Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es daher, ein Verfahren zur Erzeugung von Biogas zur Verfügung zu
stellen, welches die vorgenannten Nachteile nicht aufweist.
Diese Aufgabe wird gelöst durch
ein Verfahren zur Erzeugung von Biogas, wobei einem von einem Behälter umfaßten Fermenter über einen
Zulauf zu fermentierende Produkte zugeführt werden und der Inhalt des
Fermenters über
mindestens eine am Boden desselben angeordnete Düse mit einem Gemisch umfassend
Biogas und/oder Substrat bedüst wird,
wobei die Düse
derart angesteuert ist, daß die sich
auf dem Boden absetzenden Sedimente in einem Sammelmittel sammeln.
Bevorzugt ist das Sammelmittel als Vertiefung im Boden des Fermenters ausgebildet,
jedoch könnten
auch beispielsweise kastenförmige
Behälter
zur Aufnahme der Sedimente dienen, aus welchen dann über eine Öffnung die
angesammelten Sedimente entnommen werden. Vorteilhafterweise sind
mindestens zwei Düsen
vorgesehen. Das zu verdüsende
Substrat ist vorteilhafterweise zumindest teilfermentiert.
Ist beispielsweise das Sammelmittel
als Vertiefung ausgebildet und die Vertiefung ringförmig auf der
Innenseite der Außenwand
des Fermenters angeordnet, so werden die bevorzugt in Reihen und/oder
Kreisen am Boden des Fermenters angeordneten Düsen, insbesondere teilweise
ausgerichtet auf die Fermenterwand hin, derart angesteuert, daß bei Ausbildung
des Fermenters in Zylinderform vom Zentrum desselben ausgehend zur
Außenwand
hin die Düsen
angesteuert werden, d.h. zunächst
die sich im Zentrum des Fermenters befindlichen Düsen ein
Gemisch umfassend Biogas und/oder Substrat sowie gegebenenfalls
auch weitere Mittel wie Impfmittel und/oder Gase wie Methangas eindüsen, und anschließend bei
dem nächsten
Steuerschritt die vom Zentrum des Fermenters aus gesehen nächste Reihe
von Düsen
angesteuert wird. Dies setzt sich entsprechend fort, bis die letzte
Düsenreihe,
welche unmittelbar an der Vertiefung angeordnet ist, den Fermenterinhalt
bedüst
hat. Hierdurch werden die Sedimente am Boden vom Zentrum des Fermenters zu
der auf der Innenseite der Außenwand
des Fermenters befindlichen ringförmigen Vertiefung transportiert.
Selbiges Steuerungsverfahren kann auch in umgekehrter Weise ablaufen,
wenn nämlich
die Vertiefung zur Aufnahme der anfallenden Sedimente beispielsweise
im Zentrum des Fermenters desselben angeordnet ist, so daß hier zunächst die
unmittelbar auf der Innenseite an der Außenwand des Fermenters angeordneten
Düsen zuerst
angesteuert werden, dann die darauffolgende nächste Reihe an Düsen, welche
näher zum
Zentrum des Fermenters hin liegt, usw.
Bevorzugt ist jedoch vorgesehen,
daß die Düsen derart
angesteuert werden, daß diese
im Prinzip eine Schaufelbewegung ähnlich einem Rührwerk nachvollziehen.
Geht man wiederum von einem zylinderförmigen Fermenter aus, so wird
zunächst
eine Reihe von Düsen,
welche auf einer gedachten Linie vom Zentrum des Fermenters zur
Außenwand
desselben, d.h. etwa auf einer Radiuslinie, liegen, und an einer
Seite der beispielsweise als Kreisabschnitt ausgebildeten Vertiefung
entfernt angeordnet sind, angesteuert, anschließend werden die auf der nächstbenachbarten
Radiuslinie, von der einen Seite der Vertiefung weiter entfernt
liegenden Düsen
angesteuert. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis die Sedimente
durch diese im oder gegen den Uhrzeigersinn verlaufende Düsenansteuerung
und den hierdurch hervorgerufenen Transport der Sedimente in die
beispielsweise kreisabschnittförmige
Vertiefung transportiert sind. Die Vertiefung ist hierbei etwa im
letzten Achtelkreis bei einem Fermenter mit kreisförmiger Grundfläche am Boden
desselben angeordnet. Die Sedimente werden mittels bekannter Entnahmevorrichtungen
aus der Vertiefung entfernt, beispielsweise kann die Entnahme über eine
Schneckenförderung
erfolgen, wobei diese auch im Boden verlegt sein kann. Darüber hinaus
sind jedoch auch einfache Entnahmevorrichtungen, beispielsweise
mit der Vertiefung verbundene Abflußleitungen, insbesondere mit
Gefälle,
und in dieser angeordnete Ventile, möglich.
Vorteilhafterweise wird dem Fermenter über den
Zulauf ein Gemisch aus zu fermentierenden Produkten umfassend 20
bis 75 Gew% Rübensilage,
bezogen auf die Gesamtmenge, zugeführt. Rübensilage steigert vorteilhafterweise
die Ausbeute an Biogas, da über
diese ein hoher Energieeintrag in den Fermenterinhalt erfolgt. So
liegt der Energieertrag bei Futterrüben bei etwa 15.000 m3 Gas je Hektar Anbaufläche, was einer elektrischen
Energie von etwa 33.000 kW/h entspricht. Darüber hinaus sind der Rübenanbau
und die Rübenernte
weitgehend automatisierbar, so daß Rüben entsprechend kostengünstig zur
Verfügung
stehen. Nach der Ernte werden die für die Rübensilage vorgesehen Rü ben vermust,
einsiliert und vom Rübenlagerbehälter beispielsweise
mittels einer Dosierpumpe in den Fermenter eingebracht. Hierbei
kann in der Pumpe oder erst nachgeschaltet die Vermischung der Rübensilage
mit den weiteren zu fermentierenden Produkten, insbesondere Gülle, vorgesehen
werden. Aufgrund des relativ geringen Trockensubstanzanteils in
der Rübensilage ist
selbige pumpfähig
und somit der Prozeß der
Zugabe von Rübensilage
hochgradig automatisierbar. Insbesondere ist hierbei von Vorteil,
daß der
Gefrierpunkt von Rübensilage
niedriger als Wasser ist, wodurch die Lagerung einerseits als auch
die Zufuhr der Rübensilage
zum Fermenterinhalt andererseits erheblich vereinfacht wird. Bevorzugt
liegt der Anteil der Rübensilage,
bezogen auf die Gesamtmenge, in einem Bereich von etwa 20 bis 50
Gew%, weiter bevorzugt in einem Bereich von 25 bis 40 Gew%.
Vorzugsweise wird die Vergärungstemperatur
im Fermenter in einem Bereich etwa 15 bis 60°C, bevorzugt 20 bis 50°C, weiter
bevorzugt 20 bis 40°C, gehalten.
Dieser Bereich entspricht dem sogenannten mesophilen Bereich, welchen
die für
die Fermentierung benötigten
Bakterienkulturen zum optimalen Wachstum benötigen. Durch Führung des
Prozesses bei mesophilen Temperaturen sind vorteilhafterweise größere Temperaturschwankungen
in dem vorgenannten Bereich möglich,
des weiteren ist der Energieaufwand erheblich geringer als bei einem
Arbeiten im thermophilen Bereich. Des weiteren ist die Temperaturdifferenz
zwischen der Heizungsvorrichtung und dem Fermenterinhalt geringer
bei einem Arbeiten im mesophilen Bereich als bei einer Prozeßführung im thermophilen
Bereich. Dadurch werden Prozeßstörungen durch
lokale Überhitzungen,
wodurch die Biogasausbeute negativ beeinflußt wird, vorteilhafterweise
vermieden.
In einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung wurden die Düsen
in Abhängigkeit
von der Temperatur und/oder Druck im Fermenter angesteuert. Besonders
vorteilhaft werden die Düsen
in (Zeit-)Intervallen angesteuert, sobald ein vorgege bener Sollwert über- und/oder
unterschritten wird. Durch diese Steuerung der Düsen ist sichergestellt, daß eine gleichmäßige Biogasproduktion
erfolgt. Denn durch die durch die Düsen erfolgte Rührung des
Fermenterinhaltes wird die Produktion von Biogas angeregt. Der Anfall
von Biogas wiederum erhöht die
Temperatur im Fermenter sowie den Druck in diesem. Steigen nun Temperatur
und/oder Druck über einen
vorgegebenen Sollwert, so wird über
die Steuerung ein Signal an die Düsen gegeben zu schließen bzw.
die Zufuhr von beispielsweise Biogas und/oder Substrat wird unterbunden.
Hierdurch kommt die Rührung
zum Erliegen, die Biogasproduktion sinkt. Damit sinkt als Folge
der Druck und/oder die Temperatur im Fermenter letztendlich wieder
unter den vorgegebenen Sollwert, so daß dann über die Steuerung die Düsen wieder
geöffnet
werden. Auch kann zusätzlich über den
durch das Biogas entstehenden Druck im Fermenter die Zufuhr von
Biogas in den Fermenter zwecks Rührung
abgestellt werden. Dann werden über
die Steuerung beispielsweise Düsen, welche
bisher Biogas eindüsten,
nunmehr auf Eindüsung
von teilfermentiertem Substrat umgestellt. Durch die vorstehend
geschilderte Ansteuerung erfolgt eine Rührung in Intervallen, wobei
sichergestellt ist, daß immer
eine bestimmte gewünschte
Menge an Biogas produziert und letztendlich entnommen werden kann.
Weiterhin betrifft die vorliegende
Erfindung eine Vorrichtung zur Erzeugung von Biogas, insbesondere
aus in der Landwirtschaft anfallenden Produkten, mit einem Behälter, umfassend
einen Fermenter, mit einem Zulauf zur Zufuhr von zu fermentierenden
Produkten, wobei durch die Fermentation zumindest Biogas, Sedimente
und/oder Substrat entsteht, mit mindestens einer am Boden des Fermenters
angeordneten Düse,
die ein Gemisch umfassend Biogas und/oder Substrat in den Fermenter
eindüst, wobei
die Düse
derart angesteuert ist, daß die
sich auf dem Boden absetzenden Sedimente in einem Sammelmittel sammeln.
Dabei kann bei Vorsehen mehrerer Düsen im Fermenter z. B. eine
Düse nur
Biogas, eine andere nur (auch: teilfer mentiertes) Substrat, oder
aber ein und dieselbe Düse
abwechselnd Biogas oder Substrat eindüsen.
Besonders vorteilhaft hieran ist,
daß mittels der
Eindüsung
eines Gemisches aus Biogas und/oder Substrat sowohl eine horizontale
als auch vertikale Durchmischung des Inhalts des Fermenters sichergestellt
ist. Hierdurch kann die Ausbeute an Biogas erheblich erhöht werden.
Das eingedüste
Biogas sorgt insbesondere für
eine vertikale Durchmischung der im Fermenter enthaltenen Masse,
wohingegen durch das eingedüste
Substrat insbesondere eine horizontale Durchmischung des Inhalts
des Fermenters erfolgt, da durch die Inhomogenität des eingedüsten Substrats,
d.h. insbesondere der unterschiedlichen Dichte der in dieser enthaltenen
Substanzen bzw. Teile, eine horizontale Durchmischung des Fermenterinhalts
erfolgt. Diese horizontale Durchmischung wird durch die Ansteuerung
der am Boden des Fermenters angeordneten Düsen unterstützt werden, wobei die Ansteuerung
nicht nur den Eindüswinkel,
sondern auch die Schaltreihenfolge bei mehreren Düsen umfaßt. Denn
hierdurch erfolgt eine Rührung
des Fermenterinhaltes, wodurch die Produktion von Biogas erhöht wird,
bei gleichzeitiger Sammlung von Sedimenten im Sammelmittel.
Der Behälter der erfindungsgemäßen Vorrichtung
kann weiterhin einen Gasdom umfassen. Der Gasdom kann vorzugsweise
aus einer Traglufthaube bestehen. Allerdings kann das Gas auch über eine
Gasabfuhrleitung unmittelbar dem Fermenter entnommen werden. Die
Anordnung der Düse
am Boden kann derart erfolgen, daß die Düse selbst unmittelbar in den
Boden des Fermenters eingelassen ist. Jedoch ist es beispielsweise
auch möglich,
Düsen aufgeständert in
einer Entfernung von 20 cm bis etwa 1 m, bevorzugt 30 cm bis 70
cm, vom Boden entfernt im Fermenter anzuordnen. Dies hat den Vorteil,
daß mit
einer derartigen aufgeständerten
Düsenanordnung
auch bereits bestehende Fermenter ohne Düsen im Boden aufgerüstet werden
können.
Die Dü sen sind
dann in der geständerten
Version bevorzugt schräg
auf den Boden hin ausgerichtet.
Als Düsen werden bevorzugt sogenannte Zweistoffdüsen verwendet,
welche bevorzugt als Schlitzstrahler ausgebildet sind. Mit solchen
Düsen kann
sowohl entweder nur Biogas oder nur (auch: teilfermentiertes) Substrat,
oder aber diese abwechselnd, als auch Biogas und Substrat gleichzeitig
eingedüst
werden, wobei dann die Vermischung mit dem Biogas bevorzugt in der
Düse selbst
oder aber bereits in der Pumpeneinheit erfolgt. Darüber hinaus können insbesondere
auch sonstige Mittel und/oder Gase zugedüst werden wie Methangas, Impfmittel etc.
Hierbei wird die Bewegungsenergie eines Flüssigkeits-Treibstrahls (hier: Substrat-Treibstrahls)
vorteilhafterweise ausgenutzt, um das mitgerissene bzw. eingeblasene
Biogas in sehr feine Gasbläschen zu
zerteilen. Durch derartige Schlitzstrahl-Zweistoffdüsen wird
daher mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
eine weitere Erhöhung
der Ausbeute an Biogas erzielt. Zusätzlich kann dem Gemisch aus
Biogas und/oder Substrat besonders vorteilhaft auch der Impfstoff,
d.h. die zur Fermentierung benötigten
Mikroorganismen (Bakterien), zugegeben werden.
Durch die Eindüsung eines Gemisches aus Biogas
und/oder Substrat ist es vorteilhafterweise möglich, daß gezielt Wärme dann in den Fermenterinhalt
eingebracht wird, wenn das Gemisch auf die entsprechende Temperatur
vorgewärmt
wird. Dies kann besonders einfach dann erfolgen, wenn die für die Eindüsung benötigte Pumpe
mit den entsprechenden Ab- und Ansaugleitungen außerhalb
des Fermenters angeordnet ist, so daß in dieser Pumpen- und Leitungseinheit
eine gezielte Vorwärmung,
gegebenenfalls auch Kühlung,
vorgenommen werden kann. Zusätzlich
kann insbesondere auch Impfstoff miteingedüst werden.
Vorteilhafterweise ist das eingedüste Biogas und/oder
Substrat mindestens teilweise aus dem Behälter im Kreislauf ent nommen.
Durch eine Kreislaufführung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
wird die Ausbeute derselben weiter erhöht und das Gärverfahren
vereinfacht. Hierbei wird nur eine geringe Teilmenge des im Fermenterinhalt
vorliegenden Substrats aus dem Fermenter abgezogen und über eine Pumpe
der Düse
zugeführt.
Das Biogas wird ebenfalls in einer geringen Menge unmittelbar dem
Gasdom oder einem separaten Gaslagertank, in welchen das entstehende
Biogas abgeleitet wird, zugeleitet.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
gelangen die über
den Zulauf zugeführten
zu fermentierenden Produkte in ein Einfüllmittel, welches im Fermenter
angeordnet ist. Das Einfüllmittel
ist beispielsweise als Zylinder, insbesondere als Absetzzylinder, ausgebildet.
Im Zylinder setzen sich die in dem zugeführten zu fermentierenden Produkt
enthaltenen Sedimente am Boden desselben ab. Ist der Zylinder vollständige gefüllt, so
läuft das
zugeführte
zu fermentierende Produkt in den Gärfermenter über und vermischt sich mit
dem in diesem vorhandenen Inhalt. Im Zylinder selbst findet bevorzugt
keine Fermentation statt. Der Zylinder weist den großen Vorteil auf,
daß hierin
das zuzuführende
zu vermentierende Produkt den im Fermenter herrschenden Temperaturen
angeglichen werden kann. Hierdurch werden insbesondere lokale Temperaturunterschiede
im Gärfermenter
vermieden, welche den Fermentationsprozeß verlangsamen und dadurch
die Ausbeute an Biogas vermindern würden.
Besonders vorteilhaft ist das Sammelmittel mit
dem Einfüllmittel
verbunden. In dem Sammelmittel werden die im zu fermentierenden
Produkt enthaltenen Sedimente und diejenigen im Fermentationsprozeß anfallenden
Sedimente und/oder Produkte gesammelt. Hierbei werden die Sedimente
zu einem großen
Teil durch gezielte Ansteuerung der am Boden des Fermenters angeordneten
Düsen in
die Vertiefung befördert.
Dadurch, daß das
Sammelmittel mit dem Einfüllmittel
verbunden ist, können
die sich im Zylinder absetzenden Sedimente des zu fermentierenden
Produktes unmittelbar aus diesem entfernt und in das Sammel mittel überführt werden,
so daß Sedimente
des zu fermentierenden Produkts nur noch in ausgesprochen geringer
Menge in den Fermenter gelangen. Durch diese schon allein durch
das Vorsehen eines Einfüllmittels
erzielte Sedimentvorabscheidung und unmittelbare Abführung der
Sedimente wird der Inhalt des Gärfermenters
homogener, wodurch wiederum eine erhöhte Biogaserzeugung gewährleistet
ist.
Der Fermenter selbst weist bevorzugt
eine kreisförmige
Grundfläche
auf und ist vorzugsweise im wesentlichen zylinderförmig ausgebildet.
Im Innern des Fermenters ist vorteilhafterweise eine Heizvorrichtung
angeordnet. Diese kann als Heizwand ausgebildet sein, welche dann
bevorzugt aufgeständert
auf dem Boden des Fermenters angeordnet ist. Durch die Aufständerung
wird der Transport der sich am Boden des Fermenters absetzenden
Sedimente, welche insbesondere durch die steuerbaren Düsen transportiert
werden, nicht unterbunden.
Vorzugsweise sind die Düsen in Reihen und/oder
Kreisen am Boden des Fermenters angeordnet, beispielsweise radial.
Eine Anordnung in Reihen erlaubt eine Vielzahl unterschiedlicher
Ansteuerungen der steuerbaren Düsen,
wodurch ein Transport der sich auf dem Boden des Fermenters absetzenden
Sedimente je nach Anordnung und Ausbildung der Vertiefung gezielt
erfolgen kann. Bevorzugt ist etwa eine Düse pro 3 bis 7 m2 Grundfläche, bevorzugt
5 m2 Grundfläche, des Fermenters angeordnet. Jedoch
können
die Düsen
auch in jeder anderen Anordnung, etwa unregelmäßig, angeordnet sein.
Diese und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung
werden anhand der folgenden Figuren erläutert:
1:
Querschnitt einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Erzeugung von Biogas; und
2:
Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung
gemäß 1.
1 zeigt
eine Vorrichtung zur Erzeugung von Biogas, welche einen insgesamt
mit dem Bezugszeichen 1 bezeichneten Behälter aufweist,
der einen Gärfermenter 2 mit
einem unmittelbar mit diesem verbundenen Gasdom 9 umfaßt. Zusätzlich kann
der Behälter 1 beispielsweise
noch die Steuerungs- und/oder Pumpanlage umfassen. Der Fermenter
ist im unteren Teil aus V2a-Stahl gefertigt, wohingegen im Übergangsbereich
zwischen Gärfermenter 2 und
Gasdom 9, d.h. im Übergangsbereich zwischen
der Flüssig-
und der Gasphase V4a-Stahl verwendet ist. Der Behälter 1 ist
insbesondere im Bereich des Gärfermenters 2 gegen
Wärmeverluste
isoliert.
Der Behälter 1 samt Gärfermenter 2 ist
zylinderförmig
ausgebildet und weist dementsprechend eine kreisförmige Grundfläche auf.
Auf einem durch die kreisförmige
Grundfläche
gelegten gedachten Achsenkreuz ist als Einfüllmittel ein Absetzzylinder 6 auf
einer der beiden Achsen in der Nähe
der Fermenter-Außenwand
angeordnet. Im Absetzzylinder 6 endet ein Zulauf 3, über welchen
zu fermentierende Produkte von außerhalb des Behälters 1 zugeführt werden.
Diese zu fermentierenden Produkte werden aus Vorratsbehältern über eine
Dosierpumpe in den Behälter 1 gepumpt.
So wird beispielsweise ein Gemisch aus 25 Gew% Rübensilage und Gülle über den Zulauf 3 in
den Absetzzylinder 6 befördert. Der Zulauf 3 ist
derart ausgebildet, daß die Öffnung desselben im
Absetzzylinder 6 etwa auf ein Drittel bis ein Viertel Höhe des Absetzzylinders 6 angeordnet
ist. Die zugeführten
zu fermentierenden Produkte setzen sich im Absetzzylinder 6 ab,
wobei sich die in diesem enthaltenen Sedimente, welche insbesondere
auch aus Verunreinigungen wie Steine, Erde usw. bestehen können, am
Boden des Absetzzylinders 6 selbst absetzen. Hier ist der
Absetzzylinder 6 mit einem Sammelmittel, nämlich einer
Vertiefung 7, unmittelbar verbunden. So können die
sich absetzenden Sedimente aus dem Absetzzylinder 6 unmittelbar
in die Vertiefung 7 gelangen und aus dieser mittels einer
Austragsvorrichtung (Schneckenförderung) 10 entnommen
werden. Hierbei kann die Austragvorrichtung 10 in der Vertiefung 7 an
ihrem einen Ende unterstützt sein
durch ein entsprechend geformtes Bauteil 7.1.
Im Absetzzylinder 6 findet
noch keine Fermentierungsreaktion statt. Im Absetzzylinder 6 findet eine
Temperaturangleichung der zugeführten
zu fermentierenden Produkte mit dem Gärfermenterinhalt statt. Hierdurch
ist sichergestellt, daß bei Überführung der
zu fermentierenden Produkte aus dem Absetzzylinder 6 zu
dem im Fermenter 2 vorliegenden Fermenterinhalt durch die
nicht mehr vorhandenen Temperaturunterschiede die Biogasausbeute
erhöht wird.
Ist der Absetzzylinder 6 mit zu fermentierenden Produkten
gefüllt,
so laufen diese, wie durch den Pfeil 6.1 angedeutet, in
den eigentlichen Fermenter über und
vermischen sich mit dem Fermenterinhalt, wodurch eine Konvektion
des Fermenterinhalts erfolgt. Die Zufuhr der zu fermentierenden
Produkte über den
Zulauf 3 und letztendlich den Absetzzylinder 6 in den
Gärfermenterinhalt
erfolgt über
eine steuerbare Pumpe, wodurch sichergestellt ist, daß sich die
Temperatur des Inhalts des Absetzzylinders 6 derjenigen des
Gärfermenterinhalts
angeglichen hat.
Im Boden 4 des Fermenters 2 bzw.
des Behälters 1 sind
Düsen 5 gleichmäßig verteilt
in Reihen angeordnet. Über
diese Düsen 5 wird
ein Gemisch aus Biogas und/oder zumindest teilfermentiertem Substrat,
welches im Kreislauf dem Gärfermenterinhalt
entnommen ist, unter einem Druck von 6 bar in den Fermenter gesteuert
eingedüst.
Die Steuerung erfolgt hierbei pneumatisch und kann vollständig automatisiert
werden unter Einschaltung einer Datenverarbeitungsanlage. Die Düsen sind
als Zweistoff-Schlitzdüsen
ausgebildet, und düsen
entweder nur bzw. abwechselnd Biogas und teilfermentiertes Substrat,
gegebenenfalls versetzt mit weiteren Mitteln und/oder Gasen, oder
aber ein Gemisch ein.
Des weiteren weist der Behälter einen
Ablaß 11 auf, über welchen
der Fermenterinhalt teilweise oder ganz abgelassen wer den kann.
Dies kann insbesondere bei einer routinemäßigen Generalreinigung des
Behälters 1 notwendig
sein. Üblicherweise wird
das zumindest teilfermentierte Substrat aus dem Gärfermenter 2 über eine
Substratentnahme 12 entnommen. Zusätzlich ist durch einen Überlauf 14 gesichert,
daß der
Inhalt der flüssigen
Phase im Gärfermenter
einen maximalen Pegel nicht übersteigt.
Das sich im Gasdom 9 befindliche und durch die Fermentation
erzeugte Biogas wird über
eine Gasentnahme 13 dem Gasdom entnommen. Der Gasdom besteht aus
einer als Kuppel ausgebildeten Traglufthaube und ist mit einer Überdrucksicherung
versehen. Das entnommene Gas kann in einem weiteren Schritt gereinigt
werden, beispielsweise kann eine Entschwefelung vorgenommen werden,
wobei diese unter Luftzufuhr erzeugt wird. Durch die Größe des Gasdomes wird
das Biogas abgekühlt,
so daß der
im Biogas enthaltene Wasserdampf kondensiert, sich an der Innenseite
des Gasdomes absetzt und in den Fermenter 2 zurückläuft.
Am Absetzzylinder 6 ist
weiterhin eine Heizvorrichtung 8 befestigt. Diese ist aufgeständert auf dem
Boden 4 des Behälters 1,
so daß der
Transport der sich am Boden des Fermenters 2 absetzenden Sedimente
durch die steuerbaren Düsen 5 nicht
unterbunden wird.
2 verdeutlicht
insbesondere die Anordnung der im Boden 4 des Fermenters 2 angeordneten
Düsen 5.
Diese sind in regelmäßigen Abständen in
Reihen im Fermenterboden angeordnet. Hierbei ist etwa eine Düse pro 5
m2 Bodenfläche vorgesehen. Deutlich ist
in 2 die Anordnung der
Vertiefung 7 im Boden 4 des Behälters 1 zu
erkennen. Die Vertiefung 7 selbst ist derart ausgebildet,
daß deren
Wandungen eine leichte Schrägung
aufweisen, wobei diese auch unterschiedlich steil ausgebildet sein kann.
An der tiefsten Stelle der Vertiefung 7 ist dann die Schneckenförderung 10 zur
Entnahme der sich in dieser ansammelnden Sedimente angeordnet. Über eine
Pumpe 15, welche insbesondere nach dem Venturi-Prinzip
arbeitet, wird über
ein Gasansaugrohr 17 und ein Substratansaugrohr 18 eine
Teilmenge des sich in dem Behälter 1 befindlichen
Biogases und Substrates entnommen und über Zuleitungen 16 den einzelnen
Düsen 5 gesteuert
zugeführt.
Hierbei kann vorgesehen sein, daß über eine weitere Zuleitung
der Pumpe insbesondere Impfsubstrat zugeführt wird. Weiterhin kann das
eingedüste
Gemisch gezielt erwärmt
werden, so daß über die
Eindüsung
des Gemisches eine gezielte Erwärmung
eines lokalen Bereichs des Fermenterinhalts erreicht wird. Daher
ist die Pumpe 15 außerhalb
des Behälters 1 angeordnet.
Die Ansteuerung der Düsen 5 erfolgt
derart, daß zunächst auf
einer gedachten Radiuslinie diejenigen Düsen angesteuert werden, welche
auf dieser Radiuslinie liegen und am weitesten von der Vertiefung 7 entfernt
sind. In der in 2 gezeigten
Ausführungsform
werden dementsprechend zunächst die
sich rechts vom Absetzzylinder 6 und der Heizvorrichtung 8 befindlichen
Düsen angesteuert,
im nächsten
Schritt werden im Uhrzeigersinn die nächsten auf einer gedachten
Radiuslinie in etwa liegenden Düsen 5 angesteuert.
Diese Ansteuerungen im Uhrzeigersinn der Düsen 5, welche auf
einer gedachten Radiuslinie liegen, wird solange fortgesetzt, bis schließlich die
Sedimente, welche sich am Boden 4 des Fermenters 2 abgesetzt
haben, in die Vertiefung 7 transportiert sind. Die Düsen 5 weisen
dabei Eindüswinkel
auf, welche etwa in einem Bereich von 10° bis 60°, bezogen auf den Boden 4,
liegen, bevorzugt liegen die Eindüswinkel in einem Bereich von
etwa 20° bis
50°, weiter
bevorzugt 35° bis
45°. Die
Düsen 5 können dabei
hinsichtlich ihres Eindüswinkels
steuerbar ausgelegt sein. Darüber
hinaus können
die Düsen 5 auch
verschließbar
ausgebildet sein, wodurch vorteilhafterweise erreicht wird, daß nichtaktive
Düsen sich
nicht mit Sedimenten zusetzen.
Durch die vorliegende Erfindung wird
eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erzeugung von Biogas zur
Verfügung
gestellt, welches zum einen eine hohe Ausbeute an Biogas ermöglicht wird.
Andererseits wird jedoch auch eine ausgesprochen einfache Reinigung
hinsichtlich der sich absetzenden Sedimente er möglicht. Der besondere Vorteil
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
liegt darin, daß hiermit standardisierte
Anlagen hergestellt werden können, welche
beispielsweise bei einer Leistung von 500 kW in etwa einen Durchmesser
von 18 m aufweisen. Eine vollständige
Vergärung
dauert dabei etwa 25 Tage.