Die vorliegende Erfindung betrifft ein Halbleiterbauelement und ein Verfahren zu dessen Herstel
lung. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Halbleiterbauelement, das als Gleichrich
ter verwendet wird und einen pn-Übergang besitzt.
Im allgemeinen verwenden Halbleiterbauelemente, die zum Schalten bei hohen Frequenzen
verwendet werden, Dioden mit kurzer Sperrverzögerungszeit. Diese Dioden weisen einen pn-
Übergang zwischen einer p-leitenden Halbleiterzone und einer n-leitenden Halbleiterzone auf. Die
Lebenszeit der Ladungsträger wird durch die Diffusion eines Schwermetalls wie beispielsweise
Platin verkürzt, was als "Lebenszeitkiller" bekannt ist.
Gemäß dem in Fig. 21 dargestellten Längsschnitt einer Diode mit kurzer Sperrverzögerungszeit
enthält diese ein n-leitendes Halbleitersubstrat 11. Eine n-leitende Halbleiterschicht 12 weist eine
niedrigere Ladungsträgerdichte auf als das Halbleitersubstrat 11.
Die Halbleiterschicht 12 wird durch Epitaxie auf dem Halbleitersubstrat 11 aufgewachsen. Eine
aktive Zone 13 und eine Schutzringzone 14 werden durch Mustern eines auf der Halbleiterschicht
12 aufliegenden Oxidfilms 15 gebildet, und unter Verwendung des Oxidfilms 15 als Maske
werden p-leitende Dotierstoffe durch Ioneninjektion eingebracht. Nach der Ioneninjektion wird die
Oberfläche der Halbleiterschicht durch Wärmebehandlung wieder mit einem Oxidfilm 15 bedeckt.
Ein Abschnitt des Oxidfilms 15 wird entfernt, um die aktive Zone 13 freizulegen. Nach der
Wärmediffusion von Platin wird eine Vorderelektrode 16 auf der aktiven Zone 13 gebildet. Eine
Rückelektrode 17 wird auf der Rückseite des Halbleitersubstrats 11 gebildet.
Die oben beschriebene Diode wird manchmal bei Leistungsfaktorverbesserungsschaltungen (PFC)
verwendet. Im allgemeinen müssen für diesen Zweck eingesetzte Dioden weiche Verzögerungs
charakteristika aufweisen, bei denen der Sperrverzögerungsstrom klein ist und der Stromdämp
fungsfaktor nach der Spitze des Sperrstroms während der Sperrverzögerung klein ist.
Wenn der Sperrverzögerungsstrom groß ist, führt dies zu einer unerwünschten Erhöhung der
Einschaltverluste bei einem MOS-Transistor, der häufig als Schaltelement bei der Leistungsfak
torverbesserungsschaltung (PFC) verwendet wird, und es führt zu einem unerwünschten Anstieg
der Temperatur des Elements.
Wenn die Abnahmerate groß ist, wird eine große Störspannung erzeugt und der Speisespannung
überlagert, und indem diese Spannung an die Diode und den MOS-Transistor angelegt wird, kann
das Element zerstört werden, woraus Fehler in der Schaltung resultieren können.
Bei der gezeigten Diode gemäß dem Stand der Technik mit dem pn-Übergang wurde versucht,
den Sperrverzögerungsstrom durch Verkürzung der Ladungsträgerlebenszeit durch Steuern der
Platindiffusionsbedingungen zu reduzieren. Es gibt jedoch ein "Kompromißverhältnis" zwischen
der Durchlaßspannung der Diode und dem Sperrverzögerungsstrom, und die Durchlaßspannung
der Diode nimmt zu. Außerdem reduziert das Steuern der Platindiffusionsbedingungen allein nicht
nur die Abnahmerate des Sperrstroms während der Sperrverzögerung. Als Folge wird keine
angemessen weiche Verzögerung erzielt.
Zusätzlich zur Platinkonzentration sind die Dicke der Halbleiterschicht 12 und die Anodenladungs
trägerkonzentration optimierbar, aber wenn die Dicke der Halbleiterschicht 12 zunimmt, tritt eine
entsprechende Zunahme der Durchlaßspannung auf, und das Kompromißverhältnis wird ver
schlechtert.
Bei Dioden mit pn-Übergang, in den Platin diffundiert ist, sammelt sich Platin als "Lebensdauer
killer" nahe der Oberfläche der Diode in einem Bereich und einer Tiefe von einigen µm an. Daher
ist die vorteilhafte Wirkung des Platins in der Nähe von pn-Übergängen nicht ausreichend, die
tiefer als einige µm sind. Als Folge reicht die Verbesserung beim "Kompromißverhältnis" nicht
aus, und es kann wenig bis gar keine Verbesserung der weichen Verzögerungscharakteristika
erzielt werden.
Um eine ausreichende Wirkung des Platins in der Nähe des pn-Übergangs zu schaffen, kann die
Menge des injizierten Platins erhöht werden. Unglücklicherweise nimmt, wenn die Injektions
menge erhöht wird, nicht nur die n-leitende Halbleiterschicht einen hohen Widerstand an, sondern
die Anzahl der Defekte wird aufgrund der hohen Platinkonzentration in der p-leitenden aktiven
Zone erhöht, was zumindest zu einer Zunahme des Leckstroms führt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Halbleiterbauelement sowie ein
Verfahren zu dessen Herstellung zu schaffen, womit die vorstehend beschriebenen Nachteile des
Stands der Technik beseitigt werden können und womit eine sehr schnelle Diode mit weichen
Verzögerungscharakteristika geschaffen werden kann.
Diese Aufgabe wird mit einem Halbleiterbauelement gemäß Anspruch 1 und einem Verfahren zu
dessen Herstellung gemäß Anspruch 8 beziehungsweise 11 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Um die obigen Aufgaben zu lösen, wird bei der vorliegenden Erfindung eine Halbleiterzone des
ersten Leitfähigkeitstyps mit Platin dotiert, ein nicht von einem Oxidfilm bedeckter Abschnitt der
Halbleiterzone nahe der Oberfläche wird zu einem zweiten Leitfähigkeitstyp umgekehrt, und ein
pn-Übergang wird durch diese Umkehrzone des zweiten Leitfähigkeitstyps sowie die Halbleiter
zone des ersten Leitfähigkeitstyps gebildet. Die Tiefe des pn-Übergangs wird durch Steuern der
Temperatur und/oder Zeit für die Wärmediffusion des Platins eingestellt.
Da erfindungsgemäß der pn-Übergang durch die Umkehrzone des zweiten Leitfähigkeitstyps und
die Halbleiterzone des ersten Leitfähigkeitstyps gebildet ist, ist er flacher als beim Stand der
Technik, und die Position des pn-Übergangs stimmt mit der Stelle überein, wo das Platin eine
effektive Wirkung zeigt.
Weitere Merkmale, Besonderheiten und Vorteile der Erfindung gehen aus der folgenden, nicht
beschränkenden Beschreibung vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung hervor. Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Halbleiterbauelement gemäß einer ersten Ausführungs
form der Erfindung;
Fig. 2(A) und 2(B) Modelldiagramme, die das Tiefenprofil des Platins zeigen, das in den Halblei
ter wärmediffundiert wurde;
Fig. 3 einen Längsschnitt durch ein Halbleiterbauelement, der zeigt, wie eine Umkehrzone nur
in einem spezifizierten Bereich durch einen Oxidfilm gebildet wird;
Fig. 4 ein Diagramm, das die Beziehung zwischen der Wärmediffusionstemperatur des Platins
und der Verteilung der Ladungsträgerkonzentration in einem Bereich nahe der Oberflä
che zeigt;
Fig. 5 ein Diagramm, das Änderungen der Verteilung der Ladungsträgerkonzentration vor und
nach dem Ausführen einer Wärmebehandlung nach der Wärmediffusion des Platins
zeigt;
Fig. 6 einen Längsschnitt, der die anfänglichen Schritte im Verlauf der Herstellung des in Fig.
1 gezeigten Halbleiterbauelements zeigt;
Fig. 7 und Fig. 8 Längsschnitte, die weitere Schritte im Verlauf der Herstellung des in Fig. 1
gezeigten Halbleiterbauelements zeigen;
Fig. 9 einen Längsschnitt, der die letzten Schritte im Verlauf der Herstellung des in Fig. 1
gezeigten Halbleiterbauelements zeigt;
Fig. 10 ein Wellenformdiagramm, das den Sperrverzögerungsstrom des in Fig. 1 gezeigten
Halbleiterbauelements zeigt;
Fig. 11 ein Wellenformdiagramm, das den Sperrverzögerungsstrom eines Halbleiterbauele
ments gemäß dem Stand der Technik zeigt;
Fig. 12 ein Diagramm, das die Verbesserung (im Vergleich zum Stand der Technik) des VF-
und des IRP-Kompromißverhältnisses des Halbleiterbauelements gemäß Ausführungs
form 1 der vorliegenden Erfindung zeigt;
Fig. 13 einen Längsschnitt durch ein anderes Beispiel eines Halbleiterbauelements von
Ausführungsform 1 der vorliegenden Erfindung;
Fig. 14 einen Längsschnitt, der den Aufbau eines Halbleiterbauelements einer zweiten
Ausführungsform der Erfindung zeigt;
Fig. 15 einen Längsschnitt, der die Anfangsschritte bei der Herstellung des in Fig. 14 gezeigten
Halbleiterbauelements zeigt;
Fig. 16 einen Längsschnitt, der die nächsten Schritte bei der Herstellung des in Fig. 14
gezeigten Halbleiterbauelements zeigt;
Fig. 17 einen Längsschnitt, der weitere Schritte bei der Herstellung des in Fig. 14 gezeigten
Halbleiterbauelements zeigt;
Fig. 18 einen Längsschnitt eines anderen Beispiels eines Halbleiterbauelements der zweiten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Fig. 19 einen Längsschnitt eines weiteren Beispiels eines Halbleiterbauelements der zweiten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Fig. 20 ein Schaltbild, das ein Beispiel einer Leistungsfaktorverbesserungsschaltung (PFC)
unter Verwendung eines Halbleiterbauelements der vorliegenden Erfindung zeigt; und
Fig. 21 einen Längsschnitt eines Halbleiterbauelements gemäß dem Stand der Technik.
In der nachstehenden Beschreibung ist in einem aus einem geeigneten Halbleitermaterial wie
beispielsweise Silicium hergestellten Halbleiter der erste Leitfähigkeitstyp der n-Leitungstyp, und
der zweite Leitfähigkeitstyp ist der p-Leitungstyp.
Erste Ausführungsform
Gemäß Fig. 1 umfaßt ein Halbleiterbauelement ein n-leitendes Halbleitersubstrat 21 mit einer As
(Arsen)-Dotierung und eine n-leitende Halbleiterschicht 22 mit einer P (Phosphor)-Dotierung. Eine
Umkehrzone 23 ist p-leitend, und eine Schutzringzone 24 ist p-leitend. Ein Oxidfilm 25 und eine
Vorderelektrode 26 befinden sich auf der Halbleiterschicht 22. Eine Rückelektrode 27 befindet
sich auf der von der Vorderelektrode 26 und einem Rand 28 der aktiven Zone abgewandten
Seite.
Als Beispiel beträgt die Dicke des Halbleitersubstrats 21 300 µm, und seine Dotierstoffkonzentra
tion beträgt 2 × 1019 cm-3. Als zusätzliches Beispiel beträgt die Dicke der Halbleiterschicht 22 60
µm, und ihre Dotierstoffkonzentration beträgt 2 × 1014 cm-3.
Ein Abschnitt der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 ist durch den Oxidfilm 25 bedeckt. Die
Umkehrzone 23 ist in einer flachen Zone in einem nicht vom Oxidfilm 25 bedeckten Bereich
gebildet. Die Tiefe xj (xj: einige µm) des Zonenübergangs der Umkehrzone 23, in anderen Worten
die Tiefe des pn-Übergangs, beträgt beispielsweise einige µm. Die Umkehrzone 23 wird dadurch
geschaffen, daß in einem Teil die n-leitende Halbleiterschicht 22 aufgrund der hohen Konzentra
tion an Platin, das sich in dem Bereich nahe der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 ansammelt,
zu einer p-leitenden umgekehrt wird.
Die Grenze des Bereichs, wo sich der Leitfähigkeitstyp aufgrund der Diffusion von Platin umkehrt,
ist durch eine gestrichelte Linie gezeigt (gleich wie in den anderen Figuren). Die durch diese
gestrichelte Linie angegebene Grenze entspricht dem pn-Übergang 29 der Umkehrzone 23 und
der Halbleiterschicht 22. Die Tiefe des pn-Übergangs 29 ist als Folge der Wärmediffusionsbedin
gungen des Platins und der Bedingungen der anschließenden Wärmebehandlung änderbar. In
anderen Worten kann durch Einstellung der Wärmediffusionsbedingungen des Platins und der
Bedingungen der anschließenden Wärmebehandlung die Tiefe des pn-Übergangs 29 eingestellt
werden.
Der Rand 28 der aktiven Zone ist in einem Bereich der Oberflächenseite der Halbleiterschicht 22
gebildet und umgibt die Umkehrzone 23. Der Rand 28 der aktiven Zone ist mit der Umkehrzone
23 verbunden und bildet zusammen mit dieser Umkehrzone 23 die aktive Zone.
Die Tiefe xj des Zonenübergangs des Rands 28 der aktiven Zone beträgt ungefähr 10 µm und ist
damit größer als bei der Umkehrzone 23. Um eine weiche Verzögerung zu erzielen, ist es
bevorzugt, daß die Tiefe des Zonenübergangs der aktiven Zone klein ist.
Wenn die aktive Zone dünn ist, kommt es leicht dazu, daß aufgrund des erhöhten elektrischen
Felds an den Rändern die Spannungsfestigkeit nicht mehr gegeben ist. Bei der vorliegenden
Ausführungsform wird selbst dann eine ausreichende Spannungsfestigkeit beibehalten, wenn die
Tiefe des Zonenübergangs der aktiven Zone kleiner als im Stand der Technik ist, indem der
Zonenrand 28 am Rand der aktiven Zone vorgesehen ist. Dies ist eine nützliche Verbesserung.
Die Schutzringzone 24 ist in einem Bereich der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 gebildet. Bei
der vorliegenden Ausführungsform ist die Schutzringzone 24 in Form eines einzigen Rings
ausgebildet, der die Umkehrzone 23 und den Zonenrand 28 umgibt. Die Schutzringzone 24 ist
nicht auf diese Form beschränkt, sondern kann jede beliebige durch das Design erforderliche
Form aufweisen.
Die Tiefe des Zonenübergangs der Schutzringzone 24 beträgt etwa 10 µm. Die Schutzringzone
24 kann die doppelte Tiefe oder Größe aufweisen oder in anderer Weise an alternative Ausfüh
rungsformen angepaßt sein.
Die Vorderelektrode 26 ist so gebildet, daß sie sich mit der Umkehrzone 23 und dem Zonenrand
28 in Kontakt befindet. Die Rückelektrode 27 ist so ausgebildet, daß sie sich in Kontakt mit der
Rückseite des Halbleitersubstrats 21 befindet.
Gemäß Fig. 2(A) und 2(B) resultiert die Bildung der Umkehrzone in einem Abschnitt (Bereich)
nahe der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 aus der Ansammlung von Platin während der
Wärmediffusion. Die Fig. 2(A) und 2(B) zeigen ein Modelldiagramm zum Beschreiben des
Tiefenprofils von Platin, das in einen Halbleiter wärmediffundiert wird.
Beispielsweise wird eine n-leitende Halbleiterschicht 22 mit P-Dotierung (Dotierstoffkonzentra
tion: 2 × 1014 cm-3, Dicke: 60 µm) durch Epitaxie auf einem n-leitenden Halbleitersubstrat 21 mit
As-Dotierung (Dotierstoffkonzentration: 2 × 1019 cm-3 Dicke: 300 µm) aufgewachsen.
Die Rückseite des Halbleitersubstrats 21 oder die Vorderseite der Halbleiterschicht 22 wird mit
einer Paste überzogen, die 1 Gew.-% Platin enthält. Eine Wärmebehandlung wird für drei Stunden
bei 920°C ausgeführt. Während der Wärmebehandlung findet ein "Ansammeln" von Platin statt,
und es tritt eine Verteilung von Platin auf, die an der Rückseite des Halbleitersubstrats 21 und
der Vorderseite der Halbleiterschicht 22 erhöht ist. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist,
wirkt das Platin als Akzeptor, und ein Bereich bis zu einigen µm von der Vorderseite der Halblei
terschicht 22 (die eine geringe Dotierstoffkonzentration aufweist) wird p-leitend.
Gemäß Fig. 3 ist in dem Bereich nahe der Oberfläche der n-leitenden Halbleiterschicht 22 die
Zone, die aufgrund des "Ansammelns" von Platin p-leitend wird, eine Zone, in der die Oberfläche
der Halbleiterschicht 22 nicht durch den Oxidfilm 25 bedeckt ist. In anderen Worten ist ein
Oxidfilm 25 mit einer Dicke von 90 nm auf der Oberfläche der n-leitenden Halbleiterschicht 22
gebildet. Der mittlere Teil wird durch eine Fotolithografietechnik entfernt, und die Halbleiter
schicht 22 liegt frei. Eine 1 Gew.-% Platin enthaltende Paste wird auf die Rückseite des Halblei
tersubstrats 21 oder die freiliegende Fläche der Halbleiterschicht 22 aufgebracht. Für drei
Stunden wird bei 920°C eine Wärmebehandlung ausgeführt. Es tritt eine ungleichmäßige bzw.
erhöhte Verteilung mit einer hohen Konzentration an Platin nur im nicht vom Oxidfilm 25
bedeckten freiliegenden Bereich der Halbleiterschicht 22 auf, und dieser Bereich wird p-leitend.
Dieses Ergebnis tritt auf, weil das in die Nähe der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 diffundierte
Platin vom Oxidfilm 25 aufgenommen wird und daher der vom Oxidfilm 25 bedeckte Bereich
nicht p-leitend wird.
Anhand von Fig. 4 wird nun beschrieben, wie die Tiefe des pn-Übergangs 29 durch Steuern der
Wärmediffusionsbedingungen des Platins und der Bedingungen der nachfolgenden Wärmebe
handlung einstellbar ist. Der Graph zeigt klar die Beziehung zwischen der Wärmediffusionstempe
ratur des Platins und der Verteilung der Lagerungsträgerkonzentration nahe bei dem Oberflächen
bereich eines etwa durch die Mitte der Umkehrzone 23 verlaufenden Längsquerschnitts (wie
durch die gestrichelte Linie im Querschnitt von Fig. 3 angegeben). Das Tal jedes Profils entspricht
der Tiefe des pn-Übergangs.
Wie in Fig. 4 gezeigt, beträgt für eine gegebene Wärmediffusionszeit bei einer Diffusionstempera
tur von 930°C die Tiefe des Zonenübergangs etwa 1 µm, bei 970°C die Tiefe des Zonenüber
gangs etwa 10 µm und bei 1000°C die Tiefe des Zonenübergangs etwa 25 µm. Wie klar
ersichtlich ist, wird mit zunehmender Diffusionszeit das Profil des Platins von der Oberfläche des
Halbleiters weg zur Innenseite hin verschoben (J. Appl. Phys. Vol. 61, No. 3, 1055). Somit wird
selbst bei gleicher Temperatur mit zunehmender Diffusionszeit die Tiefe des Zonenübergangs
größer.
Während der Bildung der Vorderelektrode 26 und der Rückelektrode 27 wird, um den Kontakt
widerstand der Elektroden zu stabilisieren, eine Wärmebehandlung ausgeführt, beispielsweise für
eine Stunde bei 500°C. Es ändert sich jedoch auch die Tiefe des pn-Übergangs 29 mit dieser
Wärmebehandlung.
In Fig. 5 sind Änderungen der Verteilung der Ladungsträgerkonzentration bei Wärmediffusion von
Platin in ein Halbleiterbauelement bei 930°C vor und nach der Wärmebehandlung (bei 500°C für
eine Stunde) klar gezeigt. Die Tiefe des Zonenübergangs vor der Wärmebehandlung beträgt 1 µm,
aber nach der Wärmebehandlung beträgt die Tiefe des Zonenübergangs 2 µm. In dieser Weise ist
die Tiefe des Zonenübergangs der n-leitenden Halbleiterschicht 22 und der p-leitenden Umkehr
zone 23 durch die Platinwärmediffusionsbedingungen und die Bedingungen der anschließenden
Wärmebehandlung steuerbar.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 6 bis 9 werden die Schritte des erfindungsgemäßen Herstellungs
verfahrens beschrieben. Zuerst wird die Halbleiterschicht durch Epitaxie auf dem Halbleitersub
strat aufgewachsen. Ein Wärmeoxidfilm 20 mit einer Dicke von 900 nm (beispielsweise) wird
dann auf der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 gebildet. Durch Ätzen mit einer Fotolithografie
technik wird der Oxidfilm beispielsweise in Form von Ringen aus den Abschnitten entsprechend
den Bereichen zur Bildung des Rands 28 für die aktive Zone und der Schutzringzone 24 entfernt.
Danach werden unter Verwendung des verbleibenden Teils des Oxidfilms 20 als Maske Borionen
(B) mit Ioneninjektion in die Halbleiterschicht 22 eingebracht. Die Dosismenge beträgt 1 × 1014
cm-2, und die Beschleunigungsspannung beträgt 50 kV. Danach wird eine Wärmebehandlung für
sieben Stunden bei 1200°C ausgeführt, wodurch der Rand 28 der aktiven Zone und die
Schutzringzone 24 gebildet werden. Der gleichzeitig gebildete Oxidfilm 25 (mit einer Dicke von
beispielsweise 400 nm) bedeckt die gesamte Oberfläche des Wafers. Die Situation bis zu diesem
Punkt ist in Fig. 7 gezeigt.
Als nächstes wird unter Verwendung von Fotolithografietechniken und Ätzen der Oxidfilm 25 von
dem zur Bildung der aktiven Zone ausgewählten Bereich entfernt. In diesem Zustand wird die
Rückseite des Halbleitersubstrats 21 oder die Halbleiteroberfläche des die aktive Zone bildenden
Bereichs mit einer 1 Gew.-% Platin enthaltenden Paste überzogen. Dann wird für drei Stunden
bei 920°C eine Wärmebehandlung ausgeführt. Dadurch wird der Bereich nahe der Oberfläche der
aktiven Zone der Halbleiterschicht 22 p-leitend, und die Umkehrzone 23 wird gebildet.
Als nächstes wird AlSi mit etwa 3 µm Dicke (beispielsweise) durch Aufstäuben bzw. Sputtern
auf der Waferoberfläche aufgebracht. Durch eine Fotolithografietechnik und Ätzen wird die AlSi-
Schicht zu einer vorbestimmten und gewünschten Form gemustert. Danach wird eine Wärmebe
handlung für eine Stunde bei 500°C in einer N2-Atmosphäre ausgeführt. Diese Schritte bilden
eine Vorderelektrode 26 mit niedrigem Widerstand, die sich in Kontakt mit der Umkehrzone 23
und dem Zonenrand 28 befindet. Alternativ kann die Vorderelektrode 26 auch durch Vakuumnie
derschlagung von reinem Al gebildet werden.
Schließlich werden Ti, Ni und Au durch Vakuumniederschlagung auf der Rückseite des Halbleiter
substrats 21 in Schichten aufgebracht und bilden die Rückelektrode 27. Bei dem vorliegenden
Beispiel beträgt die Dicke des Ti 0,7 µm, die Dicke des Ni beträgt 0,3 µm, und die Dicke des Au
beträgt 0,1 µm.
Als nächstes werden die Meßergebnisse der Sperrverzögerungscharakteristik des Halbleiterbau
elements der vorliegenden Erfindung (Fig. 1) und des Halbleiterbauelements gemäß dem Stand
der Technik (in Fig. 21 gezeigt) beschrieben.
In Fig. 10 zeigt ein Wellenformdiagramm den Sperrverzögerungsstrom des Halbleiterbauelements
der vorliegenden Erfindung.
In Fig. 11 zeigt ein Wellenformdiagramm den Sperrverzögerungsstrom des Halbleiterbauelements
gemäß dem Stand der Technik.
Wie ersichtlich ist, beträgt bei dem Halbleiterbauelement der vorliegenden Erfindung der Spitzen
wert für den Sperrverzögerungsstrom etwa 2,3 A. Im Gegensatz dazu beträgt der Spitzenwert für
den Sperrverzögerungsstrom des Halbleiterbauelements gemäß dem Stand der Technik etwa 4,6 A.
Somit ist der Spitzenwert für den Sperrverzögerungsstrom der vorliegenden Erfindung etwa 50%
desjenigen des Stands der Technik, und es ist ersichtlich, daß eine starke, vorteilhafte
Reduzierung des Sperrverzögerungsstroms vorhanden ist. Als weiterer Vorteil ist die Abnahme
des Sperrverzögerungsstroms nach der Spitze im Vergleich zur Wellenform des Stands der
Technik stark abgeflacht.
In Fig. 12 sind die Ergebnisse für eine Durchlaßspannung VF und einen Sperrverzögerungsstrom
spitzenwert IRP gezeigt. Beim Stand der Technik stellen die aus den Pt-Diffusionsbedingungsein
stellungen resultierenden "Kompromißverhältnisse" alle harte Verzögerungen dar. Um diese
Verzögerungen weicher zu machen, wird die VF erhöht, oder in anderen Worten führt dieses
"Kompromißverhältnis" zu einer Verschiebung im Graphen nach rechts. Somit zeigen die
Ergebnisse bei der ersten Ausführungsform der Erfindung im Vergleich zu den aus den Pt-
Diffusionsbedingungseinstellungen gemäß dem Stand der Technik resultierenden "Kompromiß
verhältnissen", daß eine wesentliche Verbesserung der "Kompromißverhältnisse" erzielt wird.
Erfindungsgemäß wird durch Wärmediffusion von Platin in der n-leitenden Halbleiterschicht 22
der Bereich nahe der Oberfläche der Halbleiterschicht 22 von einem n-leitenden zu einem p-
leitenden Zustand gebracht bzw. umgekehrt. Da durch die p-leitende Umkehrzone 23 und die n-
leitende Halbleiterschicht 22 ein flacher pn-Übergang gebildet wird, braucht die Platinkonzentra
tion nicht höher als erforderlich sein, und der pn-Übergang wird an einer Position gebildet, wo die
Effekte des Platins wahrnehmbar sind. Als Folge dieses Designs und Herstellungsverfahrens wird
in einfacher Weise ein Halbleiterbauelement zum Aufbau einer Diode geschaffen, das schnell ist
und des weiteren ausreichend weiche Verzögerungseigenschaften aufweist.
Außerdem wird, da die aktive Zone in einem flachen Bereich gebildet wird, das Kompromißver
hältnis zwischen der Durchlaßspannung und dem Sperrverzögerungsstrom der Diode verbessert.
Daher wird, da der pn-Übergang nicht durch Bildung einer p-leitenden Halbleiterzone mittels
Injektion eines p-leitenden Dotierstoffs in eine n-leitende Halbleiterschicht 22 gebildet zu werden
braucht (wie beim Stand der Technik), der Herstellungsprozeß vereinfacht.
Bei der oben beschriebenen ersten Ausführungsform werden die Elektrode 26 und die Elektrode
27 nach der Wärmediffusion von Platin gebildet, aber die vorliegende Erfindung ist nicht auf
dieses spezielle Design beschränkt. Beispielsweise kann nach der Wärmediffusion von Platin und
vor der Bildung der Elektroden 26, 27 die Rückseite des Halbleitersubstrats 21 so poliert werden,
daß das Halbleiterbauelement eine Gesamtdicke von etwa 300 µm aufweist. Dadurch werden die
Wärmeabstrahleigenschaften in günstiger Weise verbessert.
Wie oben beschrieben, setzt sich die aktive Zone aus der Umkehrzone 23 und dem Zonenrand 28
zusammen, aber die vorliegende Erfindung ist nicht auf dieses spezielle Design beschränkt.
Wenn keine hohe Spannungsfestigkeit erforderlich ist, kann gemäß Fig. 13 die aktive Zone aus
lediglich der Umkehrzone 23 ohne den Zonenrand 28 aufgebaut sein. Bei diesem Design ist die
Schutzringzone 24 als Doppelring vorgesehen.
Zweite Ausführungsform
Anhand von Fig. 14 wird die Struktur einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Halbleiterbauelements gezeigt. Das Halbleiterbauelement weist ein mit As (Arsen) dotiertes n-
leitendes Halbleitersubstrat 41 und eine mit P (Phosphor) dotierte n-leitende Halbleiterschicht 42
auf. Des weiteren sind eine p-leitende Umkehrzone 43, eine p-leitende Schutzringzone 44, ein
Oxidfilm 45, eine Vorderelektrode 46 und eine Rückelektrode 47 vorhanden.
Die Dicke des Halbleitersubstrats 41 beträgt beispielsweise 500 µm, und seine Dotierstoffkon
zentration beträgt 2 × 1019 cm-3. Die Dicke der Halbleiterschicht beträgt ebenfalls beispielsweise
60 µm, und ihre Dotierstoffkonzentration beträgt 2 × 1014 cm-3.
Ein Teil der Oberfläche der Halbleiterschicht 42 ist mit dem Oxidfilm 45 bedeckt. Die Umkehrzone
43 liegt flach in einem Bereich an der Oberfläche der Halbleiterschicht 42, der nicht vom Oxidfilm
45 bedeckt ist. Die Tiefe xj (xj: einige µm) des Zonenübergangs der Umkehrzone 43 (die Tiefe
eines pn-Übergangs 49) beträgt einige µm.
Die Schutzringzone 44 ist in einem Bereich auf der Oberfläche der Halbleiterschicht 42 gebildet,
der die Umkehrzone 43 umgibt. Die Schutzringzone 44 ist bei der vorliegenden Ausführungsform
in Form eines Doppelrings gebildet, ist jedoch nicht auf dieses Design beschränkt. Die Tiefe xj
des Zonenübergangs der Schutzringzone 44 ist gleich wie bei der Umkehrzone 43. Die Schutz
ringzone 44 kann auch ein einzelner Ring oder aber auch drei oder mehrere Ringe sein. Die
Vorderelektrode 46 ist so gebildet, daß sie in Kontakt mit der Oberfläche der Umkehrzone 43
steht. Die Rückelektrode 47 ist in Kontakt mit der Rückseite des Halbleitersubstrats 41 gebildet.
Die Umkehrzone 43 und die Schutzringzone 44 sind durch die hohe Konzentration an Platin
gebildet, das nahe dem Oberflächenbereich der Halbleiterschicht 42 "angehäuft" ist und eine
Umkehrung der n-leitenden Halbleiterschicht 42 in eine p-leitende bewirkt. Daher wird wie bei der
ersten Ausführungsform die Tiefe des Zonenübergangs für die Umkehrzone 43 und die Schutz
ringzone 44 durch Steuern der Wärmediffusionsbedingungen und der Bedingungen der nachfol
genden Wärmebehandlung gesteuert.
Gemäß Darstellung in den Fig. 15 bis 17 umfaßt wie bei der ersten Ausführungsform das
Herstellungsverfahren der zweiten Ausführungsform einen ersten Schritt des Bildens der
Halbleiterschicht 42 und des Wärmeoxidfilms 45 mit einer Dicke von 900 nm (beispielsweise)
nacheinander auf dem Halbleitersubstrat 41. Durch Fotolithografietechniken und Ätzen wird dann
ein Teil des Oxidfilms 45 entfernt, und die Halbleiteroberfläche in dem Bereich, der dann die
Umkehrzone 43 und die Schutzringzone 44 bilden wird, liegt frei.
Als nächstes wird eine 1 Gew.-% Platin enthaltende Paste auf die Rückseite des Halbleitersub
strats 41 oder auf die durch das Entfernen des Oxidfilms 45 freigelegte Halbleiterfläche aufgetra
gen. Als nächstes wird eine Wärmebehandlung für drei Stunden bei 920°C durchgeführt. Durch
diese Wärmebehandlung wird der Bereich nahe der freiliegenden Oberfläche der Halbleiterschicht
42 p-leitend, wodurch die Umkehrzone 43 und die Schutzringzone 44 gebildet werden.
Eine Vorderelektrode 46 mit geringem Widerstand wird dann in Kontakt mit der Umkehrzone 43
gebildet. Schließlich wird eine Rückelektrode 47 auf der Rückseite des Halbleitersubstrats 41
gebildet.
Bei der zweiten Ausführungsform wird wie bei der ersten in einfacher Weise ein Halbleiterbau
element zur Bildung einer Diode geschaffen, die schnell ist und eine ausreichend weiche Verzöge
rungscharakteristik aufweist. Dieser Prozeß schafft des weiteren einen vorteilhaften und
vereinfachten Herstellungsprozeß, da die Injektion von p-leitenden Dotierstoffen nicht erforderlich
ist.
Als weiterer Vorteil wird, da die Schutzringzone durch die Wärmediffusion von Platin zur gleichen
Zeit wie die Umkehrzone 43 gebildet wird, im Vergleich zur ersten Ausführungsform der
Herstellungsprozeß weiter vereinfacht.
Die zweite Ausführungsform weist einen einfachen Aufbau aut, bei dem eine einzelne Umkehr
zone 43 die aktive Zone bildet. Es ist jedoch klar, daß die zweite Ausführungsform nicht auf
diesen Aufbau beschränkt ist.
Gemäß Darstellung in Fig. 18 wird beispielsweise die p-leitende Umkehrzone 43 in einem Teil der
aktiven Zone geschaffen, und der Rest der aktiven Zone bleibt n-leitend. Bei dieser Ausführungs
form ist die aktive Zone aus einer Umkehrzone 43 gebildet, die ein feines Muster aufweist wie
beispielsweise eine Ringform, eine Streifenform oder eine Punktform. In dieser Situation verbleibt
während der Wärmediffusion des Platins ein Oxidfilm, der ein zu dem oben beschriebenen feinen
Muster komplementäres Muster aufweist, in dem die aktive Zone bildenden Bereich. Dieser Auf
bau kann auch bei dem Halbleiterbauelement der ersten Ausführungsform verwendet werden.
Bei der zweiten Ausführungsform wird das Waferelement durch die Epitaxie der Halbleiterschicht
22 auf dem Halbleitersubstrat 21 gebildet. Das Design ist nicht auf diese Anordnung beschränkt.
Gemäß Darstellung in Fig. 19 ist eine neue Anordnung möglich. Da er billiger ist als Wafer mit
dem oben beschriebenen Epitaxiewachstum, wird ein FZ-Wafer mit einer Dotierstoffkonzentration
von 2 × 1014 cm-3 und einer Dicke von etwa 500 µm (beispielsweise) als Halbleitersubstrat 141
verwendet. Bei diesem Beispiel wird ein Oxidfilm 45 mit einer Dicke von 800 nm (beispielsweise)
auf der Oberfläche des FZ-Wafers gebildet. Nach dem Öffnen bzw. Entfernen eines Teils des
Oxidfilms 45 wird an der Rückseite des Halbleitersubstrats 141 mechanisch poliert, so daß die
Dicke beispielsweise zu 60 µm wird. Danach wird Platin von der Rückseite des Halbleitersub
strats 141 aus wärmediffundiert, wodurch die Umkehrzone 43 und die Schutzringzone 44
gebildet werden.
Falls erforderlich, wird, damit die Rückseite des Halbleitersubstrats 141 und die Rückelektrode 47
mit geringem Widerstand in Kontakt zueinander stehen, ein n-leitender Dotierstoff wie beispiels
weise As von der Rückseite des Halbleitersubstrats 141 aus mit einer Oberflächenkonzentration
von etwa 1 × 1018 cm-3 injiziert. Nach dieser Behandlung werden die Vorderelektrode 46 und die
Rückelektrode 47 gebildet. Der resultierende Aufbau kann alternativ auch für das Halbleiterbau
element der ersten Ausführungsform verwendet werden.
Dritte Ausführungsform
Fig. 20 zeigt ein Schaltbild eines Beispiels einer Leistungsfaktorverbesserungsschaltung (PFC),
welche das Halbleiterelement der vorliegenden Erfindung als Diode 61 verwendet. Die Diode 61
kann entweder gemäß der ersten oder gemäß der zweiten oben beschriebenen Ausführungsform
aufgebaut sein. Die PFC enthält des weiteren eine Diodenbrücke 62, eine Wechselstromquelle
64, eine Induktivität 65, einen Kondensator 66 und einen MOS-Transistor 63 als Schaltelement.
Bei dieser PFC-Ausführungsform wird, wenn der Transistor 63 ausgehend vom Durchlaßzustand
ausgeschaltet wird (aufgrund der Freisetzung der in der Induktivität 65 gespeicherten Energie),
die Diode 61 leitend. Die nun leitende Elektrode 61 wird in Sperrichtung vorgespannt, wenn der
Transistor 63 vom Sperrzustand ausgehend eingeschaltet wird. Wenn dies der Fall ist, ist die
Diode 61 leitend, bis die in der Diode 61 gespeicherte Ladung verschwunden ist. Während dieser
Sperrverzögerungszeit fließt zusätzlich zu dem zur negativen Seite fließenden Strom ein Sperrver
zögerungsstrom zur Diode 61. Als Folge ist, obwohl ein großer Stromfluß in der anfänglichen
Durchlaßperiode des Transistors 63 vorhanden ist, der während der anfänglichen Einschaltperiode
des Transistors 63 fließende Strom, da der Sperrverzögerungsstrom der Diode 61 im Vergleich
zum Stand der Technik stark reduziert ist, kleiner als beim Stand der Technik. Dies schafft einen
wichtigen Vorteil.
Des weiteren werden aufgrund von zeitlichen Änderungen bei abnehmendem Sperrverzögerungs
strom und aufgrund der schwimmenden Induktivität der Schaltung Störspannungen erzeugt.
Diese unerwünschten Störspannungen überlagern sich der Speisespannung und werden an den
Transistor 63 und die Diode 61 angelegt. Wie oben beschrieben, sind, da die Abnahmerate nach
der Spitze des Sperrverzögerungsstroms stark reduziert wird (im Vergleich zum Stand der
Technik), die erzeugten Störspannungen ebenfalls sehr klein. Daher werden bei der dritten
Ausführungsform der Durchbruch des die Leistungsfaktorverbesserungsschaltung (PFC) bildenden
Halbleiterelements sowie Fehler in der Schaltung vermieden.
Bei der oben beschriebenen Erfindung sind viele Änderungen möglich, die in den Schutzbereich
dieser Erfindung fallen. Beispielsweise kann, da Platin in einem p-leitenden Siliciumhalbleiter als
Donator fungiert, der erste Leitungstyp ein P-Typ und der zweite Leitungstyp ein Minustyp sein.
In diesem Fall wird eine n-leitende Umkehrzone nahe der Oberfläche einer p-leitenden Halbleiter
schicht gebildet.
Außerdem wird, wie bei den obigen Ausführungsformen ausgeführt, die Wärmediffusion von
Platin von der Oberfläche aus als Verfahren zum Dotieren von Platin mit höherer Konzentration in
der Nähe der Oberfläche einer Halbleiterzone als in dessen Innerem verwendet. Die vorliegende
Erfindung ist jedoch nicht auf eine inhomogene Konzentration beschränkt. Es kann beispielsweise
auch ein Verfahren der Ioneninjektion von Platin oder einer Dotierbehandlung während der Bildung
des Siliciumkristalls verwendet werden.
Bei der vorliegenden Erfindung ist, da der pn-Übergang durch eine durch Wärmediffusion von
Platin geschaffene Umkehrzone eines zweiten Leitfähigkeitstyps und eine Halbleiterzone eines
ersten Leitfähigkeitstyps gebildet wird, dieser pn-Übergang viel flacher als beim Stand der
Technik. Die Position des pn-Übergangs fällt mit der Position zusammen, an der das Platin im
allgemeinen wirksam ist. Daher wird in einfacher Weise mit relativ niedrigen Kosten ein Halblei
terbauelement für die Bildung einer Diode geschaffen, die schnell ist und ausreichend weiche
Verzögerungscharakteristika aufweist.
Zusammengefaßt ist festzuhalten, daß die Erfindung ein Halbleiterbauelement und ein Verfahren
zu dessen Herstellung betrifft, wobei eine n-leitende Halbleiterschicht mit geringer Dotierstoff
konzentration durch Epitaxie auf einem n-leitenden Halbleitersubstrat aufgewachsen wird. Ein
Oxidfilm mit gewünschtem Muster wird auf der Oberfläche der Halbleiterschicht gebildet. Unter
Verwendung des Oxidfilms als Maske werden ein Rand der aktiven Zone und eine Schutzringzone
durch Ioneninjektion gebildet. Nach der Bildung wird derjenige Teil, der die aktive Zone bilden
soll, freigelegt, und eine Platin enthaltende Paste wird auf die Rückseite des Halbleitersubstrats
aufgetragen. Das Platin wird in das Substrat wärmediffundiert. Durch diesen Prozeß wird ein
Bereich nahe der Oberfläche der aktiven Zone der Halbleiterschicht p-leitend gemacht, und es
wird eine flache Umkehrzone gebildet, wodurch eine schnelle Diode mit ausreichend weichen
Verzögerungscharakteristika hergestellt wird.
Während bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezug auf die begleitenden
Zeichnungen beschrieben wurden, ist klar, daß die Erfindung nicht auf diese genauen Ausfüh
rungsformen beschränkt ist und daß verschiedene Änderungen und Modifikationen von Fachleu
ten vorgenommen werden können, die in den Bereich der Erfindung fallen.