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Die Erfindung betrifft eine Klemmvorrichtung eines
Druckmaschinenzylinders, die dazu dient, eine flexible Bespannung
des Zylinders klemmend an dem Zylinder zu befestigen.
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Eine Klemmvorrichtung, wie die Erfindung sie
betrifft, wird insbesondere für
Gummituchzylinder und/oder Formzylinder von Rotationsdruckmaschinen
benötigt,
um ein Gummituch oder eine flexible Druckform, das oder die auf
eine Mantelfläche
eines solchen Zylinders gespannt ist, an dem Zylinder unter Aufrechterhaltung
der Spannung zu befestigen. Die Zylinder weisen einen oder meist
mehrere axiale Kanäle
an ihrer Mantelfläche
auf, in dem oder in denen je eine Klemmvorrichtung gebildet ist.
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In einem aus der
EP 0 856 401 A2 bekannten Beispiel
ist an einer Mantelfläche
eines Druckzylinders ein axialer Kanal gebildet, der Kanalwände aufweist,
die bis zu einer Kanalöffnung
an der Mantelfläche
des Druckzylinders je schräg
zur Radialen unter einem spitzen Winkel aufeinander zulaufen. In
dem Kanal ist ein Klemmkörper
angeordnet, der den aufeinander zulaufenden Kanalwänden zugewandt
entsprechend ebenfalls V-förmig
aufeinander zulaufende Seitenflächen
aufweist. Der Klemmkörper
ist in Richtung auf die Kanalöffnung
zu gespannt, so dass seine beiden aufeinander zulaufenden Seitenflächen gegen
die im gleichen Winkel aufeinander zulaufenden Kanalwände gepresst
werden. Zwischen einer der beiden Kanalwände und der zugewandten Seitenfläche des
Klemmkörpers
wird ein Klemmspalt für die
Bespannung gebildet.
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Aus der
DE 195 09 561 A1 und der
DE 200 22 737 U1 sind
Klemmvorrichtungen bekannt, die schwenkbar in einem Kanal eines
Druckzylinders angeordnete Klemmnocken aufweisen. Die Klemmnocken
sind auf einer drehangetriebenen Welle oder Spindel gebildet. Durch
Drehen der Welle oder Spindel sind die Klemmnocken zwischen einer
Klemmstellung und einer Freistellung hin und her schwenkbar. In
der Klemmstellung bilden sie mit einer Gegenfläche des Kanals einen Klemmspalt
für die
flexible Bespannung. In der Freistellung ist die Bespannung von
den Klemmnocken frei und kann von dem Druckzylinder abgenommen werden.
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Die bekannten Klemmvorrichtungen
sind insbesondere in Bezug auf ihre Handhabung noch nicht optimal.
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Es ist eine Aufgabe der Erfindung,
eine Klemmvorrichtung für
ein Klemmen einer flexiblen Bespannung eines Zylinders einer Druckmaschine zu
schaffen, die zum Klemmen der Bespannung einfacher als die bekannten
Klemmvorrichtungen handhabbar ist.
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Die Erfindung betrifft eine Klemmvorrichtung eines
Zylinders einer Druckmaschine, vorzugsweise einer Druckmaschine
für den
Druck von großen
Zeitungsauflagen. Der Zylinder weist an seiner Mantelfläche einen
axialen Kanal auf. Die Klemmvorrichtung umfasst wenigstens einen
Klemmkörper
und eine Anpresseinrichtung für
den Klemmkörper.
Der wenigstens eine Klemmkörper
ist um eine Drehachse drehbar mit dem Zylinder verbunden und weist
eine runde Oberfläche
auf, die in dem Zylinderkanal mit einer Gegenfläche einen Klemmspalt für wenigstens ein,
durch eine Kanalöffnung
ragendes Ende wenigstens einer flexiblen Bespannung bildet. Die
Gegenfläche
ist vorzugsweise eine von dem Zylinder selbst gebildete oder fest
mit dem Zylinder verbundene Kanalwand. Grundsätzlich kann jedoch die Gegenfläche in dem
Kanal auch relativ zu dem Zylinder bewegbar sein, beispielsweise
ihrerseits ebenfalls drehbar, um die Einführung eines freien Endes der Bespannung
in den Klemmspalt zu erleichtern. Von der Anpresseinrichtung wird
eine Klemmkraft erzeugt, mit der der wenigstens eine Klemmkörper und die
Gegenfläche
gegeneinander gepresst werden, um den Klemmspalt zu bilden. Aufgrund
der Rundheit der den Klemmspalt mitbildenden Oberfläche des Klemmkörpers wirkt
die Klemmkraft auch im Falle einer elastisch nachgiebigen Oberfläche oder/und
Gegenfläche
zumindest im Wesentlichen nur entlang einer axialen Linie.
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Nach der Erfindung ist die runde
Oberfläche des
Klemmkörpers
so geformt und in Umfangsrichtung um die Drehachse des Klemmkörpers so
weit erstreckt, dass der Klemmspalt bei einer Drehbewegung, die
der Klemmkörper
zum Klemmen und Lösen der
Bespannung ausführt,
erhalten bleibt. Die Klemmkraft bleibt während der Drehbewegung bei unveränderter
Klemmspaltdicke zumindest im Wesentlichen die gleiche, vorzugsweise
nach Größe und Richtung.
Der Klemmkörper
muss nicht auf Einhaltung einer bestimmen Klemmstellung, d.h., auf Einhaltung
einer bestimmten Drehwinkelposition, eingestellt werden, um die
Bespannung in dem Klemmspalt zu klemmen. Er befindet sich vielmehr über den
gesamten Drehwinkelbereich, über
den sich seine den Klemmspalt mitbildende runde Oberfläche erstreckt,
in Klemmstellung. Dies erleichtert die Einführung eines freien Endes der
Bespannung in den Klemmspalt. Falls der Drehwinkelbereich, über den
sich die den Klemmspalt mitbildende Oberfläche des wenigstens einen Klemmkörpers erstreckt,
ausreichend groß ist,
kann in vorteilhafter Weiterbildung die flexible Bespannung auch
noch durch eine entsprechende Drehbewegung des wenigstens einen Klemmkörpers nachgespannt
werden. Besonders bevorzugt erstreckt sich die runde Oberfläche, die den
Klemmspalt mit der Gegenfläche
bildet, über 360°. Der Klemmkörper ist
vorzugsweise über
360° um
seine Drehachse drehbar.
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In bevorzugten Ausführungen
ist die den Klemmspalt mitbildende runde Oberfläche des Klemmkörpers bezüglich der
Drehachse des Klemmkörpers
rotationssymmetrisch. Besonders bevorzugt ist der Klemmkörper als
Kreiszylinder gebildet, und die runde Oberfläche ist dementsprechend eine
Mantelfläche
des Kreiszylinders. Dem Grunde nach kann in der rotationssymmetrischen
Ausbildung der wenigstens eine Klemmkörper auch ein vom Kreiszylinder
abweichender Rotationskörper
sein, falls eine im Klemmspalt punktförmige Klemmkraft genügt oder gar
gewünscht
wird. In der rotationssymmetrischen Ausbildung bildet der wenigstens
eine Klemmkörper vorteilhafterweise
in jeder Drehwinkelposition über eine
volle Umdrehung den Klemmspalt, wodurch Fehlbedienungen besonders
sicher entgegengewirkt wird.
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Die Anpresseinrichtung ist vorzugsweise eine
Federeinrichtung, die den wenigstens einen Klemmkörper und
dessen Gegenfläche
gegeneinander drückt.
Die Anpresseinrichtung ist vorzugsweise in dem Kanal angeordnet.
Sie umfasst in der Ausbildung als Federeinrichtung wenigstens ein
in dem Kanal angeordnetes Federelement, das an dem Zylinder abgestützt ist.
Der wenigstens eine Klemmkörper ist
vorzugsweise relativ zu der Anpresseinrichtung um seine Drehachse
drehbar.
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In bevorzugten Ausführungen
sind mehrere Klemmkörper
der beschriebenen Art entlang einer Welle axial voneinander beabstandet
angeordnet. Die Klemmkörper
können
von der Welle in einem Stück
gebildet werden oder aber auf einer Welle befestigt und in dieser
Ausbildung vorzugsweise auf der Welle je verdrehgesichert und zweckmäßigerweise verschiebegesichert
sein. Bevorzugt sind entlang der Welle mehrere Federelemente beabstandet
nebeneinander angeordnet, um die mehreren Klemmkörper über die gesamte Länge der
Welle gleichmäßig gegen
die Gegenfläche
zu pressen.
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Der wenigstens eine Klemmkörper oder
die Welle im bevorzugten Fall der mehreren Klemmkörper ist
relativ zu der Anpresseinrichtung vorzugsweise nicht nur drehbar,
sondern auch quer zu seiner oder ihrer Drehachse translativ bewegbar,
zweckmäßigerweise
parallel verlagerbar. Die translative Bewegbarkeit ist vorteilhaft,
um die Spaltdicke variieren zu können.
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Vorzugsweise ist eine Blockiereinrichtung vorgesehen,
die in einem Blockiereingriff den Klemmkörper mit dem Zylinder so verbindet,
dass eine Rückdrehbewegung
des Klemmkörpers
verhindert wird. Der Blockiereingriff ist lösbar, um das geklemmte Ende
der flexiblen Bespannung wieder aus dem Klemmspalt herausziehen
zu können.
Solch eine Blockiereinrichtung kann insbesondere durch einen lösbaren Freilauf
gebildet werden, der die Drehbewegung des Klemmkörpers in die Spann-Drehrichtung nicht behindert,
den Klemmkörper
jedoch gegen eine Rückdrehbewegung
blockiert. Eine schließ-
und lösbare
Reibbremse kann ebenfalls die Blockiereinrichtung bilden.
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Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung
dreht sich der Klemmkörper
in eine Spann-Drehrichtung,
wenn das freie Ende in den Klemmspalt hineingedrückt wird und wälzt mit
seiner den Klemmspalt mitbildenden runden Oberfläche auf dem freien Ende der
Bespannung ab. Wenngleich ein Drehantrieb des wenigstens einen Klemmkörpers nicht
erforderlich ist, soll ein Drehantrieb jedoch nicht ausgeschlossen
sein. Wegen der Aufrechterhaltung des Klemmspalts über einen
Drehwinkelbereich kann ein drehangetriebener Klemmkörper dazu
verwendet werden, ein freies Ende der flexiblen Bespannung in den
Klemmspalt einzuziehen und/oder aus dem Klemmspalt hinauszudrücken. Ein
Drehantrieb kann gleichzeitig auch die genannte Blockiereinrichtung bilden,
beispielsweise durch Selbsthemmung des Drehantriebs. Die Selbsthemmung
kann beispielsweise durch Verwendung eines Schneckengetriebes erzielt
werden.
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Weitere bevorzugte Ausgestaltungen
der Erfindung werden auch in den Unteransprüchen beschrieben.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand
von Ausführungsbeispielen
erläutert.
An den Ausführungsbeispielen
offenbar werdende Merkmale bilden je einzeln und in jeder Merkmalskombination
die Gegenstände
der Ansprüche
weiter. Es zeigen:
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1 einen
mantelflächennahen
Teil eines Druckzylinders mit einem axialen Kanal, in dem eine Klemmvorrichtung
nach einem ersten Ausführungsbeispiel
gebildet ist,
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2 eine
Längsansicht
auf die Klemmvorrichtung der 1,
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3 einen
mantelflächennahen
Teil eines Druckzylinders mit einem axialen Kanal, in dem eine Klemmvorrichtung
nach einem zweiten Ausführungsbeispiel
gebildet ist, und
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4 einen
mantelflächennahen
Teil eines Druckzylinders mit einem axialen Kanal, in dem eine Klemmvorrichtung
nach einem dritten Ausführungsbeispiel
gebildet ist.
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1 zeigt
einen mantelflächennahen
Teil eines Druckzylinders 1 einer Rollenrotationsdruckmaschine
für den
Offsetdruck großer
Zeitungsauflagen. Die Mantelfläche
des Druckzylinders 1 ist mit einer flexiblen Bespannung
bespannt. Im Ausführungsbeispiel
ist die flexible Bespannung ein Gummituch 2, das auf eine
flexible Platte 3 vulkanisiert oder geklebt ist. Der Druckzylinder 1 ist
dementsprechend ein Gummituchzylinder. Um die flexible Platte 3 mit
dem Gummituch 2 auf die Mantelfläche zu spannen, sind die beiden
freien Enden der flexiblen Platte 3 in einen Kanal 6 eingeschoben
und in dem Kanal 6 mittels einer Klemmvorrichtung klemmend
befestigt. Die beiden geklemmten Enden müssen nicht die Enden der gleichen
Platte sein und sind es in vielen Anwendungsfällen auch nicht, beispielsweise,
wenn es sich bei dem Druckzylinder um einen Plattenzylinder handelt.
Der Kanal 6 erstreckt sich axial, d.h. parallel zu einer
Drehachse Dz des Zylinders 1 an dessen Mantelfläche und
bildet unmittelbar an der Mantelfläche eine enge Kanalöffnung 7.
Die Kanalöffnung 7 wird von
zwei Begrenzungskanten 1v und 8n begrenzt, die
sich in Umfangsrichtung axial parallel gegenüberliegen. Falls der Zylinder 1 in
die mit einem Pfeil angedeutete Drehrichtung D drehangetrieben wird,
bildet die Begrenzungskante 1v die vorlaufende Kante und
die Begrenzungskante 8n bildet die nachlaufende Kante der
Kanalöffnung 7.
Der Kanal 6 verbreitert sich im Querschnitt von den Begrenzungskanten 1v und 8n zu
beiden Seiten einer Radialen R auf die Drehachse DZ des
Zylinders 1. Die Kanalöffnung 7 und
die angrenzenden Kanalwände 4 und 5 sind
im Querschnitt zu der Radialen R achssymmetrisch. Die in den Kanal 6 eingeführten Enden
der flexiblen Platte 3 ragen über das Gummituch 2 hinaus.
Das Gummituch 2 selbst ist in den Kanal 6 nicht
eingeführt, sondern
bildet an der Kanalöffnung 7 einen
schmalen Schlitz, oder es stoßen
die beiden Enden des Gummituchs 2 über der Kanalöffnung 7 aneinander.
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In dem Kanal 6 ist eine
Klemmvorrichtung gebildet. Die Klemmvorrichtung umfasst mehrere Klemmkörper 10,
die axial nebeneinander beabstandet auf einer Welle 11 angeordnet
sind, die eine Drehachse DK aufweist. Die
Klemmvorrichtung umfasst ferner eine Anpresseinrichtung, die im
Ausführungsbeispiel
aus mehreren entlang der Welle 11 beabstandet nebeneinander
angeordneten Federelementen 13 und einer Lagereinrichtung
für die
Welle 11 besteht. Die Lagereinrichtung wird von mehreren Druckstücken 12 gebildet,
nämlich
je ein Druckstück 12 pro
Federelement 13. Die Federelemente 13 wirken je
in radialer Richtung, bezogen auf die Drehachse DZ des
Zylinders 1, über
die Druckstücke 12 auf die
Welle 11. Die Klemmkörper 10 werden
durch die Anpresseinrichtung somit in der radialen Symmetrieebene
des Kanals 6 nach radial auswärts gegen die Kanalwände 4 und 5 gepresst,
die sich von den beiden Begrenzungskanten 1v und 8n aus
je zu einer Seite der radialen Symmetrieebenen erstrecken. Die beiden
Kanalwände 4 und 5 sind
plan und verlaufen je axial. Sie weisen aufgrund der Symmetrie je
unter dem gleichen Neigungswinkel zu der radialen Symmetrieebene;
durch die sich die Radiale R erstreckt.
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Die Klemmkörper 10 bilden an
ihren Mantelflächen
S sowohl mit der Kanalwand 4 an der vorlaufenden Seite
des Kanals 6 als auch mit der Kanalwand 5 an der
nachlaufenden Seite des Kanals 6 je einen Klemmspalt. Die
Kanalwände 4 und 5 bilden
in den beiden Klemmspalten die Gegenflächen für die Mantelflächen S der
Klemmkörper 10.
In den zwischen der Mantelfläche
S und der vorlaufenden Kanalwand 4 gebildeten Klemmspalt
sind die beiden freien Enden der flexiblen Platte 3 eingeschoben
und werden zwischen der Kanalwand 4 und den Mantelflächen S der
Klemmkörper 10 mit
je einer linienförmigen
Klemmkraft F geklemmt. Das Einführen
der Plattenenden wird durch die trichterförmige Öffnung erleichtert, welche
die Oberfläche
S mit der Gegenfläche 4 bildet.
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2 zeigt
die Klemmvorrichtung in einer Längssicht,
wobei die Klemmkörper 10,
die sie verbindende oder mit ihnen in einem Stück gebildete Welle 11,
die Druckstücke 12 und
die Federelemente 13 in der Ansicht und der Zylinder 1 in
einem Längsschnitt
der radialen Symmetrieebene dargestellt sind. In 2 ist der in 1 abgebildete Querschnitt A-A eingetragen.
Die Klemmkörper 10 sind
je im gleichen Abstand entlang der Welle 11 gebildet oder
auf der durchgehenden Welle 11 zweckmäßigerweise verschiebegesichert
und vorzugsweise verdrehgesichert befestigt. Zwischen den Klemmkörpern 10 verbleiben
schlankere Wellenabschnitte, in denen je eines der Federelemente 13 über je ein
Druckstück 12 auf
die Welle 11 wirkt. Die Federelemente 13 sind
in radialen Bohrungen des Zylinders 1 aufgenommen. Die
Bohrungen bilden gleichzeitig Radialführungen für die je als Druckfedern gebildeten
Federelemente 13. Die Mittellängsachsen der kreisrunden Bohrungen
sind jeweils Radiale R auf die Drehachse DZ des Zylinders 1,
die sich in der radialen Symmetrieebene des Kanals 6 erstrecken.
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Die Welle 11 ist in dem
Kanal 6 um ihre Drehachse DK drehbar,
wobei die Federelemente 13 die Welle 11 über die
Druckstücke 12 gegen
die beiden Kanalwände 4 und 5 pressen.
Die Kanalwände 4 und 5 und
die Druckstücke 12 bilden
im Querschnitt eine Dreipunktlagerung und insgesamt eine Dreilinienlagerung,
durch die die Klemmkörper 10 zentriert
wird. Die Klemmkörper 10 können an
beiden Kanalwänden 4 und 5 und
auch an den Druckstücken 12 abgleiten.
Die freie Drehbarkeit der Welle 11 wird lediglich durch
die Reibungskräfte
in den drei Kontaktstellen behindert, aber nicht verhindert. Die
resultierende Reibungskraft wird durch das Material und die Rauhigkeiten
der Kontaktflächen
und durch die von den Federelementen 13 auf die Welle 11 ausgeübte, resultierende
Elastizitätskraft
G bestimmt. Entsprechend wird die in dem Klemmspalt zwischen den Klemmkörpern 10 und
der Kanalwand 4 auf die Enden der flexiblen Platte 3 wirkende
Klemmkraft F durch eine geeignete Materialwahl, Oberflächenbearbeitung
und Federkraft wunschgemäß eingestellt. Während der
Drehbewegung des Zylinders 1 wird die Klemmkraft F im Vergleich
zum Ruhezustand um den von der Zentrifugalkraft Z herrührenden
Anteil erhöht, der
im Druckbetrieb den Elastizitätsanteil
G bei weitem übertrifft.
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Die Klemmkörper 10 sind je rotationssymmetrisch
zu ihrer Drehachse DK. Im Ausführungsbeispiel ist
jeder der Klemmkörper 10 ein
Kreiszylinder.
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In einem Grundzustand der Klemmvorrichtung,
in dem der Druckzylinder 1 nicht bespannt oder zumindest
die flexible Bespannung 2, 3 noch nicht mittels
der Klemmvorrichtung geklemmt ist, verläuft die gemeinsame Drehachse
DK der Klemmkörper 10, d.h. die
Drehachse der Welle 11, in der radialen Symmetrieebene
des Kanals 6. Die von den Federelementen 13 auf
die Welle 11 wirkende Federkraft weist radial zu der Drehachse
des Zylinders 1 durch die Drehachse DK der
Klemmkörper 10.
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Aufgrund der Rotationssymmetrie der Klemmkörper 10 ist
das Kräftegleichgewicht
zwischen der resultierenden Federkraft G der Federelemente 13 und
den beiden resultierenden Klemmkräfte F und P in den beiden Klemmspalten
mit den Kanalwänden 4 und 5 in
jeder Drehwinkelposition der Rotationskörper 10 das gleiche.
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Werden in dem vorstehend beschriebenen Grundzustand
der Klemmvorrichtung die beiden Enden der flexiblen Platte 3 durch
die Kanalöffnung 7 parallel
zu der vorlaufenden Kanalwand 4 in den Klemmspalt zwischen
den Klemmkörpern 10 und
der Kanalwand 4 hineingeschoben, so werden die Federelemente 13 ein
klein wenig zusammengedrückt,
und gleichzeitig wird die Welle 11 auf den Druckstücken 12 ein
wenig zur Seite in Richtung auf die nachlaufende Kanalwand 5 zu
bewegt. Die Druckstücke 12 bilden
für die
Welle 11 je eine axiale Lagerfläche 9, relativ zu
der die Welle 11 und die Klemmkörper 10 parallel verlagert
werden können.
In dem Ausführungsbeispiel
sind die von den Druckstücken 12 gebildeten
Lagerflächen 9 plan
und weisen quer, im Beispiel sogar exakt senkrecht, zu der Radialen
R und zu der Drehachse DZ, wie in 1 zu erkennen ist. Die Lagerflächen 9 sind
Führungsbahnen
für die Querverlagerung
der Welle 11. Die zwischen den Klemmkörpern 10 verbleibenden
schlankeren Abschnitte der Welle 11 bilden Eingriffsglieder,
die auf den Lagerflächen 9 abgleiten
und/oder abrollen können.
Die Lagerflächen 9 insgesamt
und die Kanalwände 4 und 5 bilden
drei zueinander winklige Lagerflächen,
die die Welle 11 dreieckförmig zwischen sich einschließen und
zentriert halten. Wegen der elastisch nachgiebigen Abstützung der
Lagerflächen 9 durch
die Federelemente 13 wird die Welle 11 im Ganzen
in dem Kanal 6 schwimmend gelagert. Die Federelemente 13 und
die Anbringung der Druckstücke 12 auf
den Federelementen 13 sind ausreichend steif, um Kippbewegungen
der Druckstücke 12 bei solch
einer Verlagerung zu verhindern. In dem in 1 dargestellten Klemmzustand, in dem
die flexible Bespannung 2, 3 in dem Klemmspalt
zwischen den Klemmkörpern 10 und
der Kanalwand 4 geklemmt ist und die Welle 11 entsprechend
quer zu der Radialen R verlagert wurde, verläuft die Drehachse DK der Klemmkörper 10 zu der radialen
Symmetrieebene des Kanals 6 mit einem parallelen Versatz
durch eine parallele Ebene, die im Querschnitt der 1 durch die zu der Radialen R parallele
Gerade P repräsentiert
wird.
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Von dem Grundzustand ausgehend, wird
zur Befestigung der flexiblen Platte 3 deren spitzwinklig abgeknicktes,
vorlaufendes Ende in den Klemmspalt zwischen dem Klemmkörper 10 und
der vorlaufenden Kanalwand 4 eingeschoben und dadurch klemmend
befestigt. Anschließend
wird das nachlaufende Ende der flexiblen Platte 3 über die
nachlaufende Begrenzungskante 8n durch die Kanalöffnung 7 in
den Kanal 6 eingeführt
und ebenfalls in den Klemmspalt, der zwischen dem Klemmkörper 10 und
dem bereits geklemmten, vorlaufenden Ende der flexiblen Platte 3 gebildet
ist, hineingeschoben. Bei beiden Einschiebevorgängen dreht die Welle 11 mit
den darauf sitzenden Klemmkörpern 10 um
ihre Drehachse DK, wobei sie auf dem jeweils
einschiebenden Ende der flexiblen Platte 3 abrollt und
auf den Druckstücken 12 und
an der nachlaufenden Kanalwand 5 abgleitet. Anstatt die
beiden Enden der flexiblen Platte 3 nacheinander in den
Klemmspalt hineinzuschieben, können
beide Enden auch übereinanderliegend
gleichzeitig in den Klemmspalt geschoben werden. Aufgrund der Bewegbarkeit
der Klemmkörper 10 bzw. der
Welle 11 sowohl in radialer als auch in tangentialer Richtung,
je bezogen auf die Drehachse DZ des Zylinders 1,
sind für
das Klemmen der Plattenenden keinerlei Einstellarbeiten erforderlich.
Die Klemmvorrichtung stellt sich selbsttätig auf die durch die Plattenenden
vorgegebene Dicke des Klemmspalts ein. Die Kräfte, die auf die Klemmkörper 10 bzw.
die Welle 11 wirken, bilden im Grundzustand und im Klemmzustand,
wobei in Bezug auf den Klemmzustand zwischen dem Ruhezustand des
Zylinders und den Zuständen
der Drehbewegung des Zylinders unterschieden werden muss, Kräftedreiecke,
die stets kongruent zueinander sind, da die das Dreieck bildenden
Kräfte
zwar in den unterschiedlichen Zuständen unterschiedlich groß sind,
aber ihre Richtung nicht verändern.
Zur Vereinfachung trägt
ferner bei, dass die Klemmkraft F bei gegebener Spaltdicke aufgrund
der Rotationssymmetrie der Klemmkörper 10 in jeder Drehwinkelposition
der Klemmkörper 10 die gleiche
ist. Insbesondere muss nicht darauf geachtet werden, dass die Klemmkörper 10 sich
in einer bestimmten Drehwinkelposition befinden. Auch insoweit entfällt die
Unterscheidung in Klemmstellung und Freistellung der Klemmvorrichtung.
Ebenso wird das Abnehmen der flexiblen Platte 3 mit dem
Gummituch 2 erleichtert. Weder für das Klemmen noch für das Abnehmen
sind Manipulationen an der Klemmvorrichtung selbst erforderlich.
Zum Abnehmen können
die geklemmten Enden der flexiblen Platte 3 durch bekannte
Hilfsvorrichtungen, beispielsweise eine Saugvorrichtung, aus dem
Klemmspalt gezogen werden.
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Die Welle 11 kann jedoch,
muss aber nicht drehangetrieben werden. Falls die Welle 11 motorisch
oder gegebenenfalls über
eine Handkurbel drehangetrieben wird, können die Enden der flexiblen
Platte 3 auch durch die motorisch oder manuell bewirkte
Drehbewegung der Welle 11 in den Klemmspalt gezogen und
aus dem Klemmspalt gedrückt werden.
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Zu der Geometrie und den Abmessungen kann
beispielhaft noch gesagt werden, dass die Kanalöffnung 7 in Umfangsrichtung
eine Spaltbreite von 1 bis 2 mm, typischerweise 1,5 mm, hat. Der
Durchmesser der Klemmkörper 10 beträgt zwischen
20 und 30 mm. Die beiden Kanalwände 4 und 5 schließen zwischen
sich einen Winkel ein, der wenigstens 60° und höchstens 90° betragen sollte.
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Um die Montage der Klemmvorrichtung
zu erleichtern, wird der Kanal 6 in einer axialen Ausnehmung
des Zylinders 1 an der Zylindermantelfläche gebildet, die größer als
der Kanal 6 ist. In die Ausnehmung ist ein Füllstück 8 passgenau
eingesetzt. Das Füllstück 8 bildet
die Kanalwände,
insbesondere die Kanalwand 5, zu der einen Seite der radialen
Symmetrieebene des Kanals 6. Die Kanalwände zu der anderen Seite der
radialen Symmetrieebene werden unmittelbar von dem Zylinder 1 gebildet;
im Ausführungsbeispiel
handelt es sich insbesondere um die den Klemmspalt mitbildende,
vorlaufende Kanalwand 4. Das Füllstück 8 bildet ferner
einen in Umfangsrichtung kurzen Abschnitt der Zylindermantelfläche einschließlich der
nachlaufenden Begrenzungskante 8n der Kanalöffnung 7.
Die Ausnehmung in dem Zylinder 1 weist in Umfangsrichtung
eine ausreichend große
Erstreckung auf, um das Einsetzen der Anpresseinrichtung und der
die Klemmkörper 10 bildenden
Welle 11 zu ermöglichen.
Das Füllstück 8 sichert
die gesamte Anordnung im Kanal 6. Eine Besonderheit, die
im Zusammenhang mit dem Füllstück erwähnt werden
soll, ist das vereinfachte Formen der Ausnehmung und des Füllstücks 8.
Die Ausnehmung ist als gerade Rechtecknut geformt, beispielsweise eingefräst. Die
eine der beiden parallelen Seitenwände der Rechtecknut bildet
die Gegenfläche 4.
Auch das Füllstück 8 zeichnet
sich durch einfach zu formende Rechteckkanten aus. Insbesondere
ist eine nach zwei Seiten offene Innenkante gebildet, in der zwei
Seitenwände
des Füllstücks 8 rechtwinklig
zusammenlaufen. Die nach radial einwärts weisende dieser beiden
Seitenwände
bildet die Gegenfläche 5. Über die
andere, nach radial auswärts
weisende Seitenwand der Innenkante ist das Füllstück 8 an dem Zylinder 1 mittels
Schrauben befestigt. Auf diese Weise kann auch im Bereich des Füllstücks 8 eine nicht
durchbrochene, glatte Manteloberfläche des Zylinders 1 erhalten
werden.
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3 zeigt
eine Klemmvorrichtung nach einem zweiten Ausführungsbeispiel. Diejenigen
Teile der Klemmvorrichtung, die die gleiche Funktion wie entsprechende
Teile des ersten Ausführungsbeispiels
erfüllen,
sind mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Auch die Klemmvorrichtung
des zweiten Ausführungsbeispiels
umfasst mehrere Klemmkörper 10,
die wie die Klemmkörper 10 des
ersten Ausführungsbeispiels
auf einer Welle axial nebeneinander angeordnet sind oder eine Welle
gleichmäßiger Dicke,
d. h. einen einzigen Klemmkörper 10,
bilden. Die Klemmkörper
oder der einzige Klemmkörper 10 werden
oder wird in dem Kanal 6 quer zu ihrer Längs- und
Drehachse DK linear gleitgeführt und
werden oder wird von ebenfalls einer Mehrzahl von Federelementen 13 über je ein
Druckstück 12 gegen
die vorlaufende Kanalwand 4 gepresst, so dass dem Grunde
nach in gleicher Weise wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel zwischen der
Kanalwand 4 und den kreiszylindrischen Mantelflächen S der
Klemmkörper 10 oder
der Mantelfläche
S des einzigen Klemmkörpers 10 ein
linienförmiger
Klemmspalt für
beide Enden der flexiblen Platte 3 gebildet wird. Auch
im zweiten Ausführungsbeispiel
wird der Klemmspalt in jeder Drehwinkelposition der Klemmkörper 10 oder
des Klemmkörpers 10 gleichermaßen gebildet.
Allerdings können
die Klemmkörper 10 oder
kann der einzige Klemmkörper 10 nur
in eine Richtung translativ bewegt werden. Soweit Unterschiede zu
der Klemmvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels bestehen, sind
die Unterschiede auf die im zweiten Ausführungsbeispiel abweichende
Geometrie des Kanals 6 zurückzuführen, wie sie aus der Querschnittsdarstellung
der 3 erkennbar sind.
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4 zeigt
eine Klemmvorrichtung nach einem dritten Ausführungsbeispiel. Auch im dritten Ausführungsbeispiel
werden die Bezugszeichen des ersten Ausführungsbeispiels verwendet,
soweit die betreffenden Teile der Klemmvorrichtung die gleiche Funktion
wie entsprechende Teile des ersten Ausführungsbeispiels erfüllen. Soweit
zum dritten Ausführungsbeispiel
nichts Gegenteiliges erläutert
wird, sollen die Ausführungen
zum ersten Ausführungsbeispiel
auch für
das dritte Ausführungsbeispiel
gelten.
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Die Klemmvorrichtung des dritten
Ausführungsbeispiels
umfasst wieder Klemmkörper 10,
die wie im ersten Ausführungsbeispiel
zu einer Welle zusammengefasst oder einzeln und axial voneinander beabstandet
in dem Kanal 6 angeordnet sein können. Es kann auch eine durchgehende
Welle mit über
ihre gesamte Länge
gleichem Durchmesser einen einzigen Klemmkörper 10 bilden, wie
dies im Übrigen auch
im ersten Ausführungsbeispiel
und wie erwähnt im
zweiten Ausführungsbeispiel
der Fall sein kann. Im Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel und
auch zu dem zweiten Ausführungsbeispiel
werden die Klemmkörper 10 oder
der einzige Klemmkörper 10 jedoch
nicht im Ganzen verlagert, wenn die Plattenenden geklemmt werden.
Die Klemmkörper 10 oder
der Klemmkörper 10 sind
oder ist nämlich zwischen
Lagerflächen 4, 5 und 9' zentriert und
gehalten, die ausnahmslos relativ zu dem Zylinder 1 nicht
bewegbar sind. Die Gegenfläche 4 und 5 entsprechen
denjenigen des ersten Ausführungsbeispiels.
Die Gegenfläche 9' wird von dem
Füllstück 8 gebildet.
Diese Lagerflächen 4, 5 und 9' können ihre Lage
relativ zueinander nicht verändern.
Im Folgenden sei beispielhaft angenommen, dass die Klemmvorrichtung
mehrere Klemmkörper 10 nebeneinander umfasst,
die nicht miteinander verbunden sind.
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Um die Plattenenden in den Klemmspalt
einführen
zu können,
den jeder der Klemmkörper 10 mit der
Gegenfläche 4 bildet,
ist jeder der Klemmkörper 10 an
der den Klemmspalt mitbildenden Oberfläche S elastisch nachgiebig.
Die Klemmkörper 10 können gänzlich aus
einem entsprechenden Material bestehen. Im Ausführungsbeispiel ist jeder der
Klemmkörper 10 jedoch
als Verbundkörper
gebildet, der aus einem Mantel 10a aus einem elastisch
nachgiebigen Material und einem Kern 10i besteht, den der
Mantel 10a konzentrisch zu der Schwerpunktachse SP dicht umhüllt. Das
Material des Kerns 10i ist hart und weist vorteilhafterweise
eine größere Dichte
als das elastisch nachgiebige Material des Mantel 10a auf,
so dass die Dichte der Klemmkörper 10 im
Vergleich zu einer im ganzen elastischen Ausbildung vergrößert werden
kann. Der von der Zentrifugalkraft herrührende Anteil der Klemmkraft
kann hierdurch vergrößert werden.
Das elastisch nachgiebige Material des Mantels 10a und
die Geometrie des Kanals 6 sowie der an der Oberfläche S gemessene
Durchmesser der Klemmkörper 10 sollten
so beschaffen und bemessen sein, dass die Klemmkörper 10 um die Schwerpunktachse
SP drehen können,
wenn die Plattenenden in den Klemmspalt eingeführt werden. Unbedingt erforderlich
ist dies jedoch nicht.
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Obgleich aus den 1 und 4 bereits
ohne Weiteres ersichtlich, soll zu den Klemmvorrichtungen des ersten
und dritten Ausführungsbeispiels
noch erwähnt
werden, dass sie den gleichen Klemmspalt sowohl mit der Gegenfläche 4 als
auch mit der gegenüberliegenden
Gegenfläche 5 bilden.
Die Plattenenden einer flexiblen Bespannung 2, 3 oder
von zwei unterschiedlichen, flexiblen Bespannungen 2, 3 können daher
wahlweise in den mit der Gegenfläche 4 gebildeten
Klemmspalt oder in den mit der Gegenfläche 5 gebildeten Klemmspalt
eingeführt
und dort geklemmt werden. Die Wirkung der Klemmvorrichtung ist unabhängig von
der Drehrichtung des Zylinders 1.