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Bezeichnung
der Erfindung
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Elektromagnetisches Hydraulikventil,
insbesondere Proportionalventil zur Steuerung einer Vorrichtung
zur Drehwinkelverstellung einer Nockenwelle gegenüber einer
Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine
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Beschreibung
Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft ein elektromagnetisches
Hydraulikventil nach den oberbegriffsbildenden Merkmalen des Anspruchs
1, und sie ist insbesondere vorteilhaft an einem Proportionalventil
zur Steuerung einer Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung einer
Nockenwelle gegenüber
einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine realisierbar.
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Hintergrund
der Erfindung
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Durch die
DE 198 53 670 A1 ist ein
gattungsbildendes elektromagnetisches Hydraulikventil bekannt, welches
als Proportionalventil zur Steuerung einer Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung
einer Nockenwelle gegenüber
einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine ausgebildet ist und im
Wesentlichen aus einem Elektromagneten und aus einem an diesem befestigten
hydraulischen Ventilteil besteht. Der Elektromagnet weist dabei
ein hohlzylindrisches Magnetgehäuse
auf, in dem zumindest eine Spulenwicklung und ein axial beweglicher
Magnetanker angeordnet sind und welches von einem ersten Polschuh sowie
von einem zweiten Polschuh mit einem elektrischen Kontakt axial
begrenzt ist. Das Ventilteil des Proportionalventils wird demgegenüber durch ein
stirnseitig offenes hohlzylindrisches Ventilgehäuse gebildet, in dessen Hohlzylinder
ein vom Magnetanker des Elektromagneten über eine Stößelstange axial verschiebbarer
Steuerkolben aufgenommen ist. Darüber hinaus weist das Ventilgehäuse an seinem
Außenumfang
mehrere axial zueinander beabstandete umlaufende Ringnuten auf,
in die jeweils mehrere in den Hohlzylinder des Ventilgehäuses mündende und
als Querbohrungen ausgebildete Radialöffnungen eingearbeitet sind.
Der zylindrisch ausgebildete Steuerkolben des Ventilteils steht
dabei mit einer Stirnseite mit der Stößelstange des Magnetankers
sowie mit der anderen Stirnseite mit einer entgegen der Kraft des
Magentankers wirkenden Druckfeder in Wirkverbindung und weist an
seinem Außenumfang
zwei ringförmige
Steuerabschnitte auf, welche je nach Bestromung des Elektromagneten
die Radialöffnungen
von zumindest zwei Ringnuten im Ventilgehäuse über- oder unterdecken. Darüber hinaus
weist der Steuerkolben axial einen als Längsbohrung ausgebildeten Hohlraum
auf, der druckfederseitig offen und stößelstangenseitig über mehre
als Radialbohrungen ausgebildete radiale Fenster mit dem Hohlzylinder
des Ventilgehäuses
verbunden und zur Weiterleitung des Hydraulikmittels innerhalb des Ventilgehäuses vorgesehen
ist.
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Nachteilig bei diesem bekannten Hydraulikventil
ist es jedoch, dass der im Ventilgehäuse aufgenommene Steuerkolben
des Hydraulikventils in herkömmlicher
Weise aus einem stangenförmigen
Aluminiumrohling gebildet wird, dessen Außen- und Innenkonturen durch
aufwendige spanende Bearbeitung hergestellt werden. Diese spanende
Bearbeitung erfolgt im Wesentlichen zumeist derart, dass zunächst die
Steuerabschnitte und die Stirnseiten des Steuerkolbens durch Drehen
hergestellt und danach der axiale Hohlraum sowie die radialen Fenster
des Steuerkolbens durch Bohren gefertigt werden. Zur Erhöhung der
Verschleißfestigkeit
des Steuerkolbens werden anschließend noch dessen Steuerabschnitte hartanodisiert
und an ihrem Außendurchmesser überschliffen.
Eine solche Herstellungsweise des Steuerkolbens verursacht somit
durch die relativ langen Maschinentaktzeiten, die notwendigen Werkzeuge
und Vorrichtungen und durch das verwendete Material einen erheblichen
Ferti gungsaufwand der sich letztlich als unwirtschaftlich erwiesen
hat und die Herstellungskosten für
das Hydraulikventil in nachteiliger Weise erhöht. Da darüber hinaus die genaue Über- oder
Unterdeckung der Steuerabschnitte des Steuerkolbens zu den Radialöffnungen
im Ventilgehäuse eine
große
Bedeutung im Hinblick auf die Realisierung einer Linearität zwischen
der elektrischen Spannung des Elektromagneten und dem Hydraulikmitteldurchfluss
durch das Ventilteil hat und somit eine absolut exakte Fertigung
der Abstände
der Steuerabschnitte zueinander sowie zu der mit der Stößelstange
des Magentankers in Wirkverbindung stehenden Stirnfläche des
Steuerkolbens erfordert, ist die spanende Bearbeitung des Steuerkolbens
auch hinsichtlich der im Toleranzbereich von wenigen Hundertsteln
liegenden geforderten Fertigungsgenauigkeiten ungeeignet zur Herstellung
des Steuerkolbens.
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Aufgabe der Erfindung.
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Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe
zugrunde, ein elektromagnetisches Hydraulikventil, insbesondere
Proportionalventil zur Steuerung einer Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung
einer Nockenwelle gegenüber
einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, zu konzipieren, dessen
im Ventilgehäuse angeordneter
Steuerkolben mit einem geringen Fertigungsaufwand und somit niedrigen
Herstellungskosten herstellbar ist und dabei eine hohe Präzision hinsichtlich
der geforderten Abstände
der Steuerabschnitte zueinander sowie zu der mit der Stößelstange
des Magentankers in Wirkverbindung stehenden Stirnfläche des
Steuerkolbens aufweist.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem
elektromagnetischen Hydraulikventil nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 derart gelöst,
dass der im Ventilgehäuse
aufgenommene Steuerkolben des Ventilteils als ein aus mehreren Einzelteilen
zusammensetzbares Montagebauteil gebildet ist, bei dem die ringförmigen Steuerabschnitte
als vorgefertigte Einzelteile auf einem hohlzylindrischen Grundkörper mit
vorgefertigten radialen Fenstern aufsetzbar sind.
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In zweckmäßiger Weiterbildung des erfindungsgemäß ausgebildeten
elektromagnetischen Hydraulikventils ist der hohlzylindrische Grundkörper des
Steuerkolbens dabei als patronenförmige Hülse ausgebildet, deren Boden
die an der Stößelstange des
Magnetankers anliegende Stirnfläche
bildet. Der am gegenüberliegenden
Ende offene Profilquerschnitt der patronenförmigen Hülse bildet dementsprechend
die mit der Druckfeder des Steuerkolbens in Wirkverbindung stehende
Stirnfläche,
die in konkreter Ausführung
jedoch lediglich als Kreisringfläche mit
einer der Wandstärke
der Hülse
entsprechenden Ringbreite ausgebildet ist. Um auf einer solchen Kreisringfläche eine
sichere axiale Anlage der Druckfeder zu gewährleisten ist es somit zweckmäßig, eine Druckfeder
zu verwenden, die zumindest an ihrer ersten, am Steuerkolben anliegenden
Windung auch einen etwa dem Innendurchmesser der Hülse entsprechenden
Innendurchmesser und einen etwa der Wandstärke der Hülse entsprechenden Windungsquerschnitt
aufweist. Zur Erzeugung einer linearen Federkennlinie als Voraussetzung
für die
Proportionalität
zwischen der Spannung am Elektromagnete und der Durchflussmenge
durch das Ventilteil des Hydraulikventils ist es jedoch von Vorteil,
alle Windungen der Druckfeder mit dem gleichen Innendurchmesser
und dem gleichen Windungsquerschnitt wie bei der ersten Windung
auszubilden.
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Hinsichtlich der Herstellung des
Grundkörpers
des Steuerkolbens hat es sich in geeigneter Ausgestaltung des erfindungsgemäß ausgebildeten elektromagnetischen
Hydraulikventils als besonders vorteilhaft erwiesen, als Material
für die
patronenförmige
Hülse einen
Baustahl zu verwenden und die Hülse
zusammen mit den radialen Fenstern zur Verbindung des Hohlraumes
des Steuerkolbens mit dem Hohlzylinder des Ventilgehäuses durch
Tiefziehen und Stanzschälen
als Folgeoperationen auf einer Tiefziehpresse spanlos herzustellen.
Die Verwendung eines Baustahls für
den Grundkörper
des Steuerkolbens ist dabei aufgrund der guten Umformeigenschaften
dieses Materials besonders in fertigungstechnischer Hinsicht von
Vorteil und verringert gegenüber
der bisherigen Verwendung von Aluminium für den Steuerkolben zugleich
die Materialkosten. Darüber
hinaus wird durch die Anwendung spanloser Fertigungsverfahren beim Tiefziehen
der Hülse
und beim Stanzschälen
der radialen Fenster der Fertigungsaufwand gegenüber den bisher üblichen
spannenden Bearbeitungsverfahren durch Drehen und Bohren deutlich
verringert, so dass bereits bei der Herstellung des Grundkörpers des
Steuerkolbens erhebliche Kostenvorteile erzielbar sind.
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Die radialen Fenster des Steuerkolbens
sind dabei in weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäß ausgebildeten
elektromagnetischen Hydraulikventüs bevorzugt als zwei aus dem
Boden und der angrenzenden Umfangswand der Hülse ausgearbeitete Ausnehmungen
ausgebildet, die sich gerade gegenüberliegend angeordnet sind
und durch besagtes Stanzschälen
mittels zweier seitlich an der Hülse
eingreifenden Schälstempel
herstellbar sind. Die beiden Ausnehmungen sind dabei bevorzugt spiegelgleich mit
einem mittigen Abstand zueinander angeordnet, so dass zwischen diesen
ein gleichmäßiger, aus
Teilen der Umfangswand und des Bodens der Hülse bestehender Brückensteg
verbleibt, der als Kontaktbügel
zur Stößelstange
des Magentankers des Elektromagneten vorgesehen ist. Gegenüber den
an dieser Stelle angeordneten Radialbohrungen im Steuerkolben weisen
die beiden derart ausgestanzten radialen Fenster den Vorteil auf,
dass diese einen deutlich größeren Öffnungsquerschnitt
aufweisen und somit einen geringeren hydraulischen Widerstand und
höheren
Durchfluss des Hydraulikmittels innerhalb des Ventilgehäuses bewirken.
Alternativ zu zwei derart ausgebildeten radialen Fenstern ist es
jedoch auch möglich,
in den Boden und in die Umfangswand der Hülse drei oder mehr gleichartige
Fenster geringerer Größe durch
Stanzschälen
einzuarbeiten oder die radialen Fenster, ähnlich wie die bekannten Radialbohrungen
im Steuerkolben, als nur in die Umfangswand der Hülse eingearbeitete
einfache Stanzlöcher
beliebiger Form auszubilden.
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Die ringförmigen Steuerabschnitte am
Außenumfang
des Steuerkolbens werden dagegen in zweckmäßiger Weiterbildung des erfindungsgemäß ausgebildeten
elektromagnetischen Hydraulikventils jeweils durch identisch ausgebildete
gesonderte Steckringe gebildet, die zumindest mit einem Teil ihrer
Innenumfangsflächen
durch Presssitz auf der Umfangswand der den Grundkörper des
Steuerkolbens bildenden patronenförmigen Hülse befestigt sind. Die Außenumfangsflächen dieser
Steckringe sind dabei eben ausgebildet und weisen vor ihrer Endbearbeitung
zunächst
einen Außendurchmesser auf,
der geringfügig
größer als
der Innendurchmesser des Hohlzylinders des Ventilgehäuses ist.
Ebenso sind die Steckringe mit Ebenen axialen Seitenflächen ausgebildet,
die vor ihrer Endbearbeitung zunächst
einen die Höhe
der Steckringe bildenden Abstand zueinander aufweisen, der geringfügig größer als
der axiale Öffnungsquerschnitt
der Radialöffnungen
in den Ringnuten des Ventilgehäuses
ist.
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Eine Besonderheit der Innenumfangsflächen der
Steckringe des Steuerkolbens ist es darüber hinaus, dass diese als
weiteres Merkmal des erfindungsgemäß ausgebildeten Hydraulikventils
bevorzugt eine aus vier Abschnitten bestehende Kontur aufweisen.
Diese Kontur ist uneben ausgebildet und besteht aus einem anfänglichen
Fasenabschnitt, mit dem das Aufstecken der Steckringe auf den Grundkörper des
Steuerkolbens erleichtert wird. Der Fasenabschnitt der Innenumfangsfläche geht
dann in einen mittleren Zylinderabschnitt über, der einen geringfügig kleineren
Innendurchmesser als der Außendurchmesser
der Umfangswand des Grundkörpers des
Steuerkolbens aufweist und zur Realisierung des Presssitzes der
Steckringe vorgesehen ist. An den Zylinderabschnitt schließt sich
letztlich ein verrundeter Übergang
mit einem durchmesservergrößerten Endabschnitt
an, der am magnetseitigen Steckring des Steuerkolbens zur Optimierung
des Strömungsflusses
des Hydraulikmittels in den Hohlraum des Steuerkolbens und am federseitigen
Steckring des Steuerkolbens zur radialen Fixierung der am Steuerkolben
anliegenden Druckfeder dient.
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Hinsichtlich der Herstellung der
die Steuerabschnitte des Steuerkolbens bildenden Steckringe hat
es sich in weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäß ausgebildeten
elektromagnetischen Hydraulikventils als vorteilhaft erwiesen, als
Material für
die Steckringe einen Vergütungsstahl
zu verwenden und die Steckringe mit ihren Innen- und Außenkonturen durch
Stanzziehen oder Fließpressen
in einem Folgewerkzeug vorzufertigen. Nach der spanlosen Vorfertigung
folgt dann eine Wärmebehandlung
der Steckringe durch Härten,
an das sich letztlich ein Höhenschleifen
der axialen Seitenflächen
der Steckringe an schließt,
mit dem die endgültige,
exakt dem axialen Öffnungsquerschnitt
der Radialöffnungen
in den Ringnuten des Ventilteils entsprechende Breite bzw. Höhe der Steckringe
hergestellt wird. Die Verwendung eines Vergütungsstahls für die Steckringe
ist dabei aufgrund der Härtbarkeit
dieses Materials besonders von Vorteil, da das Härten der Steckringe als Maßnahme zur
Erhöhung
der Verschleißfestigkeit des
Steuerkolbens wesentlich einfacher und kostengünstiger ist, als das bekannte
Hartanodisieren der Steuerabschnitte an einem Aluminium-Steuerkolben. Dadurch
und durch die spanlose Fertigung der Steckringe wird der Fertigungsaufwand
für die
Steuerkolben gegenüber
den bisher üblichen
spannenden Bearbeitungsverfahren weiter deutlich verringert, so dass
mit der Herstellung der Steuerabschnitte des Steuerkolbens aIs gesonderte
Steckringe weitere Einsparungen bei den Herstellungskosten des Hydraulikventils
möglich
sind.
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Die Montage und Endfertigung des
Steuerkolbens des elektromagnetischen Hydraulikventils erfolgt in
erfindungsgemäßer Verfahrensweise schließlich derart,
dass zunächst
der federseitige Steckring auf die patronenförmige Hülse aufgesteckt wird, bis der
verrundete Übergang
zum Endabschnitt der Kontur seiner Innendurchmesserfläche an die Stirnseite
der Hülse
angrenzt. Danach wird der magnetseitige Steckring am anderen Ende
der patronenförmigen
Hülse vormontiert
und ein die Hülse
umschließendes
Höhenkalibrierwerkzeug
zwischen die Steckringe eingesetzt. Anschließend erfolgt das Einstellen
des exakten Abstandes der Steuerabschnitte des Steuerkolbens zueinander
durch Aufpressen des magnetseitigen Steckringes auf die Hülse bis
dieser auf dem Höhenkalibrierwerkzeug
aufliegt. Die Toleranzen der Presspassungen der beiden Steckringe können dabei
so grob gewählt
werden, dass es auch zu einer geringfügigen plastischen Verformung
der patronenförmigen
Hülse kommen
kann. Nach dem Einstellen des Abstandes der Steuerabschnitte des Steuerkolbens
zueinander wird der Brückensteg
am magnetseitigen Ende der patronenförmigen Hülse dann in einem Biegewerkzeug
derart in axialer Richtung plastisch verformt, dass auch der exakte
Abstand des Brückensteges
zu den Steuerabschnitten des Steuerkolbens hergestellt ist. Als
letztes wird der so montierte Steuerkolben an den Außenumfangsflächen der
Steckringe bevor zugt durch Centerless-Schleifen endbearbeitet, um
eventuelle Exzentrizitäten
der Steuerabschnitte zu beseitigen und den Außendurchmesser der Steuerabschnitte
auf ein mit dem Innendurchmesser des Hohlzylinders des Ventilgehäuses korrespondierendes
Maß zu
verringern.
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Als alternative Fertigungsvariante
für den Steuerkolben
des erfindungsgemäß ausgebildeten Hydraulikventils
ist es darüber
hinaus auch denkbar, den Grundkörper
des Steuerkolbens nicht durch eine patronenförmige Hülse sondern durch einen zylindrischen
Rohrabschnitt zu bilden. Der Kontaktbügel zur Stößelstange des Magnetankers
am magnetseitigen Ende des Steuerkolbens wird dann als weiteres
separates Montagebauteil konzipiert, das in einem Biegewerkzeug
hergestellt und während
des ansonsten identischen Montageprozesses zusätzlich am Grundkörper des
Steuerkolbens verschweißt
wird.
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Das erfindungsgemäß ausgebildete elektromagnetische
Hydraulikventil, insbesondere Proportionalventil zur Steuerung einer
Vorrichtung zur Drehwinkelverstellung einer Nockenwelle gegenüber einer
Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, weist somit gegenüber dem
aus dem Stand der Technik bekannten Hydraulikventilen den Vorteil
auf, dass durch die Ausbildung des im Ventilgehäuse aufgenommenen Steuerkolbens
als ein aus mehreren Einzelteilen zusammensetzbares Montagebauteil
die Anwendung spanloser Fertigungsverfahren und der Einsatz kostengünstiger
Werkstoffe für
die Herstellung der Einzelteile möglich ist, so dass im Vergleich
zu dem bekannten, spanend hergestellten Aluminium-Steuerkolben erhebliche
Einsparungen bei den Herstellungskosten des Hydraulikventils erzielbar
sind. Darüber
hinaus hat ein aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzter Steuerkolben
den Vorteil, dass es bei Verwendung identischer Einzelteile auch
möglich ist,
lediglich durch Änderung
der Montageparameter eine Vielzahl verschiedener Steuerkolben mit
unterschiedlichen Abständen
zwischen den Steuerabschnitten herzustellen. Durch die Verwendung
eines Kalibrierwerkzeuges und eines einstellbaren Biegewerkzeuges
wird dabei in jedem Fall eine hohe Präzision hinsichtlich der geforderten
Abstände
der Steuerabschnitte des Steuerkolbens zueinander sowie zu dem mit
der Stößelstange
des Magnetankers in Wirkverbindung stehenden Brückensteg des Steuerkolbens
gewährleistet.
Die Anordnung von lediglich zwei großflächigen Ausnehmung am Boden
und der anschließenden
Umfangswand des Grundkörpers des
Steuerkolbens anstelle der Radialbohrungen im Steuerkolben hat dabei
zusätzlich
den Vorteil, dass durch deren große Fensterquerschnitte der
hydraulische Widerstand innerhalb des Hydraulikventils verringert
wird und somit ein höherer
Durchfluss an Hydraulikmittel möglich
ist.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand
eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert und
ist in den zugehörigen
Zeichnungen schematisch dargestellt. Dabei zeigen:
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1 eine
Gesamtansicht des erfindungsgemäß ausgebildeten
elektromagnetischen Hydraulikventils mit einem Teillängsschnitt
durch den Elektromagneten und das Ventilteil;
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2 einen
vergrößerten Längsschnitt durch
den Steuerkolben des erfindungsgemäß ausgebildeten elektromagnetischen
Hydraulikventils im Montagezustand;
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3 eine
vergrößerte dreidimensionale
Explosionsdarstellung des Steuerkolbens des erfindungsgemäß ausgebildeten
elektromagnetischen Hydraulikventils.
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Ausführliche
Beschreibung der Zeichnungen
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Aus 1 geht
deutlich ein elektromagnetisches Hydraulikventil 1 hervor,
welches als Proportionalventil zur Steuerung einer Vorrichtung zur
Drehwinkelverstellung einer Nockenwelle gegenüber einer Kurbelwelle einer
Brennkraftmaschine ausgebildet ist und im Wesentlichen aus einem
Elektromagneten 2 und aus einem an diesem befestigten hydraulischen
Ventilteil 7 besteht. Klar erkennbar weist der Elektromagnet 2 dabei
ein hohlzylindrisches Magnetgehäuse 3 auf,
in dem eine Spulenwicklung 4 und ein axial beweglicher
Magnetanker 5 angeordnet sind und welches von einem ersten
Polschuh 6 sowie von einem in der Zeichnung nicht sichtbaren
zweiten Polschuh axial begrenzt ist. Das Ventilteil 7 des
Hydraulikventils 1 wird demgegenüber durch ein stirnseitig offenes
hohlzylindrisches Ventilgehäuse 8 gebildet,
in dessen Hohlzylinder 9 ein vom Magnetanker 5 des
Elektromagneten 2 über
eine Stößelstange 10 axial
verschiebbarer Steuerkolben 11 aufgenommen ist. Darüber hinaus
weist das Ventilgehäuse 8 an
seinem Außenumfang
mehrere axial zueinander beabstandete umlaufende Ringnuten 12, 13, 14 auf,
in die jeweils mehrere in den Hohlzylinder 9 des Ventilgehäuses 8 mündende,
als rechteckige Fenster ausgebildete Radialöffnungen 15, 16, 17 eingearbeitet
sind. Desweiteren ist in 1 zu
sehen, dass der zylindrisch ausgebildete Steuerkolben 11 des
Ventilteils 7 mit einer Stirnseite 18 mit der
Stößelstange 10 des Magentankers 5 sowie
mit der anderen Stirnseite 19 mit einer entgegen der Kraft
des Magnetankers 5 wirkenden Druckfeder 20 in
Wirkverbindung steht und an seinem Außenumfang zwei ringförmige Steuerabschnitte 21, 22 aufweist,
welche je nach Bestromung des Elektromagneten 2 die Radialöffnungen 15, 17 der
Ringnuten 12, 14 im Ventilgehäuse 8 über- oder unterdecken.
Außerdem
weist der Steuerkolben 11 zur Weiterleitung des Hydraulikmittels
innerhalb des Ventilgehäuses 8 axial
einen zylindrischen Hohlraum 23 auf, der druckfederseitig
offen und stößelstangenseitig über radiale
Fenster 24 mit dem Hohlzylinder 9 des Ventilgehäuses 8 verbunden
ist.
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In den 2 und 3 wird darüber hinaus
gezeigt, dass der im Ventilgehäuse 8 aufgenommene Steuerkolben 11 des
Ventilteils 7 erfindungsgemäß als ein aus mehreren Einzelteilen
zusammensetzbares Montagebauteil ausgebildet ist, bei dem die ringförmigen Steuerabschnitte 21, 22 als
vorgefertigte Einzelteile auf einen Hohlzylindrischen Grundkörper mit
den vorgefertigten radialen Fenstern 24 aufsteckbar sind.
Der hohlzylindrische Grundkörper
ist dabei deutlich sichtbar als patronenförmige Hülse 25 ausgebildet,
deren Boden 26 die an der Stößelstange 10 des Magnetankers 5 anliegende
Stirnfläche 18 bildet und
deren am gegenüberliegenden
Ende offener Profilquerschnitt als die mit der Druckfeder 20 in Wirkverbindung
stehende Stirnfläche 19 ausgebildet ist.
Die ringförmigen
Steuerabschnitte 21, 22 des Steuerkolbens 11 werden
dagegen durch jeweils identisch ausgebildete, gesonderte Steckringe 28, 29 mit
ebenen Außenumfangsflächen 30, 31 gebildet, die
zumindest mit einem Teil ihrer Umfangsflächen 32, 33 durch
Presssitz auf der Umfangswand 27 der patronenförmigen Hülse 25 befestigt
sind.
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Durch die Explosionsdarstellung des
Steuerkolbens 11 in 3 wird
darüber
hinaus besonders deutlich, dass die den Grundkörper des Steuerkolbens 11 bildende
patronenförmige
Hülse 25 zusammen
mit den radialen Fenstern 24 zur Verbindung des Hohlraums 23 des
Steuerkolbens 11 mit dem Hohlzylinder 9 des Ventilgehäuses 8 durch
Tiefziehen herstellbar ist und deshalb bevorzugt aus einem Baustahl
besteht. Die radialen Fenster 24 des Steuerkolbens 11 sind
dabei als zwei aus dem Boden 26 und der angrenzenden Umfangswand 27 der
Hülse ausgearbeitete
Ausnehmungen ausgebildet, die sich gerade gegenüberliegend angeordnet sind
und durch Stanzschälen
mittels zweier seitlich an der Hülse 25 eingreifender
Schälstempel
herstellbar sind. Diese beiden Fenster 24 sind, wie aus 2 ersichtlich ist, spiegelgleich
mit einem mittigen Abstand zueinander angeordnet, so dass zwischen
diesen ein gleichmäßiger Brückensteg 34 als
Kontaktbügel
zur Stößelstange 10 des
Magnetankers 5 verbleibt.
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Aus der vergrößerten Darstellung des Steuerkolbens 11 in 2 geht ebenfalls besonders
klar hervor, dass die Steckringe 28, 29 des Steuerkolbens 11 an
ihren Innenumfangsflächen 32, 33 einen
besondere Kontur aufweisen, die bei der Vorfertigung der Steckringe 28, 29 durch
Stanzziehen oder Fließpressen
hergestellt wird. Diese, auch in 3 abgebildete
Kontur der Innenumfangsflächen 32, 33 ist vierteilig
ausgebildet und besteht an jedem Steckring 28, 29 aus
einem anfänglichen
Fasenabschnitt 35, 36, mit dem das Aufstecken
der Steckringe 28, 29 auf den Grundkörper des
Steuerkolbens 11 erleichtert wird. Der Fasenabschnitt 35, 36 geht
dann jeweils in einen mittleren Zylinderabschnitt 37, 38 über, der
zur Realisierung des Presssitzes der Steckringe 28, 29 auf
dem Grundkörper
des Steuerkolbens 11 vorgesehen ist. An den Zylin derabschnitt 37, 38 schließt sich dann
ein verrundeter Übergang 39, 40 zu
einem druchmesservergrößerten Endabschnitt 41, 42 an, der
am magnetseitigen Steckring 29 zur Optimierung des Strömungsflusses
des Hydraulikmittels durch die Fenster 24 in den Hohlraum 23 des
Steuerkolbens 11 dient und am federseitigen Steckring 28 die
radiale Fixierung der an der Stirnseite 19 des Steuerkolbens 11 axial
anliegenden Druckfeder 20 bildet. Die derart ausgebildeten
Steckringe 28, 29 werden zur Erhöhung der
Verschleißfestigkeit
der Steuerabschnitte 21, 22 des Steuerkolbens 11 aus
einem Vergütungsstahl
hergestellt und nach einer Wärmebehandlung durch
Härten
an ihren axialen Seitenflächen 43, 44, 45, 46 letztlich
noch höhengeschliffen,
um die exakt dem Öffnungsquerschnitt
der Radialöffnungen 15, 17 in
den Ringnuten 12, 14 des Ventilgehäuses 8 entsprechende
Breite hergestellt.
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Die Montage und Endfertigung des
Steuerkolbens 11 des elektromagnetischen Hydraulikventils 1 wird
durch die Darstellung in 3 veranschaulicht und
erfolgt schließlich
derart, dass zunächst
der federseitige Steckring 28 auf die patronenförmige Hülse 25 aufgepresst
wird, bis der verrundete Übergang 39 zum
Endabschnitt 41 seiner Innendurchmesserfläche 32 an
die Stirnseite 19 der Hülse 25 angrenzt. Danach
wird der magnetseitige Steckring 29 am anderen Ende der
Hülse 25 vormontiert
und ein die Hülse 25 umschließendes Höhenkalibrierwerkzeug
zwischen die Steckringe 28, 29 eingesetzt. Anschließend erfolgt
das Einstellen des exakten Abstandes der Steuerabschnitte 21, 22 des
Steuerkolbens 11 zueinander durch Aufpressen des magnetseitigen Steckringes 29 auf
die Hülse 25 bis
dieser auf dem Höhenkalibriennrerkzeug
aufliegt. Danach erfolgt das Einstellen des exakten Abstandes des
Brückensteges 34 des
Steuerkolbens 11 zu den Steuerabschnitten 21, 22,
indem der Brückensteg 34 in
einem Biegewerkzeug in axialer Richtung plastischer verformt wird.
Als letztes wird der so montierte Steuerkolben 11 an den
Außenumfangsflächen 30, 31 der Steckringe 28, 29 auf
einer Centerless-Schleifmaschine überschliffen, um den Außendurchmesser
der Steuerabschnitte 21, 22 auf ein mit dem Innendurchmesser
des Hohlzylinders 9 des Ventilgehäuses 8 korrespondierendes
Maß zu
verringern.
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- 1
- Hydraulikventil
- 2
- Elektromagnet
- 3
- Magnetgehäuse
- 4
- Spulenwicklung
- 5
- Magnetanker
- 6
- Polschuh
- 7
- Ventilteil
- 8
- Ventilgehäuse
- 9
- Hohlzylinder
- 10
- Stößelstange
- 11
- Steuerkolben
- 12
- Ringnut
- 13
- Ringnut
- 14
- Ringnut
- 15
- Radialöffnung
- 16
- Radialöffnung
- 17
- Radialöffnung
- 18
- Stirnseite
- 19
- Stirnseite
- 20
- Druckfeder
- 21
- Steuerabschnitt
- 22
- Steuerabschnitt
- 23
- Hohlraum
- 24
- radiale
Fenster
- 25
- Hülse
- 26
- Boden
- 27
- Umfangswand
- 28
- Steckring
- 29
- Steckring
- 30
- Außenumfangsfläche
- 31
- Außenumfangsfläche
- 32
- Innenumfangsfläche
- 33
- Innenumfangsfläche
- 34
- Brückensteg
- 35
- Fasenabschnitt
- 36
- Fasenabschnitt
- 37
- Zylinderabschnitt
- 38
- Zylinderabschnitt
- 39
- Übergang
- 40
- Übergang
- 41
- Endabschnitt
- 42
- Endabschnitt
- 43
- Seitenfläche
- 44
- Seitenfläche
- 45
- Seitenfläche
- 46
- Seitenfläche