DE10221622A1 - Steuerung einer motorisch betriebenen Bootseinrichtung zu Rettungszwecken (Eisrettung) - Google Patents
Steuerung einer motorisch betriebenen Bootseinrichtung zu Rettungszwecken (Eisrettung)Info
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Abstract
Motorgetriebene Einrichtung mit einem kiellosen Bootskörper aus zumindest zwei parallelen, im Abstand angeordneten, aufgeblasenen Schlauchkörpern (1, 2) und mit einem zwischen diesen angeordneten, im wesentlichen starren oder festen Boden (6). Auf dem Boden ist ein Luftpropeller-Vortrieb (25) erhöht, zusammen mit Lenkeinrichtungen (27) und mit Steuereinrichtungen (31, 32) für den Vortrieb montiert.
Description
- Die Erfindung betrifft ein motorgetriebenens Boot mit einem kiellosen Bootskörper aus zumindest zwei parallelen, im Abstand angeordneten Schlauchkörpern und mit einem zwischen diesen angeordneten, im wesentlichen starren oder festen Boden, auf dem ein Luftpropeller-Vortrieb (erhöht) zusammen mit Lenkeinrichtungen für den Bootskörper und mit Steuervorrichtungen für den Vortrieb montiert sind (Anspruch 1 und 2).
- Damit wird erreicht, daß ein solches Boot für den Einsatz, bevorzugt den Rettungseinsatz, auf Wasser- und Eisflächen gleichermaßen geeignet ist.
- Das erfindungsgemäße Boot ist besonders an Gewässern, wie Seen, für einen Rettungseinsatz geeignet, deren Wasserfläche mindestens teilweise zuzufrieren pflegt. In diesen Fällen ist ein Rettungseinsatz mit Booten zumeist nicht mehr möglich. Ein Rettungseinsatz über eine große Eisfläche hinweg ist mühsam und zeitraubend. Das gilt auch für den Feuerwehreinsatz vom Festland aus auf einer Insel bei zugefrorener Eisfläche. Dagegen steht einem Rettungseinsatz mit der erfindungsgemäßen Einrichtung in diesen Fällen nichts im Wege, wobei der Einsatz schnell und sicher und unter Mitführung von gegebenenfalls notwendigem Rettungsgerät und Mannschaft möglich ist, da sich die Bewegungseinrichtung gleichermaßen sicher und schnell und ohne Schwierigkeiten eines Übergangs auf Wasser wie auf Eis bewegen lässt. Der Hauptkörper dämpft dabei bei Fahrt über Unebenheiten, wie Eisschollen oder zerklüftete Eisfläche alle Stöße ab und verhindert ein Festfrieren auf Eis.
- Die von den Schlauchkörpern umgrenzte Fläche wird von einem relativ festen doppelten Boden eingenommen. Auf diesem Festboden sind, bevorzugt mittels eines Rahmengestells, der Propellervortrieb und zugehörige Teile, wie eine Steuereinrichtung und eine Lenkeinrichtung und Sitzgelegenheit(en), bevorzugt als eine Einheit, montiert (Anspruch 10 bis 12).
- Vorzugsweise ist der Vortrieb im Heckbereich des Boots angeordnet und als Schubvortrieb ausgebildet (Anspruch 3). Bei großen und schwereren Ausführungen ist es vorteilhaft, entweder zwei Vortriebe in Tandemanordnung einzusetzen (Anspruch 4) oder nur den Propeller erhöht einzubauen und einen stärkeren Motor direkt auf dem Boden anzuordnen und die beiden über einen Riemen oder Kette oder dgl. mit einander zu verbinden (Anspruch 6).
- Es kann direkt mit dem Vortrieb die Lenkung der Bewegungseinrichtung erfolgen. In vielen Fällen genügen jedoch dem Schubantrieb zwei oder drei, in Querrichtung symmetrisch zur Propellerachse verteile Seitenruder.
- Weitere vorteilhafte Maßnahmen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
- Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von schematischen Zeichnungen an Ausführungsbeispielen näher erläutert.
- Es zeigen:
- Fig. 1 eine Fortbewegungseinrichtung mit Hauptkörper und Luftpropeller-Vortrieb in perspektivischer Darstellung.
- Fig. 2 eine Draufsicht auf den Hauptkörper mit auf dem Boden abgestützten Tragrahmen.
- Fig. 3 einen Querschnitt durch den Hauptkörper in Höhe etwa des Vortriebs.
- Fig. 4 den Vortrieb in Tandemausführung in Draufsicht
- Fig. 5 ein weiter abgewandeltes Ausführungsbeispiel des Vortriebs.
- Fig. 6 ein weiteres Detail in Seitenansicht.
- Fig. 7 ein weiteres Detail im Querschnitt.
- Der Bootskörper der kiellosen Fortbewegungseinrichtung besteht, wie Fig. 1 und Fig. 2 zeigen, im wesentlichen aus einer katamaran-ähnlichen Anordnung von zwei parallelen Schlauchkörpern 1 und 2. Diese können, an ihren in Fahrtrichtung weisenden Enden durch einen auch aus einem Schlauchabschnitt bestehenden Bugteil 9 oder einer Stange miteinander verbunden sein. In jedem Fall sind die vorderen Abschnitte der Körper 1 und 2 in Fahrtrichtung 49 nach oben geneigt, um so den Übergang vom Wasser zum Eis zu erleichtern.
- Die Schlauchkörper sind durch einen fest mit den Körpern verbundenen (bei 5a) doppelten Boden 5/6, miteinander verbunden. Der Boden dient als Trag- und Montageboden und ist entsprechend bemessen. Zum Reibungsschutz sind Leisten 7 bzw. 8 an der Unterseite der Schläuche und des Bodens 5/6 angebracht, die aus verschleißfestem aber nachgiebigem Material und die Seitenstabilität und Lenkbarkeit des Fahrzeuges erhöhen.
- Auf dem Boden 6 ist ein Rahmengestell 10 (leicht) lösbar befestigt, auf dem beim Ausführungsbeispiel alle Ausrüstungsteile des Fahrzeuges montiert sein können und das leicht lösbar auf dem Boden befestigbar, z. B. mit vier Schrauben aufschraubbar ist. Im dargestellten Beispiel besteht das Gestell 10 aus einem hinteren Abschnitt 11 und einem vorderen Abschnitt 12.
- An dem hinteren Abschnitt 11 sind im dargestellten Beispiel vier Tragstreben, zwei hintere 20a und zwei vordere 20b, für eine Montageplattform 14 für die erhöhte Anordnung des Propeller- Vortriebs abgestützt, die begrenzt gelenkig und längenverstellbar ausgebildet sind, um die Montageplattform und so die Drehachse des Propellers 25 gegenüber einer zum Boden parallelen Ebene einjustieren zu können. Auf der Plattform 14 ist ein Brennkraftmotor 13 mit Getriebe, Schmiermitteltank, Propeller 25 und anderen Zusatzeinrichtungen montiert. Die Flügel der Luftschraube 25 sind um ihre Längsachse verstellbar und von einem ringförmigen Gehäuserahmen 26 umgeben, kurz eine "Mantelschraube". Bei entsprechender Ausbildung des Mantels kann eine Erhöhung der Schubwirkung der Luftschraube erreicht werden.
- An der Rückseite des Rahmens 26, jeweils um eine etwa lotrechte Achse synchron verschwenkbar, bevorzugt zwei oder drei, Seitenruder 27a, 27b schwenkbar abgestützt, diese können über Seilzüge oder dgl. (nicht dargestellt) von einer Steuereinheit 31/32 aus gesteuert werden.
- Auf dem vorderen Abschnitt 12 des Rahmenteils 10 ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und Fig. 3 ein motorradähnlicher Sitzbock 30 montiert, auf dem der Fahrer und eine oder mehrere Personen hintereinander im Reitersitz sitzen können. Der Sitz kann aufklappbar oder abnehmbar sein, um den Zugang zu der elektrischen Schaltung und der Kraftstoffpumpe mit Zubehör zu ermöglichen, die geschützt im Bock untergebracht sind. Vor dem Bock 30 ist die schon erwähnte Steuer- und Lenkeinheit angeordnet, an der alle für die Bedienung des Fahrzeuges und des Motors notwendigen Steuerelemente - ähnlich wie bei einem Motorrad - angeordnet sind. Insbesondere ist im Beispiel ein Motorradlenker 32 zur Steuerung der Seitenruder 27a, 27b vorgesehen, der über sich überkreuzende Seilzüge mit der Stelleinrichtung des Seitenruders verbunden ist.
- Es kann auch nach Fig. 6 ein zwischen einer Bereitschaftsstellung und einer wirksamen Stellung absenkbares, mit dem Lenker 32 parallel zu dem Seitenruder 27 verbundenes Ruder 15 vorgesehen sein, um die Steuerung im Wasser zu unterstützen. Das Blatt 15 ist mit einem heb- und senkbarem Schwenkgestell 51 verbunden, das in einer Hülse 51a auf und ab gleiten kann und mit dieser über eine Zahnung drehbar verbunden ist, während die Hülse selbst drehbar gelagert und über seitliche Arme 52 mit den Seilzügen 53 der Steuerung 32 verbunden ist. Das Ganze ist auf dem Rahmengestell 10 montiert.
- Um die Seitenstabilität des Fahrzeuges bei Fahrt auf dem Eis zu verbessern, können an der Schlauchwand 35 schneidenartige Kufen 38 bis 40 in flexiblen Haltern 36, 37 vorgesehen sein, wie Fig. 7 zeigt. Deren Länge ist bezogen auf die Länge der Körper klein.
- Das Fahrzeug kann in verschiedenen Größen gebaut werden, um unterschiedlich Anzahlen von Hilfskräften und Hilfsgeräten aufnehmen zu können. Um bei größeren und schwereren Fahrzeugen die erforderliche Vorschubkraft zu erhalten, können zwei Luftpropeller-Vortriebe 25a und 25b, jeweils mit Motor 44 und 45 und Getriebe, in Tandemanordnung vorgesehen sein. Dabei ist der hintere als Schub- und der in Fahrtrichtung 49 vordere als Zug- Vortrieb ausgebildet, wie Fig. 4 zeigt. Statt dessen ist es auch möglich, die Luftschraube 25 erhöht zu montieren, jedoch getrennt von Getriebe 42 und Motor 41 und eine flexible Antriebsverbindung 16, 17, 43 mit Riemen oder Ketten oder dgl. vorzusehen, wie Fig. 5 zeigt. Dann kann ein kräftigerer Motor 41 direkt auf dem Rahmen 12 montiert werden. Auch kann ein steuerbares Getriebe 42 vorgesehen sein, das sogar als Umkehrgetriebe ausgebildet sein kann, um für die Abbremsung des Fahrzeugs die Drehrichtung eines verstellbaren Propellers umkehren zu können. Dies kann wichtig sein, da das Fahrzeug auf Eis eine hohe Geschwindigkeit entwickelt. Es kann auch für einen Rettungsvorgang nützlich sein, wenn das Fahrzeug auch durch Motorkraft rückwärts bewegt werden kann oder abgebremst werden soll.
- Ähnliches lässt sich auch erreichen, wenn der Vortrieb als Ganzes um eine lotrechte Achse 41b schwenk- oder drehbar angeordnet ist, wie dies in Fig. 5 nur angedeutet ist. So könnte zwischen Rahmen 11 und Motor 41 ein über einen Verstelltrieb steuerbarer Drehkranz 41a vorgesehen sein, so dass mit dem Vortrieb zugleich das Fahrzeug auch gelenkt und auch abgebremst werden kann. Bei kleineren Fahrzeugen können Motor und Propeller auch an einem Ende eines mit seinem anderen Ende um eine lotrechte Achse gesteuert drehbaren Schwenkarms montiert sein.
- Bei den Fig. 4 sowie 5 kann eine um den Propeller gelegene Gehäuseanordnung 26 ebenso vorgesehen sein, wie an Fig. 1 erläutert. Auch sie kann in ihrer geometrischen Gestalt an eine Verbesserung der Lustströmung (beispielsweise im Sinne einer Venturi-Ausführung) angepaßt sein, sie kann nur teilumfänglich beplankt sein, bezogen auf einen tragenden Rahmen, der einen Mindestabstand von den äußeren Enden der Propeller 25, 25a, 25b aufweist.
- Es ist ersichtlich, dass das Fahrzeug einfach aufgebaut ist und ein vergleichbar geringes Gewicht aufweist. Es ist leicht zu handhaben und kann zusätzliches Gerät und Personen aufnehmen. Es ist gleichermaßen fahrtüchtig auf dem Wasser wie auf Eisflächen und ist daher vielseitig, auch unter schwierigen Verhältnissen, wie Sturm und Unwetter, einsetzbar.
Claims (15)
1. Motorgetriebene Einrichtung mit einem kiellosen Bootskörper
aus zumindest zwei parallelen, im Abstand angeordneten,
aufgeblasenen Schlauchkörpern (1, 2) und mit einem zwischen
diesen angeordneten, im wesentlichen starren oder festen
Boden (6), auf dem ein Luftpropeller-Vortrieb (25), erhöht,
zusammen mit Lenkeinrichtungen (27) für das Boot und mit
Steuereinrichtungen (31, 32) für den Vortrieb montiert sind.
2. Motorgetriebene Einrichtung mit einem kiellosen Hauptkörper
aus zumindest zwei parallelen, im Abstand angeordneten,
aufgeblasenen Schlauchkörpern (1, 2) und mit einem zwischen
diesen angeordneten im wesentlichen starren Boden (6), auf
dem ein Rahmengestell (10) montierbar ist, auf dem ein
Luftpropeller-Vortrieb (25) erhöht (20,21) angeordnet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Luftpropellerantrieb (25) im Heckbereich des
Fahrzeugs angeordnet und als Schubvortrieb ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Luftpropeller-Antriebe (25a, 25b) in Tandemanordnung
hinter einander vorgesehen sind, wobei der - in Fahrtrichtung
gesehen - hintere (25a) als Schub- und der vordere (25b) als
Zug-Vortrieb ausgebildet ist.
5. Einrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei
dem Schubvortrieb (25, 25a)wenigstens zwei steuerbare,
symmetrisch zur senkrechten Längsmittelebene des Fahrzeugs
angeordnete Seitenruder (27a, 27b) nachgeordnet sind.
6. Einrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei
nur der Propeller (25) erhöht montiert und mit dem
Antriebsmotor (41) bzw. dem zugehörigen Getriebe (42) über
flexible Antriebselemente, wie Riemen (17), Kette oder Band
verbunden ist.
7. Einrichtung nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, die Propellerflügel um ihre Längsachse -
vorzugsweise bis in eine Schubumkehr-Stellung - verstellbar
sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass der Propellervortrieb (25) mit Motor
(41) zur Lenkung und/oder zur Abbremsung um eine zum Boden
(5, 6) etwa senkrechte Achse (41b) dreh- oder schwenkbar
angeordnet ist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, dass auf einem Grundrahmenabschnitt (11) der
Propeller-Vortrieb (25) mittels teils gelenkig verbundener,
teils längenveränderlicher Streben (20a, 20b) erhöht und
gegenüber einer zum Boden (5, 6) parallelen Ebene justierbar
montiert ist.
10. Einrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass auf einer Verlängerung (12) des
Grundrahmenabschnittes (11) in Fahrtrichtung wenigstens ein
Sitz (30) mit Anzeigeeinrichtungen und Steuerelementen (31,
32) für Antriebsmotor (13), Seitenruder (27),
Verstellvorrichtung für die Propellerflügel fest angeordnet
und vorzugsweise als Einheit mit dem Rahmengestell (10) vom
Boden (5, 6) abnehmbar ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass
der Sitz (30) nach Art eines Motorradsitzes bockförmig für
eine, zwei oder mehr Personen ausgebildet ist und unter dem
Sitz zugänglich die elektrischen Schaltungen und die
Kraftstofffördereinrichtung geschützt enthält.
12. Einrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet,
dass zur Lenkung der Einrichtung ein Lenker (32) nach Art
eines Motorradlenkers vorgesehen ist, dessen Lenkausschläge
gegensinnig auf die Seitenruder (27a, 27b) oder eine andere
Lenkeinrichtung, wie Drehkranz, für einen dreh- oder
schwenkbaren Propellerantrieb, übertragbar sind, um das Boot
in eine der Lenkbewegung entsprechende gleichsinnige Kurve zu
steuern.
13. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei in zwischen einer
in das Wasser eintauchenden Stellung und einer aus dem Wasser
aufgetauchten Stellung verstellbares, die Steuerung des
Fahrzeugs im Wasser unterstützendes und schwenkbares Ruder,
insbesondere Steuerblatt (15), am Heckabschnitt (H) des
Bodens (6) angeordnet ist, welches unabhängig vom oder
gemeinsam und gegensinnig mit dem Seitenruder (27) vom
Steuerteil (32) oder einer anderen Lenkeinrichtung, z. B. über
Seilzüge (53) steuerbar ist.
14. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass dem
Antriebsmotor (41) ein Wendegetriebe (42) zur Veränderung der
Drehrichtung des Propellers und Abbremsung nachgeschaltet ist.
15. Einrichtung nach Anspruch 12, wobei über sich kreuzende
Seilzüge die Lenkausschläge des Motoradlenkers auf die
Seitenruder bzw. die andere Lenkeinrichtung übertragen
werden.
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