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Die Erfindung betrifft ein Hundegeschirr mit einem Oberteil und einem Unterteil, die über Gurtschnallen miteinander verbindbar sind.
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Während ein einfaches Hundehalsband nur ein Band und eine Einhängevorrichtung aufweist, bestehen Hundegeschirre in der Regel aus einem Oberteil und einem Unterteil. Gurtschnallen, die auch längenverstellbar sind, verbinden das Oberteil mit dem Unterteil. Am Oberteil ist in der Regel die Leine angebracht, während das Unterteil an der Brust und am Bauch des Hundes anliegt.
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Diese Hundegeschirre sollen dazu dienen, den Hund einerseits zu führen und ihm andererseits auch genügend Freiheit zu lassen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die Gurte nicht einschneiden. Wichtig ist bei derartigen Hundegeschirren daher, dass die Gurte nicht nur längenverstellbar sind sondern auch so angeordnet sind, dass sie im am Hund angelegten Zustand ihre Funktion erfüllen und den Hund nicht behindern.
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Diese Aufgabe wird mit einem gattungsgemäßen Hundegeschirr gelöst, bei dem das Oberteil eine Gurtplatte aufweist, die sechs Gurtschnallenteile aufweist, und das Unterteil eine Frontplatte aufweist, von der sich zwei vordere Brustgurte und ein hinterer Gurt Y-förmig erstrecken, und an dem hinteren Gurt seitlich vier weitere Gurte angeordnet sind.
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Das Oberteil und das Unterteil sind somit durch sechs Gurtschnallen miteinander verbunden, wobei jeweils ein Gurtschnallenteil am Oberteil und ein Gurtschnallenteil am Unterteil angeordnet ist. Die spezielle Formgebung von Oberteil und Unterteil ermöglicht eine sichere Anlage am Hund und die Längenverstellbarkeit der einzelnen Gurte ermöglicht eine Anpassung an unterschiedliche Hunderassen und Hundegrößen. Die Gurte können somit einmalig für einen speziellen Hund in ihrer Länge eingestellt werden und vor der Nutzung des Hundegeschirrs wird das Oberteil auf dem Rücken des Hundes platziert und mit dem unter dem Hund an dessen Brust- und Bauchbereich angeordneten Unterteil mittels der Gurtschnallen verbunden.
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Dadurch entsteht ein funktionelles Hundegeschirr, das insbesondere auch für Mantrailing geeignet ist.
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Vorteilhaft ist es, wenn die Gurtplatte eine Polsterung aufweist. Eine derartige Polsterung dient einerseits zur Abfederung von Stößen und eine angenehme Anlage am Hundefell und andererseits kann die Polsterung zur Kühlung auch Wasser aufnehmen und abgeben.
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Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Gurtplatte einen wasserabweisenden Oberstoff und einen wasserdurchlässigen Unterstoff aufweist. Insbesondere, wenn zwischen dem wasserabweisenden Oberstoff und dem wasserdurchlässigen Unterstoff eine Polsterung angeordnet ist, kann über den Unterstoff der insbesondere als Mesh ausgebildet ist, Wasser in die Polsterung eindringen und wieder abgegeben werden, um den Hund zu kühlen. Der wasserabweisende Oberstoff verhindert eine Durchfeuchtung der Polsterung bei Regen.
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Die Gurtplatte, die am Rücken des Hundes anliegt, kann unterschiedliche zusätzliche Funktionen aufweisen. So kann in der Gurtplatte beispielsweise eine Tasche angeordnet sein. Die Gurtplatte kann auch ein aktives Leuchtmittel aufweisen. Es kann auch auf der Gurtplatte eine Tasche so angeordnet sein, dass in ihr das Leuchtmittel angeordnet werden kann.
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Vorteilhaft ist es, wenn die Gurtplatte aus einem wasserabweisenden Material hergestellt ist oder einen wasserabweisenden Oberstoff aufweist. Dabei sollte eine Wassersäule von mehr als 1.000 ml und vorzugsweise bis etwa 10.000 ml als Qualitätsstandard für das Material eingehalten werden.
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Die Gurtschnallen können als Steckschnallen ausgebildet sein. Dabei können das Steckteil am Unterteil und das Buchsenteil am Oberteil angeordnet sein. Entsprechend können die Steckteile auch am Oberteil angeordnet sein und die Buchsen am Unterteil.
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Insbesondere sollten die zwei vorderen Brustgurte längenverstellbar sein. Vorteilhaft ist es jedoch, wenn alle Gurte längenverstellbar sind. Der hintere Gurt kann auch in seiner Länge fixiert sein, während die anderen Gurte längenverstellbar sind.
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Besonders ergonomisch ist das Hundegeschirr, wenn zwei Gurte der vier weiteren Gurte quer zum hinteren Gurt und vorzugsweise rechtwinklig zum hinteren Gurt auf einer geraden Linie angeordnet sind. Dies ermöglicht eine besonders ergonomische Anlage am Hund, die auch bei einem kräftigen Zug der Leine am Hundegeschirr nicht zu Druckstellen führt.
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Außerdem ist es vorteilhaft, wenn zwei Gurte der vier weiteren Gurte zum hinteren Gurt quer und vorzugsweise V-förmig angeordnet sind. Diese mittleren Gurte können im am Hund angelegten Zustand leicht V-förmig nach hinten weisen, damit die Schnallenteile dieser Gurte zu den entsprechenden Schnallenteilen am Oberteil fluchten.
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Außerdem ist vorteilhaft, wenn mindestens ein Gurt und vorzugsweise alle Gurte ein reflektierendes Gurtmaterial aufweisen. Hierzu kann im Gurt ein reflektierendes Band eingewebt sein. Außerdem kann das Band, an dem ein Gurtschnallenteil befestigt wird, bereichsweise an einer Seite ein Klettband aufweisen um die Bandlänge individuell auf den Hund abzustimmen, in dem mehr oder weniger Gurtlänge durch das Gurtschnallenteil gefädelt wird und mit dem Klettband wieder am Gurt befestigt wird.
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Um eine beidseitig sichere Anlage des Hundegeschirrs am Hund zu gewährleisten, wird vorgeschlagen, dass die Gurtplatte spiegelbildlich zu einer Spiegellinie ausgebildet ist.
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Dies ermöglicht es, auf der Spiegellinie an der Gurtplatte einen Führring anzubringen. Außerdem kann die Gurtplatte dann einen Zugring aufweisen, der auf einem Zuggurt über die Spiegellinie hin und her verschiebbar angeordnet ist.
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Ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden näher erläutert. Es zeigt
- 1 eine Draufsicht auf ein Oberteil des Hundegeschirrs,
- 2 eine Draufsicht auf ein Unterteil des Hundegeschirrs,
- 3 eine perspektivische Ansicht eines Zuggurts mit einem verschiebbaren Zugring,
- 4 den Rücken eines Hundes mit darauf liegendem Oberteil des Hundegeschirrs und
- 5 den Brustbereich eines Hundes mit einem daran anliegenden Unterteil des Hundegeschirrs.
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Die 1 und 2 zeigen ein Hundegeschirr 1, das aus einem Oberteil 2 und einem Unterteil 3 besteht. Gurtschnallen 4.1 bis 9.1 und 4.2 bis 9.2 verbinden das Oberteil 2 mit dem Unterteil 3 zu einem raumumgrenzenden Hundegeschirr. In der Praxis wird dieser Raum für den Oberkörper des Hundes genutzt, indem das Oberteil 2 auf den Rücken des Hundes gelegt und anschließend die Schnallenteile 4.2 bis 9.2 mit den entsprechenden Schnallenteilen 4.1 bis 9.1 verbunden werden.
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Das Oberteil hat eine etwa hantelförmige Gurtplatte 10, an der die sechs Gurtschnallenteile 4.1 bis 9.1 über Gurte befestigt sind. Dabei zeichnet sich das Oberteil 2 durch kürzere Gurte aus als das Unterteil 3. Das Unterteil 3 hat eine Frontplatte 11, von der sich zwei vordere Brustgurte 12 und 13 v-förmig erstrecken, wobei gegenüberliegend an der Frontplatte 11 ein hinterer Gurt 14 angeordnet ist. Die Gurte 12, 13 und 14 bilden somit zusammen mit der Frontplatte 11 ein Y. Vom hinteren Gurt 14 erstrecken sich seitlich vier weitere Gurte, von denen zwei kürzere als mittlere Gurte 15, 16 leicht nach hinten abgewinkelt am hinteren Gurt 14 angeordnet sind, während sich die zwei längeren Gurte 17 und 18 auf einer Linie rechtwinklig zum hinteren Gurt 14 erstrecken.
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Die Gurtplatte 10 hat eine Polsterung 19 und auf der Polsterung 19 einen wasserabweisenden Stoff 20, während unter der Polsterung 19 ein wasserdurchlässiger Stoff 21 insbesondere ein Mesh vorgesehen ist. Auf der Gurtplatte ist eine Tasche 22 vorgesehen. Außerdem ist an ihr ein Leuchtmittel 23 angeordnet und im vorderen Bereich kann zwischen den Gurtschnallen 8.1 und 9.1 nochmals eine Tasche eingearbeitet sein, in der auch ein Leuchtmittel 23 mit Energieversorgung angeordnet werden kann.
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Die Gurtschnallen 4.1 bis 9.1 und 4.2 bis 9.2 sind bekannte Steckschnallen, die ein einfaches schnelles Verbinden der Schnallenteile ermöglichen. Die einzelnen Gurte 12, 13, 15, 16, 17 und 18 sind längenverstellbar, während der Gurt im Ausführungsbeispiel nicht längenverstellbar ist.
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Das in 3 gezeigte Gurtmaterial weist als Gewebe im Schuss ein reflektiertes Material 24 auf, das in den wasserabweisenden Oberstoff 20 des Gurtes eingearbeitet ist.
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Am Oberteil des Hundegeschirrs sind ein Führring 25 und ein Zugring 26 angeordnet. Der Führring 25 ist fest im vorderen Bereich des Oberteils 2 befestigt und ermöglicht das Einhängen einer Hundeleine. Auch der Zugring 26 ist an der Gurtplatte befestigt. Er ist jedoch auf einem Zuggurt 27 verschiebbar gelagert, so dass er über eine Spiegellinie 28 der Gurtplatte 10 hin und her verschoben werden kann.
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Die 4 zeigt deutlich, wie eine Hundeleine entweder am Führring 25 fest am Oberteil 2 des Hundegeschirrs befestigt werden kann. Alternativ dazu kann die Hundeleine auch am Zugring 26 befestigt werden, der relativ zum Hunderücken von dessen einer Seite zur anderen Seite auf den Zuggurt 27 hin und her verschoben werden kann.
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Die 5 zeigt die ergonomische Anlage des Unterteils 3 mit der Frontplatte 11, den vorderen Brustgurten 12 und 13 und dem hinteren Gurt 14, die als Brustgurte 12 und 13 direkt und als hinterer Gurt 13 indirekt die Verbindung zum Oberteil 2 ermöglichen.