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Die Erfindung betrifft ein mikroelektronisches
Bauelement mit zumindest einer aus WNx gebildeten Barriereschicht
sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen mikroelektronischen
Bauelements.
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Im Zuge einer stetigen Erhöhung der
Rechnerleistung und der Speicherkapazität von Mikrochips hat die Integrationsdichte
der elektronischen Bauelemente, wie Transistoren oder Kondensatoren
stetig zugenommen. So gilt seit über
30 Jahren das so genannte Moore'sche
Gesetz, das eine Verdoppelung der Integrationsdichte in einem Zeitraum
von 18 Monaten beschreibt. Auch für die Zukunft wird eine weitere
Leistungssteigerung für
Mikrochips im Rahmen des Moore'schen
Gesetzes und für
spezielle Bauelemente, wie zum Beispiel Videochips, noch darunter
angestrebt, so dass die elektronischen Bauelemente weiter miniaturisiert
werden müssen.
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Eine höhere Integration wird im Wesentlichen
durch eine weitere Verkleinerung der elektronischen Bauelemente
erreicht. Dies führt
gleichzeitig zu einer Steigerung der Arbeitsgeschwindigkeit des
Mikrochips. Die Realisierung von Submikrometerstrukturen ist deshalb
heute eine der wichtigsten Aufgaben für die Weiterentwicklung der
Mikroelektronik. Daraus ergeben sich höhere Anforderungen an die gesamte
Technologie zur Herstellung von mikroelektronischen Bauelementen.
Die einzelnen technologischen Schritte müssen zum Teil bis an ihre prinzipiellen
Grenzen heran genutzt werden und neue Verfahren müssen entwickelt
und in die industrielle Fertigung eingeführt werden.
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In Speicherchips werden für die Ansteuerung
der Kondensatoren Transistoren verwendet, deren Gateelektrode üblicherweise
aus einer Schicht aus Polysilizium aufgebaut ist. Allerdings zeigte
sich, dass mit diesem Material der Reduzierung der Elektrodenhöhe sowie
der Steigerung der Betriebsgeschwindigkeit der Schaltung enge Grenzen
gesetzt sind. Die Reduzierung der Elektrodenhöhe ist aus prozesstechnischen
Gründen
wünschenswert,
da so die Planarität
der integrierten Schaltung verbessert werden kann, wodurch sich
wiederum die Qualität
der eingesetzten fotolithografischen Prozesse verbessert. Allerdings
wird durch die Verringerung der Elektrodenhöhe deren Querschnittsfläche reduziert,
was wiederum zu einer Erhöhung
des Widerstands der Elektrode führt.
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Die Betriebsgeschwindigkeit der Schaltung
hängt aber
auch von der Leitfähigkeit
der Gateelektrode bzw. der Gate-Bahnen ab. Um diese zu erhöhen ist
es erstrebenwert, Materialien mit geringem spezifischen Widerstand
zu verwenden. Somit wurde nach alternativen Materialien gesucht,
die eine weitere Reduzierung des spezifischen Widerstandes der Schicht,
aus der die Gateelektrode strukturiert wird, erlauben.
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Durch Aufbringen einer zusätzlichen
Schicht eines Metallsilizids oder, in der nächsten Entwicklungsstufe, eines
Metalls mit geringem elektrischen Widerstand auf der Elektrodenschicht,
konnte die Leitfähigkeit der
Elektrode erhöht
werden. Eine Gateelektrode besteht dann beispielsweise aus einer
Schicht aus Polysilizium, auf welcher eine Schicht aus Wolframsilizid
und zuletzt eine Capnitridschicht abgeschieden ist. Die Reaktion
zwischen Polysilizium und Wolframsilizid verläuft in so einem kontrollierten
Ausmaß,
dass keine Barriereschicht zwischen der Polysiliziumschicht und
der Wolframsilizidschicht erforderlich ist, um eine einmal erzeugte
Struktur bzw. deren elektrische Eigenschaften über längere Zeiträume aufrecht zu erhalten. Wird
jedoch, um den elektrischen Widerstand der Elektrode weiter abzusenken,
die Wolframsilizidschicht durch eine Schicht aus reinem Wolfram
ersetzt, muss zwischen der Schicht aus Polysilizium und der Wolframschicht
eine Barriereschicht angeordnet werden, da sonst die Metalle der
beiden Schichten zu Wolframsilizid abreagieren, was eine im Vergleich
zu reinem Wolframmetall geringere elektrische Leitfähigkeit
aufweist. Die durch die Verwendung von Wolfram gewonnenen Vorteile
würden
daher wieder verloren gehen. In einem anderen möglichen Integrationsschema
wird die Wolframschicht direkt auf dem Gateoxid aufgebracht. Wolframmetall
weist eine deutlich höhere
elektrische Leitfähigkeit
auf als Wolframsilizid. Auch hier ist es erforderlich, zwischen Gateoxid
und Wolframelektrode eine Barriereschicht aufzubringen, da sonst
an der Grenzfläche
das Wolframmetall zu Wolframoxid umgesetzt wird. Weitere Anordnungen,
in welchen eine Barriereschicht erforderlich ist, sind beispielsweise
Kontaktflächen
zwischen einem elektrisch aktiven Gebiet, beispielsweise einem dotierten Gebiet
in einem Siliziumsubstrat zur Definition einer Elektrode, und einem
Kontaktplug zu einer Leiterbahn. Ebenso müssen Gräben, welche für die Herstellung
von Leiterbahnen in ein Dielektrikum eingebracht werden, zunächst mit
einer Barriereschicht ausgekleidet werden, um zu verhindern, dass
später
das Metall, beispielsweise Kupfer oder Wolfram, aus der Leiterbahn
in darunter liegende Schichten, wie Gebiete des Siliziumsubstrats,
oder in das Dielektrikum eindiffundiert.
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Eine Barriereschicht muss verschiedene
Anforderungen erfüllen,
um in einem Mikrochip verwendet werden zu können. So muss die Barriereschicht
auf dem Material haften, auf welchem sie abgeschieden wird. Weiter
muss sie auch eine ausreichende Haftung für diejenigen Materialien bereitstellen,
die anschließend
auf der Barriereschicht abgeschieden werden sollen. Die Barriereschicht
muss stabil gegenüber
den während
der Herstellung eines Mikrochips auftretenden Produktionsprozessen
sein und darf sich beispielsweise bei Temperaturen, wie sie bei
der Herstellung von Mikrochips verwendet werden, in ihrer Funktionalität, z.B.
hinsichtlich Haftung, Stabilität
und elektrischem Kontaktwiderstand, nicht verschlechtern.
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Bei einer Anordnung als Barriere
zwischen zwei elektrisch leitfähigen
Bauelementen, beispielsweise wie oben beschrieben zwischen einer
Polysiliziumschicht und einer Wolframschicht, darf die Barriereschicht die
gewünschte
hohe elektrische Leitfähigkeit
nicht negativ beeinflussen. Die Barriereschicht sollte daher einen
möglichst
geringen elektrischen Widerstand aufweisen. Schließlich muss
sich die Barriereschicht fehlerfrei herstellen lassen und ihre Barrierefunktion
bei einem Betrieb des Mikrochips über längere Zeiträume, bis hin zu mehreren Jahren,
beibehalten.
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Wolframnitrid (WNx)
besitzt Eigenschaften, welches es für die Verwendung als Barriereschicht
geeignet erscheinen lässt.
Es lässt
sich durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD) oder durch chemische Gasphasenabscheidung
(CVD) in dünnen
Schichten abscheiden, die auch bei geringen Schichtdicken von weniger
als 30 nm eine hohe Stabilität
zeigen. Wolframnitrid lässt
sich in Abhängigkeit
der Mengen an zugeführter Stickstoffvorläuferverbindung
und Wolframvorläuferverbindung
mit unterschiedlicher Stöchiometrie
als amorphe oder polykristalline Schicht abscheiden. Vorläuferverbindungen
sind Verbindungen, welche Elemente der herzustellenden Verbindung
enthalten, und die zusammen mit weiteren Vorläuferverbindungen zur gewünschten
Verbindung reagieren.
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B.-S. Suh, H.-K. Cho, Y.-J. Lee,
W.-J. Lee und C.-O. Park (J. Appl.-Phys., 89, 4128-4133 (2001))
berichten über
die Kristallisation amorpher WNx-Schichten.
Die Autoren stellten WNx-Schichten durch Sputtern eines 99,95
% W-Targets in einer Ar/N2-Atmosphäre dar.
Die Zusammensetzung der Schicht wurde variiert, indem der Stickstoffanteil
N2/Ar + N2 bei konstantem
Druck auf 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 %, 30 % und 40 % eingestellt
wurde. Die WNx-Schicht wurde jeweils auf
einem Silizium-Wafer in einer Schichtdicke von 100 nm abgeschieden.
Die Zusammensetzung der WNx-Schichten wurde
jeweils durch Auger-Elektronenspektroskopie
(AES) untersucht. Die WNx-Schichten mit
einem Stickstoffanteil von 16 %, 21 %, 26 % und 32 % zeigten eine
amorphe Struktur, während
die WNx-Schichten mit einem Stickstoffgehalt
von 40 %, 42 % und 44 % eine polykristalline Struktur aufwiesen.
Die Substrate wurden in einer Atmosphäre aus 10 % H2/Ar
für eine
Stunde getempert und die Struktur der getemperten Schicht anschließend durch
Röntgendiffraktion
erneut untersucht. Die polykristallinen W2N-Schichten zeigten
bis zu einer Temperatur von 800°C
keine Phasenänderung,
während
die amorphen Filme bei Temperaturen zwischen 450 und 600°C begannen
zu kristallisieren und sich bei Temperaturen zwischen 600 und 700°C in eine
zweiphasige Mischung aus W und W2N umwandelten.
Oberhalb von 800°C
setzten alle Schichten Stickstoff frei, so dass eine Schicht aus
Wolfram erhalten wurde. Zur Prüfung
der Barriereeigenschaften wurde jeweils eine Kupferschicht mit einer
Dicke von 130 nm auf der WNx-Schicht abgeschieden
und das Substrat anschließend
wie oben beschrieben in einer Atmosphäre aus 10 % H2/Ar
für eine
Stunde getempert. Die amorphen WNx-Schichten
behielten bis zu Temperaturen von 800°C ihre Barriereeigenschaften,
während
bei den polykristallinen W2N-Schichten bei
800°C lokale
Defekte auftraten. Die Autoren erklären die besseren Barriereeigenschaften
der amorphen WNx-Schichten auch nach einer Kristallisation
der Schicht mit deren dichterer Struktur. Die aus amorphen WNx-Schichten erhaltenen kristallisierten Schichten
enthalten große
Primärkristalle
aus W2N, wobei die Zwischenräume zwischen
den Kristallen mit einer Mischung aus W und W2N-Mikrokristallen
ausgefüllt
sind. Diffusionspfade, auf welchen Kupferatome in die der WNx-Barriereschicht gegenüberliegend angeordnete Siliziumschicht
gelangen können,
können
daher weitgehend unterdrückt
werden.
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In der
US 6,340,629 B1 wird ein Verfahren zur Herstellung
von Gateelektroden für
Halbleiterbauelemente beschrieben. Dazu wird zunächst auf einem Siliziumsubstrat
eine Gateoxidschicht erzeugt, auf welcher eine Schicht aus dotiertem
Silizium abgeschieden wird. Auf der Siliziumschicht wird eine Diffusi onsbarriere
aus Wolframnitrid abgeschieden, welche vorzugsweise einen Stickstoffgehalt
von 5 – 20
Atom-% aufweist. Durch Tempern wird die Wolframnitridschicht in
eine Doppelschicht überführt, welche
eine Wolframsiliziumnitridschicht (WSiN) und eine Wolframschicht
umfasst. Die anschließend
an die Siliziumschicht ausgebildete Wolframsiliziumschicht wirkt
als Diffusionsbarriere, welche eine Reaktion zwischen der Wolframschicht
und der Siliziumschicht verhindert. Die zuoberst angeordnete Wolframschicht
wirkt als Keimschicht für
die Abscheidung einer weiteren Wolframschicht. Diese Wolframschicht
wird nach dem Tempern durch chemische Gasphasenabscheidung erzeugt.
Die Wolframschicht weist eine Dicke von etwa 500 – 1000 A
auf. Anschließend
wird in üblicher
Weise die Gateelektrode strukturiert, indem zunächst eine isolierende Schicht
aus beispielsweise SiO
2 oder Si
3N
4 aufgebracht wird, aus welcher eine Maske
für das Ätzen der
Elektrodenstruktur erzeugt wird.
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Wie bereits weiter oben ausgeführt, steigen
bei einer weiteren Miniaturisierung der in einem Mikrochip verwirklichten
Bauelemente die Anforderungen an die verwendeten Materialien sowie
die Verfahren zu deren Abscheidung und Strukturierung. Insbesondere
muss auch bei elektronischen Bauelementen mit Strukturgrößen von
weniger als 90 nm eine zuverlässige
Funktion gewährleistet
sein.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher,
ein mikroelektronisches Bauelement zur Verfügung zu stellen, bei welchem
auch bei sehr geringen Strukturgrößen von beispielsweise weniger
als 90 nm eine zuverlässige
Funktion gewährleistet
ist.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch
ein mikroelektronisches Bauelement mit zumindest einer aus WNx gebildeten Barriereschicht, wobei x zwischen
0,3 und 0,5 gewählt
ist.
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Bei Untersuchungen der Eigenschaften
von WNx-Schichten wurde gefunden, dass WNx-Barrieren mit einer Stöchiometrie innerhalb eines
Bereichs 0,3 < x < 0,5 einerseits
eine sehr hohe thermische Stabilität aufweisen und andererseits
der elektrische Widerstand der WNx-Barriere
deutlich geringer ist als beispielsweise einer Schicht aus WN oder
WN2. Die thermische Stabilität der Barriere
konnte bis zu Temperaturen von 1080°C nachgewiesen werden. Durch
ihre hohe Temperaturstabilität
behält
die Barriere bei den üblicherweise
für die Herstellung
von Mikrochips verwendeten Prozessbedingungen ihre Struktur, so
dass eine Funktion des mikroelektronischen Bauelements im fertig
gestellten Mikrochip gewährleistet
ist.
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Die Barriere zeigt eine sehr gute
Haftung auf Materialien, wie sie bei der Herstellung von Mikrochips zum
Einsatz gelangen. Ebenso lassen sich derartige Materialien auch
auf der erfindungsgemäßen WNx-Barriereschicht abscheiden, wobei eine
gute Haftung der Schichten auf der Barriere erreicht wird. So haftet
die WNx-Barriereschicht sehr gut auf Oxidschichten,
wie Siliziumdioxid, und lässt
sich daher beispielsweise als Barriereschicht bei der Herstellung
von Leiterbahnen und Kontaktstrukturen verwenden, um eine Diffusion
des Metalls, wie Kupfer oder Wolfram, aus der Leiterbahn oder der
Kontaktstruktur in darunter liegende bzw. umgebende Schichten zu
unterdrücken.
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Die vorteilhaften Eigenschaften der
erfindungsgemäßen WNx-Barriereschicht
kommen besonders zur Geltung, wenn der niedrige elektrische Widerstand
der Barriere genutzt werden kann. Besonders vorteilhaft lässt sich
die WNx-Barriereschicht daher in mikroelektronischen
Bauelementen verwenden, bei welchen sich auf zumindest einer Seite
der aus WNx gebildeten Barriereschicht eine
erste Schicht aus einem leitfähigen
Material anschließt.
Auf der gegenüberliegenden
Seite kann sich beispielsweise eine Oxidschicht an die aus WNx gebildete Barriereschicht anschließen, die
als Gatedielektrikum wirken kann. Eine Oxidation des leitfähigen Materials
der ersten Schicht durch aus der Oxidschicht eindiffundierende Sauerstoffatome
kann dann wirksam unterdrückt
werden. Durch die hohe elektrische Leitfähigkeit der WNx-Barriere
wird der elektrische Widerstand der Elektrode nicht negativ beeinflusst.
Die Verwendung von Materialien mit hoher elektrischer Leitfähigkeit
ermöglicht
daher z.B. die Darstellung von Elektroden mit verringerten Abmessungen,
welche als weiteren Vorteil auch kürzere Schaltzeiten der mikroelektronischen
Bauelemente ermöglichen.
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Die aus WNx gebildete
Barriereschicht eignet sich weiterhin für die Abgrenzung zweier Schichten
aus leitfähigen
Materialien. Im mikroelektronischen Bauelement schließt sich
in diesem Fall an die der ersten Schicht aus einem leitfähigen Material
gegenüberliegende
Seite der aus WNx gebildeten Barriereschicht
eine zweite Schicht aus einem leitfähigen Material an, so dass
ein Schichtstapel aus zwei Schichten aus leitfähigen Materialien sowie einer
zwischen diesen Schichten angeordneten, aus WNx gebildeten
Barriereschicht erhalten wird. Die leitfähigen Materialien der ersten
Schicht und der zweiten Schicht können dabei gleich oder vorzugsweise
verschieden sein. Derartige Schichtstapel finden sich beispielsweise
beim Anschluss eines elektrisch aktiven Gebiets, wie der Source-
oder der Drainelektrode eines Transistors, an eine Leiterbahn. Das
anzusteuernde Element, in diesem Fall die anzusteuernde Elektrode
des Transistors, bildet im Sinne der Erfindung beispielsweise die
erste Schicht und das Material des Kontakts zur Leiterbahn die zweite
Schicht. Zwischen den beiden Schichten ist dann die aus WNx gebildete Barriereschicht angeordnet, so
dass eine Diffusion der Metallatome zwischen Kontakt und Elektrode
wirksam unterdrückt
wird.
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Die aus WNx gebildete
Barriereschicht kann aber auch innerhalb eines Strukturelements
des mikroelektronischen Bauelements angeordnet sein, beispielsweise
als Bestandteile einer Elektrode. So kann die aus WNx gebildete
Barriereschicht Bestandteil einer Gateelektrode eines Transistors
sein. Die Gateelektrode umfasst in diesem Fall mehrere Schichten
aus verschiedenen elektrisch leitfähigen Materialien, wobei einzelne Schichten
der Elektrode durch eine aus WNx gebildete
Barriereschicht getrennt werden. Das erfindungsgemäße mikroelektronische
Bauelement umfasst in diesem Fall einen Schichtstapel, welcher aus
zumindest der ersten Schicht aus einem leitfähigen Material, der aus WNx gebildeten Barriereschicht und der zweiten
Schicht aus einem leitfähigen
Material aufgebaut ist. Der Schichtstapel bildet dann z.B. die Gateelektrode
des Transistors.
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Durch die im erfindungsgemäßen mikroelektronischen
Bauelement vorgesehene WNx-Barriereschicht kann
eine Diffusion von Atomen aus bzw. in die erste Schicht wirksam
unterdrückt
werden. Es können
daher Materialien verwendet werden, die eine sehr hohe elektrische
Leitfähigkeit
aufweisen, jedoch mit Materialien aus angrenzenden Schichten reagieren.
Wegen seiner hohen elektrischen Leitfähigkeit ist dabei Wolfram als Material
für die
erste Schicht besonders bevorzugt.
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Die zweite Schicht, welche gegenüberliegend
zur ersten Schicht auf bzw. unter der aus WNx gebildeten
Barriereschicht angeordnet ist, kann an sich aus beliebigen Materialien
bestehen. Wegen seiner leichten Strukturierbarkeit bzw. aus Gründen einer
besseren Haftung kann es für
spezielle Anwendungen sinnvoll sein, die zweite Schicht aus Polysilizium
herzustellen. Durch die aus WNx gebildete
Barriereschicht wird eine Reaktion zwischen Silizium und beispielsweise
Wolfram, aus dem die erste Schicht hergestellt ist, wirksam vermieden,
so dass beispielsweise eine Elektrode erhalten werden kann, welche
eine hohe elektrische Leitfähigkeit aufweist.
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Die Eigenschaften der Barriereschicht
werden von der Stöchiometrie
der WNx-Schicht bestimmt, welche sich durch
die Her stellbedingungen einstellen lässt. Gegenstand der Erfindung
ist daher auch ein Verfahren zur Herstellung eines mikroelektronischen
Bauelements mit zumindest einer aus WNx gebildeten
Barriereschicht, wobei eine Fläche
einer ersten Schicht bereitgestellt wird, auf der Fläche aus
einer Stickstoffvorläuferverbindung
und einer Wolframvorläuferverbindung
eine aus WNx gebildete Barriereschicht abgeschieden wird,
wobei die abgeschiedene Menge der Wolframvorläuferverbindung und die abgeschiedene
Menge der Stickstoffvorläuferverbindung
so gewählt
ist, dass x einen Wert zwischen 0,3 und 0,5 annimmt, auf der aus WNx gebildeten Barriereschicht eine zweite
Schicht abgeschieden wird, und das mikroelektronische Bauelement
anschließend
in üblicher
Weise fertig gestellt wird.
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Beim erfindungsgemäßen Verfahren
ist es wesentlich, dass die Zusammensetzung der aus WNx gebildeten
Barriereschicht genau kontrolliert wird. Die Zusammensetzung der
aus WNx gebildeten Barriereschicht lässt sich
mit üblichen
Verfahren bestimmen, beispielsweise Auger-Elektronenspektroskopie
oder Rutherford-Rückstreuung.
Auf diese Weise lässt
sich die gewünschte
hohe elektrische Leitfähigkeit
der Barriereschicht sehr genau einstellen, wobei die Funktionalität und Stabilität auch bei
nachfolgenden Temperaturbehandlungen bis 1080 °C gewährleistet ist.
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Wie bereits weiter oben beschrieben,
lässt sich
die aus WNx gebildete Barriereschicht für verschiedene
Anwendungen innerhalb eines mikroelektronischen Bauelements einsetzen.
In Abhängigkeit
von der beabsichtigten Anwendung wird die entsprechende erste Schicht
bzw. die Fläche
ausgewählt,
auf welche die aus WNx gebildete Barriereschicht
abgeschieden werden soll. Beispielsweise kann die Fläche von
einer Oxidschicht, insbesondere einer Gateoxidschicht bereitgestellt
werden. Die Fläche
kann jedoch auch von einer Schicht aus einem elektrisch leitfähigen Material
bereitgestellt werden, beispielsweise einer Schicht aus Polysilizium.
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Die aus WNx gebildete
Barriereschicht lässt
sich an sich mit üblichen
Verfahren herstellen. So kann die aus WNx gebildete
Barriereschicht beispielsweise durch eine chemische Gasphasenabscheidung
(CVD = Chemical Vapor Deposition) erzeugt werden. Die chemische
Gasphasenabscheidung wird dabei in üblicher Weise durchgeführt, wobei übliche Vorläuferverbindungen
für Wolfram
und Stickstoff verwendet werden. Als Vorläuferverbindung für Wolfram
kann beispielsweise WF6 verwendet werden.
Als Vorläuferverbindung
für Stickstoff
eignet sich beispielsweise NH3 oder N2. Die chemische Gasphasenabscheidung kann
dabei auch sequentiell durchgeführt
werden. Die Herstellung der aus WNx gebildeten
Barriereschicht erfolgt in diesem Fall durch ein ALD-Verfahren (ALD
= Atomic Layer Deposition).
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Die aus WNx gebildete
Barriereschicht kann auch durch eine physikalische Gasphasenabscheidung (PVD
= Physical Vapor Deposition) erzeugt werden. In diesem Fall kann
beispielsweise als Vorläuferverbindung
für das
Wolfram ein Wolfram-Target verwendet werden, das in einer N2-Atmosphäre
gesputtert wird. Für die
physikalische Gasphasenabscheidung können daher ebenfalls die üblichen
Bedingungen gewählt
werden, die der Fachmann durch entsprechende Vorversuche ohne weiteres
ermitteln kann.
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Wie bereits weiter oben beschrieben,
zeichnet sich die aus WNx gebildete Barriereschicht
insbesondere durch ihre hohe elektrische Leitfähigkeit aus. Sie eignet sich
daher insbesondere für
eine Verwendung in elektrischen Kontakten. Bevorzugt wird beim erfindungsgemäßen Verfahren
daher auf der aus WNx gebildeten Barriereschicht
eine zweite Schicht aus einem leitfähigen Material abgeschieden.
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Als leitfähiges Material können an
sich alle für
eine Verwendung in Mikrochips übliche
Materialien verwendet werden. Besonders bevorzugt wird wegen seiner
hohen elektrischen Leitfähigkeit
Wolfram als leitfähiges
Material der zweiten Schicht verwendet.
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Die aus WNx gebildete
Barriereschicht kann an sich auf beliebigen Materialien abgeschieden
werden. Geeignet ist beispielsweise eine Oxidschicht, durch welche
ein Gatedielektrikum ausgebildet wird. Für die Herstellung von Elektroden
kann es jedoch auch vorteilhaft sein, wenn die Fläche von
einer ersten Schicht aus einem leitfähigen Material bereitgestellt
wird. Die Elektrode kann dann als Schichtstapel ausgebildet werden.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das leitfähige
Material der ersten Schicht Polysilizium, welches zur Erhöhung der
elektrischen Leitfähigkeit
auch eine Dotierung aufweisen kann.
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Die Erfindung wird im Weiteren anhand
von Beispielen sowie unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren
näher erläutert. Dabei
zeigt:
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1 einen
Schnitt durch verschiedene Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen mikroelektronischen
Bauelements;
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2 eine
elektronenmikroskopische Aufnahme eines Bruchs durch einen Schichtstapel
aus W/WNx/Poly-Si;
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3 eine
Grafik, in welcher die elektrische Leitfähigkeit eines W/WNx-Poly-Si-Schichtstapels
in Abhängigkeit
von x dargestellt ist.
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1A zeigt
schematisch einen Schnitt durch einen Feldeffekttransistor, dessen
Gateelektrode eine aus WNx gebildete Barriereschicht
umfasst, wobei x zwischen 0,3 und 0,5 gewählt ist. In einem Siliziumsubstrat 1 sind
als Source 2 und Drain 3 dotierte Gebiete implantiert.
Das Siliziumsubstrat 1 ist mit einer Oxidschicht 4 bedeckt,
welche auch das Gatedielektrikum bildet. Die Oxidschicht 4 besteht
beispielsweise aus Siliziumdioxid. Auf der Oxidschicht 4 ist
eine Schicht 5 aus Polysilizium angeordnet, welche eine
Dicke von beispielsweise 20 – 200
nm aufweist. Auf der Schicht 5 ist eine dünne Barriere 6 aus
WNx abgeschieden, wobei gilt 0,3 < x < 0,5. Die WNx-Barriereschicht 6 weist eine Dicke
im Bereich von beispielsweise 1 bis 50 nm auf. Die WNx-Barriere 6 kann
beispielsweise durch ein CVD-Verfahren aus geeigneten Wolfram- bzw. Stickstoffvorläuferverbindungen
erzeugt werden. Auf der WNx-Barriere 6 ist
eine Schicht 7 aus Wolframmetall angeordnet. Die Dicke dieser
Schicht kann beispielsweise im Bereich von 20 – 100 nm gewählt werden.
Die Wolframschicht 7 kann mit üblichen Verfahren aufgebracht
werden. Geeignet ist beispielsweise eine Abscheidung aus der Gasphase, wobei
als Vorläuferverbindungen
für Wolfram
beispielsweise WF6 verwendet wird, das in
einer H2-Atmosphäre reduziert wird. Der aus
den Schichten 5 und 7 sowie der WNx-Barriere 6 aufgebaute
Schichtstapel bildet die Gateelektrode des Transistors. Der Schichtstapel
kann auch von einer Abdeckschicht 8 abgeschlossen werden.
Geeignet ist beispielsweise eine Schicht aus Si3N4 oder SiO2. Die
Herstellung und Strukturierung der einzelnen Schichten erfolgt nach
bekannten Verfahren. Der Aufbau des Transistors kann dabei in an
sich beliebiger Weise erfolgen, so dass auch andere Konfigurationen
beispielsweise der Elektroden verwirklicht werden können.
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Auf die in 1A dargestellte Schicht 5 aus
Polysilizium kann auch verzichtet werden. Eine derartige Anordnung
ist in 1B dargestellt.
In einem Siliziumsubstrat 1 sind wiederum elektrisch aktive
Bereiche als Source 2 und Drain 3 definiert. Auf
dem zwischen Source 2 und Drain 3 angeordneten
undotierten Abschnitt des Siliziumsubstrats 1 ist eine
Oxidschicht 4 als Gateoxid definiert, auf welcher direkt
eine WNx-Barriere 6 angeordnet
ist. Der weitere Aufbau entspricht der Darstellung aus 1A. Ruf der WNx-Barriere 6 ist
eine Wolframschicht 7 angeordnet, so dass eine Gateelektrode
erhalten wird. Den oberen Abschluss der Gateelektrode bildet wiederum
eine Abdeckschicht 8, beispielsweise eine Nitridschicht.
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Die im erfindungsgemäßen mikroelektronischen
Bauelement enthaltene WNx-Barriereschicht
ist allgemein als Barriere zwischen zwei elektrisch leitfähigen Schichten
geeignet. Eine beispielhafte Anordnung eines Kontakts ist in 1C dargestellt. In einem
Siliziumsubstrat 1 ist ein Strukturelement 9 angeordnet,
das elektrisch über
eine Leiterbahn 10 angesteuert werden soll. Zur Isolation
ist auf dem Siliziumsubstrat 1 eine Schicht 11 aus
einem Dielektrikum aufgebracht, in welche mit üblichen Verfahren eine Kontaktöffnung 12 eingebracht worden
ist. Die Kontaktöffnung 12 sowie
die Oberfläche
der dielektrischen Schicht 11 ist mit einer WNx-Barriere 6 bedeckt.
In der Kontaktöffnung 12 ist
auf der WNx-Barriere 6 ein Kontakt-Plug 13 aus
einem leitfähigen
Material, beispielsweise Kupfer, aufgebracht. Der Kontaktplug 13 führt zur
Leiterbahn 10, die beispielsweise ebenfalls aus Kupfer
besteht. Durch die WNx-Barriere 6 ist
zum einen ein guter elektrischer Kontakt zwischen dem Strukturelement 9 und
dem Kontaktplug 13 sichergestellt. Zum Anderen wird eine
Diffusion des elektrisch leitfähigen
Materials, beispielsweise Kupfer, aus der Leiterbahn 10 bzw.
dem Kontaktplug 13 in das umgebende Material der dielektrischen
Schicht 11 bzw. das Element 9 wirksam unterdrückt.
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Ein Schichtstapel, wie er schematisch
bei den verschiedenen Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen mikroelektronischen
Bauelements unter Bezug auf 1 beschrieben
wurde, ist als elektronenmikroskopische Aufnahme in 2 dargestellt. Dabei ist auf einer Schicht 5 aus
Polysilizium zunächst
eine WNX-Barriere abgeschieden, auf welcher
wiederum eine Wolfram schicht 7 abgeschieden ist. Der gezeigte Schichtstapel
wurde nach der Abscheidung für
2 Minuten bei 950°C
getempert. Man erkennt, dass trotz der hohen Temperatur die WNx-Barriere 6 in ihrer Struktur erhalten
bleibt und eine klare Trennung der Bereiche der Siliziumschicht 5 und
der Wolframschicht 7 gewährleistet ist.
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Beispiel
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Um den niedrigen elektrischen Kontaktwiderstand
der WNx-Barriere
zu zeigen, wurden jeweils identische Schichtstapel erzeugt, welche
eine Schicht aus Polysilizium umfassen, auf welcher eine WNx-Barriere angeordnet ist, die wiederum von
einer Schicht aus reinem Wolframmetall bedeckt ist. Der Stickstoffanteil
der WNx-Barriere wurde systematisch variiert
und jeweils der elektrische Kontaktwiderstand des Schichtstapels bestimmt.
Die Ergebnisse dieser Messungen sind in Tabelle 1 sowie in 3 dargestellt. In 3 ist auf der Abszisse der
Wert für
x und auf der Ordinate logarithmisch der elektrische Kontaktwiderstand
des Kontakts aufgetragen. Zum Vergleich ist auch der Kontaktwiderstand
für einen
Schichtstapel aus Polysilizium und Wolframsilizid angegeben.
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Tabelle
1: Kontaktwiderstand eines Schichtstapels Poly-Si/WN
x/W
bei Variation von x
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Man erkennt, dass der untersuchte
Schichtstapel bei Werten x > 1
einen hohen Widerstand aufweist, welcher mit abnehmenden Werten
für x stark
abnimmt und im Bereich von 0,5 > x > 0,3 ein Minimum erreicht. Bei
weiter abnehmenden Werten für
x ist die thermische Stabilität
der WNx-Barriere nicht mehr gewährleistet. Als
Referenz wird schließlich
der Wert für
einen Schichtstapel aus Polysilizium und Wolframsilizid angegeben. Bei
Verwendung einer WNx-Barriere mit der oben
beschriebenen Stöchiometrie
kann also der elektrische Kontaktwiderstand des Schichtstapels minimiert
werden bei gleichzeitiger Gewährleistung
einer hohen thermischen Stabilität.