DE10207813A1 - Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung - Google Patents
Ultraschallgerät zur bakteriziden BehandlungInfo
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Abstract
Gegenstand der Erfindung ist ein Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von im Inneren eines menschlichen oder tierischen Körpers befindlichen septischen Wunden, z. B. bei nach laparoskopischen oder endoskopischen Operationen entstandenen Wunden und zur Beseitigung von Entzündungsherden, dessen an einem Handstück befestigfte Sonotrode durch den Führungskanal eines in einen Hautschnitt eingesetzten Trokars an den Entzündungsherd heran geführt werden kann.
Description
- Gegenstand der Erfindung ist ein Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von im Inneren eines menschlichen oder tierischen Körpers befindlichen septischen Wunden, z. B. bei nach laparoskopischen oder endoskopischen Operationen entstandenen. Wunden und zur Beseitigung von durch Entzündungen hervorgerufenen Bakterien, wobei die Vorrichtung aus einem mit einem Umwandler ausgestatteten Handstück und daran befestigter Sonotrode besteht, wobei der Umwandler mit einem Ultraschallgenerator und einer Versorgungseinrichtung für die Behandlungsflüssigkeit verbunden ist.
- Bisher ist es nur möglich, innerhalb eines biologischen Körpers befindliche Entzündungsherde medikamentös zu behandeln, wobei insbesondere bei Verabreichung von Antibiotika ein Heilungserfolg nicht garantiert ist. In schwierigen Fällen muss zunächst ausgetestet werden, welches Antibiotikum ein Patient vertragen kann, bzw. auf welches er nicht reagiert.
- Aus der DE-Gebrauchsmusteranmeldung Nr. 200 19 711.8 ist jetzt ein Gerät zur Behandlung septischer Wunden, z. B. von sog. offenen Beinen oder anderen insbesondere bakteriell verseuchten Wunden bekannt geworden, bei welchem innerhalb eine besonders gestalteten Sonotrode ein Kanal zum Zuführen von Kochsalzlösung und gegebenenfalls von heilmedizinischen Mitteln wie Heparin zur Behandlungsfläche des je nach Behandlungsart unterschiedlich gestalteten Sonotrodenkopfes vorgesehen ist.
- Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein Ultraschallgerät für die Behandlung von nach laparoskopischen oder endoskopischen Operationen entstandenen Wunden zu schaffen, welche den Heilungsverlauf verbessern und wodurch die Organe Leber und Nieren nicht durch Medikamente belastet oder geschädigt werden.
- Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass durch den Führungskanal eines in einen Hautschnitt eingesetzten Trokars eine in einem mit einem Ultraschallgenerator verbundenen Handstück befestigte Sonotrode eingeführt wird, die mit einem Kanal ausgestattet ist, durch den eine Behandlungsflüssigkeit wie Kochsalzlösung und gegebenenfalls heilmedizinische Mittel der Behandlungsfläche des Sonotrodenkopfes zugeführt werden.
- Weitere Ausgestaltungsmerkmale des Erfindungsgegenstandes sind den weiteren Ansprüchen und den Unteransprüchen zu entnehmen.
- Aus dem Bereich der sog. offenen Chirurgie ist es bereits bekannt, Sonotrodenköpfe und Behandlungsflächen von Sonotroden in sehr unterschiedlicher Form zu gestalten, damit die verfügbare Ultraschallenergie bestmöglich an der Behandlungsfläche verfügbar ist.
- Bei der Gestaltung von Sonotroden für den Einsatz bei laparoskopischen oder endoskopischen Operationen ist es wichtig, bei den jeweiligen Längen und den relativ kleinen Durchmessern der Sonotroden den Ultraschallgenerator regelbar zu gestalten, damit die mit zunehmender Länge des Sonotrodenschaftes zunehmenden Energieverluste kompensiert werden können. Die Form des Sonotrodenkopfes ist auch bei laparoskopischen oder endoskopischen Verfahren der jeweiligen Behandlungsart angepasst, d. h. je nach Einsatzort und Einsatzart innerhalb eines biologischen Körpers ist der Sonotrodenkopf entsprechend geformt. Auch die Länge der Sonotrode ist abhängig von der Einsatzart. Es stehen verschiedene Längen zur Verfügung, um kiem Operateur die für den speziellen Fall kürzestmögliche Sonotrode anzubieten.
- Für laparoskopische Einsätze stehen Sonotroden zwischen 100 und 600 Millimeter Länge zur Verfügung.
- Anhand von als Beispiel einen menschlichen Bauchraum zeigenden Zeichnungen soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigt:
- Fig. 1 zeigt einen teilweisen Längsschnitt durch ein Handstück mit auswechselbarem Sonotrodenkopf;
- Fig. 2a zeigt eine Sonotrode mit schräg zur Längsachse geformter Behandlungsfläche;
- Fig. 2b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 2a;
- Fig. 3a zeigt eine Sonotrode mit einer Behandlungsfläche in Form einer Schraubendreherklinge;
- Fig. 3b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 3a;
- Fig. 4a zeigt eine Sonotrode mit einer tellerartigen Behandlungsfläche;
- Fig. 4b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 4a;
- Fig. 5a zeigt eine Sonotrode mit einer kugelförmigen Behandlungsfläche;
- Fig. 5b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 5a;
- Fig. 6a zeigt eine Sonotrode mit einer aus mehreren aneinander gereihten Kugeln bestehenden Behandlungsfläche;
- Fig. 6b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 6a;
- Fig. 7a zeigt eine Sonotrode mit einem zylindrischen Sonotrodenkopf und rechtwinkliger Behandlungsfläche;
- Fig. 7b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 7a;
- Fig. 8a zeigt eine Sonotrode mit einem Sonotrodenkopf mit quadratischem Querschnitt und abgeschrägter Behandlungsfläche;
- Fig. 8b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 8a;
- Fig. 9a zeigt eine Sonotrode mit einem Sonotrodenkopf mit quadratischem Querschnitt und rechtwinkliger Behandlungsfläche;
- Fig. 9b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 9a;
- Fig. 10a zeigt eine Sonotrode mit einem Sonotrodenkopf mit polygonalem Querschnitt und abgeschrägter Behandlungsfläche;
- Fig. 10b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 10a;
- Fig. 11a zeigt eine Sonotrode mit einem Sonotrodenkopf mit polygonalem Querschnitt und abgeschrägter Behandlungsfläche;
- Fig. 11b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 11a;
- Fig. 12 einen teilweise aufgeschnittenen Rumpf eines biologischen Körpers mit eingesetzten Trokaren und zugehörigen Instrumenten;
- Das in Fig. 1 dargestellte Ultraschall-Gerät besteht aus einem Handstück (1) mit einem Griffbereich (2), einem Anschlussrohr (3) zum Anschluss an einen Versorgungsschlauch, durch den Kochsalzlösung und medizinische Heilmittel wie Heparin, Antibiotika etc. durch den Kanal (5) zur Sonotrode (7) geleitet werden. Die Ultraschall-Energie wird durch die Anschlussleitung zum Ultraschall-Generator (4) in an sich bekannter Weise dem Handstück (1) zugeführt.
- Das Handstück (1) ist mit einer Sonotroden-Aufnahme (6) ausgerüstet, die ein Gewinde zum Einschrauben der Sonotrode (7) aufweist. Die jeweilige Sonotrode (7) ist mit einem dem Gewinde des Handstückes entsprechenden Befestigungsgewinde (11) versehen.
- Durch den Kanal (10) wird die der Behandlungsfläche (9) zuzuführende Flüssigkeit geleitet.
- Die behandlungsseitigen Enden der Sonotroden (7) können mit sehr unterschiedlichen Sonotrodenköpfen (8) ausgestattet sein. So zeigt z. B. Fig. 2a einen Sonotrodenkopf (8) mit zylindrischer Außenform. Die Behandlungsfläche (9) ist vorzugsweise schräg zur Längsachse abgefräst und poliert. Es ist auch denkbar, diese Fläche konkav auszuführen, um eine gezielte Verteilung der Flüssigkeit zu bewirken.
- Fig. 2b zeigt eine Ansicht auf die Stirnseite der Sonotrode aus Fig. 2a.
- Fig. 3a zeigt eine Längsansicht einer Sonotrode (7') mit einem Befestigungsgewinde (11'), einem Kanal (10') und einem Sonotrodenkopf (8'), der die Form einer Schraubendreherklinge hat, so dass - wie aus Fig. 3b zu ersehen ist - die Behandlungsflächen (9') seitlich liegen. Bei dieser besonderen Gestaltung ist es auch denkbar, dass der Kanal (10') stirnseitig am Sonotrodenkopf verschlossen und stattdessen mitten durch die Behandlungsflächen (9') eine Querbohrung vorgesehen ist.
- In Fig. 4a ist die Sonotrode. (7") mit einem tellerförmigen Sonotrodenkopf (8") ausgestattet. Auch diese Sonotrode wird mittels des Befestigungsgewindes (11") mit dem Handstück (1) verbunden. Durch den Kanal (10") wird die Behandlungsflüssigkeit der Behandlungsfläche (9") zugeführt. Diese Behandlungsfläche (9") kann konkav gestaltet sein. Durch eine solche Form einer Behandlungsfläche kann die Zerstäubungsleistung der Flüssigkeiten noch erhöht werden. Mit der Flüssigkeitszerstäubung erfolgt gleichzeitig eine Ableitung der durch Ultraschall erzeugten Wärme innerhalb des Applikators und an den abstrahlenden Grenzflächen. Aus Fig. 4b wird deutlich, dass die tellerförmige Behandlungsfläche einen kreisförmigen Querschnitt aufweist.
- Bei der in Fig. 5a dargestellten Sonotrode (7''') ist der Sonotrodenkopf (8''') kugelförmig gestaltet. Mit dem Befestigungsgewinde (11''') kann die Sonotrode (7''') mit dem Handstück (1) verbunden werden. Die kugelförmige Behandlungsfläche (9''') wird durch den Kanal (10''') mit Behandlungsflüssigkeit versorgt. Eine solche kugelförmig gestaltete Behandlungsfläche erlaubt ein punktgenaues Ansetzen der Sonotrode (7''') im Wundbereich. Der Sonotrodenkopf kann - wie dargestellt - aus zwei aneinander gesetzten Kugeln oder auch aus einer oder drei und mehr Kugeln bestehen. Die Zahl der aneinander gesetzten Kugel beeinflusst Intensität und Verlauf der Ultraschallschwingungen.
- Zum besseren Verstehen ist in Fig. 6a eine Sonotrode mit drei in einander übergehenden Kugeln abgebildet.
- Die Positionsnummern sind in den Fig. 2a bis 11b grundsätzlich gleich. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden in den Fig. 6a bis 11b die Positionsnummern weggelassen. Für den Betrachter der Figuren ist es auch ohne die Positionsnummern deutlich, wie die jeweiligen Sonotrodenköpfe aussehen.
- Die Sonotrode gemäß Fig. 7a ist mit einem zylindrischen Sonotrodenkopf ausgestattet. Die Behandlungsfläche liegt senkrecht zur Längsachse der Sonotrode.
- In Fig. 8a ist eine Sonotrode abgebildet, deren Sonotrodenkopf - wie Fig. 8b zeigt - deren Sonotrodenkopf einen quadratischen Querschnitt aufweist und dessen Behandlungsfläche schräg zur Sonotroden, längsachse verläuft. Fig. 9a zeigt - wie Fig. 8a - einen Sonotrodenkopf mit quadratischem Querschnitt; die Behandlungsfläche liegt jedoch senkrecht zur Sonotrodenlängsachse.
- In den Fig. 10a und 11a wird eine Sonotrode mit einem einen polygonalen Querschnitt aufweisenden Sonotrodenkopf gezeigt. Die Querschnittform - hier 8-eckig - ist aus den Fig. 10b und 11b zu ersehen.
- Der Sonotrodenkopf aus Fig. 10a weist eine schräg zur Sonotrodenlängsachse verlaufende Behandlungsfläche auf, während in Fig. 11a die Behandlungsfläche senkrecht zur Sonotrodenlängsachse liegt.
- Die in Fig. 12 dargestellte Anordnung zeigt einen teilweise aufgeschnittenen Bauchraum (R) mit an drei Stellen eingesetzten Trokaren (20, 21, 22). Diese Trokare (20, 21, 22) dienen bei laparoskopischen Operationen sowohl als Führung für die Sonotroden als auch als Schutz für die Haut des Patienten. In den Trokar (21) ist die Lichtquelle (23) eingesetzt, die den Bauchraum erhellt, damit der Chirurg die für den Eingriff erforderlichen Werkzeuge richtig führen kann. Durch den Trokar (22) kann ein Okular (24) eingeführt sein zur Beobachtung des Operationsfeldes. Durch den Trokar (20) ist die an einem hier nicht abgebildeten Handstück befestigte Sonotrode (6a) geführt.
- Gegebenenfalls kann durch einen weiteren hier nicht dargestellten- Trokar ein Saugrohr eingeführt werden, durch das die Behandlungsflüssigkeit wieder abgesaugt werden kann. Positionsnummernliste R Rumpf
1 Handstück
2 Griffbereich
3 Anschlussleitung
4 Anschluss zum Ultraschallgenerator
5 Zuführkanal
6 Sonotroden-Aufnahme
7, 7', 7", 7''' Sonotrode
8, 8', 8", 8''' Sonotrodenkopf
9, 9', 9", 9''' Behandlungsfläche
10, 10', 10", 10''' Kanal
11, 11', 11", 11" Befestigungsgewinde
20 Trokar
21 Trokar
22 Trokar
23 Lichtquelle
24 Okular
Claims (9)
1. Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von Wunden
innerhalb von biologischen Körpern, dadurch gekennzeichnet,
dass durch den Führungskanal eines in einen Hautschnitt
eingesetzten Trokars (20, 21; 22) eine in einem mit einem
Ultraschallgenerator verbundenen Handstück (1) befestigte
Sonotrode (7) eingeführt wird, die mit einem Kanal (10)
ausgestattet ist, durch den eine Behandlungsflüssigkeit wie
Kochsalzlösung und gegebenenfalls heilmedizinische Mittel der
Behandlungsfläche (9) des Sonotrodenkopfes (8) zugeführt
werden.
2. Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von Wunden
innerhalb von biologischen Körpern nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass der Behandlungsflüssigkeit ein Gas
beigemischt ist.
3. Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von Wunden
innerhalb von biologischen Körpern nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass als Gas Kohlendioxid verwendet wird.
4. Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von Wunden
innerhalb von biologischen Körpern nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass als Gas Distickstoffoxid verwendet wird.
5. Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von Wunden
innerhalb von biologischen Körpern nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass als Gas Sauerstoff verwendet wird.
6. Ultraschallgerät zur bakteriziden Behandlung von Wunden
innerhalb von biologischen Körpern nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die eingesetzte Gasmenge 30 bis 150
ml/min. vorzugsweise 70 bis 90 ml/min beträgt.
7. Verwendung eines Ultraschallgerätes zur bakteriziden Behandlung
von Wunden und zur Beseitigung von durch Entzündungen
hervorgerufenen Bakterien innerhalb von biologischen Körpern,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Sonotrode (7) mittels eines
einen Umwandler aufnehmenden Handstückes (1) durch
Führungskanäle herkömmlicher Trokare (20) in einen biologischen
Körper eingeführt wird.
8. Verwendung eines Ultraschallgerätes zur bakteriziden Behandlung
von Wunden und zur Beseitigung von durch Entzündungen
hervorgerufenen Bakterien innerhalb von biologischen Körpern
nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der
Sonotrode (7) ein Kanal (10) zum Zuführen von
Behandlungsflüssigkeit und/oder heilmedizinischen Mitteln zum
Sonotrodenkopf (8) vorgesehen ist.
9. Verwendung eines Ultraschallgerätes zur bakteriziden Behandlung
von Wunden und zur Beseitigung von durch Entzündungen
hervorgerufenen Bakterien innerhalb von biologischen Körpern
dadurch gekennzeichnet, dass eine Sonotrode (7) mittels eines
einen Umwandler aufnehmenden Handstücks (1) in einen mit
Behandlungsflüssigkeit gefüllten Knochenteil eingeführt wird.
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Legal Events
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