DE10241724B4 - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung für einen Explosivkörper - Google Patents
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Abstract
Elektrogeneratorische
Zündeinrichtung
für einen
Explosivkörper
wie eine Handgranate, mit einem mittels eines Sicherungselementes
(14) eine Sicherstellung einnehmenden Energiespeicher (12), der
zur Generierung einer elektrischen Zündenergie mit einem elektrischen
Generator (20) wirkverbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Energiespeicher
(12) ein Paar Magnetelemente (16, 18) aufweist, die bei der Verstellung
des Sicherungselementes (14) von der Sicherstellung in die Scharfstellung
zur Generierung einer der elektrischen Zündenergie entsprechenden potentiellen
Energie voneinander weg bewegt werden.
Description
- Die Erfindung betrifft eine elektrogeneratorische Zündeinrichtung für einen Explosivkörper gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
- Explosivkörper wie Handgranaten werden bislang üblicherweise durch das Abbrennen eines pyrotechnischen Zündsatzes gezündet. Derartige pyrotechnische Zündsätze resultieren in einer relativ großen Streuung der Zündzeit. Zur Eliminierung dieser relativ großen Zündzeit-Streuung wurde vorgeschlagen, mechanische Energie als Zwischenspeicher zu benutzen. Diese mechanische Energie wird üblicherweise in einem Federelement gespeichert. Eine elektromechanische Zündeinrichtung für eine Handgranate mit einem Federelement zur Speicherung der mechanischen Energie zum Antrieb eines elektrischen Generators beschreibt beispielsweise die
EP 0 781 975 A2 . - Ein Rücksetzgenerator, der sowohl bei einer geringen als auch bei einer hohen Beschleunigung eine hohe resultierende Induktionsspannung erzeugt, um eine sichere Zündung eines Explosivkörpers zu bewirken, ist in der
DE 25 56 250 C2 offenbart. Dieser bekannte Rücksetzgenerator weist einen Magnetkern und eine diesen umgebende Spule in einem äußeren Zylinderrohr auf. Der Magnetkern ist beim Rücksetzen relativ zum Zylinderrohr bewegbar, um in der Spule eine Spannung zu induzieren. - Aus der
EP 0 156 763 B1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erhöhung der Energie in einem elektromagnetischen Zündsystem bekannt, wobei ein Zündgenerator in einem Gehäuse durch eine Druckfeder in einer ersten Endstellung gelagert ist. - Bei Ausbildungen mit einem Federelement ist jedoch ein Erlahmen des Federelementes kaum vermeidbar. Das wirkt sich auf die Zuverlässigkeit entsprechend aus.
- Die
DE 40 32 844 C1 offenbart einen Generator zur induktiven Erzeugung elektrischen Stromes in einem eine stromverbrauchende elektronische Einrichtung aufweisenden Geschoß. Der Generator weist eine Spule und einen in der Spule verschiebbaren Permanentmagneten auf. Die Verschiebung des Permanentmagneten zur Stromerzeugung wird hierbei durch den beim Abschuß des Geschosses auftretenden Gasdruck bewirkt. Dieser bekannte Generator ist insbesondere für Wurfkörper mit geringer Abschußbeschleunigung bestimmt. - Ein induktives Zündsystem insbesondere für Infanteriewaffen mit einer Primärspule, die induktiv mit einer Sekundärspule im Anzündsystem der Patrone zusammenwirkt und die zur Anzündung erfordeliche Zündenergie überträgt, ist aus der
DE 197 06 863 A1 bekannt. - Bei diesen zuletzt genannten Vorrichtungen handelt es sich um Systeme, die das Induktionsprinzip ausnutzen.
- Bei der
DE 195 10 428 A1 dagegen wird ein Detonator zum Durchzünden eines Gasgenerators zum Betätigen eines Gurtspanners von einer Nadel angestochen, die koaxial vor einem massiven Stabmagneten montiert ist. Der wiederum ist längsverschiebbar koaxial vor einem hohlzylindrischen Magneten entgegengesetzter Polarität gehaltert. Nach Entfernen einer mechanischen Verriegelung kann der längsbeschleunigte Stabmagnet masseträgheitsbedingt die Abstoßungskraft der beiden voreinander gelegenen gleichnamigen Magnetpole überwinden und in den Hohlzylinder eintauchen; bis er unter überwiegenden Einfluss dessen gegensinnigen Magnetpols am anderen Ende des Hohlzylinders gerät und, nun von der magnetischen Anziehungskraft zwischen den ungleichnamigen Magnetpolen weiter beschleunigt, den Detonator ansticht. Genutzt wird also lediglich eine Richtungsumkehr der auf den Stabmagneten einwirkenden Magnetkräfte, eine generatorische Wirkung ist damit nicht verbunden. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine elektrogeneratorische Zündeinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, wobei die Bereitstellung der Zündenergie für die Zündeinrichtung die potentielle Energie voneinander beabstandeter magnetischer Elemente nutzt.
- Diese Aufgabe wird bei einer elektrogeneratorischen Zündeinrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß durch die Merkmale des Kennzeichenteiles des Patentanspruches 1 gelöst. Bevorzugte Aus- bzw. Weiterbildungen der erfindungsgemäßen elektrogeneratorischen Zündeinrichtung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
- Die erfindungsgemäße elektrogeneratorische Zündeinrichtung weist den Vorteil auf, daß ein Zündkondensator der Zündeinrichtung mit der erforderlichen elektrischen Energie versorgt wird, ohne daß hierfür beispielsweise eine elektrische Batterie oder ein mechanisch gespanntes Federelement erforderlich wäre. Eine Batterieentlading bzw. ein Erlahmen eines Federelementes sind erfindungsgemäß also nicht relevant. Die erfindungsgemäße elektrogeneratorische Zündeinrichtung ist auch nach einer langen Lagerzeit zuverlässig wirksam.
- Die erfindungsgemäße elektrogeneratorische Zündeinrichtung beruht auf dem physikalischen Prinzip, daß der elektrische Generator nicht mit der potentiellen Energie eines mechanisch gespannten Federelementes betrieben wird, sondern mit dem Anzugsmoment von voneinander beabstandeten und sich gegenseitig anziehenden magnetischen Elementen. Der Energiespeicher zum Betreiben des elektrischen Generators zur Generierung der Zündenergie weist ein Paar Magnetelemente auf. Diese Magnetelemente können vom Permanentmagneten gebildet sein. Desgleichen ist es möglich, einen Permanentmagneten mit einem Magnetelement aus einem ferromagnetischen Material zu kombinieren.
- Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung stark abstrahiert schematisch verdeutlichten Ausführungsbeispieles der erfindungsgemäßen elektrogeneratorischen Zündeinrichtung für einen Explosivkörper wie eine Handgranate.
- Es zeigen:
-
1 die Zündeinrichtung in ihrer Sicherstellung, -
2 die Zündeinrichtung gem.1 in ihrer Scharfstellung, und -
3 die Zündeinrichtung gem. den1 und2 während ihres Generatorbetriebes zur Erzeugung einer elektrischen Energie. -
1 zeigt schematisch eine Ausbildung der elektrogeneratorischen Zündeinrichtung10 für einen Explosivkörper wie eine Handgranate. Die elektrogeneratorische Zündeinrichtung10 weist einen Energiespeicher12 auf, der mittels eines Sicherungselementes14 eine Sicherstellung einnimmt, wie sie in1 verdeutlicht ist. Der Energiespeicher12 weist ein Paar Magnetelemente16 und18 auf, die zur Generierung einer elektrischen Zündenergie vorgesehen sind. Der Energiespeicher12 ist mit einem elektrischen Generator20 wirkverbunden. Das ist durch den Pfeil22 schematisch verdeutlicht. - Das Sicherungselement
14 , bei dem es sich z.B. um einen Sicherungssplint einer Handgranate handelt, blockiert das Magnetelement18 in der in1 schematisch gezeichneten Sicherstellung der Zündeinrichtung10 und verhindert eine Wegbewegung vom Magnetelement16 , d.h. eine Bewegung aus der Sicherstellung. Gleichzeitig verhindert das Sicherungselement14 einen Berührungskontakt zwischen den Magnetelementen16 und18 in der Sicherstellung. Ein solcher Berührungskontakt würde eine sehr hohe mechanische Kraft nötig machen, um die Magnetelemente16 und18 voneinander weg zu bewegen und in die in2 gezeichnete Scharfstellung der elektrogeneratorischen Zündeinrichtung10 zu bewegen. Das Sicherungselement14 besteht aus einem NE-Material. - Zwischen dem elektrischen Generator
20 und dem Energiespeicher12 der Zündeinrichtung10 ist ein Getriebe oder Hemmwerk24 vorgesehen, wie es z.B. prinzipiell von mechanischen Uhrwerken bekannt ist. Die Funktion des Getriebes oder Hemmwerkes24 wird nachfolgend in Verbindung mit den2 und3 klar. - Der elektrische Generator
20 ist mit einem Zündkondensator28 zusammengeschaltet. Das ist durch den Pfeil30 schematisch angedeutet. - Zum Scharfstellen der Zündeinrichtung
10 wird das Sicherungselement14 betätigt. Das ist in2 durch den Pfeil32 angedeutet. Bei dieser Betätigung des Sicherungselementes14 wird das Magnetelement18 vom ortsfest vorgesehenen Magnetelement16 wegbewegt. Das ist durch den Pfeil34 angedeutet. Das Getriebe oder Hemmwerk24 rastet ein und gibt das Magnetelement18 frei. Das eine entsprechende potentielle Energie besitzende Magnetelement18 wird vom ortsfest vorgesehenen Magnetelement16 angezogen. Diese durch den Pfeil36 in3 angedeutete Anziehbewegung des Magnetelementes18 wird über das Getriebe24 in eine Drehbewegung umgesetzt, die in3 durch den bogenförmigen Pfeil38 angedeutet ist. Mit Hilfe des sich drehenden Getriebes24 wird der elektrische Generator20 entsprechend angetrieben und eine Spannung zum Aufladen des Zündkondensators28 generiert. - Die erfindungsgemäße elektrogeneratorische Zündeinrichtung
10 macht sich also die potentielle Energie von Magnetelementen16 ,18 zunutze, die voneinander beabstandet werden und die sich nach der Beabstandung wieder anziehen, wobei diese Anziehbewegung über ein Getriebe oder Hemmwerk zum rotativen Antrieb eines elektrischen Generators zur Erzeugung einer elektrischen Zündenergie für einen Explosivkörper wie eine Handgranate benutzt wird. -
- 10
- Elektrogeneratorische Zündeinrichtung
- 12
- Energiespeicher
(von
10 ) - 14
- Sicherungselement
(für
12 ) - 16
- Magnetelement
(von
12 ) - 18
- Magnetelement
(von
12 ) - 20
- Elektrischer
Generator (von
10 ) - 22
- Pfeil
(zwischen
12 und20 ) - 24
- Getriebe
oder Hemmwerk (zwischen
12 und20 ) - 28
- Zündkondensator
(von
10 ) - 30
- Pfeil
(zwischen
20 und28 ) - 32
- Pfeil
(bei
14 ) - 34
- Pfeil
(bei
18 ) - 36
- Pfeil
(bei
18 ) - 38
- bogenförmiger Pfeil
(zwischen
24 und20 )
Claims (10)
- Elektrogeneratorische Zündeinrichtung für einen Explosivkörper wie eine Handgranate, mit einem mittels eines Sicherungselementes (
14 ) eine Sicherstellung einnehmenden Energiespeicher (12 ), der zur Generierung einer elektrischen Zündenergie mit einem elektrischen Generator (20 ) wirkverbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Energiespeicher (12 ) ein Paar Magnetelemente (16 ,18 ) aufweist, die bei der Verstellung des Sicherungselementes (14 ) von der Sicherstellung in die Scharfstellung zur Generierung einer der elektrischen Zündenergie entsprechenden potentiellen Energie voneinander weg bewegt werden. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Magnetelemente (
16 ,18 ) entlang einer Linearführung beweglich geführt sind. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Magnetelemente um einen gemeinsamen, seitlich versetzten Schwenkmittelpunkt entlang einer bogenförmigen Führungsbahn beweglich geführt sind.
- Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eines der beiden Magnetelemente (
16 ,18 ) ortsfest angeordnet und das andere Magnetelement (18 ,16 ) entlang einer Linearführung beweglich geführt ist. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eines der beiden Magnetelemente (
16 ,18 ) ortsfest angeordnet und das andere Magnetelement (18 ,16 ) um einen seitlich versetzten Schwenkmittelpunkt entlang einer bogenförmigen Führungsbahn beweglich geführt ist. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Magnetelemente (
16 ,18 ) von Permanentmagneten gebildet sind. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Magnetelement (
16 ,18 ) von einem Permanentmagnet gebildet ist und das zweite Magnetelement (18 ,16 ) aus einem ferromagnetischen Material besteht. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das von einem Permanentmagneten gebildete Magnetelement (
16 ,18 ) ortsfest angeordnet und das aus ferromagnetischem Material bestehende Magnetelement (18 ,16 ) beweglich vorgesehen ist. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der von den Magnetelementen (
16 ,18 ) gebildete Energiespeicher (12 ) über ein Getriebe oder Hemmwerk (24 ) mit dem elektrischen Generator (20 ) zu dessen Drehantrieb verbunden ist. - Elektrogeneratorische Zündeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das in der Sicherstellung zwischen den beiden Magnetelementen (
16 ,18 ) des Energiespeichers (12 ) befindliche Sicherungselement (14 ) aus einem NE-Material besteht.
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|---|---|---|---|
| DE2002141724 DE10241724B4 (de) | 2002-09-10 | 2002-09-10 | Elektrogeneratorische Zündeinrichtung für einen Explosivkörper |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2002141724 DE10241724B4 (de) | 2002-09-10 | 2002-09-10 | Elektrogeneratorische Zündeinrichtung für einen Explosivkörper |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10241724A1 DE10241724A1 (de) | 2004-03-18 |
| DE10241724B4 true DE10241724B4 (de) | 2007-06-14 |
Family
ID=31724555
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2002141724 Expired - Fee Related DE10241724B4 (de) | 2002-09-10 | 2002-09-10 | Elektrogeneratorische Zündeinrichtung für einen Explosivkörper |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10241724B4 (de) |
Citations (5)
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-
2002
- 2002-09-10 DE DE2002141724 patent/DE10241724B4/de not_active Expired - Fee Related
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: DIEHL BGT DEFENCE GMBH & CO. KG, 88662 UBERLINGEN, |
|
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20140401 |