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Wechselsystem für fotografische Objektive Die Erfindung bezieht sich
auf Wechselsysteme, die für fotografische Objektive nach dem Tripletttyp bestimmt
sind und an die Stelle des ersten Gliedes eines solchen Objektivs treten, wobei
die Brennweite des aus Wechselsystem und Restobjektiv bestehenden Gesamtsystems
bei gleichbleibender Schnittweite gegenüber der des Tripletts verändert, im vorliegenden
Falle insbesondere verlängert ist, so daß das Wechselsystem aus dem normalen Triplett
ein Fernobjektiv macht.
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Die drei Glieder des zugrunde gelegten Triplettskönnen hierbei einzelne
Linsen sein. Die Erfindung bezieht sich aber auch auf Wechselsysteme für Tripletts,
deren Glieder in bekannter, mannigfacher Weise zum Teil oder insgesamt aus mehreren
verkitteten Linsen bestehen oder Lufträume enthalten. Im letzteren Falle ist es
möglich, durch das Wechselsystem auch nur einen Teil eines solche Lufträume enthaltenden
Gliedes eines Tripletts zu ersetzen.
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Es sind bereits Wechselglieder bekanntgeworden, die an Stelle der
ersten Linse oder der ersten beiden Linsen eines Tripletts treten können, um ihm
eine längere Brennweite bei gleich gehaltener Schnittweite zu erteilen. Diese Wechselglieder
stellen für sich eine Art sammelnder Komponente dar, wie man sie bei sehr lang gebauten
Objektiven findet, etwa bei Teleobjektiven oder solchen nach dem Petzvaltyp. Mangels
genügender negativer Brechkräfte können dann die Bildfehler für große Öffnungsverhältnisse
nicht hinreichend behoben werden.
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Es sind auch Vorsatzfernrohre bekanntgeworden, die vor ein vollständiges
Objektiv vom Tripletttyp oder von anderer Bauart gesetzt werden, um seine wirksame
Brennweite zu verlängern, ohne daß die Frontlinse des Grundobjektivs entfernt wird.
Diese Fernrohre enthalten viele optische Elemente, wenn sie den üblichen Bedingungen
für Bildgüte und Freiheit von Vignettierung erfüllen sollen. Manche Vorschläge dieser
Art weisen nur wenige Linsen auf und erfüllen dann erfahrungsgemäß nur bescheidene
Anforderungen. Vor allem ist festzustellen, daß dies für in sich korrigierte Objektive
und Fernrohre gilt; infolge der überflüssigen Bedingung des telezentrischen Strahlenganges
zwischen Objektiv und Fernrohr ist letztlich entweder der technische Aüfwand übermäßig
hoch oder die Korrektion der Abbildungsfehler ungenügend.
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Jedenfalls ist es vor allem aus wirtschaftlichen Gründen zweckmäßig,
mindestens die Frontlinse des Grundobjektivs entfernbar einzurichten und sie durch
eine andere, mit dem Wechselsystem verbundene zu ersetzen, die hinsichtlich ihrer
Gestalt den Korrektionsbedingungen entgegenkommt und dabei unnütze Brechkräfte einzusparen
hilft, indem die Brechkraft des ihr benachbarten streuenden Fernrohrokulars oder
der entsprechend wirkenden konkaven Fläche absolut genommen ebenfalls verkleinert
wird. Demzufolge besteht das Wechselsystem gemäß der vorliegenden Erfindung aus
einer Kombination eines galileischen Fernrohrs mit einer die Frontlinse des Grundobjektivs
ersetzenden Sammellinse, wobei die optischen Anlagen dieser Grundbestandteile für
die Behebung der Abbildungsfehler unter Einsparung überflüssiger Brechkräfte beiderlei
Vorzeichens geeignet gestaltet wurden.
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Dabei besteht ein wesentlicher Teil der Erfindung in dem Umstand,
daß die dem obengenannten Fernrohr folgende Sammellinse, die das erste Glied des
ursprünglichen Tripletts vertritt, den restlichen Linsen derselben wesentlich näher
steht als die Frontlinse des ursprünglichen Tripletts selbst. Dieser Umstand hat
wesentlichen Einfluß auf die Pupillenlage und damit nicht nur auf die Behebung von
Astigmatismus und Verzeichnung, sondern auch auf die Größenausdehnung des gesamten
Wechselsystems, die aus wirtschaftlichen Gründen in mäßigen Grenzen bleiben soll.
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Einen weiteren dominierenden Bestandteil der Erfindung stellt in diesem
Zusammenhang die Tatsache dar, daß der Luftraum zwischen den Bestandteilen des Fernrohrs
und der dem Bilde bzw. dem Restobjektiv zugewandten Linse größer als 8 °/o und kleiner
als 16 °j, der Triplettbrennweite ist; seine Bemessung ist für die Behebung der
Koma von entscheidendem Einfluß.
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Das den Hauptteil des Wechselsystems darstellende galileische Fernrohr
weist eine dem Aufnahmegegenstand zugekehrte meniskusförmige verkittete Sammellinse
auf, der eine verkittete, ebenfalls meniskusförmige Streulinse folgt. Die beiden
Kittflächen dieser Linsen dienen einmal zur chromatischen Korrektion, und es bedeutet
einen Teil der Erfindung, daß das Ny-Verhältnis der im sammelnden :Meniskus zusammengefügten
Gläser wenigstens den Wert 1,8, besser aber 2,0 bis 2,4 aufweist. Denn im Hinblick
auf die astigmatische Korrektur müssen erfindungsgemäß beide Kittflächen Radien
haben, die länger als das 1,2fache, bevorzugt länger als das 2fache der Brennweite
des ursprünglichen Tripletts sind, wobei die Kittflächen dem Gegenstand ihre hohle
Seite zukehren.
Schließlich ist es im Interesse leichter Zentrierbarkeit
einerseits, im Hinblick auf die Korrektion der Verzeichnung andererseits vorteilhaft,
den ersten sammelnden Meniskus des Wechselsystems gemäß der Erfindung mit einer
erheblichen Glasdicke auszustatten, die mindestens das 0,45fache, bevorzugt das
0,60fache der Brennweite des ursprünglichen Tripletts ausmacht.
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Somit stellt der Erfindungsgegenstand ein Wechselsystem dar, das das
erste Glied eines Triplettobjektivs ganz oder teilweise zu ersetzen bestimmt ist
und dadurch dessen Brennweite verlängert, wobei die Schnittweite erhalten bleibt,
dessen erste Linse ein sammelnder verkitteter Meniskus ist, und das sich dadurch
kennzeichnet, daß diesem sammelnden ein verlätteter streuender Meniskus und diesem
eine Sammellinse folgt, deren Abstand von den restlichen Triplettlinsen kleiner
ist als der der ursprünglichen Frontlinse des Tripletts.
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Weiterhin ist der Abstand dieser Sammellinse von den vorangehenden
meniskenförmigen Gliedern mindestens 80/" die Dicke des ersten, sammelnden
Meniskus mindestens 3001, die nach dem Gegenstand hohlen Kittradien der Menisken
mindestens das 1,2fache der Triplettbrennweite. Dabei ist das Ny-Verhältnis der
im ersten Meniskus aneinanderstoßenden Gläser mindestens 1,8.
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In den Fig. 1 und 2 ist ein Beispiel der Erfindung dargestellt. Fig.1
stellt das ursprüngliche Triplett gemäß folgenden Daten dar:
| Ursprüngliches Triplett |
| 0,436 |
| d,. = 0,065 1,691/54,8 |
| y@ = x h = 0,1043 |
| y3 = - 0,564 |
| d2 == 0,017 1,648/33,9 |
| y4 = -f- 0,429 |
| bi = 0,087 |
| bz = 0,024 |
| y5 = + 2,803 |
| d3 = 0,054 1,691/54,8 |
| y6 = - 0,454 |
| s' = 0,826 |
| f' _ +I,000 |
Die Daten des Wechselgliedes, das an die Stelle der ersten Linse des Tripletts tritt,
sind folgende:
| Wechselglied |
| ri = +0,776 di = 0,487 1,620/60,3 |
| y2 = - 2,223 d2 = 0,199 1,805/25,5 |
| y3 = + 3,825 l1' = 0,0022 |
| 1,020 d3 = 0,189 1,728/28,3 |
| ys = -2,751 d4 = 0,037 1,605/43,9 |
| y3 = + 0,3796 l2 = 0,133 |
| y7' = + 0,316 d"' = 0,0511 1,549/45,4 |
| rs = + 1,865 l3 = 0,039 |
Die hierauf folgenden Radien y9 bis y12 entsprechen den Radien y3 bis ys des ursprünglichen
Tripletts. Die Schnittweite der Kombination ist s' = 0,826 wie die des Tripletts,
die Brennweite hingegen 1,598.
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Man erkennt, daß der Luftraum l3 = 0,039 der Kombination kleiner ist
als der entsprechende Luftraum 1i = 0,1043 des ursprünglichen Tripletts und daß
die Gesamtdicke des ersten, sammelnden Meniskus di + cl,' = 0,487 -f- 0,199 = 0,686
und somit mehr als 45 "/o der Triplettbrennweite ist; das Öffnungsverhältnis des
Tripletts sowohl als des Wechselsystems einschließlich Restobjektiv beträgt 1 :
2,8.
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Die Erfindung beschränkt sich nicht auf dieses Zahlenbeispiel, sondern
erstreckt sich auf alle Systeme im Rahmen der Ansprüche.