DE10228003A1 - Turbine für einen Abgasturbolader - Google Patents
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Abstract
Eine Turbine für einen Abgasturbolader mit einem Turbinenrad, welches mehrere Turbinenradschaufeln aufweist, ist mit einem ersten Strömungskanal, welcher einen radialen Eintritt zu dem Turbinenrad aufweist, und mit einem zweiten Strömungskanal versehen, welcher einen halbaxialen Eintritt zu dem Turbinenrad aufweist. Am Eintritt des ersten Strömungskanals zu dem Turbinenrad ist ein variables Leitgitter zur Ermöglichung eines Motorbremsbetriebes angeordnet. Der Querschnitt zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln des Turbinenrades weist am halbaxialen Eintritt des zweiten Strömungskanals zu dem Turbinenrad ein Minimum auf.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Turbine für einen Abgasturbolader mit einem Turbinenrad, welches mehrere Tubinenradschaufeln aufweist, nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art. Des weiteren betrifft die Erfindung einen Abgasturbolader und eine Brennkraftmaschine.
- Gattungsgemäße Turbinen sind beispielsweise aus der
DE 34 27 715 C1 , derDE 39 08 285 C1 , derDE 43 30 487 C1 oder derDE 196 15 237 C2 bekannt. - Die Turbinenräder dieser Turbinen werden über jeweilige Anströmfluten bzw. Strömungskanäle sowohl radial als auch halbaxial angeströmt, wobei der radiale Anströmquerschnitt im Motorbremsbetrieb durch ein variables Leitgitter geschlossen und die Turbine dann praktisch als Halbaxialturbine betrieben wird. Mit solchen sogenannten Turbobremsen lassen sich gegenüber gewöhnlichen Saugmotorenbremsen erhebliche Leistungssteigerungen erzielen.
- Problematisch bei den genannten Turbinen und bei den Abgasturboladern, in denen solche Turbinen verbaut sind, ist der gute Wirkungsgrad im Nennpunkt der Turbine, der bei hohen angeforderten Motorbremsleistungen zu einer Überhöhung der Drehzahl des Turbinenrades führt. Eine solche Drehzahlüberhöhung kann jedoch zu einer Beschädigung des Verdichter- und Turbinenrades führen, weshalb in der Praxis meist das variable Leitgitter am Eintritt des radialen Strömungskanals zu einem gewissen Grad geöffnet wird, um den Druck im halbaxialen Strömungskanal zu verringern. Dadurch ist es jedoch nicht möglich, die gewünschten und rechnerisch erzielbaren hohen Motorbremsleistungen zu erreichen, wie dies durch das sogenannte Abblasen oder das Androsseln mittels einer zusätzlichen Drosselklappe möglich ist.
- Des weiteren tragen die oben genannten Maßnahmen bei den bekannten Turbinen meist zu einer Kostensteigerung, einem erhöhten Platzbedarf sowie einem größeren Störungsrisiko bei.
- Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Turbine für einen Abgasturbolader zu schaffen, mit welcher bei einfacher Konstruktion hohe Motorbremsleistungen erzielbar sind.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
- Durch die erfindungsgemäße Auslegung des Querschnitts zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln mit einem Minimum unmittelbar am halbaxialen Eintritt des zweiten Strömungskanals ist der Eintritt in das Turbinenrad für die einströmenden Abgase so eng, daß bei einer gewissen, relativ hohen Drehzahl des Turbinenrades, vorzugsweise im Bereich des Nennpunktes der Turbine bzw. auch darunter ein "Stopfen" auftritt, also daß die eintretende Strömung die Schallgeschwindigkeit erreicht und eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit in diesem engsten Querschnitt nicht mehr möglich ist. Dadurch wird eine bewußte Verschlechterung des Wirkungsgrades der Turbine erreicht, wodurch sich einerseits die Drehzahl nicht weiter erhöhen kann. Andererseits wird somit eine höhere Bremsleistung bei höherem Energiedurchfluß ermöglicht.
- Vorteilhafterweise hat die erfindungsgemäße Auslegung des Turbinenrades jedoch keinen Einfluß auf den normalen, leistungssteigernden Betrieb der Turbine, da dort sehr viel geringere Drücke auftreten, so daß die oben angegebene Stopfbedingung sehr viel später bzw. meist gar nicht erreicht wird.
- Hierbei ist zu beachten, daß sich aufgrund der Umfangsge schwindigkeit des Turbinenrades der effektive Anströmwinkel zu demselben verändert und somit der effektive Eintrittsquerschnitt von dem halbaxialen Strömungskanal zu dem Turbinenrad drehzahlabhängig ist. Bei höheren Drehzahlen ist auf diese Weise ein noch erheblich geringerer effektiver Eintrittsquerschnitt die Folge, wodurch die oben angegebene Stopfbedingung noch früher erreicht wird.
- Besonders vorteilhaft bezüglich der gewünschten Verschlechterung des Wirkungsgrades ist es, wenn der freie Querschnitt zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln des Turbinenrades im Eintrittsbereich des zweiten Strömungskanals kleiner ist als der Austrittsquerschnitt zwischen den Turbinenradschaufeln des Turbinenrades.
- Für die Praxis besonders gut geeignete Verhältnisse der einzelnen Querschnitte zueinander sind in den abhängigen Ansprüchen 4 und 5 angegeben.
- Ein Abgasturbolader geht aus Anspruch 8 und eine Brennkraftmaschine aus Anspruch 9 hervor.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den restlichen Unteransprüchen sowie aus dem nachfolgend anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellten Ausführungsbeispiel.
- Dabei zeigen:
-
1 eine Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Turbine; und -
2 einen Schnitt nach der Linie II-II aus1 . -
1 zeigt eine Turbine1 für einen in seiner Gesamtheit nicht dargestellten Abgasturbolader für eine ebenfalls nicht dargestellte Brennkraftmaschine. Die Turbine1 weist ein vor zugsweise gegossenes Turbinenrad2 mit mehreren Turbinenradschaufeln3 auf, ist an einer Achse4 drehbar gelagert und über dieselbe gleichzeitig mit einem nicht dargestellten Verdichter des Abgasturboladers verbunden, der auf diese Weise von der Turbine1 angetrieben wird. - Zu dem Turbinenrad
2 führen in an sich bekannter Weise ein erster Strömungskanal5 mit einem radialen Eintritt5a und ein zweiter Strömungskanal6 mit einem halbaxialen Eintritt6a , welche in einem Gehäuse7 der Turbine1 untergebracht sind. Am Eintritt5a des ersten Strömungskanals5 zu dem Turbinenrad2 ist ein variables Leitgitter8 angeordnet, welches im vorliegenden Fall mehrere verstellbare Leitschaufeln9 aufweist, die um jeweilige Achsen10 drehbar gelagert sind. Statt der Leitschaufeln9 könnte das Leitgitter8 auch einen in axialer Richtung beweglichen, an sich bekannten Schieber aufweisen. In ähnlicher Weise ist am Eintritt6a des zweiten Strömungskanals6 zu dem Turbinenrad2 ein Leitgitter11 angeordnet, welches starre Leitschaufeln12 aufweist und dessen Funktion zur Beeinflussung der Strömung ebenfalls an sich bekannt ist. - Um mit der dargestellten Turbine
1 einen Motorbremsbetrieb der Brennkraftmaschine darstellen zu können, wird das Leitgitter8 geschlossen, so daß das Turbinenrad2 nur über den zweiten Strömungskanal6 angeströmt und die Turbine1 im Prinzip als Halbaxialturbine betrieben wird. Da bei sehr hohen angeforderten Motorbremsleistungen eine Überhöhung der Drehzahl des Turbinenrades2 auftreten kann, weisen die Turbinenradschaufeln3 eine spezielle, nachfolgend erläuterte und in der schematischen Darstellung gemäß2 besser erkennbare Konstruktion auf. - So ist der freie Querschnitt
13 zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln3 am Eintritt6a des zweiten Strömungskanals6 , im folgenden als Eintrittsquerschnitt13 bezeichnet, entgegen der üblichen Konstruktionsweise von Turbinenrädern2 kleiner als der Austrittsquerschnitt14 zwischen denselben zwei Turbinenradschaufeln3 des Turbinenrades2 und weist an diesem Eintritt6a ein Minimum über die gesamte Länge der jeweiligen Turbinenradschaufel3 auf. Aufgrund dieser "Engstelle" erreichen die das Turbinenrad2 durch das Leitgitter11 anströmenden Abgase zu einem relativ frühen Zeitpunkt Schallgeschwindigkeit, so daß der Eintrittsquerschnitt13" stopft" und keine größere Strömungsmenge mehr durchläßt, was wiederum zu einer Verschlechterung des Wirkungsgrades der Turbine1 führt. Dadurch werden die höchsten Motorbremsleistungen des Abgasturboladers unterhalb der Drehzahlgrenze des Turbinenrades2 erreicht und es wird eine Überhöhung der Drehzahl des Turbinenrades2 und eine mögliche Beschädigung desselben verhindert. - Durch die Verschlechterung des Wirkungsgrades der Turbine
1 ist es sogar möglich, daß die Drehzahl des Turbinenrades2 aufgrund der Tatsache, daß der Verdichter von der Turbine1 angetrieben werden muß, beim Abrufen einer hohen Motorbremsleistung absinkt. - In diesem Zusammenhang ändert sich der theoretische Anströmwinkel aus dem zweiten Strömungskanal
6 zu dem Turbinenrad2 aufgrund der Drehzahl bzw. der Umfangsgeschwindigkeit des Turbinenrades2 von dem mit einem gestrichelten Pfeil dargestellten Winkel β zu dem mit einem durchgezogenen Pfeil dargestellten Winkel β'. Dies führt dazu, daß auch der Eintrittsquerschnitt13 zu dem Turbinenrad2 sich drehzahlabhängig verändert. Im vorliegenden Fall verringert sich der effektive Eintrittsquerschnitt13 bei zunehmender Drehzahl und damit höherer Umfangsgeschwindigkeit des Turbinenrades2 und wird ab einer bestimmten Drehzahl sogar kleiner als der Austrittsquerschnitt15 zwischen zwei Leitschaufeln12 des Leitgitters11 , der aufgrund der starren Konstruktion des Leitgitters11 nicht drehzahlabhängig ist. Der Eintrittsquerschnitt13 wirkt im normalen Betrieb der Turbine1 als für den Wirkungsgrad der Turbine1 schädlicher Diffusor und in demjenigen Bereich, in dem ein "Stopfen" auftritt, als Lavaldüse. - Durch den beschriebenen Eintritt der Strömung gemäß dem Winkel β
' erhält die Strömung einen relativ starken "Rückenstoff", der das oben beschriebene "Stopfen" der Strömung bezüglich des Wirkungsgradabfalls der Turbine1 unterstützt. - Folgende Auslegungen der einzelnen Querschnitte zueinander haben sich in der Praxis als besonders gut geeignet erwiesen, wobei in besonderen Fällen von diesen Regeln auch abgewichen werden kann:
- Der Eintrittsquerschnitt
13 zwischen zwei Turbinenradschaufeln3 des Turbinenrades2 ist am Eintritt6a des zweiten Strömungskanals6 kleiner als das Dreifache des Austrittsquerschnitts15 zwischen zwei Leitschaufeln12 des Leitgitters11 . Bei der dargestellten Turbine1 für eine Brennkraftmaschine mit einem Hubraum von ca. 12 Litern und einer Motorbremsleistung von ca. 450 kW kann der reale Eintrittsquerschnitt13 ca. 400 mm2 sein, bei entsprechend hoher Drehzahl des Turbinenrades2 jedoch nur ca. 150 bis 200 mm2. Der Austrittsquerschnitt15 beträgt dann z.B. 180 mm2. - Der Eintrittsquerschnitt
13 des Turbinenrades2 ist größer/gleich dem Austrittsquerschnitt15 des Leitgitters11 . Dadurch wird die Schluckfähigkeit der Turbine1 bei geschlossenem Leitgitter8 sehr stark von der Drehzahl abhängig. - Der Austrittsquerschnitt
15 des Leitgitters11 beträgt ca. 1/20–1/5 des Austrittsquerschnitts14 des Turbinenrades2 , welcher hier beispielsweise größer als ca. 1000 mm2 sein kann.
Claims (9)
- Turbine für einen Abgasturbolader mit einem Turbinenrad, welches mehrere Turbinenradschaufeln aufweist, mit einem ersten Strömungskanal, welcher einen radialen Eintritt zu dem Turbinenrad aufweist, und mit einem zweiten Strömungskanal, welcher einen halbaxialen Eintritt zu dem Turbinenrad aufweist, wobei am Eintritt des ersten Strömungskanals zu dem Turbinenrad ein variables Leitgitter zur Ermöglichung eines Motorbremsbetriebes angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt (Eintrittsquerschnitt
13 ) zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln (3 ) des Turbinenrades (2 ) am halbaxialen Eintritt (6a ) des zweiten Strömungskanals (6 ) zu dem Turbinenrad (2 ) ein Minimum aufweist. - Turbine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Eintrittsquerschnitt (
13 ) zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln (3 ) am halbaxialen Eintritt (6a ) des zweiten Strömungskanals (6 ) kleiner ist als der Austrittsquerschnitt (14 ) zwischen denselben Turbinenradschaufeln (3 ) des Turbinenrades (2 ). - Turbine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass am halbaxialen Eintritt (
6a ) des zweiten Strömungskanals (6 ) zu dem Turbinenrad (2 ) ein Leitgitter (11 ) mit Leitschaufeln (12 ) angeordnet ist. - Turbine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dreifache des Austrittsquerschnitts (
15 ) zwischen zwei Leitschaufeln (12 ) des Leitgitters (11 ) größer ist als der Eintrittsquerschnitt (13 ) zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln (3 ) des Turbinenrades (2 ) am halbaxialen Eintritt (6a ) des zweiten Strömungskanals (6 ). - Turbine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Eintrittsquerschnitt (
13 ) zwischen jeweils zwei Turbinenradschaufeln (3 ) des Turbinenrades (2 ) am halbaxialen Eintritt (6a ) des zweiten Strömungskanals (6 ) größer/gleich dem Austrittsquerschnitt (15 ) zwischen zwei Leitschaufeln (12 ) des Leitgitters (11 ) ist. - Turbine nach einem der Ansprüche 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitgitter (
11 ) starre Leitschaufeln (12 ) aufweist. - Turbine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitgitter (
8 ) verstellbare Leitschaufeln (9 ) aufweist. - Abgasturbolader mit einem Verdichter und mit einer Turbine (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7. - Brennkraftmaschine mit einem Abgasturbolader nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
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