DE10223831A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Bearbeiten von Leimbindern o. dgl. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bearbeiten von Leimbindern o. dgl.Info
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bearbeiten von Leimbindern und anderen Holzwerkstoffen, die aus einer Mehrzahl aufeinander geleimter Lagen bestehen, um Fehlstellen in den Einzellagen, insbesondere an den Sichtflächen, durch ein Abtastorgan zu ermitteln. Ein Steuerungsorgan, in dessen Speicher die Koordinaten der Fehlstellen eingespeist werden, steuert ein Fräswerkzeug oder dergleichen, das die Fehlstellen in vorbestimmten Konturen ausarbeitet. In die ausgearbeiteten Fehlstellen werden Füllstücke eingesetzt, insbesondere eingeleimt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten von Leim
bindern und anderen Holzwerkstoffen, die aus einer Mehrzahl
aufeinander geleimter Lagen bestehen.
Leimbinder oder andere Holzwerkstoffe, die aus einer Mehrzahl
aufeinander geleimter Lagen bestehen, müssen nach dem Ver
leimen, das in der Regel in einer Presse erfolgt, nachbearbei
tet werden. An den Sichtflächen können beispielsweise Fehler an
den Stoßstellen der einzelnen Lagen sichtbar sein oder auch
Fehler an den Harzgallen, Astlöchern oder anderen Fehlstellen.
Diese Fehlstellen sind zwar für die Festigkeit des Holzwerk
stoffes von nebensächlicher Bedeutung, sie stören jedoch den
optischen Eindruck.
Im allgemeinen werden diese Fehlstellen von Hand ausgebessert.
Durch spanende Werkzeuge werden die Fehlstellen ausgearbeitet
und es werden dann angepaßte Holzstücke oder dergleichen einge
setzt und eingeleimt. Schließlich wird durch einen Hobelvorgang
oder dergleichen ein einheitliches äußeres Aussehen erreicht.
Die Beseitigung der Fehlstellen ist sehr arbeitsaufwendig.
Während einerseits das Verleimen eines Leimbinders oder der
gleichen verhältnismäßig rasch vor sich geht, weil dies die
maschinellen Einrichtungen zulassen, ist für das Beseitigen der
Fehlstellen viel Personal notwendig.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vor
richtung vorzusehen, durch das die Fehlstellen rasch und in
guter Qualität beseitigt werden.
Zur Lösung dieser Erfindung wird vorgeschlagen, daß die Fehl
stelle in den Einzellagen, insbesondere an der oder den Sicht
flächen, zunächst durch ein vorzugsweise optisch wirkendes
Abtastorgan ermittelt wird, daß die Koordinaten der Fehlstelle
in den Speicher eines Steuerungsorganes eingespeist werden und
daß anschließend in die Fehlstelle das Füllmaterial eingesetzt
wird.
Der erfindungsgemäße Vorschlag automatisiert den Ausbesserungs
vorgang vollständig. Das insbesondere optisch wirkende Abtast
organ ermittelt zunächst die Koordinaten der Fehlstelle. Zum
Beispiel überstreicht das Abtastorgan den Leimbinder und er
kennt zum Beispiel aufgrund einer optischen Bildverarbeitung
schadhafte Stellen in der Oberfläche. Aufgrund der Positionie
rung des Abtastorgans bezüglich des Leimbinders ist die Koordi
nate dieser Fehlstelle zu ermitteln. Dabei wird Anfangs- und
Endwert, Länge und Breite der Fehlstelle ermittelt und in einen
Speicher eines Steuerungsorganes eingespeist. Dies kann zum
Beispiel die numerische Steuerung der Positioniereinheit sein,
sie kann aber auch in einfacher Weise mechanisch realisiert
werden, indem zum Beispiel die Positioniereinheit einen An
schlag setzt, der für die nachfolgende Einrichtung in gleicher
Weise wirksam ist. Elegant ist natürlich die Lösung mit einer
entsprechenden Steuerung. Die Erfindung umfaßt aber beide
Lösungsansätze.
Gemäß der erfindungsgemäßen Lösung reicht es dabei zunächst
aus, daß einfach nur die Fehlstelle ermittelt wird, in die dann
beliebig ausgebildetes Füllmaterial eingesetzt werden kann. Das
Füllmaterial kann dabei flüssig, fest, pulver-, granulatförmig
usw. ausgebildet sein. Insbesondere muß die Fehlstelle zum
Beispiel bei Einsatz eines flüssigen Füllmateriales in die
Fehlstelle nicht weiter vorbearbeitet werden.
Es kann aber in einer Variante der Erfindung günstig sein, daß
das Steuerungsorgan ein Fräswerkzeug oder ein anderes spanendes
Werkzeug steuert, das die Fehlstellen ausarbeitet. Eine solche
Anordnung ist zum Beispiel dann von Vorteil, wenn Harzgallen
oder andere optisch nicht schöne Bereiche vor einer Ausbesse
rung der Fehlstelle abgearbeitet werden sollen. Auch in die
sich dann ergebende Ausfräsung wird dann das Füllmaterial ein
gesetzt.
In einer bevorzugten Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen,
daß das Fräswerkzeug an der Fehlstelle auf das einzusetzende
Füllmaterial abgestimmte Konturen ausarbeitet. Die von dem
Fräswerkzeug geschaffenen Konturen werden dann durch das exakt
passende Füllmaterial oder einem speziellen Füllstück mit genau
vorgegebenen Dimensionen optimal verschlossen.
Für das Abarbeiten der verschiedenen Fehlstellen bieten sich
mindestens zwei unterschiedliche Konzepte an. Bei dem ersten
Konzept wird gleichzeitig gearbeitet, das bedeutet, daß an der
ersten Fehlstelle Füllmaterial eingesetzt wird oder an dieser
Fehlstelle das Fräswerkzeug die Fehlstelle ausarbeitet und das
Abtastorgan währenddessen die nächste oder die nächsten Fehl
stelle/n ermittelt. Durch diese parallele Bearbeitung wird für
die gesamte Ausbesserungsarbeit Zeit gespart. Für das Steue
rungsorgan stellt dies keine übermäßige Beanspruchung dar, da
ausreichend leistungsstarke Rechner eingesetzt werden. Selbst
verständlich ist es möglich, daß sogar drei Bearbeitungs
schritte gleichzeitig (Erkennen der ersten Fehlstelle, Aus
fräsen der zweiten Fehlstelle und Ausfüllen der dritten Fehl
stelle mit Füllmaterial) erfolgen. Die gesamte Bearbeitungszeit
wird dadurch erheblich gesenkt.
In einem anderen Konzept werden zunächst alle Fehlstellen des
Leimbinders bzw. des Holzwerkstoffes ermittelt und hernach das
Einsetzen von Füllmaterial in den Fehlstellen durchgeführt. Das
zuerst genannte Konzept bedingt eine jeweils autonome Beweg
barkeit der verschiedenen Einheiten. Dies führt zu entsprechend
größerem Aufwand für die Steuerung und Positionierung dieser
Einheiten. Auf diesen zusätzlichen Aufwand kann bei der soeben
vorgeschlagenen zweiten Variante verzichtet werden, wobei dann
allerdings eine parallele Bearbeitung nicht möglich ist.
Diese soeben geschilderte Vorgehensweise kann aber in einer
weiteren erfindungsgemäßen Variante von Vorteil sein. Wenn das
Steuerungsorgan eine Optimierungsroutine besitzt, bei welchem
nur Fehlstellen ab gewisser, gegebenenfalls vorgebbarer
Mindestanforderungen ausgebessert werden, so ist es günstig,
daß zunächst alle Fehlstellen des Leimbinders bzw. des Holz
werkstoffes ermittelt werden und hernach entschieden wird,
entsprechend den Ausbesserungskriterien als Mindestanforderun
gen, an welchen Koordinaten eine Ausbesserung durchgeführt wird
und an welchen nicht.
In einer weiteren Fortführung der Erfindung wird vorgeschlagen,
daß vor dem Einbringen von Füllmaterial in die Fehlstelle diese
gesäubert wird, insbesondere die Späne entfernt werden. Üb
licherweise wird vorgesehen werden, daß das einzubringende
Füllmaterial, unabhängig von seinem Aggregatszustand, mit dem
Holzwerkstoff/Leimbinder verklebt wird. Die Verklebung kann
aber nur dann effektiv sein, wenn das Füllmaterial auch mit dem
Holzwerkstück als solches verbunden wird, falls die Oberflächen
hinreichend sauber sind. Daher ist es günstig, wenn vor dem
Einbringen von Füllmaterial die Füllstelle gesäubert wird,
wobei diese insbesondere ausgeblasen oder ausgekehrt werden
kann. Es können aber auch andere Säuberungsverfahren (zum Bei
spiel aussaugen) eingesetzt werden.
Da erfindungsgemäß vorgeschlagen wird, die Fehlstelle mit einem
flüssigen, pulverförmigen oder granulatförmigen Füllmaterial
auszufüllen, kann es sich in einer weiteren Variante der Er
findung ergeben, daß durch das Abbinden oder Verfestigen des
Füllmaterials in der Fehlstelle auf das Einsetzen des Füll
materials ein entsprechender Verfestigungsschritt folgt. Es ist
zum Beispiel möglich, daß ein flüssiges, als Klebstoff ausge
bildetes Füllmaterial, z. B. auf Kunstharzbasis usw., eingesetzt
wird, das als Zweikomponentenkleber ausgebildet ist. Zum Ab
binden dieses flüssigen Füllmaterials werden die beiden Kompo
nenten Binder und Härter zusammengebracht, wobei dies ge
schickterweise erst bei oder nach Ausfüllen der Fehlstelle
erfolgt. Es ist aber auch möglich, pulverförmige und/oder
granulatförmige Füllmaterialien in einem Befestigungsschritt
mit dem Holzwerkstück zu verbinden, wenn diese z. B. durch
Ultraschall, Mikrowellen, Strahlung, Infrarot- oder Ultra
violettstrahlung so verändert werden, daß sie sich ineinander
verfestigen und die Füllstelle zuverlässig verfüllen, ver
schließen und mit dem Holz verkleben oder anhaften. Alternativ
hierzu ist es selbstverständlich möglich, daß in die Fehlstelle
ein Füllstück, insbesondere aus Holz, als Füllmaterial einge
setzt, insbesondere eingeleimt wird.
Der Einsatz von insbesondere aus dem Werkstoff Holz bestehenden
Füllstücken als Füllmaterial ergibt bezüglich der übrigen
Eigenschaften des Leimbinders/Holzwerkstoffes keine Probleme,
da Stoffidentität besteht. Auch ist der Einleimvorgang sehr gut
beherrscht. In einem solchen Fall wird auch vorgeschlagen, daß
eine Leim- und Einsetzeinrichtung vom Steuerungsorgan gesteuert
wird. Dabei verwendet diese Einrichtung die gleichen Koordina
ten, die durch das Abtastorgan ermittelt wurden und zum Bei
spiel zur Positionierung und Steuerung des Werzeuges diente.
Neben dem Einsatz eines optischen Abtastorganes sind natürlich
alle anderen bewegungsfrei oder unter Berührung funktionieren
den Abtastsysteme denkbar. Es kann z. B. ein Abtastverfahren
mit Ultraschall- oder mit mechanischem Stößel usw. eingesetzt
werden.
Günstigerweise besitzt das Abtastorgan eine Breite, die größer
ist als die Breite des Leimbinders/Holzwerkstoffes. Bei einer
solchen Ausgestaltung wird auf eine zusätzliche Bewegbarkeit
des Abtastorgans quer zur Längserstreckung des Leimbinders
verzichtet, wodurch eine weitere bewegliche Achse eingespart
wird. Alternativ hierzu ist es möglich, daß das Abtastorgan in
Querrichtung verfahrbar ist, wodurch das Abtastorgan kleiner
und einfacher ausgebildet ist, aber wobei eine zusätzliche
bewegliche Achse vorzusehen ist. Dies ist aber im Rahmen der
Anlagenkonzeptierung problemlos möglich, da dies zum Beispiel
von der gewünschten Bearbeitungsgeschwindigkeit abhängt.
Für den Fall, daß das Füllstück in die Fehlstelle eingeleimt
wird, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß die Fehlstelle
und/oder das Füllstück mit Leim besprüht oder bestrichen wird.
Insbesondere das Einsprühen mit Leim ist verfahrenstechnisch
leicht bewirkbar und daher einfach zu realisieren.
Für die Durchführung des Verfahrens wird auch eine Vorrichtung
beschrieben, bei welcher insbesondere die vorgenannten Ver
fahrensschritte ausführbar sind. Dabei wird vorgeschlagen, daß
das Holzwerkstück bzw. der Leimbinder auf einer Auflage auf
liegen und mindestens eine Bahn längs des Leimbinders bzw. des
Holzwerkstoffes vorgesehen ist, der zur Relativbewegung des
Abtastorganes und einer Einsetzeinrichtung für das Füllmaterial
dient. Alternativ ist natürlich auch möglich, daß der Leim
binder bzw. der Holzwerkstoff bezüglich des Abtastorganes be
ziehungsweise der Einsetzeinrichtung verfahrbar ist und so eine
entsprechende Positionierung der Fehlstelle für Ausbesserungs
arbeiten erlaubt.
Wie eingangs bereits geschildert, reicht es aus, daß ein erstes
Abtastorgan die Fehlstelle erkennt und eine zweite Einsetzein
richtung für das Füllmaterial vorgesehen ist, die das Füll
material in die Fehlstelle einbringt. Es ist natürlich möglich,
eine komplexere Vorrichtung vorzusehen, bei welcher auch das
Werkzeug und gegebenenfalls eine Leimeinrichtung längsverfahr
bar ausgebildet ist. Da die Leimbinder als verhältnismäßig
schwere Bauteile einfacher auf einer Auflage aufliegen und die
verschiedenen Einrichtungen über diese verfahrbar ausgestaltet
werden, um die verschiedenen Fehlstellen zu ermitteln und aus
zubessern, ist es günstig, wenn die Vorrichtung portalartig
ausgebildet ist und die verschiedenen Einrichtungen, das Ab
tastorgan, die Einsetzeinrichtung, das Werkzeug und oder die
Leimeinrichtung, den Leimbinder/Holzwerkstoff von oben bear
beiten.
Je nach Bearbeitungsgeschwindigkeit bzw. Leistung der Vorrich
tung ist dabei vorgesehen, daß die vorgenannten Einrichtungen
entweder jeweils ein eigenes Portal besitzen, aufgrund dessen
diese in Längsrichtung über den Leimbinder/Holzwerkstoff ver
schiebbar sind oder aber ein Portal trägt mit zwei oder mehre
ren der vorgenannten Einrichtungen. Bevorzugt wird, daß insbe
sondere die Einsetzeinrichtung und die Leimeinrichtung in einem
gemeinsamen Bauteil bzw. Portal realisiert werden, da diese
sowieso sukzessive hintereinander eingesetzt werden. Natürlich
ist es auch möglich, zwei Portale mit einem Bearbeitungswerk
zeug vorzusehen, die die verschiedenen Fehlstellen abarbeiten,
die von nur einem Abtastorgan ermittelt werden. Dadurch könnte
eine höhere Geschwindigkeit bei der Erkennung auch zu einer
höheren Geschwindigkeit bei der Bearbeitung ausgenützt werden.
Der Erfindung sind insofern keine Grenzen gesetzt.
Im Sinne der Erfindung ist es auch möglich, daß ein Portal alle
der vorgenannten Einrichtungen trägt und sich dadurch eine
verhältnismäßig einfache Vorrichtung ergibt, auf welcher nur
ein Portal verfahrbar ist, wobei das Portal dann alle Einrich
tungen trägt.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß das Bearbeitungswerkzeug als Walzenfräser oder als
Fingerfräser ausgebildet ist. Auch dieses Werkzeug ist längs
des Leimbinders verschiebbar angeordnet, wobei ein Walzenfräser
(Rotationsachse parallel zur Oberfläche) den Vorteil genießt,
daß dieser mit höherer Zerspanleistung betrieben werden kann
als ein Fingerfräser. Da die Größe des Walzenfräsers in der
Regel deutlich geringer ist als die Breite des Leimbinders - die
Dimension des Bearbeitungswerkzeuges ist in der Regel der
Dimension der Fehlstelle angepaßt - ist es von Vorteil, wenn
auch das Werkzeug quer zum Leimbinder/Holzwerkstoff verfahrbar
ist.
Es ist günstig, wenn eine Spanabsaugeinheit am Bearbeitungs
werkzeug vorgesehen ist, wodurch bereits frühzeitig vermieden
wird, daß Späne im Bereich der Fehlstelle verbleiben. Da dies
aber nicht sicher ausgeschlossen werden kann, ist es nach wie
vor günstig, wenn vor einem Einbringen des Füllmaterial in die
Fehlstelle diese nochmals gereinigt wird, wie oben beschrieben.
Es ist von Vorteil, wenn für das Füllmaterial ein Spender,
insbesondere ein Vorratsmagazin, für die Füllstücke vorgesehen
ist. Günstigerweise ist dieser Spender bzw. das Vorratsmagazin
an der Einsetzeinrichtung vorgesehen und angeordnet.
Die Füllstücke werden hierbei günstigerweise über einen Sauger
durch die Einsetzeinrichtung ergriffen. Die Füllstücke sind
dabei formmäßig so ausgestaltet, daß sie der durch den Frä
ser in das Holz eingearbeiteten Kontur entsprechen. Üblicher
weise sind dies Abschnitte von Zylindern, deren Rundung mit
der Fräskontur übereinstimmt. Der Sauger ergreift dabei das
Füllstück an der ebenen Fläche. Um sicherzustellen, daß das
Füllstück auch in der Fehlstelle eingesetzt ist, ist an der
Einsetzrichtung eine Druckplatte zum Eindrücken des Füllstückes
in die Fehlstelle vorgesehen. Dies kann zum Beispiel durch eine
Druckbeaufschlagung oder einen Schlag erfolgen. Dadurch wird
die Selbsthemmung des eingesetzten Füllstückes erhöht und das
Füllstück sicher in die Fehlstelle eingedrückt.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß Sauger und Druckplatte integriert ausgebildet sind.
Das bedeutet, daß der Sauger, welcher das Füllstück in die
Fehlstelle einsetzt auch gleichzeitig die Druckplatte um
schließt und, nachdem die Saugwirkung ausgeschaltet wird, die
Druckplatte aktiviert wird und das Füllstück in die Fehlstelle
eingepreßt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrich
tung zur Durchführung des erfin
dungsgemäßen Verfahrens und
Fig. 2 eine teilweise Draufsicht auf die
Darstellung der Fig. 1.
In der Fig. 1 wird davon ausgegangen, daß der Leimbinder 1 nach
der Fertigung in einer Presse auf einer Unterlage 7 aufliegt.
Die zu bearbeitende Sichtfläche 8 ist eben und zeigt nach oben.
Vorzugsweise über dem Leimbinder ist eine Bahn 6 vorgesehen,
auf der die einzelnen Einrichtungen 2 bis 5 in Richtung des
Doppelpfeiles 9 beweglich sind. Die Bahn 6 kann auch seitlich
des Leimbinders 1 vorgesehen sein und die Einrichtungen 2 bis 5
sind dann z. B. portalartig gestaltet. Die Einrichtungen 2 bis 5
sind je mit einem Steuerungsorgan 10 bzw. mit dessen Speicher
verbunden. Die Verbindung erfolgt durch Kabel, gegebenenfalls
auch drahtlos, in an sich bekannter Weise. Die Einrichtungen 2
bis 5 besitzen je einen Antrieb, der nicht näher dargestellt
ist. Dieser Antrieb erlaubt eine genaue Positionierung in Rich
tung der Pfeile 9 bzw. eine Ermittlung der jeweils erreichten
Position.
Die Abtasteinrichtung 2 (oder auch das Abtastorgan) ist dazu
bestimmt, die Fehlstellen zu ermitteln. Zu diesem Zweck ist sie
nicht nur in Richtung des Doppelpfeiles 9 beweglich, sondern
auch quer zur Bahn 6 in Richtung der Pfeile 11. Eine solche
Ausgestaltung wird zum Beispiel dann gewählt, wenn die Breite
des Abtastorgans 2 geringer ist als die Breite des Leimbinders.
Die Abtasteinrichtung 2 ermittelt vorzugsweise berührungslos
die Koordinaten der Fehlstellen (der Längs- und Querkoordi
naten), und zwar sowohl der Anfangs- und Endpunkte als auch der
Lage bzw. Länge in den einzelnen Lagen 12 des Leimbinders 1.
Die ermittelten Koordinaten werden am Steuerungsorgan 17 be
ziehungsweise seinem Speicher übergeben.
Das Steuerungsorgan 10 steuert beispielsweise den Schlitten 13
mit dem Fräswerkzeug 3 sinngemäß so, daß die Fehlstelle in der
einzelnen Lage ausgearbeitet werden kann. Es ist klar, daß das
Werkzeug 3 auch anhebbar und absenkbar ist sowie querverschieb
bar (Doppelpfeil 11, wie das Abtastorgan 2), um die betreffende
Fehlstelle zu erreichen.
Anstelle der Bewegung der Einrichtungen 2 und 3 längs der Bahn
6 ist es grundsätzlich auch möglich, den Leimbinder 1 längs zu
verschieben, was jedoch weniger zu bevorzugen ist.
Wenn die Fehlstellen ermittelt und ausgearbeitet sind, können
beispielsweise die Füllstücke von Hand eingelegt und/oder ein
geleimt werden. Es ist aber auch möglich, dies durch geeignete
Einrichtungen mehr oder weniger automatisch durchführen zu
lassen. Zu diesem Zweck ist eine Leimeinrichtung 4 ebenfalls
auf der Bahn 6 verschiebbar und die Einsetzeinrichtung 5 kann
die Füllstücke in geeigneter Größe einsetzen. Zu deren Positio
nierung wird in gleicher Weise verfahren wie bei der Positio
nierung des Werkzeuges 3.
In der Regel ist vorgesehen, daß die Ausarbeitungen der Fehl
stellen in der Breite der einzelnen Lagen erfolgt. Bei Harz
gallen ist dies nicht notwendig, hier genügen kleinere Füll
stücke, deren Querschnitt beispielsweise auch dreieckförmig
sein kann. Die Füllstücke sind in der Regel rechteckig und
besitzen an den Enden Abrundungen entsprechend der Kontur des
Fräswerkzeuges 3. Vorteilhaft ist es, die Ausarbeitungen und
die Füllstücke in abgestuften Längen vorzunehmen bzw. bereitzu
halten.
Die jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche
sind Versuche zur Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung
weitergehenden Schutzes.
Sollte sich hier bei näherer Prüfung, insbesondere auch des
einschlägigen Standes der Technik, ergeben, daß das eine oder
andere Merkmal für das Ziel der Erfindung zwar günstig, nicht
aber entscheidend wichtig ist, so wird selbstverständlich schon
jetzt eine Formulierung angestrebt, die ein solches Merkmal,
insbesondere im Hauptanspruch, nicht mehr aufweist.
Die in den abhängigen Ansprüchen angeführten Rückbeziehungen
weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des Haupt
anspruches durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches
hin. Jedoch sind diese nicht als ein Verzicht auf die Erzielung
eines selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale
der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen.
Merkmale, die bislang nur in der Beschreibung offenbart wurden,
können im Laufe des Verfahrens als von erfindungswesentlicher
Bedeutung, zum Beispiel zur Abgrenzung vom Stand der Technik,
beansprucht werden.
Merkmale, die nur in der Beschreibung offenbart wurden, oder
auch Einzelmerkmale aus Ansprüchen, die eine Mehrzahl von Merk
malen umfassen, können jederzeit zur Abgrenzung vom Stande der
Technik in den ersten Anspruch übernommen werden, und zwar auch
dann, wenn solche Merkmale im Zusammenhang mit anderen Merk
malen erwähnt wurden beziehungsweise im Zusammenhang mit an
deren Merkmalen besonders günstige Ergebnisse erreichen. Die
jetzt mit der Anmeldung und später eingereichten Ansprüche sind
Versuche zur Formulierung ohne Präjudiz für die Erzielung wei
tergehenden Schutzes.
Claims (25)
1. Verfahren zum Bearbeiten von Leimbindern und anderen
Holzwerkstoffen, die aus einer Mehrzahl aufeinander ge
leimter Lagen bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fehlstellen in den Einzellagen, insbesondere an der oder
den Sichtflächen, zunächst durch ein vorzugsweise optisch
wirkendes Abtastorgan ermittelt werden, daß die Koordina
ten der Fehlstelle in den Speicher eines Steuerungs
organes eingespeist werden und daß anschließend in die
Fehlstelle Füllmaterial eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Steuerungsorgan ein Fräswerkzeug oder ein anderes
spanendes Werkzeug steuert, das die Fehlstellen ausar
beitet.
3. Verfahren nach einem oder beiden der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fräswerkzeug an
der Fehlstelle auf das einzusetzende Füllmaterial abge
stimmte Konturen ausarbeitet.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß während an einer
ersten Fehlstelle Füllmaterial eingesetzt wird und/oder
an dieser Fehlstelle das Fräswerkzeug die Fehlstelle
ausarbeitet, das Abtastorgan die nächsten Fehlstellen er
mittelt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst alle Fehl
stellen des Leimbinders beziehungsweise des Holzwerk
stoffes ermittelt werden und hernach das Einsetzen von
Füllmaterial in den Fehlstellen erfolgt.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerungsorgan
eine Optimierungsroutine besitzt, bei welcher nur Fehl
stellen ab gewisser, gegebenenfalls vorgebbarer Mindest
anforderungen ausgebessert werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einbringen
von Füllmaterial in die Fehlstelle diese gesäubert wird,
insbesondere Späne entfernt werden.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einbringen
von Füllmaterial in die Fehlstelle diese ausgeblasen oder
ausgekehrt wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fehlstelle mit
einem flüssigen, pulverförmigen oder granulatförmigen
Füllmaterial ausgefüllt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für das Abbinden
oder Verfestigen des Füllmaterials in der Fehlstelle auf
das Einsetzen des Füllmaterials ein entsprechender Ver
festigungsschritt folgt.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in die Fehlstelle
ein Füllstück, insbesondere aus Holz, als Füllmaterial
eingesetzt, insbesondere eingeleimt wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Leim- und Ein
setzeinrichtung vom Steuerungsorgan gesteuert wird.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fehlstelle
und/oder das Füllstück mit Leim besprüht oder bestrichen
wird.
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch ge
kennzeichnet, daß mindestens eine Bahn (6) längs des
Leimbinders/Holzwerkstoffes (1) vorgesehen ist zur Re
lativbewegung des Abtastorgans (2) und einer Einsetzein
richtung (5) für das Füllmaterial.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
auch das Werkzeug und gegebenenfalls eine Leimeinrichtung
längsverfahrbar ausgebildet ist.
16. Vorrichtung nach einem oder beiden der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
Vorrichtung portalartig ausgebildet ist und Abtastorgan,
Einsetzeinrichtung, Werkzeug und/oder Leimeinrichtung den
Leimbinder/Holzwerkstoff von oben bearbeitet.
17. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß für das
Abtastorgan, Einsetzeinrichtung, Werkzeug und/oder Leim
einrichtung je ein Portal vorgesehen ist oder ein Portal
mehrere oder alle der vorgenannten Einrichtungen trägt.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß das
Abtastorgan eine Breite aufweist, die größer ist als die
Breite des Leimbinders/Holzwerkstoffes.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das
Abtastorgan und/oder das Werkzeug quer zum
Leimbinder/Holzwerkstoff verfahrbar ist.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß das
Bearbeitungswerkzeug als Walzenfräser oder als Finger
fräser ausgebildet ist.
21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 20, gekennzeichnet durch eine Spanab
saugeinheit am Bearbeitungswerkzeug (3).
22. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß für das
Füllmaterial ein Spender, insbesondere ein Vorratsmagazin
für die Füllstücke vorgesehen ist.
23. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einsetzeinrichtung die Füllstücke über einen Sauger er
greift.
24. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die
Einsetzeinrichtung eine Druckplatte zum Eindrücken des
Füllstückes in die Fehlstelle besitzt.
25. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche 14 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß Sauger
und Druckplatte integriert ausgebildet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10223831.6A DE10223831B4 (de) | 2001-06-01 | 2002-05-28 | Vorrichtung zum Bearbeiten von Leimbindern und anderen Holzwerkstoffen |
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10126960 | 2001-06-01 | ||
| DE10126960.9 | 2001-06-01 | ||
| DE10223831.6A DE10223831B4 (de) | 2001-06-01 | 2002-05-28 | Vorrichtung zum Bearbeiten von Leimbindern und anderen Holzwerkstoffen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10223831A1 true DE10223831A1 (de) | 2002-12-19 |
| DE10223831B4 DE10223831B4 (de) | 2015-12-10 |
Family
ID=7687046
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10223831.6A Expired - Lifetime DE10223831B4 (de) | 2001-06-01 | 2002-05-28 | Vorrichtung zum Bearbeiten von Leimbindern und anderen Holzwerkstoffen |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
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| DE (1) | DE10223831B4 (de) |
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