DE10205723A1 - Mastlegevorrichtung - Google Patents
MastlegevorrichtungInfo
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Abstract
Zum vereinfachten Legen und Stellen eines Mastes eines Segelbootes werden seitliche Haltestützen (7) vorgeschlagen, deren oberes Ende in einer an einem Hilfsmast (2) verschiebbar geführten Hülse (1) gelenkig angeordnet ist. Das untere Ende der Haltestützen (7) wird jeweils von einem Wantenpütting (8) gehalten, wobei die Püttings (8), quer Längsrichtung des Boots gesehen, miteinander fluchten (Figur 2).
Description
Die Erfindung betrifft eine Mastlegevorrichtung zum stellen und
Legen eines Mastes, insbesondere eines Mastes von Segelbooten,
der in einem Mastfuß um eine Schwenkachse begrenzt verschwenk
bar angeordnet und in aufrechter Stellung festlegbar ist.
Der die Besegelung eines Segelboote tragende Bootsmast weist
bei üblichen Segelbooten eine Länge von etwa bis zu 10 m auf
und wird mit seinem unteren Ende in einem am Bootsaufbau befes
tigten sogenannten Mastfuß, beispielsweise mit Hilfe eines
durchgesteckten Drehbolzens gehalten. Der Mastfuß ist so ausge
bildet, dass er ein Legen des Mastes in Richtung zum Heck des
Boots ermöglicht, wobei der aufrecht gestellte Mast in seiner
Drehbewegung zum Bug des Boots durch Anschläge des Mastfußes
begrenzt ist. In der aufrechten Stellung wird der Mast durch
Spannseile, sogenannte Stage bzw. Wanten verspannt und gegen
die auf ihn einwirkenden Windkräfte in der aufrechten Stellung
gesichert.
Beim Legen des Mastes werden diese Spannelemente gelöst und der
Mast um seinen Drehpunkt im Mastfuß nach Achtern umgelegt. Um
die Drehbewegung kontrolliert ermöglichen zu können, wird übli
cherweise das sogenannte Großschot betätigt, das nach Art eines
Flaschenzugs mit Hilfe von Rollen am vorderen Ende des Spinna
kerbaums und am Bug des Boots befestigt ist.
Insbesondere bei höheren und schweren Masten ist es in der Re
gel nicht möglich, die beschriebenen Arbeiten ohne Hilfsperso
nal durchzuführen, die den Mast beim Legen bzw. Stellen mit
Hilfe von Halteseilen oder dergleichen seitlich absichern.
Aus dem Stand der Technik sind bereits Mastlegehilfsvorrichtun
gen, auch als Jütvorrichtungen bezeichnet, bekannt, bei denen
unter anderem seitliche, am Mast montierte Hilfswanten verwen
det werden, die ein seitliches Abkippen des Mastes verhindern
sollen. Die Verankerungen der dabei verwendeten Stützen müssen
jedoch zum Drehpunkt des Mastes fluchten, so dass die entspre
chenden Wantenstützen bzw. Püttings in der Regel zusätzlich
montiert werden müssen.
Bei nicht genau fluchtender Anordnung der seitlichen Stützen
variiert die effektive Länge der seitlichen Wanten aufgrund der
teilkreisförmigen Bewegung des Anlenkpunkts am Mast, so dass
durch die nachlassende Zugspannung wiederum Probleme auftreten
können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfach zu mon
tierende Mastlegevorrichtung zu schaffen, mit der ein schnelles
Legen und Stellen des Mastes ohne zusätzliches Hilfspersonal
möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass jeweils
eine sich seitlich zum Mast erstreckende Haltestütze vorgesehen
ist, deren erstes Ende an einer seitlichen, im Abstand zum Mast
befindlichen Verankerung befestigt und deren zweites Ende in
oder an einem vom Mast getragenen Hilfsmast in dessen Längs
richtung verschiebbar angeordnet ist. Es sei darauf hingewie
sen, dass ein solcher am Mast befestigter Hilfsmast auch als
Hilfsbaum bezeichnet wird. Ein derartiger Hilfsmast kann bei
spielsweise als Spinnakerbaum ausgebildet sein, worauf nachfol
gend noch eingegangen wird.
Die erfindungsgemäße Jütvorrichtung besteht beispielsweise aus
zwei starren Hohlrohrstützen, deren erstes Ende an Deck, insbe
sondere am Vordeck des Boots seitlich zum Mast befestigt wird.
Die Befestigungspunkte der Haltestützen sollten quer zur Längs
richtung des Boots fluchten, wobei sie jedoch unabhängig vom
Drehpunkt des Mastes angeordnet werden können. Die zweiten En
den der Stützen können beweglich an einer Rohrhülse befestigt
sein, wobei die Rohrhülse über den Hilfsmast, insbesondere ei
nen Spinnakerbaum, gesteckt ist und in dessen Längsrichtung
verschoben werden kann.
Die Befestigungspunkte der Haltestützen am Vordeck können bei
spielsweise durch seitliche Püttings, durch Relingstützen oder
auch durch eine Fußreling bereitgestellt werden. Um eine freie
Drehbewegung des Mastes zu gewährleisten, sind die Haltestützen
sowohl an den Befestigungspunkten am Vordeck als auch an der
rohrförmigen Hülse verschwenkbar angelenkt. Hierzu können die
Haltestützen an ihren jeweiligen beiden Enden mit einem Auge
ausgebildet sein, in welches ein zugeordneter Drehbolzen eines
Befestigungspunktes am Vordeck bzw. der Rohrhülse einführbar
ist.
Aufgrund dieser Anordnung kann nun die verschiebbare Hülse je
nach Stellung des Mastes in Längsrichtung des Spinnakerbaums
gleiten, so dass dieser in jeder Position seitlich abgestützt
ist. Die Drehbewegung des Mastes kann daher von einer Bedie
nungsperson durch Betätigung der vorderen Taille bzw. des Groß
schots erfolgen.
Es sei erwähnt, dass die verschiebbare Hülse auch am Hauptmast
angeordnet werden kann, wobei es jedoch zweckmäßig ist, sie am
Hilfsmast, beispielsweise am Spinnakerbaum, zu positionieren.
Dadurch kann die Länge der seitlichen Haltestützen reduziert
werden. Sie können in aufrechter Stellung des Mastes von den
seitlichen Wantenpüttings bzw. der verschiebbaren Rohrhülse ge
löst werden und an Deck verstaut werden, so dass die Bewegungs
freiheit an Bord nicht beeinträchtigt ist. Die gesamte Mastle
gevorrichtung umfasst also im Prinzip lediglich drei Teile,
nämlich die beiden seitlichen Stützen und die verschiebbare
Hülse, so dass keine zusätzlichen Montagearbeiten erforderlich
sind.
Eine derartige Mastlegevorrichtung kann selbstverständlich auch
zum Stellen und Legen eines beliebigen Mastes, wie etwa eines
Fahnenmastes verwendet werden.
Wie bereits erwähnt, sind die seitlichen Verankerungen zum Hal
ten der unteren Enden der Haltestützen unabhängig vom Drehpunkt
des Mastes, so dass jeweils zwei vorhandene gegenüberliegende
Wantenpüttings verwendet werden können, sofern sie, quer zur
Längsachse des Boots gesehen, zueinander fluchten. Die Mastle
gevorrichtung kann daher ohne zusätzliche Montagearbeiten bei
praktisch jedem Segelboot, auch nachträglich, verwendet werden.
Die Haltestützen bestehen vorzugsweise aus Hohlrohren, so dass
sie ein vergleichsweise geringes Gewicht aufweisen. Sie können
z. B. aus Aluminium- oder Edelstahlrohren bestehen.
Die in Längsrichtung des Hilfsmastes verschiebbare Hülse kann
nach dem Entfernen der Haltestützen auf dem Mast oder Hilfsmast
verbleiben und gegebenenfalls mit einer Feststelleinrichtung
wie einer Klemmschraube in einer gewünschten Stellung gesichert
werden. Die Befestigung der Haltestützen an der Hülse kann in
bekannter Weise mit Hilfe von lösbaren Gelenkverbindungen er
folgen, die Befestigung der Haltestützen an den seitlichen Wan
tenpüttings, die üblicherweise als Ösen ausgebildet sind, kann
beispielsweise mit Hilfe eines Schnappverschlusses erfolgen, so
dass die erforderlichen Drehbewegungen der Seitenstützen beim
Verschwenken des Mastes gewährleistet sind.
Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise beschrieben,
und wird im Nachfolgenden anhand der Zeichnung im Einzelnen er
läutert. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht eines Boots mit ge
legtem Mast,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Boots gemäß Fig. 1 beim
Stellen des Mastes und
Fig. 3 eine Seitenansicht des Boots gemäß Fig. 1 und 2 mit
gestelltem Mast.
Bei der in den Zeichnungsfiguren dargestellten Ausführungsform
einer Mastlege-Vorrichtung wird eine Hülse 1 auf den Hilfsmast
bzw. Spinnakerbaum 2 aufgesetzt, der am Mast 3 eines Segelboots
angelenkt ist. Die Hülse 1 ist in Längsrichtung des Spinnaker
baums 2 verschiebbar geführt.
Der Mast 3 wird mit seinem unteren Ende in einem Mastfuß 4
gehalten, der als zum Bug des Boots hin offene Aufnahme ausge
bildet und am Bootsrumpf befestigt ist. Mittels eines Steckbol
zens 5 kann der Mast 3 aus einer aufrechten Stellung in Rich
tung zum Heck des Boots und umgekehrt verschwenkt werden.
An der verschiebbaren auf dem Spinnakerbaum 2 angeordneten Hül
se 1 greifen in einem Gelenkpunkt 6 zwei seitliche Haltestützen
7 an, von denen in der Zeichnungsfigur nur die dem Betrachter
zugewandte Haltestütze zu sehen ist. Die Haltestütze 7 ist mit
ihrem unteren Ende verschwenkbar in einem seitlichen wantpüt
ting 8 gehalten. Am oberen Ende 9 des Spinnakerbaums 2 ist eine
vordere Talje bzw. ein Großschot 10 mittels einer Rolle 11 be
festigt, die über eine weitere untere Rolle 12 geführt ist und
nach Art eines Flaschenzugs aufgebaut ist, so dass der Spinna
kerbaum 2 bzw. der mit ihm verbundene Mast 3 durch Betätigung
der Talje 10 verschwenkt werden kann.
In den Zeichnungsfiguren wird das Stellen des Mastes 3 aus ei
ner etwa horizontalen Stellung (Fig. 1) in eine vertikale
Stellung (Fig. 3) gezeigt. Dabei verschiebt sich die Lage der
Hülse 1 am Spinnakerbaum 2 je nach Stellung des Mastes 3 bzw.
Spinnakerbaums 2, wobei die seitlichen Haltestützen 7 den Mast
3 nach Lee und Luv abstützen.
In vertikaler Stellung gemäß Fig. 3 kann der Mast 3 durch
nicht dargestellte zusätzliche Wanten verspannt und gesichert
werden, wobei die Haltestützen 7 entfernt werden können.
In einer nicht dargestellten Ausführungsform ist die seitliche
Verankerung der Haltestütze durch eine Vorrichtung an einer
vertikal verlaufenden Relingsstütze realisiert. Hierzu weist
die Vorrichtung eine Schelle auf, mit welcher diese an der Re
lingsstütze befestigbar ist, wobei die Schelle einen Drehbolzen
aufweist, auf dem ein Auge am ersten Ende der Haltestütze auf
steckbar ist, so dass die Haltestütze relativ zur Vorrichtung
schwenkbar gehalten ist. Damit die Haltestütze nicht vom Dreh
bolzen abspringt, ist eine Mutter auf diesen aufgedreht.
In einer weiteren Ausführungsform können die Haltestützen auch
an einer Fußreling in ähnlicher Weise befestigt sein.
1
Hülse
2
Hilfsmast, Spinnakerbaum
3
Mast
4
Mastfuß
5
Steckbolzen
6
Gelenkpunkt
7
Haltestütze
8
Wantenpütting, Verankerung
9
Oberes Ende
10
Talje, Großschot
11
Rolle
12
Rolle
Claims (12)
1. Mastlegevorrichtung zum Stellen und Legen eines Mastes,
insbesondere eines Mastes von Segelbooten, der in einem
Mastfuß um eine Schwenkachse begrenzt verschwenkbar ange
ordnet und in aufrechter Stellung festlegbar ist, dadurch
gekennzeichnet, dass jeweils eine sich seitlich zum Mast
(3) erstreckende Haltestütze (7) vorgesehen ist, deren
erstes Ende an einer seitlich im Abstand zum Mast (3) be
findlichen Verankerung (8) befestigt und deren zweites En
de in oder an einem vom Mast (3) getragenen Hilfsmast (2)
in dessen Längsrichtung verschiebbar angeordnet ist.
2. Mastlegevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, dass die zweiten Enden der Haltestützen (7) am Hilfs
mast (2) mittels einer den Hilfsmast (2) umfänglich um
greifenden, in dessen Längsrichtung bewegbaren und mit den
zweiten Enden verbindbaren Hülse (1) verschiebbar angeord
net sind.
3. Mastlegevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, dass die Hülse (1) zylindrisch ausgebildet ist und
die zweiten Enden der Haltestützen schwenkbar mit der Hül
se (1) verbunden sind.
4. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, dass die seitlichen Verankerungen,
quer zur Längsachse des Boots gesehen, zueinander fluch
tend angeordnet sind.
5. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, dass die Haltestützen (7) aus Hohl
rohren bestehen.
6. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, dass die seitlichen Verankerungen
zur Befestigung der ersten Enden der Haltestützen (7)
durch an Deck montierte Wantenpüttings (8) gebildet sind.
7. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, dass die seitlichen Verankerungen
zur Befestigung der ersten Enden der Haltestützen (7)
durch an Deck montierte Relingsstützen gebildet sind.
8. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, dass die seitlichen Verankerungen
zur Befestigung der ersten Enden der Haltestützen (7)
durch eine an Deck montierte Fußreling gebildet ist.
9. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, dass zum Stellen bzw. Legen des Mas
tes (3) mindestens ein am Hilfsmast (2) angreifendes, nach
Art eines Flaschenzugs wirkendes Zugseil vorgesehen ist.
10. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, dass zum Festlegen des gestellten
Mastes (3) Spannelemente wie Spannseile bzw. Wanten vorge
sehen sind.
11. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, da
durch gekennzeichnet, dass als Hilfsmast (2) ein Spinna
kerbaum vorgesehen ist.
12. Mastlegevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 11, da
durch gekennzeichnet, dass die Haltestützen (7) mit ihren
Enden lösbar am Hilfsmast (2) bzw. der Hülse (1) und den
seitlichen Verankerungen (8) befestigbar sind.
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