DE10203285C1 - Sinterfähige Pulvermischung zur Herstellung gesinterter Bauteile - Google Patents
Sinterfähige Pulvermischung zur Herstellung gesinterter BauteileInfo
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Abstract
Zur Lösung der Aufgabe, eine sinterfähige Pulvermischung zur Herstellung gesinterter Bauteile, insbesondere für den Automobilbau, zur Verfügung zu stellen, mittels welcher Bauteile nicht nur mit ausreichenden Festigkeitswerten, sondern insbesondere auch hoher Härte herstellbar sind, wird eine Pulvermischung vorgeschlagen, welche 60 bis 98,5 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Pulvermischung, eines Al-Basispulvers aus Metallen und/oder deren Legierungen, umfassend Al, 0,2 bis 30 Gew.-% Mg, 0,2 bis 40 Gew.-% Si, 0,2 bis 15 Gew.-% Cu, 0,2 bis 15 Gew.-% Zn, 0,2 bis 15 Gew.-% Ti, 0,2 bis 10 Gew.-% Sn, 0,2 bis 5 Gew.-% Mn, 0,2 bis 10 Gew.-% Ni und/oder weniger als 1 Gew.-% an As, Sb, Co, Be, Pb und/oder B, wobei die Gewichtsprozentanteile jeweils bezogen sind auf die Gesamtmenge an Al-Basispulver, und 0,8 bis 40 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Pulvermischung, eines Metallpulvers, ausgewählt aus einer ersten Gruppe von Metallen und/oder deren Legierungen, bestehend aus Mo, Wo, Cr, V, Zr und/oder Yt.
Description
Die Erfindung betrifft eine sinterfähige Pulvermischung zur
Herstellung gesinterter Bauteile, insbesondere für den Auto
mobilbau, auf Basis eines Al-Pulvers, sowie hieraus herge
stellte gesinterte Bauteile sowie ein Verfahren zur Herstel
lung derartiger Bauteile.
Aluminium ist aufgrund seiner speziellen Eigenschaften ein
bevorzugter Werkstoff insbesondere in der Raumfahrtindustrie
und Automobilindustrie. Aus Aluminium bzw. Aluminium enthal
tenden Werkstoffen hergestellte Bauteile sind im Vergleich
mit üblichen, beispielsweise aus Gußeisen hergestellten Bau
teilen, erheblich leichter. Durch die Verringerung des Ge
wichts sind beispielsweise bei Automobilen eine Steigerung
des Wirkungsgrads sowie eine Reduzierung des Kraftstoffver
brauchs und eine Verbesserung der Abgaswerte zu erreichen.
Im Zuge der wünschenswerten Gewichtsreduzierung von Automobi
len besteht ein steigender Bedarf an Anwendungen für Alumini
um im Automobilbereich. Denn beispielsweise im Motor- und Ge
triebebau werden die bisherigen Stahl- oder Gußteile Stück
für Stück ersetzt durch solche aus Aluminium bzw. unter Ver
wendung von Aluminium hergestellten. Da bei einer Kombination
von Stahl- bzw. Gußteilen mit solchen aus Aluminium Probleme
aufgrund des unterschiedlichen physikalischen Verhaltens der
Werkstoffe auftreten, ist es wünschenswert, möglichst viele
"klassische" Bauteile aus Stahl oder Guß durch solche unter
Verwendung von Aluminium hergestellte zu ersetzen. Denn hier
durch werden Probleme aufgrund von Unterschieden der einge
setzten Materialien hinsichtlich der thermischen Ausdehnungs
koeffizienten, der thermischen Leitfähigkeit, der elastischen
Eigenschaften etc. vermieden. Durch die Verwendung von auf
einander abgestimmten Bauteilen, welche unter Verwendung von
Aluminium hergestellt sind, werden insbesondere auch höhere
Wirkungsgrade erzielt.
EP 0 436 652 A1 offenbart ein Aluminiumlegierung-haltiges Me
tallpulver zur Herstellung von gesinterten Aluminiumlegierun
gen mit 0,1 bis 3,0 Gew.% Cu, wobei die weiteren Anteile aus
Aluminium und unvermeidlichen Verunreinigungen bestehen. Be
vorzugt ist eine Legierung mit 4 bis 20 Gew.% Mg und 12 bis 30 Gew.%
Si, wobei die weiteren Anteile aus Aluminium und unver
meidlichen Verunreinigungen bestehen. Hiermit sollen gesin
terte Legierungen mit hohen Zugfestigkeiten und Dehnungskoef
fizienten erhalten werden.
Da insbesondere viele Motor-, Kupplungs- und Getriebebauteile
pulvermetallurgisch hergestellt werden, besteht ein großes
Interesse daran, Pulvermischungen herzustellen und Verfahren
zur Verfügung zu stellen, mittels welchen Aluminiumbauteile
pulvermetallurgisch hergestellt werden können. Nachteilig an
der pulvermetallurgischen Herstellung von Bauteilen unter
Verwendung von Aluminium ist insbesondere, daß Aluminium und
seine Legierungen dazu neigen, sich bei Luftkontakt mit einem
äußerst stabilen Metalloxid zu belegen. Hierdurch wird insbe
sondere die spezifische Oberfläche erhöht. Durch die sich auf
dem eingesetzten aluminiumhaltigen Material befindlichen
Oxidhäute wird die für das Sintern notwendige Diffusion der
Partikel des verwendeten Pulvermaterials behindert. Weiterhin
weisen aus aluminiumhaltigen Materialien hergestellte Bautei
le im Vergleich zu solchen aus Stahl oder Guß hergestellten
verminderte Festigkeitswerte, insbesondere eine geringe Här
te, auf. Zudem behindern die sich auf dem aluminiumhaltigen
Ausgangsmaterial befindlichen Oxidhäute im üblichen Preßvor
gang die Kaltverschweißung der Partikel untereinander.
Es besteht daher ein Bedarf an sinterfähigen Pulvermischun
gen, welche pulvermetallurgisch gut verarbeitbar sind, und
aus welchen Bauteile mit guten Festigkeitswerten und hoher
Härte pulvermetallurgisch herstellbar sind. Des weiteren be
steht ein Bedarf an pulvermetallurgischen Verfahren zur Ver
arbeitung derartiger aluminiumhaltiger sinterfähiger Pulver
mischungen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Pulver
mischung und hieraus hergestellte Bauteile sowie entsprechen
de Verfahren zur Verfügung zu stellen, welche die vorgenann
ten Nachteile nicht aufweisen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine sinter
fähige Pulvermischung zur Herstellung gesinterter Bauteile,
insbesondere für den Automobilbau, umfassend 60 bis 98,5 Gew.%,
bezogen auf die Gesamtmenge der Pulvermischung, bevor
zugt 75 bis 92 Gew.%, eines Al-Basispulvers aus Metallen
und/oder deren Legierungen, umfassend Al, 0,2 bis 30 Gew.% Mg,
0,2 bis 40 Gew.% Si, 0,2 bis 15 Gew.% Cu, 0,2 bis 15 Gew.% Zn,
0,2 bis 15 Gew.% Ti, 0,2 bis 10 Gew.% Sn, 0,2 bis 5 Gew.% Mn,
0,2 bis 10 Gew.% Ni und/oder weniger als 1 Gew.% an As, Sb, Co,
Be, Pb und/oder B, wobei die Gewichtsprozentanteile jeweils
bezogen sind auf die Gesamtmenge an Al-Basispulver, und 0,8
bis 40 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmenge der Pulvermischung,
bevorzugt 8 bis 15 Gew.%, eines Metallpulvers, ausgewählt aus
einer ersten Gruppe von Metallen und/oder deren Legierungen
bestehend aus Mo und/oder W.
Durch die Zugabe der ersten Gruppe von Metallen und/oder de
ren Legierungen bestehend aus Mo und/oder W können mit dieser
Pulvermischung pulvermetallurgisch Bauteile hergestellt wer
den, welche eine sehr hohe Härte aufweisen. Die Werte für die
Härte für Bauteile, hergestellt mit einem Pulver, ausgewählt
aus der ersten Gruppe von Metallen und/oder deren Legierun
gen, sind im Vergleich zu solchen ohne Zugabe dieser ersten
Gruppe von Metallen und/oder deren Legierungen um 5 bis 35%,
bevorzugt 10 bis 25%, erhöht. Durch den Zusatz der ersten
Gruppe von Metallen und/oder deren Legierungen zu einem Al-
Basispulver wird insbesondere die durch den Preßvorgang, ins
besondere die Nachverdichtung, hervorgerufene Kaltverschwei
ßung der Partikel untereinander verbessert. Hierdurch wird
letztendlich auch die Diffusion der einzelnen Partikel wäh
rend des einzelnen Sintervorgangs verbessert, wodurch Bautei
le mit höheren Festigkeitswerten und höherer Härte erhalten
werden.
Vorteilhafterweise umfaßt die sinterfähige Pulvermischung
weiterhin eine zweite Gruppe von Metallen und/oder deren Le
gierungen, bestehend aus Cu, Sn, Zn, Li und/oder Mg. Die Zu
gabe der vorgenannten zweiten Gruppe von Metallen und/oder
deren Legierungen bewirkt vermutlich, daß insbesondere noch
während des Preßvorgangs, insbesondere während der Nachver
dichtung, mit dem Al-Basispulver eine Legierung und/oder in
termetallische Phase gebildet wird. Hierdurch wird die Aus
bildung von Oxidhäuten auf der Oberfläche des eingesetzten
Al-Basispulvers behindert. Zusätzlich geht zumindest teilwei
se beim eigentlichen Sintervorgang die zweite Gruppe von Me
tallen und/oder deren Legierungen in einen zumindest teilwei
se flüssigen Zustand bei der Sintertemperatur über, wodurch
die Anbindung insbesondere der ersten Gruppe von Metallen
und/oder deren Legierungen an das Aluminium-Basispulver ver
bessert wird.
Bevorzugt liegt das Verhältnis der Menge der ersten Gruppe
von Metallen und/oder deren Legierungen zu derjenigen der
zweiten Gruppe in der Pulvermischung in einem Bereich von 1 : 8
bis 15 : 1 Gewichtsanteilen. Vorzugsweise liegt das Verhältnis
in einem Bereich von 2 : 1 bis 6 : 1 Gewichtsanteilen. Bei derar
tigen Mischungsverhältnissen wird eine maximale Anbindung der
Metalle und/oder Legierungen der ersten Gruppe an das Al-
Basispulver erzielt. Hierdurch können mit der Pulvermischung
Bauteile mit hoher Härte erhalten werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
weist das Al-Basispulver neben Al 0,2-15 Gew.% Mg, 0,2 bis
16 Gew.% Si, 0,2 bis 10 Gew.% Cu und/oder 0,2 bis 15 Gew.% Zn,
bezogen jeweils auf die Gesamtmenge des Al-Basispulvers, auf.
Weiterhin weist bevorzugt die zweite Gruppe von Metallen
und/oder deren Legierungen Cu, Zn und/oder Sn auf.
Vorzugsweise umfaßt die sinterfähige Pulvermischung Schmier
mittel in einer Menge von 0,2 bis 5 Gew.%, bezogen auf die Ge
samtmenge der Pulvermischung. Als Schmiermittel können hier
bei einerseits selbstschmierende Mittel vorgesehen sein wie
beispielsweise MoS2, WS2, BN, MnS sowie Graphit und/oder an
dere Kohlenstoffmodifikationen wie Koks, polarisierter Gra
phit o. ä. Vorzugsweise werden 1 bis 3 Gew.% Schmiermittel der
sinterfähigen Pulvermischung zugegeben. Durch Einsatz der
vorgenannten Schmiermittel können den aus der sinterfähigen
Pulvermischung hergestellten Bauteilen selbstschmierende Ei
genschaften vermittelt werden.
Die sinterfähige Pulvermischung kann weiterhin Bindemittel
und/oder Gleitmittel umfassen. Diese sind bevorzugt ausge
wählt aus einer Gruppe umfassend Polyvinylacetate, Wachse,
insbesondere Amidwachse wie Ethylenbisstearoylamid, Schel
lack, Polyalkylenoxide und/oder Polyglykole. Polyalkylenoxide
und/oder -glykole werden vorzugsweise als Polymere und/oder
Copolymere mit mittleren Molekulargewichten in einem Bereich
von 100 bis 500.000 g/mol, bevorzugt 1.000 bis 3.500 g/mol,
weiter bevorzugt 3.000 bis 6.500 g/mol, verwendet. Die Mittel
werden bevorzugt in einer Menge in einem Bereich von etwa
0,01 bis 12 Gew.%, bevorzugt in einem Bereich von 0,5 bis 5 Gew.%,
noch mehr bevorzugt 0,6 bis 1,8 Gew.%, jeweils bezogen
auf die Gesamtmenge der Pulvermischung, eingesetzt. Die Bin
de- und/oder Gleitmittel erleichtern auch das Entnehmen der
aus der sinterfähigen Pulvermischung hergestellten Bauteile
aus der Preßform.
Die Pulvermischung kann durch Mischen der einzelnen Bestand
teile mit üblichen Apparaturen wie Taumelmischern sowohl in
der Wärme (Warmmischen) als auch bei Raumtemperatur (Kaltmi
schen) hergestellt werden, wobei das Warmmischen bevorzugt
ist.
Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein gesintertes
Bauteil, welches zumindest teilweise hergestellt ist gemäß
dem erfindungsgemäßen Verfahren. Derartige erfindungsgemäße
gesinterte Bauteile weisen Festigkeitswerte und Härten auf,
welche deutlich über solchen liegen, welche mit üblichen Ver
fahren hergestellt wurden. Bevorzugt weisen die erfindungsge
mäßen gesinterten Bauteile eine Zugfestigkeit von mindestens
140 N/mm2, gemessen gemäß DIN EN 10002-1, auf. Weiter bevor
zugt beträgt die Zugfestigkeit mehr als 200 N/mm2, noch wei
ter bevorzugt mehr als 300 N/mm2. Vorteilhafterweise weisen
die erfindungsgemäßen gesinterten Bauteile ein Elastizitäts
modul von mindestens 70 kN/mm2, gemessen gemäß DIN EN 10002-
1, auf, welches weiter bevorzugt größer 80 kN/mm2 ist.
In einer weiter bevorzugten Ausführungsform weisen die erfin
dungsgemäßen gesinterten Bauteile eine Härte (HB 2,5/62,5 kg)
von mindestens 100, gemessen gemäß DIN EN 24498-1, auf. Die
Härte ist weiter bevorzugt größer als 110, noch weiter bevor
zugt größer als 125.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist das gesinterte
Bauteil ausgebildet als Zahnrad, Pumpenrad, insbesondere Öl-
pumpenrad, und/oder Pleuel und/oder Rotorsatz.
Unter gesinterten Bauteilen im Sinne der vorliegenden Erfin
dung werden Bauteile verstanden, welche vollständig aus einem
sinterfähigen Material hergestellt wurden, andererseits wer
den hierunter auch Verbundteile verstanden, wobei der Grund
körper eines derartigen Verbundteils beispielsweise aus einer
aluminiumhaltigen Pulvermischung hergestellt sein kann und
der mit dem Grundkörper weiter verbundene Körper aus einem
weiteren Material, beispielsweise Eisen oder Gußstahl, gesin
tert oder massiv, oder aus massivem Aluguß. Umgekehrt kann
das Verbundteil auch beispielsweise lediglich auf den Stirn
seiten oder seiner Oberfläche eine gesinterte Schicht aus ei
ner aluminiumhaltigen Pulvermischung aufweisen, wohingegen
der Grundkörper aus beispielsweise Stahl oder Gußeisen, ge
sintert oder massiv, ist. Die gesinterten Bauteile können da
bei kalibriert und/oder ausgehärtet in der Wärme sein.
Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung von gesinterten Bauteilen, auch Verbundtei
len, aus einer erfindungsgemäßen Pulvermischung, wobei
- - in einem ersten Schritt die Pulvermischung in eine erste Form eingegeben wird;
- - in einem zweiten Schritt die Pulvermischung zu einem Grün ling gepreßt wird;
- - in einem dritten Schritt der Grünling zumindest teilweise nachverdichtet wird; und
- - in einem vierten Schritt der nachverdichtete Grünling ge sintert wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren weist den großen Vorteil auf,
daß durch die bereits im dritten Schritt erzielte hohe Dichte
vor dem eigentlichen Sintern Bauteile herstellbar sind, wel
che einerseits hervorragende Festigkeitswerte, andererseits
auch ausgesprochen hohe Dichten und Härten aufweisen. Insbe
sondere können durch die gemäß dem erfindungsgemäßen Verfah
ren erfolgte Nachverdichtung die sich an den Sinterschritt
anschließenden üblichen Nachbearbeitungsschritte wie das Ka
librieren und/oder die Aushärtung durch Auslagerung in der
Wärme erheblich verkürzt werden, oder aber gegebenenfalls die
übliche Nachbrennung oder aber die Kalibrierung weggelassen
werden. Durch diese Verkürzung des Gesamtprozesses wird eine
Produktivitätserhöhung und damit ein wirtschaftlicher Vorteil
erreicht.
Durch das Nachverdichten im dritten Schritt des erfindungsge
mäßen Verfahrens wird vorteilhafterweise erreicht, daß die
sich auf der Oberfläche des eingesetzten Materials vorhande
nen Oxidschichten mechanisch aufgebrochen werden, wodurch ei
ne bessere Kaltverschweißung beim Preßvorgang zwischen den
einzelnen Materialpartikeln erreicht wird. Des weiteren wird
hierdurch auch die Diffusion während des eigentlichen Sinter
prozesses der einzelnen Materialpartikel verbessert. Hier
durch können Bauteile mit erhöhten Festigkeitswerten und ins
besondere höherer Härte erhalten werden.
Der im zweiten und dritten Schritt des erfindungsgemäßen Ver
fahrens erfolgte Preßvorgang kann sowohl bei erhöhter Tempe
ratur, insbesondere unter Zugabe der oben genannten Mittel,
insbesondere Polyethylenglykole (Warmpressen), jedoch auch
bei Raumtemperatur (Kaltpressen), als auch über Vibrations
verdichten erfolgen. Unter Vibrationsverdichten wird hier ein
Verfahren verstanden, bei welchem während des Preßvorgangs
zumindest zeitweise eine Schwingung den Preßvorgang überla
gert, wobei die Schwingung beispielsweise über wenigstens ei
nen Preßstempel eingeleitet werden kann. Auch eine Kombinati
on der vorgenannten Preßverfahren ist möglich. Sinterfähige
Materialien sind insbesondere Pulver bzw. Pulvermischungen,
insbesondere Metallpulver und/oder Keramikpulver, beispiels
weise aus Stählen wie Chrom-Nickel-Stahl, Bronzen, Nickelba
sislegierungen wie Hastalloy, Inconel, Metall-Oxiden,
-Nitriden, -Siliziden oder dergleichen, und insbesondere alu
miniumhaltige Pulver bzw. Pulvermischungen, wobei die Pulver
mischungen auch hochschmelzende Bestandteile enthalten können
wie beispielsweise Platin oder dergleichen. Das verwendete
Pulver und seine Teilchengröße ist vom jeweiligen Einsatz
zweck abhängig. Bevorzugte eisenhaltige Pulver sind die Le
gierungen 316 L, 304 L, Inconel 600, Inconel 625, Monel und
Hastalloy B, X und C. Weiterhin kann das sinterfähige Materi
al ganz oder teilweise aus Kurzfasern bzw. Fasern sein, vor
zugsweise Fasern mit Durchmessern zwischen etwa 0,1 und 250
µm und einer Länge von wenigen µm bis zu Millimetergröße, bis
hin zu 50 mm wie z. B. Metallfaservlies.
Ist es gewünscht, Verbundteile herzustellen, welche bei
spielsweise auf der Stirnseite eines aus Stahl oder Gußeisen
bestehenden Körpers eine gesinterte Schicht aus dem sinterfä
higen Material aufweisen sollen, so wird im ersten Schritt
des erfindungsgemäßen Verfahrens das sinterfähige Material
beispielsweise über übliche Methoden auf den Grundkörper auf
gebracht, es kann jedoch auch vorgesehen sein, beispielsweise
das Material in Pulverform aufzusprühen (Wet Powder Spraying:
WPS). Hierzu ist es notwendig, eine Suspension des sinterfä
higen Materials herzustellen. Die hierfür notwendige Suspen
sion umfaßt vorzugsweise Lösemittel, Bindemittel, Stabilisa
toren und/oder Dispergiermittel. Besonders bevorzugte Löse
mittel sind ausgewählt aus einer Gruppe umfassend Wasser, Me
thanol, Ethanol, Isopropanol, Terpene, C2-C5-Alkene, Toluol,
Trichlorethylen, Diethylether und/oder C1-C6-Aldehyde
und/oder Ketone. Bevorzugt sind hierbei Lösemittel, die bei
Temperaturen unter 100°C verdampfbar sind. Die Menge der
verwendeten Lösemittel liegt in einem Bereich von etwa 40 bis
70 Gew.%, bezogen auf die eingesetzte sinterfähige Pulvermi
schung, bevorzugt in einem Bereich von etwa 50 bis 65 Gew.%.
Die im dritten Schritt erfolgende Nachverdichtung (welche
auch Zwischenverdichtung genannt werden kann) kann durch für
die Pressung eines Grünlings übliche und bekannte Verfahren
vorgenommen werden. So kann beispielsweise der im zweiten
Schritt gepreßte Grünling erneut in eine übliche Matrizenform
eingebracht und in dieser zumindest teilweise durch entspre
chende Preßstempel nachverdichtet werden. Vorzugsweise können
die Nachverdichtwerkzeuge ganz oder teilweise konisch ausge
legt werden, so daß an bestimmten vorherbestimmten Stellen
des Grünlings besonders hohe Verdichtungen erreicht werden
können.
In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird vor dem dritten Schritt in einem weiteren
Schritt der Grünling entwachst. Das Entwachsen erfolgt vor
zugsweise unter Stickstoff, Wasserstoff, Luft und/oder Mi
schungen der genannten Gase, insbesondere auch mit gezielter
Luftzuführung. Weiterhin kann die Entwachsung mit Endogas
und/oder Exogas vorgenommen werden, jedoch auch im Vakuum.
Die Entwachsung kann bevorzugt durch überlagerte Mikrowellen
und/oder Ultraschall, oder aber nur über Mikrowellen zur Tem
peraturführung erfolgen. Schließlich kann das Entwachsen auch
über Lösemittel wie Alkohol o. ä. oder überkritischem Kohlen
dioxid mit oder ohne Einwirkung von Temperatur, Mikrowellen
oder Ultraschall oder Kombination der vorgenannten Verfahren
vorgenommen werden.
Vorteilhafterweise wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
mit der im dritten Schritt vorgenommenen Nachverdichtung eine
Dichte erzielt, welche etwa 2 bis etwa 40% über derjenigen
vor dem Nachverdichten liegt, bevorzugt 5 bis 30%, weiter be
vorzugt 15 bis 25%.
Vorzugsweise werden im zweiten Schritt des erfindungsgemäßen
Verfahrens Grünlinge mit einer Ausgangsdichte in einem Be
reich von 2,1 bis 2,5 g/cm3, bevorzugt 2,2 bis 2,4 g/cm3,
weiter bevorzugt 2,25 bis 2,38 g/cm3, gemessen gemäß
DIN ISO 2738, gepreßt.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Ver
fahrens wird vorteilhafterweise eine Form, in welche der ge
gebenenfalls entwachste Grünling eingebracht wird, vor Ein
bringung des Grünlings mit einem Gleitmittel besprüht. Es
kann auch der entwachste Grünling in Gleitmittel getränkt
werden. Weiterhin ist besonders vorteilhaft, daß der Sinter
prozeß im vierten Schritt unter Stickstoff mit einem Taupunkt
kleiner -40°C, bevorzugt kleiner -50°C, durchgeführt wird.
Hierbei erfolgt das Sintern vorzugsweise unter reinem Stick
stoff. Weiterhin kann das Sintern bei entsprechender Dichte
und/oder Zusammensetzung des Grünlings auch unter Luft, Was
serstoff, Mischungen aus Stickstoff und Wasserstoff mit oder
ohne gezielte Luftzuführung, Endogas, Exogas oder im Vakuum
durchgeführt werden, wobei das Sintern durch überlagerte Mi
krowellen oder aber über Mikrowellen zur Temperaturführung
erfolgen kann.
An den Sinterschritt kann vorzugsweise unmittelbar eine gege
benenfalls notwendige Wärmebehandlung, insbesondere ein Homo
genisierungsglühen, angeschlossen werden. Dabei kann die Wär
mebehandlung in Abhängigkeit der chemischen Zusammensetzung
des erhaltenen Bauteils durchgeführt werden. Alternativ oder
zusätzlich zur Wärmebehandlung kann das gesinterte Bauteil
auch ausgehend von der Sinter- bzw. Homogenisierungsglühtem
peratur vorzugsweise in Wasser oder aber über eine Gas
schroffkühlung abgeschreckt werden.
Vor oder nach dem Sintern ist eine zusätzliche Oberflächen
verdichtung, allgemeiner: ein Einbringen von Druckeigenspan
nungen in Oberflächenbereiche, durch Sand- oder Kugelstrah
len, Rollieren o. ä. möglich. Ebenso kann vor oder nach dem
Homogenisierungsglühen eine Kalibrierung vorgenommen werden.
Hierbei erfolgt die Kalibrierung bei Raumtemperatur oder er
höhter Temperatur bis hin zur Schmiedetemperatur, auch unter
Anwendung von Drücken bis 900 N/mm2. Gegebenenfalls kann das
Kalibrieren sogar oberhalb der Soliduslinie vorgenommen wer
den, wobei dann das Bauteil auch direkt der Sinterhitze ent
nommen werden kann.
Die zur Kalibrierung verwendeten Kalibrier- und/oder Schmie
dewerkzeuge können ganz oder teilweise konisch ausgebildet
sein, wodurch an bestimmten Bereichen der Bauteile besonders
hohe Verdichtungen erreicht werden können. Die Temperatur der
Kalibrier- und/oder Schmiedewerkzeuge kann hierbei in Abhän
gigkeit des zu bearbeitenden Bauteils differieren und gegebe
nenfalls im isothermen Bereich gehalten werden. Eine Ober
flächenverdichtung bzw. Einbringung von Druckeigenspannungen
in die Oberfläche ist auch vor oder nach einer Wärmebehand
lung bzw. dem Kalibrieren möglich.
Schließlich können abschließend noch Beschichtungen auf das
gesinterte Bauteil aufgebracht werden. Bevorzugt sind hierbei
Verfahren, mit welchen die Bauteile hartcoatiert und/oder
eloxiert werden, wie beispielsweise thermische Sprühverfahren
wie Plasmaspritzen, Flammspritzen oder aber physikalische
und/oder chemische Verfahren wie PVD, CVD o. ä. Jedoch können
Beschichtungen auch auf rein chemischem Wege wie beispiels
weise durch Gleitlacke, welche Teflon enthalten können, oder
Nanocomposite-Materialien aufgebracht werden. Durch eine Be
schichtung kann die Oberfläche der Bauteile hinsichtlich der
Härte, Rauhigkeit und des Reibkoeffizienten genau auf den
Einsatzzweck abgestimmt modifiziert werden.
Dieser und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
anhand der folgenden Beispiele erläutert.
Ein Al-Basispulver der Zusammensetzung Al4Cu1Mg0,5Si (ent
spricht der Bezeichnung AC2014 einer konventionellen Alumini
um-Legierung, wobei das Basispulver 4 Gew.% Cu, 1 Gew.% Mg, 0,5 Gew.%
Si und 94,5 Gew.% Al, bezogen auf die Gesamtmenge an Pul
ver, aufweist) der Firma ECKA Granulate GmbH & Co. KG, Vel
den, Deutschland, mit der Firmenbezeichnung ECKA Alumix 123
(92,5 Gew.% Al), mit 1,5 Gew.% eines Amidwachses als Bindemit
tel der Firma Hoechst mit der Bezeichnung Mikrowachs C wurde
mit Molybdän- bzw. Wolfram-Pulver gemäß nachstehender Tabelle
1 gemischt. Die Mischung erfolgte hierbei in einem Taumelmi
scher durch Zugabe des Molybdän- bzw. Wolfram-Pulvers zu dem
vorgelegten Al-Basispulver bei Raumtemperaturen über 5 min.
Das Al-Basispulver wies eine Korngrößenverteilung zwischen 45
und 200 µm auf, wobei der mittlere Partikeldurchmesser D50 75
bis 95 µm betrug. Das zugemischte Molybdän- bzw. Wolfram-
Pulver wurde von der Firma H. C. Starck GmbH & Co. KG, Goslar,
Deutschland, bezogen und wies einen mittleren Partikeldurch
messer D50 von 25 µm mit einer Korngrößenverteilung in einem
Bereich von etwa 5 bis 50 µm auf.
Anschließend wurde die Pulvermischung in eine Matrizenform
gegeben und unter einem Druck von etwa 175 N/mm2 (berechnet
für eine Radstirnfläche von 20 cm2) über etwa 0,2-0,5 sec
bei Raumtemperatur zu einem Grünling in Form eines Pumpenra
des gepreßt. Die Dichte der Grünlinge betrug etwa 2,35 bis
2,38 g/cm3. Anschließend wurde der so hergestellte Grünling
für etwa 30 min bei etwa 430°C entwachst und dann bei einer
Sintertemperatur von 610°C unter reiner Stickstoffatmosphäre
mit einem Taupunkt von -50°C in einem Bandofen, welcher auf
eine Geschwindigkeit von 3,4 m/h eingestellt war, über 30 min
gesintert. Hierbei befanden sich die Grünlinge auf Al2O3-
Platten. Anschließend wurde ein Homogenisierungsglühen durch
geführt über 1,5 h bei einer Temperatur von 515°C. Anschlie
ßend wurde das gesinterte Pumpenrad schockgekühlt durch Ab
schrecken mit Wasser mit einer Temperatur von etwa 40°C über
10 sec.
Anschließend wurde eine Kalibrierung auf eine theoretische
Dichte von 97 bis 98% unter Anwendung eines Druckes von etwa
810 N/mm2 bei 200°C vorgenommen.
Nach dem Kalibrieren wurde dann noch eine Aushärtung der ge
sinterten Pumpenräder in der Wärme bei 160°C über 16 h
durchgeführt. Anschließend wurde die Zugfestigkeit Rm, das
Elastizitätsmodul sowie die Dehnung gemäß DIN EN 10002-1 an
standardisierten Proben bestimmt. Weiterhin wurde die Härte
gemäß DIN EN 24498-1 (Brinell-Härte) mit einer gehärteten
Stahlkugel als Eindringkörper mit einem Durchmesser von 2,5
und mit einer Last von 62,5 kg ermittelt. Die ermittelten
Werte sind in der nachfolgenden Tabelle 1 wiedergegeben.
Die vorstehend unter Ziffer 1 genannten Versuche wurden wie
derholt, wobei jedoch zusätzlich ein Kupfer-Pulver, welches
von der Firma Eckart Granules unter der Marke Ecka Kupfer CH-
S vertrieben wird, beigemischt wurde. Die Beimischung erfolg
te derart, daß zunächst das Molybdän- bzw. Wolfram-Pulver mit
dem Kupfer-Pulver in einem Taumelmischer bei Raumtemperatur 5 min
vermischt und dieses anschließend in einem Taumelmischer
zu dem Al-Basispulver über 5 min zugemischt wurde. Das Kup
fer-Pulver wies einen mittleren Partikeldurchmesser D50 von
25 µm und eine Korngrößenverteilung in einem Bereich von etwa
5 bis etwa 50 µm auf. Das Kupfer-Pulver wurde elektrolytisch
hergestellt, die einzelnen Partikel lagen in dendritischer
Form vor.
Es wurden unterschiedliche Mischungen hergestellt, wobei die
se wie unter Ziffer 1 beschrieben mit und ohne Nachverdich
tung zu Pumpenrädern gesintert wurden. Für die Nachverdich
tung wurde nach dem Pressen der Grünling unter einer Stick
stoff-Atmosphäre für 30 min bei etwa 430°C entwachst und an
schließend in einer zu der ersten Form identischen Matrizen
form, welche mit dem Gleitmittel GLEITMO 300, Fuchs Lubritech
GmbH, Weilerbach, Deutschland, besprüht wurde, bei einem
Druck von 760 N/mm2 für etwa 0,2-0,5 sec bei Raumtemperatur
derart nachverdichtet, daß die Dichte des nachverdichteten
Grünlings bei etwa 2,8-2,9 g/cm3 und damit um etwa 19-
23% über derjenigen des nicht nachverdichteten Pumpenrad-
Grünlings und somit bei etwa 95% der theoretischen Dichte
lag.
Anschließend wurden die erzeugten Grünlinge wie vorstehend
beschrieben gesintert, auf eine theoretische Dichte von 97-
98% kalibriert bei einem Druck von 810 N/mm2, jedoch bei
Raumtemperatur, und ausgehärtet. Das Mischungsverhältnis zwi
schen Molybdän- bzw. Wolfram-Pulver zu dem Kupfer-Pulver be
trug 5 : 1 Gewichtsanteile. Der Tabelle 2 können die Mischungs
verhältnisse sowie die ermittelten physikalischen Werte
entnommen werden.
Wie der Tabelle 2 entnommen werden kann, werden durch eine
Nachverdichtung die physikalischen Eigenschaften positiv be
einflußt. Insbesondere kann eine weitere Steigerung der Härte
der hergestellten Pumpenräder erzielt werden.
Mit der vorliegenden Erfindung ist es möglich, gesinterte
Bauteile, insbesondere auf Basis eines Al-Pulvers, herzustel
len, welche nicht nur ausgezeichnete Festigkeitswerte, son
dern insbesondere eine hohe Härte aufweisen. Hierdurch können
derartige Bauteile vorteilhafterweise an stark beanspruchten
Stellen, insbesondere im Motor oder aber Getriebe, eingesetzt
werden. Zudem können durch den möglichen Wegfall der Kali
brierung und der Aushärtung durch Auslagerung in der Wärme
gesinterte Bauteile günstiger und schneller produziert wer
den.
Claims (15)
1. Sinterfähige Pulvermischung zur Herstellung gesinterter Bau
teile, umfassend 60 bis 98,5 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmen
ge der Pulvermischung, eines Al-Basispulvers aus Metallen
und/oder deren Legierungen, umfassend Al, 0,2 bis 30 Gew.% Mg,
0,2 bis 40 Gew.% Si, 0,2 bis 15 Gew.% Cu, 0,2 bis 15 Gew.% Zn,
0,2 bis 15 Gew.% Ti, 0,2 bis 10 Gew.% Sn, 0,5 bis 5 Gew.% Mn,
0,2 bis 10 Gew.% Ni und/oder weniger als 1 Gew.% an As, Sb, Co,
Be, Pb und/oder B, wobei die Gewichtsprozentanteile jeweils
bezogen sind auf die Gesamtmenge an Al-Basispulver, und 0,8
bis 40 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmenge der Pulvermischung,
eines Metallpulvers ausgewählt aus einer ersten Gruppe von
Metallen und/oder deren Legierungen, bestehend aus Mo
und/oder W.
2. Sinterfähige Pulvermischung gemäß Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Pulvermischung weiterhin eine zweite
Gruppe von Metallen und/oder deren Legierungen, bestehend
aus Cu, Sn, Zn, Li und/oder Mg umfaßt.
3. Sinterfähige Pulvermischung gemäß Anspruch 1 oder Anspruch
2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Menge
der ersten Gruppe von Metallen und/oder deren Legierungen
zu derjenigen der zweiten Gruppe in der Pulvermischung in
einem Bereich von 1 : 8 bis 15 : 1 Gewichtsanteilen liegt.
4. Sinterfähige Pulvermischung gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Al-Basispulver
neben Al 0,2 bis 15 Gew.% Mg, 0,2 bis 16 Gew.% Si, 0,2 bis
10 Gew.% Cu und/oder 0,2 bis 15 Gew.% Zn, bezogen jeweils
auf die Gesamtmenge des Al-Basispulvers, aufweist.
5. Sinterfähige Pulvermischung gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Gruppe
von Metallen und/oder deren Legierungen Cu, Zn und/oder
Sn aufweist.
6. Sinterfähige Pulvermischung gemäß einem der vorhergehen
den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß diese Schmier
mittel in einer Menge von 0,2 bis 5 Gew.%, bezogen auf die
Gesamtmenge der Pulvermischung, umfaßt.
7. Gesintertes Bauteil, welches zumindest teilweise herge
stellt ist aus einem sinterfähigen Pulver gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 6.
8. Gesintertes Bauteil gemäß Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß es eine Zugfestigkeit von mindestens 140 N/mm2,
gemessen gemäß DIN EN 10002-1, aufweist.
9. Gesintertes Bauteil gemäß Anspruch 7 oder 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß es ein Elastizitätsmodul von mindestens
70 kN/mm2, gemessen gemäß DIN EN 10002-1, aufweist.
10. Gesintertes Bauteil gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß es eine Härte (HB 2,5/62,5 kg)
von mindestens 100, gemessen gemäß DIN EN 24498-1,
aufweist.
11. Verfahren zur Herstellung von gesinterten Bauteilen, auch
Verbundteilen, aus einer Pulvermischung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 6, wobei
in einem ersten Schritt die Pulvermischung in eine er ste Form eingegeben wird;
in einem zweiten Schritt die Pulvermischung zu einem Grünling gepreßt wird;
in einem dritten Schritt der Grünling mindestens teil weise nachverdichtet wird; und
in einem vierten Schritt der nachverdichtete Grünling gesintert wird.
in einem ersten Schritt die Pulvermischung in eine er ste Form eingegeben wird;
in einem zweiten Schritt die Pulvermischung zu einem Grünling gepreßt wird;
in einem dritten Schritt der Grünling mindestens teil weise nachverdichtet wird; und
in einem vierten Schritt der nachverdichtete Grünling gesintert wird.
12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
vor dem dritten Schritt der Grünling entwachst wird.
13. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die mit der im dritten Schritt vorge
nommenen Nachverdichtung erzielte Dichte des Grünlings
etwa 2 bis 40% über derjenigen vor dem Nachverdichten
liegt.
14. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß im dritten Schritt vor Einbringung
des Grünlings in eine zweite Form diese mit einem Gleit
mittel besprüht wird.
15. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Sinterprozeß im fünften Schritt
unter Stickstoff mit einem Taupunkt kleiner -40°C durch
geführt wird.
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