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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung zum Vertäuen eines Wasserfahrzeugs. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Wasserfahrzeug mit einer derartigen Befestigungsvorrichtung.
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Motorboote mit Elektroantrieb haben einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Antrieben mit Verbrennungsmotoren. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass ein Elektroantrieb leichter ist und ein höheres Drehmoment bei niedrigerer Propellerdrehzahl aufweisen kann. Gerade durch das hohe Drehmoment bei niedriger Propellerdrehzahl kann ein ruhiger und besonders leistungsfähiger Vortrieb auf dem Wasser erreicht werden, wodurch es ermöglicht wird das Motorboot in kurzer Zeit in eine Gleitfahrt übergehen zu lassen.
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Der Zustand der Gleitfahrt eines elektrisch angetriebenen Motorbootes oder auch allgemein bei Booten wird bei leichten Motorbooten früher erreicht. Daher ist die konsequente Umsetzung der Gewichtsoptimierung aller Bauteile von großer Bedeutung. Unterstützt wird dies durch ein reduziertes Design, das gleichzeitig ein elegantes und ausdrucksstarkes Erscheinungsbild erzeugt.
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Herkömmliche Klampen zum Vertäuen von Wasserfahrzeugen, die von der Oberfläche abstehen, sind seit langem bekannt. Diese sind meist aus Metall und ragen von der Oberfläche hervor. Dies stört jedoch das reduzierte Design des Wasserfahrzeugs und stellt zudem eine Verletzungsgefahr dar. Eine solche Klampe ist beispielsweise aus
US 7 131 387 B1 bekannt.
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Der vorliegenden Erfindung liegt demnach die Aufgabe zugrunde, eine leichte und mit dem reduzierten Design einhergehende Befestigungsvorrichtung zu schaffen.
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Zur Lösung der Aufgabe wird eine Befestigungsvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Wasserfahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 8 vorgeschlagen.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen der Befestigungsvorrichtung und des Wasserfahrzeugs sind Gegenstand der jeweils abhängigen Ansprüche.
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Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Befestigungsvorrichtung zum Vertäuen eines Wasserfahrzeugs vorgeschlagen. Das Wasserfahrzeug weist eine Bordwand mit einer Außenseite, einer Innenseite und zumindest eine Öffnung auf. Ferner umfasst das Wasserfahrzeug eine flexible Befestigungseinheit und eine Rückzugseinheit. Die Befestigungseinheit umfasst einen Befestigungsabschnitt zum Anbinden einer Festmacherleine und eine Rückhalteabschnitt. Die Rückzugseinheit ist mit der Befestigungseinheit verbunden. Ferner ist die Rückzugseinheit auf der Innenseite und der Befestigungsabschnitt bereichsweise auf der Außenseite positionierbar. Die Rückzugseinheit ist des Weiteren ausgebildet, den außenliegenden Bereich des Befestigungsabschnitts in Richtung der Innenseite zu ziehen.
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Dadurch, dass die Rückzugseinheit eine Rückzugskraft auf den außenliegenden Bereich des Befestigungsabschnitts ausübt, wird diese in einem Nichtbenutzungszustand in Richtung der Bordwand herangezogen. Ein Benutzungszustand ist beispielsweise ein Zustand, in dem eine Festmacherleine an dem Befestigungsabschnitt angebracht ist und das Wasserfahrzeug an einem Anliegerplatz festmacht. Alternativ kann beispielsweise in einem Benutzungszustand auch ein Fender mit dem Befestigungsabschnitt verbunden sein. Meist ist dabei in dem Benutzungszustand die Auszugskraft größer als die durch die Rückzugseinheit erzeugte Rückzugskraft, sodass in dem Benutzungszustand die Befestigungseinheit bis zum Anschlag der Rückhalteabschnitte mit beispielsweise der Bordwand herausgezogen werden. Der Anschlag der Rückhalteabschnitte mit der Bordwand verhindert einen weiteren Auszug der Befestigungseinheit. In einem Nichtbenutzungszustand wirkt jedoch keine nennenswerte Kraft auf den Befestigungsabschnitt, sodass diese durch die Rückzugskraft bevorzugt bis an die Bordwand gezogen wird. Entsprechend liegt der äußere Bereich des Befestigungsabschnitts an der Bordwand an. Hierdurch wird die Außenansicht auf das Wassersportfahrzeug nicht durch eine hervorstehende Klampe beeinträchtigt und das reduzierte Design wird somit durch die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung unterstützt.
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Eine flexible Befestigungseinheit ist beispielsweise ein Seil, das aus Dyneema mit oder ohne Mantel, oder ein Draht sein kann. Die flexible Befestigungseinheit, insbesondere die aus einem Seil bestehende flexible Befestigungseinheit, zeichnet sich gegenüber starren Klampen aus Metall besonders durch ihr geringes Gewicht aus. Außerdem kann sich die flexible Befestigungseinheit an die verschiedenen Rundungen der Außenseite des Wasserfahrzeugs anpassen. Dies ist besonders bei Wasserfahrzeugen von Vorteil, da diese in der Regel eine gerundete seitliche Oberfläche aufweisen.
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Die Rückzugseinheit kann beispielsweise eine Feder oder ein Spannseil sein. Die Rückzugseinheit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sich diese zusammenzieht, nachdem diese in die Länge gezogen wurde. Durch die Verbindung der Rückzugseinheit mit der Befestigungseinheit wird die erzeugte Rückzugskraft auf die Befestigungseinheit übertragen. Neben einer direkten Verbindung ist auch eine indirekte Verbindung möglich, sofern die Rückzugskraft auf die Befestigungseinheit übertragen wird.
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Bevorzugt wird die Rückzugseinheit derart eingebaut, dass diese sowohl in einem Nichtbenutzungszustand als auch in einem Benutzungszustand gespannt ist. Hierbei wird sichergestellt, dass der Befestigungsabschnitt auch in einem Nichtbenutzungszustand an der Bordwand anliegt. In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist eine Länge der Rückzugseinheit in einem eingebauten Nichtbenutzungszustand um mehr als 3% gelängt relativ zu der Länge der Rückzugseinheit in einem nicht eingebauten Zustand.
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Unter Wasserfahrzeug sind beispielsweise ein Motorboot oder ein Segelboot zu verstehen. Unter Bordwand ist die das Wasserfahrzeug umgebende Wand zu verstehen. Diese kann sich beispielsweise aus zwei seitlichen Wänden und einem die seitlichen Wände verbindenden Deck zusammensetzen.
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Die Befestigungsvorrichtung ist im Wesentlichen zum Festmachen von Wassersportfahrzeugen bestimmt. Es ist jedoch denkbar, dass eine derartige Befestigungsvorrichtung auch an einem Fahrzeug im Allgemeinen verwendet wird. Ein Fahrzeug im Allgemeinen ist beispielsweise ein Kraftfahrzeug oder ein Flugzeug, insbesondere ein Ultraleichtflugzeug oder ein Segelflugzeug.
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Vorteilhafterweise umfasst die Rückzugseinheit ein Spannseil. Das Spannseil zeichnet sich durch sein geringes Gewicht und seine flexiblen Eigenschaften aus.
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Vorteilhaft weist die Befestigungseinheit einen ersten Rückhalteabschnitte und einen zweiten Rückhalteabschnitt auf, wobei der erste Rückhalteabschnitt an einem ersten Endabschnitt des Befestigungsabschnitts und der zweite Rückhalteabschnitt an einem zweiten Endabschnitt des Befestigungsabschnitts jeweils angeordnet ist.
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Die beiden Rückhalteabschnitte verteilen die auf den Befestigungsabschnitt wirkende Last gleichmäßig auf. Dadurch kann insgesamt eine höhere Kraft über die Befestigungseinheit in die Bordwand eingeleitet werden, da die jeweiligen Rückhalteabschnitte jeweils nur einen Teil der wirkenden Kraft in die Bordwand übertragen.
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Vorteilhaft sind der Befestigungsabschnitt und der Rückhalteabschnitt einteilig ausgebildet. Dies kann beispielsweise dadurch umgesetzt werden, dass der Rückhalteabschnitt ein Knoten ist, wie beispielsweise ein Achterknoten oder ein Spleißauge, der dazu dient, ein Durchziehen der Befestigungseinheit durch die Öffnungen hindurch zu verhindern.
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In einer alternativen Ausgestaltung hierzu bildet die Befestigungseinheit einen geschlossenen Ring. Hierbei wird ebenfalls ein Durchziehen durch die Öffnungen verhindert.
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Vorteilhaft weist der Befestigungsabschnitt eine Greifhilfe auf. Die Greifhilfe ist beispielsweise ein kurzes Band, das mit zwei Fingern ergriffen werden kann. Dadurch kann der Befestigungsabschnitt angehoben und mit der Hand untergriffen werden, was eine besonders leichte Handhabung ermöglicht.
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Vorteilhaft weist der Rückhalteabschnitt einen Knoten oder eine Klemme auf. Der Knoten ist eine besonders leichte und einfache Ausgestaltung. Eine Klemme ist eine mögliche Alternative zu einem Knoten.
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Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Wasserfahrzeug mit einer Bordwand, die eine Außenseite, eine Innenseite und zumindest eine Öffnung aufweist. Das Wasserfahrzeug zeichnet sich durch die zuvor beschriebene Befestigungsvorrichtung aus.
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Vorteilhafterweise weist die Öffnung einen Öffnungsdurchmesser auf. Ferner erstreckt sich der Rückhalteabschnitt insbesondere in radialer Richtung über eine Länge, wobei die Länge größer ist als der Öffnungsdurchmesser. Dadurch kann der Rückhalteabschnitt nicht durch die Öffnung gezogen werden und die Befestigungseinheit ist fest mit der Bordwand verbunden.
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Vorteilhaft weist die Bordwand eine erste Öffnung und eine zweite Öffnung auf. Der Befestigungsabschnitt erstreckt sich durch die erste Öffnung und die zweite Öffnung. Zwischen der ersten Öffnung und der zweiten Öffnung ist ein außenliegender Bereich des Befestigungsabschnitts ausgebildet. Hierdurch verteilt sich in vorteilhafter Weise die Kraft auf die beiden Öffnungen.
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Nachfolgend werden eine Befestigungsvorrichtung und ein Wasserfahrzeug sowie weitere Merkmale und Vorteile anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, die in den Figuren schematisch dargestellt sind. Hierbei zeigen:
- 1 ein Wasserfahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung,
- 2 eine vergrößerte Ansicht des Ausschnitts A aus 1 umfassend die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung,
- 3 eine Innenansicht auf eine Bordwand des Wasserfahrzeugs von 1 mit einer Befestigungsvorrichtung in einer ersten Ausführungsform, und
- 4 eine Innenansicht auf eine Bordwand des Wasserfahrzeugs von 1 mit einer Befestigungsvorrichtung in einer zweiten Ausführungsform.
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1 zeigt ein Wasserfahrzeug 100 mit einer Befestigungsvorrichtung 10 zum Vertäuen des Wasserfahrzeugs 100.
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Das Wasserfahrzeug 100 weist eine Bordwand 112 auf, die eine Außenseite 114 und eine Innenseite 116 hat
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Die Bordwand 112 erstreckt sich im Bereich des Bugs, welcher dem vorderen Bereich des Wasserfahrzeugs 100 entspricht, auch in waagerechter Richtung.
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Insofern umschließt die Bordwand 112 einen Innenraum und kann somit zugleich als Deck genutzt werden.
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In der Bordwand 112 sind Öffnungen 118 vorgesehen, welche sich durchgehend von der Außenseite 114 zu der Innenseite 116 erstrecken. Diese Öffnungen 118 können beispielsweise Bohrungen sein. In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Öffnungen 118 rund ausgebildet und weisen einen Öffnungsdurchmesser D-118 auf.
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2 zeigt eine Ansicht von außen auf den Bereich A von 1, welche die Außenseite 114 der Bordwand 112 mit der Befestigungsvorrichtung 10 zeigt. 3 und 4 zeigen eine Ansicht von innen auf die Innenseite 116 der Bordwand 112 mit der Befestigungsvorrichtung 10 in zwei verschiedenen Ausführungsformen. Funktionsgleiche und/oder gleiche Merkmale der beiden Ausführungsformen sind mit denselben Bezugszeichen versehen.
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Die Befestigungsvorrichtung 10 umfasst eine Befestigungseinheit 20 und eine Rückzugseinheit 30.
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Die Befestigungseinheit 20 weist einen Befestigungsabschnitt 22 zum Befestigen einer Leine und einen Rückhalteabschnitt 24 auf. Der Befestigungsabschnitt 22 zum Befestigen einer Leine ist bereichsweise an der Außenseite 114 angeordnet. Hierzu ist der Befestigungsabschnitt 22 durch eine erste Öffnung 118a und eine zweite Öffnung 118b geführt, so dass sich ein erster Endabschnitt 23a und ein zweiter Endabschnitt 23b des Befestigungsabschnitts 22 auf der Innenseite 116 des Wasserfahrzeugs 100 befinden.
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Die Endabschnitte 23a und 23b sind mit einem Rückhalteabschnitt 24 verbunden. Der Rückhalteabschnitt 24 kann beispielsweise ein Spleißauge, ein Knoten oder eine Klemme sein. In den dargestellten Figuren ist der Rückhalteabschnitt 24 ein Spleißauge. Dieses zeichnet sich beispielsweise bei einer als Tau oder Seil ausgebildeten Befestigungseinheit 20 besonders aus, da es ein sehr geringes Gewicht hat und ein integraler Bestandteil der Befestigungseinheit 20 ist.
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Wie aus den 3 und 4 ersichtlich, ist der erste Endabschnitt 23a mit einem ersten Rückhalteabschnitt 24a und der zweite Endabschnitt 23b mit einem zweiten Rückhalteabschnitt 24b verbunden.
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Bei der ersten Ausführungsform gemäß 3 ist jedoch im Gegensatz zu der zweiten Ausführungsform gemäß 4 der erste Rückhalteabschnitt 24a mit dem zweiten Rückhalteabschnitt 24b verbunden, so dass die Befestigungseinheit 20 einen geschlossenen Ring bildet. Dies wird in 3 beispielsweise dadurch umgesetzt, dass die beiden Spleißaugen ineinandergreifen.
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Bei der zweiten Ausführungsform gemäß 4 ist es entscheidend, dass sich der Rückhalteabschnitt 24 in radialer Richtung über eine Länge L-24 erstreckt und die Länge L-24 größer ist als der Öffnungsdurchmesser D-18. Hierdurch wird der Befestigungsabschnitt 22 bei einer aufgebrachten Zugkraft nach außen gehalten, da der Rückhalteabschnitt 24 nicht durch die Öffnung 118 gezogen werden kann.
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Bei beiden Ausführungsformen wird die Kraft somit im Wesentlichen durch die Rückhaltevorrichtung 24 in die Bordwand 112 eingeleitet.
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Ferner ist die Befestigungseinheit 20 erfindungsgemäß mit einer Rückzugseinheit 30 verbunden. Die Rückzugseinheit 30 ist dazu ausgebildet, den außenliegenden Bereich des Befestigungsabschnitts 22 in Richtung der Innenseite 116 zu ziehen.
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Dazu ist die Rückzugseinheit 30 mit einem Ankerelement 32 verbunden. Das Ankerelement 32 ist an der Innenseite 116 fixiert, insbesondere verklebt oder verschraubt.
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Bei der Rückzugseinheit 30 handelt es sich beispielsweise um ein mit einem Expander vergleichbares Spannseil.
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In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Rückzugseinheit 30 durchgehend gespannt, so dass der Befestigungsabschnitt 22 durchgehend einer Zugkraft in Richtung des Innenraums des Wasserfahrzeugs 100 ausgesetzt ist.
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Die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung 10 zeichnet sich dadurch aus, dass sie besonders leicht ist und dass der außenliegende Befestigungsabschnitt 22 während der Fahrt an der Bordwand 112 anliegt, wodurch ein aufgeräumtes und schlank anmutendes Erscheinungsbild entsteht. Erst in einem vertäuten Zustand, auch Benutzungszustand genannt, in dem eine Festmacherleine an dem Befestigungsabschnitt 22 befestigt ist, kann der Befestigungsabschnitt 22 so weit herausgezogen werden, bis dieser von dem Rückhalteabschnitt 24, der an der Innenseite 116 der Bordwand 112 anliegt, gehalten wird.
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Bezugszeichen
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- 10
- Befestigungsvorrichtung
- 20
- Befestigungseinheit
- 22
- Befestigungsabschnitt
- 23a
- erster Endabschnitt
- 23b
- zweiter Endabschnitt
- 24
- Rückhalteabschnitt
- 24a
- erster Rückhalteabschnitt
- 24b
- zweiter Rückhalteabschnitt
- L-24
- Länge
- 30
- Rückzugseinheit
- 32
- Anker
- 100
- Wasserfahrzeug
- 112
- Bordwand
- 114
- Außenseite
- 116
- Innenseite
- 118
- Öffnung
- 118a
- erste Öffnung
- 118b
- zweite Öffnung
- D-118
- Öffnungsdurchmesser
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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