-
Technisches
Gebiet
-
Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Wärmebehandlung
von insbesondere sulfidischen Erzen, bei dem feinkörnige Feststoffe
in einem ersten Reaktor mit Wirbelschicht bei einer Temperatur von
450 bis etwa 1500°C
behandelt werden, sowie eine entsprechende Anlage.
-
Ein derartiges Verfahren und eine
Anlage zur Behandlung sulfidischer, goldhaltiger Erze ist bspw. aus
der
DE 196 09 286
A1 bekannt. Dabei wird das Erz in einer zirkulierenden
Wirbelschicht eines Röstreaktors
durch ein sauerstoffhaltiges Gas fluidisiert, wobei sich Metallsulfide
zu Metalloxiden umwandeln und ein SO
2-haltiges
Abgas entsteht.
-
Weiter ist es bekannt, sulfidische
Erze, wie bspw. Zinkblende, in einem stationären Wirbelschichtofen bei Temperaturen
zwischen 500 bis 1100°C
unter Zugabe von Luft zu rösten.
Bei dieser Röstung
von Zinkblende in einem stationären
Wirbelschichtofen können
bis zu 1000 Tonnen Blende pro Tag verarbeitet werden.
-
Bei der Anwendung einer stationären Wirbelschicht
wird die erzielte Energieausnutzung der Wärmebehandlung als verbesserungsbedürftig empfunden.
Dies liegt einerseits daran, dass der Stoft- und Wärmeaustausch
aufgrund des vergleichsweise geringen Fluidisierungsgrades eher
mäßig ist.
Außerdem
werden bei stationären
Wirbelschichten feine Partikel zu schnell aus dem Reaktor ausgetragen,
so dass die Verweilzeit in der Anlage für eine vollständige Reaktion
nicht ausreichend ist. Dieses Problem stellt sich bei zirkulierenden Wirbelschichten
aufgrund des höheren
Fluidisierungsgrades verstärkt ein,
wobei jedoch bessere Stoff- und Wärmeaustauschbedingungen vorliegen.
Da die zur Wärmebehandlung
eingesetzten sulfidischen Erze, wie bspw. Golderz, Zinkblende oder
-konzentrat, immer feiner werden, z.B. mit einem Komgrößenanteil
unter 45 μm von
75%, ist ein ausreichendes Röstergebnis
mit den bekannten Verfahren und Anlagen nur schwer zu erzielen.
-
Zudem lässt sich bei den bekannten
Verfahren und Anlagen die Temperatur in dem Reaktor kaum regeln,
wodurch das Röstergebnis
weiter verschlechtert wird.
-
Beschreibung
der Erfindung
-
Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es daher, ein Verfahren zur Wärmebehandlung von sulfidischen
Erzen zur Verfügung
zu stellen, welches effizienter durchführbar ist und sich insbesondere durch
bessere Röstergebnisse
bei guten Wärme- und
Stoffaustauschbedingungen auszeichnet.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem ein erstes Gas
oder Gasgemisch von unten durch ein vorzugsweise zentral angeordnetes
Gaszufuhrrohr (Zentralrohr) in einen Wirbelmischkammerbereich des
Reaktors eingeführt
wird, wobei das Zentralrohr wenigstens teilweise von einer durch
Zufuhr von Fluidisierungsgas fluidisierten, stationären Ringwirbelschicht
umgeben wird, und bei dem die Gasgeschwindigkeiten des ersten Gases
oder Gasgemisches sowie des Fluidisierungsgases für die Ringwirbelschicht
derart eingestellt werden, dass die Partikel-Froude-Zahlen in dem
Zentralrohr zwischen 1 und 100, in der Ringwirbelschicht zwischen
0,02 und 2 sowie in der Wirbelmischkammer zwischen 0,3 und 30 betragen.
-
Überraschenderweise
lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bei der Wärmebehandlung,
wie bspw. der Röstung
von sulfidischen Erzen, die Vorteile einer stationären Wirbelschicht,
wie längere
Feststoffverweilzeit, und die einer zirkulierenden Wirbelschicht,
wie guter Stoff- und Wärmeaustausch,
unter Vermeidung der Nachteile beider Systeme miteinander verbinden.
Beim Passieren des oberen Bereichs des Zentralrohrs reißt das erste
Gas bzw. Gasgemisch Feststoff aus der ringförmigen stationären Wirbelschicht,
welche als Ringwirbelschicht bezeichnet wird, bis in die Wirbelmischkammer
mit, wobei sich aufgrund der hohen Geschwindigkeitsunterschiede
zwischen Feststoff und erstem Gas eine intensiv durchmischte Suspension
bildet und ein optimaler Wärme-
und Stoffaustausch zwischen den beiden Phasen erreicht wird. Durch
entsprechende Einstellung des Füllstandes
in der Ringwirbelschicht sowie der Gasgeschwindigkeiten des ersten
Gases bzw. Gasgemisches und des Fluidisierungsgases kann die Feststoffbeladung
der Suspension oberhalb des Mündungsbereiches
des Zentralrohrs in weiten Bereichen variiert werden, so dass der
Druckverlust des ersten Gases zwischen dem Mündungsbereich des Zentralrohrs
und dem oberen Austritt der Wirbelmischkammer zwischen 1 mbar und
100 mbar liegen kann. Im Falle hoher Feststoffbeladungen der Suspension
in der Wirbelmischkammer regnet ein Großteil der Feststoffe aus der
Suspension aus und fällt
in die Ringwirbelschicht zurück.
Auf diese Weise kann auch die Temperatur in der Ringwirbelschicht
durch den Anteil an ausregnenden erwärmten Partikeln reguliert werden.
Diese Rückführung wird
interne Feststoffrezirkulation genannt, wobei der in dieser internen
Kreislaufströmung
zirkulierende Feststoffstrom normalerweise bedeutend größer als
die dem Reaktor von außen
zugeführte
Feststoffmenge ist. Der (geringere) Anteil an nicht ausfallendem
Feststoff wird zusammen mit dem ersten Gas bzw. Gasgemisch aus der
Wirbelmischkammer ausgetragen. Die Verweilzeit des Feststoffs in
dem Reaktor kann durch die Wahl von Höhe und Querschnittsfläche der
Ringwirbelschicht in weiten Grenzen verändert und der angestrebten
Wärmebehandlung
angepasst werden. Der mit dem Gasstrom aus dem Reaktor ausgetragene
Anteil an Feststoff kann dem Reaktor vollständig oder zumindest teilweise
wieder zurückgeführt werden,
wobei die Rückführung zweckmäßigerweise
in die stationäre
Wirbelschicht erfolgt. Der auf diese Weise in die Ringwirbelschicht
zurückgeführte Festmassenstrom
liegt normalerweise in der gleichen Größenordnung wie der dem Reaktor
von außen
zugeführte
Festmassenstrom. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann somit einerseits
eine hohe Feststoffbeladung und gleichzeitig ein besonders guter
Stoff- und Wärmeaustausch
erzielt werden. Abgesehen von der hervorragenden Energieausnutzung besteht
ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens in der Möglichkeit,
durch Änderung
der Strömungsgeschwindigkeiten
des ersten Gases bzw. Gasgemisches und des Fluidisierungsgases die
Energieübertragung
des Verfahrens und den Stoffdurchsatz schnell, einfach und zuverlässig den
Anforderungen anzupassen.
-
Der Wärmeaustausch kann weiter intensiviert
werden, wenn dem Reaktor ein zweiter Reaktor nachgeschaltet ist,
in den ein feststoffbeladenes Gasgemisch aus dem ersten Reaktor
eingeführt
wird. Dies erfolgt vorzugsweise von unten durch ein z.B. zentrales
Gaszufuhrrohr in eine Wirbelmischkammer, wobei das Gaszufuhrrohr
wenigstens teilweise von einer durch Zufuhr von Fluidisierungsgas
fluidisierten, stationären
Ringwirbelschicht umgeben wird. Grundsätzlich ist zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
ein einzelner Reaktor ausreichend. Durch die Kombination eines Reaktors
mit einem zweiten Reaktor ähnlicher
Bauart zu einer Reaktorstufe lässt
sich die gesamte Verweilzeit der Feststoffe in der Anlage jedoch
deutlich erhöhen.
-
Um einen besonders effektiven Wärmeaustausch
in der Wirbelmischkammer und eine ausreichende Verweilzeit in den
Reaktoren sicherzustellen, werden die Gasgeschwindigkeiten des ersten
Gasgemisches und des Fluidisierungsgases für das Wirbelbett vorzugsweise
derart eingestellt, dass die dimensionslose Partikel-Froude-Zahlen
(Fr
P) in dem Zentralrohr 1,15 bis 20, insbesondere
zwischen 3,95 und 11,6, in der Ringwirbelschicht 0,11 bis 1,15,
insbesondere zwischen 0,11 und 0,52, und/oder in der Wirbelmischkammer
0,37 bis 3,7, insbesondere zwischen 0,53 und 1,32, betragen. Dabei
sind die Partikel-Froude-Zahlen
jeweils nach der folgenden Gleichung definiert:
mit
u = effektive Geschwindigkeit
der Gasströmung
in m/s
p
f = effektive Dichte des Fluidisierungsgases
in kg/m
3 p
s =
Dichte eines Feststoffpartikels in kg/m
3 d
p = mittlerer Durchmesser der beim Reaktorbetrieb vorliegenden
Partikel des Reaktorinventars (bzw. der sich bildenden Teilchen)
in m
g = Gravitationskonstante in m/s
2.
-
Bei der Anwendung dieser Gleichung
gilt zu berücksichtigen,
dass dp nicht den mittleren Durchmesser
(d50) des eingesetzten Materials bezeichnet, sondern
den mittleren Durchmesser des sich während des Betriebs des Reaktors
bildenden Reaktorinventars, welcher von dem mittleren Durchmesser
des eingesetzten Materials (Primärteilchen)
signifikant in beide Richtungen abweichen kann. Auch aus sehr feinkörnigem Material
mit einem mittleren Durchmesser von bspw. 3 bis 10 μm können sich
bspw. während
der Wärmebehandlung
Teilchen (Sekundärteilchen)
mit einem mittleren Durchmesser von 20 bis 30 μm bilden. Andererseits zerfallen
manche Materialien, bspw. Erze, während der Wärmebehandlung.
-
In Weiterbildung des Erfindungsgedankens wird
vorgeschlagen, den Füllstand
an Feststoff in dem Reaktor oder der Reaktorstufe so einzustellen, dass
sich die Ringwirbelschicht um einige Zentimeter über das obere Mündungsende
des Zentralrohrs hinaus erstreckt und somit ständig Feststoff in das erste Gas
oder Gasgemisch eingetragen und von dem Gasstrom zu der oberhalb
des Mündungsbereichs des
Zentralrohres befindlichen Wirbelmischkammer mitgeführt wird.
Auf diese Weise wird eine besonders hohe Feststoffbeladung der Suspension
oberhalb des Mündungsbereiches
des Zentralrohrs erreicht.
-
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
können
alle Arten von sulfidischen Erzen, insbesondere auch solche, welche
Gold, Zink, Silber, Nickel, Kupfer und/oder Eisen enthalten, effektiv
wärmebehandelt werden.
Besonders ist das Verfahren zur Röstung von Golderz oder Zinkblende
geeignet. Durch den intensiven Stoff- und Wärmeaustausch und die einstellbare
Verweilzeit in den Reaktoren lässt
sich ein besonders hoher Grad der Umwandlung des Röstguts erreichen.
-
Die Erzeugung der für den Reaktorbetrieb notwendigen
Wärmemenge
kann auf jede dem Fachmann zu diesem Zweck bekannte Weise erfolgen. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass den Reaktoren sauerstoffhaltiges
Gas zur Röstung
zugeführt wird,
welches bspw. mit einem Sauerstoffgehalt von etwa 20 Vol.-% in die
Ringwirbelschichten der Reaktoren eingebracht wird. Bei dem Gas
kann es sich um Luft, um mit Sauerstoff angereicherte Luft oder
um ein anderes sauerstoffhaltiges Gas handeln. Vorzugsweise wird
das sauerstoffhaltige Gas mit einer Temperatur von etwa 25 bis 50° C in den
Reaktor bzw. die Reaktoren eingebracht. Der Röstvorgang von sulfidischen
Erzen unter Sauerstoffüberschuss zu
Metalloxiden ist exotherm, so dass dem Reaktor oder der Reaktorstufe
meist keine weitere Wärme
zugeführt
werden muss.
-
Die Energieausnutzung lässt sich
bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
dadurch weiter verbessern, dass dem ersten und/oder zweiten Reaktor in
der Ringwirbelschicht und/oder in der Wirbelmischkammer Wärme zugeführt oder
entzogen wird. So kann bei einer bspw. exothermen Reaktion in dem Reaktor
die erzeugte Wärme
bspw. zur Dampferzeugung genutzt werden.
-
Vorzugsweise ist dem zweiten Reaktor
eine Kühleinrichtung
nachgeschaltet, um das aus dem Reaktor austretende fettstoffbeladene
Gasgemisch auf eine für
die Weiterbehandlung geeignete Temperatur von unter 400°C, insbesondere
auf etwa 380°C abzukühlen. Auch
diese Kühleinrichtung
kann bspw. zur Erzeugung von Wasserdampf genutzt werden, wodurch
die Energieausnutzung des gesamten Verfahrens weiter verbessert
wird.
-
Der Reaktorstufe kann ein Abscheider,
bspw. ein Zyklon oder dgl., nachgeschaltet sein. Die von Abgasen
getrennten Feststoffe können
aus dem Abscheider in die Reaktorstufe, bspw. in die Ringwirbelschicht
von einem oder mehreren Reaktoren, zurückgeführt oder einer weiteren Kühleinrichtung
zugeleitet werden. Die Verweilzeit der Feststoffe in der Reaktorstufe
lässt sich
auf diese Weise variieren. Darüber
hinaus kann die Füllmenge
des Feststoffs in einem oder mehreren Reaktoren gezielt den Erfordernissen
angepasst werden. Die Füllmenge
in der Ringwirbelschicht hat dabei auch Einfluss auf die sich in
der Ringwirbelschicht einstellende Temperatur, da bei einer höheren Füllmenge
mehr Partikel in die Wirbelmischkammer mitgerissen werden und aus
dieser erwärmt
ausregnen. Auf diese Weise lässt
sich die Temperatur in dem Reaktor durch die aus dem Abscheider
zurückgeleitete
Feststoffmenge gezielt regeln.
-
Dem Abscheider ist vorzugsweise eine
Gasreinigungsstufe mit einem Elektroheißgasfilter und/oder einer Nassgasbehandlung
nachgeschaltet, in welcher zumindest ein Teil der in dem Abscheider von
den Feststoffen getrennten Abgase weiter gereinigt wird. Die gereinigten
Abgase können
dann bspw. als vorgewärmtes
Fluidisierungsgas in die Ringwirbelschicht des ersten und/oder zweiten
Reaktors zurückgeführt werden.
Ein Teil des in dem Abscheider von den Feststoffen getrennten Abgases
kann auch einer Anlage zur Schwefelsäureherstellung zugeführt werden.
Die SO2-haltigen Abgase der Reaktorstufe lassen
sich auf diese Weise zur Herstellung eines Nebenproduktes nutzen.
-
Aus der Ringwirbelschicht des ersten und/oder
zweiten Reaktors werden grobkörnige
Feststoffe und/oder Abbrand abgezogen und einer weiteren Kühleinrichtung,
bspw. einem Wirbelschichtkühler,
zugeleitet. Der Austrag der Feststoffe bzw. des Abbrands kann dabei
diskontinuierlich erfolgen, wodurch gleichzeitig die Feststoffmenge
in der Reaktorstufe reguliert werden kann.
-
Eine erfindungsgemäße Anlage,
welche insbesondere zur Durchführung
des zuvor beschriebenen Verfahrens geeignet ist, weist einen als
Wirbelschichtreaktor ausgebildeten Reaktor zur Wärmebehandlung von sulfidischen
Erzen auf, wobei der Reaktor ein Gaszuführungssystem aufweist, welches derart
ausgebildet ist, dass durch das Gaszuführungssystem strömendes Gas
Feststoff aus einer stationären
Ringwirbelschicht, die das Gaszuführungssystem wenigstens teilweise
umgibt, in die Wirbelmischkammer mitreißt. Vorzugsweise erstreckt sich
dieses Gaszuführungssystem
bis in die Wirbelmischkammer. Es ist jedoch auch möglich, das
Gaszuführungssystem
unterhalb der Oberfläche
der Ringwirbelschicht enden zu lassen. Das Gas wird dann bspw. über seitliche Öffnungen
in die Ringwirbelschicht eingebracht, wobei es aufgrund seiner Strömungsgeschwindigkeit
Feststoff aus der Ringwirbelschicht in die Wirbelmischkammer mitreißt.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der
Erfindung weist das Gaszuführungssystem
ein sich vom unteren Bereich des Reaktors aus im Wesentlichen vertikal
nach oben erstreckendes Zentralrohr auf, welches wenigstens teilweise
ringförmig
von einer Kammer umgeben ist, in der die stationäre Ringwirbelschicht ausgebildet
ist. Die Ringwirbelschicht muss dabei nicht kreisringförmig gestaltet sein,
vielmehr sind auch andere Ausgestaltungen der Ringwirbel schicht
in Abhängigkeit
der Geometrie des Zentralrohres und des Reaktors möglich, solange das
Zentralrohr wenigstens teilweise von der Ringwirbelschicht umgeben
wird.
-
Selbstverständlich können in dem Reaktor auch zwei
oder mehr Zentralrohre mit unterschiedlichen oder gleichen Ausmaßen oder
Formen vorgesehen sein. Vorzugsweise ist jedoch wenigstens eines
der Zentralrohre, bezogen auf die Querschnittsfläche des Reaktors, in etwa mittig
angeordnet.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist das Zentralrohr an seiner Mantelfläche Öffnungen,
bspw. in Form von Schlitzen, auf, so dass während des Reaktorbetriebs ständig Feststoff über die Öffnungen
in das Zentralrohr gelangt und durch das erste Gas oder Gasgemisch
von dem Zentralrohr bis in die Wirbelmischkammer mitgeführt wird.
-
Um die Durchsatzmenge der Anlage
oder die Feststoffverweilzeit zu erhöhen, können statt eines einzelnen
Reaktors auch mehrere Reaktoren, insbesondere zwei, zu einer Reaktorstufe
verbunden sein. Die Reaktoren weisen vorzugsweise jeweils eine ringförmige Kammer
für eine
stationäre
Ringwirbelschicht und eine Wirbelmischkammer zur Ausbildung einer
zirkulierenden Wirbelschicht auf, wobei das Zentralrohr eines stromabwärts gelegenen
Reaktors mit dem Abgasauslass des diesem vorgeschalteten Reaktors
verbunden ist.
-
Nach einer bevorzugten Ausführungsform
ist dem Reaktor oder der Reaktorstufe ein Abscheider, insbesondere
ein Zyklon, zur Abtrennung von Feststoffen nachgeschaltet. Dieser
kann eine zu der Ringwirbelschicht des ersten Reaktors und/oder
zu der Ringwirbelschicht eines ggf, nachgeschalteten zweiten Reaktors
führende
Feststoffleitung aufweisen.
-
Wenn der Reaktorstufe eine Kühleinrichtung nachgeschaltet
ist, lässt
sich das aus der Reaktorstufe ausgebrachte feststoffbeladene Gasgemisch
vor einer Weiterbehandlung auf die hierzu erforderliche Temperatur
abkühlen.
Als Kühleinrichtung
kann bspw. ein mit Kühlbündeln versehener
Abhitzekessel eingesetzt werden, wobei die Kühlbündel gleichzeitig zur Dampferzeugung
dienen können.
-
Weiter kann die zur Wärmebehandlung
erforderliche Temperatur in dem ersten und/oder zweiten Reaktor
mittels Temperierelementen genau eingestellt werden. Der Reaktor
kann hierzu als Naturumlaufkessel mit Kühlelementen und Membranwänden versehen
sein.
-
Um eine zuverlässige Fluidisierung des Feststoffs
und die Ausbildung einer stationären
Wirbelschicht zu ermöglichen,
ist in der ringförmigen
Kammer des ersten Reaktors und/oder der weiteren Reaktoren ein Gasverteiler
vorgesehen, welcher die Kammer in einen oberen Wirbelbettbereich
und eine untere Gasverteilerkammer unterteilt. Die Gasverteilerkammer
ist mit einer Zufuhrleitung für
Fluidisierungsgas verbunden. Anstelle der Gasverteilerkammer kann
auch ein aus Rohren aufgebauter Gasverteiler verwendet werden.
-
Vorzugsweise ist der Abscheider des
Reaktors oder der Reaktorstufe mit einer in die ringförmige Kammer
eines Reaktors führenden
Zufuhrleitung verbunden, so dass das ggf. vorher weiter gereinigte Abgas
als vorgewärmtes
Fluidisierungsgas einsetzbar ist.
-
Alternativ oder zusätzlich hierzu
können
dem Abscheider des Reaktors oder der Reaktorstufe eine Entstaubungseinrichtung
und/oder eine Anlage zur Herstellung von Schwefelsäure nachgeschaltet
sein.
-
In der Ringwirbelschicht und/oder
der Wirbelmischkammer des Reaktors können erfindungsgemäß Einrichtungen
zum Umlenken der Feststoff- und/oder Fluidströme vorgesehen sein. So ist
es bspw. möglich,
ein ringförmiges
Wehr, dessen Durchmesser zwischen dem des Zentralrohrs und dem der Reaktorwand
liegt, derart in der Ringwirbelschicht zu positionieren, dass die
Oberkante des Wehrs über das
sich im Betrieb einstellende Feststoffniveau ragt, während die
Unterkante des Wehrs im Abstand zu dem Gasverteiler oder dgl. angeordnet
ist. Feststoffe, die in der Nähe
der Reaktorwand aus der Wirbelmischkammer ausregnen, müssen so
zunächst
das Wehr an dessen Unterkante passieren, bevor sie von der Gasströmung des
Zentralrohrs wieder in die Wirbelmischkammer mitgerissen werden
können.
Auf diese Weise wird ein Feststoffaustausch in der Ringwirbelschicht
erzwungen, so dass sich eine gleichmäßigere Verweilzeit des Feststoffs
in der Ringwirbelschicht einstellt.
-
Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels
und der Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich
dargestellten Merkmale für
sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung,
unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
-
Kurzbeschreibung
der Zeichnungen
-
Die einzige Figur zeigt ein Prozessdiagramm eines
Verfahrens und einer Anlage gemäß eines
Ausführungsbeispiels
der vorliegenden Erfindung.
-
Detaillierte
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
-
Bei dem in der Figur dargestellten
Verfahren, welches insbesondere zur Wärmebehandlung von sulfidischen
Erzen geeignet ist, wird in einen ersten Reaktor
1 über eine
Zufuhrleitung 2 ein Feststoff eingebracht. Der bspw. zylindrische
Reaktor 1 weist ein etwa koaxial mit der Längsachse
des Reaktors angeordnetes Zentralrohr 3 auf, welches sich
vom Boden des Reaktors 1 aus im Wesentlichen vertikal nach oben
erstreckt.
-
Im Bereich des Bodens des Reaktors 1 ist eine
ringförmige
Gasverteilerkammer 4 vorgesehen, die nach oben durch einen
Durchtrittsöffnungen
aufweisenden Gasverteiler 5 abgeschlossen wird. In die Gasverteilerkammer 4 mündet eine
Zufuhrleitung 6. In dem vertikal oberen Bereich des Reaktors 1,
der eine Wirbelmischkammer 7 bildet, ist eine Ausbringleitung 8 angeordnet,
die in einen zweiten Reaktor 9 mündet.
-
Der zweite Reaktor 9 ist
dem ersten Reaktor 1 im Aufbau weitgehend ähnlich.
Von dem Boden des Reaktors 9 erstreckt sich im Wesentlichen
vertikal nach oben ein Zentralrohr 10, das mit der Ausbringleitung 8 des
ersten Reaktors 1 verbunden ist und das in etwa koaxial
mit der Längsachse
des Reaktors 9 angeordnet ist.
-
Im Bereich des Bodens des Reaktors 9 ist eine
ringförmige
Gasverteilerkammer 11 vorgesehen, die nach oben durch einen
Durchtrittsöffnungen aufweisenden
Gasverteiler 12 abgeschlossen wird. In die Gasverteilerkammer 11 mündet eine
Zufuhrleitung 13. Eine weitere Zufuhrleitung 14 ist
zum Einbringen von Feststoff in den Reaktor 9 während des Anfahrens
der Anlage vorgesehen.
-
Oberhalb der Gasverteiler 5 bzw. 12 der
beiden Reaktoren sind Temperieretemente 15 und 16 angeordnet,
die bspw. von Wasser durchflossen werden. Zusätzlich sind die Wände der
Reaktoren 1 und 9 als Membranwände 17 bzw. 18 gestaltet,
die mit weiteren, in der Figur nicht dargestellten und bspw. mit
Wasser durchströmten
Temperierelementen verbunden sind. Die Reaktoren bilden auf diese
Weise einen sogenannten Naturumlaufkessel.
-
In dem vertikal oberen Bereich des
zweiten Reaktors 9, der eine Wirbelmischkammer 19 bildet, ist
ein mit Kühlbündeln 20 versehener
Abhitzekessel 21 angeordnet. Über eine Leitung 22 steht
der Abhitzekessel 21 mit einem als Zyklon 23 ausgebildeten Abscheider
in Verbindung. Eine Feststoffleitung 24 leitet die Feststoffe
aus einer dem Zyklon 23 nachgeschalteten Schwimmwanne 25 in
die Reaktoren 1 oder 9 zurück oder führt die Feststoffe einer weiteren Kühleinrichtung 26 zu.
Oberhalb der Gasverteiler 5 bzw. 12 der beiden
Reaktoren sind Ausbringleitungen 27 und 28 für grobkörnige Feststoffe
und/oder Abbrand angeordnet, die mit der weiteren Kühleinrichtung 26 verbunden
sind. Die Kühleinrichtung 26 ist
als ein Wirbelschichtkühler
ausgebildet, in welchem der Produktstrom mit Fluidisierungsluft
beaufschlagt und durch ein Kühlelement 29 abgekühlt wird.
-
Über
eine Leitung 30 wird das von den Feststoffen abgetrennte
Abgas aus dem Zyklon 23 einer Gasreinigungsstufe zugeführt, die
einen Elektroheißgasfilter 31 sowie
eine Nassgasreinigung 32 aufweist. Das entstaubte Abgas
kann entweder einer Anlage 33 zur Herstellung von Schwefelsäure zugeleitet
werden und/oder über
Leitung 34 als Fluidisierungsgas über Leitungen 6 bzw. 13 in
die Reaktoren 1 bzw. 9 geleitet werden. Dem Fluidisierungsgas kann
dabei nach der Reinigung weiteres ggf. auch anderes Gas zugeführt werden.
-
Im Betrieb der Anlage wird Feststoff über die Zufuhrleitung 2 in
den Reaktor 1 eingebracht, so dass sich auf dem Gasverteiler 5 eine
das Zentralrohr 3 ringförmig
umgebende Schicht ausbildet, die als Ringwirbelschicht 35 bezeichnet
wird. Durch die Zufuhrleitung 6 in die Gasverteilerkammer 4 eingeleitetes
Fluidisierungsgas strömt
durch den Gasverteiler 5 und fluidisiert die Ringwirbelschicht 35,
so dass sich ein stationäres
Wirbelbett ausbildet. Die Geschwindigkeit der dem Reaktor 1 zugeführten Gase wird
dabei so eingestellt, dass die Partikel-Froude-Zahl in der Ringwirbelschicht 35 etwa
0,11 bis 0,52 beträgt.
-
Durch die Zufuhr von weiterem Feststoff
in die Ringwirbelschicht 35 steigt das Feststoff-Niveau in
dem Reaktor 1 so weit an, dass Feststoff in die Mündung des
Zentralrohres 3 gelangt. Gleichzeitig wird auch durch das
Zentralrohr 3 ein Gas oder Gasgemisch in den Reaktor 1 eingeleitet.
Die Geschwindigkeit des dem Reaktor 1 zugeführten Gases
wird vorzugsweise so eingestellt, dass die Partikel-Froude-Zahl
in dem Zentralrohr 3 etwa 3,95 bis 11,6 und in der Wirbelmischkammer 7 etwa
0,53 bis 1,32 beträgt.
Aufgrund dieser hohen Gasgeschwindigkeiten reißt das durch das Zentralrohr 3 strömende Gas beim
Passieren des oberen Mündungsbereichs
Feststoff aus der stationären
Ringwirbelschicht 35 in die Wirbelmischkammer 7 mit.
-
Durch die Überhöhung des Niveaus der Ringwirbelschicht 35 gegenüber der
Oberkante des Zentralrohres 3 läuft Feststoff über diese
Kante in das Zentralrohr 3 über, wodurch sich eine intensiv durchmischte
Suspension ausbildet. Die Oberkante des Zentralrohres 3 kann
hierbei gerade, gewellt oder gezackt sein oder seitliche Öffnungen
aufweisen. Infolge der Verminderung der Strömungsgeschwindigkeit durch
die Expansion des Gasstrahls und/oder durch Auftreffen auf eine
der Reaktorwände
verlieren die mitgerissenen Feststoffe in der Wirbelmischkammer 7 rasch
an Geschwindigkeit und fallen teilweise wieder in die Ringwirbelschicht 35 zurück. Der
Anteil an nicht ausfallendem Feststoff wird zusammen mit dem Gasstrom über die
Leitung 8 aus dem Reaktor 1 ausgetragen und in
den Reaktor 9 geleitet. Dabei stellt sich zwischen den
Reaktorbereichen der stationären
Ringwirbelschicht 35 und der Wirbelmischkammer 7 eine
Feststoffkreislaufströmung
ein, durch welche ein guter Wärmeaustausch
gewährleistet wird.
-
Vor der Weiterverarbeitung wird der über die Leitung 8 ausgetragene
Feststoff in dem zweiten Reaktor 9 in der oben in Bezug
auf Reaktor 1 erläuterten Weise
behandelt, so dass sich oberhalb des Gasverteilers 12 in
dem Reaktor 9 eben falls eine stationäre Wirbelschicht 36 durch
aus der Wirbelmischkammer 19 ausregnende Feststoffe ausbildet.
Zudem wird über
eine Rückführleitung
der in dem Elektroheißgasfilter 31 abgetrennte
Staub in die stationäre
Ringwirbelschicht 36 des zweiten Reaktors 9 zurückgeleitet.
Die Partikel-Froude-Zahlen in dem zweiten Reaktor 9 entsprechen
etwa denen des ersten Reaktors 1.
-
Die Füllmenge des Feststoffs in den
Reaktoren 1 und 9 wird neben der Feststoffzufuhr über Leitung 2 einerseits über die
Menge des aus dem Zyklon 23 in die Reaktoren zurückgeführten Feststoffs
und zudem über
die Menge des über
Leitungen 27 oder 28 aus den Reaktoren abgezogenen
Feststoffs geregelt.
-
Die dem Zyklon 23 und/oder
direkt den Reaktoren 1 und 9 entnommenen Feststoffe
werden in dem Wirbelschichtkühler 26 auf
eine zur Weiterverarbeitung geeignete Temperatur abgekühlt. Das
in dem Zyklon 23 von den Feststoffen getrennte Abgas kann nach
einer Reinigung in dem Elektroheißgasfilter 31 und
der Nassgasreinigung 32 teilweise den Reaktoren als vorgewärmtes Fluidisierungsgas
oder der Schwefelsäureanlage 33 zugeführt werden.
-
Im Folgenden wird die Erfindung anhand
von zwei den Erfindungsgedanken demonstrierenden, diesen jedoch
nicht einschränkenden
Beispielen erläutert.
-
Beispiel 1 (Röstung von
Golderz)
-
In einer der Figur entsprechenden
Anlage wurden dem Reaktor 1, dessen Oberteil einen Durchmesser
von 800 mm aufwies, in kontinuierlichem Betrieb 1200 kg/h gemahlenes,
getrocknetes und klassiertes Golderz mit einem Goldgehalt von etwa
5 ppm, d.h. 5 g/t, und einer Kornfraktion von maximal 50 μm, enthaltend
1,05
Gew.-% organischer Kohlenstoff
19,3 Gew.-% CaCO3
12,44
Gew.-% Al2O3
2,75
Gew.-% FeS2
64,46 Gew.-% Inertstoffe
(z.B. SiO2)
zugeführt. Ferner wurden in den Reaktor 1 über das Zentralrohr 3 sowie über Leitung 6 als
Fluidisierungsgas 2500 Nm3/h Luft mit einer
Temperatur von 520°C eingeleitet.
Die Partikel-Foude-Zahl betrug dabei in dem Zentralrohr 3 zwischen
3,95 und 6,25, in der Wirbelmischkammer 7 zwischen 0,84
und 1,32 und in der Ringwirbelschicht 35 zwischen 0,32
und 0,52.
-
Die Verweilzeit des Golderzes in
dem Reaktor 1 betrug zwischen 5 und 10 Minuten, wobei sich eine
Temperatur zwischen 600 und 780°C
in dem Reaktor einstellte. In dem Abgas wurden 0,5 bis 6,0 Vol.-%
Restsauerstoff gemessen. Der Gehalt an organischen Kohlenstoff im
Produkt lag nach der Wärmebehandlung
unter 0,1 %.
-
Beispiel 2 (Röstung von
Zinkblende)
-
In einer der Figur entsprechenden
Anlage wurden dem Reaktor 1 aus einem Aufgabebunker mit einem
Fassungsvermögen
von ca. 200 m3 über Leitung 2 und
eine Dosiereinrichtung 42 t/h Zinkblende mit einer Temperatur
von etwa 25°C
in die Ringwirbelschicht 35 zugeführt. Gleichzeitig wurden über Leitung 6 der
Ringwirbelschicht etwa 16600 Nm3/h Luft
mit einer Temperatur von 47°C
und etwa 1,2 bar Druck, enthaltend
77,1 Vol-% N
20,4 Vol-%
O2
2,5 Vol-% H2O
eingeleitet.
Durch das Zentralrohr 3 wurden dem Reaktor 1 etwa
60200 Nm3/h Luft und zusätzlich 3000 Nm3/h
Kühlerabluft
des Wirbelschichtkühlers 26 mit einer
Temperatur von 150°C
zugeleitet, so dass die Gesamtmenge der dem Zentralrohr 3 zugeleiteten Luft
etwa 63200 Nm3/h betrug. Die Luft hatte
eine Temperatur von 35°C
und einen Druck von 1,07 bar und enthielt
77,1 Vol-% N
20,4
Vol-% O2
2,5 Vol-% N2O.
-
Die Partikel-Foude-Zahl betrug dabei
in dem Zentralrohr 3 zwischen 4,4 und 11,6, in der Wirbelmischkammer 7 zwischen
0,53 und 1,15 und in der Ringwirbelschicht 35 zwischen
0,11 und 0,3. Durch die Reaktion der sulfidischen Zinkblende mit
dem freien Sauerstoff der Fluidisierungsluft zu Metalloxid stellte
sich in dem Reaktor 1 eine Temperatur von 930°C ein. Gleichzeitig
wurden dem Reaktor 1 über das
Kühlelement 15 sowie
die Membranwand 17 etwa 15,4 MW Wärme abgeführt, durch die aus Kühlwasser
Sattdampf erzeugt wurde. Die Temperatur im Bereich der Leitung 8 am
Ausgang des Reaktors 1 wurde dadurch auf 800°C abgesenkt.
Um eine Anreicherung von groben Material in dem Reaktor 1 zu vermeiden,
wurden über
Leitung 27 als Grobkornablass etwa 0,16 t/h Produkt mit
einer Temperatur von 901°C
aus der Ringwirbelschicht 35 im diskontinuierlichen Betrieb
abgezogen und dem Wirbelschichtkühler 26 zugeleitet.
-
Über
Leitung 8 wurden dem Zentralrohr 10 des zweiten
Reaktors 9 ein feststoffbeladenes Gasgemisch mit einem
Druck von 1,049 bar aus 110,9 t/h Feststoff und etwa 79600 Nm3/h Abgas, enthaltend
12,1 Vol-% SO2
77,2 Vol-% N
2,5 Vol-% O2
8,2 Vol-% H2O
zugeleitet.
Weiter wurden dem Reaktor 9 über Leitung 13 zur
Fluidisierung etwa 17350 Nm3/h Luft mit einer
Temperatur von 43°C
bei etwa 1,18 bar Druck, enthaltend
77,1 Vol-% N
20,4
Vol-% O2
2,5 Vol-% H2O
zugeführt. Im
Anfahrbetrieb wurden dem Reaktor 9 gleichzeitig über Leitung 14 5
t/h Feststoff mit einer Temperatur von 25°C aufgegeben. In der Wirbelmischkammer 19 des
Reaktors 9 wurde das feststoffbeladene Gasgemisch auf 480°C abgekühlt, wobei durch
das Kühlelement 16,
die Membranwand 18 und den Abhitzekessel 21 insgesamt
etwa 23,6 MW Wärme
aus dem Reaktor 9 abgeführt
wurde, durch die aus Kühlwasser
Sattdampf erzeugt wurde. Das Kühlelement 16 wurde
dabei als Dampfüberhitzer
mit einer Überhitzungstemperatur
von 400°C
eingesetzt.
-
Durch Leitung 22 wurden
aus dem Reaktor 9 etwa 96200 Nm3/h
feststoffbeladenes Gasgemisch mit einer Temperatur von 380°C und einem
Druck von 1,018 bar abgeführt,
das mit 213,5 t/h Feststoff beladen war und das folgende Zusammensetzung aufwies:
9,4
Vol-% SO2
77,8 Vol-% N
5,5 Vol-%
O2
7,3 Vol-% H2O.
-
In dem Zyklon 23 wurde das
Abgas so weit von Feststoffen getrennt, dass über Leitung 30 etwa 96200
Nm3/h Luft mit einem Staubgehalt von 50 g/Nm3 (4,81 t/h Feststoff) dem Elektroheißgasfilter 31 zugeleitet
wurden. Dort wurde das Abgas auf einen Staubgehalt von 50 mg/Nm3 entstaubt und der Nassgasreinigung 32 sowie
der nachgeschalteten Schwefelsäureanlage 33 zugeleitet.
-
Aus dem Zyklon 23 wurden
etwa 208 t/h Feststoff mit einer Temperatur von 380° C zunächst der
als Pufferbehälter
dienenden Schwimmwanne 25 zugeleitet und so aufgeteilt,
dass 76,2 t/h in die Ringwirbelschicht 35 des ersten Reaktors 1 etwa
100,9 t/h in die Ringwirbelschicht 36 des zweiten Reaktors 9 und
31 t/h in den Wirbelschichtkühler 26 geleitet
wurden.
-
Die Betthöhe der sich in den beiden Reaktoren 1 und 9 ausbildenden
Ringwirbelschichten 35 bzw. 36 konnte auf diese
Weise auf etwa 1 m eingestellt werden. In dem Wirbelschichtkühler 26 wurden durch
das Kühlelement 29 die
Feststoffe auf eine Temperatur von unter 150°C abgekühlt, wobei eine Wärmemenge
von etwa 1,7 MW abgeführt
wurde. Dadurch wurden aus der Anlage insgesamt etwa 40,8 MW abgeführt die
in 55,2 t/h überhitzten
Dampf mit einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 400°C umgewandelt
wurde.
-
Das aus dem Wirbelschichtkühler 26 ausgebrachte
Produkt wurde mit etwa 4,8 t/h Feststoff mit einer Temperatur von
etwa 380°C
gemischt, der durch den Elektroheißgasfilter 31 aus
dem Abgas des Zyklons 30 abgetrennt wurde. Der insgesamt
aus der Anlage ausgetragene Produktstrom betrug damit etwa 36,54
t/h bei einer Temperatur von etwa 182°C.
-
In der Anlage konnte auf diese Weise
auch Zinkblende bzw. ein Zinkblendekonzentrat mit einem Komgrößenanteil
unter 45 μm
von 75 % so geröstet werden,
dass das Endprodukt 0,3 Gew.-% Sulfidschwefel und 1,8 Gew.-% Sulfatschwefel
enthielt.
-
- 1
- (erster)
Reaktor
- 2
- (Feststoff-)
Zufuhrleitung
- 3
- Zentralrohr
(Gaszufuhrrohr)
- 4
- Gasverteilerkammer
- 5
- Gasverteiler
- 6
- (Gas-)
Zufuhrleitung
- 7
- Wirbelmischkammer
- 8
- Leitung
- 9
- (zweiter)
Reaktor
- 10
- Zentralrohr
(Gaszufuhrrohr)
- 11
- Gasverteilerkammer
- 12
- Gasverteiler
- 13
- (Gas-)
Zufuhrleitung
- 14
- (Feststoff-)
Zufuhrleitung
- 15
- Temperierelement
- 16
- Temperierelement
- 17
- Membranwand
- 18
- Membranwand
- 19
- Wirbelmischkammer
- 20
- Kühlbündel
- 21
- Abhitzekessel
- 22
- Leitung
- 23
- Zyklon
- 24
- Leitung
- 25
- Schwimmwanne
- 26
- Wirbelschichtkühler
- 27
- Leitung
- 28
- Leitung
- 29
- Kühlelement
- 30
- Leitung
- 31
- Elektroheißgasfilter
- 32
- Nassgasreiniger
- 33
- Anlage
zur Herstellung von
-
- Schwefelsäure
- 34
- Leitung
- 35
- Ringwirbelschicht
- 36
- Ringwirbelschicht