DE10208032A1 - Scheibenbremse mit Dichtung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Scheibenbremse (1) insbesondere für Kraftfahrzeuge mit einer mechanischen Betätigungsvorrichtung (3) zum Aufbringen einer Bremsbetätigungskraft. Derartige Betätigungsvorrichtungen (3) umfassen in aller Regel zumindest ein Kraftübertragungsglied (7, 8), welches beweglich innerhalb einer Öffnung (16) eines Bremsgehäuses (2) gelagert ist. Zur Verhinderung des Eindringens von Schmutz und Feuchtigkeit in das Innere der Scheibenbremse (1) ist eine zwischen dem Bremsgehäuse (2) und dem Kraftübertragungsglied (7, 8) wirksame Dichtung (20, 30, 40) vorgesehen. Eine kostengünstige Verbesserung der Dichtfunktion wird dadurch erreicht, dass die Dichtung (20, 30, 40) zur Ausbildung einer statischen Dichtwirkung fest mit dem Kraftübertragungsglied (7, 8) verbunden ist und zur Ausbildung einer dynamischen Dichtwirkung mit zumindest einem Dichtabschnitt (21, 22, 31, 32, 41, 42) verschiebbar am Bremsgehäuse (2) angeordnet ist. Dies ermöglicht vor allem die einfache Herstellung der Dichtflächen (18, 19, 27, 29).
Description
- Die Erfindung betrifft eine Scheibenbremse insbesondere für Kraftfahrzeuge mit einer mechanischen Betätigungsvorrichtung zum Aufbringen einer Bremsbetätigungskraft. Derartige Betätigungsvorrichtungen umfassen in aller Regel zumindest ein Kraftübertragungsglied, welches beweglich innerhalb eines Bremsgehäuses gelagert ist. Dabei ist zwischen Bremsgehäuse und Kraftübertragungsglied eine Dichtung vorgesehen.
- In der WO 98/19076 A1 ist eine derartige Scheibenbremse mit einer im Bremsgehäuse angeordneten mechanischen Betätigungsvorrichtung beschrieben. Die mechanische Betätigungsvorrichtung beinhaltet eine im Bremsgehäuse drehbar gelagerte Welle, über die mittels eines Betätigungshebels eine Bremsbetätigungskraft in die Scheibenbremse eingeleitet werden kann. Zur Abdichtung des Innenraumes der Scheibenbremse ist eine Dichtung im Bremsgehäuse befestigt, die zwischen dem Bremsgehäuse und der Welle bzw. dem mit der Welle verbundenen Betätigungshebel wirksam ist. Die Dichtung verhindert dabei das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in den Innenraum der Scheibenbremse. Zur Gewährleistung einer zuverlässigen Dichtfunktion erfordert die Dichtung mehrere Dichtabschnitte die mit zugehörigen Dichtflächen am Bremsgehäuse, an der Welle und am Betätigungshebel zusammenwirken. Daraus resultiert eine komplizierte Gestaltung der Dichtung. Ferner müssen die zugehörigen Dichtflächen aufgrund der hohen Anforderungen an die Oberflächengüte aufwendig bereitgestellt werden.
- Ausgehend davon ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Scheibenbremse mit einem Bremsgehäuse, einem im Bremsgehäuse beweglich gelagerten Kraftübertragungsglied und einer zugehörigen, zwischen Bremsgehäuse und Kraftübertragungsglied wirksamen Dichtung anzugeben, die hinsichtlich der langfristig zuverlässigen Dichtfunktion verbessert ist.
- Gelöst wird die Aufgabe durch eine Scheibenbremse insbesondere für ein Kraftfahrzeug gemäß Patentanspruch 1. Danach umfasst die Scheibenbremse ein Bremsgehäuse, eine mechanische Betätigungsvorrichtung zum Aufbringen einer Bremsbetätigungskraft, die ein beweglich in einer Öffnung im Bremsgehäuse gelagertes Kraftübertragungsglied aufweist und eine zwischen dem Bremsgehäuse und dem Kraftübertragungsglied wirksame Dichtung. Die Dichtung verhindert das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in das Innere der Scheibenbremse und gewährleistet damit deren störungsfreie Funktion. Dazu weist die Dichtung gegenüber dem Kraftübertragungsglied bzw. dem Bremsgehäuse mehrere Dichtstellen auf. Zur Ausbildung einer statischen Dichtwirkung ist die Dichtung fest mit dem Kraftübertragungsglied verbunden, wobei zumindest ein Dichtabschnitt der Dichtung unter Vorspannung an einer zugehörigen Fläche es Kraftübertragungsglieds anliegt. Zur Ausbildung einer dynamischen Dichtwirkung ist die Dichtung mit zumindest einem Dichtabschnitt verschiebbar am Bremsgehäuse angeordnet. Dazu ist am Bremsgehäuse, insbesondere im Bereich der Öffnung für das Kraftübertragungsglied, zumindest eine Dichtfläche ausgebildet, die sich mit der gewünschten Oberflächenbeschaffenheit während der Bearbeitung der Öffnung einfach anformen lässt.
- Insbesondere weist das Kraftübertragungsglied eine drehbar um ihre Achse im Bremsgehäuse gelagerte Welle auf. Damit ist die mit dem Kraftübertragungsglied bzw. der Welle verdrehfest verbundene Dichtung zusammen mit der Welle drehbar im Bremsgehäuse angeordnet. Vorzugsweise weist das Bremsgehäuse eine senkrecht zur Wellenachse orientierte erste Dichtfläche auf. Mit dieser ersten Dichtfläche wirkt ein erster Dichtabschnitt der Dichtung unter axialer Vorspannung zusammen.
- Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Scheibenbremse ist vorgesehen, dass in der Öffnung des Bremsgehäuses eine der Wellenachse zugewandte sowie bezogen auf die Achse rotationssymmetrische zweite Dichtfläche ausgebildet ist, die ebenfalls bevorzugt während der Bearbeitung des Bremsgehäuses angeformt wird. Eine sinnvolle Dichtungsausführung ergibt sich dadurch, dass die Dichtung mit zumindest einem ersten Dichtabschnitt unter axialer Vorspannung an der ersten Dichtfläche anliegt und mit zumindest einem zweiten Dichtabschnitt unter radialer Vorspannung an der zweiten Dichtfläche anliegt. Damit wird zwischen der Dichtung und dem Bremsgehäuse eine dynamische Dichtwirkung an zwei getrennten Dichtstellen erreicht. Dies verbessert insgesamt die Dichtfunktion.
- Eine weitere Verbesserung der Dichtungsanordnung wird dadurch erreicht, dass die Dichtung mit zumindest einem dritten Dichtabschnitt unter radialer Vorspannung an einer an der Welle ausgebildeten dritten Dichtfläche anliegt. Damit ergibt sich nicht nur eine zuverlässige Abdichtung gegenüber dem Bremsgehäuse sondern auch gegenüber der Welle.
- Eine zusätzlich Möglichkeit der Abdichtung gegenüber dem Kraftübertragungsglied besteht darin, an einer senkrecht zur Wellenachse orientierten Fläche des Kraftübertragungsglieds eine vierte Dichtfläche auszubilden, an der ein vierter Dichtabschnitt der Dichtung unter axialer Vorspannung anliegt. Hierbei ist die Fläche des Kraftübertragungsglieds mit der zugehörigen vierten Dichtfläche an einem verdrehfest mit der Welle verbundenen Hebel ausgebildet. Ein solcher Hebel dient üblicherweise der Einleitung einer Bremsbetätigungskraft in die Bremse. Zur verdrehfesten Verbindung der Dichtung mit dem Kraftübertragungsglied bzw. der Welle ist die Dichtung mittels eines am Kraftübertragungselement fixierten Befestigungselementes axial gegenüber der Fläche verklemmt. Selbstverständlich sind für die Dichtung auch andere Befestigungsmöglichkeiten denkbar, z. B. durch Verkleben. Allgemein erstreckt sich die Dichtung mit ihren mehreren Dichtabschnitten jeweils unter entsprechender Vorspannung zwischen den zugehörigen Dichtflächen Bremsgehäuse und dem Kraftübertragungsglied bzw. der Welle. Dabei sind die unterschiedlichen Dichtabschnitte der Dichtung insbesondere in Form von Dichtlippen oder sonstigen Dichtvorsprüngen ausgebildet.
- Weitere sinnvolle Detailmerkmale der Erfindung sind den Ausführungsbeispielen in den Figuren zu entnehmen und werden im folgenden näher erläutert.
- Es zeigt/zeigen:
- Fig. 1 in zwei Teilansichten eine Scheibenbremse mit einem beweglich im Bremsgehäuse gelagerten Kraftübertragungsglied und einer ersten zugehörigen Dichtungsausführung in geschnittener Darstellung;
- Fig. 2-4 Teilansichten in Schnittdarstellung dreier weiterer Ausführungsvarianten der Dichtungsanordnung.
- In Fig. 1 ist ein Teil einer Scheibenbremse 1 dargestellt mit einem Bremsgehäuse 2 sowie einer mechanischen Betätigungsvorrichtung 3. Dabei handelt es sich um eine kombinierte Scheibenbremse, die sowohl für Betriebs- als auch für Feststellbremsungen herangezogen werden kann. Dazu ist in einer Zylinderbohrung 4 im Bremsgehäuse 2 ein Bremskolben 5 verschiebbar angeordnet. Der Bremskolben 5 steht mit einem nicht gezeigten Bremsbelag in Verbindung, der zur Reibanlage an eine ebenfalls nicht gezeigte Bremsscheibe vorgesehen ist.
- Während einer Betriebsbremsung wird der Bremskolben 5 durch Druckbeaufschlagung eines hydraulischen Druckraumes 6 der Einwirkung einer Betätigungskraft ausgesetzt, wodurch der Bremskolben 5 aus der Zylinderbohrung 4 herausgedrückt wird.
- Zur Bremsbetätigung bei einer Feststellbremsung ist die mechanische Betätigungsvorrichtung 3 vorgesehen, die eine drehbar im Bremsgehäuse 2 gelagerte Welle 7 mit einem fest damit verbundenen Hebel 8 aufweist. Über den Hebel 8 kann beispielsweise mittels eines eingehangenen Seilzuges eine Betätigungskraft in die Scheibenbremse 1 eingeleitet werden. Allgemein kann analog zur Ausführung mit einer Welle 7 und einem Hebel 8 auch eine vergleichbar wirkendes Kraftübertragungsglied zur Einleitung einer Bremsbetätigungskraft Verwendung finden. Eine Rückstellung des Hebels 8 in die Ruhestellung bei nicht-betätigter Bremse erfolgt durch eine entsprechende Rückstellfeder 9. Eine Drehbewegung der Betätigungswelle 7 während einer Feststellbremsung wird mittels eines exzentrisch an der Welle abgestützten Druckstückes 10 in eine translatorische Bewegung einer Spindel 11 umgewandelt. Dazu wirkt das Druckstück 10 einseitig auf die Spindel 11 ein. Im vorliegenden Fall der Scheibenbremse 1 nach Fig. 1 ist die Spindel 11 als Bestandteil einer Nachstellvorrichtung 12 ausgebildet. Die Nachstellvorrichtung 12 besteht im wesentlichen aus einer beispielsweise aus der DE 195 21 634 A1 bekannten, verlängerbaren Mutter-Spindel-Anordnung 13, die sich über eine Reibkupplung 14 am Bremskolben 5 abstützt. Die genaue Funktionsweise einer derartigen Nachstellvorrichtung 12 wird im genannten Dokument beschrieben braucht daher an dieser Stelle nicht näher erläutert zu werden.
- Die Welle 7 ist zur Einleitung einer Bremsbetätigungskraft, beispielsweise während einer Feststellbremsung, mittels zumindest eines Lagers 15 drehbar in einer Öffnung 16 des Bremsgehäuses 2 angeordnet. Dabei erstreckt sich ein Ende der Welle 7, mit dem auch der Hebel 8 verdrehfest verbunden ist, aus dem Bremsgehäuse 2 heraus. Der Hebel 8 kann insbesondere formschlüssig oder stoffschlüssig, beispielweise mittels Schweißen, an der Welle 7 befestigt sein. Um das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in den Innenraum des Bremsgehäuses 2 zu verhindert ist eine Dichtung 20 vorgesehen. Diese Dichtung 20 ist zur Ausbildung einer statischen Dichtwirkung verdrehfest mit der Welle 7 bzw. dem Hebel 8 verbunden. Andererseits ist die Dichtung 20 zur Ausbildung einer dynamischen Dichtwirkung verschiebbar bzw. drehbar am Bremsgehäuse 2 angeordnet.
- Im einzelnen umfasst die Dichtung 20 für die dynamische Dichtwirkung einen ersten Dichtabschnitt 21, der bezogen auf die Wellenachse 17 unter achsparalleler Vorspannung mit einer zugehörigen ersten Dichtfläche 18 am Bremsgehäuse 2 zusammenwirkt. Dabei ist die senkrecht zur Wellenachse 17 orientierte erste Dichtfläche 18 ringförmig um die Wellenachse 17 herum ausgebildet. Eine Verbesserung der dynamischen Dichtfunktion wird durch einen zweiten Dichtabschnitt 22 der Dichtung 20 erzielt, der unter radialer Vorspannung an einer zugehörigen zweiten Dichtfläche 19 des Bremsgehäuses 2 anliegt. Dabei ist die zweite Dichtfläche 19 innerhalb der Öffnung 16 der Wellenachse 17 zugewandt und verläuft gleichzeitig rotationssymmetrisch zu dieser. In den Fig. 1-4 ist die zweite Dichtfläche 19 jeweils in Form eines um die Wellenachse verlaufenden Zylinderabschnittes ausgebildet. Durch die Kombination der beiden Dichtabschnitte 21, 22 ergibt sich eine besonders zuverlässige dynamische Dichtwirkung, die sich den Labyrintheffekt derartiger Dichtungsanordnungen zu Nutze macht. Die eigentlichen Dichtabschnitte 21, 22 sind vorzugsweise jeweils als Dichtlippe oder geeigneter Dichtvorsprung ausgeführt. Die zugehörigen Dichtflächen 18, 19 am Bremsgehäuse 2 können mit der gewünschten Oberflächenbeschaffenheit vorteilhaft einfach unmittelbar während der Bearbeitung der Öffnung 16 mit am Bremsgehäuse 2 angeformt werden.
- Zur statischen Abdichtung umfasst die Dichtung 20 zunächst wenigstens einen dritten Dichtabschnitt 23, der unter radialer Vorspannung mit einer dritten Dichtfläche 27 an der Welle 7 zusammenwirkt. Dabei liegt der dritte Dichtabschnitt 23 aufgrund der verdrehfesten Verbindung von Dichtung 20 und Welle 7 statisch an der dritten Dichtfläche 27 an. In Fig. 1 sind die mehreren Dichtabschnitte 23 als drei Dichtlippen bzw. Dichtvorsprünge ausgebildet. Diese sorgen nicht nur für die Dichtwirkung zwischen der Dichtung 20 und der Welle 7 sondern auch für die radiale Verspannung der Dichtung 20 zwischen den entsprechenden Dichtflächen 19, 27 am Bremsgehäuse 2 bzw. der Welle 7. Analog zur Ausbildung mehrerer Dichtlippen bzw. Dichtvorsprünge kann der dritte Dichtabschnitt 23 auch als eine zusammenhängende, großflächige Dichtstelle ausgeführt sein.
- Zur Verstärkung der axialen Dichtwirkung ist am Kraftübertragungsglied eine senkrecht zur Wellenachse 17 orientierte Fläche 28 vorgesehen, um die Dichtung 20 axial zwischen dieser Fläche 28 und der ersten Dichtfläche 18 im Bremsgehäuse 2 zu verspannen. Dabei ist die Fläche 28 dem Bremsgehäuse 2 zugewandt und besonders vorteilhaft an einem nicht gezeigten Absatz der Welle 7 oder am Hebel 8 angeformt. In den Figuren ist die Fläche 28 jeweils am Hebel 8 vorgesehen. Die Fläche 28 bildet gleichzeitig eine vierte Dichtfläche 29 die mit einem vierten Dichtabschnitt 24 der Dichtung 20 statisch zusammenwirkt. Im einzelnen wird der vierte Dichtabschnitt 24 insbesondere durch die axiale Krafteinwirkung eines Dichtungsvorsprunges 25, der axial am Bremsgehäuse 2 anliegt, gegen die zugehörige vierte Dichtfläche 29 am Hebel 8 gedrückt. Durch die statische Dichtwirkung zwischen Dichtung 20 und Hebel 8 wird vor allem auch die Verbindung zwischen Hebel 8 und Welle 7 vor Korrosion geschützt. Die Befestigung des Hebels 8 an der Welle 7 erfolgt dabei vorzugsweise mittels einer Schweißverbindung 26.
- Den Fig. 2-4 sind weiterentwickelte Dichtungsanordnungen zu entnehmen, die insbesondere dazu geeignet sind größere Fertigungstoleranzen auszugleichen, wie sie bei den einzelnen Bauteilen der Scheibebremse auftreten. Damit wird stets eine zuverlässige Dichtwirkung garantiert. Wie bei der bereits beschriebenen Dichtung 20 nach Fig. 1 sind auch die Dichtungen 30, 40 nach den Fig. 2-4 zwischen den Dichtflächen 18, 19, 27, 29 angeordnet. Gemäß Fig. 2 ist die Dichtung 30 mittels eines separaten Befestigungselements 35 an der Welle 7 bzw. am Hebel 8 statisch fixiert. Das Befestigungselement 35 ist als Klemmring, Sprengring oder sonstiger geeigneter Befestigungsring 35 ausgeführt, der seinerseits in einer Nut 36 an der Welle 7 verrastet ist. Der beispielsweise aus Draht gefertigte Befestigungsring 35 verklemmt vor allem die Dichtung 30 mit ihrem vierten Dichtabschnitt 34 axial gegenüber der vierten Dichtfläche 29 am Hebel 8. Außerdem sorgt der Befestigungsring 35 für die radiale Vorspannung des zweiten Dichtabschnittes 32 gegenüber der zweiten Dichtfläche 19 am Bremsgehäuse 2. Damit wird die radiale dynamische Dichtwirkung gegenüber dem Bremsgehäuse 2 bei allen Betriebszuständen der Scheibenbremse zuverlässig gewährleistet. Der erste Dichtabschnitt 31 ist als langgezogene Dichtlippe 31 ausgebildet, die selbst bei großen axialen Fertigungstoleranzen noch mit ausreichender axialer Vorspannung an der zugehörigen ersten Dichtfläche 18 am Bremsgehäuse 2 anliegt. Der dritte Dichtabschnitt 33 ist im Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 als großflächige ringförmige Dichtstelle ausgebildet, wobei der dritte Dichtabschnitt 33 statisch gegenüber der dritten Dichtfläche 27 an der Welle 7 wirksam wird.
- Fig. 3 zeigt eine Variante der Dichtungsanordnung gemäß Fig. 2. Danach erfolgt die Befestigung der Dichtung 30 an der Welle 7 bzw. am Hebel 8 ebenfalls mittels eines ringförmigen Befestigungselementes 35, das allerdings nicht innerhalb einer Nut 36 an der Welle 7 fixiert ist. Vielmehr ist das Befestigungselement 35 als Klemmring ausgeführt, der sich auch ohne nut 36 an der Welle 7 verklemmt oder verkrallt. Auf das zusätzliche einformen einer Nut 36 an der Welle 7 kann somit vorteilhaft verzichtet werden.
- Fig. 4 zeigt eine alternative Möglichkeit die Dichtung 40 ohne zusätzliches Befestigungselement an der Welle 7 bzw. am Hebel 8 zu befestigen. Dazu ist an der Umfangsfläche der Welle 7 eine umlaufende Nut 46 angeformt, in die sich die Dichtung 40 mit zumindest einem Halteabschnitt 45 formschlüssig erstreckt. Der Halteabschnitt 45 kann beispielsweise als einfacher radialer Vorsprung oder als umlaufender Ringabschnitt ausgebildet sein, der in die umlaufende Nut 46 eingerastet wird. Damit ist die Dichtung verdrehfest mit der Welle 7 bzw. dem Hebel 8 verbunden. Der Halteabschnitt 45 liegt unter axialer Vorspannung in der Nut 46 an und verspannt damit gleichzeitig die den vierten Dichtabschnitt 44 der Dichtung 40 axial mit der vierten Dichtfläche 29 am Hebel 8. Ansonsten wirkt die Dichtung analog zu den Ausführungen nach den Fig. 2-3, wobei die Dichtabschnitte 41, 42, 43, 44 der Dichtung jeweils unter Vorspannung an den zugehörigen Dichtflächen 18, 19, 27, 29 am Bremsgehäuse 2, an der Welle 7 und am Hebel 8 anliegen. Dabei ergibt sich aufgrund der festen Verbindung der. Dichtung 40 mit der Welle 7 eine statische Dichtwirkung zwischen Dichtung 40 und Welle 7 bzw. Hebel 8 und eine dynamische Dichtwirkung zwischen Dichtung 40 und Bremsgehäuse 2.
- Ergänzend zu den in den Figuren gezeigten Dichtungsausführungen 20, 30, 40 sind selbstverständlich noch weitere Dichtungsvarianten denkbar, die unter Ausbildung einer statischen Abdichtung zur Welle 7 bzw. zum Hebel 8 und einer dynamischen Abdichtung zum Bremsgehäuse 2 mehrere Dichtabschnitte 21-24, 31-34, 41-44 bzw. zugehörige Dichtflächen 18, 19, 27, 29 verwenden. Insbesondere ist es nicht notwendigerweise erforderlich gegenüber dem Bremsgehäuse einen axial wirksamen ersten Dichtabschnitt 21, 31, 41 in Kombination mit einem radial wirksamen zweiten Dichtabschnitt 22, 32, 42 auszubilden. Selbstverständlich können alternativ auch mehrere axial bzw. radial wirksame Dichtabschnitte Verwendung finden.
- Die an den Figuren verdeutlichte Abdichtung eines beweglich im Bremsgehäuse 2 gelagerten Kraftübertragungsgliedes 7, 8 mittels einer erfindungsgemäßen Dichtung 20, 30, 40 ist selbstverständlich nicht auf die spezielle Ausführung der Scheibenbremse 1 mit entsprechender mechanischer Betätigungsvorrichtung 3 gemäß Fig. 1 beschränkt. Die erfindungsgemäße Dichtungen 20, 30, 40 lassen sich bei jeder Art von Scheibenbremse 1 vorteilhaft anwenden, bei der ein Kraftübertragungsglied 7, 8 beweglich, d. h. drehbar und/oder verschiebbar, in einem Bremsgehäuse 2 gelagert ist.
Claims (10)
1. Scheibenbremse (1) insbesondere für ein Kraftfahrzeug
mit einem Bremsgehäuse (2), mit einer mechanischen
Betätigungsvorrichtung (3) zum Aufbringen einer
Bremsbetätigungskraft, die ein beweglich in einer Öffnung (16) im
Bremsgehäuse (2) gelagertes Kraftübertragungsglied (7,
8) aufweist und mit einer zwischen dem Bremsgehäuse (2)
und dem Kraftübertragungsglied (7, 8) wirksamen Dichtung
(20, 30, 40), dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtung
(20, 30, 40) zur Ausbildung einer statischen
Dichtwirkung fest mit dem Kraftübertragungsglied (7, 8)
verbunden ist und zur Ausbildung einer dynamischen
Dichtwirkung mit zumindest einem Dichtabschnitt (21, 22, 31, 32,
41, 42) verschiebbar am Bremsgehäuse (2) angeordnet ist.
2. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Kraftübertragungsglied (7, 8) eine drehbar um
ihre Achse (17) im Bremsgehäuse (2) angeordnete Welle
(7) umfasst.
3. Scheibenbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Bremsgehäuse (2) eine senkrecht zur Achse (17)
orientierte erste Dichtfläche (18) aufweist.
4. Scheibenbremse nach einem der Ansprüche 2-3, dadurch
gekennzeichnet, dass in der Öffnung (16) des Bremsgehäuses
(2) eine der Achse (17) zugewandte sowie bezogen auf die
Achse (17) rotationssymmetrische zweite Dichtfläche (19)
ausgebildet ist.
5. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 3, 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die Dichtung (20, 30, 40) mit zumindest
einem ersten Dichtabschnitt (21, 31, 41) unter axialer
Vorspannung an der ersten Dichtfläche (18) anliegt.
6. Scheibenbremse nach den Ansprüchen 3, 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die Dichtung (20, 30, 40) mit zumindest
einem zweiten Dichtabschnitt (22, 32, 42) unter radialer
Vorspannung an der zweiten Dichtfläche (19) anliegt.
7. Scheibenbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtung (20, 30, 40) mit zumindest einem
dritten Dichtabschnitt (23, 33, 43) unter radialer
Vorspannung an einer an der Welle (7) ausgebildeten dritten
Dichtfläche (27) anliegt.
8. Scheibenbremse nach einem der Ansprüche 2-7, dadurch
gekennzeichnet, dass an einer senkrecht zur Achse (17)
orientierten Fläche (28) des Kraftübertragungsglieds (7,
8) eine vierte Dichtfläche (29) ausgebildet ist, an der
ein vierter Dichtabschnitt (24, 34, 44) der Dichtung
(20, 30, 40) unter axialer Vorspannung anliegt.
9. Scheibenbremse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das die Fläche (28) des Kraftübertragungsglieds (7,
8) an einem verdrehfest mit der Welle (7) verbundenen
Hebel (8) ausgebildet ist.
10. Scheibenbremse nach einem der Ansprüche 7-8, dadurch
gekennzeichnet, dass die Dichtung (20, 30, 40) mittels
eines am Kraftübertragungselement (7, 8) fixierten
Befestigungselementes (35) axial gegenüber der Fläche (28)
verklemmt ist.
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