DE10223838C1 - Anordnung zur Führung von Abgasen - Google Patents
Anordnung zur Führung von AbgasenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Führung von Abgasen einer Verbrennungskraftmaschine mit einer rohrartigen Hohlstruktur, zwei an wenigstens einem endseitig der Hohlstruktur (2) angefügten Flansch (14). Die Hohlstruktur (2) ist doppelwandig ausgebildet mit einem Außenmantel (3) und einem Innenmantel (4), wobei der Innenmantel (4) flanschseitig aus dem Außenmantel (3) herausgeführt ist und mit einer nach außen gerichteten Bördelung (9) einen Endabschnitt (8) des Außenmantels (3) an seinem Außenumfang (15) umgreift. Die Bördelung (9) ist zusammen mit dem Endabschnitt (8) in den Flansch (14) eingesteckt und am Außenumfang (15) stoffschlüssig mit dem Flansch (14) verbunden.
Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Führung von Abgasen einer Verbren
nungskraftmaschine mit wenigstens einem endseitig einer Hohlstruktur ange
fügten Flansch. Die betreffende Hohlstruktur ist zweischalig aufgebaut und be
sitzt einen Außenmantel und einen Innenmantel.
Derartige Anordnungen kommen in der Praxis insbesondere als Abgaskrümmer
zum Einsatz. Für eine schnellere Aufheizung von Katalysatoren werden zu
nehmend als Ersatz für Gusskrümmer sogenannte gebaute Abgaskrümmer
eingesetzt, die in der Regel aus einer Mehrzahl von Bauteilen schweißtech
nisch zusammengefügt werden. Dies erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass
bei modernen Verbrennungskraftmaschinen höhere Abgastemperaturen auf
treten, was bei den derzeit verwendeten Gusswerkstoffen Probleme hinsichtlich
der Dauerhaltbarkeit hervorrufen kann.
Zudem lässt sich durch den Einsatz gebauter Abgaskrümmer eine Gewichts
reduktion von etwa 50% gegenüber gegossenen Abgaskrümmern erzielen.
Dies trägt vorteilhaft zu einer Reduzierung des Fahrzeuggesamtgewichts und
damit zur Kraftstoffersparnis bei.
Problematisch bei den bekannten Anordnungen mit Hohlstrukturteilen, die zu
nehmend auch als luftspaltisolierte Hohlstrukturteile mit einem Innenmantel und
einem Außenmantel eingesetzt werden, ist die Anbindung an weitere Bauteile,
wie z. B. Flansche. Die zur Zeit am häufigsten für Bauteile von rohrartigen Hohl
strukturen angewandte Verbindungstechnik ist das Schmelzschweißen. Es
muss jedoch ein in der Regel sehr dünnwandiger Innenmantel mit üblichen
Dicken zwischen 0,3 mm bis 1,0 mm mit einem tragenden Außenmantel mit
einer Dicke von etwa 1,5 mm bis 2,5 mm und mit einem Flansch verschweißt
werden. Im Bereich eines Zylinderkopfs angeordnete Kopfflansche bzw. die
dem Zylinderkopf abgewandten Schlussflansche besitzen in üblicher Bauart
Dicken von etwa 8 mm bis 12 mm. Zur gegenseitigen Fügung dieser Bauteile
wird in der Regel zunächst der Innenmantel in den Außenmantel eingeführt und
in die Durchströmöffnung des Flansches gesteckt und anschließend gemein
sam mit diesem verschweißt.
Nachteilig an dieser Vorgehensweise ist, dass Schweißspritzer auf den Innen
flächen des Innenmantels anhaften, die nachträglich entfernt werden müssen.
Dies ist mit einem hohen Nacharbeitsaufwand verbunden. Ein Schweißvorgang
am Außenumfang des Außenmantels, wobei gleichzeitig durch den Außen
mantel der Innenmantel aufgeschmolzen wird, ist nicht mit der hinreichenden
Prozesssicherheit beherrschbar und daher kein für die Serienfertigung geeig
neter Lösungsweg.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung
mit einer rohrartigen Hohlstruktur zur Führung von Abgasen einer Verbren
nungskraftmaschine aufzuzeigen, welche unter Vermeidung von Schweißsprit
zern im Innenmantel prozesssicher und fertigungstechnisch günstig mit einem
Flansch verbindbar ist.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Anordnung mit einer rohrartigen
Hohlstruktur, bei welcher der Innenmantel flanschseitig aus dem Außenmantel
heraus geführt ist und mit einer nach außen gerichteten Bördelung einen End
abschnitt des Außenrohrs außenumfänglich umgreift. Dabei ist die Bördelung
zusammen mit dem Endabschnitt in den Flansch eingesteckt und an der der
Mündung der Hohlstruktur abgewandten Seite des Flansches mit diesem stoff
schlüssig verbunden.
Bei dieser Ausgestaltung der rohrartigen Hohlstruktur werden Schweißspritzer
an der Innenfläche des Innenmantels verhindert, da die stoffschlüssige Verbin
dung, insbesondere eine Schweißnaht, in vorteilhafter Weise auf der der Mün
dung der Hohlstruktur abgewandten Seite des Flansches vorgesehen ist.
Es ist zwar prinzipiell möglich, zunächst den Innenmantel mit dem Außenman
tel zu verschweißen und über einen zweiten Schweißvorgang den Außenman
tel am Flansch zu befestigen, zweckmäßigerweise ist jedoch nur ein Schweiß
vorgang vorgesehen, bei dem der Außenmantel, der Innenmantel und der
Flansch gemeinsam in einem Arbeitsvorgang verschweißt werden können.
Hierzu ist nach Patentanspruch 2 beabsichtigt, dass die der Stirnseite des
Endabschnitts abgewandte Stirnfläche der Bördelung in geeigneter Weise an
dem Flansch ausgerichtet ist, so dass der Flansch, die Bördelung bzw. der In
nenmantel sowie der Außenmantel mit einer einzigen umlaufenden Kehlnaht
miteinander verschweißbar sind. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Stirn
fläche der Bördelung mit dem Flansch in einer gemeinsamen Radialebene liegt.
Diese Radialebene kann auch an einem eine zentrale Durchströmöffnung des
Flansches umgebenden Kragen vorgesehen sein, wobei das mit der Bördelung
versehene Ende der Hohlstruktur in die Durchströmöffnung eingesteckt ist.
Der Flansch braucht dabei nicht notwendigerweise massiv ausgeführt zu sein,
sondern kann auch ein mit einem zentralen Durchzug versehener Blechflansch
sein. Ein Vorteil eines solchen Flansches ist, dass der Schweißprozess mit
gleichmäßigerem und geringerem Wärmeeinsatz durchführbar ist, so dass das
Risiko thermisch bedingter Verwerfungen reduziert wird. Dies ist insbesondere
dann der Fall, wenn der die rohrartige Hohlstruktur aufnehmende Kragen etwa
die gleiche Wanddicke wie die Hohlstruktur besitzt. Geringere Ausschussraten
bei gleichzeitiger Verbesserung der Fertigungsqualität sind möglich. Aus Blech
gefertigte Flansche verringern zudem den Masseneinsatz gegenüber massiv
ausgeführten Flanschen.
Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Dauerfestigkeit der erfindungsgemäßen An
ordnung, da Übergänge von großen Wanddicken auf sehr geringe Wanddicken
und die damit einher gehenden Spannungsspitzen weitestgehend vermieden
werden. Da die vorgesehene Schweißnaht am Außenumfang entlang eines
größeren Radius geführt wird, treten zudem geringere Biegespannungen am
Innenmantel auf. Dieser erfährt durch die Eingliederung zwischen dem Endab
schnitt des Außenmantels und dem Flansch zusätzlich eine spannungsreduzie
rende Klemmung.
Mit der Erfindung ist zudem eine einfachere Montage als bei bekannten Anord
nungen möglich, da insbesondere ein aus Schalen aufgebauter Außenmantel
durch Einstecken in die Bördelung des Innenmantels bereits eine Vorfixierung
erfährt. Im Stand der Technik war bislang eine Punktschweißung zur Fixierung
für den nachfolgenden Schweißvorgang erforderlich. Diese Punktschweißung
kann vollständig entfallen.
Die rohrartige Hohlstruktur ist nicht auf kreisrunde Querschnitte des Innen
mantels und des Außenmantels beschränkt, sondern es kommen grundsätzlich
auch ovale oder mehreckig ausgestaltete Hohlstrukturen in Frage. Die rohrar
tige Hohlstruktur ist zudem für alle Abgas führenden Leitungsstränge verwend
bar, die über Flansche mit weiteren Komponenten zu koppeln sind. Ferti
gungstechnisch lassen sich die Bördelungen sowohl an einem rohrartigen als
auch einem schalenartig aufgebauten Innenmantel ausbilden. Bei einem scha
lenartigen Innenmantel ist dieser zweckmäßigerweise vor dem Bördelvorgang
zu einer Hohlstruktur gefügt, die anschließend mit dem Flansch und dem
Außenmantel verbunden wird.
Die Anordnung kann in der Ausgestaltung eines Abgaskrümmers selbstver
ständlich in Abhängigkeit von der Anzahl der Abgasauslässe mehrere ein
gangsseitige Kopfflansche und ausgangsseitige Schlussflansche besitzen.
Eine mögliche Ausgestaltung der Erfindung wird nachfolgend anhand der Figur
erläutert.
Fig. 1 zeigt im Querschnitt den Endbereich einer Anordnung 1 zur Führung
von Abgas einer nicht näher dargestellten Verbrennungskraftmaschine. Die
Anordnung 1 umfasst eine doppelwandig ausgestaltete Hohlstruktur 2 mit
einem tragenden Außenmantel 3 und einem Abgas leitenden Innenmantel 4.
Die Wanddicke des Außenmantels 3 beträgt ein Mehrfaches des Innenmantels
4. Die Wanddicke des Innenmantels 4 liegt zwischen 0,3 mm und 1 mm, wäh
rend die Wanddicke des Außenmantels 3 zwischen 1,5 mm und 2,5 mm liegt.
Zwischen dem Innenmantel 4 und dem Außenmantel 3 ist ein Luftspalt 5 vor
handen.
In Richtung der Mündung 6 der Hohlstruktur 2 ist der Außenmantel 3 in einem
Übergangsabschnitt 7 konisch verjüngt. An den Übergangsabschnitt 7 schließt
sich ein im Durchmesser verjüngter Endabschnitt 8 des Außenmantels 3 an,
welcher derart bemessen ist, dass er den Innenmantel 4 an seinem Außenum
fang kontaktiert.
Der Innenmantel 4 erstreckt sich mündungsseitig 6 über den Endabschnitt 8
des Außenmantels 3 hinaus und ist rückwärtig um 180° zu einer im Querschnitt
U-förmigen Bördelung 9 umgeformt. Hierbei umgreift die Bördelung 9 in ihrem
Verlauf zunächst bogenförmig und im Abstand die Stirnseite 10 des Endab
schnitts 8 und erstreckt sich dann parallel zu diesem in Abkehr von der Mün
dung 6 parallel in Richtung zum konischen Übergangsabschnitt 7 des Außen
mantels 3. Die dem Übergangsabschnitt 7 zugewandte Stirnfläche 11 der Bör
delung 9 liegt in einer gemeinsamen Radialebene RE mit einem eine Durch
strömöffnung 12 umgebenden Kragen 13 eines Flansches 14. Der Flansch 14
ist als Blechflansch ausgestaltet, wobei die zentrale Durchströmöffnung 12 mit
dem umgebenden Kragen 13 durch ein Blechumformverfahren hergestellt ist.
Nach der Positionierung der Hohlstruktur 2 in dem Kragen 13 des Flansches 14
und insbesondere nach der Ausrichtung der Stirnfläche 11 der Bördelung 9 in
der Radialebene RE des Kragens 13 erfolgt eine schweißtechnische Festle
gung der Hohlstruktur 2 an dem Flansch 14 durch Herstellung einer umlaufen
den Kehlnaht 16 am Außenumfang 15 des Außenmantels 3 im Übergangsbe
reich zwischen dem Übergangsabschnitt 7 und dem Endabschnitt 8 sowie der
Radialebene RE des Kragens 13. Dabei wird die zwischen dem Kragen 13 und
dem Endabschnitt 8 eingefasste Bördelung 9 stoffschlüssig fixiert. Durch diese
Ausgestaltung sind in einem einzigen Arbeitsgang sowohl der Innenmantel 4
als auch der Außenmantel 3 stoffschlüssig mit dem Flansch 14 verbunden,
ohne dass durch Schweißspritzer im Mündungsbereich 6 der Hohlstruktur 2
bedingte Nacharbeiten erforderlich sind.
1
Anordnung
2
Hohlstruktur
3
Außenmantel
4
Innenmantel
5
Luftspalt
6
Mündung
7
Übergangsabschnitt
8
Endabschnitt
9
Bördelung
10
Stirnseite v.
8
11
Stirnfläche
12
Durchströmöffnung
13
Kragen
14
Flansch
15
Außenumfang
16
Kehlnaht
Claims (4)
1. Anordnung zur Führung von Abgasen einer Verbrennungskraftmaschine mit
wenigstens einem endseitig einer Hohlstruktur (2) angefügten Flansch (14),
wobei die Hohlstruktur (2) einen Außenmantel (3) und einen Innenmantel
(4) besitzt, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenmantel (4)
flanschseitig aus dem Außenmantel (3) herausgeführt ist und mit einer nach
außen gerichteten Bördelung (9) einen Endabschnitt (8) des Außenmantels
(3) außenumfänglich umgreift, wobei die Bördelung (9) zusammen mit dem
Endabschnitt (8) in den Flansch (14) eingesteckt ist und an der der Mün
dung (6) der Hohlstruktur (2) abgewandten Seite des Flansches (14) mit
diesem stoffschlüssig verbunden ist.
2. Rohrartige Hohlstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass die der Stirnseite (10) des Endabschnitts (8) abgewandte
Stirnfläche (11) der Bördelung (9) derart an dem Flansch (14) ausgerichtet
ist, dass der Flansch (14), die Bördelung (9) und der Außenmantel (3) mit
einer einzigen umlaufenden Kehlnaht (16) verschweißbar sind.
3. Rohrartige Hohlstruktur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, dass der Flansch (14) einen eine zentrale
Durchströmöffnung (12) umgebenden Kragen (13) aufweist, mit welchem
die Hohlstruktur (2) im Eingriff steht und verschweißt ist.
4. Rohrartige Hohlstruktur nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass der Innenmantel (4) und/oder der
Außenmantel (3) jeweils aus miteinander verbundenen Schalen gebildet
sind.
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Legal Events
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| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
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| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |