DE1021136B - Verfahren zur Herstellung einer Giessform und nach diesem Verfahren hergestellte Form - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Giessform und nach diesem Verfahren hergestellte FormInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung einer Gießform und nach diesem Verfahren hergestellte Form Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Gießform, welche mindestens eine Formschicht aus einem Gemisch von feuerfestem Material mit einem als Bindemittel wirkenden Kieselsäuresol enthält. Das Verfahren nach der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß nach Herstellung der Formschicht dem Bindemittel durch Behandlung mit einem flüssigen organischen hygroskopischen Mittel Wasser entzogen wird.
- Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere für die Herstellung von Gießformen, welche für den Präzisionsguß Verwendung finden. Beim Präzisionsgießverfahren werden in bekannter Weise zerstörbare Modelle des zu gießenden Gegenstandes mit einer feuerfesten Formmasse umkleidet. Das zerstörbare Modell kann aus Wachs oder anderen leicht ausschmelzbaren bzw. brennbaren Stoffen hergestellt sein und wird während des Trocknens der Form aus dieser ausgeschmolzen. Zurückbleibende Modellreste verbrennen während des Brennprozesses.
- Es ist bereits vorgeschlagen worden, zur Erhöhung der Oberflächenfeinheit und zwecks Erzielung einer formgetreuen Nachbildung des Gußstückes das Modell vorerst mit einem dünnen Überzug aus einer feinkörnigen, feuerfesten Masse zu versehen, auf welche 2Lrrschließend eine oder: mehrere Schichten aus einem feuerfesten Material gröberer Korngröße aufgebracht werden. Ferner ist bereits vorgeschlagen worden, den genannten dünnen Überzug aus einer Formmasse herzustellen, welche Ouarzmehl und ein als Bindemittel wirkendes Kieselsäuresol enthält. Weiterhin ist bereits vorgeschlagen worden, die auf einen solchen Überzug folgende weitere Formschicht aus einem wäßrigen Brei eines feuerfesten Stoffes gröberer Korngröße herzustellen, dem ein geeignetes Bindemittel beigemischt wird.
- In solchen Fällen vermag der Wassergehalt der auf den dünnen Überzug folgenden Formschicht die Zusammensetzung des Überzuges nachteilig zu beeinflussen. Insbesondere kann die Kieselsäure zum Quellen gebracht werden, was ein Werfen des dünnen Überzuges auf der Modelloberfläche verursacht und damit eine getreue Abbildung der Modelloberfläche unmöglich macht.
- Zur Vermeidung dieses Nachteils ist bereits vorgeschlagen worden, der Formmasse für die Herstellung des dünnen Überzugs ein wasserabstoßendes Mittel zuzusetzen oder aufzutragen.
- Das beschriebene Verfahren ist mit Nachteilen verbunden. So kann der Gehalt des wasserabstoßenden Mittels die Struktur der Formmasse verändern und damit ihre Festigkeit unter Umständen vermindern. Ferner bedingt das Auftragen eines wasserabstoßenden Xlittels eine weitere Komplikation des Arbeitsvorganges.
- Die zur Verwendung gelangenden Kieselsäuresol-Bindemittel zeichnen sich dadurch aus, daß ihr Wassergehalt über einen gewissen Grenzwert durch Trocknen bzw. durch Wasserzugabe beliebig verändert werden kann. Sinkt der Wassergehalt unter einen bestimmten Wert, so verschwindet diese reversible Eigenschaft, indem das Kieselsäuresol wohl weiter entwässert, jedoch kein Wasser mehr aufnehmen kann.
- Das erfindungsgemäße Verfahren benutzt diese Eigenschaft des Kieselsäuresols zur Vermeidung einer nachteiligen Veränderung der Formschicht infolge Wasseraufnahme, indem dem Bindemittel durch Behandlung mit einem flüssigen organischen hvgroskopischien Mittel so viel Wasser entzogen wird, daß seine Fähigkeit zur `'Wasseraufnahme verschwindet. Damit vermag beispielsweise auch ein anschließend auf die behandelte Schicht aufgetragener wäßriger Brei die Beschaffenheit des Kieselsäuresol-Bindemittels nicht nachteilig zu beeinflussen.
- Vorteilhaft wird als flüssiges organisches hygroskopisches -XTittel hochprozentiger Äthylalkohol verwendet. Zweckmäßig erfolgt die Behandlung durch Eintauchen der angetrockneten Formschicht in Äthylalkohol. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Wassergehalt des Alkohols, nach der Dicke der zu entwässernden Formschicht, nach dem Maß der Vortrocknung sowie nach dem Gelierungszustand. Nach Entzug der geeigneten Menge Wasser wird das Ganze aus dem Alkohol entfernt.
- Eine derart behandelte Formschicht kann bei Gießformen für Präzisionsguß vorteilhaft die den Gießhohlraum begrenzende Formfläche bilden. Dabei wird ein Wachsmodell des zu gießenden Gegenstandes mit einem Überzug aus einem Gemisch von Quarzmehl mit einem als Bindemittel wirkenden Kieselsäuresol versehen. Das Ganze wird anschließend in hochprozentigen Äthylalkohol eingetaucht und nach Entzug einer geeigneten Menge Wasser aus dem Alkohol entfernt. Nunmehr kann beispielsweise durch Umgießen ein wäßriger Brei auf die so behandelte Formschicht aufgebracht werden. Der Wassergehalt dieser anschließenden Formschicht vermag das Kieselsäuresol-Bindemittel nicht zum Quellen oder Werfen zu bringen, da es so weit entwässert worden ist, daß es sich vollständig hydrophob verhält. In bekannter Weise kann die Form nachher getrocknet und gebrannt werden, wobei das Wachsmodell durch Ausschmelzen oder Verbrennen zerstört wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung einer Gießform, welche mindestens eine Formschicht aus einem Gemisch von feuerfestem Material mit einem als Bindemittel wirkenden Kieselsäuresol enthält, dadurch gekennzeichnet, daß nach Herstellung der Forruschicht dem Bindemittel durch Behandlung mit einem flüssigen organischen hygroskopischen Mittel Wasser entzogen wird. ?. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges organisches hygroskopisches Mittel hochprozentiger Äthylalkohol verwendet wird. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform vor Aufbringen einer weiteren Formschicht in hochprozentigen Äthylalkohol eingetaucht wird. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein zerstörbares Modell des zu gießenden Gegenstandes mit einem Überzug aus einem Gemisch eines feinkörnigen feuerfesten Stoffes mit einem als Bindemittel wirkenden Kieselsäuresol versehen wird. anschließend das Ganze in hochprozentigen Äthylalkohol eingetaucht und nach Entzug von Wasser das Ganze aus dem Alkohol entfernt wird und daß ferner anschließend auf den Überzug eine weitere Formschicht aus einem wäßrigen Brei aufgebracht wird, welcher aus einem Gemisch eines feuerfesten Materials gröberer Korngröße mit einer als Bindemittel wirkenden anorganischen Säure besteht: 5. Nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 hergestellte Gießform, dadurch gekennzeichnet, daß die Formschicht, welche das mit einem flüssigen organischen hygroskopischen Mittel behandelte Kieselsäuresol-Bindemittel enthält, die den Gießhohlraum begrenzende Fläche der Form bildet.
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