DE10205062A1 - Anordnung und Verfahren zum Abscheiden von Gas aus strömenden Flüssigkeiten - Google Patents
Anordnung und Verfahren zum Abscheiden von Gas aus strömenden FlüssigkeitenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zum Zerlegen von Gas enthaltenden Flüssigkeiten, die im Rahmen der Prozessindustrie bzw. eines Verarbeitungsprozesses verarbeitet werden. Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Abscheidung mitgeführten Gases, speziell Luft (9), oder zu dessen teilweiser Entfernung aus einer Flüssigkeitsströmung (7), eine Flüssigkeitsströmungsführung bzw. eine Flüssigkeitsströmungs-Führungseinrichtung (2) umfasst, die im Wesentlichen in der Nähe des unteren Endes eines Einlassrohres (1) angepasst ist, welches die Gas enthaltende Flüssigkeit in einen Behälter auslässt.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
zum Abscheiden von Gas aus strömenden Flüssigkeiten, die im Rahmen der Prozessindustrie
bzw. eines industriellen Verarbeitungsprozesses verarbeitet werden.
Gase wie zum Beispiel Luft, die in Flüssigkeiten mitgeführt werden, die im Rahmen der Pro
zessindustrie bzw. eines Verarbeitungsprozesses verarbeitet werden, sind oftmals problema
tisch. Die Komplikationen treten meistens beim Pumpen oder bei Messungen an den Flüssig
keiten auf. Gas, insbesondere Luft, das in ergiebigen Mengen zusammen mit Flüssigkeiten
befördert wird, verkompliziert Messungen an Flüssigkeiten, wodurch typischerweise die Er
fassungsresultate ungenau und unzuverlässig werden. Da Luft ebenfalls andere Prozesskom
plikationen mit sich bringt, wie zum Beispiel mikrobiologisches Wachstum, ist es darüber
hinaus noch äußerst vorteilhaft, mitgeführte Luft abzuscheiden.
Herkömmlicherweise ist eine Gasabscheidung aus Strömungen mit geringfügiger Volumen
rate dadurch durchgeführt worden, dass das Ende eines Rohres unter eine Wasseroberfläche
geführt wurde. Der Zweck des unter Wasser eingetauchten Haltens des Rohres liegt darin,
eine Wasserfalle am Auslass des Rohres auszubilden. Jedoch entsteht ein Problem bei hohen
Strömungsraten dadurch, dass Wasser die Luft als Blasen zusammen mit seiner Strömung
transportieren kann, wodurch der Schwerkraftauftrieb der Blasen diesen keine ausreichende
Geschwindigkeit nach oben aufgibt, um sie schnell genug gegen die Strömung zu bewegen,
um die nach unten gerichtete Geschwindigkeit der Wasserströmung zu überwinden.
Die vorliegende Erfindung richtet sich auf die Bereitstellung einer Anordnung, die dazu in der
Lage ist, die oben beschriebenen Probleme zu überwinden. Es ist eine spezielle Aufgabe der
Erfindung, sowohl eine Einrichtung als auch ein Verfahren zum Abscheiden von Gas aus ei
ner Flüssigkeit bereitzustellen. Die kennzeichnenden Merkmale der Erfindung sind in den
beiliegenden Ansprüchen offenbart, welche eine neue Anordnung zum Abscheiden von Gasen
aus einer Flüssigkeit, die in der Prozessindustrie bzw. bei einer industriellen Verarbeitung
verarbeitet wird, beschreiben.
Spezieller ist die Anordnung zum Zerlegen von Gas enthaltenden Flüssigkeiten, speziell zum
Abscheiden von Luft aus diesen, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Flüssigkeits-
Strömungsführung bzw. Flüssigkeits-Strömungsführungseinrichtung aufweist, die an das un
tere Ende des Einlassrohres angepasst ist, welches Gas enthaltende Flüssigkeit in einen Be
hälter auslässt.
Im Folgenden wird die Erfindung detaillierter unter Zuhilfenahme einer Beispiels-
Ausführungsform und unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen erläutert. Es zei
gen:
Fig. 1 eine Strömungsführungseinrichtung gemäß der Erfindung zum Abscheiden von
Gas aus der Strömung von Gas enthaltenden Flüssigkeiten, die in einer Pro
zessindustrie bzw. einer industriellen Verarbeitung verarbeitet werden;
Fig. 2 eine Ausführungsform einer Flüssigkeitsströmungs-Messanordnung gemäß der
Erfindung; und
Fig. 3 eine Ausführungsform eines Flüssigkeitsströmungs-Aufnahmebehälters gemäß
der Erfindung.
Wie aus Fig. 1 hervorgeht, ist eine Führung bzw. Führungseinrichtung 2 für eine Flüssig
keitsströmung 7 im Wesentlichen am unteren Ende eines Einlassrohres 1 befestigt, das Gas
enthaltende Flüssigkeit in einen Behälter auslässt. Die Höhenposition der Strömungsführung
bzw. Strömungsführungseinrichtung 2 in vertikaler Richtung ist mit Hilfe der Befestigungs
einrichtung 13 einstellbar, um die Abscheidungseffizienz bzw. den Abscheidungsgrad zu op
timieren. Abhängig von dem Typ der Flüssigkeit, die im Prozess verarbeitet wird, kann die
Form der Strömungsführung 2 im Wesentlichen flach, nach oben konkav oder nach unten
konvex ausgebildet werden. Vorteilhafterweise ist der Boden bzw. das Unterteil der Strö
mungsführung 2 konkav ausgebildet, so dass seine Kanten nach oben zur Flüssigkeits-
Niveauoberfläche hin gebogen sind. Präziser ist die Strömungsführung 2 aus einem Metall
blech, einer perforierten Platte oder einem Flachmaterial hergestellt, das eine gewünschte
Kontur hat, wie zum Beispiel eine wellenförmige Platte. Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist die
Strömungsführung 2 vorteilhafterweise an Trägerstangen 10 oder ähnlichen Elementen ange
ordnet, welche die Strömungsführung im Wesentlichen in einen Abstand, vom unteren Ende
des Einlassrohres 1 verschieben. Die Form und das Material der Strömungsführung können
wie notwendig variiert werden. Die optimalen Abmessungen der Strömungsführung werden
durch verschiedene Konstruktionsfaktoren bestimmt, wie zum Beispiel die Art des Fluids, das
im Prozess strömt, die Viskosität, die Temperatur, die Gas/Luft-Konzentration 9 und die Ge
schwindigkeit der Flüssigkeitsströmung 7. Die letztendliche Gestaltung kann am besten mit
Hilfe von Labortests optimiert werden.
In Fig. 2 ist eine bevorzugte Beispiels-Ausführungsform gezeigt, die für Strömungsmessun
gen angepasst ist, wodurch es die Funktion der Strömungsführung 2 wird, die Flüssigkeits
strömung 7 so abzulenken, dass die Strömung zur Flüssigkeits-Niveauoberfläche gerichtet
wird. Die Strömungsführung 2 macht es leichter, die Flüssigkeitsströmung 7, gebildet durch
Wasser mit mitgeführter Luft, nach oben zur Flüssigkeits-Niveauoberfläche hin zu richten,
wodurch die Abscheidung von Luft aus dem Wasser 7 vereinfacht wird, um eine kompakte
Strömung 8 bereitzustellen. Man sollte sich hierzu klar machen, dass bei einer herkömmlichen
Anordnung die Flüssigkeitsströmung 7 in einer beständig nach unten führenden Richtung
stattfindet, was die Abscheidung von Luftblasen 9 sehr schwierig macht. Was ferner die
Funktion der Strömungsführung 2 in der Ausführungsform nach der Erfindung unterstützt, ist,
dass die Gestaltung eines Behälters 11, der als Flüssigkeitsaufnahmegefäß dient, vorteilhaft
erweise so ausgeführt wird, dass die Flüssigkeitsgeschwindigkeit ausreichend langsam wird,
um die Abscheidung der Luftblasen 9 zu verstärken. Eine zusätzliche Stabilisierung der Flüs
sigkeitsströmung 8 wird durch die Verwendung einer Abteilung 3 und eines schmalen Kanals
6 am Boden des Behälters erzielt.
In Fig. 3 ist eine Beispiels-Ausführungsform gezeigt, bei der die Strömungsführung 2 an
einen Gasabscheidungsbehälter angepasst ist. Bei diesem Beispiel ist die Strömungsführung 2
im Wesentlichen in der Weise wie in Fig. 1 am unteren Ende eines Einlassrohres 1 befestigt,
das Gas enthaltende Flüssigkeit in einen Behälter auslässt. Aus den oben beschriebenen
Gründen kann diese Ausführungsform gemäß der Erfindung in einer Vielzahl von Anwen
dungsfällen verwendet werden, die sich mit einer Flüssigkeitsströmung 7 befassen, welche
mitgeführtes Gas, typischerweise Luft 9, mitführt, welches effektiv abgeschieden oder zu
mindest auf ein geeignetes Niveau reduziert werden soll. Bei einem Verarbeitungsprozess
trifft man möglicherweise am häufigsten dann auf solche Probleme, wenn Flüssigkeiten ge
pumpt und Messungen an ihnen ausgeführt werden sollen. Die erfinderische Idee der vorlie
genden Anordnung basiert auf dem Führen von Luft 9 und anderen eingefangen Gasblasen
zum Oberflächenniveau eines Flüssigkeitsbehälters, wodurch die Entfernung des mitgeführten
Gases verstärkt und beschleunigt wird. Die Anordnung gemäß der Erfindung kann bei fast
jedem Typ eines Einlassrohres 1 von Messgefäßen und Behältern verwendet werden, in denen
die Abscheidung von Luft 9 und anderen Gasen verstärkt werden soll.
Für Fachleute ist es offensichtlich, dass die Erfindung nicht durch die oben beschriebenen
Beispiels-Ausführungsformen eingeschränkt ist, sondern innerhalb der Erfindungsidee und
des Umfangs der angehängten Ansprüche variiert werden kann.
Claims (13)
1. Anordnung zum Zerlegen von Gas enthaltenden Flüssigkeiten, die im Rahmen der Pro
zessindustrie bzw. eines Verarbeitungsprozesses verarbeitet werden, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Anordnung zur Abscheidung oder teilweisen Entfernung des in der
Flüssigkeit mitgeführten Gases, speziell Luft (9) aus einer Flüssigkeitsströmung (7), ei
ne Flüssigkeitsströmungsführung bzw. -Führungseinrichtung (2) umfasst, die im We
sentlichen in der Nähe des unteren Endes eines Einlassrohres (1) angepasst ist, welches
die Gas enthaltende Flüssigkeit in einen Behälter auslässt.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenposition der
Strömungsführung (2) einstellbar gemacht ist, um die Messung von Gas enthaltenden
Flüssigkeiten zu optimieren, am vorteilhaftesten in der Pulpen-, Pappen- und Papierin
dustrie, zum Beispiel in einem Schaumwasser- oder Vorratsbehälter, und um die Ab
scheidung von Luft (9) darin zu verbessern.
3. Anordnung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftabschei
dung, die durch die Strömungsführung (2) in der Anordnung durchgeführt wird, mit
Hilfe einer Abteilung (3) verstärkt wird, die einen damit vorgesehenen Bodenströ
mungskanal (6) aufweist, um so die Flüssigkeit aus einer Aufnahmekammer (11) weiter
zu einer anderen Kammer (12) zu führen.
4. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Außen
wand (5) der Kammer (12) mit einem Wehr (4) versehen ist.
5. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungs
führung (2) so ausgebildet ist, dass sie die Luft enthaltende Flüssigkeitsströmung (7) im
Wesentlichen nach oben zur Oberfläche des Flüssigkeitsniveaus führt.
6. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden bzw.
das Unterteil der Strömungsführung (2) vorteilhafterweise eine konkave Form hat, wo
bei seine Kanten nach oben zur Oberfläche des Flüssigkeitsniveaus gebogen sind, oder
alternativ, wie durch die Eigenschaften der im Prozess verarbeiteten Flüssigkeit erfor
derlich, entweder als flache Ebene oder mit einer nach unten konvexen Form ausge
formt ist.
7. Anordnung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungs
führung (2) aus einem Metallblech, einer perforierten Platte oder einem anderen Flä
chenmaterial mit einer gewünschten Kontur ausgebildet ist, wie zum Beispiel einer ge
wellten Platte, und dass die Strömungsführung (2) vorteilhafterweise an Trägerstangen
(10) befestigt ist, welche die Strömungsführung im Wesentlichen in einen Abstand von
dem unteren Ende des Einlassrohres (1) verschieben.
8. Verfahren zum Zerlegen Gas enthaltender Flüssigkeiten, die im Rahmen einer Prozess
industrie bzw. eines Verarbeitungsprozesses verarbeitet werden, dadurch gekennzeich
net, dass bei dem Verfahren, mit dem die Gas enthaltenden Flüssigkeiten speziell von
Luft (9) befreit werden, die Gas enthaltende Flüssigkeit so geführt wird, dass sie auf ei
ne Flüssigkeitsströmungsführung bzw. Flüssigkeitsströmungs-Führungseinrichtung (2)
trifft, die an das untere Ende eines Einlassrohres (1) angepasst ist, welches die Gas ent
haltende Flüssigkeit in einen Behälter auslässt, um somit eine verbesserte Abscheidung
von Luft (9) aus der Flüssigkeitsströmung (7) zu bewerkstelligen.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenposition der Strö
mungsführung (2) einstellbar gemacht wird, um die Messung von Gas enthaltenden
Flüssigkeiten zu optimieren, vorteilhafterweise in der Pulpen-, Pappen- und Papierin
dustrie, zum Beispiel in einem Schaumwasser- oder Vorratsbehälter, sowie um die Ab
scheidung von Luft (9) zu verbessern.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem Verfahren die Strö
mungsführung (2) dazu dient, die Luft enthaltende Flüssigkeitsströmung (7) im We
sentlichen zur Oberfläche des Flüssigkeitsniveaus zu führen, um die Abscheidung von
Luft (9) aus der Flüssigkeitsströmung (7) zu verbessern, um eine kompakte Strömung
(8) zu erhalten.
11. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß den Verfahren die
Strömungsaufnahmekammer (11) für eine ausreichend langsame Flüssigkeitsströ
mungsgeschwindigkeit dimensioniert ist, um die Abscheidung von Luft (9) aus der
Flüssigkeitsströmung (7) zu gestatten.
12. Verfahren nach den Ansprüchen 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß dem Ver
fahren die kompakte Strömung (8), aus der die mitgeführte Luft (9) abgeschieden wor
den ist, durch einen Bodenströmungskanal (6) in eine andere Kammer (12) geführt
wird.
13. Verfahren nach den Ansprüchen 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass gemäß dem
Verfahren die abgeschiedene, kompakte Strömung (8) über ein Wehr (4), welches an
der Außenwand (5) der Kammer (12) ausgebildet ist, weiteren Verfahrensschritten zu
geführt wird.
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