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DE10244926A1 - Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton Download PDF

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DE10244926A1 DE2002144926 DE10244926A DE10244926A1 DE 10244926 A1 DE10244926 A1 DE 10244926A1 DE 2002144926 DE2002144926 DE 2002144926 DE 10244926 A DE10244926 A DE 10244926A DE 10244926 A1 DE10244926 A1 DE 10244926A1
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Friedrich Dr. Linhart
Klaus Bohlmann
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BASF SE
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Abstract

Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton aus ungebleichtem Zellstoff durch Zusatz mindestens eines wasserlöslichen, nichtionischen, N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthaltenden Polymers als Verfestiger zum Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs auf einem Sieb.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton durch Zusatz eines Verfestigers zum Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs auf einem Sieb.
  • Es ist allgemeiner Stand des Wissens, daß Papier im wesentlichen aus Fasern, bestehend aus Holz und/oder aus Zellstoff, und gegebenenfalls aus mineralischen Füllstoffen besteht, und daß der essentielle Prozeß bei der Papierherstellung aus einer Abtrennung dieser Faser- und Füllstoffe aus einer verdünnten wäßrigen Suspension dieser Stoffe mit Hilfe mindestens eines Siebes besteht. Ebenso ist bekannt, daß man sowohl zur Verbesserung dieses Abtrennvorgangs als auch zur Erzielung oder Verbesserung bestimmter Eigenschaften des Papiers der Suspension von Faser- und Füllstoffen in Wasser bestimmte Chemikalien zusetzt. Einen sehr aktuellen Überblick über die allgemein verwendbaren Papierchemikalien und ihre Anwendung findet man in – Paper Chemistry, J. C. Roberts ed., Blackie Academic & Professional, London , Second edition 1996 (ISBN 0 7514 0236 2) – und in – Applications of Wet-End Paper Chemistry, C.O. Au and I. Thorn eds., Blackie Academic & Professional, London , 1995 (ISBN 0 7514 0034 3).
  • Bei vielen der verwendeten Papierchemikalien handelt es sich, wie aus der zitierten Literatur ersichtlich, um kationische wasserlösliche Polymere oder, anders bezeichnet, um kationische Polyelektrolyte bzw. um Polykationen mit vorzugsweise mittlerer oder hoher molekularer Masse. Die positive Ladung der Polymeren ist notwendig, um die Polymeren an den negativ geladenen Fasern zu fixieren. Andernfalls verbleiben sie wirkungslos in der Wasserphase der Papiermasse und werden auf dem Sieb vom Faserstoff abgetrennt. In einigen Fällen werden zur Erzielung bestimmter Effekte auch anionische Polymere eingesetzt, die jedoch ihrerseits mit Polykationen an den Fasern fixiert werden müssen. Diese Produkte werden dem sehr verdünnten Papierfaserbrei zugesetzt, bevor daraus auf dem Sieb das Papierblatt entsteht. Je nach ihrer Zusammensetzung bewirken sie, daß z. B. mehr feines Material auf dem Sieb zurückbleibt oder daß die Abtrennung des Wassers auf dem Sieb schneller erfolgt oder daß bestimmte Substanzen an die Papierfasern fixiert werden und damit nicht ins Siebwasser gelangen, wobei bei letzterer Eigenschaft sowohl die Sauberkeit des Siebwassers im Vordergrund stehen kann, als auch die Wirkung der fixierten Substanzen, z.B. Farbstoffe oder Leimungsmittel auf die Eigenschaften des fertigen Papiers. Polykationen können aber auch die Festigkeit des Papiers erhöhen oder dem Papier auch eine verbesserte Restfestigkeit im nassen Zustand verleihen.
  • Wenn mit Hilfe eines kationischen Polyelektrolyten mehr feines Material auf dem Sieb zurückgehalten und die Abtrennung des Wassers auf dem Sieb zu beschleunigt werden soll, so bezeichnet man ihn als Retentionsmittel. Soll der kationische Polyelektrolyt unerwünschte oder erwünschte Substanzen, wie z. B. anionische Oligomere und Polymere, Harze, klebende Verunreinigungen, Farbstoffe, Leimungsmittel, Verfestiger, u.s.w., an die Fasern binden, so spricht man von einem Fixiermittel. Wenn der kationische Polyelektrolyt eine festigkeitsrelevante Eigenschaft des Papiers verbessert, dann handelt es sich um einen Verfestiger.
  • An Papiers, Kartons und Pappen, die für Verpackungszwecke vorgesehen sind, werden entsprechend ihrer Anwendung besonders hohe Ansprüche hinsichtlich ihrer Festigkeitseigenschaften gestellt. Für diese Papiere, aber auch für einige andere Anwendungen, ist Festigkeit das wichtigste Qualitätskriterium. Für die überwiegende Menge von Verpackungspapieren wird als Rohstoff vorwiegend Altpapier eingesetzt, wobei mit Hilfe papiermacherischer Erfahrung und festigkeitserhöhender Chemikalien auch für Produkte auf der Basis dieses weniger leistungsfähigen Rohstoffs Papierprodukte mit ausreichenden Festigkeiten erhalten werden. Für besonders hochwertige Verpackungspapiere, die eine sehr hohe Festigkeit besitzen, oder für Papiere, bei deren Herstellung aus hygienischen oder anderen Gründen kein Altpapier eingesetzt werden kann, verwendet man als Rohstoff ungebleichten Zellstoff. Da bei jeder Zellstoffbleiche eine gewisse Faserschädigung eintritt, liefert ungebleichter Sulfatzellstoff Papiere mit den höchsten Festigkeiten und wird aus diesem Grunde auch Kraftzellstoff oder im englischen einfach „Kraft" genannt. Deshalb kann beispielsweise die oberste Schicht einer besonders strapazierfähigen Wellpappe aus „Kraftliner" bestehen im Gegensatz zum „Testliner" auf Basis von Altpapier. Papiere hoher Festigkeit aus ungebleichtem Zellstoff verwendet man z. B. zur Herstellung von Papiersäcken, Tragetaschen, Briefumschlägen, Lebensmitteltüten („brown bags"), Lebensmitteleinwickelpapier, Staubsaugerbeuteln, Packpapier, des erwähnten Kraftliners, von technischen Papieren und sogar von Kaffeefiltern.
  • Da jedoch Zellstoff im Gegensatz zu anderen bei der Papierherstellung verwendeten Faserstoffen sehr teuer ist, ist es das Bestreben des Papiermachers, diesen Zellstoff einzusparen und ihn durch andere Faserstoffe in Kombination mit festigkeitserhöhenden Chemikalien zu ersetzen. Wie aus dem Stand der Technik bekannt ist, kann man als Verfestiger bestimmte Typen der oben erwähnten kationischen Polyelektrolyte einsetzen. So ist beispielsweise die Zugabe von kationisierter Stärke zur Papiermasse sehr verbreitet, aber auch der Zusatz von kationischen Polyacrylamiden zur Papiermasse wird seit vielen Jahren praktiziert. Die Verwendung dieser kationischen Polymeren ist aber häufig nicht ausreichend oder bringt oft sogar Nachteile mit sich. Beispielsweise ist Stärke ein guter Nährstoff für Bakterien und Pilze und kann deshalb zu einer Verschleimung des Wasserkreislaufs der Papiermaschine und zur Verstärkung von Ablagerungsproblemen beitragen und, besonders wenn sie ungenügend fixiert wird, Schwierigkeiten bei der Abwasserklärung hervorrufen. Kationische Polyacrylamide können wegen ihrer relativ hohen positiven Ladung bei den notwendigen hohen Einsatzmengen das üblicherweise schwach negative Zeta-Potential des Papierstoffs zu einem positiven Zeta-Potential umladen und dadurch erfahrungsgemäß große Schwierigkeiten beim Herstellungsprozeß und bei der Qualität des Papiers hervorrufen.
  • Andererseits können sehr viele Papierstoffe und Wasserkreisläufe von Papiermaschinen größere Mengen an anionischen Oligomeren und Polymeren enthalten, die unnötig oder gar unerwünscht sind, aber gleichzeitig kationische Polyelektrolyte neutralisieren und für die gewünschten Verfestigungseffekte unwirksam machen, so daß ein erhöhter Verbrauch an Verfestigern erforderlich ist.
  • Aus der US-A-4,772,359 ist die Zugabe von wasserlöslichen Homo- und Copolymerisaten von N-Vinylcarbonsäureamiden, insbesondere von N-Vinylformamid oder Polyvinylpyrrolidon, zum Papierstoff bekannt. Mit Hilfe dieser Zusätze erzielt man eine Erhöhung der Retention und der Entwässerungsgeschwindigkeit bei der Papierherstellung. Charakteristisch für diese Anwendung ist der Einsatz sehr kleiner Polymermengen, z. B. 0,002 bis 0,1, vorzugsweise 0,005 bis 0,05 Gew.-%, bezogen auf trockenen Papierstoff und der Einsatz von Polymeren mit einem hohen Molekulargewicht, z.B. haben die dort beschriebenen Polymeren einen K-Wert von mehr als 130, vorzugsweise K-Werte von 160 bis 250.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton mit erhöhter Festigkeit zur Verfügung zu stellen.
  • Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton durch Zusatz eines Verfestigers zum Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs auf einem Sieb, wenn man als Faserstoff ungebleichten Zellstoff und als Verfestiger mindestens ein wasserlösliches, nichtionisches, N-Vinylcarbonsäureamideinheiten einpolymerisiert enthaltendes Polymer einsetzt.
  • Gegenstand der Erfindung ist außerdem die Verwendung von wasserlöslichen, nichtionischen, N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthaltenden Polymeren als Verfestiger bei der Herstellung von Papier, Pappe und Karton aus ungebleichtem Zellstoff durch Zusatz eines solchen Verfestigers zum Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs auf einem Sieb.
  • Geeignete ungebleichte Zellstoffe, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt werden, sind beispielsweise Sulfatzellstoffe, Natronzellstoffe und Sulfitzellstoffe. Die ungebleichten Zellstoffe werden vorzugsweise als einziger Faserstoff bei der Herstellung von erfindungsgemäß verfestigtem Papier eingesetzt. Sie können jedoch auch zusammen mit anderen Faserstoffen zu Papieren mit hoher Festigkeit verarbeitet werden. Der Anteil der anderen Faserstoffe im Papierstoff sollte jedoch eine Menge von 80 Gew.-%, nicht überschreiten und vorzugsweise nicht mehr als 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf die trockene Fasermischung, enthalten.
  • Als wasserlösliche, nichtionische, N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthaltende Polymere kommen beispielsweise Homo- oder Copolymerisate in Betracht, die durch Polymerisieren von geradkettigen oder cyclischen N-Vinylcarbonsäureamiden allein oder in Kombination mit mindestens einem anderen copolymerisierbaren nichtionischen Monomeren erhältlich sind. Als geradkettige oder cyclische N-Vinylcarbonsäureamide, die in die nichtionischen wasserlöslichen Polymere einpolymerisiert werden, eignen sich beispielsweise N-Vinylformamid, N-Vinylacetamid, N-Methyl-N-vinylformamid, N-Ethyl-N-vinylformamid, N-Methyl-N-vinylacetamid, N-Ethyl-N-vinylacetamid, N-Vinylpropionamid, N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam und N-Vinyloxazolidon. Aus dieser Gruppe von Monomeren werden N-Vinylformamid und N-Vinylpyrrolidon bevorzugt zur Herstellung der erfindungsgemäß als Verfestiger einzusetzenden Polymeren verwendet. Mit besonderem Vorteil setzt man Homopolymere von N-Vinylformamid ein.
  • Für die Herstellung von Copolymerisaten von N-Vinylcarbonsäureamiden für den erfindungsgemäßen Einsatz als Verfestiger polymerisiert man beispielsweise Mischungen von mindestens zwei unterschiedlichen N-Vinylcarbonsäureamiden oder man polymerisert mindestens ein N-Vinylcarbonsäureamid, vorzugsweise N-Vinylformamid, mit mindestens einem anderen nichtionischen Vinylmonomeren, z. B. N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyloxazolidon, Vinylacetat, Vinylpropionat, Acrylamid, Methacrylamid, Acryl nitril, oder einem Ester der Acrylsäure oder der Methacrylsäure mit vorzugsweise C1- bis C4-Alkoholen. Der Anteil der N-Vinylcarbonsäureamideinheiten in den Homo- und Copolymerisaten beträgt beispielsweise 20 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis 100 Gew.-%. Wenn man bei der Copolymerisation wasserunlösliche Monomere einsetzt, so werden sie vorzugsweise in einer solchen Menge verwendet, daß die entstehenden Polymeren wasserlöslich bleiben. Bevorzugte Copolymerisate enthalten beispielsweise 20 bis 99 Gew.-% N-Vinylformamideinheiten und als Comonomere mindestens eine Verbindung aus der Gruppe N-Vinylacetamid, N-Methyl-N-vinylformamid, N-Ethyl-N-vinylformamid, N-Methyl-N-vinylacetamid, N-Ethyl-N-vinylacetamid, N-Vinylpropionamid, N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyloxazolidon, Vinylacetat,, Vinylpropionat, Acrylamid, Methacrylamid, Acrylnitril, Ester der Acrylsäure oder der Methacrylsäure mit vorzugsweise C1- bis C4-Alkoholen in einpolymerisierter Form.
  • Die Herstellung der wasserlöslichen nichtionischen Homopolymerisate und Copolymerisate von geradkettigen oder cyclischen N-Vinylcarbonsäureamiden ist seit langem bekannt, vgl. die zum Stand der Technik genannte EP-A-0 249 891 , Seite 3, Zeile 1 bis 49 und US-A-4,421,602 .
  • Das mittlere Molekulargewicht Mw der der N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthaltenden Polymeren kann in einem weiten Bereich variiert werden. Wenn man den K-Wert nach H. Fikentscher zur Charakterisierung der Molmasse der Polymeren heranzieht, so beträgt der K-Wert (gemessen in 5 %iger wäßriger Kochsalzlösung bei einer Temperatur von 25°C, einer Polymerkonzentration von 0,5 Gew.-% und einem pH von 7) mindestens 40 und liegt beispielsweise in dem Bereich von 40 bis 200, vorzugsweise 40 bis 160.
  • Da das Polymere als Verfestiger wirken soll, empfiehlt sich seine Zugabe an einer Stelle, die für die Zugabe von Verfestigern üblich ist, z. B. in der Mischbütte oder Maschinenbütte, aber auch vor der Stoffmahlung oder im Dünnstoffbereich. Für alle Anwendungen muß die optimale Dosierstelle in jedem einzelnen Fall durch Praxisversuche ermittelt werden. Die für ausreichende Verfestigungseffekte notwendigen Dosiermengen der Polymeren betragen beispielsweise, bezogen auf den trockenen Papierstoff, 0,5 kg/t bis 100 kg/t, vorzugsweise von 1 kg/t bis 10 kg/t.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren erleichtert dem Fachmann die schwierige Aufgabe, mit relativ einfachen Mitteln und hoher Flexibilität Papiere, Pappen und Kartons auf Basis von ungebleichtem Zellstoff mit höherer Qualität herzustellen. Die erfindungsgemäß einzusetzenden Verfestiger können mit anderen, bei der Papierher stellung überlicherweise eingesetzten Prozeßchemikalien wie Leimungsmitteln, Fixiermitteln, Retentionsmitteln oder Entwässerungsmitteln sowie Farbstoffen verarbeitet werden. Zum Unterschied zum Verfahren der US-A-4,772,359 werden die Verfestiger bei dem erfindungsgemäßen Verfahren in einer höheren Dosierung, bezogen auf trockenen Papierstoff, sowie in Abwesenheit von phenolischen Verbindungen wie synthetischen Phenolharzen oder Phenolgruppen enthaltenden natürlichen Oligomeren und/oder Polymeren verwendet.
  • Die in den Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile. Die K-Werte der Polymeren wurden bestimmt nach H. Fikentscher, Cellulose-Chemie, Band 13, 58–63 und 71–74 (1932) in 5 gew.-%iger wäßriger Kochsalzlösung bei einer Temperatur von 25°C, einem pH von 7 und einer Polymerkonzentration von 0,1 Gew.-%.
  • Die Reißlänge wurde nach DIN EN ISO 1924 und der Berstdruck nach DIN ISO 2758 bestimmt.
  • Beispiel 1
  • In einem papiertechnischen Labor wurden nach den seit langem üblichen und bekannten Methoden mit Hilfe eines Blattbildners der Marke Rapid-Köthen mit verschiedenen handelsüblichen Faserstoffen Papierblätter mit einem Flächengewicht von ca. 80 g/m2 (bzw. 60 g/m2 bei ungebleichtem Sulfatzellstoff) hergestellt. Als Faserstoffe wurden verwendet: gebleichter Birkensulfatzellstoff, Holzschliff, Thermomechanische Pulpe (TMP), halbgebleichter Sulfatzellstoff und ein ungebleichter Kiefernsulfatzellstoff mit der Kappa-Zahl 27. Aus den in Tabelle 1 angegebenen Papierstoffen wurden jeweils zum Vergleich Papierblätter hergestellt. Diese Papierstoffe wurden außerdem vor der Endverdünnung und Blattbildung mit 0,25 Gew.-% (= kg/t, bezogen auf den Faserstoff) eines Polyvinylformamids mit einem K-Wert 90 versetzt. Von den Blättern wurden nach der dem Stand der Prüftechnik entsprechenden Klimatisierung die Reißlänge nach DIN EN ISO 1924 und der Berstdruck nach DIN ISO 2758 bestimmt. Die Prüfergebnisse sind in der Tabelle 1 zusammengefaßt. Tabelle 1
    Figure 00070001
  • Beispiel 2
  • Das Beispiel 1 wurde mit der einzigen Ausnahme wiederholt, daß man die doppelte Menge des Polyvinylformamids als Verfestiger verwendete. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 2 festgehalten. Tabelle 2
    Figure 00080001
  • Beispiel 3
  • Das Beispiel 1 wurde mit der einzigen Ausnahme wiederholt, daß man 1 Gew.-% des Polyvinylformamids, bezogen auf trockenen Papierstoff, als Verfestiger verwendete. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3 festgehalten. Tabelle 3
    Figure 00090001
  • Wie die Beispielen 1 bis 3 zeigen, sind die beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten wasserlöslichen nichtionischen Polymeren nur bei der Verwendung von ungebleichtem Zellstoff als Papierrohstoff wirksam.
  • Beispiel 4
  • Von einem ungebleichten Fichtensulfatzellstoff mit der Kappa-Zahl 42 und dem Mahlgrad 22° SR wurden, wie im Beispiel 1 beschrieben, Papierblätter gebildet. Vor der Endverdünnung gab man verschiedene Mengen eines Polyvinylformamids mit dem K-Wert 90 zum Stoff. Bei der Ermittlung der Reißlänge der hergestellten Papierblätter erhielt man die in der Tabelle 4 aufgelisteten Werte.
  • Das Beispiel zeigt, daß die Wirksamkeit der wasserlöslichen nichtionischen Polymeren nicht auf eine einzige Sorte von ungebleichtem Zellstoff beschränkt ist. Tabelle 4
    Figure 00100001
  • Beispiel 5
  • Von einem ungebleichten Kiefernsulfatzellstoff mit der Kappa-Zahl 27 und dem Mahlgrad 22° SR wurden, wie in Beispiel 1 beschrieben, Papierblätter gebildet. Vor der Endverdünnung gab man verschiedene Mengen eines Polyvinylformamids mit dem K-Wert 90, eines Copolymeren aus 50 Teilen N-Vinylformamid (= VFA) und 50 Teilen Acrylamid (= AM) mit einem K-Wert von 101 und eines Polyacrylamids mit dem K-Wert 108 zum Stoff. Bei der Ermittlung der Reißlänge der hergestellten Papierblätter erhielt man die in der Tabelle 5 aufgelisteten Werte.
  • Das Beispiel zeigt, daß man auch mit Copolymerisaten aus N-Vinylformamid und Acrylamid eine Erhöhung der Festigkeit des Papiers bekommt, nicht jedoch mit dem zu Polyvinylformamid strukturisomeren Homopolymerisat des Acrylamids. Tabelle 5
    Figure 00110001
  • Beispiel 6
  • Da es eigentlich unverständlich ist, daß Polyvinylformamid und Polyacrylamid mit etwa gleichem Molekulargewicht trotz ihrer Strukturisomerie so stark unterschiedlich wirksam sind, wurde das Beispiel 5 mit einem ungebleichten Sulfatzellstoff anderer Herkunft und mit nur einer Zugabemenge wiederholt. Aus der Tabelle 6 erkennt man erneut die Unwirksamkeit des Polyacrylamids. Tabelle 6
    Figure 00110002
  • Beispiel 7
  • Von einem ungebleichten Kiefernsulfatzellstoff mit der Kappa-Zahl 27 und dem Mahlgrad 22° SR wurden, wie in Beispiel 1 beschrieben, Papierblätter mit dem Flächengewicht 80 g/mz gebildet. Vor der Endverdünnung gab man verschiedene Mengen von Polyvinylformamiden mit unterschiedlichen K-Werten, Polyvinylpyrrolidon mit K-Wert 90, und verschiedene Mengen eines Copolymerisats aus 50 Teilen N-Vinylformamid und 50 Teilen Acrylamid zu. Die Reißlänge und den Berstdruck der damit hergestellten Papiere kann man der Tabelle 7 entnehmen. Der Fachmann erkennt daraus wiederum, daß die getesteten Polymeren erfindungsgemäß wirksam sind. Aus den Ergebnissen ist außerdem ersichtlich, daß insbesondere die Wirksamkeit von Polymeren, die N-Vinylformamid enthalten, mit zunehmendem Molekulargewicht zunimmt.
  • Figure 00130001
  • Figure 00140001

Claims (7)

  1. Verfahren zur Herstellung von Papier, Pappe und Karton durch Zusatz eines Verfestigers zum Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs auf einem Sieb, dadurch gekennzeichnet, daß man als Faserstoff ungebleichten Zellstoff und als Verfestiger mindestens ein wasserlösliches, nichtionisches, N-Vinylcarbonsäureamideinheiten einpolymerisiert enthaltendes Polymer einsetzt.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als wasserlösliches nichtionisches Polymer ein Homopolymerisat von N-Vinylformamid mit einem K-Wert von mindestens 40 einsetzt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Polymer wasserlösliche, nichtionische Copolymerisate aus N-Vinylformamid und mindestens einem Monomeren aus der Gruppe N-Vinylacetamid, N-Methyl-N-vinylformamid, N-Ethyl-N-vinylformamid, N-Methyl-N-vinylacetamid, N-Ethyl-N-vinylacetamid, N-Vinylpropionamid, N-Vinylpyrrolidon, N-Vinylpiperidon, N-Vinylcaprolactam, N-Vinyloxazolidon, Vinylacetat, Vinylpropionat, Acrylamid, Methacrylamid, Acrylnitril, Ester der Acrylsäure oder der Methäcrylsäure mit vorzugsweise einem C1- bis C4-Alkohol einsetzt.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche, nichtionische Copolymerisate einsetzt, die 20 bis 99 Gew.-% N-Vinylformamideinheiten einpolymerisiert enthalten.
  5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als wasserlösliches nichtionisches Polymer ein Homopolymerisat oder Copolymerisat von N-Vinylpyrrolidon einsetzt.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die wasserlöslichen nichtionischen N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthaltenden Polymeren in einer Menge von 0,5 bis 100 kg/t, vorzugsweise 1 bis 10 kg/t, bezogen auf trockenen Papierstoff einsetzt.
  7. Verwendung von wasserlöslichen, nichtionischen, N-Vinylcarbonsäureamideinheiten enthaltenden Polymeren als Verfestiger bei der Herstellung von Papier, Pappe und Karton aus ungebleichtem Zellstoff durch Zusatz eines solchen Verfestigers zum Papierstoff und Entwässern des Papierstoffs auf einem Sieb.
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