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Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zum Verpressen von Vliesen aus Streugut, in dem ein Vlies in einem
Heißverpressungsschritt
erwärmt
und verpresst wird, z.B. bei der Herstellung von Werkstoffplatten.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zum Verpressen
von Vliesen aus Streugut.
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Verfahren und Vorrichtungen der vorgenannten
Art sind bekannt und werden bei der Herstellung von Bau- und Isolationswerkstoffen
oder ähnlichem verwendet.
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Ein bekanntes Problem bei der Heißverpressung
von Vliesen ist die Bildung von Spaltern und Blasen infolge einer
hohen Feuchtigkeit, welche sich im Streugut befindet und nicht während des
Heißpressvorgangs
abgeführt
werden kann. Diese Feuchtigkeit erzeugt beim Heißpressen einen Dampfdruck, welcher
eine ausreichende Verpressung und Verbindung des Streuguts verhindert
und somit zu den vorgenannten Spaltern und Blasen führt. Regelmäßig wird
daher angestrebt, die Feuchtigkeit des Streuguts möglichst
weit zu verringern, bevor der Heißpressvorgang beginnt.
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In diesem Zusammenhang offenbart
die
EP 0 695 609 A2 ,
die Feuchtigkeit des Streuguts beim Vorerwärmungsvorgang durch zusätzliche
Verfahrensmaßnahmen
einzustellen, nämlich
zu verringern, um zu verhindern, dass ein bestimmter Feuchtigkeitsgehalt
im Streugut überschritten
wird, wenn der Heißpressvorgang
beginnt. Gemäß dem beschriebenen
Verfahren wird das Streugut zum Zwecke der Vorerwärmung mit
einem klimatisierten Fluid aus Luft und Wasserdampf durchströmt und eine
gewisse Kondensation des Wasserdampfs in dem Streugut in Kauf genommen.
Die Feuchte des erwärmten
Streugutes wird erforderlichenfalls z.B. dadurch eingestellt, dass
es vor dem Durchleiten des klimatisierten Fluids einem Trocknungsprozess
unterworfen wird. Hierdurch wird allerdings nachteiligerweise nicht
verhindert, dass sich bei Durchführung
des beschriebenen Verfahrens in der Plattenmitte ein hoher Feuchtegehalt
einstellt; denn die Erwärmung
des Streuguts erfolgt regelmäßig über Heizplatten
von außen
nach innen; der Dampfstrom folgt nämlich der Erwärmungsrichtung
und reichert sich in der Plattenmitte an.
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Ein weiteres Problem bei der Heißverpressung
von Vliesen aus Streugut ist die ungleichmäßige Erwärmung der Vliese. Aufgrund
der niedrigen Wärmeleitfähigkeit
des Streuguts kann mit kostengünstigen
Erwärmungsverfahren,
wie beispielsweise Kontakterwärmung,
konvektiver und/oder zwangskonvektiver Wärmeübertragung regelmäßig zwar eine
ausreichende Erwärmung
der Ober- bzw. Außenflächen des
Vlieses erzielt werden, jedoch bleibt der Kernbereich des Vlieses
unterhalb der Temperatur des Randbereichs und wird häufig nicht
ausreichend erhitzt, um eine ausreichende Verdichtung und Verbindung
des Streuguts zu erzielen. Als Folge hiervon treten im Kernbereich
Spalter, Blasen oder Risse auf, welche die Festigkeit des heißverpressten
Vlieses verringern.
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Insbesondere ist aus der
DE 196 10 755 A1 bekannt,
zum Erzielen einer über
den Querschnitt gleichmäßigen Wärmeverteilung
vor dem Heißverpressungsschritt
eine Vorwärmung
des Vlieses durchzuführen.
Auf diese Weise wird erreicht, dass das Vlies bereits zu Beginn
des Heißverpressungsschrittes
eine gegenüber
der Umgebungstemperatur erhöhte
Temperatur aufweist.
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Es ist zudem bereits bekannt, mit
dem Ziel einer gleichmäßigen Durchwärmung eines
Vlieses vor einer Heißpressung
Wasser auf die Oberfläche eines
Vlieses zu applizieren, um während
der Pressung das verdampfende Wasser als Wärme transportmedium in das Vliesinnere
(den späteren
Plattenkern) zu nutzen; derartige Anlagen waren im Markt jedoch
bislang nicht erfolgreich, da es häufig zu nicht beherrschbaren
Verfahrensabläufen
kam.
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Der Erfindung liegt die primäre Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren bereitzustellen, welches eine Heißverpressung
von Vliesen im Wesentlichen ohne die Bildung von Spaltern, Rissen
oder ähnlichem
ermöglicht
und mit dem im Vergleich mit den bekannten Verfahren eine besonders
hohe Festigkeit der heißverpressten
Vliese erzielt wird. Die Heißverpressung sollte
zudem vorzugsweise ohne eine hinsichtlich der Bindungsfestigkeit
kontraproduktive Kondensatbildung im Vliesinneren ablaufen und im
Vergleich mit herkömmlichen
Verfahren bei gleicher Produktqualität eine reduzierte Presszeit
ermöglichen.
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Der Erfindung liegt weiterhin die
Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Ausführung des vorgenannten Verfahrens
bereitzustellen.
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Die primäre Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch
ein Verfahren zum Verpressen von Vliesen aus Streugut, mit folgenden
Schritten:
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- – Bereitstellen
eines Vlieses aus Streugut (z.B. pflanzlichen Fasern und Spänen, insbesondere auf
Strohbasis),
- – Einstellen
des Vlieses auf eine Temperatur im Bereich von 50 – 80 °C, einen
Gesamtfeuchtegehalt im Bereich von 3 – 5 Gewichtsprozent und einen
Oberflächenfeuchtewert
auf zumindest einer Vliesoberfläche
im Bereich von 50– 200
g Flüssigkeit
pro m2 (abhängig von der Dicke der herzustellenden
Platte; bei Platten ab einer Dicke von 16 mm bevorzugt 100–200 g/m2)
- – Heißverpressen
des Vlieses
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Die Erfindung beruht auf der überraschenden
Erkenntnis, dass sich ein Vlies aus Streugut (insbesondere ein Vlies
aus pflanzlichen Spänen
oder Fasern) besonders schnell zu einer Platte mit bemerkenswert
hoher Stabilität
und zumindest im Wesentlichen spalterfreier Struktur verpressen
lässt,
wenn die Vliesparameter Temperatur, Gesamtfeuchte und Oberflächenfeuchte
zu Beginn des Heißverpressens wie
vorstehend definiert eingestellt sind. Werden einer oder mehrere
der genannten Parameter nicht auf einen Wert eingestellt, wie er
für das
erfindungsgemäße Vertah ren
angegeben ist, lässt
sich der Gesamtprozess nicht in der angestrebten Weise optimieren.
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Vorzugsweise wird das Vlies zum Einstellen seiner
Temperatur mittels einer Vorerwärmungsvorrichtung
vorerwärmt,
wie nachfolgend noch weiter ausgeführt wird.
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Zum Einstellen des Gesamtfeuchtegehalts auf
einen erfindungsgemäßen Wert
kann das eingesetzte Streugut vorab oder das daraus hergestellte Vlies
getrocknet werden, z.B. falls das eingesetzte Streugut eine zu hohe
Anfangsfeuchte besitzt.
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Vorteilhafterweise wird das erfindungsgemäße Verfahren
so ausgestaltet, dass sich ein z.B. durch Trocknung des Vlieses
auf einen Wert im erfindungsgemäßen Bereich
eingestellter Gesamtfeuchtegehalt bis zum nachfolgenden Heißpressschritt
nur um maximal 0,2 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmasse des Vlieses
ohne Oberflächenwasser,
verändert.
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Zum Einstellen eines erfindungsgemäßen Wertes
für die
Oberflächenfeuchte
wird das Vlies (insbesondere ein Vlies aus pflanzlichen Spänen oder
Fasern) üblicherweise
vor und/oder nach dem Vorerwärmen
oberflächlich
mit einem Fluid befeuchtet; hierauf wird nachfolgend noch im Detail
eingegangen.
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Das Befeuchten des Vlieses kann beispielsweise
mittels Besprühen
oder Benetzen oder einer Kombination aus den vorgenannten Verfahren
erfolgen.
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Die oberflächliche Befeuchtung des Vlieses kann
einerseits vorteilhaft in einem separaten Schritt vor der Vorerwärmung des
Vlieses erfolgen, d.h. vor der Einstellung eines erfindungsgemäßen Wertes
für die
Vliestemperatur. Da das Vorerwärmen
bei Einsatz von Wasser als Befeuchtungsmittel nicht zu einem signifikanten
Verdampfen des Wassers führt, ändert sich
hierbei der eingestellte Wert für
die Oberflächenfeuchte
nicht signifikant; bei Verwendung anderer Befeuchtungsmittel wird
der Fachmann den Einfluss der Vorerwärmung auf den Wert für die Oberflächenfeuchte
bei der Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Verfahrens berücksichtigen.
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Alternativ kann die Befeuchtung vorteilhaft
in einem separaten Schritt nach einem Vorerwärmungsschritt, d.h. zwischen
der Vorerwärmung
und der Heißverpressung des
Vlieses erfolgen. Die Vorerwärmung
kann dann vorteilhaft z.B. mittels Durchleitung trockener erwärmter Luft
(siehe dazu unten) und bei einer niedrigen Durchschnittsfeuchte
des Vlieses erfolgen, d.h. ohne Kondensatbildung.
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Weiterhin ist es in manchen Fällen sinnvoll, dass
eine Befeuchtung des Vlieses sowohl vor der Vorerwärmung als
auch – nochmals – nach der
Vorerwärmung
erfolgt, so dass die vorteilhafte Wirkung der Befeuchtung sowohl
beim Vorerwärmungsvorgang
als auch beim Erwärmungsvorgang
während des
Heißpressens
erzielt wird.
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In allen drei für besonders geeignete Zeitpunkte
der Befeuchtung genannten Fällen
wird bei der Heißverpressung
des Vlieses nach Einstellung der erfindungsgemäß relevanten Parameter eine gleichmäßige Durchwärmung erzielt.
Der Wärmetransport
erfolgt dabei nach Pressbeginn aufgrund der Konvektion verdampften
Oberflächenwassers.
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Die Befeuchtung bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
erfolgt regelmäßig so,
dass die Oberflächen
des Vlieses zumindest partiell (d.h. nicht auf ganzer Fläche), zum
Erreichen einer gleichmäßigen Durchwärmung des
Vlieses aber vorteilhafterweise gleichmäßig auf ganzer Fläche befeuchtet
werden. Zum Erreichen des angestrebten Dampfstoßeffektes wird nur eine geringe
Wassermenge eingesetzt, die vorteilhafterweise geringer ist als
200 g Wasser/m2 Vliesoberfläche (Oberseite
und/oder Unterseite), insbesondere wenn aus dem Vlies eine Platte
mit einer Dicke im Bereich von 16 – 19 mm hergestellt werden soll.
Vorteilhafterweise wird das erfindungsgemäße Verfahren dabei so ausgestaltet,
dass sich die durch den Befeuchtungsschritt applizierte Masse an
Oberflächenwasser
(Verhältnis
der Masse an Oberflächenwasser
zur Fläche
der befeuchteten Oberfläche) bis
zum nachfolgenden Erwärmungsschritt
um maximal 10 % verändert,
bezogen auf die Gesamtmasse an Oberflächenwasser des frisch befeuchteten
Vlieses. Häufig
wird mit sehr gutem Erfolg Oberflächenwasser im Bereich von 100 – 150 g/m2 auf das Vlies appliziert.
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Durch eine gleichmäßige Befeuchtung
zumindest einer, vorzugsweise aber beider Vliesoberflächen auf
vorzugsweise ganzer Fläche
(vollständige
Befeuchtung) wird regelmäßig eine
besonders gleichmäßige Durchwärmung erzielt.
Bei unsachgemäßer vollständiger Befeuchtung
besteht andererseits jedoch eine gewisse Gefahr, dass eine unzulässig hohe
Restfeuchte im Vlies verbleibt, welche die Bindefes tigkeit des Streuguts
so vermindert, wie es aus dem Stand der Technik für überfeuchte Vliese bekannt ist. Um diesem nachteiligen
Effekt entgegenzuwirken, kann es in Einzelfällen vorteilhaft sein, nur Teilbereiche
der Oberflächen
der Vliese zu befeuchten, d.h. eine nur partielle Befeuchtung vorzunehmen.
So kann beispielsweise ein Aufbringen von Fluid in Form eines Musters,
wie zum Beispiel eines Gitters oder einer anderen Struktur erfolgen.
In diesem Fall wird bei geeigneter Wahl des Auftragsmusters eine
ausreichende Gleichmäßigkeit
an Durchwärmung
erzielt. Zur Befeuchtung können
z.B. auf Rechen montierte Sprühdüsen und/oder
Schleuderwalzen eingesetzt werden; die Befeuchtung erfolgt vorzugsweise
ohne Kontakt zwischen Vlies und Befeuchtungsvorrichtung (z.B. Sprühdüse), um
einer Vliesablösung
vorzubeugen.
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Es ist zwar im Rahmen der Erfindung
nicht ausgeschlossen, auch die Seitenflächen bzw. -kanten des Vlieses
zu befeuchten, dies ist aber häufig eher
nachteilig. Es wurde festgestellt, dass insbesondere bei Befeuchtung
der Vlies-Ober- und/oder Unterseite ohne Befeuchtung der Seitenflächen die
vorteilhafte beobachtete Wirkung erzielt wird.
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Eine weitere vorteilhafte Verfahrensgestaltung
sieht vor, dass zur Befeuchtung flüssiges Wasser und/oder Wasserdampf
verwendet wird:
Die Verwendung von Wasser ist besonders kostengünstig und
ermöglicht
eine umweltfreundliche Produktion. Darüber hinaus hat sich gezeigt,
dass Wasser/Wasserdampf eine ausreichende Gleichmäßigkeit
bei der Vlies-Erwärmung
bewirken kann. Es ist in manchen Fällen sinnvoll, Fluide zu verwenden,
deren physikalische Eigenschaften noch vorteilhafter für die bezweckte
Wirkung sind, so zum Beispiel einen a) niedrigeren Dampfdruck und/oder
eine b) höhere Wärmeleitfähigkeit
und/oder c) einen besseren Wärmeübergang
zu dem Streugut des Vlieses als Wasser aufweisen. Aus Kostengründen und
aufgrund der zufriedenstellenden Ergebnisse ist es jedoch bevorzugt,
Wasser und/oder Wasserdampf zu verwenden.
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In vorteilhafter Weise kann bei der
Befeuchtung zusätzlich
ein Trennmittel auf die Vliese aufgetragen werden.
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Durch das Trennmittel wird erreicht,
dass die Haftung des Vlieses an der Vorwärmvorrichtung und/oder der
Heißpressvorrichtung
verringert wird, wodurch eine höhere
Produktionssicherheit und Produktqualität erreicht wird. Insbesondere
wird der Entformungsvorgang aus der Heißpressvorrichtung erleichtert.
Ein separater Trennmittelauftrag, der das Verfahren aufwändiger und
langwieriger macht, kann entfallen. Durch den kombinierten Auftrag
von Befeuchtungsmittel und Trennmittel wird somit eine Vereinfachung
des Heißpressverfahrens
und folglich eine kostengünstigere
Produktion erreicht.
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Das Trennmittel kann dabei entweder
dem Befeuchtungsmittel beigemischt werden oder während des Befeuchtungsvorgangs über separate
Zuführmittel
zugeführt
werden. So kann es insbesondere vorteilhaft sein, dass Trennmittel
im Anschluss oder gegen Ende der Befeuchtung beizumischen oder aufzutragen,
um zu vermeiden, dass das Trennmittel durch das Befeuchtungsmittel
weggespült
oder in das Vlies hineingetragen wird.
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Eine vorteilhafte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht darin, dass das Vlies bei der Vorerwärmung und/oder Heißverpressung
mittels direkter Wärmeübertragung,
Strahlungserwärmung,
konvektiver Wärmeübertragung und/oder
zwangskonvektiver Wärmeübertragung
erwärmt
wird.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht
vor, dass die Erwärmung
des Vlieses bei der Vorerwärmung
mittels Durchsaugen von erwärmter, vorzugsweise
trockener Luft (Luft mit einer relativen Luftfeuchtigkeit < 30%) erfolgt.
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Bei einer Vorerwärmung mittels trockener Luft
werden im Unterschied zur technischen Lehre der
EP 0 695 609 A2 keine relevanten
Wassermengen in das Vlies eingetragen. Die Einstellung der Oberflächenfeuchte
und der Gesamtfeuchte erfolgt außerhalb der Vorwärmstation;
eine Überfeuchtung und
eine zu hohe Restfeuchte können
sicher vermieden werden.
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Eine Warmluftdurchsaugung wird dabei
vorzugsweise senkrecht zu den Oberflächen, d. h. parallel zu den
Seitenkanten oder -flächen
des Vlieses erfolgen.
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Das vorgenannte Verfahren kann in
vorteilhafter Weise weitergebildet werden, indem die Durchsaugrichtung
während
des Vorerwärmens und/oder
Heißverpressens
mindestens einmal geändert,
insbesondere umgekehrt wird.
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Da die erwärmte Luft während der Durchsaugung Wärme an das
Vlies abgibt, kühlt
sich diese warme Luft ab, wodurch eine höhere Erwärmung derjenigen Seite des
Vlieses erfolgt, auf die die warme Luft zuerst trifft, als derjenigen
Seite, auf der die warme Luft aus dem Vlies austritt. Durch eine Änderung der
Durchsaugrichtung, vorzugsweise um 180°, können die Seite, an der die
Warmluft in das Vlies eintritt, und die Seite, an der die warme
Luft aus dem Vlies austritt, vertauscht und somit eine gleichmäßigere Erwärmung als
bei lediglich einseitiger Durchsaugrichtung erzielt werden. Durch
eine mehrmalige Änderung
der Durchsaugrichtung kann die Gleichmäßigkeit der Erwärmung weiter
gesteigert werden.
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Regelmäßig ist im erfindungsgemäßen Verfahren
dem Streugut zum Erreichen einer ausreichenden Festigkeit des verpressten
Vlieses ein Bindemittel, insbesondere ein Bindeharz, zugesetzt.
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Das Bindeharz kann dabei ein thermoplastischer
Kunststoff sein, der im Heißpressvorgang durch
die zugeführte
Wärme aufschmilzt
und das Streugut durchdringt. Weiterhin kann das Bindemittel ein
hitzevernetzender Kunststoff sein, der in flüssiger oder fester (zum Beispiel
Pulver- oder Granulat-)Form in das Streugut eingebracht wird, sich
unter der Hitzeeinwirkung beim Heißpressvorgang zunächst verflüssigt und
das Streugut durchdringt und nachfolgend in Folge einer chemischen
Reaktion vernetzt. Weiterhin ist es manchmal von Vorteil, das Bindemittel
als mehrkomponentigen Kunststoff einzubringen, dessen Bestandteile
sich bei Erwärmung vermischen
und auf diese Weise eine Vernetzung aufgrund chemischer Reaktion
auslösen.
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Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemäße Pressverfahren
ausgeführt
werden, indem mehrere Vliese aus Streugutschüttungen übereinander geschichtet werden
und Bereiche der Oberflächen
jedes einzelnen Vlieses zuvor so befeuchtet werden, dass der jeweilige
Oberflächenfeuchtewert im
erfindungsgemäßen Bereich
von 50 – 200
g Flüssigkeit
pro m2 liegt.
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Dabei können Vliese aus gleichen oder
unterschiedlichen Streugütern übereinander
geschichtet werden. Die Befeuchtung der Oberflächen jeder einzelnen Schicht
bewirkt eine gezielte Einbringung von Fluid in das Innere, d.h.
den Kernbereich des jeweiligen Vlieses, wodurch eine besonders vorteilhafte
Durchwärmung
und gleichmäßige Erwärmung des Vlieses
erzielt wird.
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Dabei kann zusätzlich vorgesehen sein, dem Befeuchtungsfluid
ein Bindemittel beizumischen, welches die Haftung der übereinander
geschichteten Vliese untereinander verbessert.
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Schließlich kann das erfindungsgemäße Verfahren
weitergebildet werden, indem der Feuchtegehalt in und/oder auf den
Vliesen mittels Feuchtesensoren erfasst wird und das Signal der
Feuchtesensoren verwendet wird, um die zu applizierende Befeuchtungsmenge
zu steuern.
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Die Erfassung des Feuchtegehalts
kann dabei vorteilhaft, insbesondere wenn zur Erwärmung des
Vlieses eine Warmluftdurchsaugung verwendet wird, in der Weise erfolgen,
dass der Feuchtegehalt der aus dem Vlies austretenden warmen Luft
mittels Feuchtesensoren erfasst und aus diesem Feuchtegehalt zum
Beispiel anhand empirisch gewonnener Vergleichsdaten berechnet wird,
wie hoch der Feuchtegehalt im Vlies selbst ist. Weiterhin wird der
Feuchtegehalt vorzugsweise mittels Feuchtesensoren erfasst, welche
unmittelbar an der Vorwärmvorrichtung oder
der Heißpressvorrichtung
befestigt sind und auf der Oberfläche des Vlieses aufliegen oder
in das Vlies hineinragen.
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Eine Steuerung der Befeuchtungsmenge kann
dann beispielsweise in der Weise erfolgen, dass, sofern eine kontinuierliche
Verpressung von Vliesen erfolgt, der Feuchtegehalt zeitgleich mit
der Befeuchtung erfasst wird und eine Steuerung der Befeuchtungsmenge
in Echtzeit erfolgt. Alternativ ist es möglich, eine erste Befeuchtung
vorzunehmen, nachfolgend den Feuchtegehalt zu bestimmen und in einem
zweiten Befeuchtungsvorgang eine anhand des zuvor bestimmten Feuchtegehalts
errechnete Feuchtemenge zuzuführen,
um einen vorbestimmten Feuchtegehalt zu erreichen.
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Bei diskontinuierlich betriebenen
Pressverfahren ist einerseits denkbar, wiederum, wie zuvor beschrieben,
während
der Befeuchtung den Feuchtegehalt zu erfassen und eine Steuerung
der Befeuchtungsmenge in Echtzeit vorzunehmen. Alternativ ist es
bei diskontinuierlichen Pressverfahren möglich, sofern Vliese vergleichbarer
Art nacheinander verpresst werden, den Feuchtegehalt eines ersten Vlieses
nach der Befeuchtung zu erfassen und die Befeuchtung eines nachfolgenden,
zweiten Vlieses anhand des an dem vorangegangenen ersten Vlies erfassten
Feuchtegehalt zu steuern. Auf diese Weise wird eine iterative Annäherung an
einen vorbestimmten Feuchtegehalt erreicht und dieser Feuchtegehalt gehalten.
Bei dieser Vorgehensweise müssen
gegebenenfalls die ersten nach dem Anlaufen des Pressverfahrens
verpressten Vliese als Ausschuss aussortiert werden.
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- Eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeignete erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Verpressen eines Vlieses aus Streugut umfasst
- – Mittel
zum Einstellen des Vlieses auf eine Temperatur im Bereich von 50 – 80 °C (nachfolgend auch
Vorerwärmungsvorrichtung
genannt),
- – gegebenenfalls
Mittel zum Einstellen des Vlieses auf einen Gesamtfeuchtegehalt
im Bereich von 3 – 5
Gewichtsprozent,
- – eine
Vorrichtung zum Einstellen des Vlieses auf einen Oberflächenfeuchtewert
auf zumindest einer Vliesoberfläche
im Bereich von 50 – 200
g Flüssigkeit
pro m2 (nachfolgend auch Befeuchtungsvorrichtung
genannt) und
- – eine
Vorrichtung zum Heißverpressen
des Vlieses zu einer Platte (nachfolgend auch Heißpressvorrichtung
genannt).
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Die Heißpressvorrichtung umfasst dabei
in üblicher
Weise Mittel zur Übertragung
von Wärme auf
ein Vlies, typischerweise Heizplatten zur flächigen Anlage an eine Vliesobertläche.
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In einer erfindungsgemäßen Vorrichtung (nachfolgend
auch Pressvorrichtung genannt) ist die Befeuchtungsvorrichtung üblicherweise
vor und/oder nach der Vorerwärmungsvorrichtung
angeordnet und vorzugsweise dazu ausgelegt, Vliese sowohl von oben
als auch unten zu befeuchten (vorzugsweise simultan). Dabei sind
die Begriffe „vor" und „nach" im Sinne einer zeitlichen
Abfolge der entsprechenden Ver fahrensschritte zu verstehen. Darüber hinaus
ist unter einer Befeuchtung nach dem Vorerwärmen zu verstehen, dass die
Befeuchtung zeitlich zwischen dem Vorerwärmungsschritt und dem Heißpressvorgang
erfolgt, so dass sich, wie zuvor im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
beschrieben, die oberflächliche
Befeuchtung auf den Erwärmungsvorgang
beim Heißpressen
auswirken kann.
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Regelmäßig kann, sofern die erfindungsgemäße Pressvorrichtung
als Abfolge von Behandlungsstationen ausgeführt ist, die von den Vliesen durchlaufen
werden, die Befeuchtungsvorrichtung vor oder hinter der Vorerwärmungseinrichtung
angeordnet sein, bezogen auf die Durchlaufrichtung der Vliese durch
die Behandlungsstationen. Weiterhin ist es möglich, die Befeuchtungsvorrichtung örtlich an gleicher
Stelle wie die Vorerwärmungseinrichtung
anzuordnen und eine zeitliche Steuerung in der Weise vorzusehen,
dass die Befeuchtung (zeitlich) vor der Vorerwärmung oder nach der Vorerwärmung erfolgt.
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Die erfindungsgemäße Pressvorrichtung umfasst
als Befeuchtungsvorrichtung üblicherweise Flüssigkeitsverteilungsmittel,
welche dazu ausgebildet sind, eine Flüssigkeit gleichmäßig oder
z.B: in Form eines vorbestimmten Musters auf die Oberfläche der
Vliese aufzutragen. Derart ausgestaltete Flüssigkeitsverteilungsmittel
ermöglichen
in der Praxis eine einfache Dosierung und einen besonders wirksamen
Dampfstoßeffekt.
Die Befeuchtungsvorrichtung kann dementsprechend beispielsweise Sprühköpfe oder
Sprühdüsen umfassen,
welche mit Mitteln zur Zuführung
des Befeuchtungsfluids, wie beispielsweise Rohrleitungen, Speicherwannen
oder -tanks und in den Rohrleitungen angeordneten Dosierventilen
verbunden sind. Insbesondere können z.B.
auf Rechen montierte Sprühdüsen und/oder Schleuderwalzen
eingesetzt werden; in jedem Falle sollten die Flüssigkeitsverteilungsmittel
aber so angeordnet sein, dass die Befeuchtung ohne Kontakt zwischen
Vlies und Befeuchtungsvorrichtung (z.B. Sprühdüse) stattfindet, um so einer
Vliesablösung vorzubeugen.
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Die erfindungsgemäße Pressvorrichtung umfasst
vorzugsweise eine Feuchtigkeitsmesseinrichtung mit Sensormitteln,
die den Feuchtegehalt in und/oder auf den Vliesen erfassen.
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Als Sensormittel sind alle bekannten
Feuchtigkeitssensoren verwendbar, insbesondere die in heute üblichen
Feuchtigkeitsmessanlagen eingesetzten Infrarotsensoren.
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Diese Sensormittel können aber
beispielsweise auch in der Weise ausgebildet sein, dass der elektrische
Widerstand zwischen zwei voneinander beabstandeten Elektroden gemessen
wird, welche auf das Vlies aufgelegt oder in das Vlies eingeführt sind.
Aus dem gemessenen Widerstand kann, bei bekanntem Abstand der Elektroden
voneinander, auf den Feuchtegehalt des Vlieses im Bereich zwischen den
Elektroden geschlossen werden.
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Die Sensormittel können an
einem oder mehreren Orten innerhalb der erfindungsgemäßen Pressvorrichtung
eingesetzt werden. Insbesondere können die Sensormittel vor oder
nach der Vorwärmstation
bzw. einer dieser vor- oder nachgeschalteten Befeuchtungsstation
angeordnet sein. Weiterhin ist es möglich, die Sensormittel innerhalb
der Befeuchtungs- oder Vorwärmstation
anzuordnen. Schließlich ist
es möglich,
die Sensormittel im Bereich der Heißpressstation, d.h. insbesondere
vor oder in der Heißpressstation
anzuordnen. Mittels derart angeordneter Sensoren bzw. der zugeordneten
Feuchtigkeitsmessanlagen ist eine genaue Beobachtung des Feuchtegehalts
der Vliese während
des Durchlaufens der Behandlungsstationen des Heißpressvorgangs
möglich.
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Eine bevorzugte erfindungsgemäße Pressvorrichtung
umfasst Steuerungsmittel, die mit den Mitteln zum Einstellen des
Vlieses auf eine Temperatur im Bereich von 50 – 80 °C, den Mitteln zum Einstellen
des Vlieses auf einen Gesamtfeuchtegehalt im Bereich von 3 – 5 Gewichtsprozent,
der Vorrichtung zum Einstellen der Vlieses auf einen Oberflächenfeuchtewert
auf zumindest einer Vliesoberfläche im
Bereich von 50 – 200
g Flüssigkeit
pro m2 und/oder der Vorrichtung zum Heißverpressen
des Vlieses zu einer Platte zusammenwirken.
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Die Steuerungsmittel werden vorzugsweise so
mit den genannten weiteren Elementen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zusammenwirken, dass zuerst Vliese mit dem erfindungsgemäßen Eigenschaftsprofil
hergestellt und diese Vliese dann unter definierten Bedingungen
heißverpresst
werden.
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Beispielsweise können die Steuerungsmittel dabei
auf mit ihnen verbundene Wärmeübertragungsmittel
(in der Heißpressvorrichtung)
in der Weise einwirken, dass eine Temperatursteuerung und eine Steuerung
der Erwärmungszeit
erfolgt. Alternativ oder zusätzlich
können
die Steuerungsmittel den Pressdruck und die Pressdauer der Pressmittel,
die Befeuchtungsmenge und/oder die Auftragsrate bei der Befeuchtung
steuern. Insbesondere kann vorgesehen werden, dass die vorgenannten
Parameter in Abhängigkeit
von den durch die Sensormittel erfassten Daten gesteuert bzw. eingestellt
werden.
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Die Vorerwärmungsmittel können vorteilhafterweise
Mittel zur Durchsaugung erwärmter
Luft umfassen. Eine derartige Warmluftdurchsaugung bewirkt, wie
zuvor bereits beschrieben, eine besonders gleichmäßige und
wirksame Erwärmung
der Vliese. Dabei können
die Durchsaugungsmittel so ausgebildet sein, dass eine Änderung
der Durchsaugrichtung erfolgen kann, beispielsweise in Form einer
Umkehr (180°)
der Durchsaugrichtung, um die Erwärmungsgleichmäßigkeit
zu steigern. Schließlich
kann die erfindungsgemäße Pressvorrichtung
vorteilhafterweise ober- und/oder
unterhalb eines Aufnahmeraumes, in dem die Vliese angeordnet sind,
Siebe zum Erzielen einer gleichmäßigen Abführung der
Feuchte während
des Heißpressvorgangs
aufweisen.
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Diese Siebe ermöglichen einerseits eine besonders
wirksame Abfuhr der Feuchte aus den Vliesen, um die zuvor beschriebenen
Probleme beim Heißpressen
aufgrund von erhöhter
Feuchtigkeit der Vliese zu vermeiden. Weiterhin ermöglichen
die Siebe eine besonders einfache Warmluftdurchsaugung durch die
Vliese.
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Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
werden anhand der beiliegenden Zeichnung beschrieben. Darin zeigt:
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1 eine
Anlage zur Durchführung
eines bevorzugten erfindungsgemäßen Pressverfahrens.
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Die in 1 gezeigte
Anlage umfasst einen Formbandumlauf 1 zum Materialtransport
in Richtung des Pfeiles 2. Oberhalb des Formbandes ist eine
Streumaschine 4 vorgesehen, mittels derer Streugut unter
Vliesbildung auf das Formband gestreut werden kann. In Förderrichtung
hinter der Streumaschine 4 ist eine Flächengewichtswaage 5 angeordnet,
mittels derer das Gewicht aufgestreuter Vliese bestimmt werden kann.
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In Förderrichtung hinter der Flächengewichtswaage
befindet sich eine Vorerwärmungseinrichtung
(Vorwärmstation) 6 zum
Vorerwärmen
von Vliesen, die mittels des Formbandes 1 zur Vorwärmstation
transportiert werden. Die Vorwärmstation 6 umfasst
Mittel zum Einstellen des Vlieses auf eine Temperatur im Bereich
von 50– 80°C. Wiederum
in Förderrichtung
der Vorwärmstation
nachgeordnet ist eine Feuch- temesseinrichtung 7, die dazu eingerichtet
ist, den Feuchtegehalt in und auf den aus der Vorwärmstation 6 austretenden
Vliesen zu erfassen. Wiederum der Feuchtemesseinrichtung 7 nachgeordnet
sind Befeuchtungseinheiten 8 und 9 zum Befeuchten
der Vliesober- bzw. Vliesunterseite. Die Befeuchtungseinheiten stehen
mit der Feuchtemesseinrichtung 7 in Verbindung und sind
dazu eingerichtet, in Abhängigkeit
von dem Feuchtewert, welcher durch die Feuchtemesseinrichtung ermittelt
wird, eine definierte Wassermenge auf die Oberflächen (Ober- und Unterseite)
eines Vlieses so zu applizieren, dass auf einer oder beiden Oberflächen ein
Oberflächenfeuchtewert
im Bereich von 50–200
Wasser pro m2 vorliegt. In Förderrichtung
den Befeuchtungseinheiten 8, 9 nachfolgend befindet
sich eine Heißpresseinrichtung
(Heizpresse) 10 zum Heißverpressen eines vorgewärmten und
oberflächlich
befeuchteten Vlieses zu einer Platte.
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Im Betrieb wird aus der Streumaschine 4 vorgetrocknetes
Streugut auf das Formband 1 gestreut (wahlweise ein- oder
mehrschichtig, z.B. dreischichtig), so dass sich ein Vlies bildet.
Dieses Vlies wird in Richtung des Pfeiles 2 weitertransportiert,
wobei mittels der Flächengewichtswaage 5 das
Flächengewicht
des Vlieses bestimmt wird. In der Vorwärmstation 6 wird das
Vlies auf eine Temperatur im Bereich von 50–80°C vorerwärmt; wozu erwärmte trockene Luft
durch das Vlies gesaugt wird. Nach Austritt aus der Vorwärmstation 6 wird
der Feuchtegehalt im Vlies und auf den Oberflächen des Vlieses mittels der Feuchtemesseinrichtung 7 kontrolliert;
liegt der Gesamtfeuchtegehalt nicht im vorgeschriebenen Bereich
(3–5 Gew.-%
oder – unter
Berücksichtigung
der nachfolgenden Oberflächenbefeuchtung – eventuell etwas
unterhalb von 3 Gew.-%) so wird das Verfahren automatisch gestoppt.
Mittels der Befeuchtungseinheiten 8, 9 wird der
Obertlächenfeuchtewert
auf beiden Vliesoberflächen
auf 50–200
g Flüssigkeit
pro m2 eingestellt; je nach angestrebter
Plattendi cke liegt der Oberflächenfeuchtewert
dabei auf einem niedrigeren oder einem höheren Niveau innerhalb des
erfindungsgemäßen Bereiches.
Nach Durchlaufen der Befeuchtungseinheiten 8, 9 besitzt
das Vlies eine Temperatur im eingestellten Bereich von 50–80°C, einen
Gesamtfeuchtegehalt im Bereich von 3–5 Gew.-% und einen Oberflächenfeuchtewert
auf beiden Vliesoberflächen
im Bereich zwischen 50 und 200 g Flüssigkeit pro m2.
Das so eingestellte Vlies tritt nun in Richtung des Pfeiles 2 in
die Heizpresse 10 ein und wird dort auf übliche Weise
zu einer Platte verpresst. Innerhalb der Heizpresse findet dabei
eine schlagartige Verdampfung des Oberflächenwassers statt, die zu dem
eingangs beschriebenen Dampfstoßeffekt
führt.
Aufgrund der niedrigen Gesamtfeuchte des verpressten Vlieses kommt
es nicht in nennenswertem Umfang zur Bildung von Spaltern oder Blasen
im verpressten Vlies (der Platte). Aufgrund der erfindungsgemäßen Einstellung
der drei erfindungsgemäßen Parameter
Temperatur, Gesamtfeuchte und Oberflächenfeuchte ist eine überraschend schnelle
Heißverpressung
möglich.
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Die Erfindung wird nachfolgend noch
anhand zweier Beispiele weiter erläutert:
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Beispiel 1: Herstellung
einer Einschichtplatte
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Zur Herstellung einer Einschichtplatte
mit einer Fläche
von ca. 20 m2, einer Dicke von 16 mm und einer
Dichte von 750 kg/m3 aus Holzspänen wird
zunächst
ein Vlies aus mit Novolak-Pulverharz beleimten Spänen mit
einer Feuchte von 3 Gew.-% gebildet. Das Vlies hat eine Dicke von
ca. 100 mm. Vor dem Einlauf in die Vorwärmstation (vgl. 1) wird die Vliesoberseite
mit 120 g/m2 Wasser beaufschlagt (insoweit
Abweichung von der Anordnung der Elemente 6 und 8, 9 in 1).
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In der Vorwärmstation wird Warmluft mit
einer Temperatur von knapp unter 100°C für 60 Sekunden durch das Vlies
gesaugt. Dabei wird das Vlies auf eine Temperatur von ca. 75°C gebracht.
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Das so vorgewärmte und befeuchtete Vlies wird
in eine Einetagenpresse eingefahren und dort bei 220°C und einem
Presszeitfaktor von 14 s/mm zu einer Platte verpresst.
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Beispiel 2: Herstellung
einer Dreischichtplatte
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Zur Herstellung einer Dreischichtplatte
aus Stroh mit einer Fläche
von 35 m2, einer Dicke von 40 mm und einer
Dichte von 500 kg/m3 wurden mit PMDI (Isocyanat) beleimte Strohspäne eingesetzt. Der
Deckschichtanteil aus Stroh-Feinmaterial mit einer Korngrößer kleiner
3 mm beträgt
ca. 40 Gew.-% und der Gesamtfeuchtegehalt der Deckschicht ca. 5 Gew.-%.
Die Mittelschichtspäne
besitzen einen Anteil von 60 Gew.-% am Vlies-Gesamtgewicht (Summe der
drei Schichten) und wurden auf einen Feuchtegesamtgehalt von 3 Gew.-%
eingestellt (bezogen auf das Gesamtgewicht der Mittelschicht).
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Die Gesamtvliesdicke wird auf ca.
300 mm eingestellt.
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Das gestreute Dreischicht-Vlies wird
in einer Vorwärmstation
innerhalb von 30 Sekunden auf eine Vliestemperatur von ca. 60°C erwärmt. Hierzu
wird trockene Warmluft mit einer Temperatur von ca. 80°C durch das
Dreischicht-Vlies hindurchgesaugt, wobei die Durchsaugrichtung einmal
um 180° gedreht
wird. Aufgrund des angelegten Unterdrucks bei der Durchsaugung erfährt das
Vlies eine Verdichtung auf ca. 220 mm Dicke.
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Nach der Vorerwärmung wird die Oberflächenfeuchte
beider Deckschichten mittels einer Befeuchtungseinrichtung auf ca.
200 g Wasser pro m2 eingestellt und gleichzeitig
ein Trennmittel auf die Vliese appliziert.
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Eine anschließende Heißverpressung wird bei einer
Temperatur der Heizplatten von 190°C und bei einem Presszeitfaktor
von 12 s/mm vorgenommen.