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Die Erfindung bezieht sich auf einen Heckdeckel für ein
Cabriolet-Fahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
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Ein derartiger Heckdeckel ist in der Druckschrift EP 0 857 598 A1
dargestellt. Der Heckdeckel ist zweigeteilt und weist ein
vorderes Deckelteil und ein hinteres Deckelteil auf, wobei
vorderes und hinteres Deckelteil über eine in Querrichtung
verlaufende Schwenkachse schwenkbar gekoppelt sind. Zum Ablegen des
Fahrzeugdaches kann das vordere Deckelteil um die Schwenkachse
aufgeklappt werden kann, so dass ein Durchtritt in den
Ablageraum für das Fahrzeugdach freigegeben wird. Zum Öffnen des
Kofferraumes kann der Heckdeckel um eine vordere Schwenkachse im
Bereich des dem Fahrzeuginnenraum benachbarten Abschnittes des
vorderen Deckelteiles angehoben werden; hierbei wird auch das
unverlierbar am vorderen Deckelteil gehaltene hintere
Deckelteil mit angehoben, wodurch ein größtmöglicher Zugang zum
Kofferraum freigegeben wird.
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Von diesem Stand der Technik ausgehend liegt der Erfindung das
Problem zugrunde, einen gattungsgemäßen zweiteiligen Heckdeckel
in der Weise fortzubilden, dass zum Verstauen kleinerer
Gepäckstücke im Kofferraum der Heckdeckel mit einfachen Maßnahmen
und geringem Kraftaufwand geöffnet werden kann.
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Dieses Problem wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des
Anspruches 1 gelöst. Die Unteransprüche geben zweckmäßige
Weiterbildungen an.
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Bei dem erfindungsgemäßen Heckdeckel können das vordere und das
hintere Deckelteil im Bereich ihrer zwischenliegenden,
verbindenden Schwenkachse in zwei unabhängige Teile gelöst werden.
Weiterhin ist das hintere Deckelteil um eine hintere
Schwenkachse mit der Fahrzeugkarosserie gekoppelt und kann nach dem
Lösen vom vorderen Deckelteil um diese hintere Schwenkachse
aufgeklappt werden; das vordere Deckelteil kann zugleich in
seiner Schließposition verharren, so dass nur ein
verhältnismäßig kleiner Beladebereich auf der Fahrzeug-Heckseite für den
Zugang zum Kofferraum geöffnet wird. Da nur das hintere
Deckelteil verschwenkt werden muss, sind zum Öffnen und Schließen
geringere Stellkräfte erforderlich als bei einer Bewegung des
gesamten Heckdeckels. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass das
hintere Deckelteil nach hinten aufklappt, so dass zum einen
kein Freiraum oberhalb des Fahrzeuges benötigt wird, um den
Heckdeckel kollisionsfrei öffnen zu können, was insbesondere in
geschlossenen Räumen mit niedrig hängenden Decken wie zum
Beispiel Tiefgaragen von Vorteil ist. Zum andern kann das hintere
Deckelteil auf Grund seiner vergleichsweise niedrigen Position
in ergonomischer Weise mit geringem Kraftaufwand betätigt
werden.
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In aufgeklapptem Zustand nimmt das hintere Deckelteil
zweckmäßig eine horizontale Position ein, wodurch eine zusätzliche
Ablagefläche für abzulegende Gegenstände gebildet wird und
außerdem das Beladen des Kofferraumes erleichtert wird. Auf der in
geöffnetem Zustand horizontal liegenden Innenseite des hinteren
Deckelteiles kann gegebenenfalls ein Förderantrieb vorgesehen
sein, über den Gegenstände in den Kofferraum hinein bzw. aus
diesem heraus gefördert werden können bzw. welcher das Fördern
erleichtert, beispielsweise durch Rollen. Diese
Fördereinrichtung kann auch in Form eines horizontal verschieblichen
Ablagebrettes ausgeführt sein, welches bis auf das geöffnete hintere
Deckelteil ausziehbar ist und mit den im Kofferraum zu
verstauenden Gegenständen beladen werden kann und anschließend wieder
in den Kofferraum hinein verschoben werden kann. In einer
vorteilhaften Ausführung liegen der Kofferraumboden und die
horizontale Ablagefläche des geöffneten hinteren Deckelteiles in
einer gemeinsamen Ebene.
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Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausführung liegt in
der niedrigen Ladekante bei geöffnetem hinteren Deckelteil.
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In einer zweckmäßigen Weiterbildung ist als zusätzliche
Öffnungsmöglichkeit für das Beladen des Kofferraumes mit großen
Gegenständen das hintere Deckelteil im Bereich seiner hinteren,
heckseitigen Schwenkachse von der Fahrzeugkarosserie zu lösen
und wird zugleich mit dem vorderen Deckelteil im Bereich der
zwischenliegenden Schwenkachse fest verriegelt, wodurch ein
fester, starrer Verbund von vorderem und hinterem Deckelteil zu
erzielen ist und der Heckdeckel sich wie ein einteiliges
Bauteil verhält. Das hintere Deckelteil kann nun gemeinsam mit dem
vorderen Deckelteil um dessen vordere, dem Fahrzeuginnenraum
zugewandte Drehachse aufgeschwenkt werden, wodurch ein
größtmöglicher Durchtritt zum Kofferraum freigegeben wird.
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Zweckmäßig bildet in Schließposition das vordere Deckelteil im
Wesentlichen den horizontalen Abschnitt des Heckdeckels, das
hintere Deckelteil dagegen den im Wesentlichen vertikalen
Abschnitt. Die Schwenkachse zwischen vorderem und hinterem
Deckelteil verläuft hierbei im Bereich der hinteren Heckkante im
Übergang von horizontalem zu vertikalem Abschnitt des
Heckdeckels.
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Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführung ist vorgesehen,
dass zum Öffnen des Kofferraumes beide Deckelteile um ihre
jeweils zugeordnete, karosseriefeste Schwenkachse aufzuschwenken
sind. Die Öffnungsbewegung von vorderem Deckelteil und hinterem
Deckelteil läuft hierbei gegensinnig ab, indem die hintere
Kante des vorderen Deckelteiles nach vorne aufgeschwenkt wird und
die vordere Kante des hinteren Deckelteiles nach hinten
aufgeschwenkt wird.
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Weitere Vorteile und zweckmäßige Ausführungen sind den weiteren
Ansprüchen, der Figurenbeschreibung und den Zeichnungen zu
entnehmen. Es zeigen:
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Fig. 1 eine perspektivische Ansicht auf ein Cabriolet-
Fahrzeug mit einem verstellbaren Fahrzeugdach in
Schließposition und einem zweigeteilten Heckdeckel,
der sich ebenfalls in Schließposition befindet,
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Fig. 2 der zweiteilige Heckdeckel in einer weiteren
perspektivischen Ansicht, dargestellt in Schließposition,
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Fig. 3 der geschlossene Heckdeckel in einer Seitenansicht,
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Fig. 4 der Heckdeckel in perspektivischer Ansicht mit
aufgeklapptem hinteren Deckelteil,
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Fig. 5 eine Fig. 4 entsprechende Darstellung, jedoch in
Seitenansicht,
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Fig. 6 eine weitere Seitenansicht mit nach vorne
aufgeklapptem vorderen Deckelteil und nach hinten aufgeklapptem
hinteren Deckelteil,
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Fig. 7 eine weitere Seitenansicht mit nach hinten
aufgeklapptem vorderen Deckelteil zum Freigeben eines
Durchtritts für das Fahrzeugdach.
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In den Figuren sind gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
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Das in Fig. 1 dargestellte Cabriolet-Fahrzeug 1 besitzt ein
verstellbares Fahrzeugdach 2, welches aus der gezeigten, einen
Fahrzeuginnenraum überdeckenden Schließposition in eine
heckseitige Ablage- bzw. Öffnungsposition überführbar ist, in der
das Fahrzeugdach 2 in einem heckseitigen Ablageraum verstaut
ist. Bei dem Fahrzeugdach 2 kann es sich sowohl um ein Softtop
mit einem Verdeckgestänge und einem vom Verdeckgestänge
getragenen Bezugstoff als auch um ein Hardtop mit zwei oder mehreren
hintereinander angeordneten starren Dachteilen handeln.
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Der Kofferraum des Cabriolet-Fahrzeuges ist von einem
Heckdeckel 3 verschlossen, welcher auch den Ablageraum zur Aufnahme
des Fahrzeugdaches 2 in Öffnungsposition überdeckt.
Gegebenenfalls bildet der Ablageraum für das Fahrzeugdach einen
Teilbereich des Kofferraumes. Der Heckdeckel 3 ist zweigeteilt mit
einem vorderem Deckelteil 4 und einem hinteren Deckelteil 5.
Das vordere Deckelteil 4 erstreckt sich in der dargestellten
Schließposition des Heckdeckels etwa horizontal, das hintere
Deckelteil 5 dagegen etwa vertikal. Beide Deckelteile 4 und 5
sind im Bereich der hinteren, oberen Heckkante 6 miteinander
verbunden. Das vordere Deckelteil 4 besitzt eine vordere, dem
Fahrzeuginnenraum benachbarte Schwenkachse zur
Fahrzeugkarosserie, das hintere Deckelteil 5 besitzt im Heckbereich eine
hintere, untere Schwenkachse zur Fahrzeugkarosserie unterhalb der
Heckkante 6. Im Bereich der Heckkante 6 sind vorderes
Deckelteil 4 und hinteres Deckelteil 5 über eine weitere,
zwischenliegende Schwenkachse drehbar gekoppelt.
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Wie Fig. 2 in Verbindung mit Fig. 3 zu entnehmen, ist zwischen
vorderem und hinterem Deckelteil 4 bzw. 5 im Bereich der
Heckkante 6 die zwischenliegende, beide Deckelteile verbindende
Schwenkachse 8 angeordnet, um die die beiden Deckelteile 4 und
5 eine Relativschwenkbewegung zueinander ausführen können. Das
vordere Deckelteil 4 ist um die vordere Schwenkachse 7
karosseriefest schwenkbar gekoppelt, das hintere Deckelteil 5 ist um
die hintere Schwenkachse 9 karosseriefest schwenkbar gekoppelt.
Das vordere Deckelteil 4 kann im Bereich seiner vorderen
Schwenkachse 7 gelöst werden, so dass die Vorderkante des
vorderen Deckelteiles 4 angehoben werden kann. Des Weiteren kann
die Verbindung zwischen vorderem und hinterem Deckelteil 4 bzw.
5 im Bereich der zwischenliegenden Schwenkachse 8 gelöst
werden, so dass die Deckelteile 4 und 5 unabhängig voneinander um
ihre vordere Schwenkachse 7 bzw. ihre hintere Schwenkachse 9
verschwenkt werden können. Schließlich kann das hintere
Deckelteil 5 im Bereich seiner hinteren Schwenkachse 9 gelöst werden;
zugleich ist eine Verriegelung zwischen vorderem und hinterem
Deckelteil 4 bzw. 5 über Verriegelungselemente 10 durchführbar,
wodurch jegliche Relativschwenkbewegung zwischen den
Deckelteilen verhindert wird. In dieser Ausführung können vorderes und
hinteres Deckelteil als einheitlicher Deckel um die vordere
Schwenkachse 7 und/oder um die hintere Schwenkachse 9 angehoben
werden. Die Verschwenkung um die vordere Schwenkachse 7, die
zwischenliegende Schwenkachse 8 und die hintere Schwenkachse 9
wird jeweils mit der Hilfe von Gelenken realisiert, welche
zwischen vorderem Deckelteil 4 und der Fahrzeugkarosserie (vordere
Schwenkachse 7), zwischen vorderem Deckelteil 4 und hinterem
Deckelteil 5 (zwischenliegende Schwenkachse 8) und zwischen
hinterem Deckelteil 5 und der Fahrzeugkarosserie (hintere
Schwenkachse 9) angeordnet sind.
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Zum Beladen des Kofferraumes mit kleineren Gepäckstücken reicht
es aus, lediglich das hintere Deckelteil 5 aus seiner in den
Fig. 2 und 3 dargestellten vertikalen Schließposition in die
in den Fig. 4 und 5 dargestellte horizontale
Öffnungsposition gemäß Pfeilrichtung 11 (Fig. 4) nach hinten um seine hintere
Schwenkachse 9 aufzuklappen. Das vordere Deckelteil 4 kann in
seiner Schließposition verbleiben, es reicht aus, die
Verriegelungselemente 10 zwischen vorderem und hinterem Deckelteil zu
lösen und das hintere Deckelteil in seine Öffnungsposition zu
überführen. Der Kofferraum 13 ist in der Öffnungsposition des
hinteren Deckelteiles 5 über die heckseitige, vom hinteren
Deckelteil 5 freigegebene vertikale Öffnung zugänglich. Zum
Öffnen des hinteren Deckelteiles 5 wird zweckmäßig noch ein
weiteres Verriegelungselement 12 gelöst, welches das hintere
Deckelteil 5 in dessen Schließposition fest mit der
Fahrzeugkarosserie verriegelt.
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In Fig. 6 sind beide Deckelteile 4 und 5 in ihrer
Öffnungsposition dargestellt, wobei das vordere Deckelteil 4 um seine vorne
liegende Schwenkachse 7 (siehe auch Fig. 2 und 4) aufgeschwenkt
ist, wodurch die hintere Kante des vorderen Deckelteiles 4
angehoben wird und ein größtmöglicher Zugang zum Kofferraum 13
freigegeben ist.
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In Fig. 7 befindet sich das hintere Deckelteil 5 in seiner
vertikalen Schließposition, das vordere Deckelteil 4 ist um die
zwischenliegende Schwenkachse 8 aufgeklappt, wodurch die
vordere Kante des vorderen Deckelteiles 4 angehoben wird und ein
Durchtritt zum Ablageraum bzw. dem Kofferraum 13 für die Ablage
des Fahrzeugdaches freigegeben ist.
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Schließlich ist auch noch eine Öffnungsposition für den Zugang
zum Kofferraum möglich, bei welchem das untere
Verriegelungselement 12 zwischen hinterem Deckelteil 5 und
Fahrzeugkarosserie gelöst und das hintere Deckelteil 5 fest mit dem vorderen
Deckelteil 4 verbunden ist und das vordere Deckelteil 4 um
seine vorne liegende Schwenkachse 7 aufgeklappt wird.