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Die Erfindung betrifft eine frei
programmierbare Fernbedienung mit direkter Senderanwahl für elektrische
Schalteinrichtungen oder elektrische Geräte.
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Bekannt sind universelle Fernbedienungen mit
einer Codebibliothek in einem Speicherbaustein. Die Codebibliothek
kann durch geeignete Algorithmen komprimiert sein.
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Die Universalfernbedienungen können mehrere
unterschiedliche Geräte
ansprechen. Ein zweites oder weitere Geräte müssen jedoch durch einen entsprechend
Tastendruck vorgewählt
werden.
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Alle Universalfernbedienungen besitzen
Tasten zum Umstellen auf den nächsten
bzw. den davor liegenden Programmplatz. Viele haben einen Zifferblock
von 0 bis 9 mit dessen Hilfe die einzelnen Programmplätze durch
Betätigen
einer oder mehrerer Tasten nacheinander angewählt werden können. Ebenso
sind Funktionstasten für
die Menüsteuerung des
Gerätes
vorhanden.
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Keine der bekannten Fernbedienungen
hat eine direkte Anwahl eines Programmspeicherplatzes unter der
Bezeichnung des zugeordneten Senders.
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Bekannt aus der
DE 199 08 406 A1 eine Fernbedienvorrichtung,
bei der das Bedienfeld aus einem frei programmierbaren Glasbedienfeld
besteht, das bei Druckbelastung ein Schaltsignal an die Sendeeinrichtung überträgt. Das
frei programmierbare Glasbedienfeld hat den Vorteil, daß für unterschiedliche
Funktionsfelder mit Tastaturflächen
unterschiedlicher Größe und Kennzeichnung
definiert werden können.
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Auf diese Weise ist die Fernbedienung
an sehr unterschiedliche Aufgaben anpaßbar. Die Sendeeinrichtung überträgt codierte
Signale mehrkanalig an mindestens eine Empfangseinrichtung. Die
Fernbedienungsvorrichtung ermöglicht
die mehrkanalige Signalübertragung,
so daß unterschiedliche
Empfangseinrichtungen selektiv ansteuerbar sind.
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Der Nachteil der Lösung besteht
darin, daß nur
ein Schaltsignal an die Sendeeinrichtung übertragen wird und nicht das
Schaltsignal zur Übertragung von
mehreren unterschiedlichen Signalen nutzbar ist. (Makro)
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Ein Schaltgefühl oder eine Anzeige des Schaltvorganges
(optisch oder akustisch) ist bei diesen Geräten nicht vorhanden. Bei Veränderung
der Position oder Bezeichnung eines Befehls muß das gesamte Kennzeichnungsfeld
auf dem Bedienteil gewechselt werden.
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Des weiteren ist aus der
DE 4429 404 A1 ein Verfahren
und eine Vorrichtung zum Programmieren einer Fernbedienungseinheit
sowie eine programmierbare Fernbedienungseinheit bekannt. Die Programmiervorrichtung
für die
Fernbedienungseinheit weist eine Recheneinheit, einen Speicher,
eine Eingabeschnittstelle zur Eingabe komprimierter Codes für Fernbedienungen
und eine Ausgabeschnittstelle zur Übertragung dieser Codes in
eine programmierbare Fernbedienungseinheit auf. Bei der Programmiervorrichtung
ist ein Codeumsetzer zum Analysieren der über die Schnittstelle eingegebenen
komprimierten Codes und zur Erzeugung eines neuen komprimierten
Codes aus den analysierten Daten vorgesehen.
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Diese Programmiervorrichtung ist
insbesondere zur Programmierung einer Fernbedienungseinheit geeignet,
die eingerichtet ist zur ausschließlichen Verarbeitung komprimierter
Codes mit einem bestimmten, vorgegeben Datenformat.
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Die in die Programmiervorrichtung
eingegebenen Codes werden analysiert, neu codiert und komprimiert,
bevor sie in die programmierbare Fernbedienungseinheit übertragen
werden. Die Fernbedienungseinheit muß dann nur noch solche Codes decodieren
und in Fernbedienungssignale umwandeln, die nach einer vorgegeben
Methode codiert und komprimiert wurden und deren Datensätze daher
ein einheitliches Format haben. Die Analyse der unterschiedlichen
komprimierten Codes wurde von der Fernbedienungseinheit in die Programmiereinheit verlegt.
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Der Nachteil besteht darin, daß hier ein
externes Programmiergerät
erforderlich ist. Die Fernbedienung kann keine unterschiedliche
zu übertragenden
Signale (Makros) auslösen.
Auch zeigt die Fernbedienung die Bedeutung der gesendeten Befehle nicht
direkt an.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher,
eine frei programmierbare Fernbedienung mit direkter Senderanwahl
für elektrische
Geräte
zu schaffen, bei der durch einen einzelnen Tastendruck mehrere Signale, die
aus einer beliebigen Kombination von Signalpaketen bestehen, gesendet
werden.
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Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine frei
programmierbare Fernbedienung mit direkter Senderwahl für elektrische
Schalteinrichtungen oder elektrische Geräte, wobei diese mit einem Bedienfeld
für unterschiedliche
Fernbedienungsbefehle, einer Sendeeinrichtung, einer Empfangseinrichtung
in jeder Schalteinrichtung oder jedem Gerät zur drahtlosen Übertragung
der Fernbedienungsbefehle sowie einer Stromversorgung ausgestattet
ist, einen Speicherbereich für
einen praktisch willkürlichen
Zugriff durch den Fernbedienungsbenutzer enthält und dieser Speicherbereich
in mindestens 2er-Gruppen unterteilt und mit digitalen Informationen
ladbar ist. Jeder Gruppe des Speicherbereiches ist eine Gruppentaste
auf der Fernbedienung zum Zwecke ihrer Inanspruchnahme zugeordnet.
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Zur Ladung einer Gruppe muß vom Anwender
eine vorgegebene Prozedur eingehalten werden, damit wirksam vermieden
wird, daß eine
Ladung der Gruppe nicht irrtümlich
vorgenommen wird. Dazu ist in der Fernbedienung eine Ladezugriffsperre
in Form eines Programms vorgesehen. Nach Überwindung (Freigabe) der Sperre
kann dann vom Bediener einer bestimmten Gruppe des Speicherbereiches
eine Zahl zwischen 0 und 9999 über
die Betätigung
der üblichen
Zifferntastatur manuell zugewiesen werden. Neben den für Fernbedienungen
bekannten üblichen Tasten
Ziffern 0 bis 9 und Funktionstasten enthält die frei programmierbare
Fernbedienung noch weitere Tasten. Diese sind als Gruppentasten
ausgelegt und dienen dem Zugriff auf den Inhalt des frei verfügbaren Speicherbereiches.
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Nach Betätigung einer der Gruppentasten wird
von der Sendeeinrichtung der Fernbedienung genau die Ziffernfolge
ausgesendet, die in einer der gerade bedienten Taste zugeordneten
Gruppe gespeichert ist. Das äußerst sich
so, daß die
Fernbedienung eine für
die Empfangseinrichtung entsprechende Informationen aussendet, und
zwar in der Art, als seien manuell die entsprechenden Zifferntasten
betätigt
worden.
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Die wesentliche Neuerung der Erfindung
ist, daß durch
einen einzelnen Tastendruck mehrere Signale hintereinander gesendet
werden. Die Signale können
aus einer beliebigen Kombination von Signalpakten bestehen, die
von den anzusteuernden Geräten
als eine Ziffernfolge für
die Anwahl eines Programmplatzes oder Folge von Grundfunktionen
zur Gerätesteuerung
oder auch Kombination von Ziffern und Grundfunktionen bewertet werden
und die entsprechenden Funktionen im jeweiligen Gerät auslösen. Die
vom Bediener durch den Tastendruck ausgelöste Sequenz wird auf der Taste
oder in geeigneter Weise, beispielsweise auf einem Display der Fernbedienung
dem Bediener angezeigt.
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Die Folge von Signalen sowie die
Zuweisung der erstellten Signalpakte zu einzelnen Tasten ist für den Benutzer
frei programmierbar und kann durch diesen vorgenommen werden.
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Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung
näher erläutert werden.
Die frei programmierbare Fernbedienung besteht im wesentlichen aus
einem Gehäuse
mit dem Bedienfeld. Das Bedienfeld besteht aus den Zifferntasten
0 bis 9, den Funktionstasten und den Gruppentasten. Im Gehäuse ist
ein Micro-Controller, der Speicherbereich und die Stromversorgung
angeordnet.
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Der Benutzer der Fernbedienung möchte beispielsweise
nicht immer die Ziffernfolge 1-3-5-7 sequentiell per manuellem Tastendruck
der 1-Taste, 3-Taste, 5-Taste und 7-Taste des Zifferntastenblocks eingeben,
um einen bestimmten Sender – beispielsweise
einen Fernsehsender – aufzurufen.
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Um diese oft als störend empfundene
Tastenbetätigungen
zu umgehen, kann die Ziffernfolge über den Speicherbereich einer
der Gruppentasten zugeordnet werden. Dazu wird eine der Gruppen, beispielsweise
einer 4er-Gruppe des Speicherbereiches mit den Ziffern 1-3-5-7 geladen
und der entsprechenden Gruppentaste zugeteilt.
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Um ein ungewolltes Überschreiben
einer bereits programmierten 4er-Gruppe zu vermeiden, ist eine Ladezugriffssperre
vorgesehen. Der Bediener muß hier
eine Prozedur abarbeiten, um die Sperre zu überwinden. Erst danach kann
die Ladeprozedur durchgeführt
werden. Bei der Ladung des Speicherbereiches wird einer der Gruppentasten,
beispielsweise der Taste XY – XY
steht hier für
beliebige, nur visuelle Identifikation einer Taste per Markierung,
Etikett oder Beschriftung – die
Ziffernfolge 1-3-5-7 zugewiesen. Die entsprechend belegte Taste
XY enthält dann
ein Signalpaket bestehend aus der Ziffernfolge 1-3-5-7 und schaltet
direkt zum Programmspeicherplatz. Nach Betätigung der Taste XY sendet
die Fernbedienung die entsprechenden Signale für die Ziffern 1-3-5-7 sequentiell
aus. Sie simuliert also die manuelle Betätigung der Zifferntasten „1", „ 3", „5" und „7".
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Die automatisierte, sequentielle
Simulation von eigentlich manuellen Tastenbetätigungen ist nicht beschränkt, das
heißt
es können
2 bis unendlich viele Ziffern in einer Folge ausgesendet werden.
Dabei können
in solchen Sequenzen auch die entsprechenden Informationen von anderen
Tasten, die auf der Fernbedienung neben den Zifferntasten vorhanden
sind, enthalten sein. Beispiel für
eine denkbare Sequenz wäre „Einschalttaste", „1-Taste", „3-Taste", „5-Taste", „7-Taste" und „OK-Taste". Dies entspräche dann
der automatisierten Nachbildung der manuellen Betätigung von
6 Tasten.