letztere Gemische die höheren oligomeren Phenaziniumverbindungen
mit einem Oligomerisationsgrad von mindestens 4 in einem Anteil
von weniger als 20 Mol-%. Jedenfalls sind erfindungsgemäße Gemische
mit dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
herstellbar. Im Gegensatz hierzu sind die erfindungsgemäßen Gemische
mit dem in
DE-AS 20
28 803 und
DE-AS
20 39 831 beschriebenen Herstellungsverfahren nicht zugänglich,
da dort insbesondere oligomere Phenaziniumverbindungen mit einem
Oligomerisationsgrad von > 3
(mit einem Gehalt von mehr als 20 Mol-%) entstehen.
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Sofern nachfolgend und in den Ansprüchen niederes
Alkyl erwähnt
wird, handelt es sich vorzugsweise um C1-
bis C4-Alkyl, also um Methyl, Ethyl, n-Propyl,
iso-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl und tert-Butyl. Sofern nachfolgend
und in den Ansprüchen
substituiertes Alkyl erwähnt
wird, handelt es sich vorzugsweise um mit Sulfo oder Carboxyl substituiertes
Alkyl.
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Sofern nachfolgend und in den Ansprüchen Aryl
erwähnt
wird, handelt es sich vorzugsweise um Phenyl oder um polycyclische
Aromaten, beispielsweise um Naphthyl-1 und Naphthyl-2, wobei diese
Reste jeweils unsubstituiert oder substituiert sein können. Für den Fall,
dass diese Reste substituiert sind, handelt es sich insbesondere
um mit Alkyl substituierte Arylreste, vorzugsweise substituiert
mit niederem Alkyl, Halogen, Hydroxy, Amino, wobei Amino für NH2, NHR oder NR'R'' ist, wobei R, R' und R'' wiederum niederes Alkyl sein können, Nitril, Thiocyanat
und Thiol. Phenyl kann insbesondere in 2-, 4- und 6-Stellung substitutiert
sein.
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Sofern nachfolgend und in den Ansprüchen Heteroaryl
erwähnt
wird, handelt es sich vorzugsweise um Pyridinyl, Chinolinyl und
Isochinolinyl.
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Sofern nachfolgend und in den Ansprüchen COO-Ester
und SO3-Ester erwähnt werden, handelt es sich
vorzugsweise um Carbonsäureester
der niederen Alkohole, beispielsweise um COOCH3,
COOC2H5 usw. bzw.
um Sulfonsäureester
der niederen Alkohole, beispielsweise um SO3CH3, SO3C2H5 usw. Unter niederen Alkoholen werden C1- bis C4-Alkohole
verstanden, also Methanol, Ethanol, n-Propanol, iso-Propanol, n-Butanol,
iso-Butanol und tert-Butanol. Unter COO-Salzen und SO3-Salzen
werden nachfolgend und in den Ansprüchen Carbonsäuresalze
bzw. Sulfonsäuresalze,
also insbesondere die Alkali-, Erdalkali-, Aluminium- und Kupfersalze
verstanden, beispielsweise Na+COO– bzw.
Cu2+(SO3
–)2.
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Sofern nachfolgend und in den Ansprüchen Halogen
erwähnt
wird, so handelt es sich um Fluor, Chlor, Brom und Iod, vorzugsweise
um Chlor.
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Für
die Zwecke der Nummerierung der Skelett-Kohlenstoffatome in den
Phenazinium-Monomereinheiten wird nachfolgend und in den Ansprüchen von
der IUPAC-Nomenklatur ausgegangen, wobei im Zweifel allerdings die
ausdrücklich
mittels chemischer Strukturformeln angegebenen Strukturen Vorrang
genießen.
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Das der Erfindung zugrunde liegende
Problem wird erfindungsgemäß durch
ein neuartiges Gemisch oligomerer Phenaziniumverbindungen gelöst, die
in einem sauren Kupferabscheideelektrolyten vorteilhaft einsetzbar
sind.
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Das erfindungsgemäße Gemisch oligomerer Phenaziniumverbindungen
ist mit einem Herstellungsverfahren erhältlich, bei dem in einer Eintopfreaktion
eine monomere Phenaziniumverbindung oder ein Gemisch mehrerer monomerer Phenaziniumverbindungen
diazotiert und die entstandenen Diazoniumverbindungen zu dem Gemisch
oligomerer Phenaziniumverbindungen verkocht werden.
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Dagegen ist das erfindungsgemäße Gemisch
oligomerer Phenaziniumverbindungen mit dem in
DE-AS 20 28 803 und
DE-AS 20 39 831 beschriebenen
Herstellungsverfahren nicht erhältlich.
Vielmehr ist festgestellt worden, dass das erfindungsgemäße Gemisch
nur durch das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
hergestellt werden kann.
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Die oligomeren Phenaziniumverbindungen
in dem erfindungsgemäßen Gemisch
sind dadurch gekennzeichnet, dass sie dimer oder trimer sind und
- 1. dass sie insbesondere ein oder mehrere Hydroxygruppen
oder besser Halogenatome enthalten können,
- 2. und/oder dass vorzugsweise nicht jede Phenazin-Monomereinheit
eine Ladung tragen muss,
- 3. und/oder dass die Verbindungen im Molekül bevorzugt unterschiedliche
Phenazin-Monomereinheiten enthalten können.
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Die Erfindung ist daher insbesondere
dadurch charakterisiert, dass das Gemisch oligomerer Phenaziniumverbindungen
mindestens eine Phenaziniumverbindung enthält, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend zwei
Monomereinheiten enthaltende Verbindungen gemäß der nachstehenden allgemeinen
chemischen Formel <I>:
und drei Monomereinheiten
enthaltende Verbindungen gemäß der nachstehenden
allgemeinen chemischen Formel <II>:

sowie weitere oligomere Phenaziniumverbindungen.
Für den
Fall, dass das erfindungsgemäße Gemisch
ausschließlich
die Verbindungen mit den allgemeinen chemischen Formeln <I> und <II> enthält, handelt
es sich bei den weiteren oligomeren Phenaziniumverbindungen ebenfalls
um zwei und/oder drei Monomereinheiten enthaltende oligomere Phenaziniumverbindungen.
Die weiteren oligomeren Phenaziniumverbindungen können in
diesem Fall auch mit den die vorgenannten allgemeinen chemischen
Formeln <I> und <II> aufweisenden Phenaziniumverbindungen
identisch sein. Für
den Fall, dass das erfindungsgemäße Gemisch
nicht ausschließlich
die Verbindungen mit den allgemeinen chemischen Formeln <I> und <II> enthält sondern
auch andere oligomere Phenaziniumverbindungen, handelt es sich bei
den weiteren oligomeren Phenaziniumverbindungen um Oligomere mit
einem Oligomerisationsgrad von 4 oder mehr. Diese weiteren Verbindungen
können insbesondere
die in den vorgenannten allgemeinen chemischen Formeln <I> und <II> angegebenen Substitutionsmuster
in den jeweiligen Monomereinheiten aufweisen.
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Die Struktureinheit N(R
5/5'
/5'')CC/R
4/4
'/4'')C(R
3/3'/
3'') hat darin die Bedeutung einer
der folgenden allgemeinen chemischen Formeln <IIIa> oder <IIIb>:
oder
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In den allgemeinen chemischen Formeln <I> und <II> haben R1,
R2, R3, R4, R6, R7,
R8, R9, R1',
R2',
R3', R4',
R6',
R7',
R8',
R9',
R1'', R2'', R3'', R4'', R6'', R7'', R8'' und R9'' unabhängig voneinander
jeweils eine der folgenden Bedeutungen: Wasserstoff, Halogen, Amino,
wobei Amino insbesondere unsubstituiert oder mit niederem Alkyl substituiert
sein kann, ferner OH, CN, SCN, SH, COOH, COO-Salz, COO-Ester, SO3H, SO3-Salz, SO3-Ester, niederes Alkyl, wobei das Alkyl
auch substituiert sein kann, Aryl und Heteroaryl. Außerdem können diese
Reste auch eine einfache Bindung darstellen, die die einzelnen Monomereinheiten
jeweils untereinander verbinden. Da die Verknüpfungsstelle der jeweiligen
Monomereinheiten untereinander für
die Wirkung des erfindungsgemäßen Gemisches
in einem Verkupferungsbad nicht entscheidend ist, kann jeder der
genannten Reste R1, R2, R3, R4, R6,
R7, R8, R9, R1', R2', R3',
R4',
R6',
R7',
R8',
R9',
R1'', R2'', R3'', R4'', R6'', R7'', R8'' und R9'' gleichwertig
eine einfache Bindung darstellen. Die äußeren Monomereinheiten von
trimeren Verbindungen können
an denselben oder an unterschiedliche C6-Ringe
der mittleren Monomereinheit gebunden sein.
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R5, R5' und
R5'' haben unabhängig voneinander
jeweils dieselben Bedeutungen wie R1, R2, R3, R4,
R6, R7, R8, R9, R1', R2',
R3',
R4',
R6',
R7',
R8',
R9',
R1'', R2'', R3'', R4'', R6'', R7'', R8'' und R9'', jedoch mit
der Maßgabe,
dass sie eine einfache Bindung nicht darstellen. Dies bedeutet,
dass jedes der beiden oder drei Monomereinheiten in den oligomeren
Phenaziniumverbindungen zwar über
jedes der Skelett-Kohlenstoffatome mit einer anderen Monomereinheit
verbunden sein kann. Eine Bindung über ein Stickstoffatom kommt
aber nicht in Betracht.
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Ferner können R2,
R2',
R2'', R3, R3' und R3'' auch ausgewählt sein aus der Gruppe, umfassend
Oxo, Imino und Methylen, mit der Maßgabe, dass eine mit Oxo, Imino
oder Methylen substituierte Monomereinheit die Struktureinheit N(R5/5'/5'')CC(R4/4'/4'')C(R3/3'/3'') mit der allgemeinen chemischen
Formel <IIIb> aufweist. Dies bedeutet,
dass sich in diesem Falle eine chinoide Struktur in dem Ring bildet,
an das Oxo, Imino oder Methylen gebunden ist. Weiterhin ist in diesem
Zusammenhang auch zu berücksichtigen,
dass die einzelnen Monomereinheiten in sich spiegelsymmetrisch sind,
so dass auch R7, R7', R7'', R8, R8' und R8'' anstelle von R2,
R2',
R2'', R3, R3' und R3'' Oxo, Imino oder Methylen sein
können,
da letztere Reste mit den vorstehenden vertauschbar sind. Oxo, Imino
und Methylen können
in der drei Monomereinheiten aufweisenden oligomeren Phenaziniumverbindung
vorzugsweise an die äußeren Monomereinheiten
gebunden sein.
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Wenn R
2,
R
2',
R
2'', R
3, R
3' und R
3'' nicht Oxo, Imino oder Methylen
sind, weist die Struktureinheit NCC(R
1/1'/1'')C(R
2/2'/2'') ferner eine der folgenden allgemeinen
chemischen Formeln <IVa> oder <IVb> auf:
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In den allgemeinen chemischen Formeln <I> und <II> ist A– ein
Säureanion.
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In erfindungsgemäßer Weise sind alle oligomeren
Phenaziniumverbindungen mit einer der allgemeinen chemischen Formeln <I> und <II> in einem Anteil von
mindestens 80 Mol.-% in dem Gemisch enthalten.
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Bei der Herstellung der bekannten
polymeren Verbindungen kommt es aufgrund des herkömmlichen zweistufigen
Herstellungsprozedere (Diazotierung und anschließende Verkochung) gemäß
DE-AS 20 39 831 oft
zu stark schwankenden Zusammensetzungen mit unterschiedlichen Polymerisationsgraden
und infolge dessen zu unterschiedlichen Wirksamkeiten dieser Substanzen
im Elektrolyten. Des Weiteren zeigen die hochmolekularen polymeren
Phenaziniumkationen mit einem Oligomerisationsgrad von größer als
5 eine schlechte Löslichkeit
im Kupferelektrolyten und können
dort ihre Wirkung nur noch sehr beschränkt entfalten.
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Mit dem aus
DE-AS 20 39 831 bekannten
Herstellungsverfahren kann das erfindungsgemäße Gemisch nicht hergestellt
werden. Daher stellt das neuartige Syntheseverfahren für den Bereich
der Safraninadditive eine maßgebliche
Verbesserung gegenüber
bekannten Verfahren dar.
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Somit sind insbesondere Gemische
oligomerer Phenaziniumverbindungen Gegenstand der vorliegenden Erfindung,
die durch Diazotieren eines Safranins oder eines Gemisches mehrerer
Safranine und Verkochen der entstandenen Diazoniumverbindungen in
einer Eintopfreaktion hergestellt sind.
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Mit dem neuartigen Diazotierungs-
und Verkochungsverfahren wird ein Gemisch erhalten, in dem überwiegend
dimere und trimere Phenaziniumkationen enthalten sind und das weitgehend
frei ist von polymeren Strukturen. Weiterhin haben sich oligomere
Phenaziniumverbindungen als vorteilhaft herausgestellt, die Dimere
und Trimere enthalten, die ein Defizit an positiven Ladungen aufweisen,
so dass diese Dimere und Trimere teilweise nur einfach bzw. zweifach
geladen sind.
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Außerdem erweisen sich solche
Dimere und Trimere im erfindungsgemäßen Gemisch als besonders vorteilhaft,
die halogenierte oligomere Phenaziniumkationen enthalten. Diese
weisen eine beträchtlich
höhere Aktivität auf als
die ha logenierten Monomere oder Polymere mit einem höheren Polymerisationsgrad.
So konnte gezeigt werden, dass die reinen halogenierten polymeren
Safraninfarbstoffe oftmals nur eine mangelhafte galvanotechnische
Aktivität
zeigen.
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Des Weiteren zeigen Additive eine
erhöhte
galvanotechnische Aktivität,
die Trimere und Dimere mit unterschiedlichen Monomereinheiten enthalten,
die entweder aus einer Codimerisierung bzw. Cotrimerisierung verschiedener
Safraninfarbstoffe oder aus einer teilweisen Degradation der oben
aufgeführten
Verbindungen während
der Verkochung entstehen.
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Bei Verwendung des erfindungsgemäßen Gemisches
in einem sauren elektrolytischen Verkupferungsbad ist es möglich, dieses
bei einer hohen Stromdichte zu betreiben. Außerdem werden in Verbindung mit
an sich bekannten anderen Additiven besonders gleichmäßige, brillante
Kupferabscheidungen ermöglicht. Ferner
ist die Wirksamkeit der oligomeren Phenaziniumfarbstoffe durch deren
erfindungsgemäße Synthese um
ein Mehrfaches erhöht.
Durch Zusatz des speziellen erfindungsgemäßen Gemisches oligomerer Phenaziniumverbindungen
in einem Kupferelektrolyten wird daher eine hervorragende Brillanz
bei deutlich geringerer Einsatzkonzentration dieser Additive als
bei Verwendung herkömmlicher
monomerer oder polymerer Phenaziniumverbindungen erzielt. Die Wirksamkeit
und damit die Wirtschaftlichkeit ist dadurch deutlich gesteigert.
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Ferner ist die Löslichkeit der dimeren und trimeren
Additive überraschend
besser als die der polymeren Phenaziniumverbindungen. Darüber hinaus
ist die Synthese durch ein Einstufenverfahren in Gegenwart von Katalysatoren
wesentlich vereinfacht.
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In besonders bevorzugten Verbindungen
im erfindungsgemäßen Gemisch
hat mindestens einer der Reste, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
R2, R2', R2'', R3,
R3',
R3'', R7, R7', R7'', R8,
R8' und
R8'', jeweils eine der
Bedeutungen, ausgewählt
aus der Gruppe, umfassend Halogen und Hydroxy. In einer besonders
bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
sind Hydroxy und Halogen in der trimeren Phenaziniumverbindung an
den bezeichneten Substitutionsstellen an die äußeren Monomereinheiten gebunden,
so dass mindestens einer der Reste, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
R2, R3, R7'' und R8'', in den oligomeren
Phenaziniumverbindungen gemäß der allgemeinen
chemischen Formel <II> jeweils eine der Bedeutungen,
ausgewählt
aus der Gruppe, umfassend Halogen und Hydroxy, hat. Diese Verbindungen
zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine hervorragende Brillanz
bis in Bereiche geringster Stromdichte bei der Kupferabscheidung
hervorrufen.
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Weiterhin sind Gemische bevorzugt,
in denen mindestens einer der Reste, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
R2, R2' und R2'', für niederes Alkyl, insbesondere
für Methyl
oder Ethyl, steht. Derartige Verbindungen sind durch Synthese leicht
zugänglich.
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Weiterhin sind Gemische bevorzugt,
in denen mindestens einer der Reste, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
R7, R7' und R7'', für ein alkyliertes Amin steht,
insbesondere für
N-Methylamin, N-Ethylamin, N,N-Dimethylamin und N,N-Diethylamin.
Bei Verwendung derartiger Phenaziniumverbindungen im erfindungsgemäßen Gemisch
wird der Vorteil einer extrem hohen galvanischen Wirksamkeit erzielt.
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Ferner ist es günstig, Gemische einzusetzen,
in denen mindestens einer der Reste, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
R5, R5' und R5'', für Methyl oder für ein Aryl
steht, wobei Aryl insbesondere Phenyl oder Tolyl ist. Diese Gemische
haben den Vorteil, dass sie schon bei geringster Einsatzkonzentration
im Kupferelektrolyten optimale Ergebnissen hervorbringen, so dass
das Abscheideverfahren sehr wirtschaftlich ist. Hierbei zeigt die
Arylgruppe eine deutlich bessere galvanische Wirkung als eine Alkylgruppe.
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Es hat sich auch aus vorteilhaft
herausgestellt, Gemische zu verwenden, in denen das Säureanion
A– ausgewählt ist
aus der Gruppe, umfassend Sulfat, Hydrogensulfat, Halogenid, Tetrafluoroborat,
Hexafluorophosphat, Nitrat, Ace tat, Trifluoracetat und Methansulfonat.
Unter Halogenid sind Fluorid, Chlorid, Bromid und Iodid zu verstehen.
Gemische mit diesen Säureanionen
sind insbesondere gut einsetzbar in elektrolytischen sauren Verkupferungsbädern, da
sie die Abscheidungsbedingungen nicht nachteilig beeinflussen. Außerdem weisen
5 dimere und trimere Phenaziniumverbindungen mit diesen Säureanionen
eine gute Löslichkeit
in den Verkupferungsbädern
auf.
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In besonders wirksamen erfindungsgemäßen Gemischen
haben die dimeren und/oder trimeren Phenaziniumverbindungen die
nachstehend angegebenen allgemeinen chemischen Formeln <V>, <VI>, <VII> und <VIII>:
worin R
1,
R
2, R
4, R
6, R
8, R
9,
R
1',
R
2',
R
3',
R
4',
R
6',
R
8',
R
9',
R
1',
R
2'', R
3'', R
4'', R
6'', R
8'' und R
9'' die vorgenannten Bedeutungen
haben und worin R
10, R
11,
R
10',
R
11',
R
10'' und R
11'' für Wasserstoff
oder niederes Alkyl stehen.
-
In diesen Fällen sind zweiwertige Oxogruppen,
Iminogruppen oder Methylengruppen vorhanden, so dass ein Ladungsdefizit
in der oligomeren Phenaziniumverbindung entsteht, da sich jeweils
chinoide Strukturen ausbilden. Diese Strukturen sind ebenfalls hochwirksam.
-
In diesen Verbindungen können alle
Reste R1, R2, R4, R6, R8,
R9, R10, R11, R1', R2', R3',
R4',
R6',
R8',
R9', R10',
R11',
R1',
R2'', R3'', R4'', R6'', R8'', R9'', R10'', und R11'' bevorzugt unabhängig voneinander
jeweils eine der Bedeutungen haben, ausgewählt aus der Gruppe, umfassend
Wasserstoff oder niederes Alkyl, wie Methyl oder Ethyl. A– bedeutet
ein Gegenanion wie oben beschrieben, bevorzugt Chlorid, Hydrogensulfat
oder Tetrafluoroborat.
-
Diese Verbindungen im erfindungsgemäßen Gemisch
weisen den Vorteil auf, dass zusätzlich
zu einem guten Glanz auch eine gute Einebnung erzielt wird.
-
Folgende Monomereinheiten im erfindungsgemäßen Gemisch
haben sich besonders bewährt,
da sie eine hervorragende Brillanz sowohl bei hoher als auch bei
niedriger Stromdichte bei deutlich geringerer Einsatzkonzentration
im Kupferelektrolyten zeigen:
- a) 7-N,N-Dimethylamino-3-hydroxy-2-methyl-5-phenyl-phenazinium
mit folgender chemischer Formel:
- b) 3-Chlor-7-N,N-dimethylamino-5-phenyl-phenazinium mit folgender
chemischer Formel:
- c) 8-Dimethylamino-10-phenyl-10H-phenazin-2-on mit folgender
chemischer Formel:
- d) 2-N,N-Dimethylamino-10-phenyl-5,10-dihydrophenazin mit folgender
chemischer Formel:
- e) 3-N-Ethylamino-7-hydroxy-5-phenyl-phenazinium mit folgender
chemischer Formel:
- f) 3-Chlor-7-N-ethylamino-5-phenyl-phenazinium mit folgender
chemischer Formel:
- g) 3-Methyl-8-N-methylamino-10-phenyl-10H-phenazin-2-on mit
folgender chemischer Formel:
- h) 7-N-Methylamino-2-methyl-5-phenyl-5,10-dihydrophenazin mit
folgender chemischer Formel:
-
Folgende oligomere Phenaziniumverbindungen
im erfindungsgemäßen Gemisch
wurden nachgewiesen und sind hervorragend geeignet für die elektrolytische
Kupferabscheidung mit höherer
Stromdichte, wobei die Neigung zur Bildung von Anbrennungen verringert
wird:
- i. 3'-N,N-Dimethylamino-3,8'-dimethyl-8-(N-methylamino)-7'-oxo-10,5'-diphenyl-5',7'-dihydro-[2,2']biphenazinyl-10-ium-chlorid:
- ii. 3,8',8''-Trimethyl-8,3',3''-tris-(N-methylamino)-7''-oxo-10,5',5''-triphenyl-5',10',5'',7''-tetrahydro-[2,2';7',2'']terphenazin-10-ium-chlorid:
- iii. 8,3'-Bis-(N,N-dimethylamino)-8'-methyl-7'-oxo-10,5'-diphenyl-5',7'-dihydro-[2,2']biphenazinyl-10-ium-hydrogensulfat:
-
Weitere erfindungsgemäße Substanzen
mit sehr guter Wirkung sind:
- iv. 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-3,3'-dimethyl-10,10'-diphenyl-[2,2']-biphenazinyl-10,10'-ium-tetrafluoroborat:
- v. 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-10,10'diphenyl-3-methyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-tetrafluoroborat:
- vi. 3,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-8,3'-dimethyl-5,10'-diphenyl-7-hydroxy-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-tetrafluoroborat:
- vii. 3,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-8,3'-dimethyl-5,10'-diphenyl-7-hydroxy-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-chlorid:
- viii. 3,8',8''-Tris-(N,N-dimethylamino)-8-methyl-5,10',10''-triphenyl-[2,2';7',2'']terphenazin-5,10',10''-ium-tetrafluoroborat:
- ix. 8'-N,N-Diethylamino-8-N,N-dimethylamino-3-methyl-10,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-sulfat:
- x. 8'-N,N-Diethylamino-3-N,N-dimethylamino-7-hydroxy-8-methyl-5,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-6,10'-ium-sulfat:
- xi. 8,3',3''-Tris-(N,N-dimethylamino)-7''-oxo-10,5',5''-triphenyl-5',10',5'',7''-tetrahydro-[2,2';7',2'']terphenazin-10-ium-hydrogensulfat:
- xii. 3,8'-Bis-(N,N-diethylamino)-7-hydroxy-5,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-6,10'-ium-sulfat:
- xiii. 7-Chlor-3,8'-bis-(N,N-dimethylamino)-5,10'-diphenyl-8-methyl-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-chlorid:
- xiv. 7-Chlor-3,8'-bis-(N,N-dimethylamino)-8,3'-dimethyl-5,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-chlorid:
- xv. 7-Chlor-3,8'-bis-(N,N-dimethylamino)-5,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-chlorid:
- xvi. 7-Chlor-3,8',8''-tris-(N,N-dimethylamino)-8,3'-dimethyl-5,10',10''-triphenyl-[2,2';7',2'']terphenazinyl-5,10',10''-ium-chlorid:
- xvii. 7-Chlor-8,1'-dimethyl-8'-N,N-dimethylamino-5,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-chlorid:
- xviii. 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-10,10'-dimethyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-hydrogensulfat:
- xix. 8,3',3''-Tris-(N,N-dimethylamino)-7''-oxo-10,5',5''-triphenyl-5'',7''-dihydro-[2,2';7',2'']terphenazin-10,5'-ium-hydrogensulfat:
- xx. 8,3',3''-Tris-(N,N-dimethylamino)-8-methyl-5,10',10''-triphenyl-[2,2';7',2'']terphenazin-5,10',10''-ium-tetrafluoroborat:
- xxi. 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-10,10'diphenyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-tetrafluoroborat:
- xxii. 8,8'-Bis-(N-methylamino)-3-chlor-10,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-chlorid:
- xxiii. 3,3',3''-Tris-(N-methylamino)-8''-chlor-5,5',5''-triphenyl-[8,2';8',7'']terphenazin-5,5',5''-ium-chlorid:
-
Die Identität und der Gehalt der dimeren
und trimeren Phenaziniumverbindungen in dem erfindungsgemäßen Gemisch
kann mit folgenden Methoden ermittelt werden:
Zur Identifizierung
und erfindungsgemäßen Quantifizierung
der Verbindungen im Gemisch wird vorliegend insbesondere die Massenspektrometrie
eingesetzt, wobei die Spektren insbesondere unter folgenden Bedingungen
aufgenommen werden können:
mittels Elektronenspray-Ionisierung, gekoppelt mit einem Quadrupol-Massenspektrometer
(ESI/MS) oder mit einer Quadrupol-Ionenfalle (ESI/QIT-MS), Atmospheric
Pressure Matrix Assisted Laser Desorption Ionization, gekoppelt
mit einer Quadrupol-Ionenfalle (AP-MALDI/QIT-MS), oder Matrix Assisted
Laser Desorption Ionization, gekoppelt mit einem Flugzeit-Massenspektrometer
(MALDI-TOF). Die MALDI-Verfahren werden bevorzugt. Zur quantitativen
Bestimmung der Verbindungen wird die Summe aller Signale im Massenspektrum
auf 100 Mol-% gesetzt. Die Höhe
der einzelnen detektierten Signale wird darauf bezogen. Dabei wird
angenommen, dass die Ionisierbarkeit und die Empfindlichkeit für die zuordenbaren Molekülpeaks gleich
hoch ist.
-
Alternativ können die oligomeren Phenaziniumverbindungen
auch mittels einer weiteren Methode quantitativ bestimmt werden,
bei der ein Massenspektrometer mit einer Hochleistungsflüssigkeitschromatographieeinheit
gekoppelt wird (LC-MS-Kopplung), um die einzelnen Peaks im HPLC-Chromatogramm
durch das Massenspektrum zuordnen zu können. Nach einer ersten Identifizierung
aus einem Referenzgemisch mittels LC-MS-Kopplung kann die quantitative
Bestimmung dann auch ohne LC-MS-Kopplung durchgeführt werden, indem
die Retentionszeit der Peaks zur Identifizierung herangezogen wird.
-
Alternativ kann zur quantitativen
Bestimmung der oligomeren Phenaziniumverbindungen im Gemisch auch
die HPLC-Methode verwendet werden, wobei insbesondere die Gelpermeationschromatographie
eingesetzt wird. In diesem Falle können dem Laufmittel zur besseren
Trennung der positiv geladenen Verbindungen anionische Netzmittel
zur Bildung von Ionenpaaren zugegeben werden (Ionenpaarchromatographie).
-
Die oligomeren Phenaziniumverbindungen
mit den oben beschriebenen Strukturen in den erfindungsgemäßen Gemischen
können
durch Umsetzung monomerer Phenaziniumverbindungen mit folgender
allgemeiner chemischer Formel <IX>:
worin R
1,
R
2, R
4, R
5, R
6, R
7,
R
8 und R
9 dieselben
Bedeutungen haben, wie zuvor für
die oligomeren Phenaziniumverbindungen mit den allgemeinen chemischen
Formeln <I> und <II> angegeben,
in
einer Diazotierungs- und Verkochungssequenz in einer Eintopfreaktion
erhal ten werden. Die Reaktion wird vorzugsweise unter Verwendung
von Nitrit, insbesondere Natriumnitrit, oder von Nitrosylschwefelsäure in Säure, vorzugsweise
Mineralsäure,
wie Hexafluorophosphorsäure,
Phosphorsäure,
Bromwasserstoffsäure
und besonders bevorzugt Salzsäure,
Schwefelsäure,
Tetrafluorborsäure
sowie deren Mischungen, durchgeführt.
-
Bevorzugt können für die Synthese Safraninfarbstoffe
eingesetzt werden, in denen R1, R4, R6 und R9 jeweils für Wasserstoff, R5 für Phenyl
und R7 für
NR10R11 stehen,
wobei R10 und R11 unabhängig voneinander jeweils
eine der vorgenannten Bedeutungen haben, die für dieselben Reste in den allgemeinen
chemischen Formel <V>, <VI>, <VII> und <VIII> angegeben sind, insbesondere
Wasserstoff und niederes Alkyl.
-
Die oligomeren Phenaziniumverbindungen
in dem erfindungsgemäßen Gemisch
können
in einer Eintopfreaktion auch unter Verwendung unterschiedlicher
monomerer Phenaziniumverbindungen mit der vorgenannten allgemeinen
chemischen Formel <IX> hergestellt werden.
-
Dabei können die Diazoniumsalze erfindungsgemäß in-situ
verkocht werden, wobei die Reaktion in Gegenwart geeigneter Katalysatoren,
wie Alkalixanthogenaten, Alkalithiocyanaten, Alkaliselenocyanaten
und vor allem Übergangsmetallen
und deren Verbindungen, wie z.B. elementarem Kupfer und seinen Verbindungen,
beispielsweise Kupfer(I)- und Kupfer(II)halogeniden, Kupferoxiden
sowie den entsprechenden Kupferpseudohalogeniden, Nickel, Palladium
und Eisen, durchgeführt
werden kann. Der Katalysator ist vorzugsweise pulverförmig.
-
Beim erfindungsgemäßen in-situ-Verfahren
handelt es sich um ein Eintopfverfahren, bei dem die in der Mineralsäure suspendierten
Farbstoffe mit oder ohne die oben beschriebenen Katalysatoren bei
erhöhter
Temperatur, vorzugsweise bei einer Temperatur von mindestens 15°C und vornehmlich
bei 30 – 65°C, langsam
mit Natriumnitrit oder Nitrosylschwefelsäure versetzt werden, so dass eine
getrennte vorherige Diazotierung mit anschließender Verkochung nicht durchgeführt wird.
-
Nach beendeter Reaktion wird der
Reaktionsansatz vorzugsweise in Natron- oder Kalilauge eingetragen oder der
Reaktionsansatz auf einen Schwefelsäure-Titergehalt von < 1 Gew.-% eingestellt und der anfallende
Feststoff abfiltriert.
-
Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren wird
durch folgende Herstellungsbeispiele erläutert:
-
Herstellungsbeispiel 1:
-
1 g 3-Amino-7-N,N-dimethylamino-2-methyl-5-phenyl-phenaziniumchlorid
und 174 mg Kupferpulver wurden in 15 ml 50 Gew.-%iger Tetrafluorborsäure suspendiert
und auf 65°C
erhitzt. Anschließend
wurde langsam eine gesättigte
wässrige
Natriumnitrit-Lösung
(570 mg in 10 ml Wasser) zugetropft und eine weitere halbe Stunde
bei dieser Temperatur nachgerührt.
Der Reaktionsansatz wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und das
Reaktionsgemisch in 50 Gew.-%ige Natronlauge eingetragen. Der auftretende
schwarze Feststoff wurde abfiltriert und getrocknet.
-
Ausbeute: 520 mg oligomere Phenazinium-Verbindung
1, die zu
- – ca.
30 Mol-% aus 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-3,3'-dimethyl-10,10'-diphenyl-[2,2']-biphenazinyl-10,10'-ium-tetrafluoroborat (Verbindung <iv>),
- – ca.
30 Mol-% aus 3,8',8''-Tris-(N,N-dimethylamino)-8-methyl-5,10',10''-triphenyl-[2,2';7',2'']terphenazin-5,10',10''-ium-tetrafluoroborat
(Verbindung <viii>),
- – ca.
15 Mol-% aus 3'-N,N-Dimethylamino-3,8'-dimethyl-8-(N-methylamino)-7'-oxo-10,5'-diphenyl-5',7'-dihydro-[2,2']biphenazinyl-10-ium-chlorid
(Verbindung <i>) und
- – ca.
15 Mol-% aus 3,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-8,3'-dimethyl-5,10'-diphenyl-7-hydroxy-[2,2']biphenazinyl-5,10'-ium-tetrafluoroborat
(Verbindung <vi>)
bestand.
-
Herstellungsbeispiel 2:
-
10 g 3-Amino-7-N,N-dimethylamino-2-methyl-5-phenyl-phenaziniumchlorid
und 2,351 g Kupferpulver wurden in 100 ml 50 Gew.-%iger Tetrafluorborsäure suspendiert
und auf 50°C
erhitzt. Anschließend
wurde langsam eine gesättigte
wässrige
Natriumnitritlösung
(4,164 g in 15 ml Wasser) zugetropft und eine weitere Stunde bei
dieser Temperatur nachgerührt.
Der Reaktionsansatz wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und das
Reaktionsgemisch in 50 Gew.-%ige Natronlauge eingetragen. Der auftretende
schwarze Feststoff wurde abfiltriert und getrocknet.
-
Ausbeute: 9,8 g oligomere Phenazinium-Verbindung
2, die zu
- – 30
Mol-% aus 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-3,3'-dimethyl-10,10'-diphenyl-[2,2']-biphenazinyl-10,10'-ium-tetrafluoroborat (Verbindung <iv>),
- – 30
Mol-% aus 3,8',8''-Trimethyl-8,3',3''-tris-(N-methylamino)-7''-oxo-10,5',5''-triphenyl-5',10',5'',7''-tetrahydro-[2,2';7',2'']terphenazin-10-ium-chlorid (Verbindung <ii>),
- – 15
Mol-% aus 3'-N,N-Dimethylamino-3,8'-dimethyl-8-(N-methylamino)-7'-oxo-10,5'-diphenyl-5',7'-dihydro-[2,2']biphenazinyl-10-ium-chlorid
(Verbindung <i>) und
- – 15
Mol-% aus 8,8'-Bis-(N,N-dimethylamino)-10,10'diphenyl-3-methyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-tetrafluoroborat
(Verbindung <v>)
bestand.
-
Die erste Verbindung <vi> ließ sich aus
dem Gemisch durch Gelpermeation mit einer Polydextran-Säule in Perchlorsäure isolieren.
Die Reinheit der Verbindung <vi> betrug > 90%.
-
Herstellungsbeispiel 3:
-
1,5 g 3-Amino-7-N,N-dimethylamino-2-methyl-5-phenyl-phenaziniumchlorid,
1,5 g 3-Amino-7-N,N-diethylamino-5-phenyl-phenaziniumchlorid und
590 mg Kupferpulver wurden in 100 ml 50 Gew.-%iger Schwefelsäure suspendiert
und auf 50°C
erhitzt. Anschließend
wurde langsam eine gesättigte wässrige Natriumnitritlösung (1,226
g in 10 ml Wasser) zugetropft und eine weitere Stunde bei dieser
Temperatur nachgerührt.
Der Reaktionsansatz wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und
das Reaktionsgemisch in 50 Gew.-%ige Natronlauge eingetragen. Der
auftretende schwarze Feststoff wurde abfiltriert und getrocknet.
-
Ausbeute: 0,8 g oligomere Phenazinium-Verbindung
3, die zu
- – 45
Mol-% aus 8'-N,N-Diethylamino-8-N,N-dimethylamino-3-methyl-10,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-10,10'-ium-sulfat (Verbindung
(<ix>),
- – 15
Mol-% aus 8,3'-Bis-(N,N-dimethylamino)-8'-methyl-7'-oxo-10,5'-diphenyl-5',7'-dihydro-[2,2']biphenazinyl-10-ium-hydrogensulfat
(Verbindung (<iii>),
- – 15
Mol-% aus 8,3',3''-Tris-(N,N-dimethylamino)-7''-oxo-10,5',5''-triphenyl-5',10',5'',7''-tetrahydro-[2,2';7',2''terphenazin-10-ium-hydrogensulfat (Verbindung <xi>) und
- – 15
Mol-% aus 3,8'-Bis-(N,N-diethylamino)-7-hydroxy-5,10'-diphenyl-[2,2']biphenazinyl-6,10'-ium-sulfat (Verbindung
(<xii>)
bestand.
-
Die so gewonnenen erfindungsgemäßen oligomeren
Phenaziniumverbindungen wurden allein oder in Kombination mit Glanzbildnern
oder Netzmitteln einem Kupferelektrolyten, insbesondere einem sauren,
vorzugsweise schwefelsauren Bad, zugesetzt.
-
Um auf einem Werkstück eine
Kupferschicht mit einem elektrolytischen Verfahren abscheiden zu
können,
wird dieses zusammen mit einer Anode mit dem Bad in Kontakt gebracht.
Das Bad enthält
Kupferionen und das erfindungsgemäße Gemisch oligomerer Phenaziniumverbindungen.
Zur Metallabscheidung wird dann ein elektrischer Stromfluss zwischen
dem Werkstück
und der Anode erzeugt.
-
Die Grundzusammensetzung des Kupferelektrolyten
kann in weiten Grenzen schwanken. Im allgemeinen wird eine saure
kupferionenhaltige wässrige
Lösung
folgender Zusammensetzung benutzt:
Kupfersulfat (CuSO4 · 5H2O) 20 – 300
g/l
vorzugsweise 180 – 220
g/l
Schwefelsäure,
konz. 50 – 350
g/l
vorzugsweise 50 – 90
g/l
Chloridionen 0,01 – 0,25
g/l,
vorzugsweise 0,05 – 0,14
g/l
-
Anstelle von Kupfersulfat können zumindest
teilweise auch andere Kupfersalze benutzt werden. Auch die Schwefelsäure kann
teilweise oder ganz durch Fluoroborsäure, Methansulfonsäure oder
andere Säuren ersetzt
werden. Die Chloridionen werden als Alkalichlorid (z. B. Natriumchlorid)
oder in Form von Salzsäure p.A.
zugesetzt. Die Zugabe von Natriumchlorid kann ganz oder teilweise
entfallen, wenn in den Zusätzen
bereits Halogenidionen enthalten sind.
-
Die oligomeren Phenaziniumverbindungen
der vorliegenden Erfindung werden dem Bad vorzugsweise in einer
Konzentration von 0,00005 – 0,1
g/l zugegeben.
-
Außerdem können im Bad übliche Glanzbildner,
Einebner oder Netzmittel enthalten sein. Um glänzende Kupferniederschläge mit vorbestimmten
physikalischen Eigenschaften zu erhalten, können zu dem erfindungsgemäßen sauren
Bad mindestens eine wasserlösliche
Schwefelverbindung und eine sauerstoffhaltige, hochmolekulare Verbindung
zugesetzt werden. Weitere Zusätze,
wie stickstoffhaltige Schwefelverbindungen und/oder polymere Stickstoffverbindungen
sind ebenfalls verwendbar.
-
Diese Einzelkomponenten sind innerhalb
folgender Grenzkonzentrationen im anwendungsfertigen Bad enthalten:
übliche sauerstoffhaltige,
hochmolekulare
Verbindungen 0,005 – 20
g/l
vorzugsweise 0,01 – 5
g/l
übliche
wasserlösliche
organische
Schwefelverbindungen 0,0005 – 0,4 g/l
vorzugsweise
0,001 – 0,15
g/l
-
In Tabelle 1 sind einige anwendbare
sauerstoffhaltige, hochmolekulare Verbindungen aufgeführt.
-
In Tabelle 2 sind einige Schwefelverbindungen
aufgeführt.
Zur Wasserlöslichkeit
sind entsprechende funktionelle Gruppen eingearbeitet.
-
Schwefelhaltige Stickstoffverbindungen,
insbesondere stickstoffhaltige Thioverbindungen, vorzugsweise Thioharnstoffderivate,
und/oder polymere Stickstoffverbindungen, z.B. Polyamine und Polyamide,
können
in folgenden Konzentra tionen eingesetzt werden:
0,0001 – 0,50 g/l
vorzugsweise
0,0005 – 0,04
g/l
-
Bevorzugte stickstoffhaltige Thioverbindungen
sind in Tabelle 3 und bevorzugte polymere Stickstoffverbindungen
in Tabelle 4 aufgeführt.
-
Zur Herstellung des Bades werden
die Einzelkomponenten der Grundzusammensetzung hinzugefügt. Die
Arbeitsbedingungen des Bades können
insbesondere wie folgt eingestellt werden:
pH-Wert: < 1
Temperatur:
15°C – 50°C, vorzugsweise
20°C – 40°C
kath.
Stromdichte: 0,5 – 12
A/dm2, vorzugsweise 3 – 7 A/dm2
-
Der Elektrolyt kann durch starke
Anströmung
und gegebenenfalls durch Einblasen von sauberer Luft bewegt werden,
so dass sich die Elektrolytoberfläche in starker Bewegung befindet.
Dies maximiert den Stofftransport in Elektrodennähe und ermöglicht größere Stromdichten. Auch die
Bewegung der Kathoden bewirkt eine Verbesserung des Stofftransportes
an den jeweiligen Oberflächen.
Durch die erhöhte
Konvektion und Elektrodenbewegung wird eine konstante diffusionskontrollierte
Abscheidung erzielt. Die Bewegungen können horizontal, vertikal und/oder
durch Vibration erfolgen. Eine Kombination mit der Lufteinblasung
ist besonders wirksam.
-
Kupfer kann elektrochemisch durch
Auflösen
von Kupferanoden ergänzt
werden, um den Kupfergehalt konstant zu halten. Für die Anoden
kann Kupfer mit einem Gehalt von 0,02 bis 0,07 Gew.-% Phosphor verwendet
werden. Die Kupferanoden sollten mit einem Filterbeutel ummantelt
sein. Die Verwendung von inerten Anoden aus platiniertem Titan oder
anderen Beschichtungen ist eben falls möglich. Stand der Technik sind
heute Anlagen, bei denen das Behandlungsgut in vertikaler oder horizontaler
Lage beschichtet wird.
-
In die Elektrolytkreisläufe können bedarfsweise
Filter zur Abscheidung mechanischer und/oder chemischer Rückstände eingefügt werden.
-
Der erfindungsgemäße Kupferelektrolyt eignet
sich hervorragend, um eine dekorative Abscheidung zu erzeugen. Darüber hinaus
kann er für
das elektrolytische Auffüllen
von Mikrosacklöchern
(Mikroblindvias) auf Leiterplatten eingesetzt werden. Insbesondere
für die
Herstellung von Chip-Carrier stellt dies eine zukunftsträchtige Technologie
dar, da hierfür
eine erhöhte
Zuverlässigkeit
besonders bei schmalen Leiterbahnen gegenüber der Kupferhülsentechnik
erreicht wird. In ähnlicher
Weise können
mit dem erfindungsgemäßen Kupferelektrolyten
elegant Leiterstrukturen auf mit Vertiefungen versehenen Oberflächen von
Halbleitersubstraten (Wafern) bei der Herstellung integrierter Schaltungen
erzeugt werden. Bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verkupferungsverfahrens
wird über
die gesamte Waferoberfläche
eine fast konstante Schichtdicke (Planarität) unabhängig von den Vertiefungen mit
großem
Aspektverhältnis
(1:10) erreicht, so dass derartige Vertiefungen (Mikrosacklöcher) mit
Kupfer gefüllt
werden.
-
Die folgenden Verfahrensbeispiele
und Figuren dienen zur näheren
Erläuterung
der Erfindung. Es zeigen im Einzelnen:
-
1:
einen Querschliff durch ein Sackloch einer Leiterplatte nach Verkupferung
gemäß Verfahrensbeispiel
6 (ohne Verwendung des erfindungsgemäßen Gemisches);
-
2:
einen Querschliff durch ein Sackloch einer Leiterplatte nach Verkupferung
gemäß Verfahrensbeispiel
7 (unter Verwendung des erfindungsgemäßen Gemisches).
-
Verfahrensbeispiel 1 (Vergleichsversuch):
-
In einer Elektrolysezelle mit löslichen,
phosphorhaltigen Kupferanoden wurde ein Kupferbad mit folgender
Zusammensetzung eingesetzt:
200 g/l Kupfersulfat (CuSO4 · 5N2O)
60 g/l Schwefelsäure konz.
0,12 g/l Natriumchlorid
-
Folgende Glanzbildner wurden zugesetzt:
1,5
g/l Polypropylenglykol (800 Da (Dalton)),
0,006 g/l 3-Mercaptopropan-1-sulfonsäure, Natriumsalz
-
Bei einer Elektrolyttemperatur von
25°C wurde
bei einer Stromdichte von 4 A/dm2 auf gebürstetem Messingblech
eine gleichmäßig glänzende,
leicht verschleierte Abscheidung erhalten.
-
Verfahrensbeispiel 2 (Vergleichsversuch):
-
Dem Elektrolyt gemäß Verfahrensbeispiel
1 wurden zusätzlich
5 mg/l 7-Dimethylamino-3-chlor-5-phenyl-phenaziniumchlorid (hergestellt
gemäß der Vorschrift
in
JP 60-056086 A )
zugesetzt. Nach dem Abscheiden von Kupfer unter den in Verfahrensbeispiel
1 angegebenen Bedingungen wurde eine etwas besser aussehende Kupferschicht
erhalten. Das Messingblech sah in diesem Falle glänzender
aus, zeigte aber an den Kanten bei der dort auftretenden hohen Stromdichte
Anbrennungen (pulvrige Abscheidung von Kupfer).
-
Verfahrensbeispiel 3 (Vergleichsversuch):
-
Dem Elektrolyt gemäß Verfahrensbeispiel
1 wurden zusätzlich
5 mg/l Poly-(7-dimethylamino-5-phenyl-phenaziniumsulfat)
mit einer mittleren Molmasse von etwa 8000 Da zugesetzt. Die Verbindung
wurde analog zu der Vorschrift in
DE-AS
20 39 831 , Spalte 7, Zeilen 2 ff. hergestellt. Nach dem
Abscheiden von Kupfer unter den in Verfahrensbeispiel 1 angegebenen
Bedingungen wurde eine gute Abscheidung von Kupfer auf dem Messingblech
erreicht. Die Abscheidung war gleichmäßig glänzend und zeigte keine Anbrennungen.
Die Bürststriche
waren nur noch schwach zu erkennen. Dies wies auf eine gewisse Einebnungskraft
des Kupferelektrolyten hin.
-
Verfahrensbeispiel 4:
-
Dem Elektrolyt gemäß Verfahrensbeispiel
1 wurden zusätzlich
4 mg/l des erfindungsgemäßen Gemisches
der dimeren und trimeren Verbindungen <iii>, <vi>, <xi> und <xii> mit einer mittleren
Molmasse von etwa 800 Da (627 – 913
Da) zugesetzt. Nach dem Abscheiden von Kupfer unter den in Verfarhrensbeispiel
1 angegebenen Bedingungen wurde ein sehr gutes Aussehen der Kupferschicht
auf dem Messingblech erhalten. Die Abscheidung war hochglänzend und
zeigte keine Anbrennungen. Die Bürststriche
waren nun überhaupt
nicht mehr zu erkennen. Dies wies auf eine hervorragende Einebnungskraft
des Kupferelektrolyten hin.
-
Verfahrensbeispiel 5:
-
Dem Elektrolyt gemäß Beispiel
1 wurden zusätzlich
nur 3 mg/l des erfindungsgemäßen Gemisches der
dimeren und trimeren Chlorverbindungen <xiii>, <xiv>, <xv>, <xvi> und <xvii> mit einer mittleren
Molmasse von etwa 800 Da (618 – 959
Da) zugesetzt. Nach dem Abscheiden von Kupfer unter den in Beispiel
1 angegebenen Bedingungen wurde ein extrem gutes Aussehen des Messingbleches
erhalten. Die Abscheidung war äußerst brillant,
so dass man sich in der Abscheidung spiegeln konnte. Das Blech zeigte
keine Anbrennungen. Die Bürststriche
waren überhaupt
nicht mehr zu erkennen. Dies wies auf eine hervorragende Einebnungskraft des
Kupferelektrolyten bei der verringerten Einsatzmenge hin.
-
Ergebnis der Beispiele 1 bis 5: Es
konnte gezeigt werden, dass das Gemisch der chlorhaltigen monomeren
Phenaziniumverbindungen nur eine geringe einebnende Wirkung hat.
Polymere Phenaziniumverbindungen zeigen einen guten Effekt. Diese
Wirkung lässt
sich aber, wie die Beispiele 4 und 5 zeigen, noch merklich verbessern,
wenn man das erfindungsgemäße Gemisch
der dimeren und trimeren Phenaziniumverbindungen einsetzt, wobei
der Einbau des Chloratoms im Kern die Wirksamkeit entscheidend verbessert.
In diesem Falle ist es möglich,
die Einsatzkonzentration deutlich zu verringern und trotzdem ein
hervorragendes Ergebnis zu erreichen.
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Verfahrensbeispiel 6 (Vergleichsversuch):
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Zum Beschichten einer Leiterplatte
mit Mikroblindvias wurde ein Kupferbad mit folgender Zusammensetzung
in einer Elektrolysezelle mit löslichen,
phosphorhaltigen Kupferanoden eingesetzt:
150 g/l Kupfersulfat
(CuSO4 · 5H2O)
200
g/l Schwefelsäure
konz.
0,05 g/l Natriumchlorid
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Folgende Glanzbildner wurden zugesetzt:
0,5
g/l Polypropylenglykol (820 Da),
0,005 g/l Bis-(ω-sulfopropyl)-disulfid,
Di-Natriumsalz
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Bei einer Elektrolyttemperatur von
25°C konnte
bei einer Stromdichte von 1 A/dm2 auf einer
8 μm vorverstärkten Leiterplatte
mit kleinen Sacklöchern
(Mikroblindvias) nach 114 Minuten Expositionszeit eine leicht verschleierte
Abscheidung erhalten werden, wobei ein Sackloch mit einer Breite
von 110 μm
und einer Tiefe von 60 μm
kaum mit Kupfer aufgefüllt
war. Ein Querschliff durch das Sackloch ist in 1 gezeigt.
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Verfahrensbeispiel 7:
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Dem Elektrolyt aus Verfahrensbeispiel
6 wurden zusätzlich
4 mg/l des erfindungsgemäßen Gemisches der
dimeren und trimeren Verbindungen <iii>, <vi>, <xi> und <xii> mit einer mittleren
Molmasse von etwa 800 Da (627 – 913
Da) zugesetzt. Nach dem Abscheiden von Kupfer unter den in Verfahrensbeispiel
6 angegebenen Bedingungen konnte eine Verbesserung des Aussehens
der Leiterplatte erreicht werden. Die Sacklöcher mit einer Breite von 110 μm und einer
Tiefe von 60 μm
waren vollständig
und selektiv mit Kupfer aufgefüllt. Nach
der Verkupferung war praktisch keine Vertiefung mehr feststellbar.
Die Menge an insgesamt aufgebrachtem Kupfer war gering. Ein Querschliff
durch ein derartiges verkupfertes Sackloch ist in 2 gezeigt.
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Gegenüber der bisherigen Technik
zur elektrolytischen Verkupferung der Sacklöcher stellt dieses Ergebnis
einen großen
Fortschritt dar, da die Auffüllung
der Sacklöcher
wesentlich besser gelingt. Dies ist auf die wesentlich bessere Einebnung
durch das Verkupferungsbad zurückzuführen, die
durch das erfindungsgemäße Gemisch
oligomerer Phenaziniumverbindungen in dem Bad verursacht wird. Außerdem ist
die Zuverlässigkeit
der Anbindung des auf eine Sacklochwand abgeschiedenen Kupfers an
eine durch das Loch angeschnittene Kupferschicht deutlich besser
als bei Anwendung der herkömmlichen
Verkupferungstechnik. Bei Verwendung des erfindungsgemäßen Gemisches
wird nämlich
festgestellt, dass sich bei einem thermischen Lötschocktest keine Abhebungen
zwischen den beiden Metallschichten bilden, während unter diesen Bedingungen
bei Verwendung bekannter Gemische die Gefahr von Abhebungen besteht.
Tabelle
1: Sauerstoffhaltige hochmolekulare Verbindungen
Tabelle
2: Schwefelverbindungen
Tabelle
3: Stickstoffhaltige Thioverbindungen:
Tabelle
4: Polymere Stickstoffverbindungen