DE19747882C1 - Entleerungsvorrichtung - Google Patents
EntleerungsvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Entleerungsvorrichtung gemäß dem
Oberbegriff des Anspruches 1.
Bei der Aufbereitung bzw. Reinigung von Abwasser gibt es Verfahren, bei
welchem eine biologische Reinigung des Abwassers durch den in dem
Abwasser gelösten bzw. enthaltenen Sauerstoff erfolgt. Dieser Abbau wird
als aerober Abbau bezeichnet, wobei ein Abbau der organischen
Substanzen zu CO2 und H2O stattfindet. Dieser biologische Abbau, der
von verschiedenen Einflüssen abhängig ist, wird vor allem von der Zahl der
Mikroorganismen, dem nutzbaren Sauerstoff und von der Temperatur
bestimmt.
Außer diesem aeroben Abbau ist in vielen Fällen ein anderer biologischer
Abbau bekannt, nämlich der unter Luftabschluß arbeitende anaerobe
Abbau, der ein Faul- oder Gärfaulverfahren darstellt. Dieses Faulverfahren
stellt einen biologischen Vorgang dar, bei dem Methangas erzeugt wird
und das in einem Behälter unter Luftabschluß durchgeführt wird, wobei die
Biomasse umgewälzt und erwärmt wird.
Die Deckung des Energiebedarfes dieses Prozesses erfolgt zum Teil durch
die Zerfallsenergie der abgebauten organischen Substanzen aufgrund der
Einwirkung der Mikroorganismen.
Bei der Aufbereitung der Abwässer bzw. des biologischen Abfalls fallen
Bestandteile an, die unerwünscht und biologisch nicht abbaubar sind. Dies
können schwerere Komponenten wie Sand, Metalle, Glas und ähnliche
Bestandteile sein, die als Schwerfraktion bezeichnet werden. Von Zeit zu
Zeit müssen deshalb die Behälter in derartigen Aufbereitungsanlagen
entleert werden, wobei die Schwerfraktion entfernt wird. Dazu sind
Entleerungsvorrichtungen bekannt.
Eine derartige Entleerungsvorrichtung ist beispielsweise in der
DE 44 93 063 T1 beschrieben. Der Gegenstand der dort erläuterten
Vorrichtung weist mehrere Ventile in spezieller geometrischer Anordnung
auf, mittels derer ein nicht näher spezifizierter Stand der Technik
verbessert werden soll. Gemäß jenem Stand der Technik sind
konventionelle Behälter für Biomasse mit einem verschließbaren
Auslaßrohr zur Beseitigung der sogenannten Schwerfraktion, der
sogenannten Leichtfraktion und des zwangsläufig mitkommenden Wassers
versehen. Es soll sich gemäß der in der DE 44 93 063 T1 zitierten
Druckschrift als schwer erwiesen haben, die Entleerung mit Hilfe eines
solchen Rohres in zufriedenstellender Weise durchzuführen. Diese
Aussage wird durch die Praxis bestätigt.
Ferner ist es von erheblichem Nachteil, daß der Behälter vollständig
entleert werden muß, da sich die Schwerfraktion ja an dessen Boden
befindet. Deswegen muß der Faul- bzw. Gärprozeß unterbrochen werden,
was unter anderem zu einer schlechteren Rentabilität führt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Entleerungsvorrichtung anzugeben, welche die oben genannten Nachteile
nicht aufweist, und die eine effiziente Entleerung eines Behälters in
derartigen Aufbereitungsanlagen ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch eine Entleerungsvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Die besonderen Vorteile der erfindungsgemäßen Entleerungsvorrichtung
liegen in ihrem verhältnismäßig einfachen Aufbau, in ihrer hohen
Betriebssicherheit und ihrer großen Effizienz, da sie - falls erforderlich -
sogar kontinuierlich arbeiten kann. Mit der erfindungsgemäßen
Entleerungsvorrichtung ist weder eine vollständige Entleerung des
Behälters noch eine Unterbrechung des Aufbereitungsvorganges
erforderlich.
Mit Hilfe der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend anhand eines
Ausfürungsbeispieles noch näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Gärbehälter und
Fig. 1 eine Draufsicht auf den Gärbehälter,
wobei beide Darstellungen stark schematisiert sind, um nicht vom Wesentlichen abzulenken.
wobei beide Darstellungen stark schematisiert sind, um nicht vom Wesentlichen abzulenken.
In Fig. 1 ist ein Gärbehälter 1 einer Biogasanlage B schematisch
dargestellt. Der Gärbehälter 1 ist als sogenannter Fermenter für die
Biogasgewinnung nach dem anaeroben Abbauprinzip ausgebildet. Er stellt
also einen allseits geschlossenen, gasdichten Behälter in Form eines
zylindrischen Bassins dar. Im Zentrum 2 der Decke 3 des Gärbehälters 1
befindet sich eine Durchlaßöffnung 4 für eine Welle 5 eines Rührwerkes 6.
Die Durchlaßöffnung 4 ist mit einer Flüssigkeit 7 gasdicht gegenüber der
Umgebung abgedichtet und die Welle 5 des Rührwerkes 6 durchgreift
diese Flüssigkeitsdichtung 7. Der Durchgriff der Welle 5 durch die
Flüssigkeitsdichtung 7 kann berührungslos erfolgen. Die Welle 5 ist im
Boden 8 des Gärbehälters 1 nochmals in herkömmlicher Weise gelagert.
Ein Rührstab 9, der mit Rührflügeln 10 versehen ist, ist an der Welle 5
befestigt und rotiert mit dieser. Die Rührflügel 10 überstreichen den Boden
8 unmittelbar über dessen Oberfläche 11. Schwerfraktion S, die sich am
Boden 8 des Gärbehälters 1 abgesetzt hat, wird durch das Rührwerk 6
bewegt. Die Rührflügel 10 des Rührwerkes 6 sind dabei im
Zusammenwirken mit der Drehrichtung des Rührwerkes 6 so ausgerichtet,
daß die Schwerfraktion S der im Gärbehälter 1 enthaltenen Biomasse M an
die Peripherie P des Gärbehälters 1 gefördert wird.
Im Boden 8 des Gärbehälters 1 befindet sich an dessen Außenbereich eine
Aufnahmegrube 12 zur Aufnahme von Schwerfraktion S, in welche die
Schwerfraktion S durch das rotierende Rührwerk 6 mittels der Rührflügel
10 gefördert wird. Die Aufnahmegrube 12 für die Schwerfraktion S weist
einen Auslaß 13 auf, an den sich ein Förderschacht 14 anschließt, der mit
der Aufnahmegrube 12 gasdicht verbunden ist. Der Förderschacht 14
nimmt zwischen der Vertikalen und der Horizontalen einen
vorbestimmbaren Winkel ein und ist in seinem Innern mit einer
Förderschnecke 15 versehen. Die Förderschnecke 15 beginnt in der
Aufnahmegrube 12 und endet im Förderschacht 14 an dessen freiem Ende
geringfügig oberhalb des Flüssigkeitsspiegels der im Gärbehälter 1
befindlichen Biomasse M.
Nach dem physikalischen Prinzip der kommunizierenden Röhren steht im
schrägen Förderschacht 14 die flüssige Biomasse M genauso hoch, wie im
Gärbehälter 1, so daß keine Fremdluft in den Gärbehälter 1 eindringen
kann.
Die Förderschnecke 15 kann auf manuellen Befehl hin, in regelmäßigen
Zeitabständen oder kontinuierlich Schwerfraktion S aus der
Aufnahmegrube 12 abfördern. Der Gärbehälter 1 muß dazu weder
vollständig noch teilweise entleert werden, noch muß der Gärprozeß
unterbrochen werden.
Das Rührwerk 6 selbst kann ebenfalls auf einen einzelnen Befehl bin, oder
in bestimmten Zeitabständen oder kontinuierlich in Rotation versetzt
werden und so die Schwerfraktion S in den Peripheriebereich P des
Gärbehälters 1 fördern. Es versteht sich, daß die Rotation des Rührwerkes
6 und die Förderung der Förderschnecke 15 zeitlich aufeinander
abgestimmt werden.
Fig. 2 stellt die Draufsicht auf die Biogasanlage B gemäß Fig. 1 dar. Im
Zentrum 2 des Gärbehälters 1 ist die Welle 5 des Rührwerkes 6 erkennbar.
Der Rührstab 9 ist über Versteifungen 16 mit der Welle 5 verbunden und
trägt in radialer Richtung eine Anzahl von Rührflügeln 10, die eine
bestimmte, tangential verlaufende Ausrichtung zur Peripherie P des
Gärbehälters 1 einnehmen. Diese Ausrichtung ist von verschiedenen
Parametern - zum Beispiel dem Durchmesser des Gärbehälters 1, der
Dichte der Biomasse M, der zu erwartenden Dichte der Schwerfraktion S
und ähnlichem - abhängig und wird vom Fachmann entsprechend gewählt.
Der Antrieb von Rührwerk 6 und Förderschnecke 15 erfolgt bevorzugt
durch Elektromotoren, die hier nicht näher bezeichnet sind.
Abweichend vom erläuterten Ausführungsbeispiel kann die
Entleerungsvorrichtung mit Erfolg auch in Biogasanlagen eingesetzt
werden, denen das aerobe Abbauverfahren zugrunde liegt. Auch in
Kläranlagen läßt sich die erfindungsgemäße Entleerungsvorrichtung
erfolgreich zur Abförderung von Schwerfraktion verwenden.
Ganz allgemein ist die erfindungsgemäße Entleerungsvorrichtung für alle
Anlagen geeignet, bei denen Bodensatz - gleich welcher Art - aus
Behältern entfernt werden muß, die nicht ohne weiteres einen Eingriff in
die im Betrieb befindliche Anlage erlauben.
Der Behälter 1 mit der erfindungsgemäßen Entleerungsvorrichtung kann
sich oberhalb der Erdoberfläche befinden oder aber ganz oder teilweise in
den Erdboden eingelassen sein.
Claims (4)
1. Entleerungsvorrichtung für einen Behälter, insbesondere einen Behälter
einer Biogasanlage, bei der die Entleerungsvorrichtung am unteren Ende
des Behälters angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Behälter
(1) ein rotierendes Rührwerk (6) angeordnet ist, dessen Rührflügel (10) so
angeordnet sind, daß Schwerfraktion (S) von vorzugsweise Biomasse (M)
an die Peripherie (P) des Behälters (1) gefördert wird, daß sich an der
Peripherie (P) des Behälters (1) wenigstens eine Aufnahmegrube (12) zur
Aufnahme von Schwerfraktion (S) befindet, daß ein gasdicht mit der
Aufnahmegrube (12) verbundener Förderschacht (14) außerhalb des
Behälters (1) über den Flüssigkeitsstand der Biomasse (M) hinaus ragt und
eine Fördereinrichtung (15) aufweist, mit der die Schwerfraktion (S)
abgefördert werden kann, ohne den Gärvorgang im Behälter (1)
unterbrechen zu müssen.
2. Entleerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fördereinrichtung als Förderschnecke (15) ausgebildet ist.
3. Entleerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Förderschacht (14) unter einem Winkel zwischen 0° und 90° verläuft
und daß sich sein freies Ende wenigstens auf dem Flüssigkeitsniveau der
im Behälter (1) befindlichen Biomasse (M) befindet.
4. Entleerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
sich der Behälter (1) oberirdisch oder ganz oder teilweise unterirdisch
befindet.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19747882A DE19747882C1 (de) | 1997-10-30 | 1997-10-30 | Entleerungsvorrichtung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19747882A DE19747882C1 (de) | 1997-10-30 | 1997-10-30 | Entleerungsvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19747882C1 true DE19747882C1 (de) | 1999-01-28 |
Family
ID=7847056
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19747882A Expired - Fee Related DE19747882C1 (de) | 1997-10-30 | 1997-10-30 | Entleerungsvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19747882C1 (de) |
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1997
- 1997-10-30 DE DE19747882A patent/DE19747882C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
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