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Die Anmeldung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von flüssigen Wasch- oder Reinigungsmitteln. Insbesondere betrifft die Anmeldung ein mehrstufiges Herstellverfahren, in dessen Verlauf Tensidsäuren in eine silikatische Zubereitung eingearbeitet werden.
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Nach Herbert Sinner beruht die Waschleistung von Textilwaschmitteln auf einem Zusammenwirken von Mechanik, Temperatur, Zeit und der Menge und Natur der eingesetzten waschaktiven Wirkstoffe. Während Hersteller von Textilwaschmitteln zu den drei erstgenannten Faktoren lediglich Empfehlungen abgeben können, unterliegt die Zusammensetzung der Textilwaschmittel ihrer direkten Kontrolle und damit einer steten Verbesserung und Optimierung.
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Idealerweise eignet sich ein Textilwaschmittel in gleicher Weise zur Beseitigung unterschiedlichster Verschmutzungen und Flecken. Ein entsprechend wirksames Textilwaschmittel beruht dann beispielsweise auf einer komplexen Kombination unterschiedlichster Aktivstoffe wie Tenside, Enzymen und Polymeren. Die Komplexität derartiger Textilwaschmittel geht mit erhöhten Herstellungskosten einher und ist deshalb nicht in gleicher Weise für alle Verbrauchergruppen erschwinglich. Weiterhin kann sich eine zunehmende rezepturelle Komplexität auch in nachteiliger Weise auf den ökologischen Fußabdruck eines Waschmittels auswirken, weshalb entsprechende Waschmittel durch einzelne Verbrauchergruppen unabhängig von ihren Kosten zurückgewiesen werden.
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Die Verbesserung der Wirkung von Textilwaschmitteln bei gleichzeitiger Komplexitätsreduktion ist auch deshalb ein anspruchsvolles Tätigkeitsgebiet für den Entwickler, weil die durch den Verbraucher eingeforderte Wirkung nicht nur die Waschleistung an sich betrifft, sondern auch das durch den Verbraucher wahrnehmbare Erscheinungsbild des Waschmittels, dessen Geruch, Farbe und Stabilität bei Lagerung.
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Es hat sich gezeigt, dass dieses umfassende Aufgabespektrum nicht allein durch rezepturelle Entwicklungen lösbar ist, sondern einer Kombination rezeptureller und verfahrenstechnischer Aspekte bedarf.
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Die Aufgabe der vorliegenden Anmeldung war es, ein effizientes Verfahren zur Herstellung von Wasch- oder Reinigungsmitteln bereitzustellen, dessen Verfahrensprodukte sich durch eine ansprechende Optik und eine gute Waschleistung auszeichnen. Die flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittel sollten zudem auch bei längerer Lagerung stabil sein.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Verfahren zur Herstellung eines flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels, enthaltend
- a) 4 bis 15 Gew.-% Tensid;
- b) 0,2 bis 4 Gew.-% Silikat;
- c) 0,2 bis 4 Gew.-% organisches Lösungsmittel;
- d) 70 bis 95 Gew.-% Wasser;
umfassend die Schritte
- i) Bereitstellen einer ersten wässrigen Zubereitung mit einem pH-Wert oberhalb pH=10, enthaltend Silikat;
- ii) Einbringen von Aniontensidsäure in die erste wässrige Zubereitung und Neutralisation der Aniontensidsäure unter Ausbildung einer Aniontensid-haltigen wässrigen Zubereitung;
- iii) Einbringen von Säure in die Aniontensid-haltige wässrige Zubereitung unter Ausbildung eines flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels mit einem pH-Wert im Bereich von pH 7,5 bis 9.
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Die erfindungsgemäß hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel sind bei 20°C (1013 mbar) flüssig.
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Ein erster wesentlicher Bestandteil der Wasch- oder Reinigungsmittel ist Tensid. Der Gewichtsanteil des Tensids am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt vorzugsweise 5 bis 12 Gew.-%, besonders bevorzugt 6 bis 10 Gew.-%.
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Das Tensid ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe der anionischen Tenside und nichtionischen Tenside.
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Das anionische Tensid ist bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe umfassend C9-C13-Alkylbenzolsulfonaten, Olefinsulfonaten, C12-C18-Alkansulfonaten, Estersulfonaten, Alk(en)ylsulfaten, Fettalkohohlethersulfaten und Mischungen daraus. Zusammensetzungen, die als anionisches Tensid C9-C13-Alkylbenzolsulfonate und Fettalkoholethersulfate umfassen, weisen besonders gute, dispergierende Eigenschaften auf. Als Tenside vom Sulfonat-Typ kommen dabei vorzugsweise C9-C13-Alkylbenzolsulfonate, Olefinsulfonate, das heißt Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten sowie Disulfonaten, wie man sie beispielsweise aus C12-C18-Monoolefinen mit end- oder innenständiger Doppelbindung durch Sulfonieren mit gasförmigem Schwefeltrioxid und anschließende alkalische oder saure Hydrolyse der Sulfonierungsprodukte erhält, in Betracht. Geeignet sind auch C12-C18-Alkansulfonate und die Ester von α-Sulfofettsäuren (Estersulfonate), zum Beispiel die α-sulfonierten Methylester der hydrierten Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren.
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Es ist ganz besonders bevorzugt, wenn in der Zusammensetzung mindestens ein anionisches Tensid der Formel (I) enthalten ist,
in der
R' und R'' unabhängig H oder Alkyl sind und zusammen 9 bis 19, vorzugsweise 9 bis 15 und insbesondere 9 bis 13 C-Atome enthalten, und Y
+ ein einwertiges Kation oder den n-ten Teil eines n-wertigen Kations (insbesondere Monoethanolamin) bedeuten.
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Zur Gruppe der Alkelyethersulfate zählen die Fettalkoholethersulfate, beispielsweise die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten geradkettigen oder verzweigten C7-C21-Alkohole, wie 2-Methyl-verzweigte C9-11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C12-18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO. Bevorzugt sind Alkylethersulfate mit der Formel (II) R'-O-(AO)n-SO3 - X+ (II)
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In dieser Formel (II) steht R1 für einen linearen oder verzweigten, substituierten oder unsubstituierten Alkylrest, vorzugsweise für einen linearen, unsubstituierten Alkylrest, besonders bevorzugt für einen Fettalkoholrest. Bevorzugte Reste R1 der Formel (II) sind ausgewählt aus Decyl-, Undecyl-, Dodecyl-, Tridecyl-, Tetradecyl, Pentadecyl-, Hexadecyl-, Heptadecyl-, Octadecyl-, Nonadecyl-, Eicosylresten und deren Mischungen, wobei die Vertreter mit gerader Anzahl an C-Atomen bevorzugt sind. Besonders bevorzugte Reste R1 der Formel (II) sind abgeleitet von Fettalkoholen mit 12 bis 18 C-Atomen, beispielsweise von Kokosfettalkohol, Talgfettalkohol, Lauryl-, Myristyl-, Cetyl- oder Stearylalkohol oder von Oxoalkoholen mit 10 bis 20 C-Atomen.
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AO steht in Formel (II) für eine Ethylenoxid- (EO) oder Propylenoxid- (PO) Gruppierung, vorzugsweise für eine Ethylenoxidgruppierung. Der Index n der Formel (I) ist eine ganze Zahl von 1 bis 50, vorzugsweise von 1 bis 20 und insbesondere von 2 bis 10. Ganz besonders bevorzugt ist n 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder 8. X ist ein einwertiges Kation oder den n-ten Teil eines n-wertigen Kations, bevorzugt sind dabei die Alkalimetallionen und darunter Na+ oder K+, wobei Na+ äußerst bevorzugt ist. Weitere Kationen X+ können ausgewählt sein aus NH4 +, ½ Zn2+,½ Mg2+½ Ca2+,½ Mn2+, und deren Mischungen sowie primären, sekundäre Aminen, insbesondere Monoethanolamin.
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Besonders bevorzugte Zusammensetzungen enthalten ein Alkylethersulfat ausgewählt aus Fettalkoholethersulfaten der Formel (III)
mit k = 11 bis 19, n = 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder 8. Ganz besonders bevorzugte Vertreter sind Na Fettalkoholethersulfate mit 12 bis 18 C-Atomen und 2 EO (k = 11 bis 13, n = 2 in Formel III). Der angegebene Ethoxylierungsgrad stellt einen statistischen Mittelwert dar, der für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein kann. Die angegebenen Alkoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können. Bevorzugte Alkoxylate/Ethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow range ethoxylates, NRE).
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Bei der Auswahl des Tensids hat es sich für Waschleistung und die Stabilität des Wasch- oder Reinigungsmittels als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das Tensid ausgewählt ist aus der Gruppe der C8-18-Alkylbenzolsulfonate und Alkylethersulfate, vorzugsweise aus der Gruppe der Gemische von C8-18-Alkylbenzolsulfonat und Alkylethersulfat.
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Besonders bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten Tenside aus der Gruppe der C8-18-Alkylbenzolsulfonate und Alkylethersulfate, wobei das Gewichtsverhältnis von C8-18-Alkylbenzolsulfonat zu Alkylethersulfat 5:1 bis 1:1, vorzugsweise 4:1 bis 2:1 beträgt.
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Der Gewichtsanteil anionischen Tensids am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt vorzugsweise 4 bis 11 Gew.-%, besonders bevorzugt 5 bis 10 Gew.-%.
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Enthalten die Wasch- oder Reinigungsmittel nichtionisches Tensid, so ist deren Gewichtsanteil am Gesamtgewicht der Wasch- oder Reinigungsmittel vorzugsweise geringer als der Gewichtsanteil der anionischen Tenside. Der Gewichtsanteil nichtionischen Tensids am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt vorzugsweise 0,1 bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 bis 1 Gew-%.
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Ein zweiter wesentlicher Bestandteil der Wasch- oder Reinigungsmittel ist Silikat. Der Gewichtsanteil des Silikats am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt vorzugsweise 0,3 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,4 bis 2 Gew.-%.
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Als weiteren wesentlichen Bestandteil enthalten die Wasch- oder Reinigungsmittel organisches Lösungsmittel. Bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittel sind durch einen Gewichtsanteil des organischen Lösungsmittels am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels von 0,2 bis 3 Gew.-%, besonders bevorzugt von 0,4 bis 2 Gew.-% gekennzeichnet.
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Bevorzugte organische Lösungsmittel sind ausgewählt aus der Gruppe Ethanol, n-Propanol, i-Propanol, Butanolen, Glykol, Propandiol, Butandiol, Methylpropandiol, Glycerin, Diglykol, Propyldiglycol, Butyldiglykol, Hexylenglycol, Ethylenglykolmethylether, Ethylenglykolethylether, Ethylenglykolpropylether, Ethylenglykolmono-n-butylether, Diethylenglykolmethylether, Diethylenglykolethylether, Propylenglykolmethylether, Propylenglykolethylether, Propylenglykolpropylether, Dipropylenglykolmonomethylether, Dipropy-lenglykolmonoethylether, Methoxytriglykol, Ethoxytriglykol, Butoxytriglykol, 1-Butoxyethoxy-2-propanol, 3-Methyl-3-methoxybutanol, Propylen-glykol-t-butylether, Di-n-octylether sowie deren Mischungen.
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Für die Stabilität der Wasch- oder Reinigungsmittel hat sich der Einsatz von organischem Lösungsmittel ausgewählt aus der Gruppe der mehrwertigen Alkohole als vorteilhaft erwiesen. Mit besonderem Vorzug ist das organische Lösungsmittel ausgewählt aus der Gruppe der C3- bis C10-Alkandiole und C3- bis C10-Alkantriole. Ganz besonders bevorzugt ist es, wenn das organische Lösungsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe 1,2-Propandiol und Glycerin, vorzugsweise aus der Gruppe Glycerin. Das organische Lösungsmittel dient als Lösungsmittel und zur Viskositätskontrolle.
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Als vierten wesentlichen Bestandteil enthalten die Wasch- oder Reinigungsmittel Wasser. Dessen Gewichtsanteil am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt vorzugsweise 75 bis 92 Gew.-% und insbesondere 80 bis 92 Gew.-%.
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Bevorzugte Wasch- oder Reinigungsmittel enthalten zur Steigerung der Wasch- und Reinigungsleistung Komplexbildner. Der Gewichtsanteil des Komplexbildners am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt vorzugsweise 0,1 bis 2 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,2 bis 1,5 Gew.-%.
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Als Komplexbildner wird vorzugsweise ein Phosphonat aus der Gruppe der Hydroxyalkan- und/oder Aminoalkanphosphonate eingesetzt. Besonders bevorzugt ist der Einsatz eines Komplexbildners aus der Gruppe 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP), Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP) und Diethylentriaminpentamethylenphosphonat (DTPMP), insbesondere aus der Gruppe 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP).
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Die erfindungsgemäß hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel bestehen zum überwiegenden Teil aus den zuvor beschriebenen vier wesentlichen Bestandteilen. Vor dem Hintergrund, die Produktkomplexität und damit sowohl die Herstellkosten als vorzugsweise auch den ökologischen Fußabdruck der Wasch- oder Reinigungsmittel zu senken, ist es bevorzugt, dass der Gewichtsanteil der Bestandteile a) bis d) am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels mindestens 70 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 80 Gew.-%, besonders bevorzugt mindesten 90 Gew.-% und insbesondere mindestens 95 Gew.-% beträgt. Überraschenderweise hat sich herausgestellt, dass die zuvor beschriebenen Bestandteile sich mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens in verlässlicher Weise zu einem leistungsfähigen und stabilen Wasch- oder Reinigungsmittel verarbeiten lassen.
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Zur weiteren Steigerung der Wasch- oder Reinigungsleistung und der Verbraucherakzeptanz können mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens Additive in das Wasch- oder Reinigungsmittel eingearbeitet werden.
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In bevorzugten Verfahrensvarianten enthält das Wasch- oder Reinigungsmittel daher weiterhin Additive aus der Gruppe der Konservierungsmittel, Duftstoffe, Farbstoffe und Trübungsmittel. Der Gewichtsanteil dieser Additive am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels beträgt dabei vorzugsweise 0,01 bis 0,1 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 0,9 Gew.-% und insbesondere 0,1 bis 0,8 Gew.-%.
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Zur Färbung der Wasch- oder Reinigungsmittel haben sich Farbstoffe aus der Gruppe der polymeren Farbstoffe aufgrund ihrer Stabilität und Farbwirkung als besonders geeignet erwiesen. Geeignete Polymerfarbstoffe umfassen beispielsweise konjugierte Chromogene (Farbstoff-Polymer-Konjugate) und Polymere, in deren Grundgerüst Chromogene einpolymerisiert sind. Zur Gruppe dieser polymeren Farbstoffe zählen beispielsweise unter der Bezeichnung Liquitint® kommerziell erhältlichen Farbstoffe wie Liquitint® Blue MC oder Liquitint® Violet CT, mit CMC konjugiertes CI Reactive Blue 19 mit dem Produktnamen AZO-CM-Cellulose, alkoxylierte polymere Triphenylmethan-Farbstoffe oder alkoxylierte polymere Thiphenfarbstoffe.
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Das Wasch- oder Reinigungsmittel enthält als bevorzugten optionalen Bestandteil weiterhin ein Trübungsmittel aus der Gruppe der organischen Trübungsmittel, insbesondere aus der Gruppe der Styrol-Acrylat Copolymere.
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Der pH-Wert (unverdünnt, 20°C) der mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel liegt vorzugsweise im Bereich von 8 bis 8,6.
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Die Zusammensetzung einiger bevorzugt mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten Wasch- oder Reinigungsmittel kann den folgenden Tabellen entnommen werden (Angaben in Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung sofern nicht anders angegeben). Die Wasch- oder Reinigungsmittel weisen vorzugsweise einen pH-Wert (unverdünnt, 20°C) im Bereich von 8 bis 8,6 auf.
| | Formel 1 | Formel 2 | Formel 3 | Formel 4 |
| Tensid | 4 bis 15 | 5 bis 12 | 5 bis 12 | 6 bis 10 |
| Silikat | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,3 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Organisches Lösungsmittel | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Wasser | 70 bis 95 | 75 bis 92 | 75 bis 92 | 80 bis 92 |
| Misc | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
| | Formel 6 | Formel 7 | Formel 8 | Formel 9 |
| anionisches Tensid | 4 bis 15 | 5 bis 12 | 5 bis 12 | 6 bis 10 |
| nichtionisches Tensid | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 1 |
| Silikat | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,3 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Organisches Lösungsmittel | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Wasser | 70 bis 95 | 75 bis 92 | 75 bis 92 | 80 bis 92 |
| Misc | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
| | Formel 11 | Formel 12 | Formel 13 | Formel 14 |
| anionisches Tensid | 4 bis 15 | 5 bis 12 | 5 bis 12 | 6 bis 10 |
| nichtionisches Tensid | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 1 |
| Silikat | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,3 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Glycerin | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Wasser | 70 bis 95 | 75 bis 92 | 75 bis 92 | 80 bis 92 |
| Misc | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
| | Formel 16 | Formel 17 | Formel 18 | Formel 19 |
| anionisches Tensid | 4 bis 15 | 5 bis 12 | 5 bis 12 | 6 bis 10 |
| nichtionisches Tensid | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 2 | 0,1 bis 1 |
| Silikat | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,3 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Glycerin | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 4 | 0,2 bis 3 | 0,4 bis 2 |
| Wasser | 70 bis 95 | 75 bis 92 | 75 bis 92 | 80 bis 92 |
| Misc | ad 100 | ad 100 | ad 100 | ad 100 |
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Die in Schritt i) eingesetzte wässrige Zubereitung weist vorzugsweise eine Temperatur von 50 bis 85°C, besonders bevorzugt von 55 bis 75°C auf. Der pH-Wert (unverdünnt, 20°C) der Zubereitung beträgt vorzugsweise 10 bis 12, besonders bevorzugt 10 bis 11.
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In Schritt ii) des Verfahrens wird neben der Aniontensidsäure vorzugsweise weiterhin organisches Lösungsmittel eingebracht, wobei die Zugabe des organischen Lösungsmittels vorzugsweise vor der Zugabe der Aniontensidsäure erfolgt.
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Sofern das Wasch- oder Reinigungsmittel nichtionisches Tensid enthält, wird dieses vorzugsweise in Schritt ii) eingebracht. Ebenso wie bei dem organischen Lösungsmittel erfolgt der Eintrag mit besonderem Vorzug vor der Zugabe der Aniontensidsäure.
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Bei der in Schritt ii) eingesetzten Aniontensidsäure handelt es sich vorzugsweise um eine C8-18-Alkylbenzolsulfonsäure.
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Vorzugsweise nach Abschluss der Neutralisationsreaktion in Schritt ii) wird in Schritt iii) Säure in die Aniontensid-haltige wässrige Zubereitung unter Ausbildung eines flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels mit einem pH-Wert im Bereich von pH 7,5 bis 9 eingebracht. Als besonders vorteilhaft hat sich der Einsatz organischer Säuren, insbesondere komplexierender organischer Säuren erwiesen. Ganz besonders bevorzugt ist der Einsatz von organischen Säuren aus der Gruppe der Citronensäure und Milchsäure, insbesondere aus der Gruppe Citronensäure.
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Zur besseren Reaktionskontrolle wird die Säure in Schritt iii) vorzugsweise portionsweise eingebracht. Eine besonders stabile Reaktionsführung unter Vermeidung einer unerwünschten Ausfällung wasch- und reinigungsaktiver Wirkstoffe wird erreicht, wenn der pH-Wert der Zubereitung durch Zugabe der Säure in Schritt iii) mit einer Geschwindigkeit unterhalb 0,1 pH-Schritt pro Minute, vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit unterhalb 0,1 pH-Schritt pro 5 Minuten abgesenkt wird. Eine entsprechende Verfahrensführung ist bevorzugt.
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Die Aniontensid-haltige Zubereitung weist in Schritt iii) vorzugsweise eine Temperatur von 50 bis 85°C, besonders bevorzugt von 55 bis 75°C auf.
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Zusammenfassend werden durch diese Anmeldung u.a. die folgenden Gegenstände bereitgestellt:
- 1. Verfahren zur Herstellung eines flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels, enthaltend
- a) 4 bis 15 Gew.-% Tensid;
- b) 0,2 bis 4 Gew.-% Silikat;
- c) 0,2 bis 4 Gew.-% organisches Lösungsmittel;
- d) 70 bis 95 Gew.-% Wasser;
umfassend die Schritte
- i) Bereitstellen einer ersten wässrigen Zubereitung mit einem pH-Wert oberhalb pH=10, enthaltend Silikat;
- ii) Einbringen von Aniontensidsäure in die erste wässrige Zubereitung und Neutralisation der Aniontensidsäure unter Ausbildung einer Aniontensid-haltigen wässrigen Zubereitung;
- iii) Einbringen von Säure in die Aniontensid-haltige wässrige Zubereitung unter Ausbildung eines flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels mit einem pH-Wert im Bereich von pH 7,5 bis 9.
- 2. Verfahren nach Punkt 1, wobei der Gewichtsanteil des Tensids am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels 5 bis 12 Gew.-%, vorzugsweise 6 bis 10 Gew.-% beträgt.
- 3. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Tensid ausgewählt ist aus der Gruppe der anionischen Tenside und nichtionischen Tenside.
- 4. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Tensid ausgewählt ist aus der Gruppe der C8-18-Alkylbenzolsulfonate und Alkylethersulfate, vorzugsweise aus der Gruppe der Gemische von C8-18-Alkylbenzolsulfonat und Alkylethersulfat.
- 5. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Wasch- oder Reinigungsmittel Tenside aus der Gruppe der C8-18-Alkylbenzolsulfonate und Alkylethersulfate enthält und das Gewichtsverhältnis von C8-18-Alkylbenzolsulfonat zu Alkylethersulfat 5:1 bis 1:1, vorzugsweise 4:1 bis 2:1 beträgt.
- 6. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der Gewichtsanteil anionischen Tensids am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels 4 bis 11 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 10 Gew.-% beträgt.
- 7. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der Gewichtsanteil nichtionischen Tensids am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels 0,1 bis 2 Gew.-%, vorzugsweise 0,1 bis 1 Gew-% beträgt.
- 8. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der Gewichtsanteil des Silikats am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels 0,3 bis 3 Gew.-%, vorzugsweise 0,4 bis 2 Gew.-% beträgt.
- 9. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der Gewichtsanteil des organischen Lösungsmittels am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels 0,2 bis 3 Gew.-%, vorzugsweise 0,4 bis 2 Gew.-% beträgt.
- 10. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das organische Lösungsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe der mehrwertigen Alkohole.
- 11. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das organische Lösungsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe der C3- bis C10-Alkandiole und eine C3- bis C10-Alkantriole.
- 12. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das organische Lösungsmittel ausgewählt ist aus der Gruppe 1,2-Propandiol und Glycerin, vorzugsweise aus der Gruppe Glycerin.
- 13. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der Gewichtsanteil des Wassers am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels 75 bis 92 Gew.-%, vorzugsweise 80 bis 92 Gew.-% beträgt.
- 14. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Wasch- oder Reinigungsmittel weiterhin e) 0,1 bis 2 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 1,5 Gew.-% Komplexbildner enthält.
- 15. Verfahren nach Punkt 14, wobei der Komplexbildner ausgewählt ist aus der Gruppe der Phosphonate, vorzugsweise aus der Gruppe der Hydroxyalkan- und/oder Aminoalkanphosphonate.
- 16. Verfahren nach einem der Punkte 14 oder 15, wobei der Komplexbildner ausgewählt ist aus der Gruppe 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP), Ethylendiamintetramethylenphosphonat (EDTMP) und Diethylentriaminpentamethylenphosphonat (DTPMP), insbesondere aus der Gruppe 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonat (HEDP).
- 17. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der Gewichtsanteile der Bestandteile a) bis d) am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels mindestens 70 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 80 Gew.-%, besonders bevorzugt mindesten 90 Gew.-% und insbesondere mindestens 95 Gew.-% beträgt.
- 18. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Wasch- oder Reinigungsmittel weiterhin Additive aus der Gruppe der Konservierungsmittel, Duftstoffe, Farbstoffe und Trübungsmittel enthält.
- 19. Verfahren nach Punkt 18, wobei der Gewichtsanteil der Additive am Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittel 0,01 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise 0,05 bis 0,9 Gew.-% und insbesondere 0,1 bis 0,8 Gew.-% beträgt.
- 20. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Wasch- oder Reinigungsmittel einen Farbstoff aus der Gruppe der polymeren Farbstoffe enthält.
- 21. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Wasch- oder Reinigungsmittel ein Trübungsmittel aus der Gruppe der organischen Trübungsmittel, insbesondere aus der Gruppe der Styrol-Acrylat Copolymere enthält.
- 22. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei das Wasch- oder Reinigungsmittel einen pH-Wert (unverdünnt, 20°C) im Bereich von pH 8 bis 8,6 aufweist.
- 23. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei die erste wässrige Zusammensetzung in Schritt i) eine Temperatur von 50 bis 85°C, vorzugsweise von 55 bis 75°C aufweist.
- 24. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei die erste wässrige Zubereitung in Schritt i) einen pH-Wert (unverdünnt, 20°C) im Bereich von pH 10 bis 12, vorzugsweise im Bereich von pH 10 bis 11 aufweist.
- 25. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei in Schritt ii) organisches Lösungsmittel eingebracht wird.
- 26. Verfahren nach Punkt 25, wobei das organische Lösungsmittel in Schritt ii) vor der Aniontensidsäure eingebracht wird.
- 27. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei in Schritt ii) nichtionisches Tensid eingebracht wird.
- 28. Verfahren nach Punkt 27, wobei das nichtionische Tensid in Schritt ii) vor der Aniontensidsäure eingebracht wird.
- 29. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei die Aniontensidsäure in Schritt ii) ausgewählt ist aus der Gruppe der C8-18-Alkylbenzolsulfonsäuren.
- 30. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei die Säure in Schritt iii) ausgewählt ist aus der Gruppe der organischen Säuren, vorzugsweise aus der Gruppe der Citronensäure und Milchsäure, insbesondere aus der Gruppe Citronensäure.
- 31. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei die Säure in Schritt iii) portionsweise eingebracht wird.
- 32. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei der pH-Wert der Zubereitung durch Zugabe der Säure in Schritt iii) mit einer Geschwindigkeit unterhalb 0,1 pH-Schritt pro Minute, vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit unterhalb 0,1 pH-Schritt pro 5 Minuten abgesenkt wird.
- 33. Verfahren nach einem der vorherigen Punkte, wobei die Aniontensid-haltige Zubereitung in Schritt iii) eine Temperatur von 50 bis 85°C, vorzugsweise von 55 bis 75°C aufweist.