Um die industrielle Anwendbarkeit
der Enzymklasse der Cytochrom P450-Monooxygenasen weiter zu verbessern,
wäre es
daher wünschenswert
neue Anwendungsgebiete für
diese zu finden.
Kurze Beschreibung
der Erfindung
Aufgabe der vorliegenden Erfindung
war daher die Bereitstellung neuer Anwendungsgebiete für Cytochrom
P450-Monooxygenasen.
Obige Aufgabe wurde gelöst durch
Bereitstellung eines Verfahrens zur Oxidation von Carotinoiden, das
dadurch gekennzeichnet ist, dass man ein Carotinoid in Gegenwart
eines Enzyms mit Cytochrom P450 Monooxygenase Aktivität, das außerdem zur
Carotinoid-Oxidation befähigt
ist, umsetzt und das Oxidationsprodukt isoliert Ein Enzym mit Cytochrom
P450 Monooxygenase Aktivität,
das außerdem
zur Carotinoid-Oxidation
befähigt
ist, bewirkt erfindungsgemäß, dass
am Kohlenstoff in Position 3 eines βlononringes oder dass am
Kohlenstoff in Position 3 eines 4-Keto-β-iononringes eine
Hydroxylgruppe eingeführt
wird.
Beispiele für geeignete Carotinoide sind ß,ß-Carotin
(im folgenden bezeichnet ß-Carotin), β,ε-Carotin oder
Canthaxanthin.
Eine Carotin-Oxidation im Sinne der
Erfindung umfasst die einfache oder mehrfache Hydroxylierung von
des Carotins.
Erfindungsgemäß anfallende Oxidationsprodukte
umfassen vorzugsweise Zeaxanthin, Cryptoxanthin, Adonirubin, Astaxanthin,
Lutein oder Gemische davon.
Detaillierte
Beschreibung
Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme
auf beiliegenden Figuren näher
erläutert.
Dabei zeigt
1 einen
Sequenzvergleich von P450 aus Thermus thermophilus mit der Häm-Domäne von P450 BM3
aus Bacillus megaterium. Doppelt unterstrichen ist dabei die Häm-Bindungsstelle gezeigt
(Cys400 in P450 BM3 ist der Cysteinrest, der mit dem Eisenatom der
prosthetischen Gruppe koordiniert). Einfach unterstrichen ist die
Region die in Kontakt steht mit dem ω-Ende der Fettsäurekette.
Die Grad der Übereinstimmung ist
durch verschiedenen Symbole gekennzeichnet("*" =
identische Reste; ":" und "." = ähnliche
Reste).
2 zeigt
das Ergebnis eines Vergleichstests zur Bestimmung der Thermostabilität von P450
BM3 und P450 aus Thermus sp. Die Thermostabilität wurde spektrometrisch im
Wellenlängenbereich
zwischen 400 und 500 nm über
den Häm-Gruppen-Gehalt
bestimmt.
3 zeigt
ein Reaktionsschema für
die erfindungsgemäße Biotransformation
von β-Carotin
zu Cryptoxanthin und Zeaxanthin.
4 zeigt
das HPLC-Elutionsprofil von Standardproben, enthaltend ß-Carotin,
Zeaxanthin bzw. Cryptoxanthin.
5 veranschaulicht
die Ergebnisse von Biotransformationsexperimenten mit rekombinanten
E. coli-Stämmen,
welche neben den Carotinogenen Gene crtE, crtB, crtI und crtY (5A) mit einem erfindungsgemäßen Konstrukt
pKK_CYP transformiert sind ( 5B);
in Gegenwart von pKK_CYP beobachtet man eine signifikante Produktion
von Zeaxanthin und Cryptoxanthin.
a) Verfahren zur Carotinoid-Oxidation
Ein erster Gegenstand der Erfindung
betrifft insbesondere ein Verfahren zur Oxidation von Carotinoiden
, wie z.B. von ß-Carotin, wobei man
- a1)
einen rekombinanten Mikroorganismus, welcher ein Enzym mit Cytochrom
P450 Monooxygenase Aktivität
produziert, in einem Kulturmedium in Gegenwart von exogenem oder
intermediär
gebildetem Carotinoid kultiviert; oder
- a2) ein Carotinoid-haltiges Reaktionsmedium mit einem Enzym
mit Cytochrom P450 Monooxygenase Aktivität inkubiert; und
- b) das gebildete Oxidationsprodukt oder ein Folgeprodukt davon
aus dem Medium isoliert.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird unter Bedingungen
durchgeführt,
welche die Oxidation von Carotinoiden, wie β-Carotin, vorzugsweise
fördern,
zumindest aber nicht behindern oder gar inhibieren. Bevorzugt erfolgt
die Oxidation durch Kultivierung des rekombinanten Mikroorganismus
in Gegenwart von Sauerstoff bei einer Kultivierungstemperatur von
mindestens etwa 20°C,
wie z.B. 20 bis 40°C,
und einem pH-Wert von etwa 6 bis 9.
Bevorzugt verwendet man solche Mikroorganismen,
die durch heterologe Komplementierung zur Carotinoidproduktion,
wie z.B. zur β-Carotinproduktion, befähigt sind und außerdem ein
Enzym mit Cytochrom P450 Monooxygenase Aktivität exprimieren. Heterolog komplementierte
E. coli-Stämme
und weitere Mikroorganismen in welche in analoger Weise eine erfindungsgemäße P450-Monooxygenase-Aktivität (mit Carotinoid-oxidierender
Aktivität)
eingebaut werden kann, werden z.B. in der oben genannten DE-A-199
16 140 beschrieben, worauf hiermit ausdrücklich bezug genommen wird.
Nach einer anderen bevorzugten Variante
wird Carotinoid, wie z.B. ß-Carotin, als exogenes Substrat einem
Medium zugesetzt und die Oxidation durch enzymatische Umsetzung
des substrathaltiges Mediums in Gegenwart von Sauerstoff bei einer
Temperatur von mindestens etwa 20°C
und einem pH-Wert von etwa 6 bis 9 durchgeführt, wobei das substrathaltige
Medium außerdem
bezogen auf das Substrat einen etwa 10- bis 100-fachen molaren Überschuss
an Reduktionsäquivalenten
enthalten kann.
Obige Verfahren können bevorzugt in Bioreaktoren
durchgeführt
werden. Gegenstand der Erfindung sind daher solche Bioreaktoren,
umfassend wenigstens eine erfindungsgemäße Monooxygenase oder wenigstens
einen erfindungsgemäßen rekombinanten
Mikroorganismus, gegebenenfalls jeweils in immobilisierter Form.
Wird die Umsetzung mit einem rekombinanten
Mikroorganismus durchgeführt,
so erfolgt vorzugsweise zunächst
die Kultivierung der Mikroorganismen in Gegenwart von Sauerstoff
und in einem Komplexmedium, wie z.B. TB- oder LB- Medium bei einer
Kultivierungstemperatur von etwa 20 °C oder mehr, und einem pH-Wert von
etwa 6 bis 9, bis eine ausreichende Zelldichte erreicht ist. Um
die Oxidationsreaktion besser steuern zu können, bevorzugt man die Verwendung
eines induzierbaren Promotors. Die Kultivierung wird nach Induktion der
Monooxygenaseproduktion in Gegenwart von Sauerstoff, z.B. 12 Stunden
bis 3 Tage, fortgesetzt.
Wird die erfindungsgemäße Umsetzung
dagegen mit gereinigtem oder angereichertem Enzym durchgeführt so löst oder
solubilisiert man das erfindungsgemäße Enzym in einem exogenes
Substrat enthaltenden Medium (etwa 0,01 bis 10 mM, oder 0,05 bis
5 mM), und führt
die Umsetzung, vorzugsweise in Gegenwart von Sauerstoff, bei einer
Temperatur von etwa 10 °C
oder mehr, und einem pH-Wert von etwa 6 bis 9 (wie z.B. eingestellt
mit 100 bis 200 mM Phosphat- oder Tris-Puffer), sowie in Gegenwart
eines Reduktionsmittels durch, wobei das Substrat-haltige Medium
außerdem
bezogen auf das zu oxidierende Substrat einen etwa 10- bis 100-fachen
molaren Überschuß an Reduktionsäquivalenten
(Elektronendonor) enthält.
Bevorzugtes Reduktionsmittel ist NADPH.
Beim erfindungsgemäßen Substratoxidationsprozess
wird im Reaktionsmedium enthaltener oder zugesetzter Sauerstoff
reduktiv enzymatisch gespalten. Die erforderlichen Reduktionsäquivalente
werden von dem zugesetzten Reduktionsmittel (Elektronendonor) zur
Verfügung
gestellt.
Das gebildete Oxidationsprodukt kann
dann in herkömmlicher
Weise, wie z.B. durch Extraktion und/oder Chromatographie, vom Medium
abgetrennt und gereinigt werden. Geeignete Methoden sind dem Fachmann
bekannt und bedürfen
daher keiner besonderen Erläuterung.
Besonders bevorzugt sind Verfahren
bei denen die eingesetzte Cytochrom P450 Monooxygenase eine Aminosäuresequenz
aufweist, welche eine Teilsequenz von Aminosäurerest Pro328 bis Glu345 gemäß SEQ ID
NO:2 umfasst; und gegebenenfalls außerdem eine Teilsequenz von
Aminosäurerest
Val216 bis Ala227 gemäß SEQ ID
NO:2 umfasst.
Besonders bevorzugt sind Verfahren
unter Verwendung einer Monooxygenase, die eine Aminosäuresequenz
aufweist, welche wenigstens eine weitere Teilsequenz umfasst, die
ausgewählt
ist unter Teilsequenzen von wenigstens 10 aufeinanderfolgenden Aminosäuren aus
den durch die Aminosäurereste
Met1 bis Phe327 und Gly346 bis Ala389 gemäß SEQ ID NO:2 vorgegebenen
Sequenzbereichen; und insbesondere Verfahren unter Verwendung einer
Monooxygenase, die eine Aminosäuresequenz
aufweist, welche im wesentlichen SEQ ID NO: 2 entspricht.
Wird das erfindungsgemäße Verfahren
mit Hilfe von Mikroorganismen durchgeführt, so kultiviert man einen
rekombinanten Mikroorganismus, der ein Expressionskonstrukt trägt, welches
unter der Kontrolle regulativer Nukleotidsequenzen die kodierende
Sequenz für
eine Cytochrom P450 Monooxygenase gemäß obiger Definition umfasst.
Ein anderer Gegenstand der Erfindung
betrifft die Verwendung einer Cytochrom P450 Monooxygenase gemäß obiger
Definition oder einer dafür
kodierenden Nukleotidsequenz zur mikrobiologischen Oxidation von
Carotinoiden, wie z.B. β-Carotin.
b) Rekombinante Mikroorganismen
zur Durchführung
des Verfahrens
Gegenstand der Erfindung sind außerdem rekombinante
Mikroorganismen, welcher durch heterologe Komplementierung zur Carotinoidproduktion,
wie z.B. zur ß-Carotinproduktion, befähigt sind und außerdem ein
Enzym mit Cytochrom P450 Monooxygenase Aktivität exprimieren. Solche Mikroorganismen
sind vorzugsweise mit carotinogenen Genen, wie z.B. crtE, crtB,
crtΙ und crtY, heterolog komplementiert. Sie sind insbesondere
abgeleitet von Bakterien der Gattung Escherichia sp, wie E. coli,
insbesondere E. coli JM 109.
Erfindungsgemäße Mikroorganismus sind insbesondere
transformiert mit einem Expressionsvektor, der unter der genetischen
Kontrolle regulativer Nukleotidsequenzen die kodierende Sequenz
für eine
Cytochrom P450 Monooxygenase gemäß obiger
Definition umfasst.
Ein bevorzugter Expressionsvektor,
umfassend die kodierende Sequenz für eine Cytochrom P450 Monooxygenase
gemäß obiger
Definition enthält
stromaufwärts
davon den starken tac-Promotor
und stromabwärts
den starken rrnB ribosomalen Terminator in operativer Verknüpfung.
Weitere brauchbare Mikroorganismen
und deren Herstellung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind z.B. aus der DE-A-199 16 140 bekannt, worauf hiermit Bezug
genommen wird.
Die Erfindung betrifft auch die Verwendung
der erfindungsgemäßen P450-
Enzyme mit Carotinoid- insbesondere β-Carotin-oxidierender
Aktivität
zur Herstellung von genetisch veränderten Organismen, insbesondere
zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Ferner betrifft die Erfindung entsprechend
genetisch veränderte
Organismen, wobei die genetische Veränderung die Genexpression der
erfindungsgemäßen Carotinoid-
insbesondere β-Carotin-oxidierenden Aktivität gegenüber einem
Wildtyp für
den Fall, dass der Ausgangsorganismus das erfindungsgemäß verwendete
Gen enthält,
erhöht
oder für
den Fall, dass der Ausgangsorganismus das erfindungsgemäß verwendete Gen
nicht enthält,
verursacht.
Unter einem genetisch veränderten
Organismus wird ein Organismus verstanden, in dem die erfingsgemäßen P450
Gen oder Nukleinsäurekonstrukte,
vorzugsweise nach einer der hierin beschriebenen Methoden, insertiert
wurden.
Der genetisch veränderte Organismus enthält mindestens
ein erfindungsgemäßes Carotinoid-,
insbesondere β-Carotin-oxidierendes-Gen oder mindestens
ein erfindungsgemäßes Nukleinsäurekonstrukt.
Je nach Ausgangsorganismus kann die Nukleinsäure chromosomal oder extrachromosomal
vorliegen.
Vorzugsweise weisen die genetisch
veränderten
Organismen verglichen mit dem Wildtyp einen veränderten Carotinoid-Stoffwechsel
auf.
Als genetisch veränderte Organismen eignen sich
prinzipiell alle Organismen, die in der Lage sind, Carotinoide oder
Xanthophylle zu synthetisieren.
Bevorzugt sind Ausgangsorganismen,
die natürlicherweise
Xanthophylle synthetisieren können.
Aber auch Ausgangsorganismen, die aufgrund des Einbringens von Genen
der Carotinoidbiosynthese in der Lage sind, Xanthophylle zu synthetisieren,
sind geeignet.
Unter Ausgangsorganismen werden prokaryontische
oder eukaryontische Organismen wie beispielsweise Mikroorganismen
oder Pflanzen verstanden. Bevorzugte Mikroorganismen sind Bakterien,
Hefen, Algen oder Pilze.
Als Bakterien können sowohl Bakterien verwendet
werden, die aufgrund des Einbringens von Genen der Carotinoidbiosynthese
eines Carotinoid-produzierenden Organismus in der Lage sind. Xanthophylle
zu synthetisieren, wie beispielsweise Bakterien der Gattung Escherichia,
die beispielsweise crt-Gene aus Erwinia enthalten, als auch Bakterien,
die von sich aus in der Lage sind, Xanthophylle zu synthetisieren
wie beispielsweise Bakterien der Gattung Erwinia, Agrobacterium,
Flavobacterium, Alcaligenes oder Cyanobakterien der Gattung Synechocystis.
Bevorzugte Bakterien sind Escherichia coli, Erwinia herbicola, Erwinia
uredovora, Agrobacterium aurantiacum, Alcaligenes sp. PC-1, Flavobacterium
sp. strain R1534, das Cyanobacterium synechocystis sp. PCC6803,
Paracoccus marcusu, oder Paracoccus carotinifaciens.
Bevorzugte Hefen sind Candida, Saccharomyces,
Hansenula oder Pichia.
Bevorzugte Pilze sind Aspergillus,
Trichoderma, Ashbya, Neurospora, Blakeslea, Phycomyces, Fusarium
oder weitere in Indian Chem. Engr. Section B. Vol. 37, No. 1, 2
(1995) auf Seite 15, Tabelle 6 beschriebene Pilze.
Bevorzugte Algen sind Grünalgen,
wie beispielsweise Algen der Gattung Haematococcus, Phaedactylum
tricornatum, Volvox oder Dunaliella. Besonders bevorzugte Algen
sind Haematococcus puvialis oder Dunaliella bardawil.
In einer bevorzugten Ausführungsform
werden Pflanzen als Ausgangsorganismen und dementsprechend auch
als genetisch veränderte
Organismen verwendet. Bevorzugte Pflanzen sind beispielsweise Tagetes,
Sonnenblume, Arabidopsis, Tabak, Roter Pfeffer, Soja, Tomate, Aubergine,
Paprika, Möhre,
Karotte, Kartoffel, Mais, Salate und Kohlarten, Hafer, Roggen, Weizen,
Triticale, Hirse, Reis, Luzerne, Flachs, Brassicacaen, wie beispielsweise
Raps oder Canola, Zuckerrübe,
Zuckerrohr, oder Holzgewächse
wie beispielsweise Espe oder Eibe.
Besonders bevorzugt sind Arabidopsis
thaliana, Tagetes erecta, Raps, Canola, Kartoffeln sowie Ölsaaten
und typische Carotinoidproduzenten, wie Soja, Sonnenblume, Paprika,
Karotte, Pfeffer oder Mais.
c) Enzyme, Polynukleotide
und Konstrukte
Erfindungsgemäß brauchbare Cytochrom P450
Monooxygenasen sind insbesondere aus thermophilen Bakterien, vorzugsweise
der Gattung Thermus sp., wie z.B. der Spezies Thermus thermophilus,
Stamm HB27 (hinterlegt bei der DSM unter der Nummer DSM7039) isolierbar. „Thermophile" Bakterien erfüllen erfindungsgemäß die Temperaturtoleranzkriterien
nach H.G. Schlegel, Allgemeine Mikrobiologie, Thieme Verlag Stuttgart,
5. Auflage , Seite 173, für
thermophile und extrem thermophile Organismen (d.h. Wachstumsoptimum
bei über
40 °C).
Die erfindungsgemäß bevorzugt verwendeten Monooxygenasen
sind vorzugsweise durch eine erhöhte
Temperaturstabilität
gekennzeichnet. Diese drückt
sich in einem in Vergleich zum P450 BM-3 aus Bacillus megaterium
geringeren Aktivitätsverlust
bei erhöhter
Temperatur (z.B. in einem Bereich von 30 bis 60 °C, pH 7,5, 25 mM Tris/HCl) aus.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
wird erfindungsgemäß eine Cytochrom
P450 Monooxygenase aus dem thermophilen Bakterium T. thermophilus
verwendet. Das Protein besitzt ein Molekulargewicht von etwa 44
kDa (bestimmt durch SDS-Gelelektrophorese), ist löslich und
zeigt im reduzierten Zustand, oxidierten Zustand und als Carbonyl-Addukt
ein Absorbtionsspektrum analog zu dem anderer P450 Enzyme. Aus Sequenzvergleichen
dieses erfindungsgemäßen Enzyms
aus T. thermophylus und anderen bekannten P450 Enzymen konnten folgende
Identitäten
bestimmt werden: P450 BM3, 32% Identität; CYP119, 29% Identität; P450eryF,
31% Identität.
Das erfindungsgemäße Enzym
zeigt eine außerordentliche
Thermostabilität,
veranschaulicht durch eine Schmelztemperatur von etwa 85°C, welcher
Wert um 30°C über demjenigen
für P450cam
liegt.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung
betrifft die Verwendung von Polynukleotiden, welche für eine Cytochrom
P450 Monooxygenase kodieren, insbesondere eine Cytochrom P450 Monooxygenase
aus der Gattung Thermus sp. in Verfahren zur Oxidation von β-Carotin.
Bevorzugte Polynukleotide sind solche,
die im wesentlichen eine Nukleinsäuresequenz gemäß SEQ ID
NO: 1 besitzen, sowie die dazu komplementären und davon abgeleiteten
Nukleinsäuresequenzen.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung
betrifft die Verwendung von Expressionskassetten oder von rekombinanten
Vektoren zur Herstellung von rekombinanten Mikroorganismen, welche
zu den erfindungsgemäßen Umsetzungen
brauchbar sind.
Erfindungsgemäß mit umfasst ist ebenfalls
die Verwendung „funktionaler Äquivalente" der konkret offenbarten
neuen P450 Monooxygenasen zu den erfindungsgemäßen Umsetzungen.
„Funktionale Äquivalente" oder Analoga der
konkret offenbarten Monooxygenasen sind im Rahmen der vorliegenden
Erfindung davon verschiedene Enzyme, welche weiterhin die ge wünschte Substratspezifität im Rahmen
der oben bezeichneten Oxidationsreaktion besitzen und/oder im Vergleich
zu P450 BM3 eine erhöhte
Thermostabilität,
z.B. bei Temperaturen im Bereich von etwa 30 bis 60 °C und gegebenenfalls
höheren Temperaturen
nach 30-minütiger Behandlung
in 25 mM Tris/HCI, besitzen.
Unter "funktionalen Äquivalenten" versteht man erfindungsgemäß insbesondere
Mutanten, welche in wenigstens einer der oben genannten Sequenzpositionen
eine andere als die konkret genannte Aminosäure aufweisen aber trotzdem
eine der oben genannten Oxidationsreaktionen katalysieren. "Funktionale Äquivalente" umfassen somit die
durch eine oder mehrere, wie z.B. 1 bis 30 oder 1 bis 20 oder 1
bis 10, Aminosäure-Additionen,
-Substituenten, -Deletionen und/oder -Inversionen erhältlichen
Mutanten, wobei die genannten Veränderungen in jeglicher Sequenzposition
auftreten können,
solange sie zu einer Mutante mit dem erfindungsgemäßen Eigenschaftsprofil
führen.
Funktionale Äquivalenz
ist insbesondere auch dann gegeben, wenn die Reaktivitätsmuster
zwischen Mutante und unverändertem
Enzym qualitativ übereinstimmen,
d.h. beispielsweise gleiche Substrate mit unterschiedlicher Geschwindigkeitumgesetzt
werden.
Erfindungsgemäß mit umfasste „funktionale Äquivalente" weisen eine von
SEQ ID NO:2 in mindestens einer Position abweichende Aminosäuresequenz
auf, wobei die Veränderung
in der Sequenz die Monooxygenase Aktivität vorzugsweise nur unwesentlich,
das heißt
um nicht mehr als etwa ± 90%,
insbesondere ± 50% oder
nicht mehr als ± 30%
verändert.
Diese Veränderung
kann unter Verwendung eines Referenzsubstrates, wie zum Beispiel ß-Carotin,
unter standardisierten Bedingungen (zum Beispiel 0,1 bis 0,5 M Substrat,
pH-Bereich 6 bis 8, insbesondere 7; T = 30 bis 70°C) bestimmt
werden.
„Funktionale Äquivalente" im obigen Sinne
sind auch Präkursoren
der beschriebenen Polypeptide sowie funktionale Derivate und Salze
der Polypeptide. Unter dem Ausdruck „Salze" versteht man sowohl Salze von Carboxylgruppen
als auch Säureadditionssalze
von Aminogruppen der erfindungsgemäßen Proteinmoleküle. Salze
von Carboxylgruppen können
in an sich bekannter Weise hergestellt werden und umfassen anorganische
Salze, wie zum Beispiel Natrium-, Calcium-, Ammonium-, Eisen- und
Zinksalze, sowie Salze mit organischen Basen, wie zum Beispiel Aminen,
wie Triethanolamin, Arginin, Lysin, Piperidin und dergleichen. Säureadditionssalze,
wie zum Beispiel Salze mit Mineralsäuren, wie Salzsäure oder
Schwefelsäure
und Salze mit organischen Säuren,
wie Essigsäure
und Oxasäure
sind ebenfalls Gegenstand der Erfindung.
„Funktionale Derivate" erfindungsgemäßer Polypeptide
können
an funktionellen Aminosäure-Seitengruppen oder
an deren N- oder C-terminalen Ende mit Hilfe bekannter Techniken
ebenfalls hergestellt werden. Derartige Derivate umfassen beispielsweise
aliphatische Ester von Carbonsäuregruppen,
Amide von Carbonsäuregruppen,
erhältlich
durch Umsetzung mit Ammoniak oder mit einem primären oder sekundären Amin; N-Acylderivate
freier Aminogruppen, hergestellt durch Umsetzung mit Acylgruppen;
oder O-Acylderivate freier Hydroxygruppen, hergestellt durch Umsetzung
mit Acylgruppen.
Erfindungsgemäß mit umfasste „funktionale Äquivalente" sind Homologe zu
den konkret offenbarten Proteinen. Diese besitzen wenigstens 60
%, vorzugsweise wenigstens 75% ins besondere wenigsten 85 %, wie
z.B. 90%, 95% oder 99%, Homologie zu einer der konkret offenbarten
Sequenzen, berechnet nach dem Algorithmus von Pearson und Lipman,
Proc. Natl. Acad, Sci. (USA) 85(8), 1988, 2444–2448.
Homologe der erfindungsgemäßen Proteine
oder Polypeptide können
durch Mutagenese erzeugt werden, z.B. durch Punktmutation oder Verkürzung des
Proteins.
Homologe des erfindungsgemäßen Proteine
können
durch Screening kombinatorischer Banken von Mutanten, wie z.B. Verkürzungsmutanten,
identifiziert werden. Beispielsweise kann eine variierte Bank von Protein-Varianten
durch kombinatorische Mutagenese auf Nukleinsäureebene erzeugt werden, wie
z.B. durch enzymatisches Ligieren eines Gemisches synthetischer
Oligonukleotide. Es gibt eine Vielzahl von Verfahren, die zur Herstellung
von Banken potentieller Homologer aus einer degenerierten Oligonukleotidsequenz
verwendet werden können.
Die chemische Synthese einer degenerierten Gensequenz kann in einem
DNA-Syntheseautomaten
durchgeführt
werden, und das synthetische Gen kann dann in einen geeigneten Expressionsvektor
ligiert werden. Die Verwendung eines degenerierten Gensatzes ermöglicht die
Bereitstellung sämtlicher Sequenzen
in einem Gemisch, die den gewünschten
Satz an potentiellen Proteinsequenzen codieren. Verfahren zur Synthese
degenerierter Oligonukleotide sind dem Fachmann bekannt (Z.B. Narang,
S.A. (1983) Tetrahedron 39:3; Itakura et al. (1984) Annu. Rev. Biochem.
53:323; Itakura et al., (1984) Science 198:1056; Ike et al. (1983)
Nucleic Acids Res. 11:477).
"Funktionale Äquivalente" umfassen natürlich auch
P450-Monooxygenasen, welche aus anderen Organismen, z.B. aus anderen
als den hierin konkret genannten Bakterien, zugänglich sind, sowie natürlich vorkommende
Varianten. Beispielsweise lassen sich durch Sequenzvergleich Bereiche
homologer Sequenzregionen festlegen und in Anlehnung an die konkreten
Vorgaben der Erfindung äquivalente
Enzyme ermitteln.
Gegenstand der Erfindung ist auch
die Verwendung von Nukleinsäuresequenzen
(einzel- und doppelsträngige
DNA- und RNA-Sequenzen), kodierend für eine der obigen Monooxygenasen
und deren funktionale Äquivalente
zur Durchführung
obiger Verfahren. Weitere erfindungsgemäße Nukleinsäuresequenzen sind abgeleitet
von SEQ ID NO:1 und unterscheiden sich davon durch Addition, Substitution,
Insertion oder Deletion einzelner oder mehrerer Nukleotide, kodieren
aber weiterhin für
eine Monooxygenase mit der gewünschten
Eigenschaftsprofil.
Alle hierin erwähnten Nukleinsäuresequenzen
sind in an sich bekannter Weise durch chemische Synthese aus den
Nukleotidbausteinen, wie beispielsweise durch Fragmentkondensation
einzelner überlappender,
komplementärer
Nukleinsäurebausteine
der Doppelhelix herstellbar. Die chemische Synthese von Oligonukleotiden
kann beispielsweise, in bekannter Weise, nach der Phosphoamiditmethode
(Voet, Voet, 2. Auflage, Wiley Press New York, Seiten 896–897) erfolgen.
Die Anlagerung synthetischer Oligonukleotide und Auffüllen von
Lücken
mit Hilfe des Klenow-Fragmentes der DNA-Polymerase und Ligationsreaktionen
sowie allgemeine Klonierungsverfahren werden in Sambrook et al.
(1989), Molecular Cloning: A laboratory manual, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, beschrieben.
Erfindungsgemäß umfasst sind auch solche
Nukleinsäuresequenzen,
die sogenannte stumme Mutationen umfassen oder entsprechend der
Codon-Nutzung eins speziellen Ursprungs- oder Wirtsorganismus, im Vergleich
zu einer konkret genannten Sequenz verändert sind, ebenso wie natürlich vorkommende
Varianten, wie z.B. Spleißvarianten,
davon. Gegenstand sind ebenso durch konservative Nukleotidsubstutionen
(d.h. die betreffende Aminosäure
wird durch eine Aminosäure
gleicher Ladung, Größe, Polarität und/oder
Löslichkeit ersetzt)
erhältliche
Sequenzen.
Weiterhin umfasst die Erfindung auch
Nukleinsäuresequenzen,
welchen mit oben genannten kodierenden Sequenzen hybridisieren oder
dazu komplementär
sind. Diese Polynukleotide lassen sich bei Durchmusterung von genomischen
oder cDNA-Bibliotheken auffinden und gegebenenfalls daraus mit geeigneten Primern
mittels PCR vermehren und anschließend beispielsweise mit geeigneten
Sonden isolieren. Eine weitere Möglichkeit
bietet die Transformation geeigneter Mikroorganismen mit erfindungsgemäßen Polynukleotiden
oder Vektoren, die Vermehrung der Mikroorganismen und damit der
Polynukleotide und deren anschließende Isolierung. Darüber hinaus
können
erfindungsgemäße Polynukleotide
auch auf chemischem Wege synthetisiert werden.
Unter der Eigenschaft, an Polynukleotide „hybridisieren" zu können, versteht
man die Fähigkeit
eines Poly- oder Oligonukleotids unter stringenten Bedingungen an
eine nahezu komplementäre
Sequenz zu binden, während
unter diesen Bedingungen unspezifische Bindungen zwischen nicht-komplementären Partnern
unterbleiben. Dazu sollten die Sequenzen zu 70–100%, vorzugsweise zu 90–100%, komplementär sein.
Die Eigenschaft komplementärer
Sequenzen, spezifisch aneinander binden zu können, macht man sich beispielsweise in
der Northern- oder Southern-Blot-Technik oder bei der Primerbindung
in PCR oder RT-PCR zunutze. Üblicherweise
werden dazu Oligonukleotide ab einer Länge von 30 Basenpaaren eingesetzt.
Unter stringenten Bedingungen versteht man beispielsweise in der
Northern-Blot-Technik
die Verwendung einer 50–70 °C, vorzugsweise
60–65 °C warmen
Waschlösung,
beispielsweise 0,1x SSC-Puffer mit 0,1% SDS (20x SSC: 3M NaCl, 0,3M
Na-Citrat, pH 7,0) zur Elution unspezifisch hybridisierter cDNA-Sonden
oder Oligonukleotide. Dabei bleiben, wie oben erwähnt, nur
in hohem Maße
komplementäre
Nukleinsäuren
aneinander gebunden.
Diese Nukleinsäuren sind vorzugsweise in Expressionskonstrukte
eingebaut, enthaltend unter der genetischen Kontrolle regulativer
Nukleinsäuresequenzen
eine für
ein erfindungsgemäßes Enzym
kodierende Nukleinsäuresequenz;
sowie Vektoren, umfassend wenigstens eines dieser Expressionskonstrukte.
Vorzugsweise umfassen solche erfindungsgemäßen Konstrukte 5'-stromaufwärts von
der jeweiligen kodierenden Sequenz einen Promotor und 3'stromabwärts eine
Terminatorsequenz sowie gegebenenfalls weitere übliche regulative Elemente,
und zwar jeweils operativ verknüpft
mit der kodierenden Sequenz. Unter einer „operativen Verknüpfung" versteht man die
sequentielle Anordnung von Promotor, kodierender Sequenz, Terminator
und gegebenenfalls weiterer regulativer Elemente derart, dass jedes
der regulativen Elemente seine Funktion bei der Expression der kodierenden
Sequenz bestimmungsgemäß erfüllen kann.
Beispiele für
operativ verknüpfbare
Sequenzen sind Targeting-Sequenzen sowie Translationsverstärker, Enhancer,
Polyadenylierungssignale und dergleichen. Weitere regulative Elemente
umfassen selektierbare Marker, Amplifikationssignale, Replikationsursprünge und
dergleichen.
Zusätzlich zu den artifiziellen
Regulationssequenzen kann die natürliche Regulationssequenz vor
dem eigentlichen Strukturgen noch vorhanden sein. Durch genetische
Veränderung
kann diese natürliche
Regulation gegebenenfalls ausgeschaltet und die Expression der Gene
erhöht
oder erniedrigt werden. Das Genkonstrukt kann aber auch einfacher
aufgebaut sein, das heißt
es werden keine zusätzlichen
Regulationssignale vor das Strukturgen insertiert und der natürliche Promotor
mit seiner Regulation wird nicht entfernt. Statt dessen wird die
natürliche
Regulationssequenz so mutiert, dass keine Regulation mehr erfolgt
und die Genexpression gesteigert oder verringert wird. Die Nukleinsäuresequenzen
können
in einer oder mehreren Kopien im Genkonstrukt enthalten sein.
Beispiele für brauchbare Promotoren sind:
cos-, tac-, trp-, tet-, trp-tet-, Ipp-, Iac-, Ipp-Iac-, Iaclq-,
T7-, T5-, T3-, gal-, trc-, ara-, SP6-,I-PR- oder im I-PL-Promotor,
die vorteilhafterweise in gram-negativen Bakterien Anwendung finden;
sowie die gram-positiven Promotoren amy und SPO2, die Hefepromotoren
ADC1, MFa , AC, P-60, CYC1, GAPDH oder die Pflanzenpromotoren CaMV/35S,
SSU, OCS, Iib4, usp, STLS1, B33, not oder der Ubiquitin- oder Phaseolin-Promotor.
Besonders bevorzugt ist die Verwendung induzierbarer Promotoren,
wie z.B. licht- und insbesondere temperaturinduzierbarer Promotoren,
wie der P,P,-Promotor.
Prinzipiell können alle natürlichen
Promotoren mit ihren Regulationssequenzen verwendet werden. Darüber hinaus
können
auch synthetische Promotoren vorteilhaft verwendet werden.
Die genannten regulatorischen Sequenzen
sollen die gezielte Expression der Nukleinsäuresequenzen und die Proteinexpression
ermöglichen.
Dies kann beispielsweise je nach Wirtsorganismus bedeuten, dass das
Gen erst nach Induktion exprimiert oder überexprimiert wird, oder dass
es sofort exprimiert und/oder überexprimiert
wird.
Die regulatorischen Sequenzen bzw.
Faktoren können
dabei vorzugsweise die Expression positiv beeinflussen und dadurch
erhöhen
oder erniedrigen. So kann eine Verstärkung der regulatorischen Elemente vorteilhafterweise
auf der Transkriptionsebene erfolgen, indem starke Transkriptionssignale
wie Promotoren und/oder "Enhancer" verwendet werden.
Daneben ist aber auch eine Verstärkung
der Translation möglich,
indem beispielsweise die Stabilität der mRNA verbessert wird.
Die Herstellung einer Expressionskassette
erfolgt durch Fusion eines geeigneten Promotors mit einer geeigneten
Monooxygenase-Nukleotidsequenz sowie einem Terminator- oder Polyadenylierungssignal.
Dazu verwendet man gängige
Rekombinations- und Klonierungstechniken, wie sie beispielsweise
in T. Maniatis, E.F. Fritsch und J. Sambrook, Molecular Cloning:
A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor,
NY (1989) sowie in T.J. Silhavy, M.L. Berman und L.W. Enquist, Experiments
with Gene Fusions, Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor,
NY (1984) und in Ausubel, F.M. et al., Current Protocols in Molecular
Biology, Greene Publishing Assoc. and Wiley Interscience (1987)
beschrieben sind.
Das rekombinante Nukleinsäurekonstrukt
bzw. Genkonstrukt wird zur Expression in einem geeigneten Wirtsorganismus
vorteilhafterweise in einen wirtsspezifischen Vektor insertiert,
der eine optimale Expression der Gene im Wirt ermöglicht.
Vektoren sind dem Fachmann wohl bekannt und können beispielsweise aus "Cloning Vectors" (Pouwels P. H. et
al., Hrsg, Elsevier, Amsterdam-New York-Oxford, 1985) entnommen
werden. Unter Vektoren sind außer
Plasmiden auch alle anderen dem Fachmann bekannten Vektoren, wie
beispielsweise Phagen, Viren, wie SV40, CMV, Baculovirus und Adenovirus,
Transposons, IS-Elemente, Phasmide, Cosmide, und lineare oder zirkuläre DNA zu
verstehen. Diese Vektoren können
autonom im Wirtsorganismus repliziert oder chromosomal repliziert
werden.
Als Beispiele für geeignete Expressionsvektoren
können
genannt werden: Übliche
Fusionsexpressionsvektoren, wie pGEX (Pharmacia Biotech Inc; Smith,
D.B. und Johnson, K.S. (1988) Gene 67:31–40), pMAL (New England Biolabs,
Beverly, MA) und pRIT 5 (Pharmacia, Piscataway, NJ), bei denen Glutathion-S-Transferase
(GST), Maltose Ebindendes Protein bzw. Protein A an das rekombinante
Zielprotein fusioniert wird.
Nicht-Fusionsprotein-Expressionsvektoren
wie pTrc (Amann et al., (1988) Gene 69:301–315) und pET 11 d (Studier
et al. Gene Expression Technology: Methods in Enzymology 185, Academic
Press, San Diego, Kalifornien (1990) 60–89).
Hefe-Expressionsvektor zur Expression
in der Hefe S. cerevisiae , wie pYepSec1 (Baldari et al., (1987) Embo
J. 6:229–234),
pMFa (Kurjan und Herskowitz (1982) Cell 30:933–943), pJRY88 (Schultz et al.
(1987) Gene 54:113–123)
sowie pYES2 (Invitrogen Corporation, San Diego, CA). Vektoren und
Verfahren zur Konstruktion von Vektoren, die sich zur Verwendung
in anderen Pilzen, wie filamentösen
Pilzen, eignen, umfassen diejenigen, die eingehend beschrieben sind
in: van den Hondel, C.A.M.J.J. & Punt,
P.J. (1991) "Gene
transfer systems and vector development for filamentous fungi, in:
Applied Molecular Genetics of Fungi, J.F. Peberdy et al., Hrsg.,
S. 1–28,
Cambridge University Press: Cambridge.
Baculovirus-Vektoren, die zur Expression
von Proteinen in gezüchteten
Insektenzellen (bspw. Sf9-Zellen) verfügbar sind, umfassen die pAc-Reihe
(Smith et al., (1983) Mol. Cell Biol.. 3:2156–2165) und die pVL-Reihe (Lucklow
und Summers (1989) Virology 170:31–39).
Pflanzen-Expressionsvektoren, wie
solche, die eingehend beschrieben sind in: Becker, D., Kemper, E.,
Schell, J. und Masterson, R. (1992) "New plant binary vectors with selectable
markers located proximal to the left border" , Plant Mol. Biol. 20:1195–1197; und
Bevan, M.W. (1984) "Binary
Agrobacterium vectors for plant transformation", Nucl. Acids Res. 12:8711-8721.
Säugetier-Expressionsvektoren,
wie pCDM8 (Seed, B. (1987) Nature 329:840) und pMT2PC (Kaufman et
al. (1987) EMBO J. 6:187–195).
Weitere geeignete Expressionssysteme
für prokaryontische
und eukaryotische Zellen sind in Kapitel 16 und 17 von Sambrook,
J., Fritsch, E.F. und Maniatis, T., Molecular cloning: A Laboratory
Manual, 2. Auflage, Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY, 1989 beschrieben.
Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Expressionskonstrukte
bzw. Vektoren sind rekombinante Mikroorganismen herstellbar, welche
beispielsweise mit wenigstens einem erfindungsgemäßen Vektor
transformiert sind und zur Produktion der erfindungsgemäß verwendeten
Enzyme und/oder zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
eingesetzt werden können.
Vorteilhafterweise werden die oben beschriebenen erfindungsgemäßen rekombinanten
Konstrukte in ein geeignetes Wirtssystem eingebracht und exprimiert.
Dabei werden vorzugsweise dem Fachmann bekannte geläufige Klonierungs-
und Transfektionsmethoden, wie beispielsweise Co-Präzipitation,
Protoplastenfusion, Elektroporation, retrovirale Transfektion und
dergleichen, verwendet, um die genannten Nukleinsäuren im
jeweiligen Expressionssystem zur Expression zu bringen. Geeignete
Systeme werden beispielsweise in Current Protocols in Molecular
Biology, F. Ausubel et al., Hrsg., Wiley Interscience, New York
1997, beschrieben.
Als Wirtsorganismen sind prinzipiell
alle Organismen geeignet, die eine Expression der erfindungsgemäßen Nukleinsäuren, ihrer
Allelvarianten, ihrer funktionellen Äquivalente oder Derivate ermöglichen.
Unter Wirtsorganismen sind beispielsweise Bakterien, Pilze, Hefen,
pflanzliche oder tierische Zellen zu verstehen. Bevorzugte Organismen
sind Bakterien, wie solche der Gattungen Escherichia, wie z. B.
Escherichia coli, Streptomyces, Bacillus oder Pseudomonas, eukaryotische
Mikroorganismen, wie Saccharomyces cerevisiae, Aspergillus, Blakeslea,
Phycomyces, höhere
eukaryotische Zellen aus Tieren oder Pflanzen, beispielsweise Sf9
oder CHO-Zellen.
Die Selektion erfolgreich transformierter
Organismen kann durch Markergene erfolgen, die ebenfalls im Vektor
oder in der Expressionskassette enthalten sind. Beispiele für solche
Markergene sind Gene für
Antibiotikaresistenz und für
Enzyme, die eine farbgebende Reaktion katalysieren, die ein Anfärben der
transformierten Zelle bewirkt. Diese können dann mit tels automatischer
Zellsortierung selektiert werden. Erfolgreich mit einem Vektor transformierte
Mikroorganismen, die ein entsprechendes Antibiotikaresistenzgen
(z.B. G418 oder Hygromycin) tragen, lassen sich durch entsprechende
Antibiotika-enthaltende Medien oder Nährböden selektieren. Markerproteine,
die an der Zelloberfläche
präsentiert
werden, können
zur Selektion mittels Affinitätschromatographie
genutzt werden.
Die Kombination aus den Wirtsorganismen
und den zu den Organismen passenden Vektoren, wie Plasmide, Viren
oder Phagen, wie beispielsweise Plasmide mit dem RNA-Polymerase/Promoter-System,
die Phagen λ oder μ oder andere
temperente Phagen oder Transposons und/oder weiteren vorteilhaften
regulatorischen Sequenzen bildet ein Expressionssystem. Beispielsweise
ist unter dem Begriff "Expressionssystem" die Kombination
aus Säugetierzellen,
wie CHO-Zellen, und Vektoren, wie pcDNA3neo-Vektor, die für Säugetierzellen
geeignet sind, zu verstehen.
Gewünschtenfalls kann das Genprodukt
auch in transgenen Organismen wie transgenen Tieren, wie insbesondere
Mäusen
oder Schafen oder transgenen Pflanzen zur Expression gebracht werden.
Die erfindungsgemäß einsetzbaren Monooxygenasen
können
auch rekombinant hergestellt werden, wobei man einen Monooxygenase-produzierenden
Mikroorganismus kultiviert, gegebenenfalls die Expression der Monooxygenase
induziert und die Monooxygenase aus der Kultur isoliert. Die Monooxygenase
kann so auch in großtechnischem
Maßstab
produziert werden, falls dies erwünscht ist.
Der rekombinante Mikroorganismus
kann nach bekannten Verfahren kultiviert und fermentiert werden. Bakterien
können
beispielsweise in TB- oder LB-Medium und bei einer Temperatur von
20 bis 40°C
und einem pH-Wert von 6 bis 9 vermehrt werden. Im Einzelnen werden
geeignete Kultivierungsbedingungen beispielsweise in T. Maniatis,
E.F. Fritsch and J. Sambrook, Molecular Cloning: A Laboratory Manual,
Cold Spring Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor, NY (1989) beschrieben.
Die Zellen werden dann, falls die
Monooxygenase nicht in das Kulturmedium sezerniert wird, aufgeschlossen
und das Enzym nach bekannten Proteinisolierungsverfahren aus dem
Lysat gewonnen. Die Zellen können
wahlweise durch hochfrequenten Ultraschall, durch hohen Druck, wie
z.B. in einer French-Druckzelle, durch Osmolyse, durch Einwirkung
von Detergenzien, lytischen Enzymen oder organischen Lösungsmitteln, durch
Homogenisatoren oder durch Kombination mehrerer der aufgeführten Verfahren
aufgeschlossen werden.
Eine Aufreinigung der Monooxygenase
kann mit bekannten, chromatographischen Verfahren erzielt werden,
wie Molekularsieb-Chromatographie (Gelfiltration), wie Q-Sepharose-Chromatographie,
Ionenaustausch-Chromatographie und hydrophobe Chromatographie, sowie
mit anderen üblichen
Verfahren wie Ultrafiltration, Kristallisation, Aussalzen, Dialyse
und nativer Gelelektrophorese. Geeignete Verfahren werden beispielsweise
in Cooper, F. G., Biochemische Arbeitsmethoden, Verlag Walter de
Gruyter, Berlin, New York oder in Scopes, R., Protein Purification,
Springer Verlag, New York, Heidelberg, Berlin beschrieben.
Besonders vorteilhaft ist es, zur
Isolierung des rekombinanten Proteins Vektorsysteme oder Oligonukleotide
zu verwenden, die die DNA um bestimmte Nucleotidsequenzen verlängern und
damit für
veränderte Polypeptide
oder Fusionsproteine kodieren, die einer einfacheren Reinigung dienen.
Derartige geeignete Modifikationen sind beispielsweise als Anker
fungierende sogenannte "Tags", wie z.B. die als
Hexa-Histidin-Anker bekannte Modifikation oder Epitope, die als
Antigene von Antikörpern
erkannt werden können
(beschrieben zum Beispiel in Harlow, E. and Lane, D., 1988, Antibodies:
A Laboratory Manual. Cold Spring Harbor (N.Y.) Press). Diese Anker
können
zur Anheftung der Proteine an einen festen Träger, wie z.B. einer Polymermatrix, dienen,
die beispielsweise in einer Chromatographiesäule eingefüllt sein kann, oder an einer
Mikrotiterplatte oder an einem sonstigen Träger verwendet werden kann.
Gleichzeitig können diese Anker auch zur Erkennung
der Proteine verwendet werden. Zur Erkennung der Proteine können außerdem übliche Marker,
wie Fluoreszenzfarbstoffe, Enzymmarker, die nach Reaktion mit einem
Substrat ein detektierbares Reaktionsprodukt bilden, oder radioaktive
Marker, allein oder in Kombination mit den Ankern zur Derivatisierung
der Proteine verwendet werden.
Folgende nichtlimitierende Beispiele
beschreiben spezielle Ausführungsformen
der Erfindung.
Beispiele
Allgemeine experimentelle
Angaben
a) Allgemeine Klonierungsverfahren
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung
durchgeführten
Klonierungsschritte wie z.B. Restriktionsspaltungen, Agarose Gelelektrophorese,
Reinigung von DNA-Fragmenten, Transfer von Nukleinsäuren auf
Nitrozellulose und Nylonmembranen, Verknüpfen von DNA-Fragmenten, Transformation
von E. coli Zellen, Anzucht von Bakterien, Vermehrung von Phagen
und Sequenzanalyse rekombinanter DNA wurden wie bei Sambrook et
al. (1989) a.a.O. beschrieben durchgeführt.
b) Polymerasekettenreaktion
(PCR)
PCR wurde nach Standardprotokoll
mit folgendem Standardansatz durchgeführt:
8 μl dNTP-Mix
(200 μM),
10 μl Taq-Polymerase-Puffer
(10 x) ohne MgCl2, 8 μl MgCl2 (25
mM), je 1 μl
Primer (0,1 μM),
1 μl zu
amplifizierende DNA, 2,5 U Taq-Polymerase (MBI Fermentas, Vilnius,
Litauen), ad 100 μl
demineralisiertes Wasser.
c) Kultivierung von E.coli
Die Kultivierung von rekombinanten
E. coli-Stämme
DH5α wurde in LB-Amp Medium (Trypton 10,0 g, NaCl 5,0 g,
Hefeextrakt 5,0 g, Ampicillin 100 g/ml N2O
ad 1000 ml) bei 37°C
kultiviert. Dazu wurde jeweils eine Kolonie mittels Impföse von einer
Agarplatte in 5 ml LB-Amp überführt. Nach
ca. 18 h Stunden Kultivierung bei einer Schüttelfrequenz von 220 Upm wurden
400 ml Medium in einem 2-l-Kolben mit 4 ml Kultur inokuliert. Die Induktion
der P450-Expression
in E. coli erfolgte nach Erreichen eines OD578-Wertes zwischen 0,8
und 1,0 durch eine drei- bis vierstündige Hitzeschockinduktion
bei 42 °C.
d) Zellaufschluß
Zellpellets mit einer Biofeuchtmasse
von bis zu 15 g E. coli DH5a wurden auf Eis aufgetaut und in 25 ml
Kaliumphosphat-Puffer (50 mM, pH 7,5, 1 mM EDTA) oder Tris/HCI Puffer
(50 mM, pH 7,5, 1 mM EDTA) suspendiert. Mittels dreiminütiger Ultraschallbehandlung
(Branson Sonifier W250, (Dietzenbach, Deutschland), Leistungsabgabe
80 W, Arbeitsintervall 20%) wurde die auf Eis gekühlte E.
coli-Zellsuspension aufgeschlossen. Vor der Proteinreinigung wurde
die Zellsuspension für
20 min bei 32 500 g zentrifugiert und durch einen 0,22 mm Sterivex-GP-Filter
(Millipore) filtriert, wobei man einen Rohextrakt erhält.
Beispiel 1
Klonierung und Expression
von P450 aus Thermus thermouhilus HB27 und den His-taa-Derivaten davon
1. Klonierung von P450
aus Thermus thermophilus HB27
Ein die kodierende P450-Sequenz (im
folgenden auch als CYP175A1-Gen ezeichnet) umfassender Klon (TTHB66)
wurde aus einer Thermus Genbank gewonnen. Die kodierende P450-Sequenz
(blunt ended) wurde in die Hincll-Schnittstelle des Plasmids pTZ19R
(MBI Fermentas) einkloniert. Aus dem so erhaltenen Plasmid TTHB66
wurde die kodierende P450-Sequenz mit Hilfe der PCR amplifiziert.
Dazu wurden folgende Primer verwendet:
- a) 30-mer
sense-Oligonucleotid, enthaltend die Ndel-Schnittstelle (kursiv
gedruckt) als Teil des P450-ATG-Startcodons:
5'-CGAAGCTCATATGAAGCGCCTTTCCCTGAG
(SEQ ID NO:7).
- b) 30-mer antisense-Oligonucleotid, enthaltend die EcoRI-Schnittstelle
(kursiv gedruckt) als Teil des TGA-Stopcodons:
5'-GCGAATTCACGCCCGCACCTCCTCCCTAGG
(SEQ ID NO:8).
Das resultierende Fragment wurde
in die Ndel-Schnittstellen des Vektors pCYTEXP1 (Plasmid mit dem
temperaturinduzierbaren PRPL-Promotorsystem
des Bakteriophagen λ (Belev
T.N., et al., Plasmid (1991) 26:147)) kloniert und in E. coli DN-5a
(Clontech, Heidelberg) transformiert.
E. coli DH-5a, enthaltend das interessierende
Plasmid wurde in LB-Medium in Gegenwart von Ampicillin inokuliert
und die Kultur wurde über
Nacht bei 37 °C
inkubiert. Ein Teil der Probe wurde in frisches LB-Medium (in Gegenwart
von Ampicillin) inokuliert und die resultierende Kultur wurde bei
37 °C bis
zu OD = 0,9 kultiviert. Die Induktion erfolgte durch Erhöhung der
Temperatur auf 42 °C über einen
Zeitraum von 24 Stunden. Die Veränderung
des P450-Gehaltes während
der Expression wurde anhand von Messungen des CO-Differenzspektrums
bestimmt.
2. Klonierung von P450
aus Thermus thermophilus HB27 mit N-terminalem His-tag
Die kodierende P450-Sequenz wurde
durch PCR aus dem Plasmid TTHB66 unter Verwendung folgender Primer
amplifiziert:
- (a) 50-mer sense-Oligonucleotid,
enthaltend die Ndel-Schnittstelle (kursiv gedruckt) als Teil des
P450 ATG-Startcodons und die tag-kodierenden Codons (unterstrichen):
5-CGAAGCTCATATGCATCACCATCATCATCACAAGCGCCTTTC
(SEQ ID NO:9);
- (b) 30-mer antisense-Oligonucleotid, enthaltend die EcoRI-Schnittstelle
(kursiv gedruckt) als Teil des TGA-Stop-Codons
5'-GCGAATTCACGCCCGCACCTCCTCCCTAGG
(SEQ ID NO:8).
Das resultierende Fragment wurde
in die Ndel- und EcoRI-Schnittstellen des Vektors p-CYTEXP1 kloniert
und in E. coli DH-5α exprimiert.
E. coli DN-5a, enthaltend das interessierende
Plasmid, wurde in LB-Medium in Gegenwart von Ampicillin inokuliert
und die Kultur wurde über
Nacht bei 37 °C
inkubiert. Ein Teil der Probe wurde in frisches LB-Medium (in Gegenwart
von Ampicillin) inokuliert und die resultierende Kultur wurde bei
37 °C bis
zu ΟD = 0,9 kultiviert. Die Induktion erfolgte durch Erhöhung der
Temperatur auf 42 °C über einen
Zeitraum von 24 Stunden. Die Veränderung
des P450-Gehaltes während
der Expression wurde anhand von Messungen des CO-Differenzspektrums
bestimmt.
3. Klonierung von P450
aus Thermus thermophilus HB27 mit C-terminalem His-tag
Die kodierende P450-Sequenz wurde
durch PCR aus dem Plasmid TTHB66 unter Verςendung der folgenden
Primer amplifiziert:
- (a) 30-mer sense-Oligonucleotid,
enthaltend die Ndel-Schnittstelle (kursiv gedruckt) als Teil des
P450 ATG-Start-Codons:
5'-CGAAGCTCATATGAAGCGCCTTTCCCTGAG
(SEQ ΙD NO:7)
- (b) 47-mer antisense-Oligonucleotid, enthaltend die EcoR?-Schnittstelle
(kursiv gedruckt) als Teil des TGA-Stop-Codons sowie die unterstrichene
tag-kodierende Teilsequenz:
5-CGGAATTCAGTGATGATGATGGTGATGCGCCCGCACCTCCTC
(SEQ ?D NO:10).
Das resultierende Fragment wurde
in die Ndel- und EcoRΙ-Schnittstellen des Vektors p-CYTEXP1 cloniert
und in E. coli DH-5α exprimiert.
E. coli DH-5a, enthaltend das interessierende
Plasmid wurde in LB-Medium in Gegenwart von Ampicillin inokuliert
und die Kultur wurde über
Nacht bei 37 °C
inkubiert. Ein Teil der Probe wurde in frisches LB-Medium (in Gegenwart
von Ampicillin) inokuliert und die resultierende Kultur wurde bei
37 °C bis
zu OD = 0,9 kultiviert. Die Induktion erfolgte durch Erhöhung der
Temperatur auf 42 °C über einen
Zeitraum von 24 Stunden. Die Veränderung
des P450-Gehaltes während
der Expression wurde anhand von Messungen des CO-Differenzspektrums
bestimmt.
Beispiel 2
Bestimmung der Thermostabilität von P450
aus Thermus thermophilus im Vergleich zu P450 BM3
Die beiden Enzyme wurden jeweils
30 Minuten in Tris/HCl-Puffer pH 7,5, 25 mM bei verschiedenen Temperaturen
inkubiert. Die Ansätze
wurden anschließend
abgekühlt
und die P450 Konzentration wurde spektrometrisch bestimmt. Die Ergebnisse
sind in folgender Tabelle zusammengefaßt und in 2 graphisch dargestellt.
Wie man den Versuchsergebnissen entnimmt,
besitzt das erfindungsgemäße Enzym
nach 30-minütiger
Inkubation bei allen Temperaturen eine signifikant höherer Temperaturstabilität.
Beispiel 3
Herstellung eines Expressionsvektors
für Cytochrom
P450 Monooxygenase aus T. thermophilus HB 27
Es wurde von Plasmid-DNA (Klon TTHB66),
enthaltend die kodierende Sequenz der Cytochrom P450 Monooxygenase
(CYP175A1-Gen) ausgegangen. Mit Hilfe der Polymerasekettenreaktion
(PCR) wurden Restriktionsschnittstellen EcoRI und PstI in das CYP175A1-Gen
eingeführt.
Mit Hilfe der folgenden Primer wurde das Gen amplifiziert:
5'-CCGGAATTCATGAAGCGCCTTTCCCTGAGG;
(SEQ ID NO: 11)
5-CCAATGCATTGGTTCTGCAGTCAGGCCCGCACCTCCTCCCTAGG
(SEQ ID NO:12)
Die neuen Restriktionsschnittstellen
sind unterstrichen dargestellt. Das Reaktionsgemisch für die PCR bestand
aus Template-DNA (100 ng, 2,5 U pfu DNA Polymerase (Stratagene),
5 μl Reaktionspuffer,
5 μl DMSO,
0,4 μmol
jedes Oligonukleotids, 400 μmol
dNTPs und H2O ad 50 μl. Folgende PCR Zyklusparameter
wurden eingestellt: 95 °C,
1 Minute; (95 °C,
1 Minute; 53 °C,
1 Minute 30 Sekunden; 68 °C,
1 Minute 30 Sekunden) 30 Zyklen; 68 °C, 4 Minuten. Die CYP175A1-Gensequenz
wurde durch DNA-Sequenzierung überprüft.
Nach Restriktionsverdau des PCR-Produktes
wurde das CYP175A1-Gen in die EcoRI und PstI-Schnittstellen des
Plasmids pKK 223-3 (Amersham Pharmacia) kloniert. pKK 223-3 enthält den starken tac-Promotor
stromaufwärts
einer Mehrfach-Klonierungsstelle und den starken rrnB ribosomalen
Terminator stromabwärts
davon zur Kontrolle der Protein-Expression. Das erhaltene Plasmid
trägt die
Bezeichnung pKK CYP.
Beispiel 4
Biotransformation von β-Carotin
in rekombinanten Ε.coli-Stämmen
Zur β-Carotin-Biotransformation
wurden rekombinante E.coli-Stämme
hergestellt, welche durch heterologe Komplementation zur β-Carotin-Produktion
befähigt
waren.
Stämme von E.coli JM109 wurden
als Wirtszellen für
die Komplementations-Experimente mit den Plasmiden pACYC_Y und pKK_CYP
(hergestellt gemäß Beispiel
3) verwendet. Das Plasmid pACYC_Y trägt die Carotinogenen Gene crtE,
crtB, crtIC14 und crtY, isoliert aus E. uredovora. Die genannten
Gene wurden jeweils mit einem eigenen Iac-Promoter einkloniert,
um die Expression zu ermöglichen.
Die Herstellung dieses Plamids ist beschrieben in der Dissertation
von I. Kauffmann, Erhöhung
mikrobieller Diversität
von Carotinoiden, Juni 2002, Institut für Technische Biologie, Universität Stuttgart.
Das die Carotinogenen Gene crtE, crtB, crtIC14 enthaltende Vorläuferkonstrukt
ist beschrieben in Schmidt-Dannert (2000), Curr. Opin. Biotechnol.
11, 255–261.
Weitere Details zur heterologen Komplementation
sind beispielsweise auch beschrieben in Ruther, A. Appl. Mikrobiol.
Biotechnol. (1997) 48: 162–167;
Sandmann, G., Trends in Plant Science (2001) 6: 1, 14–17 und
Sandmann, G. et al., TIBTECH (1999), 17: 233–237.
Auf die Offenbarung der oben genannten
Druckschriften wird hiermit ausdrücklich Bezug genommen.
Kulturen von E.coli JM109 wurden
in an sich bekannter Weise mit den Plasmiden pACYC_Y und pKK_CYP
transformiert und in LB-Medium bei 30 °C bzw. 37 °C zwei Tage kultiviert. Ampicillin
(1 μg/ml)
Chloramphenicol (50 μg/ml)
und Isopropyl-β-thiogalactosid (1 mmol) wurden in üblicher
Weise zugegeben. Als Vergleichsprobe wurde ein E.coli-Stamm JM109
lediglich mit dem Plasmid pACYC_Y transformiert und in gleicher
Weise kultiviert.
Zur Isolierung der Carotinoide aus
den rekombinanten E.coli-Stämmen
wurden die Zellen mit Aceton und anschließend mit Hexan extrahiert.
Die vereinigten Extrakte wurden mit Wasser partitioniert. Die organische
Phase wurde isoliert, zur Trockne eingedampft und über eine
DXSIL C8-Säule
mit Wasser/Acetonitril (5:95) mit Hilfe der HPLC aufgetrennt. Folgende
Verfahrensbedingungen wurden eingestellt:
Trennsäule: DXSIL
C8, 3μm,
120A, 2.1 × 100mm
Flussrate:
0,35 mL/min
Eluenten: isokratisch Wasser/Acetonitril 5/95
Detektion:
UV_VIS_1.Wellenlänge = 453nm
UV_VIS_1.Bandbreite
= 4nm
3DFIELD.Max. Wellenlänge
= 600nm
3DFIELD.Min. Wellenlänge = 190nm
3DFIELD.Ref.
Wellenlänge
= 399nm
3DFIELD.Ref. Bandbreite = 40nm
Die Spektren wurden direkt aus den
Elutionspeaks unter Verwendung eines Diodenarray-Detektors bestimmt. Die isolierten Substanzen
wurden über
ihre Absorptionsspektren und ihre Retentionszeiten im Vergleich
zu Standardproben identifiziert.
Chromatogramme der Standards für ß-Carotin,
Zeaxanthin und Cryptoxanthin sind in den beiliegenden
4A bis
4C dargestellt.
5 A
zeigt die chromatograpische Analyse einer Probe erhalten aus dem mit
dem Plasmid pACYC_Y transformierten E.coli-Stamm. Es zeigt sich,
dass dieser aufgrund der heterologen Komplementation zur Bildung
von ß-Carotin befähigt
ist.
5 B zeigt das Chromatogramm eines
erfindungsgemäß hergestellten,
zusätzlich
mit dem Plasmid pKK_CYP transformierten, heterolog komplementierten E.coli-Stammes. Überraschenderweise
zeigt sich hier, dass neben ß-Carotin signifikante Mengen
der korrespondierenden Hydroxilierungsprodukte Zeaxanthin und Cryptoxantin
nachweisbar sind. SEQUENZPROTOKOLL