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DE10236122A1 - Vorrichtung und Verfahren zur Bestimmung der Viskositäten und Flüssigkeiten mittels der Kapillarkraft - Google Patents

Vorrichtung und Verfahren zur Bestimmung der Viskositäten und Flüssigkeiten mittels der Kapillarkraft Download PDF

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DE10236122A1
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur automatisierten und gleichzeitigen Bestimmung der Viskosität mehrerer Flüssigkeiten.

Description

  • Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur automatisierten und gleichzeitigen Bestimmung der Viskosität mehrerer Flüssigkeiten.
  • Bei der Entwicklung von Lacken, z.B. durch Variation von Katalysatoren, Binder, Härter oder Lösungsmittel, wird die Viskosität der Ausgangsformulierung sowie das Aushärteverhalten des Ansatzes beeinflusst. Zur Verarbeitung, z.B. in einer Spritzpistole, ist es jedoch nötig, dass sich die Viskosität in einem bestimmten Bereich bewegt.
  • Bei der Verarbeitung aushärtender Systeme, z.B. im Bereich der Zweikomponenten (2K)-Lacke entsteht hierdurch eine zeitliche Beschränkung, die sogenannte "Topfzeit", nach deren Ablauf der Lack nicht mehr verarbeitungsfähig ist, da seine Viskosität zu stark angestiegen ist. Die Topfzeit gibt dabei die Zeitspanne zwischen dem Vermischen des Binders und Härters und dem Zeitpunkt, an dem das Material nicht mehr verarbeitbar ist, wieder. Bei der Entwicklung neuer Lacksysteme ist es daher notwendig, dass diese eine kontrollierte Topfzeit aufweisen.
  • Bei der Entwicklung von Lacken mit Methoden der kombinatorischen Chemie fallen binnen kurzer Zeit große Mengen an verschiedenen zu prüfenden Substanzen an, wobei die zur Verfügung stehende Substanzmenge in der Regel auf wenige Gramm beschränkt ist.
  • In der technischen Lackentwicklung wird zur Bestimmung der Topfzeit meist das Verfahren nach DIN EN ISO 9514 benutzt. Ein spezielles Gefäß mit einem festgelegten Volumen (Norm-Auslaufbecher) wird mit der Substanz gefüllt, die dann durch ein Loch im Boden des Gefäßes herausläuft. Gemessen wird die Auslaufzeit. Die Topfzeit ist bestimmt durch den Anstieg der Auslaufzeit um einen bestimmten Faktor, in der Regel auf das Doppelte des Anfangswerts. Die Kalibrierung von Auslaufbechern erfolgt mit newtonischen Flüssigkeiten bekannter Viskosität.
  • Die kommerziell erhältlichen Viskosimeter arbeiten nach unterschiedlichen Funktionsprinzipien, wie beispielsweise in Brock/Groteklaes/Mischke, Lehrbuch der Lacktechnologie, Vincentz Verlag Hannover 1998 beschrieben.
  • Bei Kapillarviskosimetern, z.B. Ubbelohde-Viskosimeter, handelt es sich um Geräte zur Bestimmung der kinematischen Viskosität von Flüssigkeiten.
  • Die Flüssigkeit wird unter einem definierten Druck durch eine Kapillare einer bestimmten Länge und eines bestimmten Radius gedrückt. Gemessen wird entweder die Zeit, die zum Durchlauf eines bestimmten Volumens nötig ist oder umgekehrt das Volumen, das während einer bestimmten Zeit durchläuft. Die Flüssigkeit kann dabei durch die Kapillare gedrückt oder gesaugt werden. Für niederviskose Flüssigkeiten kann der Betriebsdruck einfach durch die Schwerkraft erzeugt werden, indem ein Vorratsgefäß erhöht gelagert wird.
  • Die Auswertung erfolgt gemäß dem Hagen-Poisseuilleschen Gesetz:
    Figure 00020001
    Das Kugelfallviskosimeter (Höppler-Viskosimeter) besteht aus einem Meßrohr aus Glas, das die zu prüfende Flüssigkeit und 6 Kugeln aufnimmt. Bestimmt wird die Fallzeit der Kugeln zwischen zwei Meßmarken, aus der über die Dichtedifferenz zwischen Kugel und Flüssigkeit und einer Gerätekonstanten die dynamische Viskosität der Flüssigkeit berechnet werden kann.
  • Eine andere Möglichkeit des Fließverhalten von Stoffen zu bestimmen, bietet das Rheometer. Dabei wird eine Schicht der Flüssigkeit zwischen zwei Körper definierter Geometrie gebracht und geschert. Aus dem Antwortverhalten der Flüssigkeit auf Scherung kann unter anderem die Viskosität bestimmt werden. Gebräuchliche Geometrien sind z.B. Platte/Platte, Platte/Spitze, Platte/Kugelschale oder konzentrische Zylinder. Eine fortschrittliche Methode der Bestimmung rheologischer Kenngrößen ist z.B. in Ultrasonics 36 (1998), Seite 483-490, beschrieben.
  • Nachteilig bei allen beschriebenen Verfahren ist, dass die Geräte nur seriell arbeiten, Messungen teilweise recht lange dauern, z.B. Rheometer, und die Messgeräte nach jeder Messung gereinigt werden müssen.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand in der Bereitstellung eines rein qualitativ arbeitenden Verfahrens zur Bestimmung von Viskositäten, mit welchem eine große Anzahl von Proben innerhalb kurzer Zeit bewertet werden können. Die zur Ausführung dieses Verfahrens entwickelte Apparatur sollte es dabei ermöglichen, eine größere Anzahl von Proben parallel zu bewerten und eine aufwendige Reinigung der Apparatur-Bestandteile, insbesondere der Mess-Kapillaren, zu vermeiden. Die Datenerfassung sollte dabei möglichst automatisch erfolgen.
  • Gelöst wurde diese Aufgabe durch Ausnutzung der Kapillarwirkung, in dem eine waagerecht angeordnete Kapillare mit einem Flüssigkeitsreservoir in Kontakt gebracht wird und anschließend Weg und Geschwindigkeit der Flüssigkeitssäule bestimmt wird, wobei die durch die Kapillarwirkung in der waagerechten Kapillare fortschreitet.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Bestimmung von Viskositäten von Flüssigkeiten mittels Kapillare, dadurch gekennzeichnet, dass eine waagerecht angeordnete und zu beiden Seiten hin offene Kapillare mit einem Reservoir, enthaltend die zu messende Flüssigkeit, mit einem Ende in Kontakt gebracht wird und anschließend die Geschwindigkeit und der Weg der Flüssigkeitssäule registriert wird.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur gleichzeitigen vergleichenden Bestimmung der Viskositäten mehrerer Flüssigkeiten im Rahmen eines Screenings.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren nutzt die Kapillarwirkung aus. Eine beidseitig offene, transparente Kapillare wird waagerecht angeordnet und an einem Ende mit einem kleinen Reservoir der zu bestimmenden Flüssigkeit in Verbindung gebracht. Durch die Kapillarwirkung wird die Flüssigkeit in die Kapillare gezogen und zwar um so schneller, je niedriger die Viskosität der betrachteten Flüssigkeit ist. Der Stand der Flüssigkeitssäule und der zurückgelegte Weg in der Kapillare wird elektronisch registriert. Bei den für das erfindungsgemäße Verfahren geeigneten Flüssigkeiten handelt es sich um benetzende Flüssigkeiten.
  • Die Funktion der beschriebenen Anordnung kann mit Hilfe der an der Flüssigkeitssäule angreifenden Kräfte erklärt werden. 1 gibt eine Übersicht über die Anordnung wieder, in welcher die Kapillare (1), das Reservoir (2) und eine elektronische Auswertungseinheit (3) dargestellt wird. In 2 wird der Bereich der Flüssigkeitsoberfläche vergrößert dargestellt. Der Meniskus ist charakterisiert durch den Randwinkel ϕ, die Kapillare selbst hat einen Radius r. Der Randwinkel ϕ ist für die Materialpaarung Flüssigkeit/Kapillarmaterial charakteristisch. Die Oberfläche der Flüssigkeitssäule schreitet mit einer Geschwindigkeit v voran und hat eine Länge l. Diese beiden Größen sind zeitabhängig und werden im weiteren mit v(t) und l(t) bezeichnet.
  • Auf die Flüssigkeitssäule wirken verschiedene Kräfte ein, zum einen die Kapillarkraft (Fk) definiert durch die Beziehung (2): FK = 2σr π·cos ϕ = C·r (2)
  • Dabei ist r der Radius der Kapillare, π die Kreiszahl, σ die sog. Spezifische Oberflächenenergie und ϕ der in 2 eingeführte Randwinkel. Da ϕ und σ Konstanten sind für die Materialpaarung Kapillarmaterial/Flüssigkeit können diese zusammen mit den anderen Konstanten in der Gerätekonstanten C zusammengefasst werden.
  • Der Kapillarkraft entgegen wirkt die Reibungskraft der Flüssigkeitssäule an der Glaskapillare. Diese ist im Falle laminarer Strömung durch die Beziehung (3) definiert: FR(t) = 8 πηl(t)v(t) (3).
  • Dabei ist 1 die momentane Länge der Flüssigkeitssäule, v deren Geschwindigkeit, η die Viskosität der Flüssigkeit. Gemäß dem Satz "Kraft = Gegenkraft" kann man die beiden Kräfte gleichsetzen und nach η auflösen. Es ergibt sich die Beziehung (4):
    Figure 00050001
  • In dieser Gleichung stehen – bis auf die Größen l(t) und v(t) ausschließlich Konstanten, es muss also auch das Produkt l(t)v(t) zeitlich konstant sein, sobald sich in der Kapillare eine laminare Strömung eingestellt hat. Dies ist bei einer realen Messung nach einigen Sekunden der Fall und gerade daran erkennbar, dass sich das Produkt l(t)v(t) nicht mehr ändert, während die Flüssigkeit in der Kapillare weiterströmt. Dies kann während der Messung der Viskosität benutzt werden, um durch mehrfache Bestimmung der Kennzahl größere statistische Sicherheit zu erlangen. Die in der Anfangsphase der Messung gewonnenen abweichenden Messwerte sind auch automatisiert leicht zu identifizieren und automatisiert zu eliminieren.
  • In der Praxis vollzieht sich die Bestimmung der Viskosität nach obiger Formel folgendermaßen: Die Momentangeschwindigkeit v(t) wird angenähert durch die mittlere Geschwindigkeit Δl/Δt in einem Zeitintervall Δt. In einer Messung wird entweder im Abstand von kleinen Zeitintervallen (klein gegenüber der Gesamtzeit, die die Flüssigkeit zum durchwandern der Kapillare benötigt) die Länge der Flüssigkeitssäule l(t) gemessen, oder die Zeitintervalle bestimmt, die die Flüssigkeitssäule jeweils zum Fortschreiten eines festgelegten Streckenabschnitts braucht. Damit erhält man l(t) und die angenäherte Größe v(t). Mit Formel (4) ergibt sich dann die Beziehung:
    Figure 00060001
    wobei im rechten Teil der rechten Seite der Gl. (5) alle Konstanten im ersten Bruch zusammengefasst sind, und alle zeitlich variablen Größen, d.h. diejenigen die gemessen werden, im zweiten Bruch. Der erste Bruch ist somit lediglich ein konstanter Proportionalitätsfaktor.
  • Eine Beziehung zu Viskositäten, die mittels der Methode des Auslaufbechers gewonnen worden sind, kann durch eine einmal zu bestimmende Eichkurve hergestellt werden.
  • Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung mindestens eine waagerecht angeordnete transparente Kapillare (1), die zu beiden Enden hin offen ist und ein Reservoir (2) der zu messenden Flüssigkeit enthält, wobei (1) und (2) eine Kapillar-Reservoir-Einheit bilden, sowie eine elektronische Auswertungseinheit (3) zur Bestimmung der Geschwindigkeit und des Weges der Flüssigkeitssäule in der Kapillare.
  • Eine bevorzugte Vorrichtung enthält 2 bis 10, bevorzugt 2 bis 5 Kapillar-Reservoir-Einheiten.
  • Die erfindungsgemäß einzusetzenden Kapillaren sind aus einem transparenten Material, wie beispielsweise Glas oder Kunststoff, bevorzugt ist der Einsatz von Glas- Kapillaren. Die Form der Kapillare ist im Regelfall gerade gestreckt, der jeweilige Innendurchmesser über die jeweilige Länge konstant. Der Durchmesser beträgt 0,1 bis 1 mm, bevorzugt 0,3 bis 0,5 mm. Es ist bevorzugt für das erfindungsgemäße Verfahren sogenannte Einmal-Kapillaren zu verwenden.
  • Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Vorrichtung auf einem Träger angeordnet. Der Träger selber kann aus verschiedenen Materialien, wie z.B. Kunststoff, Glas, Holz oder Metall, bevorzugt aus Kunststoff, angefertigt sein. Besonders bevorzugt ist der Träger aus einem lösemittelbeständigen Kunststoffmaterial, wie z.B. Teflon, ebenfalls bevorzugt ist schwarz eloxiertes Aluminium. Zur besseren Positionierung des Kapillaren kann der Träger gegebenenfalls mit Rillen oder Spalten oder für die Positionierung des Reservoirs gegebenenfalls mit einer Vertiefung ausgestattet werden.
  • Das Reservoir ist erfindungsgemäß entweder ein Tropfen der zu bestimmenden Flüssigkeit, welche in eine Vertiefung auf den Träger gegeben wird oder das Reservoir ist ein Behälter, der die zu bestimmende Flüssigkeit enthält. Diese Behälter können beispielsweise kleine Töpfchen oder Näpfchen sein. Das Reservoir hat ein Volumen von 0,1 bis 1 ml, bevorzugt von 100 bis 300 μl. Bevorzugt wird ein Behälter eingesetzt. Insgesamt muss der Flüssigkeitspegel im Reservoir so niedrig sein, dass sich am unteren Ende des Reservoirs kein hydrostatischer Druck aufbauen darf.
  • Wird in der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein Behälter als Reservoir eingesetzt, kann dieser in den Träger eingearbeitet oder auf den Träger aufgesetzt werden oder mit dem Träger ein Stück bilden. Die Kapillare kann auf verschiedene Arten mit dem Träger verbunden sein, beispielsweise durch eine Verklebung oder Halterung, bevorzugt werden die Kapillaren in Rillen des Trägers eingelegt.
  • Die zu bestimmende Flüssigkeit kann beispielsweise mit einer per Hand geführten Pipette oder mit einem Pipettierautomaten der erfindungsgemäßen Vorrichtung zuge führt werden. Es sind auch andere Zufuhr-Vorrichtungen einsetzbar, wobei die Flüssigkeit durch Fließen oder Schütten in das Reservoir gelangt. Bevorzugt ist die Zufuhr mittels Pipettierautomat.
  • Die Registrierung von Geschwindigkeit und Weg erfolgt erfindungsgemäß mittels einer elektronischen Auswertungseinheit. Dabei wird an mindestens zwei verschiedenen Stellen der Kapillare gemessen.
  • Eine Möglichkeit zur Registrierung besteht in der Beobachtung der Kapillare mit einer Kamera und Auswertung des Kamerabildes mit Bildauswerteverfahren in Echtzeit oder auch nach Durchführung des Experiments unter Zwischenspeicherung der Rohdaten. Eine andere Möglichkeit der Registrierung besteht in der Durchstrahlung der Kapillare mit Licht und Registrierung des Schattens der Flüssigkeitssäule mittels eines hinter der Kapillare angebrachten linearen Photodetektor-Anordnung. Ebenfalls ist es möglich, die Flüssigkeiten mittels eines Fluoreszenzfarbstoffes zu dotieren und den Stand der Flüssigkeitssäule mit einem Fluoreszenzdetektionsverfahren auszulesen. Hier bieten sich prinzipiell wiederum Kameras an, aber auch z.B. Fluoreszenzdetektoren zur Detektion von Fluoreszenz in Mikrotiterplatten (MTP), sofern die Fluoreszenzdetektoren in der Geometrie frei konfigurierbar sind. Die Beleuchtung der Vorrichtung kann von der Seite, von oben oder von hinten, gegebenenfalls durch einen Spalt erfolgen.
  • Die bevorzugte Registrierung erfolgt über eine Kamera mit computergesteuerter Bildauswertungseinheit.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es die Viskositäten mehrerer Substanzen gleichzeitig vergleichend zu bestimmen, wodurch ein direkter Vergleich der Entwicklung der Viskosität während der Aushärtung der Lacke möglich wird.
  • Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass keine empfindlichen Teile der Apparatur gereinigt werden müssen. Dadurch kann man auch mit Substanzen arbeiten, die sehr schnell aushärten, und die während der Messung in der Kapillare fest werden.
  • Durch die Verwendung von sogenannten "Wegwerf"-Elementen ist außerdem das Risiko einer Querkontamination unter Substanzen verringert oder ganz ausgeschlossen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann überall dort angewendet werden, wo vergleichende Viskositätsmessungen an unterschiedlichen Substanzen durchgeführt werden sollen. Dies können sowohl direkte Viskositätsvergleiche unterschiedlicher Substanzen zur selben Zeit sein, wie auch Aufzeichnungen der Viskositätsentwicklung ein- und derselben Substanz zu verschiedenen Zeitpunkten.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren oder die Vorrichtung kann zur Materialforschung, z.B. für Lacke, Zuschlagstoffe für Lacke oder andere flüssige Formulierungen, in der pharmazeutischen Forschung, zur Produktion flüssiger Produkte, z.B. on-line-Analytik oder zur Kontrolle flüssiger Zuschlagstoffe für die Produktion eingesetzt und angewendet werden.
  • Beispiele
  • Die Messung wurde an einem konventionellen 2K-Lack durchgeführt, und zwar 4 h nach der Formulierung. Man erhält einen Mittelwert der Größe Δt/(l(t)Δ(t)) von (0,024 + /– 0,003) s/mm ^2. Diese Größe ist – bis auf den konstanten Faktor – exakt proportional zur tatsächlichen Viskosität der Substanz.
  • Tabelle 1
  • Wertetabelle einer exemplarischen Realisierung der erfindungsgemäßen Viskositätsbestimmung
    Figure 00100001
    Führt man mehrere dieser Messungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten (Standzeit) nach der Formulierung durch, kann man eine Kurve des Viskositätsanstiegs des Lacks nach der Formulierung zeichnen (3).
  • Um eine "Eichung" der so erlangten Viskositätswerte zu erreichen, z.B. auf die mit der Auslaufbecher-Methode gewonnenen Werte, genügt es, die jeweiligen Werte in einer Tabelle gegenüberzustellen, bzw. aus derartigen Wertepaaren eine Eichkurve zu zeichnen.

Claims (10)

  1. Verfahren zur Bestimmung von Viskositäten von Flüssigkeiten mittels Kapillare, dadurch gekennzeichnet, dass eine waagerecht angeordnete und zu beiden Seiten hin offene Kapillare mit einem Reservoir, enthaltend die zu messende Flüssigkeit, mit einem Ende in Kontakt gebracht wird und anschließend die Geschwindigkeit und der Weg der Flüssigkeitssäule registriert wird.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskositäten mehrerer Flüssigkeiten parallel bestimmt werden.
  3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung mindestens eine waagerecht angeordnete transparente Kapillare (1), die zu beiden Enden hin offen ist und ein Reservoir (2) der zu messenden Flüssigkeit enthält, wobei (1) und (2) eine Kapillar-Reservoir-Einheit bilden, sowie eine elektronische Auswertungseinheit (3) zur Bestimmung der Geschwindigkeit und des Weges der Flüssigkeitssäule in der Kapillare.
  4. Vorrichtung gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass diese 2 bis 10 Kapillar-Reservoir-Einheiten enthält.
  5. Vorrichtung gemäß Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Kapillare 0,1 bis 1 mm beträgt.
  6. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kapillare (1) eine Einmal-Kapillare ist.
  7. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung auf einem Träger angeordnet ist.
  8. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoir (2) ein Behälter ist und ein Volumen von 0,1 bis 1 ml hat.
  9. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Auswertungseinheit (3) eine Kamera mit computergesteuerter Bildauswertungseinheit ist.
  10. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Auswertungseinheit (3) eine Fluoreszenz-Detektionsmethode ist.
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