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Beschrieben werden ein Zusatzkissen für einen Kraftfahrzeugsitz eines Kraftfahrzeugs sowie ein entsprechend ausgestattetes Kraftfahrzeug.
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Zusatzkissen für einen Kraftfahrzeugsitz eines Kraftfahrzeugs sowie entsprechend ausgestattete Kraftfahrzeuge der eingangs genannten Art sind im Stand der Technik bekannt.
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An Sitzanlagen, insbesondere Fahrzeugsitzen für Kraftwagen sind oft zusätzliche Kissen angeordnet, welche insbesondere den Nacken- und Schulterbereich eines Sitzinsassens stützen sollen. Zur weiteren Erhöhung des Sitzkomforts können diese Kissen eine zusätzliche Massageeinrichtung umfassen. Zudem sind Kissen bekannt, welche zusätzlich beheizt werden können.
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Darüber hinaus sind Sitze für ein Kraftfahrzeug bekannt, welche eine Nackenstütze aufweisen, für die eine zusätzliche Massageeinrichtung vorgesehen ist. Ebenso kann an dieser Nackenstütze ein Heizelement angeordnet sein, durch welches gezielt Wärme in den Hals- und Nackenbereich eines Insassens eingebracht werden kann. Die Nackenstütze kann dabei aus einer in Fahrzeughochrichtung orientierten Gebrauchsstellung in eine in Fahrzeuglängsrichtung verlaufende Nichtgebrauchsstellung in einen Bereich zwischen einer Kopfstütze und der Oberseite der Rückenlehne umgeklappt werden.
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Aus der
DE 10 2010 055 596 A1 ist eine Sitzanlage bekannt, insbesondere ein Fahrzeugsitz, für einen Kraftwagen, mit einem zugehörigen Kissen für den Nacken- und Schulterbereich eines jeweiligen Sitzinsassen, welches über wenigstens eine Verbindungsleitung mit der Sitzanlage verbunden ist, wobei das Kissen von der Sitzanlage abnehmbar und die Verbindungsleitung im Bereich einer Kontaktstelle trennbar ausgebildet ist.
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Problematisch bei den bestehenden Lösungen ist, dass kein Zusatzkissen bekannt ist, das eine hochwertige Optik mit einer optimalen Ergonomie für die Insassen kombiniert.
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Somit stellt sich die Aufgabe, Zusatzkissen für einen Kraftfahrzeugsitz eines Kraftfahrzeugs sowie entsprechend ausgestattete Kraftfahrzeuge der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass das Zusatzkissen formschön und funktional optimiert ist.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein Zusatzkissen für einen Kraftfahrzeugsitz eines Kraftfahrzeugs gemäß Anspruch 1 sowie ein entsprechend ausgestattetes Kraftfahrzeug gemäß dem nebengeordneten Anspruch 10. Weiterführende Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Beschrieben wird ein Zusatzkissen für einen Kraftfahrzeugsitz, wobei das Zusatzkissen an dem Kraftfahrzeugsitz, insbesondere an einer Kopfstütze des Kraftfahrzeugsitzes festlegbar ist, wobei das Zusatzkissen ein Kopfkissen aufweist, das zur Abstützung eines Kopfes eines Insassen des Kraftfahrzeugs dient, wobei an dem Kopfkissen eine Nackenstütze zur Abstützung eines Nackens des Insassen angeordnet ist.
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Ein Zusatzkissen ist ein Kissen, das zusätzlich zu einer regulären Kopfstütze in einem Kraftfahrzeug vorgesehen ist und das die Kopfstütze teilweise abdeckt. Derartige Zusatzkissen kommen vor allem bei gehobenen Fahrzeugklassen zum Einsatz, um den Komfort der Insassen entsprechender Fahrzeuge zu steigern.
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Entsprechende Zusatzkissen lassen sich auf vielerlei Weise individualisieren, zum Beispiel durch Farbe, Stickereien, Materialwahl, Größe und Dicke.
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Das Zusatzkissen ist aus mehreren Komponenten aufgebaut. Zu diesen Komponenten zählen eine ein- oder mehrteilige äußere Hülle, die je nach Ausführungsform abnehmbar sein kann, zum Beispiel zu Reinigungszwecken.
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Im Inneren befindet sich in der Regel eine oder mehrere in einem oder mehreren Inlays gefasste Füllungen, zum Beispiel aus losem Schüttmaterial oder aus positionsfestem Material. Als Füllungen bieten sich weiche und kompressible Materialien an, zum Beispiel Schaumstoffe, die nachgeben, sobald ein Insasse den Kopf auf das Zusatzkissen ablegt bzw. den Kopf an dem Zusatzkissen abstützt.
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Die Materialeigenschaften der Füllung(en) können über das Zusatzkissen hinweg unterschiedlich gewählt sein, d.h. es können verschieden harte und verschieden dicke Füllungen in unterschiedlichen Bereichen des Zusatzkissens verwendet werden, um zum Beispiel ein Durchdrücken des Kopfes bis zur Kopfstütze des Kraftfahrzeugsitzes zu verhindern, aber gleichzeitig sich weich anzufühlen. Zonen seitlich einer Hauptanlagefläche des Kopfes können etwas härter sein, um dem Kopf seitliche Führung zu bieten.
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Darüber hinaus können in unterschiedlichen Ausführungsformen noch weitere Strukturbauteile vorgesehen sein, unter anderem strukturgebende Rahmen. Solche Rahmen können reversibel verformbar oder mit Scharnieren ausgestattet sein, um ein Verstellen von Teilen des Zusatzkissens, zum Beispiel der Seiten von Kopfkissen oder Nackenkissen zu ermöglichen, was für schlafende Insassen von Vorteil sein kann.
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Durch das Vorsehen einer Nackenstütze an dem Zusatzkissen kann zusätzlich zu einer Kopfstützfunktion eine Nackenstützfunktion erreicht werden. Hierdurch kann die Ergonomie erhöht werden.
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In einer ersten weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Kopfkissen stetig in die Nackenstütze übergeht.
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Hierdurch kann eine formschöne Ästhetik erreicht werden, da die Nackenstütze auf diese Weise unauffällig in das Zusatzkissen integriert werden kann und zumindest nicht offensichtlich als separate Komponente des Zusatzkissens wahrgenommen wird. Zudem ergeben sich hierdurch gute gestalterische Möglichkeiten.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Kopfkissen mehrere Kammern aufweist.
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Mithilfe mehrerer Kammern kann das Zusatzkissen ergonomisch optimiert werden.
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Insbesondere können eine ungerade Anzahl an Kammern vorgesehen sein, insbesondere drei Kammern oder fünf Kammern, wobei von den drei Kammern oder fünf Kammern eine Kammer sich vertikal betrachtet in einem mittleren Bereich des Kopfkissens von oben nach unten erstreckt. Dieser Bereich ist der Hauptkontaktbereich des Zusatzkissens mit dem Kopf des Insassens und kann dafür mit einer Füllung mit besonderen Eigenschaften gefüllt sein, zum Beispiel besonders weich oder besonders atmungsaktiv. Außerdem kann diese mittlere Kammer eine geringere Dicke aufweisen als die außenliegenden Kammern, um dem Kopf eine seitliche Stütze zu bieten.
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Alternativ oder zusätzlich können auch die Füllung(en) örtlich unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, zum Beispiel eine ergonomische Formgebung haben und/oder unterschiedliche Härtegrade über die Fläche verteilt. Dies kann durch die Schaumform und/oder beispielsweise durch das Vorsehen von Strukturen erreicht werden.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Kopfkissen ein Inlay aufweist, an dem eine sich längs bzw. während der Benutzung horizontal erstreckende Zusatztasche ausgebildet ist, in dem eine Nackenkissenfüllung gehalten wird.
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Auf diese Weise kann das Nackenkissen strukturell an das Kopfkissen angebunden sein.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass auf einer von einer Kopfanlageseite abgewandten Seite eine Vlies- oder Polsterlage angeordnet ist.
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Hierdurch kann der Komfort gesteigert und ein Durchdrücken des Zusatzkissens bei Kopfkontakt bis zum harten Kontakt mit der Kopfstütze verhindert werden. Die Vlies- oder Polsterlage benötigt dazu eine entsprechende Härte und Rückstellkraft, die von der Größe, Geometrie und Beschaffenheit des restlichen Zusatzkissens, insbesondere der Füllung(en) abhängt.
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Die Vlies- oder Polsterlage kann sich über den Bereich des Kopfkissens und/oder des Nackenkissens erstrecken.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass in der Nackenstütze wenigstens ein Vibrationsmotor angeordnet ist, um eine Massagefunktion bereitstellen zu können.
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Dies kann sowohl den Komfort steigern als auch das Wohlbefinden, insbesondere auf längeren Fahrten. Das Risiko für Nackenverspannungen lässt sich dadurch reduzieren.
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Zu diesem Zweck können in einer Ausführungsform ein oder mehrere kompakte, flache Vibrationsmotoren zum Einsatz kommen. Diese können entweder in Reihe oder auch parallelgeschaltet sein, um den gewünschten Massageeffekt in den gewünschten Bereichen und in der gewünschten Intensität zu erreichen. Neben den erwähnten kompakten und flachen Vibrationsmotoren können auch andere Arten von Vibrationsmotoren zum Einsatz kommen, die in unterschiedlichen Formen und Größen verfügbar sind, zum Beispiel größere Vibrationsmotoren, die den Einsatz von schwereren Unwuchtgewichten erlauben, die einen stärkeren Massageeffekt erzeugen können.
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Die Vibrationsmotoren benötigen eine Energieversorgung und können dazu über Anschlüsse mit oder ohne Kabelverbindung mit dem Bordnetz des Kraftfahrzeugs verbunden sein. Zur Ansteuerung können zentral im Kraftfahrzeug und/oder dezentral in dem Zusatzkissen eine Steuerung sowie ein Bediensystem vorgesehen sein. Das Steuergerät kann in einer weiterführenden Ausgestaltung mehrere verschiedene Massageprogramme umsetzen, die über das Bediensystem angesteuert werden können.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass in dem Kopfkissen wenigstens ein Vibrationsmotor angeordnet ist, um eine Massagefunktion bereitstellen zu können.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass Füllungen von Kopfkissen und/oder Nackenstütze zumindest teilweise gelocht sind.
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Hierdurch lassen sich die mechanischen Eigenschaften der Füllungen einstellen, insbesondere die Härte und Rückstelleigenschaften. Desweiteren können die Ventilationseigenschaften und Feuchtigkeitstransport vom Kopf weg verbessert werden.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Nackenstütze eine Heizung aufweist.
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Eine Heizung kann den Insassenkomfort weiter steigern.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Kopfkissen eine Heizung aufweist.
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In einer weiteren weiterführenden Ausgestaltung ist vorgesehen, dass das Zusatzkissen eine lösbare Befestigung zur Festlegung an dem Kraftfahrzeugsitz aufweist.
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Eine solche lösbare Befestigung kann in Form eines oder mehrerer Bänder, Schnallen und/oder Taschen, die über die Kopfstütze gezogen werden kann, vorgesehen sein. Auf diese Weise kann das Zusatzkissen bedarfsweise angebracht und entfernt werden, beispielsweise zu Reinigungszwecken.
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Ein erster unabhängiger Gegenstand betrifft ein Kraftfahrzeug mit wenigstens einem Zusatzkissen der zuvor beschriebenen Art.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der - gegebenenfalls unter Bezug auf die Zeichnung - zumindest ein Ausführungsbeispiel im Einzelnen beschrieben ist. Gleiche, ähnliche und/oder funktionsgleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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Es zeigen schematisch:
- 1 eine perspektivische Ansicht eines Zusatzkissens in einer ersten Ausführungsform,
- 2 eine perspektivische Ansicht eines Zusatzkissens in einer zweiten Ausführungsform, sowie
- 3 eine perspektivische Ansicht eines Zusatzkissens in einer dritten Ausführungsform.
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In den nachfolgenden Ausführungsbeispielen werden gleiche sowie gleichwirkende Merkmale zur besseren Lesbarkeit mit gleichen Bezugszeichen versehen.
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1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Zusatzkissens 2 in einer ersten Ausführungsform. Das Zusatzkissen 2 ist ohne äußere Kissenhülle gezeigt.
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Das Zusatzkissen 2 ist im Wesentlichen zweiteilig und weist ein Kopfkissen 4 und eine am Kopfkissen 4 angeordnete Nackenstütze 6 auf.
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Kopfkissen 4 und Nackenstütze 6 sind an einem gemeinsamen Inlay 8 ausgebildet, das drei Kammern 10, 12, 14 für das Kopfkissen 4 aufweist. Die Kammern 10, 12, 14 sind durch Trennwände 15 voneinander abgeteilt. Die Kammer 12 ist eine zentrale Kammer, in der ein Passagierkopf hauptsächlich abgelegt ist.
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Desweiteren ist sich vom Kopfkissen 4 stetig fortsetzend eine Zusatztasche 16 unterhalb der Kammern 10, 12, 14 ausgebildet, die zur Formung der Nackenstütze 6 dient.
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Die Kammern 10, 12, 14 sowie die Zusatztasche 16 sind jeweils mit einer Füllung 20 gefüllt, die zur Wahrung der Übersichtlichkeit nur an der Zusatztasche 16 mit Bezugszeichen versehen ist.
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An einer einer Kopfanlagenseite Y gegenüberliegenden Seite ist eine Vlieslage 18 angeordnet, die sich über die gesamte Rückseite des Zusatzkissens 2 erstreckt. Die Vlieslage 16 dient dazu, einen Durchdrückschutz für einen in dem Zusatzkissen 2 abgelegten Kopf zu bieten und so den Komfort zu steigern.
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2 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Zusatzkissens 2' in einer zweiten Ausführungsform.
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In Bezug auf den Aufbau gleicht das Zusatzkissen 2' dem in 1 gezeigten, weswegen diesbezüglich vollumfänglich auf die Beschreibung von 1 verwiesen wird.
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In der Nackenstütze 6 ist desweiteren eine Matrix an flachen Minivibrationsmotoren 22 angeordnet, die dem benutzenden Passagier eine Nackenmassage geben können.
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3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Zusatzkissens 2" in einer dritten Ausführungsform.
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In Bezug auf den Aufbau gleicht das Zusatzkissen 2" dem in 1 gezeigten, weswegen diesbezüglich vollumfänglich auf die Beschreibung von 1 verwiesen wird.
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In der Nackenstütze 6 ist desweiteren eine Heizung 24 angeordnet, die dem benutzenden Passagier den Nacken anwärmen kann.
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Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert und erläutert wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen. Es ist daher klar, dass eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten existiert. Es ist ebenfalls klar, dass beispielhaft genannte Ausführungsformen wirklich nur Beispiele darstellen, die nicht in irgendeiner Weise als Begrenzung etwa des Schutzbereichs, der Anwendungsmöglichkeiten oder der Konfiguration der Erfindung aufzufassen sind. Vielmehr versetzen die vorhergehende Beschreibung und die Figurenbeschreibung den Fachmann in die Lage, die beispielhaften Ausführungsformen konkret umzusetzen, wobei der Fachmann in Kenntnis des offenbarten Erfindungsgedankens vielfältige Änderungen, beispielsweise hinsichtlich der Funktion oder der Anordnung einzelner, in einer beispielhaften Ausführungsform genannter Elemente, vornehmen kann, ohne den Schutzbereich zu verlassen, der durch die Ansprüche und deren rechtliche Entsprechungen, wie etwa einer weitergehenden Erläuterung in der Beschreibung, definiert wird.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102010055596 A1 [0005]