-
Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches 1.
-
Aus
DE 198 16 736 A1 ist es bekannt, zur Verstellung
einer Kraftfahrzeugtür
einen Antrieb zu verwenden, der elektromechanisch, pneumatisch oder
hydraulisch arbeitet. Eine konkrete Ausgestaltung ist dort nicht
offenbart.
-
DE 40 04 353 A1 ist ein Antriebsmechanismus
für eine
Fensterscheibe eines Kraftfahrzeuges bekannt. Bei diesem Antriebsmechanismus
treibt ein Fensterhebemotor ein Untersetzungsgetriebe und einen
Hebemechanismus an. Dieser Mechanismus kann einen Parallelarm, einen
Kreuzarm oder einen Seilzug enthalten.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
automatische Verstellbewegung für
Schließteile zu
schaffen, bei der ein guter Wirkungsgrad für die Kraftübertragung zwischen Schließteil und
Verstellantrieb ermöglicht
wird.
-
Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination
des Anspruches 1 gelöst.
-
Erfindungsgemäß ist eine mit dem Schließteil fest
verbundene Trägerkonsole
vorgesehen, an der ein Übertragungselement
gelagert ist. Das Übertragungselement
ist relativ zur Träger konsole
beweglich. Es ist mit einem Lagerbereich an einem Karosseriebereich
(z.B. Türrahmen,
insbesondere A-Säule oder
B-Säule) beweglich
gelagert. Ein dem Lagerbereich abgewandter Kopplungsbereich des Übertragungselements
ist mit dem Verstellantrieb zur Kraftübertragung mechanisch gekoppelt.
-
Da im Montagezustand der Verstellantrieb am
Schließteil
fixiert ist (z.B. Gehäuse
des Verstellantriebs mit dem Schließteil fest verbunden oder Drehachse
des Verstellantriebs mit ortsfester Relativanordnung zum Schließteil) und
der Lagerbereich des Übertragungselements
an einem Karosseriebereich beweglich gelagert ist, wird das Schließteil bei aktiviertem
Verstellantrieb mit vergleichsweise geringen Antriebskräften wirksam
bewegt, z.B. zugezogen.
-
Das Übertragungselement ist vorzugsweise als
Stange, Stab oder dergleichen hergestellt. Es unterstützt dadurch
einen raumsparenden und mechanisch stabilen Aufbau der Vorrichtung.
-
Die Trägerkonsole ist vorzugsweise
als separates Bauteil hergestellt und konstruktiv derart ausgestaltet,
dass es das Übertragungselement
und ggfs. weitere Funktionselemente aufnimmt bzw. lagert. Als separates
Bauteil unterstützt
die Trägerkonsole
einen modulartigen Aufbau der Vorrichtung. Hierdurch kann die gesamte
Vorrichtung vorteilhaft automatisiert am Schließteil montiert werden. Alternativ
ist die Trägerkonsole
bereits vor der Montage des Übertragungselements
und ggfs. weiterer Bauteile mit dem Schließteil fest verbunden. Die Trägerkonsole
kann dabei als separates Bauteil hergestellt oder einstückiger Bestandteil
des Schließteiles
sein.
-
Die Steuervorrichtung dient dazu,
die Bewegungen des Schließteiles
zwischen mehreren Positionen, insbesondere zwischen einer Öffnungsstellung und
einer Schließstellung
zu steuern. Die Steuervorrichtung enthält mechanische, elektromechanische und
gegebenenfalls auch elektronische Bauteile, wie Steuerelektronik,
Schaltelemente oder andere Steuermittel.
-
Gemäß Anspruch 2 sind z.B. Querkräfte quer zu
einer Translationsbewegung zwischen Übertragungselement und Trägerkonsole
bzw. Schließteil möglich, wodurch
gewollte Schwenkbewegungen eines Schließteiles zwischen Öffnungs-
und Schließposition
technisch einfach realisiert werden können.
-
Die Maßnahmen der Ansprüche 3 bis
6 unterstützen
stabile Relativbewegungen zwischen Übertragungselement und Schließteil.
-
Gemäß den Ansprüchen 7 bis 11 wird ein raumsparender
Aufbau des Kraftübertragungsmechanismus
gefördert.
-
Eine Ausgestaltung des Seilzug-Systems
mit zwei Seilzügen
gemäß den Ansprüchen 12
bis 15 trägt
dazu bei, dass sich der Kraftübertragungsmechanismus
in einem Kräftegleichgewicht
befindet, wenn der Verstellantrieb in einer Zwischenstellung des
Schließteiles
nicht aktiv ist. Dies wiederum unterstützt mechanisch stabile Zwischenstellungen
des Schließteiles.
-
Anspruch 16 schlägt einen geeigneten elektrischen
Verstellantrieb vor. Dabei ist die Möglichkeit gegeben, über Steuersignale
eine automatisierte Verstellbewegung des Schließteiles (bei Kopplung von Elektromotor
und Getriebeeinheit) zu erzielen oder ein manuelles Öffnen bzw.
manuelles Zuziehen des Schließteiles
(bei Entkopplung von Elektromotor und Getriebeeinheit) zu erreichen.
Die entsprechenden Steuersignale können durch Betätigung eines Schalters,
Tasters oder dergleichen generiert werden. Steuersignale für die Kupplung
können
auch durch bestimmte Positionen des Schließteiles ausgelöst werden.
Vorzugsweise handelt es sich um eine elektromagnetische Kupplung,
welche durch Steuersignale einfach ansteuerbar ist. Der Verstellantrieb wird
vorzugsweise aktiviert/deaktiviert, indem der Elektromotor eingeschaltet/ausgeschaltet
wird.
-
Gemäß Anspruch 18 kann die Vorrichtung vorteilhaft
als Bausatz oder Modul hergestellt werden, welches dann einfach über eine
Schnittstelle betriebsfertig elektrisch anschließbar ist. Vorzugsweise ist
die Schnittstelle Bestandteil einer montagefreundlichen Steckverbindung.
Insbesondere ist dieses Modul in ein Schließteil (z.B. eine Kraftfahrzeugtür) integriert,
welches über
die Schnittstelle an eine Steuerelektronik, z.B. Steuergerät, Bedienelemente
oder andere Steuermittel anschließbar ist. Diese an die Vorrichtung
anzuschließenden
Mittel können
ebenfalls innerhalb des Schließteiles
bzw. am Schließteil angeordnet
sein oder extern positioniert sein.
-
Vorzugsweise ist das Schließteil als
Kraftfahrzeugtür,
Heckklappe oder Kofferraumdeckel ausgebildet.
-
Anspruch 20 unterstützt ohne
zusätzliche Bauteile
einen guten Wirkungsgrad bei der Transformation von Antriebskräften des
Verstellantriebs in eine Schwenkbewegung der Fahrzeugtür, wenn
diese zugezogen werden soll.
-
Anspruch 25 ermöglicht ein komfortables Positionieren
des Schließteiles
in beliebigen Zwischenpositionen bzw. ein stufenloses Türhalten.
Hierdurch ist beispielsweise ein exaktes manuelles Anhalten der
Kraftfahrzeugtür
in einer bestimmten Zwischenposition oder deren vorsichtiges Positionieren
in einer Parklücke
nicht erforderlich. Dabei entspricht die eine Extremposition z.B.
einem Türöffnungswinkel von
ca. 15°,
während
die andere Extremposition z.B. einem Türendanschlag von ca. 85° entspricht.
Vorzugsweise ist zwischen der Schließposition und der ihr zugewandten
Extremposition keine stufenlose Türhaltung vorgesehen. Dies ist
dann ein Arbeitsbereich ohne die Haltefunktion, z.B. bei Öffnungswinkeln
0° – 15° bei einer
Fahrzeugtür.
-
Die Ansprüche 27 bis 30 betreffen vorteilhafte
Maßnahmen
für eine
geeignete Hinderniserkennung bzw. Einklemmschutz bei einer automatisierten Schließ-Verstellbewegung
des Schließtei les.
Der Reversierweg ist dabei vorzugsweise vorgegeben (z.B. 15° bei einem
schwenkbaren Schließteil),
bevor der Verstellantrieb deaktiviert wird. Erfolgt die Hinderniserkennung
in einem Arbeitsbereich ohne die vorgenannte Haltefunktion, wird
sinnvollerweise in einen Arbeitsbereich mit der Haltefunktion reversiert.
-
Die Erfindung wird anhand der in
den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
-
Dabei zeigen:
-
1 Eine
Seitenansicht der Steuervorrichtung zur Steuerung der Verstellbewegung
einer Kraftfahrzeugtür,
-
2 Eine
Vorderansicht der Steuervorrichtung in Pfeilrichtung II gemäß 1,
-
3 Eine
Draufsicht auf die Steuervorrichtung in Pfeilrichtung III gemäß 1,
-
4 Eine
schematische und ausschnittsweise Draufsicht auf die Steuervorrichtung
in Pfeilrichtung IV gemäß 1,
-
5 Eine
schematische Draufsicht auf einen Teil einer Kraftfahrzeugtür in verschiedenen
Positionen mit Darstellung des Seilzug-Systems,
-
6 Ein
Blockschaltbild mit schematischer Darstellung der Kraftfahrzeugtür, eines
daran angrenzenden Karosseriebereiches und einer Steuerelektronik
zur Ansteuerung der Steuervorrichtung,
-
7 Ein
Flussdiagramm mit der Funktionsweise der Steuervorrichtung beim
automatischen Zuziehen einer Kraftfahrzeugtür.
-
Die Steuervorrichtung 1 gemäß 1 dient
dazu, Verstellbewegungen einer Kraftfahrzeugtür – nachfolgend kurz Tür 2 – zwischen
einer Öffnungsposition 3 und
einer Schließposition 4 zu
steuern. Die Steuervorrichtung 1 enthält unter anderem einen Verstellantrieb 5,
dessen Antriebsgehäuse 6 in
nicht näher
dargestellter Weise an der Tür 2 befestigt
ist. Zur Befestigung können
die Gehäuseschrauben 27 und/oder Schrauben
für die
Gehäuselöcher 28 und/oder
andere geeignete Befestigungsmittel dienen.
-
Die Steuervorrichtung 1 weist
eine Trägerkonsole 7 mit
mehreren langlochartigen Konsolenperforationen 8 auf, welche
das Eigengewicht der Trägerkonsole 7 vorteilhaft
reduzieren. Die Trägerkonsole 7 ist
im Montagezustand in der Tür 2 integriert
und dient der Lagerung und Fixierung mehrerer noch zu beschreibender
Bauteile der Steuervorrichtung 1. Mittels der Trägerkonsole 7 sind
Bestandteile der Steuervorrichtung 1 in der erforderlichen
Weise an der Tür 2 gelagert
und fixiert. Ein plattenartiger Frontbereich 9 der Trägerkonsole 7 ist
von zwei Schraublöchern 10 durchsetzt,
welche mit entsprechenden Befestigungsschrauben korrespondieren, um
die Trägerkonsole 7 mit
der Tür 2 fest
zu verbinden.
-
An der Trägerkonsole 7 ist ein
als stangen- bzw. stabartig ausgebildetes Übertragungselement 11 gelagert.
Es ist relativ zur Trägerkonsole 7,
und damit auch relativ zur Tür 2,
beweglich gelagert. In einer Längsrichtung 12 der
Trägerkonsole 7 ragt
das Übertragungselement 11 mit
einem Lagerfreiende 13 durch eine erste Frontöffnung 14 des
Frontbereichs 9 hindurch über die Trägerkonsole 7 hinaus.
Die langlochartige Frontöffnung 14 gestattet
eine Beweglichkeit des Übertragungselements
11 in
einer Querrichtung 80. Das Lagerfreiende 13 weist
eine Gelenköffnung 15 auf,
welche von einer an einem Türrahmen 16 bzw.
an einer Fahrzeugsäule
(z.B. A-Säule
oder B-Säule)
der Kraftfahrzeug-Karosserie befestigten Drehachse 17 durchsetzt
ist. Auf diese Weise ist das Übertragungselement 11 an
einem die Tür 2 in Schließposition 4 umgebenden
Rahmen der Karosserie drehbeweglich gelagert. Mit einem dem Lagerfreiende 13 abgewandten
Kopplungsbereich 18 ist das Übertragungselement 11 an
den Verstellantrieb 5 gekoppelt, um mechanische Kräfte zwischen Übertragungselement 11 und
Verstellantrieb 5 zu übertragen.
-
Für
definierte Bewegungsabläufe
zwischen Trägerkonsole 7 und Übertragungselement 11 ist zwischen
diesen Teilen eine Bewegungsführung
in Form einer Kulissenführung
vorgesehen. Dabei weist die Trägerkonsole 7 eine
Kulissenbahn oder Führungsbahn 19 auf,
während
das Übertragungselement 11 einen
in diese Führungsbahn 19 eingreifenden
Führungszapfen 20 trägt (4). Dabei ist die Kulissenführung derart
ausgebildet, dass das Übertragungselement 11 und
die Trägerkonsole
in einer Bewegungsebene, welche durch die Längsrichtung 12 und
die Querrichtung 80 aufgespannt sind, relativ zueinander
beweglich sind.
-
Die Kraftübertragung zwischen Übertragungselement 11 und
Verstellantrieb 5 erfolgt mittels eines Seilzug-Systems,
welches einerseits mit dem Kopplungsbereich 18 des Übertragungselements 11 und
andererseits mit dem Verstellantrieb 5 kraftmäßig verbunden
ist. Das Seilzug-System enthält
eine erste Umlenkrolle 21 für ein erstes Zugseil 22 sowie eine
zweite Umlenkrolle 23 und eine dritte Umlenkrolle 24 für ein zweites
Zugseil 25. Die Umlenkrollen 21, 23 sind
an einem Rollenhalter 26 fixiert. Der Rollenhalter 26 ist
im Kopplungsbereich 18 des Übertragungselements 11 fest
verbunden. Der Rollenhalter 26 trägt auch den Führungszapfen 20.
-
Das erste Zugseil 22 ist
mit einem ersten Seilende 29 an einem Fixierabschnitt 30 der
Trägerkonsole 7 fixiert.
Hierzu ist das gegenüber
dem Zugseil 22 verstärkte
Seilende 29 in eine erste Fixiernut 31 eingeführt und
infolge der geometrischen Dimensionierung der Fixiernut 31 in
Zugrichtung gegen ein Herausfallen aus der Fixiernut 31 gesichert.
Gleiches gilt für
das zweite Zugseil 25, welches mit einem ersten Seilende 32 in
einer zweiten Fixiernut 33 der Trägerkonsole 7 fixiert
ist. Die zweiten Seilenden der Zugseile 22, 25 sind
jeweils mit einer Seiltrommel 34 verbunden, welche drehbeweglich
im Antriebsgehäuse 6 der
Getriebeeinheit 5 gelagert ist. Die Zugseile 22, 29 sind
mit der Seiltrommel 34 derart verbunden, dass beim Bewegen
der Tür 2 entweder
das erste Zugseil 22 an der Seiltrommel 34 aufgewickelt
und das zweite Zugseil 25 an der Seiltrommel 34 abgewickelt
wird oder umgekehrt das erste Zugseil 22 abgewickelt und
das zweite Zugseil 25 aufgewickelt wird. Die beiden Seilzüge 22, 25 sind
jeweils von einem Schutzmantel 38, 39 umgeben,
in dem sich das entsprechende Zugseil 22 bzw. 25 frei bewegen
kann. An dem dem Antriebsgehäuse 6 benachbarten
Abschnitt des zweiten Zugseiles 25 ist ein Federelement 40 in
Form einer Zugfeder angeordnet. Sie ist auf nicht im einzelnen dargestellte
Weise mit den Zugseilen 22, 25 derart wirkverbunden,
dass ein Dehnverhalten der Zugseile 22, 25 im
Laufe der Betriebszeit und eine eventuelle Systemlose des Seilzug-Systems
kompensiert werden. Außerdem
trägt das
Federelement 40 dazu bei, dass die Zugseile 22, 25 mit einer
definierten Spannung die Kräfte übertragen.
-
Die ersten Seilenden 29, 32 sind
bezüglich einer
gedachten, die beiden Umlenkrollen 21, 23 voneinander
trennenden Trennlinie 81 (in 5 in Schließposition 4 dargestellt)
auf zwei gegenüberliegenden
Seiten dieser Trennlinie 81 angeordnet, d. h. das erste
Seilende 32 ist auf der linken Seite und das erste Seilende 29 auf
der rechten Seite dieser Trennlinie 81 angeordnet. Gleichzeitig
sind beide ersten Seilenden 29, 32 bezüglich des Übertragungselements 11 diagonal
gegenüberlie gend
angeordnet. Die beiden Umlenkrollen 21, 23 sind
in Längsrichtung 12 voneinander
beabstandet angeordnet. Dabei sind deren senkrecht zur Zeichenblattebene
verlaufenden Mittellängsachsen 82 parallel
zueinander angeordnet und die Umlenkrollen 21, 23 befinden
sich etwa in derselben Ebene.
-
Beim automatischen Zuziehen der Tür 2 entlang
der Schwenkrichtung 83 in Richtung Schließposition 4 wird
das erste Seil 22 an der Seiltrommel 34 aufgewickelt.
Dadurch wird die Tür 2 automatisch
relativ zum Übertragungselement 11 bewegt
und näher an
die Drehachse 17 herangezogen. Aufgrund der Ausgestaltung
der Führungsbahn 19 können Querkräfte an der
Trägerkonsole 7 bzw.
der Tür 2 angreifen,
so dass automatisch eine Schwenkbewegung der Tür 2 in Richtung Schließposition 4 unterstützt wird.
In Schließposition 4 ist
folglich ein größerer Abschnitt
des ersten Zugseiles 22 aufgewickelt als in Öffnungsposition 3 (5). Für das zweite Zugseil 25 ist
diese Ablauffolge genau umgekehrt, da es entsprechend an der Seiltrommel 34 fixiert
ist.
-
Der Rollenhalter 26 trägt ein Querschnitt
in bikonkav ausgebildetes Führungselement 84,
welches zwischen beiden Umlenkrollen 21, 23 angeordnet
ist und eine Bewegungsführung
der Zugseile 22, 25 unterstützt.
-
Der Verstellantrieb 5 weist
einen Elektromotor 35 auf, welcher über eine Kupplung 36 mit
einer Getriebeeinheit 37 koppelbar und von der Getriebeeinheit 37 entkoppelbar
ist. Die Kupplung 36 ist über noch näher zu beschreibende Steuermittel
bzw. eine Steuerelektronik ansteuerbar, um die Kopplung und Entkopplung
zu erzielen.
-
Der Rollenhalter 26 trägt an seiner
dem Verstellantrieb 5 zugewandten Seite einen Fixierdorn 41. Dieser
greift in eine halbschalenartige Aufnahme 42 eines Linearpotentiometers – nachfolgend
kurz: Potentiometer 43 – ein. Ein der Aufnahme 42 in
Längsrichtung
des Potentiometers 43 gegenüberliegendes Be festigungsende 44 in
Form eines Kugelzapfens ist an der Trägerkonsole 7 befestigt.
Auf diese Weise ist das Potentiometer 43 einerseits mit
dem Übertragungselement 11 und
andererseits mit der Tür 2 mechanisch
verbunden. Am Potentiometer 43 ist über ein erstes Kabel 45 eine
von der Position der Tür 2 abhängige elektrische
Spannung Up abgreifbar.
-
Die Steuervorrichtung 1 weist
Mittel 46 zum Arretieren der Tür 2 in beliebigen
Zwischenstellungen zwischen einer ersten und einer zweiten Extremposition
auf. Die Extrempositionen müssen
nicht mit der Öffnungsposition 3 und
mit der Schließposition 4 übereinstimmen.
In Schließposition 4 verläuft die
Tür 2 etwa
in Fahrzeuglängsrichtung 47 (5). Die Arretiermittel 46 sind
als im wesentlichen zylindrisches Bauteil mit einem ersten Gelenkende 48 und
einem in Längsrichtung 12 gegenüberliegenden
zweiten Gelenkende 49 ausgestaltet. Das erste Gelenkende 48 ist
mittels einer Konsolenschraube 50 und einer korrespondierenden
Schraubenmutter 51 an der Trägerkonsole 7 und somit
an der Tür 2 drehbeweglich
gelagert. Dabei verläuft
die Drehachse etwa parallel zur Drehachse 17 des Übertragungselements 11.
Das zweite Gelenkende 48 trägt einen Gelenkkopf 52,
der im Montagezustand an einer Drehachse drehbar gelagert ist. Diese
Drehachse verläuft
vorzugsweise parallel zur Drehachse 17 und ist ebenfalls
am Türrahmen 16 oder
einem anderen Karosseriebereich befestigt. Insbesondere ist auch
der Gelenkkopf 52 an der Drehachse 17 gelagert
(6). Das zweite Gelenkende 49 ist
von einer langlochartigen Konsolenöffnung 85 mit Abstand
umgeben. Sie kann durch eine das Gelenkende 49 umgebende
Manschette abgedichtet werden. Die Konsolenöffnung 85 ermöglicht eine
Beweglichkeit zwischen Trägerkonsole 7 und
Arretiermitteln 46.
-
Die Arretiermittel 46 enthalten
einen Kolben mit Kolbenstange, welche entlang der Längsrichtung 12 in
einem Hydraulikzylinder beweglich ist. Durch federdruckbeaufschlagte
Ventile im Kolbenpaket kann das Hydrauliköl in beide Bewegungsrichtungen
entlang Längsrichtung 12 nur
verzögert
fließen.
Zum Ü berwinden
der Haltekraft, welche die Tür 2 in
einer Position hält,
muß das
entsprechende Ventil bzw. mehrere Ventile durch Druckaufbau zunächst geöffnet werden.
Sobald sich das Ventil öffnet,
gibt es einen größeren Querschnitt
frei, so dass die Hydraulikflüssigkeit
mit geringer Kraft von einer Seite des Kolbens entlang Längsrichtung 12 zur
anderen Seite fließen
kann. Sobald die Strömungsgeschwindigkeit durch
Anhalten der Tür
(manuell oder automatisch) wieder auf Null reduziert ist, schließt das Ventil
bzw. die Ventile wieder aufgrund der Federdruckkraft. Dabei ist
vorzugsweise das erste Gelenkende 48 mit der Kolbenstange
fest verbunden, während
das zweite Gelenkende 49 an dem Hydraulikzylinder befestigt ist.
Ab einer Zwischenposition der Tür 2 bis
zum Erreichen der Öffnungsposition 3 kann
auch eine Endlagendämpfung
in den Arretiermitteln vorgesehen sein, durch die die Bewegung der
Tür 2 unmittelbar vor
Erreichen der Öffnungsposition 3 abgebremst wird.
-
Die Steuervorrichtung 1 weist
eine elektrische Schnittstelle 53 für elektrische Anschlüsse auf. Die
Schnittstelle 53 ist als Steckverbindung ausgebildet und
enthält
drei Stecker. Ein erster Stecker 54 ist dem ersten Kabel 45 zugeordnet.
Ein zweiter Stecker 55 ist einem zweiten Kabel 56 zugeordnet. Über dieses
Kabel 56 wird die Kupplung 36 angesteuert. Ein dritter
Stecker 57 ist einem dritten Kabel 58 zugeordnet. Über dieses
dritte Kabel 58 wird der Elektromotor 35 angesteuert
bzw. versorgt. Die Kabel sind mittels Kabelbinder 86, 87 an
der Trägerkonsole 7 und
an dem Antriebsgehäuse 6 mechanisch
gesichert. Die Steuervorrichtung 1 gemäß 1 bis 3 bildet gewissermaßen ein
Modul, welches im Kraftfahrzeug an einer geeigneten Stelle eingebaut
werden und zum Betrieb über
die Schnittstelle 53 an eine externe Steuerelektronik,
Steuergeräte
oder andere Steuermittel angeschlossen werden kann. Gemäß 5 ist die Steuervorrichtung 1 in
die Tür 2 in
einem Hohlraum zwischen deren Außenbeplankung 59 und
einer dem Fahrzeuginnenraum zugewandten Innenseite 60 integriert.
-
In 6 ist
die Anlenkung der Tür 2 und
der Steuervorrichtung 1 an der Fahrzeugkarosserie, nämlich am
Türrahmen 16,
schematisch dargestellt. Die Drehachse 17 ist am Türrahmen 16 befestigt.
Mittels der Scharniere 61 ist die Tür 2 am Türrahmen 16 schwenkbar
gelagert. In 5 sind
die Scharniere 61 durch eine Schwenkachse 88 symbolisiert.
Die Steuervorrichtung 1 ist in der Tür 2 integriert und über die Schnittstelle 53 mit
Steuermitteln verdrahtet. Die Steuermittel weisen ein Steuergerät 62 auf,
welches im Kraftfahrzeug innerhalb oder außerhalb der Tür 2 angeordnet
ist. An das Steuergerät 62 ist
ein Betätigungselement 63 zur
manuellen Auslösung
der elektrischen Türzuziehung
angeschlossen. Das Betätigungselement 63 ist
vorzugsweise als Schalter oder Taster ausgebildet und beispielsweise
in der Dachbedieneinheit des Kraftfahrzeugs angeordnet.
-
Anhand von 6 wird die automatische Türzuziehung
erläutert.
Wie bereits erwähnt,
wird diese Türzuziehung
durch Betätigung
des Betätigungselements 63 eingeleitet.
In einem Abfrageschritt 66 wird deshalb überprüft, ob der
Schaltzustand des Betätigungselements 63 auf „1" gesetzt worden
ist. In diesem Fall empfängt
das Steuergerät 62 ein
entsprechendes Signal Sb=1. Das Steuergerät 62 steuert daraufhin
in einem Schritt 67 den Verstellantrieb 5 an,
um ihn einzuschalten. Hierbei steuert das Steuergerät 62 zunächst die
Kupplung 36 mit einem Steuersignal Sku an, um einen Kraftschluss bzw.
eine Kopplung zwischen Elektromotor 35 und Getriebeeinheit 37 zu
erzielen, da im Ausgangszustand- das heißt bei unbewegter Tür 2 – der Elektromotor 35 und
die Getriebeeinheit 37 entkoppelt sind. Daraufhin wird
der Elektromotor 35 zu seiner Bestromung mit einem Steuersignal
Sem angesteuert.
-
In einem nächsten Abfrageschritt 68 wird
die am Potentiometer 43 abgegriffene Spannung Up im Steuergerät 62 ausgewertet.
Dabei entspricht ein Spannungswert einer bestimmten Position der
Tür 2. Zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Spannungswerten, welche durch ihre Spannungsdifferenz ΔU repräsentiert werden
können,
vergeht ein definiertes Zeitintervall Δt. Ist die Spannungsdifferenz ΔU in dem definierten
Zeitintervall Δt
zu klein, hat die Tür 2 eine zu
geringe Strecke zurückgelegt.
Der Quotient ΔU/Δt sinkt unter
einen Schwellwert w. Dies wird als Hindernis interpretiert. Alternativ
kann eine Hinderniserkennung auch dadurch erfolgen, dass ein Zeitintervall zwischen
zwei aufeinanderfolgenden Spannungssignalen ermittelt wird und mit
einem dafür
vorgegebenen Zeitintervall verglichen wird.
-
Sobald ein Hindernis erkannt worden
ist, steuert das Steuergerät 62 in
einem Schritt 69 den Verstellantrieb 5 an. Der
Elektromotor 35 wird entweder abgeschaltet oder zunächst reversiert
und dann abgeschaltet. Danach steuert das Steuergerät 62 in einem
Schritt 70 die Kupplung 36 mit einem entsprechenden
Signal Sku an, um den Kraftschluss zwischen Elektromotor 35 und
Getriebeeinheit 37 aufzuheben. Eine Fortsetzung des Schließvorganges
ist möglich,
indem das Betätigungselement 63 erneut betätigt wird.
-
Bei dem automatischen Schließvorgang kann
der Verstellantrieb 5 – bei
nicht registriertem Hindernis – solange
aktiviert bleiben, bis die Schließposition 4 erreicht
ist, in der die Tür 2 vollständig zugezogen
ist. Dann wird der Verstellantrieb 5 deaktiviert durch
entsprechende Steuersignale Sem und Sku an Elektromotor 35 und
Getriebeeinheit 37 (Schritte 72, 73).
-
Alternativ kann der Schließvorgang
unmittelbar vor Erreichen der Schließposition folgendermaßen ablaufen:
ab einer bestimmten Eingriffsstellung (es können mehrere Eingriffstellungen
vorhanden sein) des Türschlosses
(z.B. Schloss-/Drehfalle in der Tür 2 und korrespondierender
Schließbügel im Türrahmen),
bei der die Tür 2 noch
nicht vollständig in
die Schließposition 4 zugezogen
ist, kann eine automatische Schließhilfe, insbesondere Servoschließung, aktiviert
werden.
-
Hierzu ist die Steuervorrichtung 1 durch Schaltelemente
ergänzt,
welche mit der Steuerelektronik bzw. dem Steuergerät 62 zusammenwirken.
In dem der Tür 2 zugeordnetem
Schlossteil ist ein Schaltelement in Form eines Mikroschalters 64 angeordnet,
der ebenfalls an die Steuermittel, insbesondere das Steuergerät 62 angeschlossen
ist. Er registriert die obengenannte bestimmte Eingriffsstellung. Von
seinem Schaltzustand ist die Auslösung der Schließhilfe zum
endgültigen
Zuziehen der Tür 2 in den
Türrahmen
bzw. in das Schloss des Türrahmens abhängig. Der
Schaltzustand eines Kontrollschalters 65, vorzugsweise
ein Türkontaktschalter,
verändert sich,
sobald die Schließposition 4 erreicht
ist. Dabei wird die Schließhilfe,
insbesondere mittels des geänderten
Schaltzustandes des Kontrollschalters 65, deaktiviert.
-
In einem Schritt 71 fragt
das Steuergerät 62 den
Schaltzustand Sm des Mikroschalters 64 ab. Beispielsweise
sei angenommen, dass der Schaltzustand Sm = 0 bei geöffneter
Tür 2 ist
und auf Sm = 1 umschaltet, wenn die Schlossteile in die vorgenannte bestimmte
Eingriffsstellung kommen. Die Abfrageschritte 68 und 71 können zeitlich
nacheinander oder parallel erfolgen. Wird der Schaltzustand Sm =
1 registriert, schaltet das Steuergerät 62 über ein
entsprechendes Steuersignal Sem den Elektromotor 35 ab
(Schritt 72) und entkoppelt daraufhin über ein entsprechendes an die
Kupplung 36 gesendetes Steuersignal Sku den Elektromotor 35 und
die Getriebeeinheit 37 voneinander (Schritt 73).
Außerdem
kann der Schaltzustand Sm = 1 dazu genutzt werden, die Hinderniserkennung
bzw. den Einklemmschutz zu deaktivieren. Zudem wird bei registriertem
Schaltzustand Sm = 1 automatisch die Schließhilfe aktiviert (Schritt 74),
um die Tür 2 endgültig zuzuziehen.
Der Kontrollschalter 65 wird umgeschaltet, wenn die Tür 2 endgültig zugezogen
ist. Bei angenommenen Schaltzustand Sk = 0 vor dem endgültigen Zuziehen
der Tür 2 erhält der Kontrollschalter 65 den
Schaltzustand Sk = 1 bei endgültig
zugezogener Tür 2 (Schritt 75).
Die Steuermittel bzw. das Steuergerät 62 registrieren
den neuen Schaltzustand Sk und können
sich und/oder gegebenenfalls weitere Steuermittel in einen Reset-Zustand zurücksetzen
(Schritt 76).
-
Es sei erwähnt, dass die Anwendung des
beschriebenen automatischen Schließvorganges und/oder der Schließhilfe zum
endgültigen
Zuziehen der Tür 2 nicht
auf diese Tür 2 als
Schließteil
beschränkt
ist. Vielmehr sind diese Bauteile und Verfahrensabläufe auf
alle Arten von Schließteilen – auch außerhalb
des Fahrzeugsektors – anwendbar.
Auch muß es
sich bei den Steuermitteln und Schaltelementen nicht notwendigerweise
um elektrische Bauteile; es können
teilweise oder vollständig
auch optische Bauteile oder andere Technologien zum Schalten, Steuern,
Aktivieren und Deaktivieren vorgesehen sein.
-
Da in Schließposition der Tür 2 Elektromotor 35 und
Getriebeeinheit 37 voneinander entkoppelt sind, kann die
Tür 2 ohne
unnötigen
Kraftaufwand manuell geöffnet
werden.
-
Alternativ kann eine automatische
elektrische Öffnung
der Tür 2 aus
der Schließposition 4 heraus
durch Betätigung
des Betätigungselements 63 erfolgen.
Nach dieser Betätigung
und einer Freigabe der Tür 2 durch
entsprechendes Entriegeln des Türschlosses
kann prinzipiell der Schritt 67 und eine geeignete Auswertung
und Verarbeitung der am Potentiometer 43 abgreifbaren Spannung
erfolgen, bis eine definierte Öffnungsposition
erreicht ist. In dieser Öffnungsposition
kann dann automatisch Schritt 72 und Schritt 73 ausgelöst werden.
-
Es sei darauf verwiesen, dass die
in den Zeichnungen dargestellten Dimensionierungen einzelner Bauteile
nicht notwendigerweise maßstäbliche Darstellungen
sind.