DE10256876A1 - Verfahren zum Halten und Freigeben eines Schussfadens im Bereich der Hauptdüse einer Düsenwebmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine und Luftdüsenwebmaschine zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Halten bzw. Freigeben eines Schussfadens im Bereich der Hauptdüse einer Düsenwebmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine. Danach wird das Klemmen und Freigeben des Schussfadens (2) in Eintragsrichtung nach dem Injektor der Hauptdüse durch eine Klemmeinrichtung (1) ausgeführt, die aus zwei sich federnd gegeneinander legenden und den Schussfaden (2) zwischen sich führenden, lamellenartigen Teilen (4) besteht, wobei durch steuerbare Mittel (8) die Lage wenigstens eines der beiden lamellenartigen Teile (4) gegenüber dem anderen lamellenartigen Teil (4) verstellbar ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Halten und Freigeben eines Schussfadens im Bereich der Hauptdüse einer Düsenwebmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Luftdüsenwebmaschine zur Durchführung des Verfahrens mit den Merkmalen des Oberbegriffs nach Patentanspruch 4.
- Dem Verfahren zum Halten des Schussfadens im Bereich der Hauptdüse einer Düsenwebmaschine liegt nach der DE-Patentanmeldung 102 44 694.6 der Gedanke zugrunde, auf die üblicherweise im Mischrohr der Hauptdüse zum Halten des Schussfadens eingesetzte sogenannte Halteluft zu verzichten. Statt dessen soll eine die Struktur des Schussfadens nicht beeinflussende Klemme nach dem Injektor der Hauptdüse im Mischrohr eingeordnet sein, die den Schussfaden im Bereich der Mittenlängsachse des Mischrohres hält oder klemmt.
- Als Klemme ist gemäß der vorgenannten DE-Patentanmeldung ein Zentralverschluss in Form eines pneumatischen oder eines hydraulischen Muskels vorgesehen, dessen Außenwand einem Druckmedium, z.B. Luft, mit einem Druck größer als der Umgebungsdruck ausgesetzt ist.
- Zum Zwecke der Druckbeaufschlagung ist der Muskel zwischen zwei das Mischrohr der Hauptdüse ausbildenden Mischrohrabschnitten angeordnet.
- Der Muskel verbindet die zwei Mischrohrabschnitte druckdicht miteinander.
- Des weiteren umgibt eine in einem Gehäuse ausgebildete Kammer den Muskel druckdicht. Die Kammer ist über ein steuerbares Ventil mit einer einen Überdruck in der Kammer erzeugenden Druckquelle verbunden. Bei Druckbeaufschlagung der Kammer verengt sich der Querschnitt des Muskels derart, dass der den Muskel durchlaufende Schussfaden geklemmt wird.
- Funktionserprobungen der erfindungsgemäßen Klemmeinrichtung haben gezeigt, dass bei gesteuerter Druckentlastung des Muskels und bei gleichzeitiger Beaufschlagung des Schussfadens mit Eintragsluft zum erneuten Eintrag eines weiteren Schussfadens in das Webfach der Muskel nicht hinreichend schnell entspannt, obwohl die aufgrund des Schusseintrages durch den Muskel strömende Eintragsluft der Hauptdüse das Entspannen des Muskels unterstützt.
- Die sich also träge vollziehende Entspannung des Muskels führt dazu, dass der Schussfaden die Innenwand des Muskels kontaktiert und daran Verschleissspuren hinterlässt. Die Verschleissspuren beeinträchtigen die Funktion der Klemmeinrichtung und deren Lebensdauer. Dies zu vermeiden ist Aufgabe der Erfindung.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
- Danach ist nach dem erfindungsgemäßen Verfahren gemäß Anspruch 1 vorgesehen, dass das Klemmen und Freigeben des Schussfadens durch zwei sich federnd gegeneinander legende freie Enden von zwei lamellenartigen Teilen erfolgt und wovon wenigstens ein lamellenartiges Teil in seiner Lage durch steuerbare Mittel gegenüber dem anderen lamellenartigen Teil verstellbar ist. Dabei kann in Ausgestaltung der Erfindung die Verstellbarkeit durch die Kraft wenigstens eines mit einem lamellenartigen Teil verbundenen piezoelektrischen Mittels erreicht werden.
- Ferner wird die Verstellbarkeit durch die Kraft wenigstens eines auf ein lamellenartiges Teil wirkenden elektromagnetischen Mittels erreicht.
- Nach dem Patentanspruch 4 besteht die Einrichtung zum Klemmen und Freigeben des Schussfadens einer Düsenwebmaschine darin, dass zwei sich federnd gegeneinander legende und den Schussfaden zwischen sich führende lamellenartige Teile mit steuerbaren Mitteln direkt oder indirekt in Wirkverbindung stehen, wobei die steuerbaren Mittel die Lage wenigstens eines der beiden lamellenartigen Teile gegenüber dem anderen lamellenartigen Teil verstellen.
- Die steuerbaren Mittel können z.B. piezoelektrische Mittel sein oder wenigstens ein lamellenartiges Teil kann als Piezoelement ausgebildet sein. Ferner kann wenigstens ein elektromagnetisches Mittel einem lamellenartigen Teil zugeordnet sein, wobei die Kraft des elektromagnetischen Mittels die Federrückstellkraft wenigstens eines lamellenartigen Teils überwindet.
- Wenn das Mischrohr aus wenigstens zwei Mischrohrabschnitten besteht, sind in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die lamellenartigen Teile zwischen zwei Mischrohrabschnitten angeordnet und zwar derart, dass jedes lamellenartige Teil in Eintragsrichtung des Schussfadens ein freies Ende aufweist. Mit dem anderen Ende sind die lamellenartigen Teile am Ausgang des Mischrohrabschnittes diametral gegenüberliegend angeordnet.
- Die lamellenartigen Teile sind des weiteren von einer Kammer eines die Mischrohrabschnitte axial miteinander verbindenden Gehäuses umschlossen. In vorteilhafter Ausbildung der Erfindung bestehen die lamellenartigen Teile aus verschleissfestem metallischem Werkstoff, der bei Ausbildung der lamellenartigen Teile als Piezoelement hinreichend biegeelastisch ist. Wenn die lamellenartigen Teile auf elektromagnetische Mittel ansprechen sollen, ist ein geeigneter biegeelastischer magnetisierbarer Werkstoff vorzusehen.
- Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
- In den Zeichnungen zeigen:
-
1 eine schematische Darstellung die zwischen zwei Mischrohrabschnitten eines Mischrohres der Hauptdüse einer Luftdüsenwebmaschine eingeordnete piezoelektrisch gesteuerte Klemmeinrichtung bei geschlossener Klemme, -
2 die schematische Darstellung nach1 bei geöffneter Klemme, -
3 eine schematische Darstellung nach1 mit elektromagnetisch gesteuerter Klemmeinrichtung bei geschlossener Klemme und -
4 die schematische Darstellung nach3 bei geöffneter Klemme. - Die nicht näher dargestellte Hauptdüse der Luftdüsenwebmaschine umfasst neben anderen Bauteilen ein sogenanntes Mischrohr
3 , das einen Schussfaden2 gezielt in ein aus Kettfäden gebildetes Webfach unter Verwendung eines geeigneten Transportfluids einträgt. Im vorliegenden Falle ist das Transportfluid z.B. Luft. - Wie in der DE-Patentanmeldung 102 44 694.6 ausführlich dargestellt, wird in Luftdüsenwebmaschinen der einzutragende Schussfaden
2 bis zum Eintragsstart durch einen sogenannten Stopper auf einem Schussfaden-Liefergerät, einem sogenannten Vorspuler, gehalten und der sich im Mischrohr befindende Abschnitt des Schussfadens wird mit sogenannter Halteluft beaufschlagt, um einerseits zu vermeiden, dass sich der Schussfaden von selbst aus der Hauptdüse ausfädelt und um andererseits den Schussfadenabschnitt in einer für den Schusseintrag optimalen Bedingung zu halten. - In der vorstehend erwähnten Patentanmeldung ist ferner auf die mit der Halteluft einhergehende nachteilige Modifikation des Fadenabschnitts eingegangen worden.
- Gemäß der vorgenannten Patentanmeldung wird die Modifikation des Schussfadens
2 dadurch unterbunden, indem vollständig auf Halteluft verzichtet wird. Der Verzicht auf Halteluft gelingt, wenn der Schussfaden in Eintragsrichtung nach dem Injektor der Hauptdüse geklemmt und erst kurz vor dem Eintrag des Schussfadens freigegeben wird. - Zum Durchführen einer solchen Maßnahme ist vorgesehen, eine Klemmeinrichtung
1 zum Klemmen des Schussfadens2 im Mischrohr3 oder unmittelbar an der Austrittsöffnung des Mischrohres anzuordnen. - Als besonders vorteilhafte Lösung erweist sich eine Klemme in Form von sich federnd gegeneinander legenden freien Enden zweier lamellenartiger Teile
4 , zwischen denen der Schussfaden2 gehalten bzw. geklemmt ist, wovon wenigstens ein lamellenartiges Teil4 in seiner Lage durch steuerbare Mittel8 gegenüber dem anderen lamellenartigen Teil verstellbar ist. - Die
1 bis4 zeigen eine Klemmeinrichtung1 , die zwischen einem ersten Mischrohrabschnitt5 und einem zweiten Mischrohrabschnitt6 eines Mischrohres3 angeordnet ist. - Die Klemmeinrichtung besitzt zwei diametral am Mischrohrabschnitt
5 gegenüberliegend angeordnete lamellenartig ausgebildete Klemmteile aus federelastischem Material. - Die freien Enden der Klemmteile
4 sind in Eintragsrichtung des Schussfadens2 , entsprechend Richtungspfeil7 , ausgerichtet und klemmen den Schussfaden2 zwischen den Mischrohrabschnitten5 ,6 etwa in der Ebene der Längsmittenachse des Mischrohres3 . Beiden Klemmteilen4 sind steuerbare Mittel8 zugeordnet. - In den
1 und2 sind das piezoelektrische Mittel, während es in den3 und4 jeweils ein bestrombares elektromagnetisches Mittel ist. - Gemäß der
1 und2 werden zum Klemmen und Freigeben des Schussfadens2 die piezoelektrischen Mittel8 des jeweiligen lamellenartigen Teils4 über die Leitungen11 ,12 elektrisch angesteuert. - In den
3 und4 beruht das Funktionsprinzip der Klemmeinrichtung darauf, dass die lamellenartigen Teile4 im stromlosen Zustand des wenigstens einen als Spule ausgebildeten elektromagnetischen Mittels8 den Schussfaden2 klemmen. Zum Freigeben des Schussfadens2 müssen die magnetischen Kräfte der Spule die Federrückstellkraft des wenigstens einen lamellenartigen Teils4 überwinden und die Klemme für eine vorbestimmte Zeitdauer geöffnet halten. - Bei Anordnung der Klemmeinrichtung
1 im Mischrohr3 der Hauptblasdüse besteht gemäß der1 bis4 das Mischrohr aus einem ersten Mischrohrabschnitt5 und einem zweiten Mischrohrabschnitt6 . Die lamellenartig ausgebildeten Teile4 sind hier von einer Kammer9 eines beide Mischrohrabschnitte axial miteinander verbindenden Gehäuses10 umschlossen. Die Leitungen11 ,12 zu dem als Piezoelement ausgebildeten steuerbaren Mittel8 sind durch das Gehäuse10 geführt. -
- 1
- Klemmeinrichtung
- 2
- Schussfaden
- 3
- Mischrohr
- 4
- Klemmteil
- 5
- Mischrohrabschnitt
- 6
- Mischrohrabschnitt
- 7
- Richtungspfeil
- 8
- steuerbare Mittel
- 9
- Kammer
- 10
- Gehäuse
- 11
- Leitung
- 12
- Leitung
Claims (12)
- Verfahren zum Halten und Freigeben eines Schussfadens im Bereich der Hauptblasdüse einer Düsenwebmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine, wonach vor dem Eintrag eines Schussfadens in ein durch Kettfäden gebildetes Webfach der Schussfaden in Eintragsrichtung nach einem Injektor der Hauptblasdüse geklemmt und erst kurz vor dem Eintrag des Schussfadens freigegeben wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmen und Freigeben des Schussfadens durch zwei sich federnd gegeneinander legende freie Enden von zwei lamellenartigen Teile erfolgt und wovon wenigstens ein lamellenartiges Teil in seiner Lage durch steuerbare Mittel gegenüber dem anderen lamellenartigen Teil verstellbar ist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellbarkeit durch die Kraft wenigstens eines mit einem lamellenartigen Teile verbundenen piezoelektrischen Mittels erreicht wird.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellbarkeit durch die Kraft wenigstens eines auf ein lamellenartiges Teil wirkenden elektromagnetischen Mittels erreicht wird.
- Düsenwebmaschine mit insbesondere mehrfarbigem Schusseintrag zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, welche zumindest eine Hauptblasdüse mit Injektor und Mischrohr sowie eine Klemmeinrichtung zum Klemmen eines Schussfadens im Mischrohr oder unmittelbar an der Austrittsöffnung des Mischrohres aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung (
1 ) aus zwei sich federnd gegeneinander legenden und den Schussfaden (2 ) zwischen sich führenden, lamellenartigen Teilen (4 ) besteht, wobei durch steuerbare Mittel (8 ) die Lage wenigstens eines der beiden lamellenartigen Teile (4 ) gegenüber dem anderen lamellenartigen Teil (4 ) verstellbar ist. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein lamellenartiges Teil (
4 ) mit einem piezoelektrisch steuerbaren Mittel (8 ) wirkverbunden ist. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein lamellenartiges Teil (
4 ) als Piezoelement ausgebildet ist. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einem lamellenartigen Teil (
4 ) ein magnetisches Mittel (8 ) zugeordnet ist. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die lamellenartigen Teile (
4 ) zwischen zwei Mischrohrabschnitten (5 ,6 ) eines Mischrohres (3 ) angeordnet sind. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die lamellenartigen Teile (
4 ) mit einem freien Ende an der Austrittsöffnung des Mischrohres/Mischrohrabschnittes (5 oder6 ) diametral gegenüberliegend angeordnet sind. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die lamellenartigen Teile (
4 ) von einer Kammer (9 ) eines die Mischrohrabschnitte (5 ,6 ) axial miteinander verbindenden Gehäuses (10 ) umschlossen sind. - Düsenwebmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die lamellenartigen Teile (
4 ) aus verschleissfestem metallischen Werkstoff bestehen. - Düsenwebmaschine nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die lamellenartigen Teile (
4 ) aus verschleissfestem, magnetisierbarem Werkstoff bestehen.
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